Kinder Outdoor Wissen: Orientierung in der Natur

Kinder Outdoor Wissen Orientierung in der Natur. Wer immer den richtigen Weg finden will, der sollte sich orientieren können. Die meisten verlassen sich auf die App am Smartphone oder das GPS Gerät. Doch was ist wenn diese ausfallen? Dann kann die gemütliche Wanderung plötzlich in einen Abenteuertrip ausarten.

Versteigen oder Abkommen vom Weg. Hört sich harmlos an, kann aber fatale Folgen haben. Besonders in den Bergen. Trotz GPS Geräten und diversen Outdoor Apps auf den Smartphones verlaufen sich immer wieder Bergwanderer. Es drängt sich die Frage auf: Wie kann es, trotz dieser modernsten Technik zum Versteigen und Abweichen vom Weg kommen? Es gibt oft keinen Plan B. Wenn der Akku vom Smartphone oder dem GPS leer ist, beginnt das Problem. Nur die wenigsten Alpinisten haben Karte und Kompass dabei. Wichtig ist auch, damit umgehen zu können. Was ist zu tun, wenn plötzlich der elektronische Pfadfinder ausfällt? Ruhe bewahren! Selbst in einem bekannten Forst können sich Leute verlaufen. Ein paar hundert Meter runter vom Weg und in das Dickicht, plötzlich wissen die Outdoorer nicht mehr in welche Richtung sie gehen sollen.

Kinder Outdoor Wissen: Warum ist die Himmelsrichtung wichtig?

Ganz Schlaue stellen hier die Frage” Was hilft es mir, wenn ich mich verlaufen habe und ich kann die Himmelsrichtung bestimmen?” Ganz einfach: Niemand muss im Kreis laufen. Die einen Menschen schreiben mit der rechten, die anderen mit der linken Hand.Entsprechend gehen sie auch, wenn sie keine Orientierung mehr haben: Die einen halten sich eher rechts und die anderen links. Hinzu kommt noch, dass uns in einer derartigen Krisensituation das Gehirn einen ungewollten Streich spielt. Um uns zu beruhigen, sucht unser komplexes Denkorgan nach bekannten Anhaltspunkten. Der schräge Baum kommt einen plötzlich bekannt vor und wer sich verlaufen hat, bildet sich ein, auf dem Herweg diesen markanten Baum gesehen zu haben. Was oft eine Fehleinschätzung ist. Wer aber die Himmelsrichtung bestimmen kann, der geht nicht im Kreis und spart sich dadurch wertvolle Kräfte.

Kinder Outdoor Wissen: Natürliche Wegweiser

Jetzt kommt die gute Nachricht: Die Natur hält für uns genügend Wegweiser bereit, die uns die Himmelsrichtung zeigen. Leider sehen wir sie nicht, weil wir die ganze Zeit auf unser ach so tolles Smartphone starren. Unsere Tipps beziehen sich alle auf Mitteleuropa!

Bäume sind ideale Wegweiser:

  • Einzel stehende Bäume sind nach Südosten gebeugt, weil der Nordwest Wind gegen sie drückt.
  • Die Rinde ist auf der Wetterseite, Nordwesten, rissig und bemoost.
  • Auf der norwestlichen Seite befinden sich die meisten Flechten.
  • Bei einem Baumstumpf sind die Jahresringe Richtung Nordwesten enger beeinander.

Tiere als Wegweiser:

  • Borkenkäfer sind auf der Südseite in der Rinde unterwegs, weil es dort wärmer ist
  • Käfer krabbeln auf der südlichen Baumseite an der Rinde hoch.
  • Ameisen haben den Ausgang von ihrem Nest meistens in Richtung Süden.

Schnee und Eis als Wegweiser:

  • An Südhängen taut der Schnee schneller und früher
  • Schneewächten haben eine Form wie eine Welle. Der “Überschlag” zeigt nach Südosten.
  • “Eisbärte” wachsen gegen den Wind, also Nordwesten
  • Gletschertische neigen sich nach Süden

Die Sonne als Wegweiser:

  • Im Osten geht die Sonne auf
  • Im Süden nimmt sie ihren Lauf
  • Im Westen will sie untergehen
  • Im Norden ist sie nie zu sehen
Kinder Outdoor Wissen: Mit einer Uhr und der Sonne lässt sich der Süden bestimmen. foto (c) kinderoutdoor.de

Du kannst mit Hilfe einer Uhr, sie muss Zeiger haben, und der Sonne den Süden bestimmen!

  • Der kleine Zeiger ist auf die Sonne gerichtet
  • Denke Dir eine Linie zur Zwölf-Uhr-Markierung
  • Halbiere den Winkel zwischen dem kleinen Zeiger und der Zwölfuhrmarke. Die Halbierungslinie zeigt Dir den Süden an.

Die Sterne als Wegweiser:

Seit Jahrtausenden wissen die Menschen wie sie sich an den Sternen orientieren können. Hier kommt unsere Anleitung, wie Ihr den Polarstern der sich im Norden befindet bestimmen könnt.

  • Sucht Euch das Sternbild “Großer Wagen”. Verlängert die vier “Deichselsterne” bis zum obersten Stern der “Ladefläche”.
  • Verlängert von diesem Stern bis Ihr zum Sternbild vom “Kleinen Bären” oder auch “Kleiner Wagen” genannt kommt.
  • der äußerste Stern davon ist der Polarstern.
Kinder Outdoor Wissen: So findet Ihr den Polarstern. foto (c) kinderoutdoor.de

Ein Outdoor Kompass könnte manche Unfall in den Bergen vermeiden. Leider haben zu wenig Outdoorer einen Kompass bei sich und verlassen sich auf das Smartphone oder GPS Gerät. Eine Technik die mit Tücken . Kinderoutdoor hat Erik Wiren aus Schweden , er ist für die Traditionsfirma Brunton der Operations Manager, und den CEO Per Waag interviewt.

Die Bergunfallstatistik 2018 zeigt es deutlich. Gut die Hälfte aller Unfälle beim Bergwandern haben als Gründe körperliche Erschöpfung und Blockierung. Bei Letzteren kommen die Bergwanderer weder vor noch zurück. Sie haben sich verlaufen und brauchen die Bergwacht. Eine paradoxe Situation, schließlich hat die Mehrheit der Deutschen ein Smartphone und viele entsprechende Apps zum Wandern darauf. Im schwedischen Solna ist das Service Department von Brunton. Seit 125 Jahren stellt das Unternehmen Kompasse her. Hier arbeiten Erik Wiren sowie Per Waag (CEO) und konnten uns interessante Antworten auf Fragen zur Orientierung in der Natur geben.

Kinderoutdoor.de Navigations Apps für Smartphones. GPS Geräte für Outdoorer. Braucht es da noch einen Kompass?

Erik Wiren, Brunton: Smartphones und GPS Geräte können mit einem elektronischen Kompass ausgestattet sein, der das Magnetfeld tatsächlich wahrnimmt. Für die Positionierung kann auch ein mobiler Empfang oder einen GPS-Receiver genutzt werden und durch Bewegungen kann dann die Peilung erfolgen. Wichtig ist zu wissen, dass sie nie so exakt sind, wie ein analoger Kompass und auch nicht in jeder Situation und in jeder Umgebung funktionieren.

Kinderoutdoor.de Worin liegt der Vorteil von einem Kompass gegenüber Smartphones und GPS Geräten?
Das Benutzen von einer Karte und einem Kompass gibt dir einen wesentlich besseren Überblick über das Gelände um dich herum, als der begrenzte Blick auf ein kleines Display. Und das schon bei der Planung deines Abenteuers von zu Hause aus und draußen in der Natur dann noch mehr – du entwickelst einen ganz anderen Orientierungssinn.Elektronische Geräte sind bei extremeren Wetterbedingungen, genau dann wenn man sie am meisten benötigt, relativ anfällig. Darin liegen die Vorteile eines Kompasses: er benötigt weder Strom noch mobilen Empfang, er wird weder durch Wetter, noch durch das Klima beeinflusst, sondern funktioniert überall zuverlässig, in der Höhe, auf dem Meeresgrund und sogar in den hintersten Winkeln einer Höhle.

“Ein Kompass benötigt weder Strom noch mobilen Empfang” so Erik Wiren der Experte von Brunton. foto (c) brunton

Kinderoutdoor.de Wer sollte sich einen Kompass für die Tour einpacken?
Ein Kompass kann überall und in jeglichen Situationen verwendet werden und gute Dienste leisten. Viele denken, dass ein Kompass nur für diejenigen sinnvoll ist, die weit weg von der Zivilisation, abseits des Wegenetzes, mitten in der freien Natur, unterwegs sind. Aber ich sehe das anders – für jeden kann ein Kompass eine zuverlässige Orientierungshilfe sein – selbst in Gegenden, in denen du dich auskennst. Bei Unwetter oder in der Dunkelheit haben sich schon etliche Personen in heimatlichem Terrain verirrt. Oder auch wenn du in der Stadt unterwegs bist, kann es sehr hilfreich sein, zu wissen, in welcher Richtung Norden und Süden liegt, um zum Beispiel die richtige Straßenseite zu finden, von der aus der Bus zum Zielort fährt und nicht in die entgegengesetzte Richtung.

Kinderoutdoor.de Für viele ist der Kompass immer noch ein Rätsel. Wie funktioniert dieses Instrument?
Es gibt ein Magnetfeld, das den Planeten, auf dem wir leben, umgibt. Dieses Feld verläuft in geraden Linien zwischen dem Süd- und dem Nordpol. Der Kompass nutzt dieses Magnetfeld, um eine bestimmte Richtung im Gelände zu bestimmen. Die Nadel im Kompass ist magnetisiert und kann sich in dem Körper des Kompasses frei drehen. Er richtet sich immer mit Unterstützung dieses Magnetfeldes aus und zeigt permanent in Richtung des magnetischen Nordpols – egal in welche Richtung du den Kompass drehst. Dann gibt es einen abgestuften Ring auf dem Kompass, der auf die gewünschte Richtung eingestellt werden kann. Drehe dann den gesamten Kompasskörper, bis die Nadel auf der Gradskala nach Norden ausgerichtet ist, der Kompasskörper richtet sich dann in die Richtung aus, in die du ihn eingestellt hast.

Kinderoutdoor.de Ist es sehr schwer mit einem Kompass bei einer Wanderung sich zu orientieren?

Nein, ich würde sagen, dass es nicht schwierig ist – es hängt aber auch davon ab, welche Genauigkeit du benötigst. Sei dir immer bewusst, dass der Kompass ein Hilfsmittel ist, um eine Richtung ausfindig zu machen. Sinnvollerweise solltest du zusätzlich immer auch entweder Kenntnisse oder Informationen über das jeweilige Gelände, indem du dich befindest haben, um zielgerichtet navigieren zu können. Nur in Verbindung mit einer regionalen Karte von dem Gebiet, in dem du dich befindest, erhältst du ein voll funktionsfähiges Navigationssystem. Wenn du auf einem Wanderweg unterwegs bist und wissen möchtest dass du in die richtige Richtung gehst, ist das wirklich sehr einfach herauszufinden, solange du grundsätzlich weißt, in welcher Richtung dein Ziel liegt. Wenn du jedoch im freien Gelände eine genauere Richtung finden möchtest, erfordert dies etwas mehr Wissen. Du musst lernen und verstehen, wie man eine Peilung mit Hilfe der Karte aus einstellst und den Kompass ausrichtest, um die richtige Richtung im Gelände, indem du dich befindest, zu finden. Aber das ist ziemlich leicht und schnell zu erlernen und macht auch Spaß.

Regelmäßig mit dem Kompass üben empfiehlt der Schwede Erik Wiren. foto (c) kinderoutdoor.de

Kinderoutdoor.de Wer noch nie mit einem Kompass gearbeitet hat kann es wo lernen oder nachlesen?
Natürlich gibt es im Internet eine Menge Anleitungen. Aber am besten und am effektivsten ist es, wenn du jemanden kennst, der dir das in der Praxis beibringt. Schau´ doch vielleicht mal bei den Pfadfindern vorbei.

Kinderoutdoor.de Mit wie vielen Jahren können Kinder den Umgang mit einem Kompass erlernen?
Per Waag, CEO Brunton Du kannst schon früh damit beginnen, Kinder mit Karte und Kompass vertraut zu machen. Sie verstehen schnell, in welcher Richtung Norden ist. Und Piratenspiele und Schatzsuchen im Garten beschert allen Beteiligten viel Spaß. Ich würde sagen mit vier Jahren passt das gut.

Kinderoutdoor. de Was sind die größten Fehler, die Outdoorer bei der Arbeit mit dem Kompass begehen können?
Erik Wiren, Brunton: Den Kompass zu selten zu benutzen. Es ist wirklich nicht schwierig, aber es gibt ein paar Schritte, die du bei der Anwendung beachten musst. Und wenn du eine davon vergisst oder falsch machst, kann es sein, dass du die falsche Richtung ausfindig machst. Einen Kompass mitzunehmen, nützt dir also nichts, wenn du nicht weißt, wie du ihn benutzt. Also praktiziere regelmäßig, setze ihn ein, macht Spiele damit und dann wisst ihr haargenau, wie ihr in einsetzen müsst, um an das gewünschte Ziel zu kommen.

Kinderoutdoor.de In vielen Online Foren ist die Deklination ein Thema, über dass es unterschiedliche Meinungen gibt. Ist die Missweisung für Amateure relevant?

In Deutschland liegt die magnetische Deklination nur zwischen 2° und 4°,
Für die Navigation während einer Trekkingtour hat das hier nicht so eine gravierende Bedeutung. Aber es gibt Orte, an denen die Deklination wesentlich größer ist, und dort kann man sich völlig verirren, wenn man das nicht berücksichtigt. Es hängt also davon ab, wo du dich auf der Erde befindest.

Brunton bietet Kompasse in den unterschiedlichsten Größen, Formen und Ausstattungen an. Selbst so ein kleiner Kompass kann eine große Hilfe sein. foto (c) kinderoutdoor.de

Kinderoutdoor.de Worauf sollten Outdoorer beim Kauf von einem Kompass achten?

Es gibt einige Unterschiede bei Kompassen, die je nach Verwendungszweck berücksichtigt werden sollten. Größe und Form: Wenn du nur wissen möchtest, wo Norden ist, den Kompass aber nicht mit einer Karte benutzen möchtest, ist ein kleiner Schlüsselanhänger als Kompass perfekt. Wenn du auf einer Karte eine Peilung vornehmen möchtest, eignet sich ein kleinerer Bodenplatten-Kompass, der aber trotzdem leicht in jede Tasche passt und mitgenommen werden kann. Wenn du ihn aber viel mit einer Karte verwenden, ist eine größere Bodenplatte einfacher zu handhaben.
Spiegel oder Bodenplatte: Mit dem Spiegelkompass kannst du genauere Orientierungspunkte in der Ferne aufnehmen und er die Hülle schützt den Kompass, wenn sie geschlossen ist. Aber sie muss immer geöffnet werden, wenn der Kompass benutzt werden soll. Wenn du also keinen Spiegel benötigst und den Kompass schneller ablesen möchtest, ist eine Bodenplatte geeigneter.

Kinderoutodoor.de Zum 125. Jubiläum von Brunton gab es das Modell „125 Anniversary Standard Transit“ Was ist so besonders an diesem Kompass?
Der 125-Anniversary Standard Transit ist eine limitierte Version unseres neuen Transitmodells “the Standard”. Es gibt nur 125 Stück davon. Sie sind alle durchnummeriert, mit einem Zertifikat versehen und werden in einer speziellen Verpackung ausgeliefert. Der Transit selbst, ob in limitierter Auflage oder nicht, ist kein normaler Kompass, sondern ein Präzisions-instrument, das eher für präzise Messungen als für die Navigation verwendet wird. Meistens wird er von Geologen und Bergarbeitern verwendet. Die mit dem Transit gesammelten Daten können schließlich dazu verwendet werden, den potenziellen Ort für Mineralien oder Öl am besten und genauesten zu definieren.

Kinderoutdoor.de Brunton produziert in den USA. Was sind die Vorteile davon?
Wir sind ein amerikanisches Unternehmen, und von daher ist für uns eine lokale Produktion wichtig. Das bedeutet kurze Transportwege zu unserem Hauptmarkt, der die USA ist und unsere Forschungs- und Entwicklungs-abteilung hat alle Test- und Laborgeräte vor Ort. Durch unseren idealen Standort, am Fuße der Rocky Mountains, können wir permanent lokale Feldversuche absolvieren und in verschiedenen Klimazonen und Höhenlagen arbeiten.

Der Kompass beweist es: Moose und Flechten wachsen an der Nordseite der Bäume. Wer keinen Kompass dabei hat, kann sich daran orientieren. foto (c) kinderoutdoor.de

Kinderoutdoor.de Wie kann sich ein Outdoorer ohne Smartphone, ohne GPS Gerät und oihne Kompass in der Natur orientieren?
Wenn du eine Karte hast und damit umgehen kannst, kannst du das Gelände lesen und auf der Karte jederzeit verfolgen. So weißt du genau, wo du dich gerade befindest. Das reicht meist aus, um ans Ziel zu kommen.
Aber es gibt in der Natur zusätzlich eine Menge Zeichen, die du beachten kannst, um herauszufinden wo es in welche Richtung geht. Dazu gehören über Jahrhunderte gesammelte kluge Weisheiten, wie z.B. größere Äste, Spinnennetze und Ameisenhügel – die findest du normalerweise auf der Südseite von Bäumen. Moos hingegen wächst mehr auf der Nordseite von Steinen. Beobachte die Sonne, sie geht im Osten auf und im Westen unter. Mit einer analogen Uhr und der Sonne kannst du auch den Norden ausfindig machen. In einer klaren Nacht kannst du den Nordstern am Himmel finden.

Kinderoutdoor.de Zum Schluss unsere Frage, die wir jeden Interviewpartner stellen: Was ist Dein ultimativer Outdoor Tipp für Familien? Wo sollten diese unbedingt einmal gewesen sein und warum?
Per Waag, CEO Brunton Die Abenteuer mit deiner Familie müssen nicht groß sein. Kleine Abenteuer machen oft mehr Spaß und sind mit kleinen Kindern einfacher zu bewältigen. Ein kurzer Ausflug mit einer spannenden, spaßigen Schatzsuche im eigenen Garten oder naheliegenden Wald bleibt toll in Erinnerung. Es ist eine gute Möglichkeit, sich mit den Kleinen auszutoben und schöne gemeinsame Stunden zu verbringen. Je älter sie werden, umso größer und ausgefallener können die Abenteuer mit ihnen werden. Ich persönlich bin ein Wintermensch, und für mich gibt es nichts Schöneres, als mit meiner Familie im Winter gemütlich draußen zu sein. Versuche mal eine Nacht mit allen im Winter draußen zu verbringen, wenn du die richtige Ausrüstung hast! Da wird sich jeder gerne zurückerinnern – ein Leben lang.

Kinder Outdoor Wissen kann Euch vor bösen Überraschungen in der Natur bewahren. Wenn Euch bei einer Kantour der Sturm überrascht oder es einen Wolkenbruch gibt, während Ihr mit den Kindern im Klettersteig unterwegs seid. Solche metereologischen Kapriolen könnt Ihr an Anzeichen in der Natur erkennen. Wir sagen Euch woran!

“Die App hat aber kein schlechtes Wetter angezeigt!” meinte ein Vater völlig verärgert, als er mit seinen Sohn in die Berghütte kam. Beide klatschnass. “Schau Dir mal so was an!” schimpft der Vater und zeigt auf das Display seines Smartphones. Dort zeigt die Wetter-App immer noch strahlenden Sonnenschein an, während draußen der Regen wie aus Feuerwehrschläuchen gegen das Dach der Hütte prasselt. Immer wieder passiert es, dass App und reales Wetter irgendwie stark voneinander abweichen. Wer falsch ausgerüstet ist und seine Regenjacke zuhause oder im Hotelzimmer liegen hat, der kommt klatschnass zurück. Wer sich im Felsen bewegt oder auf dem Wasser ist, der kann durch ein Gewitter in eine Notsituation gelangen. Deshalb ist besser, weniger blind dem zu vertrauen was App´s anzeigen, sondern sich auf Zeichen aus der Natur zu verlassen. (die greift außerdem keine Daten ab und vertickt sie weiter).

Mit Kindern in den Bergen unterwegs. Wer mit den Kindern wandert sollte auch auf schlechtes Wetter vorbereitet sein. foto (c) kinderoutdoor.de

Anzeichen für Regen in der Natur sind:

  • Sind die Blüten vom Löwenzahn, Gänseblümchen oder Ringelblume am Morgen geschlossen kommt Regen.
  • Sauerklee faltet vor dem Regen seine Blätter zusammen, fallen bald die ersten Tropfen vom Himmel
  • Auch der Kirschbaum ist eine verlässliche Wetterstation: Rollt dieser Baum seine Blätter ein, holt Ihr am besten eine Regenjacke aus dem Rucksack
  • Ahorn, Erlen oder Weiden haben “Tränen” vor dem Regen an den Blättern. Hier lohnt es sich genau hinzusehen.
  • fliegen die Schwalben tief, hat das auch seinen Grund. Es herrscht Tiefdruck und diese Vögel leben von Insekten die sie in der Luft mit den Schäbeln schnappen. Bei Tiefdruck sind die Insekten weniger hoch in der Luft unterwegs und dadurch auch ihre Jäger.
  • Morgenrot und das Wetter an diesem Tag könnt Ihr vergessen
  • springen die Fische aus dem Wasser um Insekten zu schnappen, bekommt Ihr auch an diesem Tag nasse Füße
  • Hat sich um den Mond ein Hof gebildet, dann könnt Ihr die Sonnencreme im Rucksack lassen.
  • Der Rauch vom Lagerfeuer oder dem Grill will kaum aufsteigen bedeutet Tiefdruck.
  • Gleiches gilt für den Rauch aus Häusern oder der Berghütte. Drückt es ihn kaum aus dem Kamin, geht es Euch bald nass ein.
  • auf dem Wanderweg sind viele Schnecken und Regenwürmer unterwegs
  • Riechen die Birken besonders intensiv, spannt das Zelt schon mal nach. Es beginnt bald zu regnen.
  • Am hellichten Tag quaken die Frösche? Höchste Zeit um die Gummistiefel zu holen
  • Hunde knabbern am Gras? Tja, der Waldi spürt auch, was für ein übles Wetter aufzieht.
  • Seht Ihr auf der Weide Kühe stehen und diese futtern um die Wette, freut Euch schon mal auf den Regen. Der zieht nämlich auf.
  • In den Spinnennetzen sind keine Spinnen zu sehen? Kein Wunder, die Spinnen stehen weniger auf Regen.
  • Die Schuppen von Tannen- und Fichtenzapfen sind verschlossen, weil es sonst rein regnet.

Die Natur zeigt Euch auch ganz klar, wenn das Wetter es gut mit Euch meint. Bei folgenden Anzeichen erwartet Euch Sonnenschein:

  • Hat der Berg einen Hut, wird das Wetter gut. So lautet eine alte Bergsteigerregel. Tatsächlich ist es so, wenn über den Graten und Gipfeln die Wolken wie ein Hut liegen, dann ist es ein Garant für gutes Wetter.
  • Am Abend gibt es ein Froschkonzert, kein Wunder denn am nächsten Tag herrscht Sonnenschein.
  • Auch ein Regenbogen am Abend steht für ein stabiles angenehmes Wetter
  • Zirpen die Grillen am Abend, ist dies ein Anzeichen für eine stabile Hochdrucklage
  • Der Rauch vom Lagerfeuer steigt kerzengerade in die Luft, weil Hochdruck und somit gutes Wetter vorherrscht.
  • Abendrot schön Wetterbot
  • Johanniswürmchen leuchten in der Nacht und am nächsten Tag ist Sonnenschein (schließlich haben die Insekten eine Wetter-App!)
  • Der Nebel am Morgen fällt in sich zusammen, denn es kommt Sonnenschein!
  • Die Schwalben und Lerchen fliegen hoch

Umsichtiges Verhalten bei Gewitter sollte bei Outdoorer Pflicht sein. Wenn es blitzt und donnert gibt es immer noch Wanderer, Fahrrad- und Kanufahrer die leichtsinnig mit ihren Leben spielen. Wir haben Tipps von den Experten wenn es das richtige Verhalten bei Gewitter geht: Dem VDE (Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.)

Kinder Outdoor Wissen: Das Freibad könnt Ihr heute vergessen….oder Ihr nehmt den Neoprenanzug mit. foto (c) kinderoutdooor.de

Wie soll man sich als Outdoorer bei Gewitter verhalten? Manche Leute wissen das offensichtlich nicht, denn jährlich gibt es in Deutschland etwa zehn bis fünfzehn Todesfälle (zum Vergleich: Pro Jahr sterben weltweit etwa zehn Menschen durch Haiangriffe) und um die 1.000 Verletzte wegen Blitzen. Der VDE stellt fest, dass  im Sommer über Deutschland etwa eine Million Blitze im Monat zucken. An einem Gewittertag können es mehr als 20.000 Blitze sein.   „Im Sommer kann es leicht passieren, dass ein Gewitter einen im Freien überrascht und man keine Zeit mehr hat, ein sicheres Gebäude aufzusuchen. Dann sollte man unbedingt wissen, wie man das Unwetter sicher übersteht,“ erklärt VDE-Blitzexperte Thomas Raphael.

Verhalten bei Gewitter: Alles Gute kommt von oben?

Der Blitz ist ein nur wenige Zentimeter schmaler Kanal doch durch ihn fließt in kurzer Zeit eine Menge Strom: Um die 20.000 Ampere sind dann vom Himmel zur Erde unterwegs. Das Himmelsgeschoß ist etwa 30.000 Grad heiß. Deshalb empfiehlt der VDE Schutz zu suchen, wenn Ihr es donnern hört. Wenn zwischen Blitz und Donner nur noch zehn Sekunden liegen, dann befindet Ihr Euch in Lebensgefahr. Der VDE rät deshalb, die Outdoor Aktivitäten eine halbe Stunde nach dem letzten Donner fortzusetzen. Doch welches Verhalten ist bei einem Gewitter richtig?

  • Ihr solltet keinesfalls der höchste Punkt im Gelände sein und zu anderen Personen einen Mindestabstand von einem Meter halten.
  • Runter vom Fahrrad und Motorrad
  • Raus aus dem Wasser (egal ob Ihr als Schwimmer, Surfer, Kajakfahrer oder SUP Paddler unterwegs seid).
  • Besonders gefährdet für Blitzeinschläge sind Bäume, Gipfel oder Deiche.
  • Versucht während eines Gewitter keine Metallteile anzufassen oder auf einer feuchten Wiese zu liegen.

Wer sich richtig bei einem Gewitter verhält, hat die große Chance auf einen Lottogewinn. Die Chance, dass Euch ein Blitz trifft, liegt bei etwa 1: 20 Millionen. Die Gewinnchance auf sechs Richtige mit Superzahl ist 0,00000072 %.

Kinder Outdoor Wissen: Wandern ohne quengeln!

Es muss kein Gewitter sein, um Eltern eine Wanderung zu vermiesen. Quengelnde Kinder können dasselbe bezwecken. Kinder Outdoor Wissen hilft Eltern mit den jungen Outdoorern unbeschwert die Natur zu erleben. Mit unserem GIPFEL Prinzip stellen wir Euch ein simples, aber geniales Hilfsmittel vor, um beim Wandern mit Kindern Quengelattacken zu vermeiden.

Immer wieder fragen mich andere Eltern, wie ich es schaffe, dass meine Kinder gerne mit zum Wandern gehen. Das ist ganz einfach. Ich wende das GIPFEL Prinzip an. Damit kommt es garantiert zu keinen Quengelattacken und die Kinder sind wie die Gämsen in den Bergen unterwegs.

„Vernünftige Eltern planen eine Bergtour oder Via Ferrara (Klettersteig) so, dass sie und die Kinder Spaß daran haben und keiner überfordert ist,“ erklärt Simone Moro, der italienische Spitzenbergsteiger, der auf vielen Gipfeln der Welt unterwegs ist. Viele Eltern sind bei den Bergtouren auf den Gipfel fixiert. Was das Wandern mit Kindern angeht, dazu hat Moro einen anderen Ansatz:“ Alles ist für die Kinder ein Spiel. Wir Erwachsenen haben das leider schon vergessen. Aber als Kinder haben wir uns die Welt spielerisch erschlossen. Für mich ist jede Bergexpedition ein Spiel. Wäre es das nicht, hätte ich einen unglaublichen Druck auszuhalten. Deshalb gilt für Wanderungen mit Kindern: Kein Druck! Wenn ein Kind mit einem zu schweren Rucksack, verschwitzt und müden Beinen den Berg hochstiefeln muss, ist es kein Spiel mehr. Spätestens dann müssen die Eltern erkennen, dass es Zeit zum Umkehren ist. Der Gipfel läuft niemanden davon.“

Kinder Outdoor Wissen: Bergtouren mit den Kindern planen

Damit Kinder und Eltern Freude am Bergwandern haben, ist das GIPFELprinzip die perfekte Hilfe.
G steht für gemeinsam die Tour planen. Anstatt den Kindern am Frühstückstisch zu erklären“ So und heute steigen wir auf den Nanga Parbat“ überlegt sich die Familie gemeinsam welchen Berg sie besteigen will. So lassen sich Quengelattacken und andere Bergdramen vermeiden. Denn quengeln ist die Atombombe der kleinen Menschen!

Wichtig ist auch das I vom Gipfelprinzip. Die Initiative muss von den Kindern ausgehen. Erwachsene kennen das vielleicht von der Arbeit. Eine Tätigkeit, die man gerne tut die geht ganz anders von der Hand und die Motivation ist auch eine viel bessere. Noch heute erinnert sich der Extrembergsteiger Moro an seine Anfänge in den Bergen:“Meine Eltern gingen mit mir und meinen Brüdern jeden Sommer  in die Berge. Für uns Kinder ist das Bergsteigen ein wunderbares Spiel gewesen. Auch wenn ich heute auf einen 8.000er steige, ist es immer noch so wie damals: Ein Spiel!“

Was bei manchen Eltern zu kurz kommt, sind die Pausen beim Wandern. Dabei ist eine Tour mit den Kindern keine Speed-Begehung bei der die Stoppuhr und der Höhenmesser mitläuft. An interessanten Stellen wie einem Bach, wo die Kinder spielen können oder an einer Alm Pausen einlegen. So haben die Kinder die Möglichkeit sich zu regenerieren. Der Profi-Alpinist Moro rät:“ Wichtig ist auch, beim Wandern genügend Pausen einzulegen. Zeitdruck darf es beim Bergsteigen mit Kindern nicht geben. Pausen sind für alle gut.“

Das F vom Gipfelprinzip steht für Freunde. Die Kinder lieben es wenn Gleichaltrige dabei sind. Dann haben sie Spielgefährten, jemanden der sie versteht und mit dem sie die gleichen Interessen haben. Wenn ein Kind aus der gleichen Schulklasse dabei ist, überlegt sich das eigene ob es bei der Bergtour quengelt und ist viel besser motiviert. Wenn die Kinder Spaß beim Bergsteigen haben, dann bleiben sie dabei. „Alle Bergsteiger waren einmal Kinder. Alle Bergführer waren einmal Kinder. Alle Hüttenwirte waren einmal Kinder. Alle Expeditionsleiter waren einmal Kinder. Alle Entwickler von Bergausrüstung waren einmal Kinder. Warum sind sie beim Bergsteigen geblieben? Weil sie es immer noch so lieben, wie sie es als kleine Kinder schon taten. Deshalb mein Appell an Kinder und Erwachsene: Spielt mehr!“ so Simone Moro, der den Mount Everest über die Südroute bezwang.

E steht im Gipfelprinzip für einfache Touren. Immer wieder passieren Unfälle in den Bergen, weil sich Eltern überschätzt haben oder glaubten sie könnten einen Klettersteig mit den Kindern absolvieren. Was das Niveau der Tour angeht ist es besser, die Kinder zu unter- als zu überfordern.

Zum Schluss noch das L: Langsam kommt Ihr am besten auf den Berg. Wenn Ihr Euch mit den Kindern beim Wandern Zeit lasst, haben die kleinen Alpinisten Zeit zum Spielen und die Natur zu entdecken. Moro, selbst zweifacher Vater, rät den Eltern:“ Zeigt Ihnen wie Karte und Kompass funktionieren. Dann sollen die Kinder selbst den Weg zur nächsten Hütte finden und die Eltern gehen brav hinter ihnen drein. Dadurch lernen die Kinder etwas extrem wertvolles: Verantwortung für sich und andere.“

Kinder Outdoor Wissen: Richtig packen statt zusammensacken

Eine Packliste für eine Wanderung mit der Familie und Ihr singt nicht den Rolling Stones Hit “Beast of Burden” bei der Tour mit den Kindern. Manche Dinge könnt Ihr zuhause lassen, andere hingegen solltet Ihr unbedingt einpacken. Auf der Basis von der Empfehlung des DAV haben wir für Euch eine Packliste zusammengestellt. 

Die Kinder sind, meistens, ohne Rucksack unterwegs, während die Eltern schleppen. foto (c) kinderoutdoor.de

I’ll never be your beast of burden
My back is broad but it’s a hurting

So heißt es bei den Stones. Manche Eltern können auch ein (Klage)lied davon singen, wenn sie auf Tour mit den Kleinen sind. Dabei gibt es ein großes Problem zu lösen: Was muss im Rucksack unbedingt dabei sein und was nicht? Neben den äußeren Bedingungen und der eigenen Erfahrung ist die richtige Wanderausrüstung entscheidend für die Sicherheit und den Spaß am Berg. Schreibt der Alpenverein. Wichtig sind die Wanderschuhe. An dieser Stelle der Hinweis: Turnschuhe sind keinesfalls für die Berge geschustert. Sie sind zu weich, verdrehen und haben (meistens) ein zu schlechtes Profil an den Sohlen. Der DAV schreibt dazu:

Funktionelle Bergschuhe, die gut passen, sind für die Tour das „A und O“. Je nach Einsatzbereich gibt es unterschiedliches Schuhwerk. Ein Schuh mit einer rutschfesten, profilierten Spezialsohle aus Gummi ist stets unerlässlich. Grundsätzlich gilt: Je schwieriger das Gelände, je länger die Tour und je schwerer der Rucksack, desto stabiler muss das Schuhwerk sein.

Durch stabilen Bodenaufbau und ein griffiges Profil ist der Allround-Outdoor-Halbschuh vom Flachland bis ins Mittelgebirge einsetzbar. Der Halbschuhschnitt gestattet optimale Bewegungsfreiheit und erzeugt niedriges Gewicht.

Beim Wanderstiefelschützt der hochgezogene Schaft die Knöchel zusätzlich vor Anschlagen und stabilisiert die Gelenke als Schutz vor Umknicken.

Der sogenannte Trekkingstiefelist ein idealer Bergschuh in Stiefelform für anspruchsvolle längere Touren, z. B. beim Hüttentrekking. Um harten Untergrund gerecht zu werden, sind Stiefel mit einer so genannten Brandsohle empfehlenswert. Die Profilsohle sollte ein selbst reinigendes und tief eingeschnittenes Muster aufweisen. Ein bedingt steigeisenfester Rand erlaubt das Anbringen von Steigeisen mit Frontkorb- oder Riemenbindung.

Der klassische Bergstiefelist ein besonders robuster und warmer Bergschuh in Stiefelform für den Einsatz im Hochgebirge und ist auch für Schneeschuhtouren gut geeignet. Ein steigeisenfester Bergschuh ermöglicht das Anbringen von Steigeisen mit Kipphebelbindung.

Packliste Wanderung mit Kindern: Richtig angezogen

Bergwandern mit den Kindern ist schweißtreibend. Wahrscheinlich ist es Euch auch schon aufgefallen: Beim Aufenthalt in der Höhe friert der Mensch schneller. Besonders die Kinder. Wichtig ist es, dass die Kleinen und Ihr mit der optimalen Kleidung in den Bergen unterwegs seid. Tragekomfort, Bewegungsfreiheit, Wetterschutz, Wärmeisolation und Atmungsaktivität sind dabei die wichtigsten Schlagworte.

Alles dabei? Diese Frage stellt sich bei einer Trekkingtour mit Kindern. Wir haben als Basis für Euch eine Packliste zusammengestellt. foto (c) kinderoutdoor.de

Zur Grundausrüstung empfiehlt der DAV:

  • Funktionsunterwäsche aus schweißtransportierendem Material
  • Fleecejacke oder Pulli
     
  • lange Hosen aus trapazierfähigem und elastischem Kunstfasermaterial
  • Wetterschutzjacke: wind- und wasserabweisendes Material, mit Kapuze
  • Mütze und Fingerhandschuhe
  • leichte Ersatzwäsche: zum Wechseln nach schweißtreibendem Anstieg oder nach Regen
  • Strümpfe mit verstärktem Fußbett aus Mischgewebe oder Frottee

Packliste Wanderung mit Familie: Ausrüstung für alle Fälle

  • Wanderrucksack, 20-30 Liter, mit Aussentaschen und gepolstertem Tragesystem
  • topografische Karten und Führer, evtl. Kompass und Höhenmesser
  • Schutz gegen UV-Strahlung (Kopfbedeckung, Sonnenbrille und -creme)
  • Erste-Hilfe-Set, Rettungsdecke und Handy (für Notruf 112)
  • Trinkflasche (mindestens 1 Liter/ Person), Tourenproviant
  • evtl. Grödel (steigeisen-ähnliche Gehhilfen), Pickel, Seil und Steigeisen für Hochtouren
  • evtl. Tourenstöcke (die Trittsicherheit beim Gehen und Steigen wird vor allem bei rutschigem Untergrund erhöht, die Gelenke werden beim Bergabgehen geschont)

Speziell für die Kinder solltet Ihr einpacken:

  • Kindertrage für die Kleinen. Mit dem Kinderwagen kann in den Bergen schnell Schluss sein, wenn Ihr eine Kraxe auf dem Rücken habt, kommt Ihr deutlich weiter.
  • Sonnencreme und Mütze. In den Bergen kann das UV Licht aggressiver sein, als im Flachland. Außerdem ist die Kinderhaut, wissenschaftlich erwiesen, deutlich empfindlicher als die von Erwachsenen. Hier hilft nur eines: Schützt sie und cremt die Kinder mit Sonnencreme ein.
  • Kleinkinder sind mit großem Gepäck unterwegs: Windeln, Fläschchen, Brei, Feuchttücher und was die ganz Kleinen sonst noch so alles brauchen.

Kinder Outdoor Wissen: Wandern mit dem Kompass

Sich mit Karte und Kompass zu orientieren ist für die Kinder ein Abenteuer. Wie kann dieses eigenartige Gerät immer wissen, wo sich Norden befindet? fragen sich die Outdoorkids. Anstatt immer stur einem GPS nach zu latschen, lernen die Kinder spielerisch wie sie eine Wanderkarte und den Kompass nutzen.

“Zeigt Ihnen wie Karte und Kompass funktionieren. Dann sollen die Kinder selbst den Weg zur nächsten Hütte finden und die Eltern gehen brav hinter ihnen drein. Dadurch lernen die Kinder etwas extrem wertvolles: Verantwortung für sich und andere. Lernen sie das in der Schule? Nein, deshalb meine ich auch, dass die Lehrer mit ihren Schülern viel mehr Outdoor-Spiele unternehmen sollten. In der Natur lässt sich soviel erforschen und sie lehrt uns allen viel,” sagte der italienische Extrembergsteiger und Bergführer Simone Moro. Wer immer nur mit einem GPS Gerät unterwegs ist, der verlernt bald die Kunst sich zu orientieren. Eine Eigenschaft die lebenswichtig sein kann. Wie führen Euch heute Schritt für Schritt an die Arbeit mit Karte und Kompass heran.

Kinder arbeiten mit Karte und Kompass, allerdings halten die Outdoorkids Abstand zu Hochspannungsleitungen und metallischen Gegenständen wenn sie die Karte einnorden.
foto (c) kinderoutdoor.de

Kinder lernen sich in der Natur zu orientieren: Wie liegt die Karte richtig

An jeder Wanderkarte befindet sich an der Seite ein Nordpfeil. Der zeigt Euch wo hier auf dem Papier Norden ist. Doch wie schafft Ihr es die Karte so zu drehen, dass sie eingenordet ist und mit dem Gelände übereinstimmt? Dieses Problem lässst sich auf zwei Arten lösen: Mit dem Kompass. Legt ihn an eine Gitterlinie der Karte und dreht diese solange, bis die Nadel vom Kompass auf Norden zeigt. Wenn Ihr kein solches Gerät dabei habt, dann versucht die Karte mit Hilfe von Landmarken entsprechend auszurichte. Eine Burgruine, ein markanter Berg oder eine See können dabei hilfreich sein. Schaut Euch um wo die Landmarke auf der Karte eingezeichnet ist und dreht sie entsprechend hin. Damit der Kompass einwandfrei arbeitet ist es wichtig, dass Ihr Euch von Störquellen fernhaltet. Hochspannungsleitungen können die Nadel vom Kompass ablenken. Deshalb haltet Abstand davon. So 200 bis 300 Meter sollten reichen. Wenn Ihr seht, dass ein Outdoorer auf der Motorhaube von seinem Geländewagen die Karte einnordet ist das Ganze auch weniger hilfreich. Gegenstände aus Metall können ebenfalls den Kompass beeinträchtigen.

Totale Peilung: Sich mit dem Kompass orientieren

Ihr habt beim Wandern oder Radfahren keine Ahnung wo Ihr Euch befindet. Dann solltet Ihr unbedingt auf der Karte Euren aktuellen Standort bestimmen können. Sucht Euch im Gelände drei hervorstechende Landmarken: Kirchturm, Schloss, Ruine, Berg, See, usw. Wichtig ist, dass Ihre diese Punkte einhundert prozentig aufder Karte wieder findet. Legt den Kompass auf die Handfläche und haltet diese waagrecht so gut es geht. Visiert mit dem Kompass den markanten Punkt in der Landschaft an. Mit der freien Hand dreht Ihr die Dose vom Kompass, so heißt dieser drehbare Ring auf dem die Gradzahlen aufgedruckt sind, bis die Nordmarkierung mit dem roten Ende der Kompassnadel übereinstimmt. Der Winkel ist eingestellt und Ihr legt den Kompass auf die Karte und zwar so, dass die Kante vom Gehäuse diese eingezeichnete Landmarke die Ihr eben angepeilt habt berührt. Hier seht Ihr selbst, warum ein Kompass mit eckigen Gehäuse von Vorteil ist.

Mit dem Kompass ermitteln die Kinder den Standort. foto (c) kinderoutdoor.de

Kinder arbeiten mit Karte und Kompass: Den gemessenen Winkel übertragen sie auf die Karte um den Standort zu ermitteln. foto (c) kinderoutdoor.de

Aufgepasst! Jetzt dreht Ihr den Kompass, bis die Markierung für den Norden auf der Kompassdose mit dem Norden auf der Karte übereinstimmt. Zieht nun am Gehäuse vom Kompass mit dem Stift eine Linie. Sucht Euch einen weiteren markanten Punkt in der Landschaft und peilt diesen ebenfalls an. Auch hier dreht Ihr wieder die Kompassdose bis das N für Norden mit dem roten Ende der Nadel übereinstimmt. Wieder übertragt Ihr den Winkel auf die Karte und zieht eine Linie. Ein drittes Mal noch das ganze Prozedere und plötzlich schneiden sich die drei Linien auf der Karte in einem Punkt. Hier steht Ihr. Die Kinder sind fasziniert von dieser Arbeit mit Karte und Kompass und lasst sie üben. Erklärt Ihnen auch, warum sich die Nadel vom Kompass immer nach Norden ausrichtet.

Kinder Outdoor Wissen: Wo ist das Zelten erlaubt?

Wild Campen hat seinen Reiz: So richtig das Abenteuer spüren und mit den Kindern in der freien Natur übernachten. Kein Lärm vom Campingplatz und niemanden der stört. Doch das kann sich sehr schnell ändern. Manchmal übernimmt beim wilden Zelten die Polizei den Weckdienst. Wir haben für Euch recherchiert, wo in Europa wildes campen erlaubt oder verboten ist.

“Wild campen?” ein guter Freund sieht mich fassungslos an. “Tue ich nie. Ich nenne es heimliches zelten!” und grinst dabei. Zwischen Wohnmobilen und deren ergrauten Mannschaften schlägt dieser gute Freund nie sein Zelt auf. Das geht gegen seine Outdoorer-Ehre. Doch wild zelten kann teuerer sein, als eine Nacht auf dem Campingplatz. Wenn nämlich die Polizei plötzlich der Platzwart ist.

Wild campen in Deutschland? Vergiss es!

Das Land der Paragraphen hat für, so ziemlich alles, ein Gesetz. Wild zelten kann, auf einem abgegrenzenten (eingezäunten) Privatgrundstück, den Tatbestand vom Hausfriedensbruch erfüllen. Dann gibt es verschiedene Landesnaturschutzgesetze, diese stehen dem wilden Campen auch entgegen. Eine klitzekleine Ausnahme gibt es: Das Lagern. Wenn Ihr kein Zelt aufschlagt, sondern Euch auf der Isomatte in den Schlafsack legt, könnt Ihr darauf bestehen, dass Ihr hier pausiert. Das ist erlaubt. Ansonsten gilt: Bei Privatgrundstücken fragt zuerst den Eigentümer, ob Ihr hier campen dürft.

Wild zelten in Deutschland? Kein Problem, wenn man eine Rechtsschutzversicherung hat..... Foto (c) kinderoutdoor.de

Wild zelten in Deutschland? Kein Problem, wenn man eine Rechtsschutzversicherung hat…..
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Niederlande: Wild zelten kommt nicht in den Wohnwagen!

Wie nennt man es, wenn ein Autofahrer einem Niederländer mit Wohnwagen hinter drauf fährt? Hausfriedensbruch! Auch wenn in etlichen Dingen unsere Nachbarn richtig liberal sind und sich auch den Luxus einer Monarchie leisten, beim wild campen verstehen die Niederländer keinen Spaß! Hier kann das Zelten außerhalb von einem Campingplatz richtig teuer sein!

Estland, Norwegen, Litauen,  Schweden und Schottland: Wild zelten? No problem!

Es gibt noch Lichtblicke für alle Outdoorer, die gerne abseits der überfüllten Campingplätze ihre Zelt aufschlagen wollen. In Schweden gilt das Jahrhunderte alte “Jedermannsrecht”. Ihr könnt für eine Nacht wild zelten. Allerdings gibt es ein paar Einschränkungen zu beachten: Ihr müsst außerhalb der Sichtweite von Häusern sein und keine Spuren in der Natur hinterlassen. Das Lagerfeuer muss am nächsten Tag verschwunden sein, so wie Ihr auch. Wild campen sehen auch die Schotten locker. Wer dort  sein Zelt aufbaut ist kaum eingezogen, da kommen auch die Einheimischen und plaudern mit einem. Nur wo Schilder ausdrücklich das Campen verbieten, baut Ihr das Zelt besser nicht auf. Ebenfalls liberal sieht man das wilde Campen in Estland, Litauen und Norwegen.

Wild zelten ist in Estland, Litauen, Schweden, Norwegen und Schottland erlaubt. Es gibt jedoch bestimmte Dinge zu beachten.  Foto (c) kinderoutdoor.de

Wild zelten ist in Estland, Litauen, Schweden, Norwegen und Schottland erlaubt. Es gibt jedoch bestimmte Dinge zu beachten.
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Wild campen in Frankreich: Rischtisch teuer!

Bei unseren westlichen Nachbarn dürft Ihr außerhalb der Campingplätze zelten, wenn der Grundstückseigentümer zustimmt. Doch in Naturschutzgebieten kann die Übernachtung im Zelt bis zu 1.500 Euro kosten, wenn die Gendamerie kommt. In der gleichen Preiskategorie seid Ihr, wenn ihr meint in Frankreich in einem Wasserschutzgebiet wild zu zelten. Teuer ist auch das Kampieren an der Küste. Die gehört allen Bürgern Frankreichs und die 66 Millionen könnt Ihr schlecht um Erlaubnis fragen……

In Frankreich wild campen? Mon dieu! Foto (c) kinderoutdoor.de

In Frankreich wild campen? Mon dieu!
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Wild zelten in Italien: Oh Kohle mio!

Ihr habt zwischen 100 und 500 Euro immer griffbereit? Dann zeltet in Italien wo Ihr wollt. Soviel verlangen nämlich die Uniformierten, wenn sie Euch erwischen! An der Küste ist die Chancen besonders hoch, dass Ihr für das wilde Campen den Geldbeutel öffnen müsst. Ansonten geht Ihr vor wie in Deutschland: Erst den Eigentümer vom Grundstück fragen und dann zelten!

So könnte der Zimmerservice aussehen, wenn Ihr Euch beim wilden Campen in Italien erwischen lasst.  Foto (c) kinderoutdoor.de

So könnte der Zimmerservice aussehen, wenn Ihr Euch beim wilden Campen in Italien erwischen lasst.
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Kinder Outdoor Wissen: So gelingt das Lagerfeuer

Lagerfeuer machen mit Kindern ist für die Kleinen ein wunderbares Abenteuer. Um ein Feuer zu entzünden braucht es Wissen und Können. Jedes Holz brennt nicht gleich gut und wer nicht mit mehreren Litern Grillanzünder hantieren will, der kann das Lagerfeuer mit wenigen Funken entzünden. Auch bei den Lagerfeuern gibt es gewaltige Unterschiede. Wir erklären Euch worauf beim Feuermachen zu achten ist und welche Feuerarten es gibt.

Feuer machen, Boot fahren und zelten. Das steht bei den meisten Kindern ganz oben auf den Aktivitäten in den Ferien oder am Wochenende. Wenn es nur Erwachsene gäbe, die mit ihnen so ein kleines Abenteuer unternehmen. Doch leider sind am Wochendene unglaublich wichtige Dinge zu erledigen. Das Auto muss in die Waschanlage, der Rasen ist zu mähen und ein Besuch im Elektromarkt kann für Kinder auch prickelnd sein. Dabei finden sie es deutlich schöner ein Feuer zu entzünden, als an irgendeiner dusseligen Spielkonsole zu stehen. Bevor Ihr das Feuer anmacht, ist es wichtig die passende Feuerstelle zu finden. Diese sollte

  • weit genug entfernt von Häusern sein
  • viel Abstand zu einem Wald haben (ist es ein trockener Sommer und besteht Waldbrandgefahr, ist es besser auf das Lagerfeuer zu verzichten)

Kinder machen ein Lagerfeuer, aber zuvor reinigen sie die Feuerstelle und bauen einen Steinkreis.
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Als erste beginnt Ihr die Feuerstelle zu säubern. Sammelt alles auf, was am Boden liegt und sich entzünden kann. Im nächsten Schritt friedet Ihr die Feuerstelle ein. Nehmt dazu große Steine. Hebt das Gras in der angehenden Feuerstelle ab und legt die Soden an die Seite. Damit deckt Ihr später die Feuerstelle wieder zu.Jetzt sammelt Ihr und die Kinder Holz. Doch Holz ist nicht gleich Holz!

HolzartBrennwert KWh /rmEigenschaften
Fichte1500brennt schnell ab
Buche2100wenig Funkenflug
Pappel1200brennt zu schnell ab
Kiefer1700bildet wenig Glut
Eiche2100brennt langsam; wenig Glut

Das trockene Feuerholz legt Ihr ein wenig Abseits vom Steinkreis, damit sich das Holz nicht unkontrolliert entzündet. Bereitet den Zunder, Reisig und dünnere Holzscheite für das Anfeuern vor. Mit einem Firestick könnt Ihr ohne Grillanzünder das Lagerfeuer entfachen. Hier zeigt Euch ein Profi aus Schweden, wie das Ganze gelingt.

Das Holz wahllos in den Steinkreis werfen, das tun nur Anfänger. Wir stellen Euch die gebräuchlisten Feuerarten kurz vor.

Lagerfeuer machen mit Kindern: Das Sternfeuer ist ideal zum Kochen

Legt dazu die Holzscheite auf den Boden und ordnet sie wie einen Stern an. In der Mitte davon ist der Brennpunkt. Der Vorteil an diesem Lagerfeuer ist, dass Ihr damit die Temperatur zum Kochen regeln könnt. Brennt ein Scheit ab, schiebt einfach das Holz nach. Ebenfalls ein Pluspunkt an diesem Feuer: Es lässt sich gut kontrollieren.

Lagerfeuer machen mit Kindern: Hier wird ein Sternfeuer aufgebaut. Es ist ideal zum Kochen und lässt die Temperatur kontrollieren.
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Lagerfeuer machen mit Kindern: Pyramidenfeuer hält gut warm

Ein Pyramidenfeuer genört zu den Wärmefeuern. Da sitzt Ihr dann in gemütlicher Runde um das Feuer und irgend jemand bekommt immer den Rauch ab. Experten nennen diese Feuerart auch Tipifeuer, weil es an ein Zelt der Indianer erinnert. Stellt die Holzscheite wie ein Indianerzelt zusammen und legt in die Mitte den Zunder. Entfacht ihn und seine Flammen greifen auf die um ihn herum angeorndeten Scheite. Der große von diesem Feuer ist, dass die Flammen optimal  mit Sauerstoff versorgt sind. Außerdem entsteht ein Kamineffekt und es brennt schnell.

Hier entsteht ein Pyramidenfeuer. Es gehört zu den Wärmefeuern und ist ideal um darum zu sitzen.
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Lagerfeuer machen mit Kindern: Das Jägerfeuer für die schnelle Küche in der Natur

Mit wenig Aufwand lässt sich dieses Kochfeuer aufbauen. Links und rechts zwei dicke Äste. Dreht beide so, dass der Wind in die Öffnung kommt. Legt in die Mitte den Zunder und entflammt ihn. Nun legt Ihr die Scheite nach. Euer Kochgeschirr ist auf den beiden dicken Ästen abgestellt. Ein Feuer, dass unglaublich flott erstellt ist.

Eine schnelle Outdoorküche habt Ihr mit dem Jägerfeuer.
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Lagerfeuer machen mit Kindern: Das Pagodenfeuer statt Whats App oder SMS

Früher verständigten sich die Menschen mit Leuchtfeuern und warnten so in kurzer Zeit vor Gefahren oder baten um Hilfe. Das Pagodenfeuer gehört zu dieser Feuertart und ist weithin gut sichtbar. Legt zwei Holzscheite parallel zuneinander. Nun kommen zwei Scheite kreuzweise darauf. So stapelt Ihr die Scheite und mit jeder Schicht rücken die Scheite etwas näher zusammen. Weil der Holztum ein wenig wie eine Pagode aussieht, hat das Feuer seinen exotischen Namen bekommen.

Das Pagodenfeuer ist ein Leuchtfeuer und weithin sichtbar.
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Egal was für ein Lagerfeuer Ihr mit den Kindern macht, Ihr müsst es wieder löschen. Tut dies mit Wasser, Sand oder Erde und deckt die Feuerstelle wieder mit Grassoden zu.

Kinder Outdoor Wissen: Brot und Spiele!

Outdoor Rezepte für Kinder lernen den Kleinen vor allem eines: Den Umgang mit Lebensmitteln. Beim Kochen am Lagerfeuer, dem Gas– oder Spirituskocher nehmen die Kinder Zutat für Zutat in die Hände und bereiten sich daraus ein Essen. Das ist mühsamer als sich ein Fertiggericht in die Mikrowelle zu stellen oder kochendes Wasser über die Instantsuppe zu gießen, aber die Kinder lernen dabei eine Menge. Wir beschäftigen uns heute mit einem uralten Essen der Menschheit: Brot. Davon gibt es einige Varianten für das Lagerfeuer.

Unser Fladenbrot lässt sich wunderbar füllen. foto (c) kinderoutdoor.de

Outdoor Rezepte für Kinder die draußen kochen: Ein simples Fladenbrot. foto (c) kinderoutdoor.de

Für die einen ist es der Killer ihrer Gesundheit. Andere hingegen können sich ein Leben ohne kaum vorstellen: Brot. Seit mindestens über 14.000 Jahren begleitet das Brot die Menschen. Interessanterweise haben unsere Vorfahren bereits Brot gebacken, bevor sie systematisch mit dem Ackerbau begannen. Anstatt in ausgeklügelten Backöfen, legten unsere Vorfahren den Teig als Fladen in die Asche oder aus heiße Steine. Unser heutiges Rezept hat also eine lange Tradition. Über tausende von Jahren konnten die Menschen nur Fladenbrot herstellen weil ihnen zwei wichtige Dinge fehlten: Öfen und Hefe. Im antiken Ägypten nahm das Handwerk der Bäcker Fahrt auf. Dort schafften es die Experten die Hefe zu kultivieren und entwickelten leistungsfähige Öfen. Zu diesem Zeitpunkt ging das Backen in Mitteleuropa noch deutlich primitiver vonstatten. Welche Wirkung dieses simple Backwerk auf die Menschen hatte, ist noch heute in den Museen zu sehen. Wegen der groben Mahlsteine und dem Fladen auf den heißen Steinen, gerieten immer wieder Steinchen in die Brote. Diese schädigten die Zähne unserer Vorfahren und Zahnärzte fehlten damals. Unser Fladenbrot lässt sich am Lagerfeuer oder am Gasgrill zubereiten. Kommen wir zum wohl einfachsten Rezept für ein Brot:

  • 20 Gramm Hefe oder Backpulver
  • 500 Gramm Weizenmehl  405
  • etwa 300 ml Wasser

Vermischt das Zutaten zu einem Teig. Gebt sie in einen Topf, deckt ihn mit einem Geschirrtuch ab und stellt ihn an einem warmen Ort ab. Hier hat der Teig die Möglichkeit zu “gehen”. In der Zwischenzeit entfacht Ihr ein Feuer. Es gibt verschiedene Möglichkeiten das Fladenbrot zu backen:

  • Ihr wickelt den Teig in eine Alufolie ein und deckt diese mit Glut zu.
  • Ihr erhitzt zwei möglichst platte Steine. Holt sie aus der Glut. Streut ein wenig Mehl darauf legt den Teig auf einen heißen Stein und bedeckt ihn mit dem anderen. Etwa eine halbe bis zu einer Stunde backt nun der Fladen.

Dieses simple Brot vom Lagerfeuer schmeckt entsprechend einfach.

Outdoor Rezepte für Kinder die draußen kochen: Gewürzfladenbrot

Verfeinern wir doch unser doch sehr einfaches Rezept.

  • 20 Gramm Hefe oder Backpulver
  • 500 Gramm Weizenmehl  405
  • etwa 300 ml Wasser
  • ein Teelöffel Salz
  • ein wenig Pfeffer
  • zwei Esslöffel Olivenöl
  • frische Wildkräuter

Gebt die Zutaten alle in einem Topf und vermischt sie zu einem Teig. Knetet so lange, bis dieser geschmeidig ist. Die Fladen könnt Ihr in der Alufolie, zwischen zwei heißen Steinen oder in der Dose backen.