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Kinder wandern im Herbst: Profitipps vom DAV, Tourenvorschläge und Packliste

Kinder wandern im Herbst und worauf die großen Alpinisten achten sollten, dazu haben die Experten vom Deutschen Alpenverein (DAV) wertvolle Tipps zusammengestellt. Seit 150 Jahren gibt es den DAV und wenn der sich nicht in den Bergen auskennt, wer dann? Wir haben für Euch Tourenvorschläge und Packlisten wenn die Kinder mit Euch im Herbst wandern.

https://www.youtube.com/watch?time_continue=2&v=BHwqeEtgv5Q

Für viele Bergbegeisterte sind die kommenden Wochen die perfekte Zeit zum Wandern. Schließlich steht der Herbst für klare Luft, gute Fernsicht und schöne Stimmungen. Bei der Tourenplanung sind allerdings einige Dinge zu beachten: Die Tage sind kurz und die Temperaturunterschiede groß, hier und da kann auch Schnee liegen, und die Hütten schließen bald oder sind bereits geschlossen – um nur einige Charakteristika zu nennen. Der DAV liefert hilfreiche Tipps für gelungene Herbsttouren.

So lange haben die Hütten geöffnet

Für die Planung bei vielen Touren sind die exakten Hüttenöffnungszeiten wichtig. Generell gilt: Hütten in mittleren Lagen haben in der Regel bis Mitte Oktober oder länger geöffnet, Hütten im Hochgebirge sind bereits geschlossen. Die tagesgenauen Öffnungszeiten der wichtigsten Hütten im deutschen und angrenzenden Alpenraum gibt es hier. Je nach Wetterlage können sich die Öffnungszeiten allerdings kurzfristig verschieben. Wenn das Wetter schön ist, haben viele Hütten auch länger geöffnet! Sinnvoll ist deshalb immer, sich vor der Tour telefonisch bei der Hütte zu erkundigen. Den Kontakt und viele weitere Infos zu den Hütten gibt es unter alpenvereinaktiv.com/de/huetten/

Praktische Tipps: Darauf ist im Herbst besonders zu achten

Mit den zehn Empfehlungen des DAV zum Bergwandern ist man das ganze Jahr sicher unterwegs. Im Herbst müssen Wandertour und Ausrüstung jedoch den Verhältnissen angepasst werden, da die Bergsportlerinnen und Bergsportler in dieser Jahreszeit mit wechselnden Temperaturen, kürzeren Tagen, kühlen Nächten und Schnee in höheren Lagen konfrontiert sein werden. So startet man gut vorbereitet und sicher in die Herbstwandersaison:


  1. Kürzere Tage berücksichtigen: Während man im Juli noch um neun Uhr abends die Aussicht genießen kann, geht Anfang Oktober schon zwei Stunden früher die Sonne unter. Außerdem wird es nachts sehr schnell kalt. Kürzere Touren senken das Risiko, sich im Dunkeln zu verlaufen oder zu verletzten. Eine Stirn- oder Taschenlampe leistet außerdem bei einbrechender Dunkelheit gute Dienste.
  2. Warme Kleidung: Zusätzlich zur normalen Wanderausrüstung sollte warme Kleidung im Rucksack nicht fehlen. Eine weitere warme Schicht, beispielsweise eine Fleecejacke, gehört ebenso in den Rucksack wie eine Mütze. Auch ein Ersatz-Shirt schadet nicht: Bei Nässe und starkem Wind kühlt man deutlich schneller aus.
  3. Veränderte Wegverhältnisse: In schattigen Bereichen sind Wege oftmals nass und rutschig, auch wenn der Boden „um’s Eck“ warm und trocken ist. Besondere Vorsicht beim Gehen in schattigen Bereichen ist daher wichtig – und natürlich gutes Schuhwerk. Außerdem findet man in höheren Lagen vermehrt Schnee und vereiste Stellen. Wer hoch hinaus will, sollte die entsprechende Ausrüstung dabei haben (Gamaschen, evtl. Grödel bzw. Steigeisen) und über Bergerfahrung verfügen.
  4. Verhältnisse checken: Große Temperaturunterschiede zwischen Tal und Berg gibt es zu allen Jahreszeiten. Im Herbst herrscht oben aber oftmals schon Winter, während man unten noch im T-Shirt wandern kann. Aus diesem Grund ist es wichtig, den Wetterbericht im Vorfeld der Tour zu überprüfen. Das Bergwetter auf alpenverein.de liefert den täglichen Wetterbericht im Alpenraum. Dieser lässt sich nach Ort und Region filtern und zeigt den Trend für die nächsten Tage an. Zusätzlich bietet der Bergbericht einen guten Überblick über das Wetter im Alpenraum für das jeweils kommende Wochenende. Er erscheint jeden Donnerstag um 16 Uhr.

Neue Notfall-App

Wandern ist gesund. Trotz aller Vorbereitung bleibt jedoch immer ein geringes Restrisiko bestehen. Für den Notfall gibt es in weiten Teilen der Ostalpen deshalb ein sehr gut ausgebautes Rettungsnetz, das immer weiter verbessert wird. So ist nun in länderübergreifgender Zusammenarbeit eine Notfall-App für Tirol, Südtirol und Bayern entwickelt worden. Mit einem Klick werden dabei alle wichtigen Daten an die für die Region zuständige Leitstelle übermittelt und eine direkte Sprachverbindung aufgebaut. Die App entstand in Zusammenarbeit der Abteilung Zivil- und Katastrophenschutz des Landes Tirol, der Agentur für Bevölkerungsschutz der Autonomen Provinz Bozen in Südtirol und dem Katastrophenschutz des Bayerischen Innenministeriums des Innern, Sport und Integration. Alle Infos gibt es in diesem Beitrag auf alpenverein.de

https://www.youtube.com/watch?v=mupNzrXCGTU&feature=emb_logo

Wandern mit Kindern im herbstlichen Bayern

Herbstwandern mit Kindern in Oberbayern ist ein perfekter Abschluss vor dem Winter. In einem farbenfröhlichen Finale zeigt sich die Natur von den bayerischen Alpen bis nach Eichstätt in satten Farben. Wir geben Euch Anregungen zum Herbstwandern mit Kindern in Oberbayern.

Natur pur: Mit seinen imposanten Bergen, duftigen Wiesen, glitzernden Seen und rauschenden Flüssen ist Oberbayern ideale Outdoor-Destination für Naturliebhaber und Genusswanderer. Wer die Region und ihre Natur dabei von ihrer ursprünglichen Seite kennenlernen möchte, begibt sich auf eine herbstliche Wanderung durch die unzähligen Naturschutzgebiete und entdeckt so nicht nur die einzigartige Landschaftsvielfalt Oberbayerns, sondern lernt zudem auch allerhand über die heimische Flora und Fauna. 

Den eigenen Körper spüren, aber auch die bewusste Entschleunigung und der verantwortungsvolle Umgang mit dem alpinen Erbe zeichnen die Philosophie der „Bergsteigerdörfer“ aus. Mit Ramsau, Sachrang und Schleching sowie die Gemeinde Kreuth im Tegernseer Tal hinzukommen. Zu den Kriterien des vom Österreichischen Alpenverein ins Leben gerufenen Siegels zählen, neben einem alpinen Ortsbild, auch das Vorhandensein von Berglandwirtschaft und -waldwirtschaft sowie eine umweltfreundliche Infrastruktur und ein engagierter Natur- und Landschaftsschutz.

Das malerische Ramsau befindet sich mitten im Nationalpark Berchtesgaden und ist damit idealer Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen in Deutschlands einzigem Alpennationalpark. Beliebt bei Wanderern ist beispielsweise der Weg über die Wimbachklamm zum Wimbachgries, der vorbei am Wimbachschloss bis zur Wimbachgrieshütte auf 1.327 Metern führt, und als schönste Wanderroute Bayerns gilt.

Wenn Ihr mit den Kindern am Königssee wandert, entdeckt Ihr im Herbst den Fjordartigen Charakter des Sees. foto (c) kinderoutdoor.de

Die beiden Bergsteiger Dörfer Sachrang und Schleching liegen tief eingebettet in den Chiemgauer Alpen südlich des Chiemsees und sind nur durch den Geigelstein getrennt. Dieser ist nicht nur der bekannteste Berg der Region; er beheimatet als Naturschutzgebiet auch zahlreiche seltene Blumen- und Pflanzenarten, darunter alleine 40 Orchideen- und 16 Enzianarten. Hobbybotaniker und Berggamsen können den „Blumenberg“ des Chiemgaus wahlweise von Sachrang über Schreckalm, Sulzing-Alm und Oberkaseralm erklimmen oder den anspruchsvollen Rundweg ab Schleching über Geigelsteinsattel, Priener Hütte, Rossalm und Haidenholz-Alm wählen.

Ebenfalls im Chiemgau befindet sich die Eggstätt Hemhofer Seenplatte als ältestes Naturschutzgebiet Bayerns. Dessen Landschaft ist noch heute stille Zeugin der letzten Eiszeit und umschließt, neben unzähligen, Sümpfen, Toteislöchern, lichten Bruch- und Auwäldern, Nieder- und Hochmooren sowie Bächen und Tümpeln, auch 17 Einzelseen mit einer Gesamtfläche von rund 3,5 Quadratkilometern. Perfekt für eine Erkundungstour eignet sich der Weg zwischen Pelhamer See und Hartsee, der sich auf gut zehn Kilometern durch die malerische Landschaft windet.

Ein absolutes Muss für alle Naturliebhaber ist der König-Ludwig-Weg im Südwesten Oberbayerns, der im Herbst 2017 sein 40-jähriges Jubiläum feiert. Denn dieser folgt nicht nur den Spuren des berühmten bayerischen Märchenkönigs entlang zahlreicher Stätten wie dem Kloster Andechs, dem Dießener Marienmünster und der weltbekannten Wieskirche; der in sechs Etappen aufgeteilte Weg kreuzt auch eine Vielzahl von Naturschutzgebieten wie den Maisinger See, die Vogelfreistätte Ammersee-Südufer, den Eibenwald bei Paterzell, das Ammerschlucht und die Moore um die Wies. Dabei oberstes Gebot: Stets auf dem markierten Weg bleiben – denn nur so kann die empfindliche Natur geschützt werden.

Seit über 10.000 Jahren ist das Burgermoos in Oberbayern unberührt. Der Naturlehrpfad zeigt Euch die Schönheit der Moorlandschaft. Foto (c) kinderoutdoor.de

Nur wenige Kilometer von der Landeshauptstadt München entfernt lockt das Naturschutzgebiet Isarauen zwischen Schäftlarn und Bad Tölz als wahres Naturparadies. Wer die friedliche Landschaft entlang der Isar erkunden möchte, macht sich auf den elf Kilometer langen Rundweg vom Gasthof Aujäger nach Wolfratshausen und an der Loisach zurück über die Pupplinger Au zum Ausgangspunkt.

Westlich der Landeshauptstadt, im Landkreis Fürstenfeldbruck, geht es auf eine Wanderung durch die geschützten Amperauen. Etwas mehr als elf Kilometer schlängelt sich der Weg von der Stadt Fürstenfeldbruck nach Schöngeising und retour, begleitet vom leisen Plätschern der Amper. Zum Abschluss der Runde empfiehlt sich eine Einkehr im weit über die Stadtgrenzen bekannten Bio-Restaurant und -Biergarten des Kloster Fürstenfeldbruck: Dem „fürstenfelder“.

Im Norden Oberbayerns, im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, liegt schließlich das Naturschutzgebiet Finkenstein. Auf 4,5 Hektar beherbergt es verschiedene Pflanzen aus dem Osten Mitteleuropas ebenso wie das Bayerische Federgras, das sich weltweit nur noch dort finden lässt. Wanderer erkunden das Gebiet beispielsweise bei einem Marsch auf dem Urdonausteig, der sich auf 60 Kilometern Länge zwischen Altmühl und Donau erstreckt und dabei auf Etappe vier von Oberhausen nach Bergen den Aussichtspunkt Finkenstein passiert.

Wild, wilder, am wildesten, Wilderer!

Eine Familienwanderung die den historischen Spuren der Wilderer oder Schmuggler folgt.Der Wildschütz Jennerwein, der Boarisch Hiasl oder der Hoißntoni. Alle drei sind Wilderer gewesen, die heute noch in Bayern bekannt sind. Auf den Spuren der Gesetzlosen gibt es etliche Wanderungen, die auch für Familien geeignet sind.

„A Jaga od’r a Hund, des gilt mir alles gleich, / ob i an Jaga zammaschiaß, od’r an Hund ins Wassa schmeiß“ So lautet eine Zeile vom Volkslied „I bin da boarisch Hiasl“. 1771 starb Matthäus Klostermeyer, überall als Boarisch Hiasl bekannt. Mit seiner Bande dezimierte er illegal das Wild, um so die Felder der Bauern zu schützen. Noch bekannter ist der Wildschütz Jennerwein. Im Schlierseer Ortsteil Westenhofen ist sein Grab. Schon am Eingang zum Friedhof weist ein Schild den Weg zu diesem Prominenten. Was jedoch sicher ist: Dort wo das Schmiedeeiserne Grabkreuz mit dem vergilbten Foto von dem schneidigen Wildschützen steht, ist Jennerwein sicher nicht begraben. Im Laufe der Jahrzehnte „wanderte“ das Grabkreuz zu den verschiedensten Stellen auf dem Westenhofener Friedhof. Der Sarg jedoch blieb jedoch an seiner ursprünglichen Stelle. Wo diese ist, das kann heute niemand mehr sagen. Eines der viele Mysterien, welche die Wilderer aus den vergangenen Zeiten noch heute umgeben.

Wenn Ihr mit den Kindern auf den Spuren der bösen Buben Bayerns wandert, dann kommt Ihr am Georg “Girgl” Jennerwein nicht vorbei. “Es war ein Schütz in seinen schönsten Jahren, der wurde weggeputzt von dieser Erd!” So beginnt das noch immer populäre Volkslied über den schneidigen Wildschütz.
foto (c) kinderoutdoor.de

Auf den Wallberg am Tegernsee führte der letzte Weg vom bekannten Wilderer Pöttinger im Jahr 1861. Er hatte an diesem 29. Oktober sein Gewehr dabei und wollte wieder Wild erlegen. Ihr hingegen könnt ganz entspannt mit der Seilbahn hinauffahren oder von der Talstation losgehen. Zuerst geht es hinauf zur Wallbergmoosalm und von dort aus weiter zur Bergstation der Wallbergbahn. Von hier aus führt ein Wanderweg zum Gipfel. Durch schroffes Gelände kraxeln die Kinder zum höchsten Punkt vom Wallberg und haben einen wunderbaren Blick auf den Tegernsee. Wie es mit dem Wilderer Pöttinger weiterging? Da sind wir auch schon bei der nächsten Wanderung mit der Familie. Über 30 Jahre galt der Wildschütz verschollen. Seine Freunde suchten am Wallberg nach ihm, fanden aber keine brauchbaren Spuren. Nur an der Tonileiten entdeckten sie seinen Hut. Im Ort Tegernsee geht Ihr los und steigt über Galaun zum Riederstein auf. Ein wunderschöner Felssporn auf dem eine kleine Kapelle steht. Am 28. August 1897 fanden hier Arbeiter, als sie eine Weg ausbesserten, ein Skelett. Einer der Handwerker packte den Totenkopf in seinen Rucksack und brachte ihn ins Tal. Im Tegernseer Bräustüberl präsentierte der Arbeiter seinen makaberen Fund. Einer der Stammtischbrüder holte den vor über 30 Jahren gefundenen Hut des Wilderers Pöttinger und setzte ihm dem Totenkopf auf. Er passte. Wer den Wilderer getötet hatte, dass ließ sich nie ermitteln.

Entlochklamm: Wallfahrtskirche, toter Wilderer und Schmuggler

Vom oberbayerischen Ort Schleching führte ein beliebter Schmugglerweg an der Tiroler Ache über die Grenze nach Österreich. Bis das Nachbarland am 1.1. 1995 zur Europäischen Union beitrat, fanden hier Alkohol und Zigaretten illegal den Weg nach Bayern. Ein gut ausgeschilderter Wanderweg mit wenig Steigungen, leider ist es für den Kinderwagen ungeeignet, führt Euch im Wald immer parallel zum rauschenden Fluss, nach Klobenstein. Über eine Hängebrücke geht es auf die andere Seite vom Ufer. Von dort aus seht ihr die engste Stelle der Entenlochklamm. Hier zwängt sich rauschend das Wasser der Tiroler Ache durch die aufragenden Felswände. Ein gespaltener Felsen steht unmittelbar vor dem kleinen Gotteshaus. Eine gefasste Quelle gibt es hier, deren Wasser angeblich schon Wunder bewirkt haben soll. Am 17. Oktober 1919 krachten hier im Wald an der Grenze zu Tirol die Schüsse. Ein Jagdaufseher soll einen Wilderer aufgelauert haben und tötete ihn. Noch in derselben Nacht nach dieser Tat, soll der Jäger seinen Wohnort für immer verlassen haben.

Familienwanderung zur Schwarzachenalm

Malerisch liegt die Schwarzachenalm bei Ruhpolding. Diese ist auch mit dem Kinderwagen zu erreichen. foto (c) kinderoutdoor.de

Eine Familienwanderung zur Schwarzachenalm, hier starb der letzte frei lebende Braunbär des Königreichs Bayern durch einen Kugel, hat wenige Höhenmeter. foto (c) kinderoutdoor.de

Bei Ruhpolding liegt die malerische Schwarzachenalm. Hier töten am 24. Oktover 1835 Jäger den letzten Bären im Königreich Bayern. Es dauert bis zum 26. Juni 2006, das Königreich gibt es schon länger nicht mehr, bis wieder ein Bär in Bayern den Tod fand. „Bruno“ der Problembär. Mit dem Kinderwagen kommt Ihr auf einem breiten Forstweg vom Parkplatz beim sehenswerten Holzknechtmuseum zur idyllischen Schwarzachenalm. In Waich, nur wenige Kilometer von der Schwarzachenalm entfernt, passierte folgender Zwischenfall, Darüber schrieb die Bürger-Zeitung, Organ des bayerischen Städtetages, in einer Ausgabe aus dem Jahr 1867: »Am 14. ds. Nachmittags begaben sich die zwei beim Forstamt Ruhpolding befindlichen Actuare auf die Jagd und stießen in der Nähe von Waich auf einen Wilderer, welcher eben mit Ausbrechen eines erlegten Stückes beschäftigt war. Ohne viel Federlesens erhob derselbe sofort seine Büchse und feuert auf den Forstamtactuar Hamn, wobei er denselben so unglücklich traf, daß er schwerlich mit dem Leben davon kommen wird. Sodann ergriff der Thäter die Flucht, die Decke des geschossenen Wildes am Platze zurücklassend.« Kein Wunder, dass Bayerns böse Buben bis heute noch eine gewisse Faszination

Wandern mit Kindern in Oberbayern ist perfekt um abzuschalten. Gemeinsam seid Ihr in einer atemberaubenden Landschaft unterwegs. Für Euch haben wir drei Touren ausgesucht, die auch mit der Kindertrage zu schaffen sind. Außerdem haben die Kinder viel am Wegesrand zu entdecken. 

Wandern mit Kindern hat auch solche Ausblicke wie hier auf Mittenwald und das Karwendelmassiv. Foto (c) kinderoutdoor.de

Gemütlich wandern wir mit den Kindern den Kranzberg bei Mittenwald hinauf. foto (c) kinderoutdoor.de

Wandern mit Kindern ist entspannend. Wenn Ihr die richtige Route ausgesucht habt. Eine Wanderung kann ich besonders empfehlen. In Mittenwald geht Ihr bei der Talstation der Kranzbergbahn los. Die ist wunderbar nostalgisch und im Gegensatz zu einem modernen Lift schweben die Einsersessel ganz langsam den Berg hinauf. Wer sich einen Teil des Austiegs sparen möchte, gondelt hinauf. Ihr wandert zur Korbinianhütte. Immer wieder bieten sich unterwegs geniale Blicke auf das Karwendelmassiv auf der anderen Talseite. Moderat führt der Weg hinauf. Weiter steigt Ihr zum Berggasthof Sankt Anton auf. Von den Einheimischen “Donehof” genannt. Hier legt Ihr eine Rast ein und hinter dem Gasthof befindet sich ein Barfußpfad. Für die Kinder ein unglaubliches Vergnügen. Jetzt kommt eine steile Passage. Wer hier mit der Kindertrage unterwegs ist, der hat hoffentlich Trekkingstöcke eingepackt. Bald ist der höste Punkt der Tour erreicht: Der Kranzberg mit 1.350 m. Von hier habt Ihr einen wunderbaren Blick über Mittenwald, zum Karwendelmassiv und etliche andere Gipfel. Eine Infotafel zeigt Euch wo welche Berge stehen. Die Kinder legen sich auf die Ruhebänke und genießen die Sonne. Weiter geht es zum Wildensee und von dort steigen wir wieder zu unserem Ausgangspunkt ab.

Mit Kindern wandern ist ideal auf dem Schmugglerweg von Schleching nach Tirol. Es erwartet Euch eine abenteuerliche Hängebrücke. foto (c) kinderoutdoor.de

Die Wallfahrtskirche Klobenstein ist auf der anderen Seite der Grenze erreicht. Foto (c) kinderoutdoor.de

Wandern mit Kindern: Zur Entenlochklamm über eine Hängebrücke

In Ettenhausen, nicht zu verwechseln mit Entenhausen aus den Donald Duck Heften, geht es los. Der Ort gehört zur Schleching und liegt nahe der Tiroler Grenze. Womit wir beim Thema sind. Wir wandern auf dem legendären Schmugglerpfad hinüber nach Österreich und überqueren eine spektakuläre Hängebrücke. Am Parkplatz der Geigelsteinbahn starten wir. Bald wandern wir über den Maisbach und bleiben rechts. Immer den Schildern “Schmugglerweg” folgen. Bald verläuft der Weg parallel zur Tiroler Ache, einem wilden Fluss. Im Wald führen uns nun viele Serpentinen zum Fluss runter. Am einem Felsen vorbei und Ihr steht vor der Hängebrücke mit einer perfekten Sicht auf die Entenlochklamm. Auf der anderen Seite befindet sich die Wallfahrtskirche Maria Klobenstein und ein Wirtshaus. Vor dem kleinen Gotteshaus ist das Wahrzeichen von diesem Pilogerort: Ein gespaltener Felsen. Auf der Brücke lohnt es sich stehen zu bleiben und die Entenlochklamm anzusehen. Durch diese Engstelle rauscht die Tiroler Ache. Es gab einmal Pläne einen Stausee anzulegen. Zum Glück kam es nie soweit. Auf dem gleichen Weg wie Ihr her gewandert seid, geht es wieder zurück nach Ettenhausen. Nicht zu verwechseln mit Entenhausen.

Auf dem Bohlenweg durch das Moor entdecken die Kinder beim Wandern immer wieder Eidechsen. foto (c) kinderoutdoor.de

Mit Kinder wandern macht im Sterntaler Filzen bei Bad Feilnbach allen Spaß. foto (c) kinderoutdoor.de

Mit etwas Glück seht Ihr bei dem Feilnbacher Moorerlebnisweg eine Kreuzotter. foto (c) kinderoutdoor.de

Matsch Moor! Durch die Sterntaler Filze mit Kindern wandern

Unglaublich viel haben sich die Planer vom Moorerlebnis Sterntaler Filz einfallen lassen. Über Baumstämme die sanft hin und her schwingen balancieren die Kinder, oder legen sich in die Hängematten um den Geräuschen der Natur zu lauschen. Am Wanderparkplatz bei Derndorf geht es los. Sogar mit dem Rollstuhl oder Kinderwagen könnt Ihr diesen Wanderweg meistern. Auf Bohlen geht es durch das Moor. Immer wieder gibt es kindgerechte Stationen. So müssen die kleinen Outdoorer durch einen hohlen Baumstamm krabbeln oder erkunden einen Wurzelhügel. Ungefähr eine Stunde seid Ihr unterwegs. Mit etwas Glück seht Ihr auch eine Kreuzotter dahinschlängeln.

Wandern mit Kindern kann ganz einfach sein: Geht auf den Geigelstein, der ist ideal zum wandern mit Kindern im Chiemgau. Ihr habt von dort einen tollen Ausblick und es gibt etliche Alpentiere zu beobachten. Nehmt zum Wandern auf den Geigelstein ein Fernglas für die Kinder mit!

Wandern mit Kindern im Chiemgau bietet für Familien einen großen Vorteil: Es geht ohne Stress ab! “Papa, das hat mir supergut gefallen!” meint ein kleiner Bub zu seinem Vater. Sie kommen vom Geigelstein. Auch wenn dieser Gipfel auf der Liste für meine Bücher fehlte, ich ging im Frühjahr trotzdem gerne hinauf.

Der Geigelstein ist ideal zum Wandern mit Kindern.  Foto (c) Kinderoutdoor.de

Der Geigelstein ist ideal zum Wandern mit Kindern.
Foto (c) Kinderoutdoor.de

Zu viele Erinnerungen verbinde ich mit dem Geigelstein und meine Kinder hatten auch eine große Freude an diesem Berg. Von Ettenhausen, bei Schleching, führt eine Sesselbahn hinauf. Doch diese ist 2014 nicht in Betrieb. Immerhin ist dieser Berg mit seinen 1.813 m der zweihöchste Gipfel im Chiemgau.Der Aufstieg führt über eine Forststraße und die ist schattig. So macht den Kindern der Aufsteig wenig aus.

Rauf auf den Geigelstein. Der Blumen- und Aussichtsberg im Chiemgau. Foto (c) Kinderoutdoor.de

Rauf auf den Geigelstein. Der Blumen- und Aussichtsberg im Chiemgau.
Foto (c) Kinderoutdoor.de

Wandern mit Kindern: Die unbekannte Blume!

Bekannt ist der Geigelstein auch als Blumenberg. Nur gut, dass ich einen Pflanzenführer eingepackt hatte. “Papa was ist das da für eine Blume?” fragten mich die Kinder und ich blätterte und blätterte und blätterte. Nichts! Ja kann das sein, eine Alpenblume die in meinem Handbuch fehlt? Die Form der Blüte erinnerte an eine umgedrehte Ananas in einem zarten Rosa und tiefem Rot. Später fand ich heraus, um welche seltene Alpenpflanze es sich handelte. Widder´s Kohlröschen. Unterwegs blieben wir immer wieder stehen. Auch das gehört zum Wandern mit Kindern: Einfach mal eine Pause einlegen! Gämsen ziehen nur wenige hundert Meter von uns bergauf. Die Kinder sind begeistert.

Bei unserem Aufstieg zum Gipfel bleiben sie immer wieder stehen, nehmen das Fernglas und spähen. Bei der Wuhrsteinalm legen wir unsere erste große Pause ein. Meine kleinen Begleiter bekommen ein Eis und Limo. Auch das ist ein Bestandteil, beim Wandern mit Kindern. Über Serpentinen wandern wir weiter bergauf zum Gipfel. Der Weg ist gut ausgeschildert und wir haben immer wieder wunderschöne Ausblicke in den Chiemgau. Steil ist es noch einmal kurz vor dem Gipfel. Die Kinder sehen die kleine Kapelle und das Gipfelkreuz. Das mobilisiert noch einmal Kräfte. Oben suchen sie wieder die Berge nach Tieren ab. Ein totales Glück ist es, als sie ein Auerhuhn entdecken. Über unseren Aufstiegsweg gehen wir wieder zurück ins Tal. Auf der Wuhrsteinalm gibt es wieder Limo, Eis und eine Brotzeit. Genau in dieser Reihenfolge. Das ist der große Vorteil vom Chiemgau: Es geht hier alles ohne Stress!

Kein Stress! Im Chiemgau geht es gemütlich zu! Foto (c) Kinderoutdoor.de

Kein Stress! Im Chiemgau geht es gemütlich zu!
Foto (c) Kinderoutdoor.de Besucht uns!

Mit Kindern in den Chiemgauer Alpen übernachten

Berghütten für Familien gibt es viele, doch die Priener Hütte in den Chiemgauer Alpen ist in etlichen Punkten etwas Besonderes. Das ganze Jahr über hat die DAV Unterkunft geöffnet. Außerdem liegt sie an der Via Alpina und wer auf der Chiemgau-Tour mit den Kindern von Hütte zu Hütte wandert, übernachtet auch in der Priener Hütte.

Familienfreundliche Berghütte: Die Priener Hütte im Chiemgau gehört auf jeden Fall dazu. Foto (c) kinderoutdoor.de/WH

Brotduft. Die Alpenvereins-Hütte ist also nah. In den Sommerferien wird auf der Priener Hütte in einem Holzofen Brot gebacken. Wer davon eine Scheibe isst, der ahnt, wie wenig dieses Brot mit dem industriell gefertigten der Discounter gemeinsam hat. Deshalb lässt sich hier immer wieder das Phänomen beobachten, dass manche Wanderer mit sichtbar volleren Rucksäcken absteigen, als dass sie aufgestiegen sind. Ein Geigelsteiner Holzofenbrot für den Nachbarn, die Tante, die Oma, den Kollegen, ja und für einen selbst. Schmackhafter kann die Erinnerung an eine Berghütte kaum sein. Eltern suchen gerne den kürzesten Weg zu einer Hütte. Stellt das Auto vor der Einfahrt in das Dorf Sachrang auf dem linksseitigen Parkplatz ab. Von dort aus ist der Aufstieg perfekt ausgeschildert. Denkt bitte im Winter daran, dass für viele Familien die Priener Hütte ein beliebter Start zum Schlittenfahren ist. Die Rodelbahn verläuft auch auf dem Weg. Etwa zwei Stunden geht es bei einer moderaten Steigung bergauf. Wer genug Kraft in den Oberarmen und Beinen hat, der schiebt den geländegängigen Kinderwagen hinauf. Als Alternative bietet sich eine Kindertrage an. Etwa 680 Höhenmeter gilt es zu überwinden. Auch von Huben bei Sachrang führt ein gut ausgebauter Wanderweg zur Priener Hütte hinauf. Der leichte Weg führt Euch über die Schreckalm.

Ganzjährig ist die Priener Hütte geöffnet. Foto (c) kinderoutdoor.de/WH

Ebenso könnt Ihr von Walchsee aus starten und kommt unterwegs an der Baumgartenalm vorbei. Bei beiden Varianten seid Ihr etwa zwei Stunden unterwegs. Alle die in Ettenhausen, das Dorf liegt bei Schleching, mit den Kindern loslaufen wollen, kalkulieren ungefähr drei Stunden für den Aufstieg ein. Dafür passiert Ihr auf der Wandertour die Wuhrstein- und Wirtsalm. Egal für welche Variante Ihr Euch entscheidet: Auf der Homepage der Priener Hüptte könnt Ihr Euch eine Aufstiegsrallye herunterladen. So vergeht die Zeit bis Ihr die Hütte erreicht habt, für die Kinder so flott, als wenn ein Trailrunner bergauf läuft. Vom Charakter her ist dieser Aufstieg auch leicht und stellt weder für Kinder noch Eltern ein besonderes alpinistisches Problem dar. Wegen eines Ruhetages braucht sich keiner den Kopf zu zerbrechen. Es gehört zu den „Klassikern“ in den Bergen, wenn die ganze Familie zur Hütte aufsteigt und sie hat genau an diesem Tag ihren Ruhetag. Bei den Kindern kommt so was weniger gut und mancher Vater muss entrüstet wie ein Nashornbulle deswegen geschnauft haben. Diese Gefahr entfällt bei der Priener Hütte. Sie ist das ganze Jahr über geöffnet und es ließe sich wunderbar darüber diskutieren, wann die idealste Jahreszeit ist, um am Geigelstein aufzusteigen.

Egal zu welcher Jahreszeit: Die Priener Hütte ist ideal für Berg- oder Skitouren. foto (c)kinderoutdoor.de/WH

Familienfreundliche Berghütten: Welchen Gipfel hätten´s denn gern?

Ein weiterer großer Pluspunkt der Priener Hütte ist die Lage. Von hier aus lassen sich einige Gipfel besteigen. Am einfachsten ist die Tour hinauf zum Geigelstein. Immerhin 1.808 Meter ist dieser Berg hoch. Über seine westliche Flanke gelangt Ihr nach oben. Einen wunderbaren Grund gibt es, dorthin aufzusteigen: Die Aussicht. Vom Gipfel des Geigelsteins blickt Ihr über die Chiemgauer Alpen hinüber ins Kaisergebirge. Eine wahrhaft königliche Aussicht. Etwa 90 Minuten braucht Ihr, bis der Gipfel erreicht ist. Ebenfalls problemlos gestaltet sich die Tour hinauf zum Breitenstein (1.606 Meter). Nehmt seine Nordflanke und von der Priener Hütte aus, seid Ihr etwa 45 Minuten unterwegs. Etwas anspruchsvoller sind die Aufstiege auf das Hochköpfl (1.540 Meter) oder das Mühlhörndl (1.518 Meter). Bei beiden Gipfeln seid Ihr, etwa, eine Stunde auf den Beinen. Doch der Weg hinauf ist teilweise nicht markiert. Hier ist es wichtig, dass Ihr Euch orientieren könnt. Wer konditionell gut drauf ist, auch die Kinder, wandert zur Wandberg Höhe. Sie ist 1.598 Meter hoch und ungefähr zwei Stunden braucht Ihr, bis Ihr auf dem Gipfel steht. Im Winter bieten sich von der Priener Hütte verschiedene Skitouren an. Über die Rossalm zum Weitlahner und anschließend zur Dalsenalm. Bitte denkt daran, dass diese Tour von März bis April gesperrt ist. Skibergsteigen ist vin der Hütte auch auf den Geigelstein oder die Mühlhornwand möglich. Wenn Ihr auf der Hütte übernachtet kommt garantiert keine Langeweile für die Kinder auf. In der Spielecke für die ganz jungen Bergsteiger gibt es Bücher und Spiele. Bekannt ist die DAV Hütte, sie gibt es seit 1930, für die gute Küche. Die Priener Hütte macht auch bei „So schmecken die Berge“. Anstatt Lebensmittel zu verwenden, die durch die halbe Welt gereist sind, kommen hier regionale Produkte aus dem Chiemgau auf die Teller und Brotzeitbrettl. Wer mit einer Gruppe ab acht Personen unterwegs ist, sollte sich ein Reindlessen vorbestellen. Für alle die nicht aus dem süddeutschen Raum sind, ein Reindl lässt sich mit Bräter oder Kaserolle am besten übersetzen. Ein Essen, wie es leider nur noch sehr selten in bayerischen Gaststätten auf die Tische kommt. Anschließend sind sich die Wanderer sicher: Der Chiemgau is(s)t richtig gut! Bekannt ist der Geigelstein auch als Blumenberg. Im Frühjahr und Sommer präsentiert sich der Berg in vielen kräftigen Farben. „Hier wandert es sich wie durch ein Gemälde“ schwärmte einmal ein Wanderer. Einen besonderen Service bieten die Wirtsleute der Priener Hütte den Bergsteigern. Hier könnt Ihr Euch ein Picknickset ausleihen. Gipfelsackerl genannt. Hier kommen Spezialitäten aus der Region in den Sack. Neben einer Gipfelwurst, leckeren Käse ist auch das bei der Hütte gebackene Geigelsteiner Brot mit dazu. Dazu gehören auch Messer, Brotzeitbrettl und eine Decke. So hat die ganze Familie garantiert am Bergsteigen im Chiemgau ihre Freude. Ein zünftiges Picknick am Gipfel ist etwas Besonderes. Das Ganze lässt sich noch steigern: Übernachtet doch mit den Kindern in der Priener Hütte. Garantiert schlafen die Kinder wie Murmeltiere tief und fest. Sogar Kinderbetten sind hier vorhanden. Nehmt für die Übernachten Hüttenschlafsäcke mit. Diese lassen sich auch, gegen kleines Entgelt, vor Ort ausleihen. Bekannt ist auch das Frühstücksbuffet. Da steigt garantiert kein Kind mit leeren Magen ab.

Packliste für´s wandern mit Kindern

Eine Packliste für eine Wanderung mit der Familie und Ihr singt nicht den Rolling Stones Hit “Beast of Burden” bei der Tour mit den Kindern. Manche Dinge könnt Ihr zuhause lassen, andere hingegen solltet Ihr unbedingt einpacken. Auf der Basis von der Empfehlung des DAV haben wir für Euch eine Packliste zusammengestellt. 

Die Kinder sind, meistens, ohne Rucksack unterwegs, während die Eltern schleppen. foto (c) kinderoutdoor.de

I’ll never be your beast of burden
My back is broad but it’s a hurting

So heißt es bei den Stones. Manche Eltern können auch ein (Klage)lied davon singen, wenn sie auf Tour mit den Kleinen sind. Dabei gibt es ein großes Problem zu lösen: Was muss im Rucksack unbedingt dabei sein und was nicht? Neben den äußeren Bedingungen und der eigenen Erfahrung ist die richtige Wanderausrüstung entscheidend für die Sicherheit und den Spaß am Berg. Schreibt der Alpenverein. Wichtig sind die Wanderschuhe. An dieser Stelle der Hinweis: Turnschuhe sind keinesfalls für die Berge geschustert. Sie sind zu weich, verdrehen und haben (meistens) ein zu schlechtes Profil an den Sohlen. Der DAV schreibt dazu:

Funktionelle Bergschuhe, die gut passen, sind für die Tour das „A und O“. Je nach Einsatzbereich gibt es unterschiedliches Schuhwerk. Ein Schuh mit einer rutschfesten, profilierten Spezialsohle aus Gummi ist stets unerlässlich. Grundsätzlich gilt: Je schwieriger das Gelände, je länger die Tour und je schwerer der Rucksack, desto stabiler muss das Schuhwerk sein.

Durch stabilen Bodenaufbau und ein griffiges Profil ist der Allround-Outdoor-Halbschuh vom Flachland bis ins Mittelgebirge einsetzbar. Der Halbschuhschnitt gestattet optimale Bewegungsfreiheit und erzeugt niedriges Gewicht.

Beim Wanderstiefelschützt der hochgezogene Schaft die Knöchel zusätzlich vor Anschlagen und stabilisiert die Gelenke als Schutz vor Umknicken.

Der sogenannte Trekkingstiefelist ein idealer Bergschuh in Stiefelform für anspruchsvolle längere Touren, z. B. beim Hüttentrekking. Um harten Untergrund gerecht zu werden, sind Stiefel mit einer so genannten Brandsohle empfehlenswert. Die Profilsohle sollte ein selbst reinigendes und tief eingeschnittenes Muster aufweisen. Ein bedingt steigeisenfester Rand erlaubt das Anbringen von Steigeisen mit Frontkorb- oder Riemenbindung.

Der klassische Bergstiefelist ein besonders robuster und warmer Bergschuh in Stiefelform für den Einsatz im Hochgebirge und ist auch für Schneeschuhtouren gut geeignet. Ein steigeisenfester Bergschuh ermöglicht das Anbringen von Steigeisen mit Kipphebelbindung.

Packliste Wanderung mit Kindern: Richtig angezogen

Bergwandern mit den Kindern ist schweißtreibend. Wahrscheinlich ist es Euch auch schon aufgefallen: Beim Aufenthalt in der Höhe friert der Mensch schneller. Besonders die Kinder. Wichtig ist es, dass die Kleinen und Ihr mit der optimalen Kleidung in den Bergen unterwegs seid. Tragekomfort, Bewegungsfreiheit, Wetterschutz, Wärmeisolation und Atmungsaktivität sind dabei die wichtigsten Schlagworte.

Alles dabei? Diese Frage stellt sich bei einer Trekkingtour mit Kindern. Wir haben als Basis für Euch eine Packliste zusammengestellt. foto (c) kinderoutdoor.de

Zur Grundausrüstung empfiehlt der DAV:

  • Funktionsunterwäsche aus schweißtransportierendem Material
  • Fleecejacke oder Pulli
     
  • lange Hosen aus trapazierfähigem und elastischem Kunstfasermaterial
  • Wetterschutzjacke: wind- und wasserabweisendes Material, mit Kapuze
  • Mütze und Fingerhandschuhe
  • leichte Ersatzwäsche: zum Wechseln nach schweißtreibendem Anstieg oder nach Regen
  • Strümpfe mit verstärktem Fußbett aus Mischgewebe oder Frottee

Packliste Wanderung mit Familie: Ausrüstung für alle Fälle

  • Wanderrucksack, 20-30 Liter, mit Aussentaschen und gepolstertem Tragesystem
  • topografische Karten und Führer, evtl. Kompass und Höhenmesser
  • Schutz gegen UV-Strahlung (Kopfbedeckung, Sonnenbrille und -creme)
  • Erste-Hilfe-Set, Rettungsdecke und Handy (für Notruf 112)
  • Trinkflasche (mindestens 1 Liter/ Person), Tourenproviant
  • evtl. Grödel (steigeisen-ähnliche Gehhilfen), Pickel, Seil und Steigeisen für Hochtouren
  • evtl. Tourenstöcke (die Trittsicherheit beim Gehen und Steigen wird vor allem bei rutschigem Untergrund erhöht, die Gelenke werden beim Bergabgehen geschont)

Speziell für die Kinder solltet Ihr einpacken:

  • Kindertrage für die Kleinen. Mit dem Kinderwagen kann in den Bergen schnell Schluss sein, wenn Ihr eine Kraxe auf dem Rücken habt, kommt Ihr deutlich weiter.
  • Sonnencreme und Mütze. In den Bergen kann das UV Licht aggressiver sein, als im Flachland. Außerdem ist die Kinderhaut, wissenschaftlich erwiesen, deutlich empfindlicher als die von Erwachsenen. Hier hilft nur eines: Schützt sie und cremt die Kinder mit Sonnencreme ein.
  • Kleinkinder sind mit großem Gepäck unterwegs: Windeln, Fläschchen, Brei, Feuchttücher und was die ganz Kleinen sonst noch so alles brauchen.