Familien wandern am Lechweg: 125 Kilometer Abenteuer

Familien wandern am Lechweg. Wer will ist mit den Kindern auf den kompletten 125 Kilometern unterwegs, andere haben ihre Freude an einer Etappe vom Lechweg. Egal wie Ihr Euch entscheidet, der Lechweg bringt Euch den letzten wilden Gebirgsfluss Europas näher.

Der Lechweg – einer der zehn besten Weitwanderwege Europas – führt auf 125 Kilometer Länge durch eine der letzten Wildflusslandschaften Europas. Und hat auf seinem langen Weg vom Hochgebirge Vorarlberg und Tirols bis ins deutsche Alpenvorland bei Füssen so manch spannende Geschichte im Gepäck.

7: So viele Etappen liegen zwischen Quelle und Grenzübertritt
Der Lech ist einzigartig! Als einer der letzten alpinen Wildflüsse darf er sich auf den gut 100 Kilometern zum Lechfall in Füssen seinen Weg im eigenen Flussbett selbst suchen. Wer ihm auf der Weitwanderroute namens „Lechweg“ folgt, erwandert eine der ursprünglichsten Natur- und Kulturlandschaften der Alpen – sieben Tage fast nur bergab! Aber das Beste: Das Gepäck wird einfach von Hotel zu Hotel geliefert.

11: Am 11. November versiegt der Doser Wasserfall. Die Wissenschaft rätselt, warum.
Dieser Wasserfall in der Nähe von Häselgehr im unteren Lechtal ist ein echtes Naturphänomen: Laut Legende fließt der Bach, der ihn speist, vom 23. April (St. Georg) bis zum 11. November (St. Martin). Dann versiegt die Quelle. Die alten Lechtaler machen einen Drachen dafür verantwortlich. Die Wissenschaftler sind sich indes uneins … Die leichte Wanderung von Häselgehr dauert etwa eine Stunde.

12: So viele Meter tief stürzt der Lech am Stauwehr im Süden von Füssen
Der zwölf Meter hohe Lechfall bildet das tosende Finale Furioso des 125 Kilometer langen Lechwegs – Wasserfall und Schlucht zählen zu den schönsten Geotopen Bayerns. Übrigens: Der bizarre Felsvorsprung namens „Magnustritt“ nahe des Lechfalls stellt nach alten Überlieferungen den Fußabruck des Heiligen Mangus dar, den er bei seiner Flucht vor den Heiden am Flussufer hinterlassen hat.

18: So viele Meter über dem Lech kann man in Pflach Vögel beobachten
Die abwechslungsreiche Auenlandschaft im Schatten des markanten Grenzberges Säuling (2047 m) ist ein kleines Paradies für Hobby-Ornithologen. Der hölzerne Vogelbeobachtungsturm in der Pflacher Au ist stolze 18 Meter hoch. Aus dieser Höhe lassen sich in aller Seelenruhe jede Menge Brutvogelarten, darunter einige seltene Sumpf- und Wasservögel, beobachten.

33: So viele unterschiedliche Schnäpse brennt Mario Huber aus Elbigenalp
Der Chef vom „Lechtaler Haussegen“ steht auf Tradition UND Experiment. Für seine Meisterwurz- und Blutwurzbrände gräbt er die Wurzeln eigenhändig an den Berghängen des Lechtals aus. Und das Geheimnis der außergewöhnlichen Tiefe und harmonischen Würze seines Zirbenholz-Geistes? Nicht die Zapfen, sondern die feinen Holzspäne der Königin der Alpen … Aber mehr wird nicht verraten!

110: So viele Meter liegen zwischen Höhenbach und Holzgauer Hängebrücke
Auf einer Länge von über 200 Metern überspannt die Holzgauer Hängebrücke in 110 Meter Höhe die wildromantische Höhenbachtalschlucht im Norden des Dorfes. Diese stets leicht schwingende Seilhängebrücke war bei ihrer Eröffnung 2012 die längste und höchste ihrer Art in ganz Österreich. Keine Sorge! Wer nicht schwindelfrei ist, kann auf seinem Weg Richtung Füssen die Brücke ganz einfach umgehen.

125: Auf so vielen Kilometern folgt der Lechweg dem Lauf des Wildflusses
Der Lech darf als einer der letzten Wildflüsse der Alpen lustig von seiner Quelle am mystischen Formarinsee, vorbei an Dörfern wie Lech, Holzgau, Stanzach und Reutte, über die grüne Grenze ins bayerische Alpenvorland König Ludwigs mäandern. Entlang seiner naturbelassenen Ufer verläuft der 125 Kilometer lange Lechweg. Kletterpassagen oder Absturzgelände kennt dieser Weitwanderweg keine, daher ist er auch optimal für Weitwander-Anfänger geeignet.

430:  So viele Jahre hat das „Huber-Hus“ in Lech schon auf dem Buckel
Wer von der Lechquelle am Formarinsee den obersten Teil des Lechwegs herunter wandert, kommt ins schmucke Dörflein Lech. Hier lohnt ein kurzer Abstecher zum Huber-Hus. Dieser Bauernhof wurde um das Jahr 1590 erbaut. Seit 2005 ist er als Museum der Öffentlichkeit zugänglich und vermittelt interessante Einblicke in die bäuerliche Wohn- und Arbeitskultur von vor 400 Jahren.

1296: In diesem Jahr wurde die Burg Ehrenberg oberhalb von Reutte erbaut
Meterdicke, undurchdringbare Mauern, ein schwindelig hoher Burgfried und jede Menge Rittergeschichten: Die Ruine Ehrenberg hoch über Reutte in Tirol bietet alles, was man von einer mittelalterlichen Burg erwartet. Für noch mehr Nervelkitzel nach der Burgbesichtigung sorgt gleich nebenan die „highline179“, mit 406 Metern eine der längsten Hängebrücken im „Tibet-Stil“ der Welt. Wer noch mehr über die Flora und Fauna erfahren will, geht in die Naturausstellung der Burgenwelt Ehrenberg.

1793: Auf dieser Höhe entspringt der Lech – am mystischen Formarinsee
Ganz in der Nähe des Formarinsees entspringt der Lech, der 256 Kilometer später, in der Nähe von Donauwörth, in die Donau mündet. Der See bildet sich Jahr für Jahr von Neuem aus winterlichem Schmelzwasser. Der Bergsee unter der merkwürdigen Roten Wand wurde vor fünf Jahren zum schönsten Platz Österreichs gewählt. Also: Beine an der Freiburger Hütte hochlegen und mit Glück einen Steinbock erspähen!

1873: In diesem Jahr erschien der Roman „Die Geierwally“
In diesem dramatischen Heimatroman verarbeitete die Schriftstellerin Wilhelmine von Hillern das Leben von Anna Stainer-Knittel aus Elbigenalp im Lechtal. Die hatte, gerade einmal 17 Jahre jung, an einem Seil hängend, einen Adlerhorst an einer Felswand ausgenommen – ein echter „Wildfang“! Auf der „Geierwally-Freilichtbühne“ in Elbigenalp wird im Sommer (Juli/August) aber noch viel mehr als nur dieser Heimatroman aufgeführt.

Weitere Informationen gibt es unter www.lechweg.com sowie beim Verein Lechweg unter Tel.+43-5634-5315.

Familien wandern am Lechweg: Sieben gute Gründe dafür

Naturschauspiele, kulinarische Besonderheiten und Adrenalin am Wegesrand – die einzelnen Etappen des Weitwanderwegs Lechweg beherbergen ganz besondere Highlights, die man auf keinen Fall links liegen lassen sollte. Wir haben sieben Gründe warum Ihr auf dem Lechweg einmal wandern solltet.

Fünf Regionen, drei Länder und ein Fluss, der sie alle verbindet: Der Lech läuft als einer der letzten Wildflüsse Europas vom Arlberggebiet über die Naturparkregion Lechtal-Reutte bis ins südliche Allgäu. Auf dem Lechweg begleitet der Wanderer den Fluss über insgesamt 125 Kilometer durch verschiedene Landschaftsformen von seiner Quelle am Formarinsee auf 1.793 Metern bis zu seinem Fall auf 800 Meter bei Füssen. Auf dem moderaten und als „Leading Quality Trail“ zertifizierten Weitwanderweg erlaufen Genusswanderer ohne alpine Erfahrung in sechs, sieben oder acht Tagen ein einzigartiges Naturerlebnis. Denn in jedem der 15 gut beschilderten Abschnitte gibt es etwas Neues zu entdecken, ob Sehenswürdigkeit, besondere Tier- und Pflanzenarten, kulturelle Schätze oder traditionelle Lechweg-Produkte. Zehn Lechschleifen eröffnen zusätzliche Ausflüge in die Umgebungen. Zertifizierte Lechweg-Gastgeber sorgen für Komfort, Bewirtung und einen bequemen Gepäcktransport über die gewählten Etappen.

Natur pur! Auf dem Lechweg solltet Ihr einmal unterwegs gewesen sein. foto (c) Verein Lechweg/Prechtel
  1. Naturerlebnis Formarinsee
    Die eindrucksvolle Naturlandschaft am knapp 1800 Meter hochgelegenen Formarinsee hat Potenzial für jeden Jahreskalender, schließlich wurde der Bergsee 2015 zum schönsten Platz Österreichs gewählt. Also Fotoapparat nicht vergessen, ein Kaltgetränk vor der Freiburger Hütte genießen und mit etwas Glück ein paar Steinböcke erspähen.
     
  2. Wildwasserschwimmen in der Lechschlucht
    Auf einer Länge von 6 km eröffnet sich zwischen Lech und Warth die wunderschöne Lechschlucht mit smaragdfarbenem Wasser. Hier werden die Wanderschuhe gegen Neoprenanzug, Schwimmweste und Helm eingetauscht und mit einem staatlich geprüften Canyoningführer geht es sicher durch den Wildfluss. Springen, Schwimmen, Rutschen und sich treiben lassen – hier ist alles dabei.
     
  3. Kanadische Wildnis im Lechtal
    Warum über den Atlantik fliegen, wenn Klein-Kanada quasi vor der Haustür liegt? Der Lechweg-Abschnitt zwischen Stanzach und Höfen erinnert mit seiner weitläufigen Flusslandschaft und den schroffen Bergmassiven stark an die kanadische Wildnis.
     
  4. Den Lechweg auf der Zunge
    Wacholder, Zitronenmelisse und aromatisierende Kräuter: In den Lechweg Kramat kommt rein, was in den Auwäldern entlang des Lechwegs wächst. Wie daraus der beliebte Gin wird, kann man sich in der Schaubrennerei „Lechtaler Haussegen“ zeigen lassen. Gibt’s auch im Flachmann für den weiteren Weg.
     
  5. Auf den Spuren der Geierwally
    Der Roman über die legendäre Geierwally von Wilhelmine von Hillern wurde nicht nur mehrfach verfilmt, die dramatische Heimatgeschichte wurde sogar als Oper und Musical aufgeführt. Dass ihr literarisches Vorbild, Anna Stainer-Kittel, aus Elbigenalp am Lechweg stammt, wissen die Wenigsten. Ihre Nachfahren leben noch heute hier und haben viele Geschichten auf Lager. Auf der Geierwally Freilichtbühne werden jedes Jahr spannende Stücke inszeniert.
     
  6. Burgruine Ehrenberg und highline179
    Die im Jahre 1296 erbaute Burg Ehrenberg bietet alles, was man von einem mittelalterlichen Schloss erwartet: wehrhafte Mauern, hohe Türme und viel Geschichte. Für Nervenkitzel sorgt gleich daneben die highline179, die mit 406 Metern eine der längsten Hängebrücken im „Tibet-Stil“ der Welt ist. Sie verbindet die Burgruine Ehrenberg mit dem Fort Claudia und lässt Besucher 114 Meter in die Tiefe blicken.
     
  7. Tosendes Finale am Lechfall
    Das zwölf Meter hohe Stauwehr am südlichen Ende von Füssen bildet den imposanten Abschluss des Lechwegs und zählt zu den schönsten Geotopen Bayerns. Nach starken Regenfällen wird der Lechfall zur reißenden Wasserwalze bevor der Fluss in der Schlucht verschwindet.
Hängebrücken über den Lech und andere Abenteuer erwarten Euch auf dem 125 Kilometer langen Fluß. Foto (c) Verein Lechweg

Den Lechweg erschwimmen

Den Lechweg schwimmen, das ist in Warth-Schröcken eine Alternative zum Wandern. Wer sechs spektakuläre Kilometer in den Bergen erleben möchte, der schwimmt den Lechweg runter. Allerdings nimmt man für dieses Outdoor-Abenteuer besser einen erfahrenen Führer mit, sonst geht man baden!

“Der Lechweg ist perfekt um Adrenalin zu tanken!” erklärt mir mit einem Grinsen im Gesicht der Guide. Denn anstatt gemütlich am Ufer von diesem Apenfluß zu wandern, wollen wir den Lechweg schwimmen. Es ist kühl in dieser wilden Alpenschlucht. Noch hat sich die Morgensonne noch nicht bis in den Talgrund vorgekämpft. In einem schwarzen Neoprenanzug tapse ich an Land dem Wildwasserführer hinterher. Ich fühle mich wie in einem Bratenschlauch und der Schweiß läuft mir am ganzen Körper runter. Neben mir fließt rauschend noch mehr Wasser: Der Lecht stürzt über Felstreppen hinab. Grün wie ein Smaragd ist hier sein Wasser. Er ist einer der letzten wilden Flüsse, die es in den Alpen noch gibt. Für die Menschen ist der Lech seit Jahrhunderten lebenswichtig. Vom bayerischen Füssen aus brachen die Lechflößer Richtung Donau los. Ein hartes und lebensgefährliches Geschäft! Hart, aber bei weitem weniger riskant als das Flößen ist es den Lechweg runter zu schwimmen.

Wildwasser schwimmen am Lechweg ist ein besonderer Adrenalin Kick. Foto (c) kinderoutdoor.de

Wildwasser schwimmen am Lechweg ist ein besonderer Adrenalin Kick.
Foto (c) kinderoutdoor.de

Lechweg schwimmen: Hat er genug Wasser?

“Das ist so eine Sache mit dem Lech,” erklärt mir ein erfahrener Wildwasserschwimmer “Hat er zuviel Wasser geht nix. Hat er zu wenig Wasser geht auch nix!” Vom Wasserstand ist es abhängig ob wir den Lechweg schwimmen erkunden können. Der Guide wusste es schon am Morgen: Es sind ideal Bedingungen. Wir fahren auf der L 198 Richtung Warth. Zwischen diesem Ort und Lech liegt die Schlucht und ist von der Straße aus kaum zu erkennen. Eine Alpenschlucht, die perfekt als Drehort für einen Heimatfilm geeignet ist. Der Guide weist alle ein überpüft noch einmal ob Schwimmweste und Helm richtig sitzen. Die nächsten vier Stunden kommen mir eigentlich wie eine halbe Stunde vor. Ich schwimme durch Walzen, deren Wasser über meinen Kopf zusammenschlagen. Springe in tiefe natürliche Pools und bin froh, dass der Wasserstand vom Lech perfekt ist. Immer wieder versperren am Lechweg Felsstufen dem Fluss seinen Weg. Er rauscht kraftvoll darüber und zieht mich mit. Schwimmen im Wellenbad ist gegen dieses Outdoor-Abenteuer am Lechweg eine sehr lauwarme Angelegenheit. Der Guide zeigt uns wie wir richtig von den Klippen abspringen und erklärt auch, warum hier im Wildwasser wir anders schwimmen müssen als im azurblauen 25 Meter Becken. Mit seinen tiefen Stellen überrascht mich der Lech immer wieder und beeindruckt mit seinen ungebändigten Stromschnellen. Angst habe ich an manchen besonders wilden Stellen, doch bevor ich groß in Panik verfallen kann, hat der Lech mich bereits weitergezogen und spuckt mich wieder auf einer Kiesbank an Land. Immer wieder hat der Lech auch träge Passagen und die sind ideal um mich zu erholen. Ein Blick zur Seite auf die schroffen Felswände und ich bin mir sicher: Es gibt nichts langweiligeres als ein Hallenbad! Bis Ende September sind ist das Schwimmen am Lechweg mit speziell ausgebildeten Führern möglich. Der Lechweg ist perfekt um Adrenalin zu tanken.

Am Lechweg wandern bis zum Lechfall bei Füssen. © Bettina und Axel Kelm_www.reisereportagen-kelm.de

Heiliger Weitspringer: Magnussprung am Lechfall
Mystische Legenden ranken sich um den Lechfall bei Füssen, wie z.B. die Sage des Heiligen Magnus. Der Schutzheilige des Allgäus und Stadtpatron Füssens soll auf der Flucht vor wilden Tieren oder Heiden bei seinem kühnen Sprung über die Lechschlucht seinen Fußabdruck tief im Felsen hinterlassen haben. Der heute noch bestehende Abdruck im Fels wurde daraufhin als Mangtritt zum Wallfahrtsort. Wer sich ansieht wie weit der Heilige Magnus gesprungen ist, der kann über den aktuellen Weltrekord von Mike Powell mit 8,95 Metern nur milde wie eine gotische Marienfigur lächeln. Ganz ohne Tartanbahn und Spikes, aber dafür mit der Hilfe Gottes kam es zu dieser Weite. Diese und viele andere liebenswerte Sehenswürdigkeiten gibt es an einem der letzten Wildflüsse Europas zu entdecken. Über 125 Kilometer führt der Lechweg von der Quelle am Formarinsee bis zum Lechfall in Füssen. Klingt lang? Ist es auch. Aber durch den Höhenunterschied von knapp 1000 Metern bergab und die einfachen, aussichtsreichen Wanderwege ist der Lechweg in sieben Tagen gut machbar. Um die abwechslungsreichen Angebote am Wegesrand entspannt erleben zu können, empfiehlt es sich, ein bis zwei Puffertage miteinzuplanen. Und wer nicht so viel Zeit hat, kann den Lechweg auch aufteilen und in zwei Reiseaufenthalten in Angriff nehmen.

Saisonbeginn: Die verkürzte Frühjahrsvariante von Warth/Steeg bis Füssen ist ab Mitte Mai begehbar, der komplette Lechweg dann ab 22. Juni bis Mitte Oktober.

Familien wandern am Lechweg: Eine Packliste für alle Fälle

Folgendes solltet Ihr bitte einpacken:

  • Bargeld (auf Berghütten lässt sich selten mit Karte zahlen)
  • Wanderkarte
  • Wanderführer
  • Kompass oder GPS Gerät
  • DAV Ausweis
  • Hüttenschlafsack
  • Microfaser-Handtuch
  • Zahnbürste und Zahncreme
  • Stirn– oder Taschenlampe
  • kleiner Beutel für den Müll (echte Alpinisten nehmen den Müll mit ins Tal und trennen ihn dort)
  • Stöpsel für die Ohren
  • Wanderschuhe
  • Wechselwäsche
  • Trekkingstöcke
  • Regenjacke
  • Regenhose
  • Waschgel oder Seife
  • Bürste
  • Sonnenmütze oder Sonnenhut
  • Bürste oder Kamm
  • Erste Hilfe Set
  • Insektenschutzmittel
  • Mobiltelefon und Ladegerät
  • Regenhülle für den Rucksack
  • Funktions T-Shirt
  • Stirn– oder Taschenlampe
  • Flip Flops für die Hütte
  • Trinkflasche oder eine Trinkblase mit Schlauch für den Rucksack
  • Verpflegung

Für die Kinder packt Ihr bitte für die Mehrtagestour ein

  • Vorlesebuch für kleinere Kinder
  • Kuscheltier
  • Schnuller
  • Windeln
  • Feuchttücher
  • Nuckelflasche mit Sauger
  • Babynahrung
  • Babycreme
  • Spielsachen oder Spiele (viele Hütten haben Spiele für Ihre Gäste)

Kinder Outdoor Wissen kann Euch vor bösen Überraschungen in der Natur bewahren. Wenn Euch bei einer Kantour der Sturm überrascht oder es einen Wolkenbruch gibt, während Ihr mit den Kindern im Klettersteig unterwegs seid. Solche metereologischen Kapriolen könnt Ihr an Anzeichen in der Natur erkennen. Wir sagen Euch woran!

“Die App hat aber kein schlechtes Wetter angezeigt!” meinte ein Vater völlig verärgert, als er mit seinen Sohn in die Berghütte kam. Beide klatschnass. “Schau Dir mal so was an!” schimpft der Vater und zeigt auf das Display seines Smartphones. Dort zeigt die Wetter-App immer noch strahlenden Sonnenschein an, während draußen der Regen wie aus Feuerwehrschläuchen gegen das Dach der Hütte prasselt. Immer wieder passiert es, dass App und reales Wetter irgendwie stark voneinander abweichen. Wer falsch ausgerüstet ist und seine Regenjacke zuhause oder im Hotelzimmer liegen hat, der kommt klatschnass zurück. Wer sich im Felsen bewegt oder auf dem Wasser ist, der kann durch ein Gewitter in eine Notsituation gelangen. Deshalb ist besser, weniger blind dem zu vertrauen was App´s anzeigen, sondern sich auf Zeichen aus der Natur zu verlassen. (die greift außerdem keine Daten ab und vertickt sie weiter).

Mit Kindern in den Bergen unterwegs. Wer mit den Kindern wandert sollte auch auf schlechtes Wetter vorbereitet sein. foto (c) kinderoutdoor.de

Anzeichen für Regen in der Natur sind:

  • Sind die Blüten vom Löwenzahn, Gänseblümchen oder Ringelblume am Morgen geschlossen kommt Regen.
  • Sauerklee faltet vor dem Regen seine Blätter zusammen, fallen bald die ersten Tropfen vom Himmel
  • Auch der Kirschbaum ist eine verlässliche Wetterstation: Rollt dieser Baum seine Blätter ein, holt Ihr am besten eine Regenjacke aus dem Rucksack
  • Ahorn, Erlen oder Weiden haben “Tränen” vor dem Regen an den Blättern. Hier lohnt es sich genau hinzusehen.
  • fliegen die Schwalben tief, hat das auch seinen Grund. Es herrscht Tiefdruck und diese Vögel leben von Insekten die sie in der Luft mit den Schäbeln schnappen. Bei Tiefdruck sind die Insekten weniger hoch in der Luft unterwegs und dadurch auch ihre Jäger.
  • Morgenrot und das Wetter an diesem Tag könnt Ihr vergessen
  • springen die Fische aus dem Wasser um Insekten zu schnappen, bekommt Ihr auch an diesem Tag nasse Füße
  • Hat sich um den Mond ein Hof gebildet, dann könnt Ihr die Sonnencreme im Rucksack lassen.
  • Der Rauch vom Lagerfeuer oder dem Grill will kaum aufsteigen bedeutet Tiefdruck.
  • Gleiches gilt für den Rauch aus Häusern oder der Berghütte. Drückt es ihn kaum aus dem Kamin, geht es Euch bald nass ein.
  • auf dem Wanderweg sind viele Schnecken und Regenwürmer unterwegs
  • Riechen die Birken besonders intensiv, spannt das Zelt schon mal nach. Es beginnt bald zu regnen.
  • Am hellichten Tag quaken die Frösche? Höchste Zeit um die Gummistiefel zu holen
  • Hunde knabbern am Gras? Tja, der Waldi spürt auch, was für ein übles Wetter aufzieht.
  • Seht Ihr auf der Weide Kühe stehen und diese futtern um die Wette, freut Euch schon mal auf den Regen. Der zieht nämlich auf.
  • In den Spinnennetzen sind keine Spinnen zu sehen? Kein Wunder, die Spinnen stehen weniger auf Regen.
  • Die Schuppen von Tannen- und Fichtenzapfen sind verschlossen, weil es sonst rein regnet.

Die Natur zeigt Euch auch ganz klar, wenn das Wetter es gut mit Euch meint. Bei folgenden Anzeichen erwartet Euch Sonnenschein:

  • Hat der Berg einen Hut, wird das Wetter gut. So lautet eine alte Bergsteigerregel. Tatsächlich ist es so, wenn über den Graten und Gipfeln die Wolken wie ein Hut liegen, dann ist es ein Garant für gutes Wetter.
  • Am Abend gibt es ein Froschkonzert, kein Wunder denn am nächsten Tag herrscht Sonnenschein.
  • Auch ein Regenbogen am Abend steht für ein stabiles angenehmes Wetter
  • Zirpen die Grillen am Abend, ist dies ein Anzeichen für eine stabile Hochdrucklage
  • Der Rauch vom Lagerfeuer steigt kerzengerade in die Luft, weil Hochdruck und somit gutes Wetter vorherrscht.
  • Abendrot schön Wetterbot
  • Johanniswürmchen leuchten in der Nacht und am nächsten Tag ist Sonnenschein (schließlich haben die Insekten eine Wetter-App!)
  • Der Nebel am Morgen fällt in sich zusammen, denn es kommt Sonnenschein!
  • Die Schwalben und Lerchen fliegen hoch

Umsichtiges Verhalten bei Gewitter sollte bei Outdoorer Pflicht sein. Wenn es blitzt und donnert gibt es immer noch Wanderer, Fahrrad- und Kanufahrer die leichtsinnig mit ihren Leben spielen. Wir haben Tipps von den Experten wenn es das richtige Verhalten bei Gewitter geht: Dem VDE (Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.)

Kinder Outdoor Wissen: Das Freibad könnt Ihr heute vergessen….oder Ihr nehmt den Neoprenanzug mit. foto (c) kinderoutdooor.de

Wie soll man sich als Outdoorer bei Gewitter verhalten? Manche Leute wissen das offensichtlich nicht, denn jährlich gibt es in Deutschland etwa zehn bis fünfzehn Todesfälle (zum Vergleich: Pro Jahr sterben weltweit etwa zehn Menschen durch Haiangriffe) und um die 1.000 Verletzte wegen Blitzen. Der VDE stellt fest, dass  im Sommer über Deutschland etwa eine Million Blitze im Monat zucken. An einem Gewittertag können es mehr als 20.000 Blitze sein.   „Im Sommer kann es leicht passieren, dass ein Gewitter einen im Freien überrascht und man keine Zeit mehr hat, ein sicheres Gebäude aufzusuchen. Dann sollte man unbedingt wissen, wie man das Unwetter sicher übersteht,“ erklärt VDE-Blitzexperte Thomas Raphael.

Verhalten bei Gewitter: Alles Gute kommt von oben?

Der Blitz ist ein nur wenige Zentimeter schmaler Kanal doch durch ihn fließt in kurzer Zeit eine Menge Strom: Um die 20.000 Ampere sind dann vom Himmel zur Erde unterwegs. Das Himmelsgeschoß ist etwa 30.000 Grad heiß. Deshalb empfiehlt der VDE Schutz zu suchen, wenn Ihr es donnern hört. Wenn zwischen Blitz und Donner nur noch zehn Sekunden liegen, dann befindet Ihr Euch in Lebensgefahr. Der VDE rät deshalb, die Outdoor Aktivitäten eine halbe Stunde nach dem letzten Donner fortzusetzen. Doch welches Verhalten ist bei einem Gewitter richtig?

  • Ihr solltet keinesfalls der höchste Punkt im Gelände sein und zu anderen Personen einen Mindestabstand von einem Meter halten.
  • Runter vom Fahrrad und Motorrad
  • Raus aus dem Wasser (egal ob Ihr als Schwimmer, Surfer, Kajakfahrer oder SUP Paddler unterwegs seid).
  • Besonders gefährdet für Blitzeinschläge sind Bäume, Gipfel oder Deiche.
  • Versucht während eines Gewitter keine Metallteile anzufassen oder auf einer feuchten Wiese zu liegen.

Wer sich richtig bei einem Gewitter verhält, hat die große Chance auf einen Lottogewinn. Die Chance, dass Euch ein Blitz trifft, liegt bei etwa 1: 20 Millionen. Die Gewinnchance auf sechs Richtige mit Superzahl ist 0,00000072 %.