Kinder Outdoor Tour von Hütte zu Hütte: Zu den Alpenrosen

Eine Kinder Outdoor Tour von Hütte zu Hütte ist perfekt um vom Alltag abzuschalten. Wir stellen Euch eine Hüttentour für Familien vor, bei denen Ihr drei Gipfel bezwingen könnt und eine Menge Alpenrosen zu sehen bekommt.

Rhododendron hirsutum. So nennen Botaniker die bewimperte Alpenrose. Von Mai bis Juli lohnt sich die Wanderung über die vier Gipfel, denn unterwegs gibt es Felder voll von Alpenrosen. Dazu summen tausende von Hummeln. Wanderglück pur! In Fischen parkt Ihr das Auto am Kurhaus. Von dort zur Unterführung der B 19 gehen und anschließend auf einer kleinen Verbindungsstraße Richtung Untermühlegg wandern. Auf dem Weg dorthin überquert man die Weiler Ach. Der Fluß mündet bei Fischen in die Iller und ist insgesamt nur 12 Kilometer lang. Weiter geht es Richtung Obermühlegg. Von hier aus geht es auf dem Wanderweg bis nach Bolsterlang. Der Weg ist sehr gut ausgeschildert. Der Ort gehört mit Bolsterlang, Fischen, Obermaiselstein und Ofterschwang zu den Hörnerdörfern. Den Namen hat diese Region im Oberallgäu weniger von den Hörnern der Kühe welche auf den saftig grünen Weiden grasen. Die Bezeichnung Hörnerdörfer kommt von den umliegenden Bergen wie das Ofterschwanger Horn, das Riedberger Horn, das Sigiswanger Horn, das Bolsterlanger Horn oder das Rangiswanger Horn. Letzeres gilt es am zweiten Tag zu überqueren. In Bolsterlang können die Kinder sich kurz bei einem Eis oder einem kühlen Getränk erholen. Auch gibt es hier leckeren Käse zu kaufen und einen Dorfladen für alle die gerne beim Wandern ein Picknick mit den Kindern einlegen.

Kinder Outdoor Tour von Hütte zu Hütte: Grandioses Panorama

In Bolsterlang den Wegweisern Sonderdorf folgen. Kurz nach dem Ortseingang rechts den Wiesenhang hoch zum Wald gehen unterwegs passiert man einen einzelnen Bauernhof. Wer Richtung Obermaiselstein marschiert und dann in das Bolgental marschiert, nimmt freiwillig einen Umweg auf sich. Nach einem moderaten Anstieg ist der Waldrand erreicht. Hier trifft man auf eine Weggabelung. Rechts zum Sonderdorfer Kreuz gehen. Eine Pause lohnt sich dort. Hinter und vor dem Kreuz stehen Ruhebänke. Sehr schön ist der Panoramablick vom Sonderdorfer Kreuz aus: Die Hörnerdörfer Fischen, Bolsterlang und Obermaiselstein und dahinter die aufragenden Berge. Damit die Kinder keinen Grund zu quengeln haben, lohnt es sich hier mit ihnen zu spielen, etwas zu basteln oder eine Geschichte vorzulesen. Weiter geht es zur Alpe Zunkleiten.

So sieht der große Ochsenkopf im Winter aus; wenn es Schnee hat…… foto (c) kinderoutdoor.de

Immer am Hang oberhalb vom Bolgental geht es auf einem gut ausgebauten Weg bergauf. Mit den dichten Nadelwäldern und den feuchten Wiesen erinnert diese Gegend stark an Skandinavien. Ein Stück Nordeuropa mitten im Allgäu. Seit 30 Jahren kümmert sich die Familie Herz aus Sonderdorf um diese Jungviehalpe. Ein verführerischer Duft dringt meistens in die Nasen der Wanderer: Es riecht nach frischgebackenen Kuchen. Einer Versuchung der man keinesfalls widerstehen sollte. Vor allem die Kälber sind die Stars bei den Kindern. Aber bitte Vorsicht, wenn Mama Kuh in der Nähe ist! Die passt auf ihren Nachwuchs besser auf, als manche Menschen-Eltern. Weiter geht es nach dieser lohnenden Pause in einem weiten Bogen um das Bolsterlanger Horn auf dem Wanderweg. Der Weg gabelt sich Immer geht es bergauf. Bald lichtet sich der Wald und die Alpe Hinteregg ist erreicht. Von hier aus ist das Berghaus Schwaben zu sehen und in wenigen Minuten erreicht. Die erste Etappe ist geschafft. Im Berghaus Schwaben gibt es erst einmal ein deftige Abendessen nach Allgäuer Art und die Kinder sind nach dieser Tour sicher müde.

Erstes Etappenziel: Das Berghaus Schwaben foto (c) kinderoutdoro.de

Zweiter Tag: Der Ochsenkopf wartet auf Euch

Am nächsten Morgen stiegt Ihr hinter dem Berghaus Schwaben zum Großen Ochsenkopf auf. Dieser Berg ist Teil vom Naturpark Allgäuer Nagelfluhkette. Durch einen dichten Nadelwald geht es über einen von Wurzel durchzogenen Weg hinauf. Bald ist der Sattel erreicht und hier links gehen bis zum Gipfel. Den Weg bis zum Aufstieg zurückgehen (das sind nur weniger Minuten) und auf dem Sattel durch den Bergwald zum Weiherkopf. Es ist ein Auf- und Ab. Der Weiherkopf ist unübersehbar verbaut, denn hier endet im Winter der gleichnamige Lift. Trotzdem ist der Blick über das Illertal hinweg auf die Allgäuer Alpen mit der Heubatspitze, den großen und kleinen Daumen oder den Gratkopf beeindruckend. Weiter geht es am Skilift vorbei auf dem Sattel zum Ranigswangerhorn. Der Weg dorthin ist steil. Bei der Wegkreuzung der Markierung zum Gipfel folgen. Ein grandioses Panorama erwartet hier die Kinder. Am besten den kleinen Wandersleuten zeigen welche Gipfel sich auf der anderen Seite des Illertales sich befinden. Vor allem die Bergblumen geben dem Rangiswangerhorn einen besonderen Charakter. Hier leuchten die Alpenrosen. Nur schwer lässt sich wieder loswandern. Vom Gipfel auf dem gleichen Weg zurück und zur Rangiswangeralpe bergab wandern. Bei der Ober-Alple gibt es rechts einen Abzweig, auf diesen geht es weiter oberhalb vom Ostertal bis zur Holzschlag Alpe. Unterwegs überquert man Bäche und hier gibt es für die Kinder kein Halten. Sie wollen Dämme bauen oder Äste im Wasser schwimmen lassen. Weiter auf dem Weg bleiben bis der Weg in den Ostertalweg mündet. Links abbiegen und bei der Gabelung rechts gehen. Nach zweihundert Metern führt links ein Weg hinauf zur Otto Schwegler Hütte. Hier übernachten und mit den Kindern sich erholen.

Zwischen Weiherkopf und Riedbergerhorn befindet sich das Berghaus Schwaben. Eine spektakuläre Fernsicht bietet sich dort oben. foto (c) kinderoutdoor.de

Fiiiiiiiinaaaaaaaaaaleeeeeeeeee!

Bei der letzten Etappe geht Ihr zurück Richtung Weggabelung. Hier den Schildern zum Ofterschwanger Horn folgen. Durch den Kempter Wald geht es steil bergauf. Kurz bevor man den Wald verlässt gabelt sich er Weg. Nicht links abbiegen zur Melkhütte, sondern auf dem Weg Richtung Bald ist der Skilift zu sehen. Ihm rechts bis zum Gipfel folgen. Steil geht es nach Ofterschwang hinunter. Hier gibt es in verschiedenen Gasthäusern und Hütten Essen unter dem Motto „Gutes vom Dorf“. Hier kommen regionale Produkte als typische Allgäuer Küche auf die Teller. Die Kinder müssen heute keine großen Anstiege mehr absolvieren. Bis zum Ausgangsort in Fischen sind es gut sieben Kilometer zu gehen. Wenn die Kinder nur noch schwer zum Weiterwandern zu motivieren sind, den Bus nach Bolsterlang nehmen und von dort aus nach Fischen wandern. Von hier aus ist zu Fuß auf dem Achweg über Obermühlegg nur halb so lange. Alle anderen gehen von Ofterschwang auf der Kirchgasse zum Ort hinaus bis Muderbolz. Dort rechts abbiegen und das Dorf verlassen. Links Richtung Dietrichs zum Wald gehen. Immer auf dem Weg bleiben bis der Ort erreicht ist. Weiter marschieren durch eine Wiesenlandschaft bis nach Untermühlegg. Am Ferienhof Böck vorbei über den Gundelsberg bis die Weiler Ach erreicht ist. Über den Fluss und auf dem Achweg hinein nach Fischen. Dort haben sich die Kinder ein Eis oder eine Brotzeit auf jeden Fall verdient.

  • Schwierigkeit: Einfache Drei-Tages-Wanderung für die Kinder eine gewisse Kondition haben sollten
  • Ausgangsort: Fischen
  • Ausgangspunkt: Parkplatz Kurhaus
  • Endpunkt: Parkplatz Kurhaus

Hütten unterwegs:

  • Berghaus Schwaben, 1.520 m
    Kontakt: www.berghaus-schwaben.de Berghaus Schwaben87538 BolsterlangTel: +49 8326 438
    Öffnungszeiten: Ganzjährig
    Schlafplätze: 7 Doppelzimmer, 3 Dreibettzimmer, 1 Vierbettzimmer, zwei Zehner-Lager
    Charakteristik der Hütte: Urgemütlich!
  • DAV Otto-Schwegler-Hütte, 1.070 m
    Kontakt: www. dav-augsburg.de/huette/ottoschwegler.html
    Ostertalweg 6, D-87544 Gunzesried-Säge, Tel.: 0 83 21 / 25 09, mailto: ottoschweglerhuette@dav-augsburg.de
    Öffnungszeiten: Ganzjährig
    Schlafplätze: 45 in 9 Zimmern
    Charakteristik der Hütte: Eine Idylle!

Kinder wandern von Hütte zu Hütte zur Adolf Noßberger Hütte

Kinder wandern von Hütte zu Hütte und erleben mit den Eltern dabei den ganzen Zauber der Bergwelt. Bevor über die Seilbahnen Touristen einfallen, sind die Familien bereits unterwegs auf dem Weg zur nächsten Berghütte. Ein Tag der in aller Stille beginnt. Gemeinsam aufbrechen, gemeinsam ankommen, gemeinsam erleben und gemeinsam weitergehen. Darauf lässt sich der Charme von einer Hüttentour in einem Satz zusammenfassen.

In Kärnten sind Familien gut in den Bergen unterwegs. An der Grenze zu Tirol, besser gesagt Osttirol, befindet sich eine Berghütte die perfekt für Familien ist. Die Adolf Nossberger Hütte, von den einheimischen Alpinisten kurz “de Nossi” genannt, ist urig und bietet auch den jungen Wanderern einige tolle Möglichkeiten in den Bergen. Aber zuerst müsst Ihr mal aufsteigen! Los geht es bei der Gradenalm im Gradental. Für Familien ist dieser Aufstieg die bessere Wahl. Ihr seid im Nationalpark Hohe Tauern unterwegs und entsprechend umsichtig verhalten sich die Wanderer. Die Kinder jubeln,k wenn Ihr das Gradenmoos passiert. Genüsslich grasen dort Pferde und Kühe. Tiere stehen bei Kindern bekanntlich immer hoch im Kurs. Wenn sich der Weg gabelt nehmt bitte den Seeplattenweg. Dieser ist für Kinder einfacher zu wandern. Was aber auch noch ein Kriterium ist: Ihr kommt an den malerischen Gradenseen vorbei. Was an dieser Hütte so besonders ist: Sie ist umringt von 15 Dreitausendern, vor ihr liegt ein Bergsee und für die Kinder ist dieser ein riesiger Spielplatz. Wer möchte kann hier mit den Kindern

  • in Tippis übernachten
  • den Klettergarten nutzen
  • auf dem großen Gradensee paddeln

Steckbrief Adolf Nossberger Hütte

  • Lage: Kärnten; Gradental
  • Höhe: 2.488 Meter
  • Hüttenkategorie: 1
  • Schlafplätze: 50 (davon einige in drei oder vier Bett Zimmern)
  • Geöffnet: Juni bis September

Hüttenwanderung mit Kindern im Allgäu: Über den Wolken schlafen

Eine Hüttenwanderung ist was Besonderes für die ganze Famile: Jede Nacht in einer anderen Berghütte schlafen und alles was man braucht ist im eigenen Rucksack verstaut. Wir stellen Euch eine Hüttenwanderung im Allgäu vor, welche die ganze Familie fordert und einen unglaublich hohen Erlebniswert hat.

In der Ostlerhütte übernachtet ihr in der zweiten Nacht mit den KIndern. foto (c) kinderoutdoor.de

“Ihr nehmt aber schon die Bergbahn?” fragt uns ein älterer Herr, als wir vollbepackt am Parkplatz der Alpspitzbahn  loswandern. Die Kinder und ich sehen ihn ungläubig an. “Wir machen eine Hüttenwanderung!” erhält er als Auskunft. Nun schaut er ungläubig drein. Bei eher bescheidenen Wetter steigen wir an Alpspitz auf. Über uns sausen die Touristen am Flying Fox vom AlpspitzKick in die Tiefe. Nach eineinhalb Stunden haben wir die Bergstation der Alpspitzbahn auf 1.511 m erreicht.  Zu Fuß. Bei dem garstigen Wetter im Allgäu sparen wir uns einen Aufstieg zum Gipfel und wandern zum Sportheim Böck. Im Berggasthof gibt es erst einmal was Warmes zu trinken. Hier könnten wir auch übernachten, doch wir wollen weiter und zwar zur Gundhütte unserer ersten Übernachtung.

Das erste Nachtlager unserer Hüttenwanderung: Die Gundhütte! Foto (c) kinderoutdoor.de

Das erste Nachtlager unserer Hüttenwanderung: Die Gundhütte!
Foto (c) kinderoutdoor.de

Über Wiesen- und Waldwege steigen wir ab. Nach einer kanppen Stunde stehen wir vor der urigen Gundhütte und beziehen unser Lager. Vor der Hütte weiden die Kühe und sehen uns das Gras  mampfend an. Leider ist das Wetter immer noch nasskalt und wir verbringen den Rest vom Tag in der Hütte.

Das Sportheim Böck auf der Alpspitze ist unsere erste große Rast. Foto (c) Kinderoutdoor.de

Hüttenwanderung im Allgäu: Übers Himmelreich zur Osterhütte

Neuer Tag, besseres Wetter. Unsere Hüttenwanderung im Allgäu führt uns jetzt ins Vilstal. Wir steigen ab und bald haben wir die Vils erreicht. Der wilde Fluß rauscht durch das Tal und wir wandern Vils abwärts weiter. Bei der Schochersäge überqueren wir den Fluß und halten uns bald bergauf, Richtung Himmelreich. Zwei Stunden geht es auf einem breiten Forstweg den Berg hinauf. Unterwegs kommen Elektroradler uns entgegen. Manche sind mit den schweren Velos ein wenig überfordert und halten direkt auf uns zu ober verbremsen sich. Wir finden den Abzweig und halten uns links in den Wald hinunter. Geht auf keinen Fall zur Bärenalpe, denn dann seid Ihr zu weit gewandert. Im Tal gehen wir unter einer Autobrücke hindurch. Im Allgäu rauscht nicht nur der Wildbach, sondern auch manchmal der Straßenverkehr. Wir erreichen die Fallmühle. Hier trafen sich früher neben Grenzern und Holzarbeitern auch zwielichtige Gestalten wie die Wilderer oder Schmuggler. Heute hat niemand einen geschossenen Gamsbock auf den Rücken, sondern höchstens den Rucksack. Wir übernachten hier und genießen da deftige Essen. Morgen steht uns die härteste Etappe bevor. Wir wollen auf den Breitenstein. Wer bei der Fallmühle genug vom Wandern hat, kann mit dem Linienbus zurück zum Ausgangsort in Nesselwang.

Ganz, ganz weit nach oben führt uns die Hüttenwanderung: Ins Himmelreich! Foto (c) kinderoutdoor.de

Ganz, ganz weit nach oben führt uns die Hüttenwanderung: Ins Himmelreich!
Foto (c) kinderoutdoor.de

Hüttenwanderung auf den Breitenberg: Was für ein Panorama

Links wandern wir über eine kleine Brücke und verlassen die Fallmühle. Ab hier ist der Breitenberg  ausgeschildert. Drei Stunden wandern wir bergauf und etwas weniger Sonne hätte allen gut getan. Unterwegs legen wir immer wieder Pausen ein und erreichen bald den Hauptkamm. Hier bieten sich spektakuläre Tiefblicke. Nun folgt ein stetiges auf und ab. Für die Kinder ein zermübende Passage. Deshalb pausieren wir immer wieder und basteln oder spielen. Plötzlich ist er zu sehen, der große Nachbar vom Breitenberg: Der Aggenstein. Ein wahrlich markanter Berg, der auch die Grenze zu Österreich markiert. Die Kinder atmen auf, als wir die Ostlerhütte erreichen. Unmittelbar dahinter befindet sich der Gipfel vom Breitenberg mit einem Panoramablick, der alle beeindruckt. In der Ostlerhütte schlagen wir nochmals unser Nachtlager auf. Die Kinder sind müde und schlafen beim Abendessen fast über den Tellern ein. Am nächsten Morgen wandern wir hinunter ins Tal nach Pfronten Steinach. Wem das zuviel ist, der nimmt die Breitenberg-Bahn. Apropos Bahn: Mit dem Zug fahren wir wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt in Nesselwang. Ein wunderbares verlängertes Wochenende geht für uns zu Ende. Probiert diese Tour doch auch einmal aus. Mehr solcher Hüttenwanderungen stehen in meinem Buch: “Die schönsten Wanderungen mit Kindern von Hütte zu Hütte”.

Bei dieser Hüttenwanderung zeigt sich der Aggenstein von seiner imposanten Seite! Foto (c) kinderoutdoor.de

Mit Kindern zum Blecksteinhaus wandern

Eine Hüttenwanderung die kulinarisch und vom Erlebniswert einiges zu bieten hat ist der Aufstieg zur DAV Hütte Blecksteinhaus. Auch mit dem Kinderwagen kommt Ihr dort problemlos hin und müsst keine steilen Anstiege meistern. Wir stellen Euch diese gemütliche Hüttenwanderung für das Frühjahr vor.

„Eine Hüttenwanderung ohne viel Höhenmeter, was kannst Du da empfehlen?“ fragte mich eine Bekannte und schob noch hinterher“ Die Hüttenwanderung sollte auch mit dem Kinderwagen möglich sein und wir wollen so das richtige Berg-Feeling haben.“ Autsch! Da fiel mir ein, dass ich für mein Buch Weißbiertouren auch am Spitzingsee unterwegs gewesen bin. Damals wanderte ich zur Firstalm. Doch ebenfalls eine lohnende Hüttenwanderung ist das Blecksteinhaus. Hier erwartet Euch eine deftige bayerische Küche und wer einmal im Blecksteinhaus die Bierbratwürste gegessen hat, der wandert immer wieder dorthin. Ihr wandert im Ort Spitzingsee los und geht zum Wirthaus Wurzhütte.

Es befindet sich am südlichen Ende vom Spitzingsee. An einer Wegschranke wandert Ihr auf dem Valepper Almweg. Das ist eine kleine Straße, die nur für den land- und forstwirtschaftlichen Verkehr zugelassen ist. Ihr wandert parallel zur Roten Valepp, die gemächlich vor sich hin plätschert. Links geht es zur Albert Link Hütte weg, die ebenfalls zum DAV gehört und auch bei Familien beliebt ist. Ihr bleibt weiter auf dem Weg und folgt den Hinweisschildern zum Blecksteinhaus. Gemütlich seid Ihr mit dem Kinderwagen oder dem Kinder in der Kraxe 45 Minuten unterwegs, dann habt Ihr bei der Hüttenwanderung das Blecksteinhaus erreicht.

Hüttenwanderung mit Biss: So schmeckt das Blecksteinhaus!

Eine Hüttenwanderung mit so gut wie keinen Höhenmetern? Das gibt es und zwar am Spitzingsee! Foto (c) kinderoutdoor.de

Eine Hüttenwanderung mit so gut wie keinen Höhenmetern? Das gibt es und zwar am Spitzingsee!
Foto (c) kinderoutdoor.de

Kurios ist die Geschichte vom Blecksteinhaus, das dem DAV gehört. 1919 kam es an der Rotwand zu einem Föhnsturm und am Ende lagen etwa 300.000 Bäume auf dem Boden. Diese mussten schnell weg, bevor der Borkenkäfer sich dort einnisten konnte. Um die Masse der Bäume abtransportieren zu können baute man eine Waldbahn und einen Aufzug. Die mobile Dampfmaschine brauchte aber einen Unterstand um sie vor Wind und Wetter zu schützen. So entstand das heutige Blecksteinhaus. Bis zu 44 Personen finden hier einen Schlafplatz und Ihr kehrt bei der Hüttenwanderung dort ein. Der Wirt ist Kollol Majumdar, ein Bayer mit indischen Wurzeln. Was er und sein Team auf die Teller bringen ist beeindruckend! Einzigartig sind die Bierbratwürste mit Sauerkraut. Nach Hausrezept gibt es noch weitere Variationen der Bratwürstl. Mal mit Wild gefüllt oder mit Lammfleisch. Einige Gerichte auf der Speisekart könnt Ihr auch als kleinere Portionen ordern. Setzt Euch vor das Blecksteinhaus und genießt ein Brotzeitbrettl. Zum Schluss, darauf stehen die Kinder besonders, einen leckeren Blaubeerkuchen! So macht die Hüttenwanderung Spaß. Auf demselben Weg wie Ihr aufgestiegen seid, kommt Ihr wieder nach Spitzingsee zurück.

Wieder zum zurück von der Hüttenwanderung am Spitzingsee.  Foto (c) kinderoutdoor.de

Wieder zum zurück von der Hüttenwanderung am Spitzingsee.
Foto (c) kinderoutdoor.de

Mit Kindern zur Hütte am Riedberger Horn wandern

Eine Hüttenwanderung mit Kindern am Riedberger Horn bringt weder Euch noch die Kinder konditionell an die Grenzen. Dafür habt Ihr genügend Zeit um die Bergwelt vom Allgäu in aller Ruhe zu entdecken. Auf der Hüttenwanderung mit den Kindern übernachtet Ihr Unterwegs im Berghaus Schwaben und der Grasgehrenhütte. Bei dieser Hüttenwanderung mit Kindern habt Ihr die Möglichkeit gut abzukürzen. “Ja mir san mit der Seilbahn aufgestiegen!” räumt ein Vater etwas kleinlaut ein. Doch das ist auch in Ordnung. Wer möchte steigt aufs Riedberger Horn vom Parkplatz der Hörnerbahn in Bolsterlang auf oder nimmt die Seilbahn. Von der Mittelstation geht es weiter  zum Sonderdorfer Kreuz. Hier bietet sich ein wundervoller Blick hinab ins Bolgental und die Bergwelt rund um Bolsterlang. Wenige Meter nach dem Aussichtspunkt zweigt der Weg rechts ab zur Mittelstation der Hörnerbahn. Nach dem Aufstieg geht es in den Wald. Ihr steigt in eine Senke ab und haltet Euch von dort weiter Richtung Mittelstation der Hörnerbahn bergauf. Unterhalb der Mittelstation befindet sich die Sennalpe Ornach. Dort lohnt sich eine Pause. Seit dem Abmarsch am Parkplatz der Hörnerbahn ist eine gute Stunde vergangen. Von Ende Mai bis Anfang Oktober ist diese Alpe geöffnet. Gut gestärkt folgen wir weiter dem Wanderweg. Dieser schlängelt sich unterhalb vom Bolsterlanger Horn durch Weideflächen den Berg hinauf. Alle, die konditionell ihre Probleme bis zur Alpe Ornach haben, nehmen die Hörnerbahn. Unterhalb vom Weiherkopf gabelt sich der Weg. Wir halten uns links Richtung Berghaus Schwaben. Rechts herum kann man auf den Weiherkopf steigen. Dieser Berg bietet ein beeindruckendes Panorama. Durch einen Wald geht es über ruppige Pfade zum großen Ochsenkopf. Anschließend weiter  zum Berghaus Schwaben. Alle, die links abbogen, folgen der Route. Auf dem Wanderweg, bald kommen die Touristen von der Hörnerbahn hinzu, ist bald die Alpe Hinteregg erreicht. In kurzer Zeit seid Ihr am ersten Tagesziel angekommen: Das Berghaus Schwaben  erwartet Euch. Die Kinder sind im Wald unterwegs und die Eltern sitzen in der Sonne vor der Hütte. Dort ist Blick umwerfend. Das Riedberger Horn ist von der Abendsonne angestrahlt.

Hüttenwanderung mit Kindern zur Grasgehrenhütte im Allgäu. Da bleibt viel Zeit um unterwegs tolle Dinge zu entdecken. foto (c) kinderoutdoor.de

Bei dieser Hüttenwanderung mit den Kindern darf das GPS zuhause bleiben. foto (c) kinderoutdoor.de

Himmelbett! Bei der Hüttenwanderung mit Kindern kommt Ihr auch am Berghaus Schwaben vorbei. foto (c) kinderoutdoor.de

Bei der Hüttentour mit Kindern habt Ihr solche Ausblicke in die Allgäuer Berge. foto (c) kinderoutdoor.de

Erfahrene Bergsteiger und Kinder, sie müssen trittsicher sein, steigen zum Sattel des Großen Ochsenkopf auf. Von hier aus führt ein Grat zum Riedberger Horn. Einfacher und gemütlicher ist es für die Kinder, wenn Ihr dem Wanderweg Richtung Grasgehrenhütte folgt. Vom Berghaus Schwaben führt der Weg zum Fuß des Riedberger Horns und von dort aus auf einen bewaldeten Kamm. An einer Kreuzung geht es rechts hinauf zum Gipfel. Eine Stunde sollte man für diesen Abstecher einplanen. Eine unglaubliche Fernsicht bietet sich vom Riedberger Horn. Eine imposante Nachbarschaft tut sich da vor den Kindern auf: Der Elferkopf, der Widderstein und der Hohe Ifen bilden ein tolles Panorama. Vom Gipfel steigen wir zur Kreuzung ab und gehen dort bergab auf den Weg zur Grasgehrenhütte. Hier ist nach dieser Tour der ideale Platz, um zu übernachten.

Zweiter Tag: Abstieg von der Grasgehrenhütte bis zur Talstation der Hörnerbahn

Der nächste Tag bringt gleich am Anfang einen Gipfel. Ihr folgt dem ausgeschilderten Weg zum Wannenkopf. Gemütlich geht es hinauf. Vom Gipfel aus habt Ihr einen Blick  ins Illertal. Steigt richtung   Bolgental ab. Bald gabelt sich der Wanderweg. Nun gibt es drei Möglichkeiten. Option eins ist die Kürzeste: durch den Wald hinunter bis zum Grund vom Bolgental und anschließend zur Alpe Zunkleiten aufsteigen. Hier lohnt sich eine Rast und die Kinder freuen sich über den selbstgebackenen Kuchen mit einem Glas frischer Milch. Von hier aus steigt man zum Sonderdorfer Kreuz ab und gelangt so zurück zum Ausgangspunkt an der Talstation der Hörnerbahn. Der Weg verläuft über Weideflächen und liegt in der Sonne. Doch es gibt auch die zweite Variante, für Kinder die gerne am Wasser spielen. Hierzu steigt man in das Bolgental ab und geht an der Gabelung nicht bergauf zur Alpe Zunkleiten, sondern folgt dem Weg im Talgrund immer an der Bolgenach entlang. Wir überqueren die Bolgenach und steigen auf einem bewaldeten Hang auf. Von dort geht es hinab Richtung Obermaiselstein. Im Wald gabelt sich der Weg, dem wir weiterhin folgen. Er führt durch das Tal zurück zum Parkplatz der Talstation. Bei der Variante Nummer drei wandert man nicht an der Gabelung Richtung Alpe Zunkleiten, sondern geradeaus weiter. Es folgt ein kurzer Abstieg in das Bolgental, und anschließend folgt der Weg der zweiten Variante zurück zum Ausgangspunkt bei der Hörnerbahn.

Basis-Packliste für alle die auf Hüttentour mit den Kindern gehen wollen

Eine Packliste für eine Hüttentour schont Euere Nerven. Wenn Ihr mit dem guten Gefühl loswandern wollt, alles im Rucksack eingepackt zu haben, dann haben wir für Euch diese praktische Packliste erstellt. Diese könnt Ihr entsprechend den Kindern anpassen. Wenn alles dabei ist, dann macht die Übernachtung auf der DAV-Hütte auf jeden Fall Spaß.

Fast bin ich mit meinem Buch “Die schönsten Wanderungen von Hütte zu Hütte mit Kindern” fertig gewesen, doch irgendwie fehlte in diesem Buch noch etwas. Nach lange genug grübeln fiel es mir ein: Die Eltern brauchen eine Packliste. Denn bevor es auf ein Hüttenwochenende mit der Familie losgeht, gibt es eine Menge zu tun und plötzlich vergisst man das eine oder andere wichtige Ding einzupacken. Oben auf der Berghütte gibt es selten einen Ersatzschnuller oder genug Windeln fürs Kind. Die liegen gut verstaut zuhause……Damit Ihr alles im 60 Liter Rucksack dabei habt, kommt hier unsere Packliste.

Alles dabei? Diese Frage stellt sich bei einer Trekkingtour mit Kindern. Wir haben als Basis für Euch eine Packliste zusammengestellt. foto (c) kinderoutdoor.de

Packliste Hüttentour mit Kindern: Alles eingesackt

Folgendes solltet Ihr bitte einpacken:

  • Bargeld (auf Berghütten lässt sich selten mit Karte zahlen)
  • Wanderkarte
  • Wanderführer
  • Kompass oder GPS Gerät
  • DAV Ausweis
  • Hüttenschlafsack
  • Microfaser-Handtuch
  • Zahnbürste und Zahncreme
  • Stirn– oder Taschenlampe
  • kleiner Beutel für den Müll (echte Alpinisten nehmen den Müll mit ins Tal und trennen ihn dort)
  • Stöpsel für die Ohren
  • Wanderschuhe
  • Wechselwäsche
  • Trekkingstöcke
  • Regenjacke
  • Regenhose
  • Waschgel oder Seife
  • Bürste
  • Sonnenmütze oder Sonnenhut
  • Bürste oder Kamm
  • Erste Hilfe Set
  • Insektenschutzmittel
  • Mobiltelefon und Ladegerät
  • Regenhülle für den Rucksack
  • Funktions T-Shirt
  • Stirn– oder Taschenlampe
  • Flip Flops für die Hütte
  • Trinkflasche oder eine Trinkblase mit Schlauch für den Rucksack
  • Verpflegung

Für die Kinder packt Ihr bitte für die Hüttentour ein

  • Vorlesebuch für kleinere Kinder
  • Kuscheltier
  • Schnuller
  • Windeln
  • Feuchttücher
  • Nuckelflasche mit Sauger
  • Babynahrung
  • Babycreme
  • Spielsachen oder Spiele (viele Hütten haben Spiele für Ihre Gäste)