Kinder auf Berghütten: Seen wir mal!

Kinder auf Berghütten, das ist kaum zu toppen. Oder vielleicht doch? Einer Hüttentour lässt sich die Krone aufsetzen, wenn sich bei der Berghütte ein See befindet. Kann es etwas Schöneres geben, als im glasklaren Wasser von einem Bergsee zu plantschen oder dort selbst gebastelte Schiffchen auf große Fahrt zu schicken. Außerdem gibt es bei uns eine praktische Packliste.

Auf Hütten mit KIndern führt Euch ganz weit rauf: Wie hier zur Rappenseehütte im Allgäu. foto (c) kinderoutdoor.de

Los geht es am Parkplatz der Fellhornbahn. Weiter nach hinten in das Stillachtal dürfen, zum Glück, nur Einheimische oder Berechtigte mit dem Auto fahren. Wer sich den Weg bis Birgsau sparen will, nimmt den Wanderbus. Auf einem flachen und breiten Weg geht es durch Weiden hindurch zum kleinen Ort Birgsau. Von hieraus geht es bergauf durch einen Mischwald. Bald ist der Gasthof Einödsbach erreicht. Da der Aufstieg zur Enzianhütte die Kinder fordert, ist es besser hier eine Nacht zu verbringen. Die Kleinen können auf dem Spielplatz vor dem idyllischen Gasthof toben und die Eltern genießen die Abendsonne mit Blick auf die Berge. Am zweiten Tag geht es auf dem Wanderweg hinauf zur Enzianhütte. Gleich nach Einödsbach gilt es für die Familie ein Abenteuer zu bestehen: Auf einer schmalen Brücke halten sich alle am Drahtseil fest und überqueren einen Wildbach, während oberhalb ein kleiner Wasserfall rauschend auf die Felsen stürzt. Immer weiter geht es bergauf. Bald ist Peter´s Älple erreicht. Den Kindern tut hier eine Pause gut. Ab jetzt sind die Wege weniger optimal präpariert und ziehen sich am Hang entlang. Immer wieder muss man dabei Wildbäche überqueren. Alle die wasserdichte Wanderschuhe mit Membranen anhaben sind hier klar im Vorteil. Passt unterwegs gut auf, denn der Weg zur Enzianhütte ist teilweise etwas eigenwillig ausgeschildert. So ist beispielsweise ein größerer Stein beschriftet und weist den Weg. Über einen steilen und mit Felsbrocken übersäten Hohlweg geht es hinauf auf den Kamm. Es sind nur noch 30 Minuten bis zur Enzianhütte. Der Linkerskopf mit seinen 2.455 Metern ist ab jetzt gut zu sehen, an seinem Fuß liegt diese Wellness Insel. Für die ganze Familie ist das Erreichen der Enzianhütte für heute ein hartes Stück Arbeit gewesen. Hier gibt es für die Eltern einen Whirlpool, Sauna und Massagen. Den Sonnenuntergang von der Terrasse aus zu genießen ist ein unbezahlbares Erlebnis. Ungewöhnlich gut ist auch die Küche der Enzianhütte, denn wie steht es schon an der Hausmauser: „Kochen ist eine Kunst, und keineswegs die unbedeutendste!“

Eine lohnende Zwischenstation zur Rappenseehütte ist die Enzianhütte. foto (c) kinderoutdoor.de

Das stimmt vor allem auf der Enzianhütte, denn was hier auf den Tellern landet, hat zum Glück nichts mit den totfrittierten Tiefkühlgerichten mancher Selbstbedienungshütten zu tun. Weiter geht es am nächsten Tag zur Rappenseehütte. Sie eignet sich perfekt als Basis für weitere Bergtouren. Über einen Wiesenweg geht es bergauf. Ein Pfad führt am Berg vorbei. Hier kommt eine Stelle, welche die Familien konzentriert überqueren muss: Ein Schneefeld. Es hat sich durch den Weg gefressen. Zum Glück ist ein Fixseil dort verankert. An diesem Engpass Zeit lassen und die Kinder sichern. Sobald diese Stelle gemeistert ist, geht es weiter auf dem Pfad. Unterwegs ist immer wieder Trittsicherheit wichtig, dafür gibt es vom Weg aus Wasserfälle zu sehen. Bald ist eine Materialseilbahn zu sehen. Es ist Zeit für den finalen Aufstieg zum Rappensee. Auf dem Wanderschild ist 20 Minuten bis zu der DAV-Hütte angegeben, doch mit Kindern ist es besser eine halbe Stunde oder mehr an Gehzeit einzuplanen. Steil führt der Weg hinauf. Unterwegs bieten sich tolle Tiefblicke und eine Sicht auf einen Wasserfall. Seine Wasser rauschen hier beeindruckend in die Tiefe. Der Weg schlängelt sich am Kamm entlang und plötzlich steht man vor einer unvergleichlichen Bergkulisse: Vorne der Rappensee, dahinter das Hohe Licht, der Hochrappenkopf, der Biberkopf und der Rappenseekopf. Was für die Kinder am wichtigsten ist: Die Rappenseehütte. Idyllisch liegt sie am gleichnamigen See in dem sich die Berge spiegeln. Nachdem die Kinder ihre Unterkunft bezogen haben, lohnt sich ein Ausflug zum Großen Rappensee. Er liegt nur zehn Minuten von der Hütte entfernt und ist ideal um den Tag gemeinsam ausklingen zu lassen. Die Berge spiegeln sich auf der Wasserfläche und die Kinder können Dämme in den See bauen.

Durch die allgäuer Highlands geht es hinauf zur Rappenseehütte. foto (c) kinderoutdoor.de

Für den nächsten Tag gibt es verschiedene Möglichkeiten an Bergtouren. Das ist auch ein Grund, warum die Rappenseehütte bei Bergsteigern so beliebt ist. Denn von hier kommen die Alpinisten zum Heilbronner Höhenweg. Für Kinder ist er jedoch nicht zu empfehlen. Eine leichtere Tour ist die auf den Hochrappenkopf. In einer bis eineinhalb Stunden ist der Gipfel erreicht. Trittsicherheit ist eine wichtige Voraussetzung. Mehr Kondition und alpine Erfahrung sind bei Touren auf den Rappenseekopf, Biberkopf oder das Hohe Licht erforderlich. Der Rückweg erfolgt über die Enzianhütte. Sinnvoll ist es auf jeden Fall den Abstieg mit einer Übernachtung zu unterbrechen. Sei es auf der Enzianhütte oder im Gasthof Einödsbach. Zurück geht es in Stillachtal auf demselben Weg wie beim Aufstieg.

Paddeln in der Schweiz vor der Kröntenhütte

Langsam senkt sich das Paddel in das tiefblaue Wasser vom Obersee. Leichte Wellen kräuseln sich. Die Kinder haben auf diesem Bergsee Ihre Freude und paddeln dort fröhlich weiter. Kinderanimation? Braucht hier keines der Outdoorkids, denn die Kröntenhütte bietet alles was aktive Kinder wünschen. Los geht es in Erstfeld. Von hier aus steigen die Familien Richtung Bodenberge auf. Wer sich ein wenig Weg und Zeit sparen möchte, fährt mit dem Alpentaxi bis Bodenberge. Eine andere Möglichkeit ist, sich bei der Gemeinde eine entsprechende Genehmigung zu holen, diese kostet 20 CHF (ca. 18,79 Euro) und die Parkerlaubnis ist in der Gebühr inbegriffen. Ab Bodenberge müsst Ihr aber selbst aufsteigen. Über den Geisspfad, Chüeplangg oder Ellbogen geht es hinauf zur Kröntenhütte. Unterwegs kommt Ihr auch an einem Wasserfall und der Kuhalp vorbei. Dort könnt Ihr beim Käsemachen zusehen. Ein weiterer Höhepunkt ist das Hochmoor. Hier blüht alles in satten Farben. Auch der Sonnentau gedeiht dort. Diese Pflanze verspeist gerne Insekten. Da gruselt es den Kindern. Der Aufstieg dauert etwa vier Stunden. Auf 1.903 m Höhe angekommen seht Ihr die Kröntenhütte. Sie ist ein iedaBereits 1890 errichteten Mitglieder vom SAC Erstfeld eine Hütte beim Oberseemandlis. Nur 30 Jahre später, 1920, beschädigt ein Eissturz diese Hütte schwer. Doch schon 1921 weihten die stolzen SAC Mitglieder die neue Kröntenhütte an ihrem heutigen Standort ein. Auf dieser Hütte in der Zentralschweiz gefällt es den Kindern sofort. Im Fulensee lässt es sich wunderbar baden und es befinden sich Klettergärten in der Nähe der Kröntenhütte. Mit etwas Glück bekommt Ihr auch wilde Alpentiere zu sehen.

Auf Hütten mit Kindern: Kröntenhütte

  • Lage: Zentralschweiz
  • Geöffnet: Mitte Juni bis Ende September
  • Höhe: 1.903 m
  • Schlafplätze: 72
  • Besonderes: Abwechslungsreicher Aufstieg und Bergseen

Friedrichshafener Hütte: Seefahrt auf 2.100 Metern

Im Karwendel liegt die Friedrichshafener Hütte. Sie fällt unter den Alpenvereinshütten etwas aus dem Rahmen. Denn diese Berghütte hat ein eigenes Schlauchboot. Ja, Ihr habt richtig gelesen. Auf 2.138 Metern könnn die Kinder auf einem kleinen Teich paddeln. Ein Erlebnis, an das sie sich noch lange erinnern. Doch zuerst einmal müsst Ihr auf die Friedrichshafener Hütte kommen. Von Galtür braucht Ihr ungefähr zwei Stunden bis Ihr bei der Friedrichshafener Hütte seid. Wer sich telefonisch ankündigt, kann sein Gepäck hinauftransportieren lassen. Das ist in manchen Fällen ganz gut, denn die Weg hinauf sind teilweise richtig schmal. Die Alpenvereinshütte eignet sich perfekt als Basislager um auf die Hohen Köpfe (2.608m) zu steigen. Eine leichte und trotzdem eindrucksvolle Tour.

Mehr Infos unter:

www.dav-fn.de/index.php/verein/fnhuette

Familienfreundliche Berghütte: DAV Haus Spitzingsee

Familien mit kleineren Kindern haben das DAV Haus Spitzingsee auf Ihrer Liste oft ganz oben stehen. Das ist gut so. Diese Unterkunft ist leicht zu erreichen. Das Auto am Spitzingsattel abstellen und zu Fuß zum DAV Haus Spitzingsee wandern. Die Höhenmeter spielen dabei keine wirkliche Rolle. Wer möchte kann sich im DAV Haus selbst versorgen. Der Vorteil daran ist, Ihr könnt kochen wann Ihr wollt und was den Kindern schmeckt. Wer sich lieber bekochen lassen möchte, bestellt sich ein Frühstück oder Abendessen. Insgesamt gibt es 91 Schlafplätze in der Unterkunft und entsprechend groß ist auch die Küche ausgelegt. Bei sechs E-Herden hat jede Familie genügend Platz zum Kochen.

Eine Familien freundliche Hütte vom DAV gibt es auch am Spitzingsee. Foto (c) kinderoutdoor.de

Nur 100 Meter vom DAV Haus ist der Spitzingsee. Jetzt sind wir beim großen Pluspunkt von dieser Herberge. Im Winter ist sie bei Familien die gerne Skifahren, Rodeln, Skitouren gehen oder Schneeschuhwandern beliebt. Im Sommer bietet es sich an mit dem Mountainbike durch die Schlierseer Berge zu brettern. Um den Spitzingsee gibt es einige Wandertouren für Familien und alle die gerne klettern sind hier richtig.

Hütte: DAV Haus Spitzingsee

  • Höhe: 1.083
  • Geöffnet: Ganzjährig
  • Schlafplätze: 91

Eine Packliste für eine Hüttentour schont Euere Nerven. Wenn Ihr mit dem guten Gefühl loswandern wollt, alles im Rucksack eingepackt zu haben, dann haben wir für Euch diese praktische Packliste erstellt. Diese könnt Ihr entsprechend den Kindern anpassen. Wenn alles dabei ist, dann macht die Übernachtung auf der DAV-Hütte auf jeden Fall Spaß.

Fast bin ich mit meinem Buch “Die schönsten Wanderungen von Hütte zu Hütte mit Kindern” fertig gewesen, doch irgendwie fehlte in diesem Buch noch etwas. Nach lange genug grübeln fiel es mir ein: Die Eltern brauchen eine Packliste. Denn bevor es auf ein Hüttenwochenende mit der Familie losgeht, gibt es eine Menge zu tun und plötzlich vergisst man das eine oder andere wichtige Ding einzupacken. Oben auf der Berghütte gibt es selten einen Ersatzschnuller oder genug Windeln fürs Kind. Die liegen gut verstaut zuhause……Damit Ihr alles im 60 Liter Rucksack dabei habt, kommt hier unsere Packliste.

Packliste für eine Hüttentour mit Kindern. Was gehört alles in den Rucksack und was nicht? Foto (c) kinderoutdoor.de

Packliste für eine Hüttentour mit Kindern. Was gehört alles in den Rucksack und was nicht?
Foto (c) kinderoutdoor.de

Packliste Hüttentour mit Kindern: Alles eingesackt

Folgendes solltet Ihr bitte einpacken:

  • Bargeld (auf Berghütten lässt sich selten mit Karte zahlen)
  • Wanderkarte
  • Wanderführer
  • Kompass oder GPS Gerät
  • DAV Ausweis
  • Hüttenschlafsack
  • Microfaser-Handtuch
  • Zahnbürste und Zahncreme
  • Stirn– oder Taschenlampe
  • kleiner Beutel für den Müll (echte Alpinisten nehmen den Müll mit ins Tal und trennen ihn dort)
  • Stöpsel für die Ohren
  • Wanderschuhe
  • Wechselwäsche
  • Trekkingstöcke
  • Regenjacke
  • Regenhose
  • Waschgel oder Seife
  • Bürste
  • Sonnenmütze oder Sonnenhut
  • Bürste oder Kamm
  • Erste Hilfe Set
  • Insektenschutzmittel
  • Mobiltelefon und Ladegerät
  • Regenhülle für den Rucksack
  • Funktions T-Shirt
  • Stirn– oder Taschenlampe
  • Flip Flops für die Hütte
  • Trinkflasche oder eine Trinkblase mit Schlauch für den Rucksack
  • Verpflegung

Für die Kinder packt Ihr bitte für die Hüttentour ein

  • Vorlesebuch für kleinere Kinder
  • Kuscheltier
  • Schnuller
  • Windeln
  • Feuchttücher
  • Nuckelflasche mit Sauger
  • Babynahrung
  • Babycreme
  • Spielsachen oder Spiele (viele Hütten haben Spiele für Ihre Gäste)
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