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Richtig wandern mit Kindern: Zehn vermeidbare Fehler

Richtig wandern mit Kindern und die ganze Familie kommt entspannt sowie glücklich von der Tour zurück. Wer zehn vermeidbare Fehler umgeht, der kommt ohne die von Eltern und älteren Geschwistern so gefürchteten Quengelattacken ans Ziel. Wir stellen Euch vor, worauf Ihr beim richtig Wandern mit Kindern achten solltet. Es ist ganz einfach!

Quengeln ist die Atombombe der kleinen Menschen. “Wann sind wir endlich da!” oder “Ich kann nicht mehr!” oder “Ich mag nicht mehr!” oder “Ich gehe nicht mehr weiter!” Kinder brauchen nicht mehr als fünf Wörter um einen komplexen Sachverhalt auf den Punkt und den Blutdruck der Eltern in ungeahnte Höhen zu bringen. In immer kürzeren Intervallen gequengelt und die Eltern sind in weniger als einer halten Stunde Fälle für den Therapeuten, einen Anti-Agressions-Kurs oder einer Kur. Mit dem Quengeln ist es wie mit einem Pfeil: Einmal losgelassen, ist nichts mehr einzufangen. Deshalb lasst es auf Wanderungen (Bei Rad- oder Kanutouren gilt dasselbe) erst gar nicht soweit kommen. Warum quengeln die Kleinen? Weil sie a) überfordert sind b) ihnen langweilig oder c) beides der Fall ist. Hier gilt es anzusetzen um gar keine Quengelattacken aufkommen zu lassen. Dann ist es zu spät.

Richtig wandern mit Kindern: Das GIPFEL Prinzip

Damit Kinder und Eltern Freude am Bergwandern haben, ist das GIPFELprinzip die perfekte Hilfe.-

  • G steht für gemeinsam die Tour planen. Anstatt den Kindern am Frühstückstisch zu erklären“ So und heute steigen wir auf den Nanga Parbat“ überlegt sich die Familie gemeinsam welchen Berg sie besteigen will. So lassen sich Quengelattacken und andere Bergdramen vermeiden. Denn quengeln ist die Atombombe der kleinen Menschen!
  • Wichtig ist auch das I vom Gipfelprinzip. Die Initiative muss von den Kindern ausgehen. Erwachsene kennen das vielleicht von der Arbeit. Eine Tätigkeit, die man gerne tut die geht ganz anders von der Hand und die Motivation ist auch eine viel bessere. Noch heute erinnert sich der Extrembergsteiger Moro an seine Anfänge in den Bergen:“Meine Eltern gingen mit mir und meinen Brüdern jeden Sommer  in die Berge. Für uns Kinder ist das Bergsteigen ein wunderbares Spiel gewesen. Auch wenn ich heute auf einen 8.000er steige, ist es immer noch so wie damals: Ein Spiel!“
Über schroffes Gelände geht es zum Gipfel vom Wallberg hinauf. foto (c) kinderoutdoor.de

  • Was bei manchen Eltern zu kurz kommt, sind die Pausen beim Wandern. Dabei ist eine Tour mit den Kindern keine Speed-Begehung bei der die Stoppuhr und der Höhenmesser mitläuft. An interessanten Stellen wie einem Bach, wo die Kinder spielen können oder an einer Alm Pausen einlegen. So haben die Kinder die Möglichkeit sich zu regenerieren. Der Profi-Alpinist Moro rät:“ Wichtig ist auch, beim Wandern genügend Pausen einzulegen. Zeitdruck darf es beim Bergsteigen mit Kindern nicht geben. Pausen sind für alle gut.“
  • Das F vom Gipfelprinzip steht für Freunde. Die Kinder lieben es wenn Gleichaltrige dabei sind. Dann haben sie Spielgefährten, jemanden der sie versteht und mit dem sie die gleichen Interessen haben. Wenn ein Kind aus der gleichen Schulklasse dabei ist, überlegt sich das eigene ob es bei der Bergtour quengelt und ist viel besser motiviert. Wenn die Kinder Spaß beim Bergsteigen haben, dann bleiben sie dabei. „Alle Bergsteiger waren einmal Kinder. Alle Bergführer waren einmal Kinder. Alle Hüttenwirte waren einmal Kinder. Alle Expeditionsleiter waren einmal Kinder. Alle Entwickler von Bergausrüstung waren einmal Kinder. Warum sind sie beim Bergsteigen geblieben? Weil sie es immer noch so lieben, wie sie es als kleine Kinder schon taten. Deshalb mein Appell an Kinder und Erwachsene: Spielt mehr!“ so Simone Moro, der den Mount Everest über die Südroute bezwang.
  • E steht im Gipfelprinzip für einfache Touren. Immer wieder passieren Unfälle in den Bergen, weil sich Eltern überschätzt haben oder glaubten sie könnten einen Klettersteig mit den Kindern absolvieren. Was das Niveau der Tour angeht ist es besser, die Kinder zu unter- als zu überfordern.
Swing with me Baby. Am Wasserfall schaukeln, wo gibt es denn sowas? Kinder und Erwachsene dürfen der Kaskade ganz nahe kommen. foto (c) kinderoutdoor.de
  • Zum Schluss noch das L: Langsam kommt Ihr am besten auf den Berg. Wenn Ihr Euch mit den Kindern beim Wandern Zeit lasst, haben die kleinen Alpinisten Zeit zum Spielen und die Natur zu entdecken. Moro, selbst zweifacher Vater, rät den Eltern:“ Zeigt Ihnen wie Karte und Kompass funktionieren. Dann sollen die Kinder selbst den Weg zur nächsten Hütte finden und die Eltern gehen brav hinter ihnen drein. Dadurch lernen die Kinder etwas extrem wertvolles: Verantwortung für sich und andere.“

Richtig wandern mit Kindern: Das Wetter!

Am heißesten Tag der Woche auf einen Berg mit den Kindern zu steigen ist ebenso unklug, wie bei Regen loszuziehen. Beides ist für die jungen Alpinisten und Eltern kein Vergnügen. Für alle, die es noch nicht wissen: In den Bergen kann es schnelle Wetterstürze geben. Die fallen heftig aus! Wer in so einer Situation am Klettersteig oder dem Gipfelgrat unterwegs ist, hat mit der ganzen Familie ein Problem und die Bergwacht anschließend einen Einsatz.

Bevor Ihr die Wanderschuhe schnürt holt Euch den Wetterbericht für Euere Region ein und verhaltet Euch entsprechend. Wichtig ist auch, dass Ihr unterwegs wisst, wenn die Zeichen auf eine Verschlechterung des Wetters stehen.

Herbstwetter? Perfektes Wetter um die Norrøna Kinderjacke zu testen. foto (c) kinderoutdoor.de

Kinder Outdoor Wissen kann Euch vor bösen Überraschungen in der Natur bewahren. Wenn Euch bei einer Kantour der Sturm überrascht oder es einen Wolkenbruch gibt, während Ihr mit den Kindern im Klettersteig unterwegs seid. Solche metereologischen Kapriolen könnt Ihr an Anzeichen in der Natur erkennen. Wir sagen Euch woran!

“Die App hat aber kein schlechtes Wetter angezeigt!” meinte ein Vater völlig verärgert, als er mit seinen Sohn in die Berghütte kam. Beide klatschnass. “Schau Dir mal so was an!” schimpft der Vater und zeigt auf das Display seines Smartphones. Dort zeigt die Wetter-App immer noch strahlenden Sonnenschein an, während draußen der Regen wie aus Feuerwehrschläuchen gegen das Dach der Hütte prasselt. Immer wieder passiert es, dass App und reales Wetter irgendwie stark voneinander abweichen. Wer falsch ausgerüstet ist und seine Regenjacke zuhause oder im Hotelzimmer liegen hat, der kommt klatschnass zurück. Wer sich im Felsen bewegt oder auf dem Wasser ist, der kann durch ein Gewitter in eine Notsituation gelangen. Deshalb ist besser, weniger blind dem zu vertrauen was App´s anzeigen, sondern sich auf Zeichen aus der Natur zu verlassen. (die greift außerdem keine Daten ab und vertickt sie weiter).

Mit Kindern in den Bergen unterwegs. Wer mit den Kindern wandert sollte auch auf schlechtes Wetter vorbereitet sein. foto (c) kinderoutdoor.de

Anzeichen für Regen in der Natur sind:

  • Sind die Blüten vom Löwenzahn, Gänseblümchen oder Ringelblume am Morgen geschlossen kommt Regen.
  • Sauerklee faltet vor dem Regen seine Blätter zusammen, fallen bald die ersten Tropfen vom Himmel
  • Auch der Kirschbaum ist eine verlässliche Wetterstation: Rollt dieser Baum seine Blätter ein, holt Ihr am besten eine Regenjacke aus dem Rucksack
  • Ahorn, Erlen oder Weiden haben “Tränen” vor dem Regen an den Blättern. Hier lohnt es sich genau hinzusehen.
  • fliegen die Schwalben tief, hat das auch seinen Grund. Es herrscht Tiefdruck und diese Vögel leben von Insekten die sie in der Luft mit den Schäbeln schnappen. Bei Tiefdruck sind die Insekten weniger hoch in der Luft unterwegs und dadurch auch ihre Jäger.
  • Morgenrot und das Wetter an diesem Tag könnt Ihr vergessen
  • springen die Fische aus dem Wasser um Insekten zu schnappen, bekommt Ihr auch an diesem Tag nasse Füße
  • Hat sich um den Mond ein Hof gebildet, dann könnt Ihr die Sonnencreme im Rucksack lassen.
  • Der Rauch vom Lagerfeuer oder dem Grill will kaum aufsteigen bedeutet Tiefdruck.
  • Gleiches gilt für den Rauch aus Häusern oder der Berghütte. Drückt es ihn kaum aus dem Kamin, geht es Euch bald nass ein.
  • auf dem Wanderweg sind viele Schnecken und Regenwürmer unterwegs
  • Riechen die Birken besonders intensiv, spannt das Zelt schon mal nach. Es beginnt bald zu regnen.
  • Am hellichten Tag quaken die Frösche? Höchste Zeit um die Gummistiefel zu holen
  • Hunde knabbern am Gras? Tja, der Waldi spürt auch, was für ein übles Wetter aufzieht.
  • Seht Ihr auf der Weide Kühe stehen und diese futtern um die Wette, freut Euch schon mal auf den Regen. Der zieht nämlich auf.
  • In den Spinnennetzen sind keine Spinnen zu sehen? Kein Wunder, die Spinnen stehen weniger auf Regen.
  • Die Schuppen von Tannen- und Fichtenzapfen sind verschlossen, weil es sonst rein regnet.
Wandern mit Kindern, macht Spaß wenn das Wetter passt. foto (c) kinderoutdoor.de

Die Natur zeigt Euch auch ganz klar, wenn das Wetter es gut mit Euch meint. Bei folgenden Anzeichen erwartet Euch Sonnenschein:

  • Hat der Berg einen Hut, wird das Wetter gut. So lautet eine alte Bergsteigerregel. Tatsächlich ist es so, wenn über den Graten und Gipfeln die Wolken wie ein Hut liegen, dann ist es ein Garant für gutes Wetter.
  • Am Abend gibt es ein Froschkonzert, kein Wunder denn am nächsten Tag herrscht Sonnenschein.
  • Auch ein Regenbogen am Abend steht für ein stabiles angenehmes Wetter
  • Zirpen die Grillen am Abend, ist dies ein Anzeichen für eine stabile Hochdrucklage
  • Der Rauch vom Lagerfeuer steigt kerzengerade in die Luft, weil Hochdruck und somit gutes Wetter vorherrscht.
  • Abendrot schön Wetterbot
  • Johanniswürmchen leuchten in der Nacht und am nächsten Tag ist Sonnenschein (schließlich haben die Insekten eine Wetter-App!)
  • Der Nebel am Morgen fällt in sich zusammen, denn es kommt Sonnenschein!
  • Die Schwalben und Lerchen fliegen hoch

Richtig wandern mit Kindern: Alle sind gut ausgerüstet

Papa trägt Bergstiefel an denen er Steigeisen einklinken kann. In der Theorie zumindest, denn Papa wandert am liebsten zu den Almen. Dazu eine dreilagige Hightech Outdoorhose, einen himalaya tauglichen Expeditions-Rucksack für mehrere hundert Euro, feinstes Merino Unterhemd und Hochleistungssocken. Die Kinder haben zu große Schuhe an (“Da wächst man schon rein!” oder “Ziehst halt zwei Socken drüber!”) schwitzen in ihren Pseudo-Wanderhosen die es auf dem Wühltisch beim Kaffeeröster gab. Maria Frykman Forsberg, eine der Mitbegründerinnen von Isbjörn of Sweden meint dazu:” Ohne Frage, die Atmungsaktivität. Das ist auch ein Kostenfaktor wenn man teuere  Materialien verwendet. Reine Wasserdichtigkeit ist einfacher und billiger zu bieten. Viele Leute sagen,  Kinder brauchen keine atmungsaktiven Materialien in ihrer Outdoor-Ausrüstung. Ich denke, das ist eine sehr seltsame und zynische Betrachtungsweise über die  aktivste Bevölkerungsschicht auf diesem Planeten. Unsere Kinder verbringen   den größten Teil ihrer täglichen Zeit nach dem Kindergarten der Vorschule im Freien. Jeder Erwachsene der versucht  draussen körperlich aktiv  zu sein, ohne atmungsaktive Kleidung anzuhaben, weiß dass es fast unmöglich ist.”Bergwandern mit den Kindern ist schweißtreibend. Wahrscheinlich ist es Euch auch schon aufgefallen: Beim Aufenthalt in der Höhe friert der Mensch schneller. Besonders die Kinder. Wichtig ist es, dass die Kleinen und Ihr mit der optimalen Kleidung in den Bergen unterwegs seid. Tragekomfort, Bewegungsfreiheit, Wetterschutz, Wärmeisolation und Atmungsaktivität sind dabei die wichtigsten Schlagworte.

Den Rucksack richtig packen, das kann sogar ein Esel. foto (c) kinderoutdoor.de

Zur Grundausrüstung empfiehlt der DAV:

  • Funktionsunterwäsche aus schweißtransportierendem Material
  • Fleecejacke oder Pulli
     
  • lange Hosen aus trapazierfähigem und elastischem Kunstfasermaterial
  • Wetterschutzjacke: wind- und wasserabweisendes Material, mit Kapuze
  • Mütze und Fingerhandschuhe
  • leichte Ersatzwäsche: zum Wechseln nach schweißtreibendem Anstieg oder nach Regen
  • Strümpfe mit verstärktem Fußbett aus Mischgewebe oder Frottee

Richtig wandern mit Kindern: Ausrüstungs-Check
Die Actioncam läuft, nur an den Wanderschuhen vom Papa löst sich die Sohle. Auch lässt sich ein Trekkingstock nicht mehr arretieren. „Das regelmäßige Überprüfen der Ausrüstung ist eine wichtige Voraussetzung für Bergsportler. Kletterer und Klettersteigfans sollten vor dem ersten Einstieg am Fels ihre Sicherheitsausrüstung, mittels Funktions- und Sicht-Kontrolle überprüfen“, betont Michael Larcher, Leiter der Bergsport-Abteilung im Österreichischen Alpenverein. Larcher empfiehlt, Textilprodukte wie beispielsweise Seile und Gurte, spätestens nach 10 Jahren auszutauschen – bei häufigem Einsatz entsprechend früher. Auskunft über die vorgesehene Lebensdauer von sicherheitsrelevanten Equipment enthält die jeweilige Gebrauchsanleitung. Auch Wanderer sollen laut Alpenverein auf die Bergtauglichkeit ihrer Ausrüstung achten. „Das passende Schuhwerk mit rutschfester Profilsohle ist natürlich ebenfalls eine Grundvoraussetzung für eine sichere Tour“, erklärt Larcher. „Nie vergessen sollten Bergsportler auch ihr Mobiltelefon, ein Erste-Hilfe-Set sowie einen entsprechenden Kälte-, Regen- und Sonnenschutz. In den Rucksack gehört auch ausreichend zu Trinken.“ Weiters empfiehlt Larcher die Mitnahme einer Alu-Rettungsdecke sowie sogenannter Spikes, das sind Schneeketten für die Bergschuhe. Karten und entsprechende GPS-Systeme können ebenfalls hilfreich sein. Bei längeren Bergtouren ist ein Biwaksack nützlich.

Richtig wandern mit Kindern: Adiletten und Sneaker

Es ist kein Vorurteil. Vor allem deutsche Touristen wagen sich mit Sandalen und Sneaker in die Berge. Schließlich ist Ötzi, die Gletschermumie aus der Jungsteinzeit, auch in Sandalen auf dem Similaungletscher unterwegs gewesen und in der Kupferzeit gab es weder Berghütten noch eine Bergwacht. Vielleicht handelte es sich bei Ötzi um einen deutschen Touristen? Wer sonst ist mit Sandalen im Hochgebirge unterwegs. Bei den Kindern und Erwachsenen ist wichtig, dass sie hochwertige und passende Schuhe haben.

Funktionelle Bergschuhe, die gut passen, sind für die Tour das „A und O“. Je nach Einsatzbereich gibt es unterschiedliches Schuhwerk. Ein Schuh mit einer rutschfesten, profilierten Spezialsohle aus Gummi ist stets unerlässlich. Grundsätzlich gilt: Je schwieriger das Gelände, je länger die Tour und je schwerer der Rucksack, desto stabiler muss das Schuhwerk sein.

Durch stabilen Bodenaufbau und ein griffiges Profil ist der Allround-Outdoor-Halbschuh vom Flachland bis ins Mittelgebirge einsetzbar. Der Halbschuhschnitt gestattet optimale Bewegungsfreiheit und erzeugt niedriges Gewicht.

Beim Wanderstiefelschützt der hochgezogene Schaft die Knöchel zusätzlich vor Anschlagen und stabilisiert die Gelenke als Schutz vor Umknicken.

Der sogenannte Trekkingstiefelist ein idealer Bergschuh in Stiefelform für anspruchsvolle längere Touren, z. B. beim Hüttentrekking. Um harten Untergrund gerecht zu werden, sind Stiefel mit einer so genannten Brandsohle empfehlenswert. Die Profilsohle sollte ein selbst reinigendes und tief eingeschnittenes Muster aufweisen. Ein bedingt steigeisenfester Rand erlaubt das Anbringen von Steigeisen mit Frontkorb- oder Riemenbindung.

Der klassische Bergstiefelist ein besonders robuster und warmer Bergschuh in Stiefelform für den Einsatz im Hochgebirge und ist auch für Schneeschuhtouren gut geeignet. Ein steigeisenfester Bergschuh ermöglicht das Anbringen von Steigeisen mit Kipphebelbindung.

Richtig wandern mit Kindern: Weniger eingepackt ist oft mehr!

Manche Eltern kommen bepackt wie für eine Expedition im Karakorum zu einer Berghütte angeschwankt. Schwer stapfend schleppen sie sich der Alm entgegen. Dabei sind es noch einge tausend Höhenmeter bis zur “Todeszone”. Trotzdem ringen die schwer beladenen Eltern wie Reinhold Messner bei seinem Alleingang auf den Mount Everest 1980. Es lohnt sich genauer hinzusehen, was manche Eltern für ihre Tour zu einer Alm auf 1.500 Metern über Normalnull alles mitschleppen: Bergseil (man weiß ja nie!), Biwaksack (wenn es plötzlich Nacht ist!), GPS Gerät (verlaufen muss nicht sein!) und viele andere unwichtigen Dinge. Hier ist es oft besser, sich auf das Nötigste zu beschränken.

  • Wanderrucksack, 20-30 Liter, mit Aussentaschen und gepolstertem Tragesystem
  • topografische Karten und Führer, evtl. Kompass und Höhenmesser
  • Schutz gegen UV-Strahlung (Kopfbedeckung, Sonnenbrille und -creme)
  • Erste-Hilfe-Set, Rettungsdecke und Handy (für Notruf 112)
  • Trinkflasche (mindestens 1 Liter/ Person), Tourenproviant
  • evtl. Grödel (steigeisen-ähnliche Gehhilfen), Pickel, Seil und Steigeisen für Hochtouren
  • evtl. Tourenstöcke (die Trittsicherheit beim Gehen und Steigen wird vor allem bei rutschigem Untergrund erhöht, die Gelenke werden beim Bergabgehen geschont)

Speziell für die Kinder solltet Ihr einpacken:

  • Kindertrage für die Kleinen. Mit dem Kinderwagen kann in den Bergen schnell Schluss sein, wenn Ihr eine Kraxe auf dem Rücken habt, kommt Ihr deutlich weiter.
  • Sonnencreme und Mütze. In den Bergen kann das UV Licht aggressiver sein, als im Flachland. Außerdem ist die Kinderhaut, wissenschaftlich erwiesen, deutlich empfindlicher als die von Erwachsenen. Hier hilft nur eines: Schützt sie und cremt die Kinder mit Sonnencreme ein.
  • Kleinkinder sind mit großem Gepäck unterwegs: Windeln, Fläschchen, Brei, Feuchttücher und was die ganz Kleinen sonst noch so alles brauchen.

Richtig wandern mit Kindern: Die elektronische Sklavenpeitsche bleibt aus

Fitnesstracker. Ein tolles Wort für Fußfessel. Die Sklaven auf den Galeeren im antiken Rom bekamen die Peitsche zu spüren. So zumindest die cineastische Schilderung seit Jahrzehnten. Heute muss niemand Sportler, freiwillig oder gegen deren eigenen Willen, in Ketten legen. Das tun die Konsumenten schon selbst. So können einige Firmen immer schön online in Echtzeit verfolgen, wo sich der Outdoorer mit dem Fitnesstracker aufhält. Toll! Das ist keine Verschwörungstheorie. Doch diese Fitnesstracker und GPS Uhren haben, bei einer Wanderung einen weiteren erheblichen Nachteil. Manche Eltern, vor allem die Väter, entwickeln wegen diesen elektronischen Nervlingen einen falschen Ehrgeiz. “Was erst zweitausend Höhenmeter!” sagen sie dann vor möglichst vielen Zuhörern auf der Alm. Leider ist die schauspielerische Einlage kaum Oscar reif. Auch ist es für die Kinder weniger prickelnd, wenn der Vater gefühlt alle zehn Sekunden auf das Smartphone oder seinen Fitnesstracker starrt. Da gibt es nur eines: Lasst diese elektronischen Nervensägen zuhause oder am besten gleich im Mediamarkt. Ich bin ja nicht blöd!

Richtig wandern mit Kindern: Orientiert Euch

Kaum etwas ist für Kinder so schlimm, als wenn sich die Eltern beim Wandern verlaufen. Die Kleinen können schon nicht mehr und dann ist ungewiss, wie lange sie noch laufen müssen. Aus diesem Grund ist es immer gut, Karte und Kompass dabei zu haben. Die wiegen wenig und brauchen kaum Platz. Die Statistik der Bergrettung beweist es: Obwohl es App´s für die Smartphones gibt, mit denen Outdoorer sich draußen orientieren können und ausgereifte GPS Geräte, verlaufen sich trotzdem immer noch etliche Alpinisten. Der Vorteil von Karte und Kompass: Diese brauchen keinen Strom, keine Verbindung zu Satelitten und es geht kein Display kaputt, wenn sie runterfallen. Doch wie lässt sich der eigene Standort in der Natur herausfinden? Dazu haben wir Erik Wiren vom Kompasshersteller Brunton befragt.

  • Um deine Position auf einer Karte mit Hilfe eines Kompasses zu bestimmen, kannst du triangulieren.
  • Dazu solltest du grundsätzlich 3 verschiedene Orientierungspunkte suchen, die du von deinem Standort siehst und ebenfalls in der Karte findest.
  • Dies können Berggipfel, Gebäude oder andere markante Dinge sein, die im Gelände hervorstechen und auf der Karte sichtbar sind.
  • Richte den Richtungspfeil des Kompasses auf das Objekt und drehe den Azimut (Erklärung siehe unten), bis das rote Kästchen unten in der Phiole mit der nach Norden suchenden Nadel übereinstimmt.
  • Dann hast du eine Peilung zu diesem Punkt festgelegt.
  • Lege den Kompass so auf die Karte, dass sich das Lineal an der Stelle befindet, an der dieses Objekt, auf das du die Peilung eingestellt haben, auf der Karte zu sehen ist.
  • Drehe dann den gesamten Kompass, bis die Linien im Boden der Ampulle mit den Meridianlinien auf der Karte übereinstimmen und ziehe mit einem Stift eine Linie entlang der geraden Kante.
  • Wiederhole diesen Vorgang mit zwei weiteren Objekten – somit erhälst du drei Linien auf der Karte.
  • Wenn dies mit akribischer Genauigkeit geschieht, werden sich die Linien in einem Punkt schneiden, und das ist der Punkt, an dem du dich befindest.
  • Aber die Linien werden höchstwahrscheinlich so, wie sie sind, ein wenig verschoben sein und ein kleines Dreieck bilden – irgendwo in oder um dieses Dreieck herum befindest du dich.
  • Je kleiner das Dreieck ist, desto genauer wird der Mittelpunkt des Dreiecks sein.
  • Dies kann mit jedem Kompass erfolgen, aber mit einem Spiegelkompass ist es wesentlich einfacher, eine genaue Peilung vorzunehmen.

Richtig wandern mit Kindern: Bleibt auf den Wegen!

Sicher habt Ihr das auch schon gesehen: Von einem offiziellen Wanderweg gehen etliche kleine Trampelpfade weg. Sogenannte “Abkürzer”. Da lassen sich ein paar Meter sparen. “Wenn es stark regnet, rauscht das Wasser über die Abkürzer und spült einen Teil vom Erdreich weg, das dann auf dem Wanderweg liegen bleibt!” erklärte mir einmal ein Wanderwegewart. Mit solchen Abkürzungen fördern diese “schlauen” Wanderer die Bodenerosion, nur um ein paar Sekunden früher an der Hütte oder auf der Alm zu sein. Da schüttelt selbst die Kuh den Kopf!

Richtig wandern mit Kindern: Schutzzone heißt draußen bleiben

Habt Ihr den Bergen schon mal ein Auerhuhn oder ein Birkhuhn gesehen? Wenn ja, dann gratuliere ich Euch. Wenn nein, dann hat das seinen Grund. Diese Tiere sind in ihrem Bestand bedroht. Deshalb gibt es spezielle Schutzgebiete um Flora und Fauna sichere Rückzugsräume zu geben. Mit gut sichtbaren Schildern sind diese Schutzgebiete gekennzeichnet. Betretet diese bitte nicht. Blumen in den Bergen sind dort am schönsten und nicht in der Vase.

Richtig wandern mit Kindern: Der Müll wandert zurück ins Tal

Von Deuter gibt es den praktischen Drecksack zu kaufen. In diesen orangen Beutel legt Ihr den Müll der bei Eurer Tour anfällt hinein. Im Tal könnt Ihr dann den Müll entsorgen. Das ist besser, als wenn die Plastikverpackungen und Getränkedosen die Berge verzieren. Außerdem geht 1 Eurp pro verkauften Drecksack an die Bergwaldoffensive.

Richtig wandern mit Kindern: Gatter zu, alles gut!

“Sei nicht dümmer als die Kuh, mach hinter Dir das Gatter zu!” las ich auf einem Schild im Karwendel. Für die Sennerin oder den Senner ist es eine schwere Aufgabe entlaufenes Vieh wieder einzufangen, nur weil Wanderer oder Mountainbiker vergessen haben das Gatter zu schließen. Deshalb ersparen wir den Hirten diesen Ärger und machen hinter uns immer das Tor zu. Immer wieder gibt es von Unfällen zu lesen, weil Wanderer falsch mit Kühen umgegangen sind. Versucht diese Tiere wenn sie auf dem Wanderweg stehen nicht wegzuschieben oder mit dem Stock zu vertreiben. Umgeht die Kühe und sie nehmen Euch nicht auf die Hörner.

Zum richtigen Verhalten in den Bergen gehört es auch Schutzzonen zu respektieren.
foto (c) kinderoutdoor.de

Richtig wandern mit Kindern: Besser zuhause grillen

Im März 2011 brannte der Bergwald am Herzogstand beim Walchensee, weil zwei Wanderer dort grillen wollten. Das Feuer geriet außer Kontrolle und es sind über 150 Feuerwehrleute sowie vier Hubschrauber im Löscheinsatz gewesen. Um die 240.000 Euro Schaden entstanden durch diese wilde Grillaktion. Bei manchen Hütten gibt es Grillstellen und wenn Ihr diese benutzen dürft, dann könnt Ihr dort die Würstl oder das Fleisch grillen. Ansonsten tut das bitte zuhause.

Richtig wandern mit Kindern: Keine Stunts in den Bergen!

Immer wieder muss die Bergwacht zu Rettungseinsätzen ausrücken, weil manche Wanderer spontan das Abenteuer suchten. Da sehen am Vorbeigehen die Alpinisten einen Klettersteig. Sie sind zwar noch nie auf einem solchen unterwegs gewesen und haben auch keine Klettersteigausrüstung dabei, trotzdem ziehen sie sich am Stahlseil hoch. Weil es so gut geht, noch mal zehn Meter und nochmal. Plötzlich sehen die spontan Kletterer nach unten und jetzt ist ihnen ziemlich mulmig im Bauch und die Knie sind weich wie Butter in der heißen Pfanne. Wie gut, dass es die Bergwacht gibt.

Richtig wandern mit Kindern: Bleibt auf Sichtweite

Manchmal wollen die Kinder beim Wandern vorauslaufen oder sind verärgert und trödeln einige Meter hinter den Eltern her. Bitte haltet mit den Kindern immer Sichtkontakt, damit es zu keinem Bergunfall kommt.

Bleibt mit den Kindern in den Bergen immer auf Sichtkontakt.
foto (c) kinderoutdoor.de

Richtig wandern mit Kindern: Keine Langeweile bitte!

Für die Kinder ist beim Bergwandern die Langeweile der größt Gegner. Deshalb überlegt wie Ihr unterwegs die Kinder mit Spiele oder Basteleien beschäftigen könnt. Gut kommt auch, wenn die Kinder Freunde dabei haben. Denn beim Bergwandern mit Kindern ist der Grat zwischen Wanderlust und Wanderfrust sehr schmal! In etlichen Blogs, Büchern oder Zeitschriften kommen abgestandene “Ideen” wie “Ein Schuh, ein Stock, ein Damenunterrock” oder ” Ich sehe was, was Du nicht siehst!” Für alle die es noch nicht wissen: Diese “Spiele” sind schon zu Zeiten als die Großeltern Kleinkinder gewesen sind stinklangweilig gewesen. Also lasst Euch was einfallen bastelt doch mit den Kindern ein Wasserrad, wenn Ihr an einem Bach vorbeikommt, aber bitte veräppelt sie nicht mit solchen abgestandenen Spielen. Die Kinder merken diesen Unfug sofort und Ihr führt Euch nur selbst vor.

“Es klappert die Mühle” ein altes Kinderlied erinnert an die Wichtigkeit der technischen Anlagen. Sie mahlten Getreide, zerkleinerten Mahlgut (wie die Kugelmühlen) oder trieben wuchtige Hämmer und Sägen an. Bereits im 3. Jahrhundert vor Christus gab es in China die ersten Mühlen, welche das Wasser antrieb. Nach Deutschland kam diese Technik mit den Römern. Im Rheinland fanden Archäologen die Überreste einer römischen Wassermühle, die um das Jahr Null in Betrieb gewesen ist. Noch heute sind etliche Mühlräder erhalten. Manche weit über 100 Jahre alt. Wir wollen bei unserem Bushcraft Projekt ein Wasserrad basteln. Ohne Schnüre, Seile, Nägel oder Schrauben. Heute arbeiten wir nur mit den Materialien, die wir in der Natur finden. Ihr benötigt:

Bushcraft für Kinder kommt mit wenig Material aus. So wie Ihr hier sehen könnt. Aus diesen Zutaten basteln wir ein Wasserrad.
foto (c) kinderoutdoor.de

Bushcraft für Kinder: Erst suchen, dann das Wasserrad bauen

Bevor wir mit dem Basteln loslegen, sucht Ihr und die Kinder im Wald, Park oder am Flußufer das Material zusammen. Zuerst sucht Ihr Euch zwei etwa gleich dicke Äste vom Haselnuss. Diese sollten so dick wie ein kleiner Finger sein. Schneidet beide Äste so zu, dass sie gleich lang sind. Sonst läuft unsere Mühle “unrund”

Schneidet zuerst zwei gleichlange Äste zu.
foto (c) kinderoutdoor.de

Im nächsten Arbeitsschritt bereiten wir die Aufnahme der Schaufelblätter vor. Wir klemmen sie in das Holz ein. So halten sie, ohne dass wir sie mit Nägel, Schrauben oder Schnüre fixieren müssen. Schneidet mittig die Enden von den Ästen ein.

Spaltet die Ende der beiden Äste. Sie nehmen später die Schaufelblätter auf.
foto (c) kinderoutdoor.de

Höchste Zeit, die Schaufelblätter vorzubereiten. Gegen sie drückt das vorbeiströmende Wasser und bringt so das Wasserrad zum Rotieren. Mit dem Taschenmesser/Multitool/Beil schneidet Ihr sie so zurecht, dass alle vier Rindenstücke gleich groß sind. Bitte noch nicht die Schaufelräder in die Einschnitte stecken. Zuerst müssen wir die Äste durch die Achse aus Holunder klopfen.

Stellt vier gleich große Rindenstücke her. Sie sind später die Schaufelblätter.
foto (c) kinderoutdoor.de

Bei dem nächsten Schritt helft Ihr am besten den Kindern. Mit der Ahle (das ist der Stechdorn von der Rückseite des Taschenmesser) bohrt Ihr ein Loch in die Mitte vom Holunderast. Das Loch sollte durchgehen.  Anschließend erweitert Ihr es mit der kleinen oder großen Klinge vom Taschenmesser. Entgegengesetzt wiederholt Ihr das ganze Prozedere. Durch diese beiden Löcher müssen anschließend die Arme unserer Schaufelblätter passen. Bohrt die Löcher enger, als die beiden Äste dick sind. Dadurch sind sie in der Achse aus Holunder fixiert. Schnitzt mit dem Taschenmesser die beiden Enden der Achse an. Dadurch läuft sie leichter.

Bereitet die Achse für die Schaufelarme vor.
foto (c) kinderoutdoor.de

Mit einem Ast, einem dicken Stein, oder der flachen Rückseite vom Outdoorbeil. Geht vorsichtig dabei vor, dass das Holz nicht reisst. Klopft die beiden Äste so hindurch, dass sie gleich weit aus der Achse herausstehen.

So sollte jetzt das halbfertige Wasserrad aussehen.
foto (c) kinderoutdoor.de

Steckt nun die vier gleich großen Rindenstücke als Schaufelblätter in die gespaltenen Enden der Äste. Unser Mühlrad ist klar. Doch es benötigt eine Halterung. Bereitet dazu die beiden Astgabeln vor. Entfernt die überzähligen Äste. Spitzt mit der großen Klinge oder dem Beil das Ende der Astgabel an. Schließlich wollt Ihr die Halterung in den Bach oder Fluß steckten.

Spitzt die Astgabeln für das Wasserrad an einem Ende an.
foto (c) kinderoutdoor.de

Rammt die Astgabeln so in den Untergrund vom Gewässer, dass sie parallel zueinander stehen. Die Entfernung zwischen den Astgabeln sollte soweit sein, dass sie kleiner ist, als die Länge der Achse aus Holunder. Legt nun das Wasserrad in die beiden Astgabeln. Wenn Ihr gut gearbeitet habt, davon gehe ich aus, dann dreht sich das Wasserrad. Beginnt es sich nicht zu drehen, überprüft ob die Arme mit den Schaufelblättern gleich lang ausgerichtet sind. Was hier auch noch hilft: Erhöht die Fließgeschwindigkeit und damit den Wasserdruck auf die Blätter vom Wasserrad. Die Kinder errichten einen kleinen Staudamm. Durch eine Öffnung fließt das Wasser deutlich schneller ab und treibt die Mühle an. Viel Freude beim Basteln! Setzen wir unser fertiges Wasserrad ein. foto (c) kinderoutdoor.de Fertig ist unser Wasserrad in weniger als zehn Minuten. foto (c) kinderoutdoor.de

Richtig wandern mit Kindern: Höhenmeter und Länge richtig einschätzen

“Sag mal, die Zeitangabe auf dem Schild kann unmöglich stimmen!” meint ein Vater zu seiner Frau “Auf dem Wegweiser hieß es eine Stunde bis zur Alm und wir sind nun ein einhalb Stunden unterwegs und keine Alm weit und breit!” Wandern mit Kindern läuft anders ab, als wenn Erwachsene alleine oder in der Gruppe unterwegs sind. Deshalb plant mehr Zeit für eine Tour ein. Der Deutsche Alpenverein (DAV) empfiehlt als Faustregel: Die empfohlene Gehzeit für einen Erwachsenen multipliziert Ihr mit 1,5. Ein Beispiel: Der Weg zur Alm dauert, laut Wegweiser und Wanderführer, zwei Stunden. Nehmt die zwei Stunden mal 1,5 und Ihr kommt auf drei Stunden ungefähre Gehzeit. Eine Frage die immer wieder Eltern stellen. Auch dafür gibt es Erfahrungswerte. Ein Kind, das den Kindergarten besucht, sollte nie länger als drei oder vier Stunden wandern. Schließlich sollen die Kleinen Freude an der Bergtour haben und nicht völlig erschöpft an der Alm ankommen. Falscher Ehrgeiz bringt hier keinen weiter. Kinder im Grundschulalter können, je nach Kondition, auch eine Tagestour schaffen. Bitte gebt den Kindern dazu die entsprechenden Pausen. Experten gehen davon aus, dass ein durchschnittlicher Bergsteiger in der Stunde etwa 300 Höhenmeter schaffen kann. Das hängt von seiner Kondition ab. Ein durchtrainierter Bergfex packt selbstverständlich mehr. Für Kinder setzen die Fachleute, abhängig wie die kleinen Bergsteiger trainiert sind, 100 bis 150 Höhenmeter pro Stunde an. Damit könnt Ihr Eure Bergtour so planen, dass die Kinder nicht überfordert sind und immer noch Ihre Freude an der Wanderung haben.