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Nachhaltig Outdoor? Findet Nemo!

Wie nachhaltig ist Outdoor Ausrüstung und Outdoor Kleidung? Alles nur warme Luft aus den Marketingabteilungen? Nemo Outdoor Equipment aus den USA steht für Nachhaltigkeit. Seit April ist die Marke für Outdoorer und Bergsteiger als klimaneutral zertifiziert. Cam Brensinger, Chef und Gründer der Marke aus den Neuengland Staaten, stand im Interview Rede und Antwort.

Hallo Cam, bist du jemals mit der europäischen Natur in Berührung gekommen? Welche Region in Europa reizt dich am meisten?  

Cam Brensinger „Meine Vorfahren kamen größtenteils aus Deutschland und Norwegen, sodass diese Länder eine besondere Bedeutung für mich haben und ich habe die Zeit in der Natur beider Länder genossen. Doch wenn ich ehrlich bin, bewundere ich vieles in Europa und habe bislang nicht genug Zeit dort verbracht! Wenn meine Kinder etwas älter sind, können wir hoffentlich gemeinsam einige Reisen nach machen – wie beispielsweise nach Chamonix, nach Umbrien und in den Schwarzwald, um nur ein paar Destinationen meiner Wunschliste zu nennen.“  

Wie nachhaltig ist Outdoor? „Es gibt keine bessere Industrie als Outdoor-Branche, um den Weg gegen den Klimawandel anzuführen,“ meint Cam Brensinger CEO und Gründer von Nemo Equipment. foto (c) nemo

Woher kommt Nemo?

NEMO ist ein Outdoor Equipment Hersteller aus New Hampshire, USA, der dafür bekannt ist, preisgekrönte Produkte zu entwickeln, die sich durch Langlebigkeit, Komfort und Nutzerfreundlichkeit auszeichnen.

 

Was motiviert dich jeden Tag für die Arbeit?  

„Meine Leidenschaft ist es, etwas herzustellen, neues zu kreieren und mit neuen Ideen auf den Markt zu kommen. Besonders gerne mache ich das in Zusammenarbeit mit meinem Team. Ich liebe Teamwork und ich liebe Design. In den 20 Jahren seit ich NEMO gegründet habe, haben wir ein extrem talentiertes Team zusammengestellt. Und ein Büro aufgebaut, welches einen Shop, eine Regenkammer, einen Bereich für Muster und zahlreiche Tools für Design beinhaltet. Da macht es natürlich Spaß, in die Arbeit zu gehen – es ist sogar mein Lieblingsplatz! Zudem haben wir bei NEMO ein Ziel, an das wir alle fest glauben, nämlich die Innovation in unserer Branche voranzutreiben und den Weg der Nachhaltigkeit zu ebnen. Eine starke Mission zu haben gibt unserer Arbeit einen Sinn und macht sie so erfüllend.“ 

Wie gehts weiter mit der Outdoor Branche und dem Klimawandel? Cam Brensinger, CEO von Nemo Equipment meint: „Unser Handelsverband in den USA, die Outdoor Industry Association, hat 2020 eine Gruppe namens Climate Action Corps gegründet, in der über 100 Marken zusammenarbeiten, um intelligentere Wege für die Herstellung und den Transport von Produkten zu finden und sich für die gesellschaftlichen und politischen Veränderungen einzusetzen, die zur Umkehrung des Klimawandels erforderlich sind.“ foto (c) Nemo

 

Woher bekommst du die Produktideen?  

„Unsere Produktideen kommen von unserer gesammelten Erfahrung im Outdoor-Bereich und während des Design-Prozesses. Es ist schwer, Ideen zu erzwingen. Manchmal stellen wir zwar eine Möglichkeit auf dem Markt fest, doch es dauert oft viele Jahre, bis wir eine Lösung entwickelt haben, die unserer Meinung nach die Ressourcen wert ist und zu unserer Marke passt. Dasselbe galt auch für unseren Stargaze Stuhl. Die ersten Designskizzen habe ich 2013 gemacht, doch zu der Zeit hatte ich weder das richtige Team noch die richtige Lieferkette, um die Idee zu realisieren. Fünf Jahre später, im Jahr 2018, haben wir den Stuhl endlich auf den Markt gebracht und für 2023 werden wir ein wundervolles Update des Stuhls auf den Markt bringen.“   

Nachhaltig Outdoor ist möglich und Nemo Equipment arbeitet daran. foto (c) nemo

Welche Preise haben Nemo Produkte schon erhalten?

NEMO wurde als führendes mittelständisches Unternehmen im Bereich Umweltschutz von den New Hampshire Businesses for Social Responsibility ausgezeichnet und hat seit seiner Gründung 2002 bereits über 70 namhafte Awards für seine Designs erhalten.

 

Ist New Hampshire und das dortige Klima die optimale Testumgebung für die NEMO-Produkte?  

„New Hampshire eignet sich perfekt als Firmensitz einer Marke wie NEMO. Wir sind bekannt für eine ausgeprägte Arbeitsmoral und fühlen uns eng mit der Natur verbunden. Die Umgebung von New England bietet Outdoor-Enthusiasten zudem eine Vielzahl an Möglichkeiten. Im nahegelegenen Main haben eine wundervolle Meeresküste, großartige Berge in unserem eigenen Bundesstaat und jede Menge Flüsse und Seen in unmittelbarer Nähe. Die Jahreszeiten sind hier mit kalten und verschneiten Wintern und heißen Sommern klar abgegrenzt. Der Charakter und die Besonderheiten New Englands spiegeln unsere Werte wider und geben uns gleichzeitig ein großartiges Outdoor-Spielfeld für das wir unsere Produkte entwerfen.“ 

Lässt Euch nicht im Regen stehen: Nemo Hornet 2P. Foto (c) kinderoutdoor.de

 

Unsere Welt verändert sich. Nachhaltigkeit spielt nun auch in der Wirtschaft eine zentrale Rolle. Wie wichtig ist diese für NEMO Equipment?  

„Wenn wir im Kontext von NEMO über Nachhaltigkeit nachdenken, denken wir dabei an ‚Unternehmensnachhaltigkeit‘. Mit anderen Worten: Was müssen wir tun, um unsere langfristige Mission vom Aufbau einer langlebigen und ikonischen Marke zu erreichen und sicherzustellen, dass wir weiterhin im Einklang mit unseren zentralen Werten arbeiten können? Wir sind ein größtenteils in Familienbesitz befindliches Unternehmen, sodass wir nicht an das nächste Quartal denken, sondern an die nächsten paar Jahrzehnte. Wir treffen unsere Entscheidungen im Einklang mit unserer Mission und unseren Werten und nicht so, dass sie das Beste für den unmittelbaren Gewinn sind. In unseren Augen haben Unternehmen wie unseres nur dann eine Zukunft, wenn wir Verantwortung für unseren Einfluss auf die Menschen und unseren Planeten übernehmen. Aus diesem Grund haben wir vor kurzem bekannt gegeben, dass wir den Kohlenstoffverbrauch unserer Produktion bis 2030 um die Hälfte reduzieren möchten. Um unsere Emissionen weiter zu reduzieren, sind wir seit April dieses Jahres offiziell als klimaneutral zertifiziert. Nächstes Jahr gehen wir mit dem Launch des Forte Endless Promise™ Schlafsacks einen weiteren Schritt in diese Richtung. Der Promise™ verursacht keinen Abfall in der Fabrik und ist komplett klimaneutral, vollständig recycelt und komplett recycelbar – dies wird dadurch erreicht, dass mehr als 95% des Schlafsacks aus einem einzigen Polymer hergestellt werden. Wir haben beschlossen, dass die Zeit der kleinen Schritte vorbei ist und wir uns jetzt an die Arbeit machen, um mutige Schritte in die Zukunft zu gehen.“ 

Welche Firmenphilosophie verfolgt Nemo?

NEMO’s besonders hohes Ansehen für innovative Konstruktionen in allen Produktlinien — Zelte, Schlafsäcke, Matratzen, Camping-Accessoires und Mobiliar — ist das Ergebnis einer Designphilosophie, die verspricht, niemals etwas auf den Markt zu bringen, dass das Verbrauchererlebnis nicht bedeutend verbessert.

 

Welche Chance hat die Outdoor-Branche, sich selbst als Pionier der Nachhaltigkeit zu etablieren?  

„Es gibt keine bessere Industrie als Outdoor-Branche, um den Weg gegen den Klimawandel anzuführen. Unser Business und unser Lebensstil bauen auf gesunden Menschen und einem gesunden Planeten auf. Ich denke, dass unsere Branche diese Verantwortung glücklicherweise annimmt und die Möglichkeiten sieht, die sich in Bezug auf kontinuierliche Inspiration und Innovation manifestieren. Unser Handelsverband in den USA, die Outdoor Industry Association, hat 2020 eine Gruppe namens Climate Action Corps gegründet, in der über 100 Marken zusammenarbeiten, um intelligentere Wege für die Herstellung und den Transport von Produkten zu finden und sich für die gesellschaftlichen und politischen Veränderungen einzusetzen, die zur Umkehrung des Klimawandels erforderlich sind. Tatsächlich ist diese Arbeit nicht nur die richtige und intelligente Wahl, sondern auch eine Möglichkeit, um neue Ideen und Produkte zu entwickeln, welche das Interesse der Menschen an unseren Marken sowie ihre Begeisterung an Outdoor-Abenteuern noch viele weitere Jahre aufrechterhalten. Wenn wir uns nicht um Nachhaltigkeit kümmern, nehmen wir per Definition unseren eigenen Untergang in Kauf. Sich um Nachhaltigkeit zu bemühen bedeutet, unserem Tun eine Bedeutung und einen Sinn zu geben und eine Zukunft zu sichern, auf die wir uns alle freuen können.“ 

 

Zusätzlich zu der Unternehmensnachhaltigkeit geraten auch Themen wie Diversität immer mehr in den sozialen Fokus. Integriert ihr diese und wenn ja, wie?  

„Für uns sind soziale und ökologische Belange sehr eng miteinander verwoben. Erstens: Wir nehmen den Klimawandel ernst, weil uns etwas an den Menschen liegt. Die Erde wird stets ein Fels bleiben, welcher durch das Weltall schwebt – egal wie schlecht wir sie behandeln. Die Klimakrise zu lösen, bedeutet ein Mitgefühl für das Leben auf der Erde zu haben. Wir sind uns bewusst, dass der Klimawandel besonders starke Auswirkungen auf bereits ausgegrenzte Menschen hat. Er kreiert und verstärkt Ungleichheiten, die jegliche unserer Versuche zur sozialen Gerechtigkeit untergraben. Aus diesem Grund tun wir beides: Wir haben ehrgeizige Klimaziele für NEMO gesetzt und wir haben unsere Rekrutierungspraktiken geändert sowie einen neuen Ansatz für unser Marketing gewählt. Dabei konzentrieren wir uns stärker auf Integrität und darauf Anknüpfungspunkte für Menschen zu schaffen, die unsere Marke und das Outdoor-Abenteuer neu kennenlernen möchten. Aus unserer Sicht ist die Natur der Ursprung des menschlichen Lebens und der Ort, an den wir gehören. Viele Studien haben gezeigt, dass Outdoor-Aktivitäten für unsere mentale und physische Gesundheit grundlegend sind. Der Zugang zur freien Natur sollte allen Menschen offenstehen und Unternehmen wie das unsere müssen Verantwortung für den Erhalt der Umwelt und die Förderung eines gleichberechtigten Zugangs übernehmen.“ 

foto (c) nemo

Wo siehst du NEMO Equpiment in fünf Jahren?  

„Die letzten Jahre haben uns alle daran erinnert, wie schnell sich die Dinge ändern können. Doch ich hoffe, dass ich in fünf Jahren ehrlich auf unsere Produktinnovationen, unsere Arbeit zur Verringerung des CO2-Ausstoßes und unsere Bemühungen zum Aufbau einer integrativeren und vielfältigeren Outdoor-Gemeinschaft blicken und stolz auf das Erreichte sein kann. Gleichzeitig hoffe ich, dass sich die Welt in fünf Jahren weiterentwickelt und die heute vorherrschenden Spaltungen und Rückschritte überwindet. Ich glaube die freie Natur kann eine wichtige Rolle im Heilen unserer Spaltungen spielen, so wie sie uns Ruhepausen während der Pandemie verschafft hat. Der Genuss eines Spaziergangs im Wald, eines Sonnenuntergangs oder Lagerfeuers sind Dinge, die wir alle gemeinsam haben und Erfahrungen, die für jeden zugänglich und für immer beschützt werden sollten.

Nachhaltig Outdoor: Nemo Osmo Zelte sind recycelt

Eine Outdoor Neuheit bei der sich eine Frage stellt: Warum ist noch kein anderer drauf gekommen? So ist es bei den Nemo Osmo Zelten. Diese sind aus recycelten Polyester und Nylon gefertigt. Anstatt in den Weltmeeren, kommt der Kunststoff sinnvoll zum Einsatz. Mit dem OSMO Gewebe kombiniert die US Outdoor- und Alpinistenmarke Nemo die positiven Eigenschaften von Nylon und Polyester.

NEMO Equipment hat zwei Jahre damit verbracht, die Grenzen der Stoffentwicklung zu testen, um OSMO™ zu entwickeln: das erste Material seiner Art für Rucksack- und Campingzelte. Das OSMO™-Gewebe verkörpert einen gigantischen Sprung nach vorne, sowohl in Bezug auf technische Leistung als auch auf ökologische Nachhaltigkeit. Es verwendet eine Kombination aus 100 % nach dem Global Recycled Standard (GRS) recycelten Nylon- und Polyestergarnen. Die Nylonfasern bieten außergewöhnliche Festigkeit, während die Polyesterfasern bei Nässe nicht dehnbar werden. OSMO™ sorgt darüber hinaus für eine wasserabweisende Wirkung mit PFC-freier Textilie und erfüllt die Anforderungen an die Entflammbarkeit ohne chemische Zusätze. Das OSMO™-Gewebe steht für die NEMO-Mission: Technologie voranzutreiben, um Abenteuer zu erleben und gleichzeitig die Auswirkungen auf unseren Planeten zu reduzieren.

Was bedeutet die Wassersäule bei Zelten?

Es handelt sich um eine Maßeinheit. Um diese zu ermitteln wird auf einen gespannten Stoff ein Zylinder gestellt. Dieser ist oben und unten offen. Nun kommt Wasser in den Zylinder. Dabei ist zu beobachten, wann das Wasser durch den Stoff tropft.

Die Wassersäule ist eine Maßeinheit zur Angabe von Druck. Sie gilt bei wasserdichter Bekleidung und Zelten als Referenz für die Wasserdurchlässigkeit des Materials. Angegeben ist meist ein Wert in Millimetern, zum Beispiel 10.000 Millimeter Wassersäule (10.000 mm WS). Je höher der Wert, desto dichter das Material.
 

Outdoor Neuheit DAGGER OSMO™

Outdoor-Enthusiasten sind es gewohnt, Abstriche zu machen, sobald sie ins Freie ziehen und ihre Zelte errichten. Deckenleuchten, wasserdichte Außenvorrichtungen und einfaches Türenöffnen gehörten lange Zeit nicht zur Grundausstattung tragbarer Zelte. Bis NEMO seinen hohen Ansprüchen an einer pragmatischen Handhabe gerecht wurde und das Zelt um genau diese Eigenschaften weiterentwickelt hat. Dagger OSMO™ besticht mit einer gelungenen Mischung aus Leistung und Komfort. Mit seinen 1,43 kg ist das Zwei-Personen-Zelt leicht genug für jede Rucksack Tour. Und dabei bleibt es aufgrund seiner besonderen Stangenstruktur, die ein großzügiges Innenvolumen garantiert, geräumig. Das wohnliche Zelt erhält dieses Jahr durch den innovativen Osmo™ Stoff ein erstklassiges Update. Doch dabei bleibt es nicht: Auch der Zeltsack, das Aufbewahrungstool und der Gatekeeper sind neue Unentbehrlichkeiten. Während der Gatekeeper es einem ermöglicht, einhändig die Zelt-Tür zu bedienen, sorgt der wasserdichte Behälter im Vorraum für mehr Organisationsluxus.

Je höher die Wassersäule umso dichter ist das Zelt?

Diese Aussage ist zu pauschal. Ein Zelt gilt in der Outdoorbranche als wasserdicht, wenn es eine Wassersäule von mehr als 1.500 mm hat. Ein Zelt erhält seine Dichtigkeit der Außenplane erst dadurch, wenn diese optimal abgespannt ist. Das beste Beispiel für diese These ist der klassische britische Regenschirm. Dieser besteht aus gewebten, nicht imprägnierten Baumwollstoff. Warum halten die Regenschirme trotzdem dicht? Weil sie perfekt abgespannt sind und das Wasser deshalb abperlt. Außerdem nimmt die Baumwolle einen Teil der Nässe in sich auf. 

Die Details überzeugen beim Dagger Osmo

Zu diesen Features gesellt sich noch eine raffiniert integrierte Lampentasche am inneren Zeltdach. Somit ist auch das altbekannte Lichtproblem gelöst: Dank der Pocket verwandelt sich jede Handy-Taschenlampe zur perfekten Deckenleuchte! Geliefert wird das nachhaltige Multifunktionszelt im neuen Divvy Cube™ Zeltsack, der durch seine rechteckige Form und Rollverschluss ein effizientes Packen ermöglicht. Auch die dazugehörigen Zeltstangen kommen im neuen Gewand daher: aus einem 100% recyceltem Stoff – anstatt bisherigem Kunststoffbeutel. Erhältlich ist das Zelt für zwei ode drei Personen. Technisches Design und minimale Stangenstruktur finden im ultimativen Zelt für extreme Minimalisten zueinander. Der neue Flybar™ Pole-Clip schöpft räumliche Möglichkeiten vollends aus und sorgt somit auch im kleinsten NEMO Zelt für ein ordentliches Volumen. Wie auch das Dagger OSMO™ ist Hornet Elite OSMO™ um die Innovationen Gatekeeper™, Divvy Cube™ Zeltsack und dem 100k Stangen-Recyclingbeutel bereichert worden. Mit den erneuerten Materialien und Funktionen verkörpert das Hornet Elite OSMO™ Zelt den maximalen Ansatz für minimalistisches Design. Das Zelt in verschiedenen Grautönen mit leuchtend blauen Akzenten bekommt eine neue subtile und zugleich aufregende Ästhetik und ist für eine Person oder in einer Variante für zwei Personen erhältlich. NEMOs Bewusstsein für seine Umweltauswirkungen und die Bereitschaft, dafür Verantwortung zu übernehmen, hat die Mission und Werte des Unternehmens geprägt. Die neue OSMO™-Linie zeugt vom unermüdlichen und erfolgreichen Bestreben, die bestmögliche Ausrüstung herzustellen und gleichzeitig die Orte zu schützen, an denen Outdoor-Enthusiasten ihre Abenteuer erleben.

Was ist besser ein Kuppelzelt oder ein Tunnelzelt?

Tunnelzelte bieten viel Platz und sind, je nach Konstruktion, schnell aufgebaut. Dafür bringen die Tunnelzelte etwas mehr Gewicht auf die Waage, stehen nicht selbst, brauchen mindestens vier Erdhaken die sicher halten und sind windanfällig. Kuppelzelte stehen frei. Sie bieten weniger Platz, sind aber leichter als Tunnelzelte.

Nachhaltig Outdoor: Nemo Dragonly 2 P

Kinder Outdoor Test nimmt heute ein Zelt für´s Bikepacking ran. Das Nemo Dragonfly 2 P. In unserem Kinder Outdoor Test wollten wir wissen, wie dicht  und komfortabel das leichte Zelt ist. Bei unserem Test konnten wir uns auch davon überzeugen, wie sich das Nemo Dragonfly 2P aufbauen lässt. Dank einer ergiebigen Regenfront zeigte sich, wie dicht das Nemo Dragonfly ist. 

 

Bikepacking ist angesagt. Im Gegensatz zu dem ausgelutschten Slogan der WoMo Fahrer, müssen sich die Fahrradfahrer wirklich auf das Nötigste beschränken. Wer seine ganze Ausrüstung und Verpflegung auf dem Rad mit sich führt, der achtet auf Gewicht und Packmaß. 37 x 16 cm ist das Packmaß vom Nemo Dragonfly 2. Zum Vergleich ein klassisches DIN A 4 Druckerpapier misst 21 x 29,7 cm. Ein großes Plus von diesem wasserdichten Packsack ist, dass er sich am Lenker vom Fahrrad in wenigen Sekunden befestigen lässt. Ebenso schnell lässt sich dieses zwei Personen Zelt auch abnehmen. Wenn es regnet oder kurz vor einem Wolkenbruch ist, kommt es darauf an, wie schnell das Zelt steht. Hier überzeugte uns das Nemo Dragonfly aus den USA. Seit 2002 gibt es die feine Alpinisten- und Outdoormarke, die regelmäßig  renommierten Awards erhält sowie mit cleveren Produktideen positiv auffällt. Das Dragonfly gehört in diese Kategorie.

Wie oft findet die Outdoor Messe statt?

Die Outdoor Messe findet einmal im Jahr statt. Bis 2018 trafen sich die Aussteller und Besucher in  Friedrichshafen am Bodensee. Die neue Ausschreibung erhielt die Messe München.

Kinder Outdoor Test: Listen to the rhythm of the falling rain

Jeder Outdoor weiß, dass er sein Zelt mindestens einmal zur Probe aufbauen sollte. Im strömenden Regen ist es zu spät, das Handlung zu testen. Nur wenig Standfläche benötigt dieses ausgereifte Zelt für Biker. Es sind viele kleine Details, wie einhängbare „Wanne“ unter der Apside. Hier lassen sich die Fahrradtaschen trocken verstauen. Dank dem Meshgewebe ist das Innenzelt luftig und lässt sich separat aufbauen. Die Luft kann im Innenzelt wunderbar zirkulieren. Die Bodenwanne ist hochgezogen und selbst wenn Starkregen auf den Boden platscht, bleibt das Innenzelt trocken. Das Gestänge ist mit Farben codiert und so sind Fehler beim Aufbau ausgeschlossen. Die äußere Zeltplane hält, gut abgespannt, auch bei Starkregen dicht.

Unser Fazit: Sechs von sechs möglichen Kompassen.

Kinder Outdoor Test: Nemo Hornet 2 P

Kinder Outdoor Test hat das ultraleichte und extrem stabile Nemo Hornet 2 P für Euch angesehen. Die technischen Daten von diesem durchdachten Zelt beeindrucken. Doch wie dicht ist das Zelt bei Dauerregen? Wie leicht lässt es sich aufbauen? Wie komfortabel ist die Aufteilung vom Innenraum? Da hilft nur eines: Das Zelt in Natura begutachten! 

 

Ein handelsüblicher ein Liter Milchkarton hat die Maße von 6,2 cm x 9,3 cm x 16,5 cm. Einmal leer getrunken lässt sich vielleicht noch ein Vogelhäuschen oder ein Übertopf daraus basteln. Übernachten kann in dem Tetrapack niemand. Anders ist es mit dem Nemo Hornet 2 P Zelt. Das Packmaß beträgt nur 50 x 14 cm und aufgebaut können zwei Outdoorer darin schlafen. Von 1966 bis 1967 lief im US und dem deutschen Fernsehen die Action Serie „The green Hornet“, messerscharf wie die Hauptfigur Britt Reid ist auch das Nemo Hornet 2 P. Hier ist kein Gramm zu viel verbaut und doch ist alles das was ein Zelt der Extraklasse braucht.

Lässt Euch nicht im Regen stehen: Nemo Hornet 2P. Foto (c) kinderoutdoor.de

Kinder Outdoor Test: Nemo Hornet 2 P überzeugt!

Nicht einmal ein Kilogramm wiegt das komplette Zelt. Während andere Hersteller bei ihren Leichtgewichtzelten die Heringe und das Gestänge unterschlagen, ist das Nemo Hornet tatsächlich so leicht. Für Sommer und Frühjahr ist es ein perfekter Begleiter, der ein wasserdichtes Dach und eine bequeme Unterkunft bietet. Mit nur einer Stange, ja richtige gelesen es ist nur eine Stange, kommt das Nemo Hornet 2 P aus. Dabei geht die bekannte US Outdoorer- und Alpinistenmarke kein Risiko für die Nutzer ein. Was Nemo auf den Markt bringt ist getestet und hält einiges aus. Was nur 3.000 mm Wassersäule hat das Außenzelt, schreien manche Möchtegern Outdoorer, wenn sie die technischen Angaben von diesem Zelt lesen. Ein Regenschirm hat eine Wassersäule von 400 mm (in Worten vierhundert!) Es fehlt hier keine Null! Wie kann ein Regenschirm mit einer Wassersäule von „nur“ 400 mm dicht sein? Weil der Schirm perfekt gespannt ist. Im Gegensatz zu einem Sonnenschirm, deswegen geht es bei dem auch nass rein. Das Nemo Hornet 2 P ist in kürzester Zeit aufgebaut und optimal abgespannt. Das Zelt bietet zwei Ausgänge, was vor allem nachts wenn jemand hinaus muss, ein Vorteil ist. Die Bodenwanne ist seitlich so hoch gezogen, dass es im Zeltinneren auch bei starken Regen trocken bleibt. Mit vielen Details wie einer hohen Kopffreiheit oder eine Deckentasche um darin die Taschenlampe abzulegen überzeugt das Nemo Hornet 2 P.

Unser Fazit: Sechs von sechs möglichen Kompassen.

Tipps nachhaltig Outdoor

Wir haben Tipps für Euch, wie sich Outdoor Aktivitäten nachhaltig gestalten lassen. Dabei gilt es einige Aspekte zu berücksichtigen: Wo ist die Ausrüstung und Kleidung hergestellt? Wie umweltschonend ist die Anreise? Wie sieht richtiges Verhalten in der Natur aus? Über diese und andere wichtige Fragen geben und heute Experten aus dem schweizerischen Laax interessante Antworten und Ideen.

 

„Tourismus und Nachhaltigkeit ist eine Gratwanderung. Aber wir Bergmenschen können Gratwandern!“, sagt Reto Fry aus LAAX. Er ist Umweltbeauftragter bei der Weissen Arena Gruppe, einem integrierten Dienstleistungsunternehmen in der Tourismus- und Freizeitbranche, das Bergbahnen, diverse Hotels und andere Betriebe im Bündner LAAX betreibt und seit 2010 mit dem Konzept Greenstyle voll aufs Thema Nachhaltigkeit setzt. „Wir versprechen bis 2030 CO2–neutral zu werden und keine fossilen Energien mehr zu verbrauchen.“, sagt Reto Fry. „Darüber hinaus, möchten wir die gesamte Destination von einem Verbraucher zu einem Produzenten von erneuerbarer Energie transformieren und starten unsere eigene Solarstromrevolution.“ Bei nachhaltigem Tourismus gehe es aber auch um Naturschutz, das Verhindern von Littering und eine geschlossene Kreislaufwirtschaft. Wie umweltverträglicher Bergurlaub aussehen kann, zeigt Fry in diesen sieben Tipps:

Hier stimmt das Klima im
TRK Lavik Eco STX 2.0 foto (c) Vaude /Attenberger

Nachaltig Outdoor Tip 1: Kann Outdoor-Equipment nachhaltig sein?

Klar! Das nachhaltigste Produkt ist das, welches möglichst lange hält. Es muss nicht jedes Jahr das neueste Material sein. Ein guter Rucksack oder Wanderklamotten halten viele Jahre. Und wenn es dann doch mal an der Zeit ist, findet man auf Bergsport-Flohmärkten Ersatz. Einige Firmen setzen auf Öko-Zertifikate. Die Bekleidung unserer Mitarbeiter z. B ist Bluesign-zertifiziert. Reparieren statt Wegwerfen spart ebenfalls Ressourcen. Jedes Kleidungstück, das dadurch länger getragen wird, trägt so dazu bei, wertvolle Ressourcen zu sparen.

Überzeugt im Gehkomfort, Nachhaltigkeit und Design. Der Doghammer Guide Pro WP. foto (c) Doghammer

Nachhaltig Outdoor: Wie schont man schon bei der Anreise die Umwelt?

Ganz einfach: Bus und Bahn nutzen, um ans Ziel zu kommen! Gerade die Schweiz ist in Sachen Öffis der Musterschüler in Europa, wenn nicht weltweit. Die allermeisten Tourismusorte sind bestens mit Bahn und Bus erreichbar. Oft gibt es sogar Kombi-Tickets wie z.B. bei der SBB, bei denen man Bergbahntickets vergünstigt bekommt. Zudem kooperieren diverse Hotels in LAAX mit der SBB bezüglich Gepäcktransport, was das Reisen ohne schwere Koffer angenehmer macht. Wer mit dem eigenen Auto anreist, sollte Fahrgemeinschaften bilden. In der Schweiz gibt es auch Ride-Sharing-Angebote wie z. B. www.zamme.ch. Wir in LAAX freuen uns auch, wenn unsere Gäste mit dem eigenen E-Auto anreisen. Lade-Infrastruktur ist reichlich vorhanden, „getankt“ wird ausschließlich Ökostrom.

Statt mit dem SUV oder dem Diesel saufenden WoMo gibt es alternative nachhaltige Möglichkeiten in den Outdoor Urlaub zu reisen. foto (c) Philpp Ruggli

Nachhaltig Outdoor: Wie bleibt man auch ohne eigenes Auto mobil?

In LAAX kann man das eigene Auto beruhigt in der Hotelgarage stehenlassen und den Shuttle nehmen. Abends besteht die Möglichkeit, den LAAX E-Shuttle zu buchen. Das ist ein Ruftaxi, das Gäste innerhalb der Dörfer komfortabel und klimafreundlich transportiert. Zudem werden in der Destination mehrere Car-Sharing-Fahrzeuge von SpontiCar angeboten.

So macht auch das eigene Auto wohlverdienten Urlaub!

Ohne Auto mobil, ist auch im Urlaub kein Problem. foto (c) laax

Nachhaltig Outdoor: Auf was muss ich bei der Unterkunft achten?

Nachhaltige Hotels sollten mindestens CO2-neutral sein. Idealerweise produzieren sie noch eigenen (Sonnen-)Strom, setzen auf regionale, biologische Lebensmittel und vieles mehr.

Nur grün wählen reicht nicht. Auch die Unterkunft sollte nachhaltig sein. foto (c) philipp ruggli

Nachhaltig Outdoor: Können Bergbahnen überhaupt nachhaltig sein?

Bergbahnen benötigen Energie – viel Energie! Vorbildliche Destinationen sollten sich deshalb öffentlich zum ambitionierten Klimaschutz bekennen. Dabei sollte in erster Linie ein CO2-Absenkungspfad zu Grunde liegen. LAAX setzt voll auf erneuerbare Energie! CO2-Kompensation ist zwar nicht grundsätzlich falsch – in jedem Fall besser als nichts, sollte jedoch nicht dazu genutzt werden, sein schlechtes Umweltgewissen reinzuwaschen.

Wer seinen ökologischne Fußabdruck gering halten will, der sucht sich seine Unternkunft im Urlaub nach nachhaltigen Gesichtspunkten aus. foto (c) Daniel Loosli

In LAAX schaffen wir mit dem Last Day Pass symbolisch Aufmerksamkeit für das massive Abschmelzen der Alpengletscher durch den menschengemachten Klimawandel. Der Last Day Pass ist das Liftticket für den Tag, der hoffentlich nie kommt. Nämlich der Tag, an dem der Vorabgletscher in LAAX vollständig durch die Auswirkungen der globalen Erwärmung verschwunden sein wird. Um diesen Tag weitestmöglich nach hinten zu verschieben, gibt es den Last Day Pass. Er ist aus Holz gefertigt und mit einem Chip versehen, damit er mit jedem Liftticket aufgeladen werden kann. Die Erlöse des Last Day Pass fließen zu 100 Prozent der Greenstyle Foundation zu und werden für regionale Klimaschutzprojekte verwendet.

Nachhaltige Bergbahnen hört sich an, wie Ananasanbau an der Nordseeküste, Laax zeigt, wie grün eine Bergbahn sein kann. foto (c) Ammann

Nachhaltig Outdoor: Auf was kann ich bei der Wahl des richtigen Restaurants achten?

LAAX setzt ganz klar auf Mehrweg statt auf Take-away im Einweggebinde. Wir unterstützen regionale, saisonale und biologische Angebote. Muss es immer Fleisch sein? Warum nicht mal ein leckeres Veggi-Menü kosten? In LAAX wimmelt es nur so von kreativen Gastronomen. Übrigens: In LAAX gibt es in einigen Restaurants spezielle Müllkameras. Nicht, um jemanden bloßzustellen, sondern um zu dokumentieren und zu optimieren, wie viel oder wenig weggeworfen wird.

Müll gehört nicht in die Natur. foto (c) Philipp Ruggli

Top 7: Wie kann ich mich beim Wandern und Mountainbiken möglichst umweltverträglich verhalten?

Immer auf ausgewiesenen Wanderwegen und Mountainbike-Trails bleiben! Keine Wegabschneider nehmen oder einfach querfeldein fahren oder gehen. Keinen Lärm machen. Die freie Natur ist das Wohnzimmer der Wildtiere. Müll – auch Obstschalen und Taschentücher – einpacken und im Tal entsorgen. Hunde an der Leine führen, insbesondere im Wald und auf Almflächen. Auch der Bau und die Instandhaltung des Wegenetzes muss beachtet werden. In LAAX wurde mit dem Nagens Trail der weltweit erste Mountainbike-Trail mit 100% erneuerbarer Energie realisiert. Das Ergebnis: ein sechs Kilometer langer Enduro Trail im Spirit von Greenstyle. Nur wer versteht, wie sensibel die alpine Flora und Fauna auf Eingriffe reagiert, kann sich beim Wandern oder Mountainbiken umweltschonend und respektvoll verhalten.

Weitere Infos unter: www.flimslaax.com/naturerlebnisse/greenstyle-nachhaltigkeit & www.thelastdaypass.com

Im Outdoor Urlaub lässt sich auch den Kindern einiges über die Umwelt und Zusammenhänge der Ökosysteme erklären.foto (c) Laax Rocksresort

 

Nachhaltig Outdoor Urlaub im Villgratental

Nachhaltiger Outdoor Urlaub in den Alpen? Geht das? Das europäische Hochgebirge muss den Spagat zwischen Lebensraum für Tiere, Pflanzen sowie Menschen mit dem Anspruch eines ganzjährigen Rummelplatzes schaffen. Wie es auch nachhaltig geht, dass beweist das Villgrantental. Die Menschen in Osttirol überzeugen mit ihrer Art des sanften Tourismus. Das geht leise und konsequent.

Kommen Sie zu uns, wir haben nichts!“ Das ist kein Werbeslogan einer hippen Werbeagentur für das Villgratental, sondern Fakt. Das Seitental des Hochpustertals hat keine Liftanlagen, keine Fünf-Sterne-Superior-Hotels, keine Autobahn, keinen Regionalflughafen. Dafür viel mehr Natur pro Mensch als in weiten Teilen der Restalpen. In dem zehn Kilometer langen Tal geht man im Winter auf Ski- oder Schneeschuhtour, im Sommer zum Wandern und Bergsteigen. Und man genießt dieses Nichts – die Stille, den Freiraum – was auf viele Menschen wie eine Therapie wirkt. Noch immer leben viele der knapp 1.700 Seelen von der Landwirtschaft und der Verarbeitung lokaler Erzeugnisse. Einige haben sich einer sehr sanften Form des Tourismus verschrieben. Der achtsame Umgang mit Lebensraum und -grundlage ist allen Villgratern in die Wiege gelegt. Sie hegen und pflegen ihre Landschaft, bewirtschaften Almen und achten sehr auf das Tierwohl. Osttirol ist nicht zufällig der schafreichste Bezirk Österreichs.

Welche Orte und Regionen gehören zu Osttirol?

Osttirol mit der Bezirkshauptstadt Lienz und 32 Gemeinden gliedert sich in vier Regionen: Die Nationalpark-Region Hohe Tauern und das Defereggental im Norden, die Lienzer Dolomiten im Südosten und das Hochpustertal im Südwesten.

Beim Wandern genießen Gäste die Stille, den Freiraum und die Natur im Villgratental.© TVB Osttirol Clemens Kraler

Man ist, was man isst: eine alte Weisheit, nur zu oft vom Fastfood verschluckt

Viele Bauern vermarkten ihre wertvollen Hofprodukte im Nebenerwerb. Regionalität und Saisonalität sind hier das Natürlichste der Welt. Eines von vielen Beispielen: Der 4 Hauben Chefkoch Josef Mühlmann vom Gannerhof (einem liebevoll restaurierten Bauernhof) in Innervillgraten kauft direkt beim Bauern, kocht ausschließlich mit Produkten regionalen Ursprungs und betreibt sogar seine eigene Hausmühle. Ob in den kleinen Hotels und Pensionen im Tal, beim Urlaub auf dem Bauernhof oder in der Vermietung generell – in Osttirol arbeiten viele Einheimische im Tourismus, die Arbeitsplätze liegen oft direkt vor der Haustür. Die Wertschöpfung bleibt damit dort, wo sie hingehört: in der Region. Besonders stolz sind die Villgrater auf ihre einzigartige Kultur. Viele Menschen hier leben ihre alten Traditionen – das Sternsingen gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO –, pflegen gesunde Lebensweisen – vom Brotbacken bis zum Kräuterwissen – und erhalten das Wissen von früher. Wann schlägt man Holz? Die Bauern- und Mondkalender wissen es!

Wie definiert sich sanfter Tourismus?

Sanfter Tourismus

    • schont die Ressourcen
    • integriert die Einheimischen
    • achtet auf die Natur
    • hat einen minimalen CO 2 Ausstoß
    • setzt auf die Vernunft aller Beteiligten
    • versucht den anfallenden Müll so gering wie möglich zu halten
    • kommt ohne großen Flächenverbrauch aus
Massentourismus ist ein Fremdwort im Villgratental. © TVB Osttirol Eduard Senfter

„Overtourism“ ist im Villgratental ein Fremdwort. Und das bleibt auch so.

Statt internationaler Hotelketten findet man hier kleine Familienbetriebe. In den zwei Villgrater Bergdörfern ist das Verhältnis zwischen Gästebetten und Einwohnerzahl ausgewogen. Als Urlauber fühlt man sich als willkommener Gast, mit dem sich die Einheimischen gleichberechtigt den Erholungsraum und den Freizeitwert der Region teilen. Familienanschluss auf Zeit gehört hier natürlich dazu. Apropos Bergdörfer: Außervillgraten und Innervillgraten gehören zu den „Bergsteigerdörfern“. Dieses Projekt des Österreichischen Alpenvereins setzt seit 2008 die Forderungen der Alpenkonvention in die Realität um. Dazu gehört unter anderem, dass in den Dörfern keine Großprojekte durchgeführt oder künstliche Aufstiegshilfen errichtet werden.

Was ist Overtourism?

Unter Overtourism ist zu verstehen, wenn

    • eine Urlaubsregion oder ein Urlaubsort viel zu viele Touristen hat
    • die Anzahl der Touristen in keiner Relation zu den Einheimischen mehr steht
    • die Sehenswürdigkeiten vor Ort dauerns überlaufen sind
    • wegen der Urlauber es beständig zu Verkehrsbeeinträchtigungen kommt
    • der Ressourcenverbrauch der Urlauber extrem hoch ist
    • die Energie wegen den vielen Touristen knapp ist
Die Osttiroler wissen, dass sie nicht nur eine Tourismusregion, sondern Lebensraum sind. © TVB Osttirol Thomas Herdieckerhoff

Auf der Alm, da gibt’s koa Sünd‘. Und im Villgratental auch koa Natursünd‘

Der Wurzerhof wurde 1433 erstmals urkundlich erwähnt. Seit 2001 steht das Ensemble aus Einhof, Kapelle, Mühle, Schmiede, Waschhütte und Sägewerk unter Denkmalschutz. Heute können Besucher im Museum des Wurzerhofs in die Villgrater Kultur eintauchen – und auch im Hof übernachten. Eine einzigartige Möglichkeit, die achtsam behütete Tradition einzuatmen. Was hat Henry Ford mit dem Villgratental zu tun? Ganz einfach: Der „Henry Ford European Conservation-Award“ ehrt seit 40 Jahren herausragende Umweltschutzprojekte. Einer der Preisträger ist das Villgratental, genauer: die Wegelater Säge in Innervillgraten. Dieses einzigartige Venezianer-Sägewerk mit Wasserkraftantrieb haben die Villgrater restauriert und wieder in Betrieb gebracht. Ein harmonischer Zweiklang aus Natur und Kultur. Fazit: Die Osttiroler wissen, dass sie nicht nur Tourismusregion, sondern Lebensraum sind. Dass man die Natur besser nicht schnell verbraucht, sondern für nachfolgende Generationen erhält. Massentourismus? Gab es in Osttirol noch nie. Und wird es in Zukunft nicht geben!

Richtig nachhaltig Bergsteigen: Bus und Bahn

Richtig nachhaltig Bergsteigen ist unglaublich einfach und entspannend. Während andere stundenlang im Stau auf der Autobahn stehen oder entnervt eine freie Stelle am Wanderparkplatz suchen, geht es mit Bus und Bahn meistens entspannt in die Berge. Es gibt noch andere wichtige Aspekte zu beachten um den ökologischen Fußabdruck als Bergsteiger*in möglichst gering zu halten.

Schon vor dem Geltungszeitraum des 9 Euro Tickets zeichnet sich ein großer Erfolg des Aktionsangebots ab. Auch für den Bergsport bietet das Ticket die Gelegenheit, sehr günstig und dabei noch umweltschonend ans Ziel zu kommen. Gleichzeitig warnen bekannte Tourismusregionen und Verkehrsverbünde vor Überlastung. Und auch das Problem der letzten Meile ist mit dem vergünstigten Ticket nicht gelöst. Der Deutsche Alpenverein gibt Tipps, wie schöne Bergerlebnisse mit Bahn und Bus in diesem Sommer gelingen.

Ohne Auto mobil sein. Kein Problem in den Wiener Alpen. jeder kann die Natur und das Klima schützen, in dem das Auto einen Ruhetag bekommt. Foto (c) Schneebergbahn

Warum zum Bergsteigen mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen?

Die öffentlichen Verkehrsmittel für die Anreise zu Bergtouren zu nutzen, kann ein Gewinn sein: unterschiedliche Start- und Zielpunkt der Tour sind plötzlich kein Problem mehr, Staus, volle Parkplätze, hohe Parkgebühren und Spritpreise müssen einen nicht interessieren – und ganz nebenbei gewinnt auch das Klima. Die Anreise macht nämlich durchschnittlich den größten Anteil der CO2-Emissionen beim Bergsport aus. In den Monaten Juni, Juli und August wird sich der Umstieg auf den ÖPNV dank des 9 Euro-Aktionstickets auch im Geldbeutel bemerkbar machen.Bergtouren mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu planen, ist nicht schwer – für ein entspanntes Erlebnis lohnt es sich aber, ein paar Dinge zu berücksichtigen.

Fahrn, fahrn, fahrn mit der Eisenbahn. Mit der Bahn kommt Ihr umweltfreundlich zu den Outdoor Zielen.
Foto (c) Deutsche Bahn AG, Urheber Claus Weber

Richtig nachhaltig Bergsteigen: Planung ist alles

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Berge zu fahren, ist längst keine Nischenidee mehr. Entsprechend vielfältig ist das Angebot für Planungshilfen. Touren, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind, findet man zum Beispiel in spezieller Führerliteratur, über die richtigen Filtereinstellungen auf Online-Tourenportalen wie alpenvereinaktiv.com oder auf eigens für Öffi-Touren etablierten Portalen wie zuugle.de.

Mal Dampf ablassen! Das geht am besten bei Europas ältester Zahnradbahn die mit Dampf betrieben ist. Sie tuckert am Achensee dahin.
Foto ©Tirol Werbung |

Wie lassen sich volle Züge in die Berge vermeiden?

 

Einzelne Zugverbindungen sind generell stark frequentiert, durch das vergünstigte Ticket könnten in den Sommermonaten weitere Fahrgäste hinzukommen. Wie man volle Züge vermeiden kann:

  • In der näheren Umgebung bleiben: Es müssen nicht immer die Alpen oder Gipfelziele sein – die Mittelgebirge, Naturparks und Nationalparks in Deutschland bieten vielfältige Tourenmöglichkeiten.
  • Touren antizyklisch planen: Wer samstags um 9 Uhr bei schönem Sommerwetter eine Bahn von München in Richtung Alpen wählt, läuft Gefahr, keinen Sitzplatz zu bekommen – im schlimmsten Fall kommt man gar nicht mehr in den Zug hinein. Die Randzeiten sind dann die bessere Wahl – solange der Naturschutz auf Tour berücksichtigt wird. In der Dämmerung sind besonders viele störungsempfindliche Tiere unterwegs, sie brauchen ihre Ruhe.
    Wer es einrichten kann, wählt zudem einen Werk- statt eines Wochenendtages für die Tour.

Unabhängig von der Anreiseart gilt es bei der Planung von Bergtouren weitere wichtige Punkte zu beachten: Welche Tour passt zu meinen Fähigkeiten, wie schätze ich die Dauer der Tour richtig ein und wie verhalte ich mich unterwegs richtig? Infos und Tipps dazu gibt es hier.

Reisen mit Kindern: Nachts schlafen und entspannt ankommen mit dem ÖBB Nighjet der auch von deutschen Bahnhöfen startet.
foto (c) ÖBB – Wegscheider

Richtig nachhaltig Bergsteigen: Letzte Meile gelöst

Die Alpen und Deutschen Mittelgebirge bieten ein recht umfangreiches Schienennetz. Ein Problem, das bei der öffentlichen Anreise im Bergsport oft auftaucht, ist die sogenannte letzte Meile.

Die Kinderausfahrt mit der Rhätischen Eisenbahn ist für die Kleinen ein Erlebnis, an das sie sich noch lange erinnern.
foto (c) rhätische Eisenbahn

Was ist die letzte Meile?

Der Weg von der nächstgelegenen Bahnstation zum Startpunkt der Tour. Die Fahrpläne der Buslinien, die diese Strecken bedienen, sind oft auf den Pendelverkehr ausgerichtet und für den Bergsport entsprechend nur bedingt geeignet. Mit der Ausweitung des Fahrplans ist der Bergbus in die Eng ein punktueller Lösungsansatz für das Problem der letzten Meile. Für flächendeckende Verbesserungen setzt sich der DAV auf politischer Ebene ein, hier sind die Politik und Verkehrsunternehmen in der Verantwortung.

Wie lässt sich das Problem der letzten Meile lösen?

Wer für die letzte Meile sein eigenes Fahrrad in der Bahn mitnehmen möchte, braucht dafür ein extra Fahrrad-Ticket. Besonders mit dem Fahrrad empfiehlt es sich auf weniger stark frequentierte Verbindungen auszuweichen, da die Fahrradplätze in den Waggons begrenzt sind. Alternativ kann man sich – insbesondere in touristischen Zielorten – Fahrräder für die letzte Meile oder für Mountainbike-Touren ausleihen.

Nachhaltig Reisen in der Provence

Nachhaltig Reisen ist kein Trend sondern eine Notwendigkeit. Jede*r kann sich seinen persönlichen CO2 Abdruck online ausrechnen lassen, wenn der Urlaub mit einem Transkontinentalflug beginnt. Dabei bietet Europa einzigartige Gegenden, die sich zum Bereisen lohnen. In der Provence ist es möglich nachhaltig zu reisen und dabei diese besondere Region Frankreichs kennen zu lernen.

Aspekte der Nachhaltigkeit beim Reisen sind in der Provence nicht erst seit der Klimaschutzbewegung in. Schon lange engagiert sich das Var, um Naturschutz und Artenvielfalt im Mittelmeer und an der Küste. So findet man die meisten Strände Frankreichs mit dem Label „Blaue Flagge“ im Departement Var. Wer hingegen Animationen sucht wie einen Naturkosmetik-Workshop mit ätherischen Bioölen oder die Arbeit auf einem Öko-Bauernhof nachvollziehen will, findet Angebote im Departement Vaucluse. Ebenso finden umweltbewusste Gäste von Jahr zu Jahr immer mehr Unterkünfte mit nachhaltigem Engagement.

Wie lassen sich selbst Seifen und andere Kosmetika herstellen? In der Provence lernen es die Kinder und Erwachsenen. foto (c) © G. Kessler/VPA

Naturkosmetik-Workshop im Land der Düfte

Kräuter und deren Düfte gehören zur Genetik der Provence. Neben dem allbekannten Lavendel wird eine ganze Reihe Duft- und Heilpflanzen angebaut und destilliert. Die ätherischen Öle, vielfach in Bioqualität, gehen zum größten Teil als Rohstoff an die Parfüm-, Kosmetik- oder Pharmaindustrie. Die Deutsche, Katja Stojetz, konnte dem Duft der Provence nicht widerstehen und gründete das Unternehmen „Huiles et Sens“ in der Nähe von Vaison-la-Romain im Vaucluse. Sie vertreibt vor allem ätherische Bioöle im Detailhandel für die typenbestimmte Aromatherapie. Ihre Vision ist jedoch, dass jeder seine passende Hautpflege und Naturkosmetik selbst herstellen kann und somit bei der Abfallvermeidung mithilft. Im Laden in Entrechaux verkauft „Huiles et Sens“ natürliche, biologische Pflege- und Kosmetikzutaten. Besucher können einen Workshop buchen, um eine Gesichtscreme, einen Lippenbalsam oder eine Massagekerze herzustellen und bekommen praktische Tipps zu den erstandenen Produkten. Ab 4 Personen, € 25/Pers. www.huiles-et-sens.com

Es wohl kaum ein umweltschützenderes Transportmittel als den Esel! foto (c) kinderoutdoor.de

Engagiertes Umweltbewusstsein an der Küste

Oftmals verkannt, aber das Var ist das erste Departement an der französischen Küste, was den Schutz der Lagunen und Feuchtgebiete betrifft. Ebenso findet man hier die meisten Strände mit dem Label „Blaue Flagge“ sowie zertifizierte „saubere“ Häfen.

Strand von Pampelonne bei Ramatuelle, © E. Bertrand

Was bedeutet die Blaue Flagge an Badestränden?

Badestrände mit der „Blauen Flagge“ müssen strenge Auflagen erfüllen. Sie garantieren zum Beispiel ausgezeichnete Wasserqualität, saubere Natur und ausreichend Möglichkeiten zur Abfallentsorgung.

Weitere umweltfreundliche Initiativen des Var sind beispielsweise manuelle Strandreinigungsaktionen wie in Le Lavandou oder zahlreiche rauchfreie Strände wie in Saint-Cyr-sur-Mer, Bandol, Saint-Raphaël, Sanary-sur-Mer, Six-Fours-les-Plages oder Toulon. Die Gemeinde Ramatuelle engagierte sich zudem, den berühmten Strand von Pampelonne zu renaturieren. Dies vorwiegend zum Schutz der Dünenkette. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem, dass die Strandlokale auf öffentlichem Grund am Ende der Saison abgebaut werden oder mit der Schaffung von Parkplätzen für Fahrräder möchte man die sanfte Mobilität fördern. Mehr Infos

Der Weinpfad ist auch für Kinder interessant. foto (c) Unterwegs auf dem Weinpfad, © T. O’Brien/VPA

Ins provenzalische Bauernleben eintauchen

Das steigende Bewusstsein für natürliche Produkte verhalf Urlaubserlebnissen auf dem Bauernhof zu einem neuen Trend. Das „Domaine des Touchines“ in Saint-Didier, am Fuße des Mont-Ventoux, geht mit gutem Beispiel voran. In fröhlicher Atmosphäre genießt man hier die Früchte der Arbeit. Die Hausherrin, Pascale, legt Wert darauf, dass die Besucher die Funktionsweise des provenzalischen Guts verstehen, wobei sie auch mal selbst Hand anlegen dürfen. Themenpfade auf dem Anwesen geben beispielsweise Informationen über den Weinbau oder Ausflüge per E-Roller und Esel lassen einen die Umgebung erkunden. Pascale gibt Kochkurse zur provenzalischen Küche und lädt andere Spezialisten für Workshops ein. Dabei gibt es Wellnessworkshops auf dem Hof zu Themen wie Naturmedizin, Sophrologie oder Yoga-Kurse. Bei einer Kräuterwanderung lernt man altes Wissen oder beim Aromatherapie-Workshop, die Duftpflanzen der Provence einzusetzen. Wer einen Camper hat und dem Netzwerk France Passion angehört, findet Stellplätze auf dem Anwesen. Es gibt zudem eine Gruppenunterkunft und zwei Familienzimmer für sechs Personen. So taucht man vollends ins Leben des „Domaine des Touchines“ ein. https://www.domainelestouchines.com/

Bei der Olivenlese auf dem Domaine de la Touchine, © Alain Hocquel/VPA

Vier nachhaltig engagierte Unterkünfte im Var

Wer von einer Hütte im Wald träumt, wird auf dem Campingplatz Huttopia Forêt de Janas**** fündig. Die renovierte Anlage in La Seyne-sur-Mer, im Herzen des Cap Sicié, verbindet Komfort mit Naturerlebnissen und bietet umweltfreundliche Unterkünfte wie Chalets, Zirkuswagen, vollausgestattete Zelte sowie traditionelle Stellplätze. Bei Fréjus findet man das Feriendorf Ecolodge L’Etoile d’Argens*****, eine grüne Oase mit privatem Hafen an der Argens. Von hier aus fährt ein Shuttle-Boot die Gäste direkt an den Strand. Übernachtet wird in hochwertigen Mobilhomes und Pfahlbauten aus nachhaltigen Materialien. Im Restaurant genießt man zudem eine Küche aus Bioprodukten. Wer lieber im Hotel schläft, der sollte ins Lou Calen in Cotignac einkehren. Dieses Luxushotel hat sich der Nachhaltigkeit verschrieben und hält die Auswirkungen auf die Umwelt so gering wie möglich: Photovoltaik, geothermische Energie, Regenwassernutzung, keine Einwegartikel, kurze Lieferketten sowie ein eigener Gemüsegarten in Permakultur. In Hyères bietet das Hotel Almanarre Plage, mit dem Gütesiegel „Clef Verte“ ausgezeichnet, Zimmer die mit umweltfreundlichen Materialien gestaltet wurden. Weitere nachhaltige Unterkünfte im Var

Ausflug per Rad bei der Semaine Varoise de la Nature, © Emmanuel Bertrand

Events im Sinne der Nachhaltigkeit

Der Regionalpark Mont-Ventoux organisiert jährlich das Festival „Ventoux Saveurs“ über mehrere Wochen. In diesem Jahr findet es vom 10. September bis zum 6. November 2022 statt.

 

Was erwartet die Besucher beim Festival Ventoux Saveurs?

 

Bei diesem Event sind die regionalen Produkte aus der Landwirtschaft die Stars. Bei verschiedenen Animationen wie Tage der offenen Tür bei den Bauern, Märkte, Kochkurse und vielem mehr stehen vor allem die Bemühungen der Bevölkerung in der nachhaltigen Entwicklung im Vordergrund. Mehr Infos

Was bietet die Veranstaltung Semaine Varoise de la Nature?

Das Event „Semaine Varoise de la Nature“ vom 24. September bis 2. Oktober 2022 lädt Outdoor-Fanatiker ein, sich mit den diversen Naturlandschaften im Departement Var zu verbinden. Ursprünglich war das Festival nur auf das Wandern ausgelegt. Die diesjährige Ausgabe erweitert den Fokus auf alle möglichen Sportarten vom Reiten, über Radausflüge bis zum Wassersport, die es ermöglichen, die gepflegten Naturräume des Departements zu erleben. Mehr Infos

Nachhaltige Outdoor Abenteuer in Franken

Nachhaltige Outdoor Abenteuer bedeuten Verzicht und Gewinn gleichzeitig. Wer auf das eigene Auto verzichtet, um damit zum Wandern zu fahren, erlebt dafür das Abenteuer ein Zugfahrt. In Franken versuchen die Tourismus-Verantwortlichen den CO2 Abdruck von Urlaubern und Outdoorer möglichst gering zu halten. Dabei sind einige interessante Abenteuer in der Natur herausgekommen.

Großer Urlaubsgenuss, kleiner CO2-Fußabdruck: In Franken stellt dies keinen Widerspruch dar. Vor allem die fränkischen Naturparks stehen für nachhaltigen Urlaub, doch Franken setzt auch in vielen anderen Bereichen auf dieses Thema – und das zum Teil bereits mit langer Tradition.

Landschaftlich zeichnen sich die zehn Naturparks, die fast die Hälfte Frankens ausmachen, durch eine große Vielfalt aus. Markante Felsformationen und ausgedehnte Eichenwälder prägen sie ebenso wie Weinberge und Wacholderheiden. So unterschiedlich die Landschaften der Naturparks sind, verfolgen sie doch ein gemeinsames Ziel: Sie bewahren die Natur, ohne den Menschen auszuschließen. Diese Balance funktioniert mit Outdoor-Aktivitäten auf ausgewiesenen Wander- und Radwegen, mit Umweltbildung, Führungen, Naturerlebnisaktionen sowie Besucherlenkung für Wanderer, Radler oder Kletterer. Außerdem sind in den Naturparks Ranger unterwegs, die Besuchern als Mittler zwischen Mensch und Natur für alle Fragen rund um den Naturschutz zur Verfügung stehen.

Im Frankenwald könnt Ihr das ganze Jahr mit den Lamas wandern.
foto (c) kinderoutdoor.de

Perspektivwechsel mit Blick auf die Nachhaltigkeit

Wer sich fragt, was genau eigentlich Nachhaltigkeit bedeutet, dem ist das „Steigerwald-Zentrum – Nachhaltigkeit erleben” im Oberschwarzacher Ortsteil Handthal eine Hilfe. Es ist eine der vielen Umweltbildungsstätten in den fränkischen Naturparks, die auf interaktive Art Wissenswertes vermitteln. Zu einem Perspektivwechsel lädt außerdem der „Baumwipfelpfad Steigerwald“ in Ebrach ein, der mit dem „Steigerwald-Zentrum“ über einen kurzen Wanderweg verbunden ist. Besonders gut ist die Aussicht auch auf dem Zabelstein: Die höchste Erhebung des nördlichen Steigerwalds wird von einem neuen, über 19 Meter hohen Aussichtsturm gekrönt. Oben weitet sich seine schlanke Holz-Stahl-Konstruktion zu einer „Krone“, von der sich ein Blick bis in die Haßberge und die Rhön bietet (www.steigerwald-naturpark.de).

 

Tierischer Personenschutz für „Rosi“

Um die tierischen „Stars“ der fränkischen Naturparks zu entdecken, muss man allerdings etwas genauer hinsehen. Denn nicht immer sind es die großen Tiere, die besonderen Schutz brauchen. Für manche von ihnen – wie etwa die Essigrosen-Dickfühlerweichwanze im Naturpark Haßberge – bietet Franken sogar den letzten Rückzugsort. Maskottchen „Rosi“ führt deshalb heute in Ebern Familien durch das Naturschutzgebiet, in dem die kleine Wanze wieder heimisch ist (www.naturpark-hassberge.de).

Nachhaltige Outdoor Abenteuer
So sehen die besten und umweltfreundlichsten Rasenmäher der Welt aus. Franken hat sie. foto (c) Kinderoutdoor.de

Nachhaltige Outdoor Abenteuer: Grünland für Genießer

Das Schöne an den fränkischen Naturparken ist, dass Landschaftsschutz hier sehr gut schmeckt! Viele Flächen, die wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen sind, können nur mit tierischer Hilfe erhalten werden. Deren Fleisch wiederum bereichert die regionale Küche. Vor allem Schafe spielen eine große Rolle, was Altmühltaler Lamm, Rhönschafe, Jura-Lamm, Frankenhöhe- oder Hesselberg-Lamm zeigen. Gesellschaft bekommen sie durch Beweidungs-Projekte wie das „Grünland Spessart”. Initiativen wie diese kommen nicht nur der Natur und den Genießern zu Gute: Auch für Landwirte und Schäfer bieten sich durch die Vermarktung neue Berufsperspektiven. Welche Dynamik solche Projekte entwickeln können, zeigt sich am Beispiel des Fichtelgebirgs-Dorfs Kleinwendern bei Bad Alexandersbad – Bayerns erstem „Arche-Dorf“. Dort startete vor zehn Jahren ein Rettungsprojekt für das vom Aussterben bedrohte „Sechsämterrotvieh“. Das weckte bei der Dorfgemeinschaft die Begeisterung für viele weitere alte Nutztierrassen. Produziert werden dort nun Eier von glücklichen Hühnern, Bio-Rindfleisch, Lammfleisch und Martinsgänse. Zudem bietet ein Bauernhof Alpaka-Wanderungen und Angebote für Gruppen an (www.archedorf-kleinwendern.de).

 

Nachhaltiger Nilbuntbarsch

Wie groß die Bedeutung regionaler und saisonaler Zutaten für die fränkische Küche ist, zeigt ein Blick auf die Preisträger des Wettbewerbs „100 Genussorte Bayern“, von denen über die Hälfte in Franken beheimatet sind. Ausgezeichnet wurden Orte, deren Spezialitäten eine besondere Verbindung zur lokalen Geschichte, zu Handwerk oder Tradition haben. In Bischofsheim in der Rhön etwa stehen die Biorinder des „Gelben Frankenviehs“ auf der Weide und am „Fränkischen Rennsteig“ grasen Hochlandrinder. Kleintettau, ein Ortsteil von Tettau im Frankenwald, bringt sogar Exotik in die regionale Wertschöpfungskette: Das Tropenhaus „Klein-Eden“, ein nachhaltiges Umweltprojekt, steuert unter anderem Papayas oder geräucherte Nilbuntbarsche zur fränkischen Speisenvielfalt bei.

 

Eichelschwein im Mittelwald

Auch Iphofen im Fränkischen Weinland gehört zu den Preisträgern. Hier fressen sich  Eichelschweine satt an Eicheln, Kräutern und Blättern, was wiederum Schinken, Salami oder Brotzeitspeck aus dem Fleisch der Tiere besonders aromatisch macht. Das Revier der Eichelschweine ist der Iphöfer Mittelwald, dessen Nutzung aus Tradition nachhaltig ist. Jahrhundertelang wurde dort das Unterholz als Brennholz eingeschlagen, während das Oberholz geschont wurde. Deshalb zeichnen sich diese Eichen-Hainbuchenwälder durch einen enormen Reichtum an unterschiedlichen Strukturen wie verschiedenen „Stockwerken“, Baumhöhlen oder Totholz aus, die bedrohten Tier- und Pflanzenarten als Wohnung dienen. Interessante Einblicke in diese Art der Waldbewirtschaftung bieten ein -Informationspavillon, ein Schaumittelwald und ein Naturerlebnisweg. Iphofen wird aber nicht nur vom Wald geprägt, sondern vor allem auch von seinen Weinbergen. Wie Nachhaltigkeit im Weinbau gelingen kann, wird anschaulich im Geschichtsweinberg gezeigt: Er demonstriert die wichtigsten Epochen im fränkischen Weinbau vom späten Mittelalter bis in die 1960er Jahre. Damit verbunden sind viele Lebensräume für Tiere und Pflanzen wie Trockenmauern aus Muschelkalk, Lesesteinriegel, Hecken sowie Streuobstwiesen mit alten Obstsorten (www.iphofen.de).

Quitten sind ein Stück Artenvielfalt foto (c) kinderoutdoor.de

Nachhaltige Outdoor Abenteuer: Artenvielfalt unter Birne und Quitte

Wenn es um den Erhalt solcher Obstsorten geht, zeigt sich Franken besonders engagiert. Seine Streuobstwiesen, auf denen Birne, Quitte, Zwetschge & Co. wachsen, stellen ebenfalls einen wichtigen Lebensraum dar. Gerade im Frühling, wenn die Obstbäume blühen, lohnt sich deshalb ein Ausflug ins Romantische Franken oder in die Fränkische Schweiz, wo solche Streuobstwiesen noch zahlreich sind. Ein Tipp im Fränkischen Seenland ist die Obstarche in Spielberg: Ihre Apfel- und Birnbäume tragen allesamt alte und selten gewordene Sorten. Jeder Baum ist mit einem Schild versehen, das den Namen der Sorte und ihre Eigenschaften verrät (www.fraenkisches-seenland.de).

 

Grüne Oasen in der Stadt

Die Obstarche gehört zu den grünen Sehenswürdigkeiten, die im Rahmen des Projekts „Parks und Gärten – Frankens Paradiese“ vorgestellt werden – zusammen mit prachtvollen Schlossgärten, Landschaftsparks oder Privatgärten (www.frankens-paradiese.de). Ein Spaziergang durch diese Anlagen ist immer ein Erlebnis für die Sinne: zum Beispiel durch den Veitshöchheimer Hofgarten im Fränkischen Weinland. Als einer von wenigen Rokokogärten fiel der Ende des 18. Jahrhunderts angelegte Park nicht der Umgestaltung zu einem Englischen Garten zum Opfer. So präsentiert er sich heute noch mit Wald-, Hecken- und Seezone, Wasserspielen, üppigem Skulpturenschmuck, duftendem Küchengarten und mit dem mit Blumenrabatten geschmückten Schlossparterre (www.tourismus-veitshoechheim.de). Frankens Gärten zeigen aber auch, wie mitten in der Stadt Oasen der biologischen Vielfalt bestehen können. Der Coburger Hofgarten beispielsweise, der sich zwischen dem Schlossplatz und der Veste Coburg erstreckt, weist einen artenreichen, alten Baumbestand mit vielen exotischen Gehölzen auf. Früher durfte der Park nur von Mitgliedern des Coburger Hofes betreten werden, heute ist er jedoch für alle Coburger die grüne Lunge der Stadt (www.coburgmarketing.de).

 

Nachhaltige Outdoor Abenteuer: Biodiversität im Bürgergarten

Schon immer ein Park der Bürger war dagegen der Hain in Bamberg. Er ist gleichzeitig einer der ältesten bayerischen Bürgerparkanlagen im Stil englischer Landschaftsgärten, historisches Gartendenkmal und Bambergs größtes und artenreichstes Biotop. Im Hain, der sich zwischen den Flussarmen der Regnitz im Süden der Bamberger Inselstadt erstreckt, lebt zum Beispiel der große Eichenbockkäfer, der bayernweit nur noch hier vorkommt. Informieren können sich Spaziergänger mit Informationstafeln, Broschüren und einer Dauerausstellung sowie mit der kostenlosen „Hain-App“ (www.buergerparkverein.de).

Wagt Euch mit den Kindern in den Wald hinein und Ihr findet Abenteuer, aber auch Pilze.
foto (c) kinderoutdoor.de

Gebettet in Nachhaltigkeit

Der Eichenbockkäfer fühlt sich also wohl in Franken – doch wo finden menschliche Gäste eine Unterkunft, die ihren nachhaltigen Ansprüchen genügt? Schon seit langem engagieren sich die fränkischen Hoteliers und Vermieter bei diesem Thema. Mit der Verwendung von regionalen Zutaten in der Küche, natürlichen Materialien für Bau und Zimmerausstattung, Ökostrom und vielem mehr halten sie ihren CO2-Fußabdruck möglichst klein. Beispiele hierfür sind das Biohotel Sturm in Mellrichstadt in der Rhön, das als besonders energiesparend eingestufte Landhaus Altmühltal in Kipfenberg, das mit dem „Umweltsiegel in Gold“ ausgezeichnete Altstadthotel Bausewein in Iphofen oder das Derag Living Hotel in Nürnberg. Letzteres trägt das „Green Globe“-Zertifikat. Damit werden Betriebe ausgezeichnet, die über ein breites Nachhaltigkeits-Angebot verfügen. Ein Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit findet in Erlangen: Dort hat es das Creativhotel Luise mit moderner Technik, verschiedenen Projekten und „Nachwachsenden Hotelzimmern®“ zum ersten klimapositiven Hotel in Deutschland geschafft. Überhaupt zeigt Erlangen mit seinem großen Engagement für Nachhaltigkeit, das „grüner“ Urlaub mitten in der Stadt möglich ist. 2020 wurde dieses Engagement beim Deutschen Nachhaltigkeitswettbewerb mit einem Top-Platz in der Kategorie „Deutschlands nachhaltigste Großstädte” belohnt. Auch einer der Bestplatzierten 2021 stammt aus Franken: Oberelsbach in der Rhön überzeugte als eine von „Deutschlands nachhaltigsten Kleinstädten und Gemeinden“. 

Im Frankenwald könnt Ihr das ganze Jahr mit den Lamas wandern.
foto (c) kinderoutdoor.de

Nachhaltige Outdoor Abenteuer: Urlaubspartner Bus und Bahn

Ein wichtiger Partner für einen nachhaltigen Urlaub bilden die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) und der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN). Deren dichtes Netz an Bus- und Bahnlinien ermöglicht eine ressourcenschonende An- und Abreise. Während des Aufenthalts steigt man in die Freizeitlinien ein. Viele von ihnen steuern bewusst Freizeitziele oder Ausgangspunkte für Wander- und Radrouten an und sind deshalb auch während des Aufenthalts ein nachhaltiger Begleiter. Ideal für die Tourenplanung ist außerdem die Plattform komoot. Hier präsentieren die fränkischen Urlaubslandschaften ebenso wie die fränkischen Städte eigene Tourenkollektionen, wobei der Schwerpunkt auf unbekannteren Rad- und Wanderwegen sowie auf naturnahen Angeboten liegt.

Nachhaltige Outdoor Kleidung: Öko? Logisch! Sieben Tipps für´s vernünftige Einkaufen

Nachhaltige Outdoor Kleidung? Das passte vor einigen Jahren noch zusammen wie Freiland Ananas Anbau und Nordschweden. Die Outdoorjacken und Regenhosen bekamen alle eine Portion PFC verpasst, damit das Wasser an ihnen gut abperlt. Recycling Materialien verwendeten nur kleine, exotische Outdoormarken. Es bestand keine oder nur eine geringe Nachfrage. Inzwischen haben sich die Ansprüche der Kunden stark gewandelt und die Masse der Hersteller von Outdoor Bekleidung hat diesen Trend zu nachhaltiger Kleidung erkannt. Wir geben Euch sieben Tipps, wie Ihr diese umwelt- und oft auch sozialverträglichen Textilien finden könnt.

Nachhaltige Outdoor Kleidung: Wir haben sieben Tipps für Euch, worauf Ihr beim Kauf von ökologischer Outdoorkleidung achten solltet.
foto (c) JACK WOLFSKIN
GmbH & Co. KGaA

53 PET Flaschen kaufte sich eine Frau im Jack Wolfskin Store. In Form vom praktischen Taiga Trail 3in1 Jacket Women. Aus wiederverwerteten Kunststoff ist diese Outdoorjacke gefertigt. Jack Wolfskin stellte auf den beiden Leitmessen, OutDoor und ISPO, stolz die Texapore Ecosphere Membrane vor. Diese ist auch in dem Taiga Trail 3in1 Jacket Women verarbeitet. 100% recycelten Membran, zu 100% recyceltem Oberstoff und zu 100% recycelten Innenfutter. Anstatt, dass die leeren PET Flaschen im Meer landen und dort 450 Jahre treiben bis sie zerfallen sind, stellt Jack Wolfskin Outdoorkleidung daraus her. Daniele Grasso, Director Apparel, erklärt: „Wir haben Lieferanten und Mitbewerber mit unserer TEXAPORE ECOSPHERE-Technologie inspiriert. Neben der Nachhaltigkeit spielt dabei auch die Performance eine ganz wichtige Rolle. Mit unserem O2+ Level konnten wir bereits Retail und Wholesales begeistern. Diese Begeisterung wollen wir jetzt auch beim Endverbraucher entfachen.“ Und er fügt hinzu: „In der Herbst / Winter-Saison 18 bauen wir unsere nach- haltigkeits-offensive noch weiter aus. So verwenden wir zum Beispiel in unseren Wattierungen recycelte Materialien, die nachhaltig sind und gleichzeitig durch Performance beeindrucken. In unserer NANUK Fleece-Kollektion haben wir unsere Bestseller und Core-Produkte bereits als NANUK ECOSPHERE Versionen aktualisiert. Wir setzen damit ein ehrliches Statement, da es sich nicht nur um einzelne Teile, sondern um eine Vielzahl an Produkten handelt.“

Nachhaltige Outdoor Kleidung Tipp eins: Aus welchem natürlichen Material bestehen die Textxilien?

Ideal sind Naturfasern wie Wolle. Hier gibt es inzwischen Swiss– oder Tirolwool. Wer solche Kleidung kauft, schützt die Alpen und gibt den dortigen Landwirten eine Zukunft. Wichtig ist auch darauf zu achten, dass die natürlichen Fasern zertizierte Bioqualität haben. „Produkte zu entwickeln, die weder Mensch noch Natur belasten, hat für uns höchste Priorität. Auf diese Weise möchten wir auch zur Lösung globaler ökologischer Probleme beitragen wie beispielsweise die Verschmutzung unserer Umwelt mit Plastik, die von Textilien aus Kunstfasern mitverursacht wird”, so Antje von Dewitz, VAUDE Geschäftsführerin. Gemeinsam mit Partnern aus Umweltverbänden, Wissenschaft und der Textilindustrie hat VAUDE das Forschungsprojekt „TextileMission“ ins Leben gerufen. So sollen Lösungen gefunden werden, um die Belastung der Umwelt durch Mikroplastikpartikel zu reduzieren, die beim Waschen von Kunstfaserbekleidung frei gesetzt werden. VAUDE freut sich über erste Entwicklungserfolge und präsentiert ein innovatives Fleece-Material aus biobasierten und biologisch abbaubaren Fasern. Dies ist eines der innovativen Naturmaterialien, die VAUDE in der neuen, komplett nachhaltigen Green Shape Core Collection einsetzt.

Nachhaltige Outdoor Kleidung Tipp zwei: Recycling lebt vom Mitmachen

Was bringt es, wenn in Deutschland die meisten Bürger brav Plastikmüll trennen und in den gelben Sack oder die gelbe Tonne geben, wenn diese Rohstoffe keine Verwendung finden? Deshalb ist es sinnvoll darauf zu achten, ob die Outdoorbekleidung aus recycelten Materialien besteht.Wie es funktionieren kann, beweist der Kieler Outdoor-Spezialist PYUA. Dieser produziert hochwertige Outdoor Funktionsbekleidung ressourcenschonend, energieeffizient und schadstofffrei. PYUA gewinnt seine Funktionstextilien aus dem Recycling alter Produkte. Mit dem einzigartigen Closed-Loop-Recycling sammelt PYUA alte Produkte, führt sie zurück, recycelt und entwickelt daraus neue erstklassige PYUA-Produkte. Damit nimmt das Unternehmen eine Vorreiterrolle für Umweltbewusstsein ein und bietet obendrein mit seinen Produkten qualitativ hochwertige und umweltfreundliche Funktionskleidung für Outdoor-Aktivitäten an.

Nachhaltige Outdoor Kleidung Tipp drei: Wie lässt sich das Ganze reparieren oder wiederverwenden?

Schnell ist in der Outdoorjacke oder dem Pulli ein Loch oder Riss. Deswegen das Lieblingsteil in die Altkleiderbox geben? Viele Hersteller und Händler bieten einen preiswerten Reparaturservice an. So lassen sich beim bayerischen Bergschuster LOWA die meisten Schuhe neubesohlen. Wenn die Sohle heruntergelaufen ist, einfach an Lowa einsenden und dort kleben gegen einen angemessenen Preis die Experten eine neue Sohle auf.

Nachhaltige Outdoor Kleidung Tipp vier: Wie ist der ökologische Fußabdruck?

Patagonia gehört in Sachen nachhaltiger Produktion ein Vorreiter und führte die Footprint Chronicles ein. Hier lässt sich nachvollziehen welchen ökologischen Fußabdruck ein Outdoor Produkt hinterlässt. Der ist teilweise beeindruckend. Auch welche Wege über den Globus die einzelnen Komponenten einer Outdoorjacke zurücklegen.

Nachhaltige Outdoor Kleidung Tipp fünf: Stimmt die Chemie?

PFC ist überall. Geographisch gesehen. Sogar in Proben vom Schnee aus der Antarktis fanden sich die per- und polyfluorierte Chemikalien. Ein weiteres Kriterium für die Auswahl von nachhaltiger Outdoorbekleidung ist auch, wie der Hersteller mit Chemikalien umgeht. Versucht die Outdoormarke weitestgehendst darauf zu verzichten oder ist es besser bestückt als manches Labor?

Nachhaltige Outdoor Kleidung Tipp sechs: Sozial verantwortlich?

In Asien lassen viele Outdoor Marken ihre Kleidung und Ausrüstung herstellen. Weil dort die Löhne und Umweltauflagen niedrig sind. Dort produzieren meistens Subunternehmer für die Outdoormarken. Anders ist es bei Tatonka, der Outdoormarke aus dem bayerischen Dasing. Es gehört zu den wenigen Outdoor-Marken, die eine eigene Fertigung betreibt: Die Mountech Co. Ltd. in Vietnam. Diese Produktionsstätte ist nicht aus Glas. Transparent ist sie trotzdem – und das regelmäßig. Einmal in der Woche werden in Ho Chi Minh City die Türen geöffnet und jeder Interessierte kann sich anschauen, wo und wie TATONKA-Produkte entstehen. Jeder – von Privatperson über Journalist bis zum Politiker – egal welcher Nationalität, kann sich zur Tour durch die Fabrik anmelden und an einer Führung teilnehmen. Damit kann TATONKA das langfristige und nachhaltige Engagement in seiner Produktionsstätte dokumentieren.Gleichzeitig manifestiert der Rucksack-Profi dadurch seine langjährig gesetzten, hohen Sozialstandards und zeigt, dass er Verantwortung für seine Mitarbeiter in Deutschland wie in Vietnam übernimmt. Das zertifiziert seit vielen Jahren auch die international anerkannte SA8000-Norm, welche die Einhaltung der Arbeits- und Sozialstandards gemäß ILO- und UN-Konventionen bescheinigt. In den Verträgen der Mitarbeiter sind unter anderem die Arbeitszeiten, Pausen, Urlaub, Überstundenregelungen, Essen, Sozialversicherung, Arbeitsschutz und vieles mehr klar geregelt.

Nachhaltige Outdoor Kleidung Tipp sieben: In Europa hergestellt?

12.079 Kilometer. So weit ist die Entfernung auf See von Shanghei nach Hamburg. Diesen Weg müssen viele Outdoortextilien nehmen. Ressourcen lassen sich schonen, wenn die Kleidung in Europa hergestellt ist. Ein weiteres Argument für Made in EU: Hier stimmen die sozialen und ökologischen Bedingungen. Das angesagte schwedische Outdoor- und Sportlabel Houdini produziert nur in Europa.