Kinder Outdoor Erlebnisse in Franken: Bayern ganz anders

Die Königsschlösser, Almen, die bayerischen Alpen und malerische Bergseen. Diese Bilder entstehen bei den meisten Eltern im Kopf, wenn Sie an Urlaub in Bayern denken. Perfekte Kinder Outdoor Erlebnisse gibt es in Franken.

Eine lange Wanderung in wildromantischer Natur und danach ein Bett mitten im Wald: Das macht der Frankenwald mit seinem neuen „Hotspot“ für Trekkingurlauber möglich. Vor kurzem hat hier im Bereich Kleintettau ganz in der Nähe des Fernwanderwegs Rennsteig der Trekkingplatz „Frankenwald Kobach“ eröffnet. Eingerichtet wurde er auf Initiative der Bayerischen Staatsforsten und in Kooperation mit Kommunen und einigen Ortsgruppen des Frankenwaldvereins. In Zukunft sollen acht weitere solcher Plätze entstehen, die ebenfalls in der Nähe von Wanderwegen, jedoch abseits von großen Forstwegen oder Straßen liegen werden. Die einzigen Fahrzeuge, die die Übernachtungsgäste am Platz wahrnehmen, sind deshalb die Sternbilder des kleinen und großen Wagens. Ansonsten bildet die Atmosphäre des Waldes die einzige Geräuschkulisse. Die Wanderer schlafen zwischen Buchen und Fichten auf einem großzügig angelegten, 400 Quadratmeter großen Platz, der für vier bis fünf Zelte angelegt ist – wahlweise auf Bodenplätzen oder auf Holzpodesten. Ein Fass mit Brauchwasser, eine Feuerstelle mit Sitzbänken und Brennholzlager sowie eine wettergeschützte Biokompost-Toilette bieten den nötigen Komfort. Ihr Trinkwasser, ihre Verpflegung und ihr Zelt bringen die Trekker, wie bei Naturlagerplätzen üblich, selbst mit. Der Trekkingplatz steht den Campern jeweils für eine Nacht zur Verfügung, die Gebühr liegt pro Zelt bei 10 Euro. Zum guten Ton gehört außerdem, dass anfallender Müll wieder mitgenommen wird. Auf seiner Webseite hat Frankenwald Tourismus Tourenvorschläge zusammengestellt, die den neuen Trekkingplatz einbinden, darunter die Routen „Lebenslinie zum Rennsteig“ (14 Kilometer), „Vom Frankenwald-Dom auf die Spuren der Glasmacher“ (21 Kilometer), „Grenzgang am Grünen Band“ (23 Kilometer) und die „Waldläufer-Tour“ (15 Kilometer). Über diese Webseite erfolgt auch die Buchung für den Trekkingplatz.

Zeigt her Eure Füße: Der längste Barfußpfad Deutschlands

Am Rande des Bad Orber Kurparks erwartet die Besucher Deutschlands längster Barfußpfad: Der 4,5 Kilometer lange Weg führt am Orbbach entlang durch herrliche Natur bis zum Wildpark. Die Schuhe können im Eingangsbereich des Servicehauses verbleiben, damit die nackten Füße sich über die unterschiedlichen Bodenbeläge an über 30 Stationen tasten können: darunter etwa ein großer „Salinen-Schwebebalken“, warmer Sand, Baumstämme oder weiches Gras. Ein 70 Meter langes Schlammfeld und Wassertretstrecken im Bachlauf regen die Sinne an. Unterwegs sorgen eine Kneipp-Anlage, ein Wildgehege und ein Café für Abwechslung. Nutzbar ist der Barfußpfad täglich von Ostern bis Oktober. Ein ausführlicher Flyer informiert über die Strecke und die Stationen. Wer den Barfußpfad nicht alleine begehen möchte, bucht eine der zwei- bis dreistündigen Erlebnisführungen.

Barfußpfade gibt es viele, doch der Längste einer Art ist in Franken! foto (c) kinderoutdoor.de

Wasser wil! Wilde Floßfahrt auf der Rodach

Über 800 Jahre lang fuhren mutige und kräftige Männer mit den Flößen vom Frankenwald auf der Wilden Rodach. Dieser Fluß im Frankenwald trägt seinen Namen zurecht. Was heute ein Vergnügen ist, endete zur Zeit der Flößer manchmal mit schweren Verletzungen oder gar tödlich. Jugendlich mit 15 Jahren arbeiteten damals als Flößer. Eine gefährliche Knochenarbeit. Weil im 19. Jahrhundert wegen der Industrialisierung das Holz begehrt gewesen ist, fuhren immer wieder die Flößer aus dem Frankenwald los. Bis nach Amsterdam kamen manche um dort die Baumstämme abzuliefern. In Unterrodach gibt es ein sehenswertes Museum zu Ehren der Flößer. Während die Floßherren es zu beachtlichen Reichtum brachten, deren Häuser zeugen heute noch davon, reichte es den einfachen Arbeitern auf den Flößen kaum zum Überleben. Empfehlenswert ist im Frankenwald der Flößerweg. Von der Quelle der Wilden Rodach geht es bis ins Rodachtal. Im Ort Wallenfels legten früher die meisten Flößer ab zu ihrer gefährlichen Fahrt. Wenn Ihr bei einer Floßfahrt auf der Rodach mitmacht, dann muss Euch eines klar sein: Trocken kommt hier niemand durch, deshalb braucht Ihr Wechselwäsche. Die Rodach hat aus einem guten Grund den Titel “Wilde”. Auf einem Floß mit 25 Personen schüttelt es Euch durch wie auf einem Rodeo Bronco.  Los geht es, ein guter Wasserstand vorausgesetzt .Wenn die Wilde Rodach genug Wasser führt, könnt Ihr bis Mitte September immer am Samstag Euch diesen wilden Ritt durchs kalte Wasser gönnen.

Ein Floßfahrt auf der Wilden Rodach im Frankenwald ist für die Kinder ein kaum zu vergessendes Abenteuer. Bildrechte_Frankenwald Tourismus A._Hub.jpg

Um die fünf Kilometer ist die Fahrt auf dem Fluß im Frankenwald lang und bleibt den Outdoorkids lange in Erinnerung. Bei Hochwasser oder wenn es zu lange sehr heiß gewesen ist, fällt die Flößerei leider aus. Besonders spannend ist es, wenn sich die Flöße durch das wilde Wasser bei einem Wehr schieben. Hier sind die beiden Experten an den Rudern gefordert. Mit viel Kraft und Geschick lenken sie das schwerfällige Floß in die Strömung. Was die Ausflügler hier erleben ist kein Touristenhalligalli. Die Frankenwälder versuchen mit diesen Fahrten an die lange Tradition in ihrer Heimat aktiv zu erinnern. Bei den meisten Flößern oder Wehrsetzer sind schon die Vorfahren diesen harten Berufen nachgegangen. 1977, also vor vierzig Jahren, lebte in Wallenfels diese Tradition des Flößens wieder auf.

Steinernes Herz von Franken feiert am 14. Juli

In Franken liegen zudem zehn Naturparke: Sie machen mehr als die Hälfte des Urlaubslands aus. Die Natur hat hier ganz unterschiedliche Landschaften geschaffen: die offenen Fernen der Rhön mit ihren faszinierenden Mooren, das Fichtelgebirge mit den höchsten Bergen Frankens, die Fränkische Schweiz mit ihren Felsen und Höhlen, die sanften Hügel der Haßberge oder den Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald, in dem sich faszinierende Fenster in die Erdgeschichte öffnen. Eine Besonderheit stellt außerdem der Waldreichtum der fränkischen Naturparke dar: ob die Naturwald-Reservate der Frankenhöhe, der Frankenwald als „grüne Krone Bayerns“ oder der Spessart, der mit seinen Buchen und Eichen eines der größten zusammenhängenden Laubwaldgebiete Mitteleuropas bildet. Ganz unmittelbar erlebt man diese grünen Welten im Steigerwald: Auf dem Baumwipfelpfad bei Ebrach schweift der Blick weit über die Kronen der Bäume, gleichzeitig ergeben sich spannende Einsichten in den „Lebensraum Wald” (www.frankentourismus.de/naturpark).

Einen Blick in die Zeit vor 140 Millionen Jahren ermöglicht der Naturpark Altmühltal. Er erstreckt sich dort, wo sich in der Jurazeit die Wellen eines flachen Meeres am Ufer brachen und unter subtropischem Himmel der Urvogel Archaeopteryx seine Runden zog. Der Urvogel und seine Zeitgenossen – Raub-, Fisch- und Flugsaurier, Ammoniten oder meterlange Krokodile – bevölkern den Naturpark bis heute: In Form von Fossilien, die aus den Steinbrüchen des Altmühltals geborgen werden. Zeugen dieser Zeit sind auch die markanten Felsen, die sich aus dem breiten Talgrund der Altmühl erheben. Sie begleiten Bootwanderer, Radler und Wanderer, die beispielsweise auf dem „Altmühltal-Radweg“ oder dem „Altmühltal-Panoramaweg“ unterwegs sind, auf ihrer Tour – ebenso wie lichte Buchenwälder und die steilen, artenreichen Wacholderheiden. Im Jahr 2019 hat der Naturpark Altmühltal Grund zum Feiern: Seine Gründung jährt sich zum 50. Mal. Zum Jubiläumsfest am 14. Juli 2019 im Naturpark-Informationszentrum in Eichstätt gesellen sich das Jahr über verschiedene Thementouren mit geschulten Naturpark-Führern (www.naturpark-altmuehltal.de/50-jahre).

Expedition an die Quelle des Weißen Mains

In der Erlebnisregion Ochsenkopf, benannt nach dem 1024 Meter hohen Ochsenkopf und nach dem 1053 Meter hohen Schneeberg zweithöchster Berg Nordbayerns, bahnen sich Bäche und Flüsse in alle Himmelsrichtungen ihren Weg. Vor 300 Jahren wurde die Quelle des hier noch jungen Mains mit Granitquadern mehrmals in Folge gefasst. Gut ausgeschildert ist der Naturpfad „Oberes Weißmaintal“, ein leichter, knapp sieben Kilometer langer, mit Lehrtafeln ausgestatteter Rundweg ab Bischofsgrün. Er erschließt auf familienfreundlichen Wegen das Gebiet des nach dem einstigen Bayreuther Markgrafen Friedrich von Brandenburg benannten Fürstenbrunnens.

Beinahe hufeisenförmig ist das Gebirge durch das die Wasserscheide zwischen Nordsee und Schwarzem Meer verläuft. Der Weiße Main mit seiner Quelle am Ochsenkopf fließt nach Westen, vereinigt sich mit dem Roten Main zum Main und mündet später in den Rhein. Die Naab entspringt ebenfalls direkt am Ochsenkopf und fließt südlich in die Donau. Die Saale kommt am Waldstein ans Licht und erreicht in nördlicher Richtung die Elbe. Am Schneeberg liegt die Egerquelle. In Tschechien gibt der Fluss der Stadt Eger ihren Namen und fließt in Leitmeritz ebenfalls in die Elbe. Landschaftlich reizvoll ist der 50 Kilometer lange Eger-Wanderweg mit wunderbaren Ausblicken nach Böhmen. Er führt von der Egerquelle am Weißenstädter See vorbei über Röslau bis nach Fischern.

Rund um den Ochsenkopf führen zwischen den vier Gemeinden Bischofsgrün, Fichtelberg, Warmensteinach und Mehlmeisel gut ausgeschilderte Wander- und Radwege auf den Gipfel. Wer es bequemer mag, nimmt eine der beiden Seilschwebebahnen: entweder vom südlich gelegenen Fleckl aus oder nördlich von Bischofsgrün. Im Bischofsgrüner Fichtelgebirgsvereins stehen 17 zertifizierte Wanderführer mit Rat und Tat zur Seite. Bis Ende Oktober bieten sie jeden Mittwoch und Sonntag geführte Wanderungen an. Ein umfassendes Tourenportal finden Interessiere auf der Internetseite der Erlebnisregion Ochsenkopf.

Weitere Infos:
www.erlebnis-ochsenkopf.de

Fränkische Karibik für Familien

Im Fränkischen Seenland lassen sich die Urlaubswünsche von Eltern und ihren kleinen ebenso wie größeren Kindern optimal verbinden. Mit genauen Vorstellungen starten Teenager in den Familienurlaub: Sie wollen coole Trendsportarten ausprobieren und auch einmal ohne Eltern losziehen. Im Fränkischen Seenland haben Jugendliche ausreichend Freiraum und Entfaltungsmöglichkeiten!Direkt an der Zeltwiese Absberg am Kleinen Brombachsee wartet die erste Herausforderung auf Sportbegeisterte: Die 2-Mast-Wakeboardanlage bekommt 2019 Verstärkung von einer neuen 6-Mast-Anlage, mit der Boarder weit auf den See hinaus surfen. Der Wakepark ist für Anfänger ebenso geeignet wie für erfahrene Boarder, die an Hindernissen trainieren möchten. Der nächste Adrenalinkick ist nicht weit entfernt: Am Igelsbachsee geht es im AbenteuerWald Enderndorf hoch hinaus – oder rasant durch den Wald: Wer mit der „Flyline“ unterwegs ist, genießt eine völlig neue Art des Naturerlebnisses. Die „Fly Line“ ist eine Art umgedrehter Achterbahn; der Passagier hängt mit seinem Gurtsitz an einer Schiene, die sich über knapp 600 Meter mit einem Gefälle von zehn Prozent ins Tal schlängelt. Damit ist der Ausflug in den AbenteuerWald noch nicht beendet – schließlich warten dort mit den Kletterstationen zwischen den Baumwipfeln und der Seilabfahrt über den Igelsbachsee weitere spannende Aktionen.

Die Soccergolf-Anlage in Pleinfeld ist das perfekte Ausflugsziel für alle, denen Minigolf zu langweilig ist – auf 18 Bahnen mit einer Gesamtlänge von etwa zwei Kilometern muss der Ball mit dem Fuß eingelocht werden. Dabei gilt es, mit möglichst wenig „Tritten“ Hindernisse wie Sandbunker oder Felsen zu überwinden. Puren Freizeitspaß bietet auch Bubble-Soccer: Bei diesem Gaudi-Fußballspiel steckt jeder Mitspieler in einer überdimensionalen Kunststoffblase. Mit viel Körpereinsatz, aber ohne Verletzungsgefahr treten zwei Teams gegeneinander an – ein Riesenspaß für alle ab 10 Jahren.

Ganz unabhängig vom Wetter bietet der Indoor Funpark in Pleinfeld-Mackenmühle Spaß und Action für die ganze Familie. Auf über 3200 m² Fläche warten außergewöhnliche Angebote: Hier spielt man Schwarzlicht-Minigolf, Lasertag (ab 14 Jahren) oder Fußball-Billard, fährt spannende Rennen mit den Crazy Carts (ab 8 Jahren) oder rätselt sich gemeinsam aus dem Escape-Room.

Tipps für kleine Abenteurer

Für kleine Kinder ist das Fränkische Seenland ebenfalls ein wahres Paradies: Sie baden und planschen in den Seen oder den zahlreichen Bädern, toben auf den Sandstränden und Spielplätzen herum oder machen Ausritte auf dem Ponyrücken. Bei Kinderführungen und Mitmach-Aktionen entdecken die Kinder die Natur: In Muhr a.See z. B. können sie bei einer geführten Wanderung die bunte Welt der Vogelinsel kennen lernen.

Der Erlebnisspielplatz am Südufer des Altmühlsees lädt zu einer spielerischen Zeitreise ein, die in einer „Ausgrabungsstätte“ beginnt und vom „Alemannendorf“ zur „Römerstadt“ führt. Die naturnahe und weitläufige Anlage ist ein generationenübergreifender Spielplatz: Opa kann an Balance-Geräten seine Fitness beweisen, während sich die Enkel am Alemannen-Kletterpfad oder auf dem zehn Meter hohen Rutschturm austoben. Zum Verschnaufen laden Liegen und Hängematten ein. Das Element Wasser begeistert durch den flachen Bachlauf, der direkt durch den Erlebnisspielplatz am Seezentrum Gunzenhausen-Wald verläuft und zum Planschen einlädt (www.altmuehlsee.de/erlebnisspielplatz).

Die Freibeuter der sieben Weltmeere haben auch die fränkischen Seen für sich entdeckt: Am Seezentrum Schlungenhof brechen kleine Piraten von April bis Oktober immer wieder mit der MS Altmühlsee auf zu fremden Ufern. Furcht einflößend geschminkt gehen sie auf eine spannende Suche nach dem geheimnisvollen Piratenschatz. Auf dem Großen Brombachsee können Kinder in den Schulferien (Bayern und BW) an Bord der „MS Brombachsee“ ein Mini-Kapitäns- Patent erwerben oder beim Wickie-Erlebnistag bei lustige Wickingerspiele und Aktionen mitmachen.

Die Burg Rabenstein erhebt sich trutzig über dem Ahorntal. foto (c) kinderoutdoor.de

“Puh, der ultimative Outdoor-Tipp… das ist schwer, denn es gibt so viele schöne Ziele für Familien. In der Fränkischen Schweiz würde ich den Promenadenweg im Ahorntal um die Burg Rabenstein und Ludwigshöhle empfehlen” rät Bernd Deschauer, Wanderbuchautor und Gründer von Wanderzwerg.eu Im Ahorntag sollte Ihr die Burg Rabenstein besuchen. Trutzig erhebt sie sich mit ihren Stufengiebeln. Seit etwa 1188 steht hier diese Festung. Die Kinder sind von diesem starken Stück Mittelalter begeistert. Hier gibt es auch eine Greifvogel- und Eulenpark. Zu sehen bekommt Ihr den kleinen Waldkauz oder den Gänsegeier. Spannt er die  Flügel aus sind diese von der einen bis zur anderen spitze bis zu drei Meter lang. Die Falkner auf Burg Rabenstein binden ihre Tiere nicht an. Von Dienstag bis Sonntag gibt es immer um 15 Uhr eine Flugshow. Keine halbe Stunde Wanderung ist es von Burg Rabenstein bis zur Sophienhöhle. Einer Karsthöhle oberhalb vom Ahorntal. Hier gibt es auch das Skelett von einem Höhlenbären zu bewundern. 3,50 Meter ist das Tier lang und Veganer gewesen. Bei dem Gebiss kaum zum glauben. Was lernen wir daraus? Veganer sterben aus……

Main Tipp: Paddelt in Franken

Kanutouren für Familien brauchen kein Wildwasser. Hier kann es gerne beschaulich zu gehen. Eine Kanutour für Familien führt auf dem Main vom oberfränkischen Bad Staffelstein (die meisten Oberpfälzer klicken jetzt sicher schon weg) nach Ebensfeld. Die Kinder paddeln mit den Eltern hier völlig entspannt vor sich hin. Was für Familien noch wichtiger ist: Bei dieser Kanutour gibt es keine Wehr. Höchstens mal eine fränkische Feuerwehr die am Ufer grillt. Keine Angst deshalb, wenn Ihr beim Paddeln verdächtige Rauchzeichen der Eingeborenen seht. Ein weiterer Vorteil von dieser Tour: Ihr könnt sie verlängern und bis zur nächsten größeren Besiedlung ,”Bambäch” genannt, schippern. Pankraz von Dinkel? Nie gehört. Paul Böhmer? Kennen nur Experten. Adam Riese? Richtig, der hat doch was mit rechnen zu tun. Alle drei Herren sind gebürtige Staffelsteiner. Der Erstgenannte ist im 19. Jahrhundert Bischof von Augsburg gewesen. Der Zweite ein erfolgreicher Ringer und den Dritten kennen eigentlich (fast) alle. Adam Riese oder Ries geschrieben ist ein mittelalterlicher Rechenmeister gewesen, der drei Mathelehrbücher verfasste. Seinen Bestseller “Rechenung auff der linihen und federn” hatte die unglaubliche Auflage von 120 mal. Dagegen sehen selbst die Harry Potter Bücher alt aus. Heute hätte der geniale Adam Ries(e) seinen Arbeitsplatz bei einem Internetgiganten wie Facebook oder Google um dort Algorithmen zu programmieren. Bevor Ihr beim Wehr von Hausen in die Kanus steigt, lohnt es sich auf jeden Fall das malerische Bad Staffelstein zu besuchen. Dort lauft Ihr auch Adam Riese über den Weg. Zumindest seiner Statue aus Bronze. Beeindruckend ist der historische Altstadtkern mit seinen Fachwerkhäusern. Ich kenne auch jemanden, der empfiehlt Euch auf jeden Fall den denkmalgeschützten Bahnhof anzusehen. Wem´s gefällt!  Nach so viel Kultur wartet eine Paddeltour auf dem oberfränkischen Okavango, dem Main, auf Euch.

Kanutour für Familien: Völlig stressfrei auf dem oberfränkischen Okavango unterwegs

Paddeln mit Kindern ist immer ein Abenteuer. Die Welt sieht vom Fluß aus betrachtet ganz anders aus.
foto (c) kinderoutdoor.de

Wer mit kleineren Kinder ein vollbepacktes Kanu einmal um ein Wehr tragen musste, der vergisst diese Aktion so schnell nicht wieder. Besser ist es eine Paddeltour für die Familie zu finden, die ohne derartige Engstellen auskommt. Auch mit den Outdoorkids zu kentern, weil das Wasser einfach stärker ist, macht im Frühling wenig Freude. Auch hier bietet sich der Main an seinem Oberlauf an. Größee Stromschnellen fehlen bei der Tour von Hausen (Bad Staffelstein) nach Ebensfeld. Da kann ein Kind schon mal die selbstgebastelte Angel in den Main halten und warten, dass ein Fisch anbeisst.  Setzt die Kanus in Hausen am Wehr ein. Hier steht ein großes E-Werk. Irgendwo muss ja der Strom für die E-Bikes herkommen. Rechts von Euch liegen der Reundorfer und der Schönbrunner See. Bei den Ureinwohnern sind die Gewässer im Sommer als Badeplatz sehr geschätzt. Zwischen den Seen und Unnersdorf, etwa nach einem Flußkilometer, kommt Ihr an einem Altwasser vorbei. Es ist mit dem Main verbunden. Bitte paddelt aus Gründen vom Naturschutz daran vorbei. Wer die fränkische Küche erleben möchte, der kehrt in Unnersdorf in das Gasthaus “Zur Linde” ein. Im Dorf gibt es einige Fachwerkhäuser zu sehen. Alle anderen schippern unter der Brücke von der St 2204 durch. Einen knappen Kilometer später seid Ihr am Ostsee. Der hat als direkten Nachbarn, nicht nicht die Nordsee, sondern den Westsee. Um diese beiden Gewässer und den Schlammsee (der heißt tatsächlich so) zieht der Main einen weiten Bogen. Nach einer weiteren Flußkurve schippert Ihr am Ort Wiesen vorbei. Hier gibt es auch ein Altwasser, dass mit dem Fluss verbunden ist. Hier gilt ebenfalls,das Hundemotto beim Metzger: Wir müssen leider draußen bleiben! In der nächsten Kurve vom Main passiert Ihr Niederau und den Weiler Mönchshof (Die Väter brauchen dort gar nicht anlegen. Hier gibt es nicht die gleichnamige Brauerei!) Der Ebensfelder See zeigt Euch, dass Ihr mit den Kindern auf der Zielgeraden paddelt. Die Ufer von Oberbrunn und Ebensfeld sind mit einer Brücke verbunden. Hier landet Ihr an und die Kanutour endet dort. Die Kinder sind begeistert von dieser entspannten Paddelei auf dem Main und wissen jetzt wer Adam Riese gewesen ist (auf jeden Fall kein Basketballspieler).

Paddeltour auf dem Main zwischen Bad Staffelstein und Ebensfeld

  • Länge 12 Kilometer
  • Wehre: Keine
  • Dauer: Etwa vier Stunden
  • Schwierigkeit: Leicht
Besucht uns!