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Kindertrage kaufen oder mieten?

Eine Kindertrage kaufen oder mieten? Viele Eltern stellen sich diese Frage. Welche Vor- und Nachteile hat es, sich eine hochwertige Kindertrage zu kaufen? Wann ist es sinnvoller eine Kraxe zu mieten? Wir geben Euch Profitipps zu diesem wichtigen Thema Outdoor Thema für Familien.

Überall steigende Preise. Sei es an der Zapfsäule, beim Bäcker und auch bei Outdoor Ausrüstung. Aktuell ist die unverbindliche Preisempfehlung von Deuter für eine Kid Comfort Pro bei 420,– Euro. 2021 kostete diese Kraxe noch unter 400,– Euro.

Wer stellt Kindertragen her?

In den letzten Jahren hat sich die Anzahl der Hersteller von Kindertragen gelichtet. Salewa, Bergans und Tatonka stellen leider keine Kraxen mehr her. Folgende Outdoormarken bieten hochwertige Kindertragen:

  • Deuter
  • Vaude
  • Osprey
  • LittleLife
  • Thule
Wer mit Babys in der Kindertrage wandert, sollte spätestens nach einer Stunde eine Pause einlegen und die Kleinen herausnehmen, damit sie sich bewegen können.
foto (c) kinderoutdoor.d

Wer sollte sich eine Kindertrage kaufen?

Für eine neue Kindertrage müsst Ihr, ohne Zubehör, mindestens 400 Euro investieren. Wer in den Bergen oder dem Mittelgebirge wohnt und in der freien Zeit gerne mit den Kindern wandern geht, für den ist die Kindertrage eine sinnvolle Investition. Alle die im Van mehrere Wochen oder Monaten unterwegs sind und unterwegs Besichtigungstouren in Städten oder Wanderungen unternehmen wollen, ist es ebenfalls sinnvoll sich eine Kindertrage zu kaufen.

Vorteile vom Kauf einer Kindertrage:

  • sofort verfügbar
  • hoher Wiederverkaufswert, wenn es sich um eine hochwertige Kraxe handelt
  • Kind kennt die Trage

Nachteile beim Kauf einer Kindertrage:

  • hohe Investition
  • zusätzliche Kosten für Regenüberzug, Trekkingstöcke usw.
  • fachgerechte Lagerung und regelmäßige Reinigung

Wer sollte sich eine Kindertrage mieten?

Familien die nur eine oder zwei Wochen im Urlaub zum Wandern gehen wollen, sollten sich eine Kindertrage mieten. Wer sich nicht sicher ist, ob eine Kraxe beim Wandern angenehm oder wenig ist, der probiert eine Kindertrage aus und mietet sich eine.

Vorteile beim Mieten einer Kindertrage:

  • preiswert (bitte auf die Konditionen der Vermieter; dazu unten mehr!)
  • der Verleiher kümmert sich um die Reinigung und Instandhaltung
  • das Geld ist nicht in der Kindertrage gebunden
  • Auswahl von verschiedenen Modellen

Nachteile beim Mieten einer Kindertrage:

  • Vorlaufzeit und Planung nötig

Worauf ist beim Mieten einer Kindertrage zu achten?

Wichtig ist sich vor dem Bestellen ein detailliertes Angebot vom Vermieter einer Kraxe einzuholen.Darin sollte stehen:

  • Sind die Versandtage im Preis enthalten oder kommen diese als Zusatzkosten hinzu?
  • Welches Zubehör ist dabei? Sind mit dem Regenüberzug zusätzliche Kosten verbunden?
  • Wer haftet bei Schäden an der Kraxe?
  • Wer muss die Kraxe reinigen?
  • Sind die Portokosten im Mietpreis inbegriffen?
  • Welcher Paketdienst transportiert die gemieteten Kraxen?
Osprey Kindertragen haben auch ein Spitzenmodell: Die Poco AG Premium mit abnehmbaren Rucksack.
foto (c) osprey

Was sollte eine Kindertrage unbedingt haben?

Bei einer hochwertigen Kindertrage sollte dabei sein:

  • Sonnen- Regendach
  • Fußschlaufen
  • höhenverstellbares Rückenteil
  • Sicherheitsgurte im „Kindersitz“
  • Stauraum
  • waschbare Bezüge
  • sichere Standfüße
  • Verschlüsse lassen sich nicht von Kindern öffnen
  •  

Worauf ist beim Einsatz einer Kindertrage zu achten?

  • Lasst die Kinder nie alleine in einer Kindertrage sitzen
  • bitte das maximale Zuladungsgewicht beachten
  • Kinder dürfen nur in die Kraxe, wenn sie selbständig sitzen können
  • Die Kinder mit Sonnencreme eincremen und das Sonnendach aufspannen
  • Regelmäßig Pausen einlegen und die Kinder aus der Kindertrage nehmen
  • Zu zweit die Kindertrage aufsetzen

Worauf ist beim Aufsetzen der Kindertrage zu beachten?

Einfach die Kraxe auf den Rücken schultern ist weniger schlau.

  • Zuerst die Gurte auf die Körpergröße einstellen
  • Die Gurte im Sitz der Kinder entsprechend anpassen
  • Das Kind anschnallen und die Verschlüsse überprüfen
  • Mit Hilfe von einem zweiten Erwachsenen die Kraxe auf den Rücken schultern
  • Nie in einem Zug die Kraxe aufsetzen
  • Den Beckengurt schließen (die Kraxe nicht alleine über die Schultern tragen)

Wann dürfen Kinder in eine Kindertrage?

Die Hersteller von hochwertigen Kindertragen empfehlen, Kinder erst in die Kraxe zu platzieren, wenn diese selbständig sitzen und den Kopf kontrollieren können. Das ist, bei den meisten Kindern, etwa mit acht bis zehn Monaten. Es gibt jedoch Abweichungen.

Ein Wattwanderung mit kleinen Kindern ist möglich, wenn Ihr eine Kindertrage dabei habt.
Foto (c) kinderoutdoor.de

Warum sind Trekkingstöcke beim Wandern mit einer Kindertrage sinnvoll?

Trekkingstöcke bieten Euch beim Wandern mit einer Kindertrage auf dem Rücken folgende Vorteile:

  • Ihr kommt leichter die Berge hinauf, weil die Stöcke den nötigen Schub geben
  • Ihr seid sicherer unterwegs, denn die Stöcke geben seitliche Stabilität
  • bergab könnt Ihr Euch auf den Stöcken abstützen und entlastet so die Knie- und Sprunggelenke

Was solltet Ihr vor jeder Nutzung einer Kindertrage tun?

Überprüft, bevor Ihr die Kraxe schultert, ob diese Beschädigungen aufweisen. Sind die Schnallen und Gurte in Ordnung? Ist der Rahmen verbogen? Bitte biegt niemals selbst den Rahmen oder die Standbeine gerade. Verwendet keine Kraxe, bei der Nähte offen sind oder der Rahmen beschädigt ist.

Mit wie viel Kilogramm darf die Kraxe maximal beladen sein?

Je nach Hersteller liegt die maximale Beladung zwischen 20 und 24 Kilogramm. Dieses Gewicht auf dem Rücken müsst Ihr erst einmal schleppen, hinzu kommt auch das Eigengewicht der Kraxe.

Mit wenigen Handgriffen lässt sich die Rückenlänger der Kindertrage von Thule verstellen.
Foto (c) kinderoutdoor.de

Was ist bei einer Kindertrage wichtig?

Eine hochwertige Kindertrage hat ein TÜV Zertifikat. Ebenfalls wichtig ist das freiwillige Prüfsiegel: GS für „Geprüfte Sicherheit“. Eine solche Kraxe erfüllt die Anforderungen des Produktsicherheitsgesetzes. Das CE Zeichen bedeutet, dass das Produkt die  geltenden Anforderungen, die die Europäische Gemeinschaft an den Produzenten stellt, erfüllt. Ebenfalls sollte der Hersteller darauf hinweisen, dass die Kindertrage frei von PFC ist.

Was solltet Ihr mit einer Kindertrage auf keinen Fall tun?

Auf gar keinen Fall solltet Ihr mit einer Kindertrage auf dem Rücken

  • Skifahren. Das Kind sich Erfrierungen zuziehen und bei einem Sturz schwer verletzen
  • Schlittschuhlaufen. Dabei kann das Kind auskühlen und hat eine hohe Sturzhöhe
  • Radfahren mit der Kindertrage auf dem Rücken. Für solche Einsätze gibt es Kinderanhänger oder spezielle Kindersitze

Kindertrage richtig packen: So lassen sich Fehler vermeiden!

Die Kindertrage richtig packen ist wichtig, wer am nächsten Tag ohne Rückenschmerzen im Urlaub aufstehen will. Es gibt einige Fehler die sich problemlos vermeiden lassen. Aus langer Outdoor Erfahrung und vielen Kilometern mit der Kindertrage im Rücken, bieten wir Euch einige wichtige Expertentipps. Damit bleibt der Rücken frei von Schmerzen und die Kinder sowie Eltern haben Freude im Urlaub.

Vollkommenheit entsteht offensichtlich nicht dann, wenn man nichts mehr hinzuzufügen hat, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann.

Sagte einmal der Verfasser vom „Kleinen Prinz“ der franzöische Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry. Bei manchen Eltern, die mit der Kindertrage im Rücken unterwegs sind, lässt sich manches aus dem Rucksack nehmen, was schlicht und ergreifend verzichtbar ist. Oft sind die Nähte vom Staufach der Kindertrage bis zum Reißen gespannt. Für eine Tagestour sind schließlich zwanzig Windeln und zwei Packungen Feuchttücher nötig. Auch die Begleitung hat einen Rucksack, der vom Umfang und Gewicht problemlos mit dem von einem Mount Everest Besteiger mithalten kann. Dabei beschränken sich die professionellen Alpinisten auf das Nötigste, wenn sie in die Berge gehen. Ein schwerer Rucksack bedeutet für die Bergsteiger mehr Kraftaufwand und einen Zeitverlust. Diese Bergprofis haben es gelernt sich auf das Nötigste zu beschränken.

Für jeden Fall gerüstet?

Ein großes Problem ist, dass viele Eltern die mit einer Kindertrage wandern, auf alle Eventualitäten vorbereitet sein wollen. Ein GPS Gerät muss mit, auch wenn der Weg zur Alm perfekt ausgeschildert ist. Es könnte auch sein, dass das Navi ausfällt, weil die Batterien leer sind. Also packen die angehenden Alpinisten Ersatz-Akkus ein. Doch die neuen Batterien könnten auch leer sein und dann ist es gut, ein tragbares Solarpanel eingepackt zu haben. Strommäßig herrscht dann Autarkie. Ebenso ist es gut möglich, dass die Regenjacke undicht ist. Zum Glück ist ein Imprägnier Spray eingepackt. Weil unsere Wanderer nicht mit schmutzigen Bergschuhen in die Alm gehen wollen, stecken diese sauberen Leute Schuhcreme ein. Außerdem sehen unsere munteren Alpinisten die Gefahr, dass sie erst nachts wieder zurückkommen. Verlaufen hat man sich schließlich schnell, so deren Denkweise. Da helfen nur Stirnlampen. Rein damit in die Kindertrage. Verdursten in den Alpen ist eine unterschätzte Gefahr. Wenn die zehn Liter mitgeführtes Wasser aufgebraucht sind, hilft nur noch eines: Der mobile Outdoor Wasserfilter. Damit lassen sich alle Keime und Bakterien aus dem Wasser vom Gebirgsbach abtöten.Ebenso so sinnfrei ist ein Multitool. Die ganz heftigen Eltern führen auch Grödel oder richtige Steigeisen mit sich. Doch wer mit einem halbwegs gesunden Menschenverstand, steigt mit der Kindertrage im Rücken über ein Schneefeld?

Kindertrage richtig packen: Diese Basics solltet Ihr dabei haben

Ihr wisst nun worauf Ihr gerne bei einer Wanderung mit der Kindertrage verzichten könnte. Doch was solltet Ihr unbedingt einpacken? Hier gilt es zu differenzieren: Eltern mit Kleinkindern die noch eine Windel brauchen und solche bei denen die Kinder „trocken“ sind.

Packliste Kindertrage für Eltern mit Kleinkindern:

  • Schnuller
  • Feuchttücher
  • Windeln
  • Verpflegung
  • Getränke
  • Trinkflasche
  • Wickelunterlage (auf einer hochwertigen Outdoor Jacke gehen die „Bremsspuren“ nur schwer wieder raus)

Was sollte unbedingt in die Kindertrage?

  • Regenschutz
  • Erste Hilfe Set
  • Verpflegung
  • Trinken
  • Wechselwäsche für den, der die Kindertrage trägt

Sinnvoll sind für den Träger der Kraxe Trekkingstöcke. Die geben bergauf einen Schub und bergab die nötige Sicherheit.

Kindertragen im Kinder Outdoor Test: Licht und Schatten bei Deuter

Kinder Outdoor Test und wir sind über Monate draußen unterwegs. Anstatt in einem Labor das Material auszuprobieren oder völlig belanglose Sternchenbewertungen zu sammeln, bilden wir uns bei Kinder Outdoor Test selbst eine Meinung. Monatelang sind wir und andere Familien mit den neuen Kindertragen Deuter Kid Comfort Pro und der Deuter Kid Comfort Active draußen unterwegs gewesen. Leider gab es einige Punkte, die weder uns noch anderen Testern gefielen. Das Testmaterial haben wir uns zu den marktüblichen Preisen selbst gekauft und dieser Text ist frei von affiliate Links. Wir sind keine Provisions Schnorrer.

Früher ist bekanntlich alles besser gewesen. Auch die Kindertragen. Wir haben in unserem heutigen Kinder Outdoor Test die Deuter Kid Comfort III gegen die beiden Nachfolgemodelle Deuter Kid Comfort Pro und Deuter Kid Comfort Active antreten lassen. Wer das Vorgängermodell kennt, für den sind die neuen Kindertragen in manchen Details weniger überzeugend. Mit der Kid Comfort Pro schickt Deuter sein neues Flaggschiff unter den Kindertragen ins Rennen. Insgesamt bietet der bayerischer Hersteller von Ruck- und Schlafsäcken vier verschiedene Kraxen an.

Airbag für alle: Der Daypack vor der Brust nimmt die Sicht auf den Boden, lässt die Träger/innen schwitzen und stört beim Gehen. foto (c) kinderoutdoor.de

Für die meisten Outdoor Familien ist über Jahre die Deuter Kid Comfort III der Maßstab für andere Kindertragen gewesen, an denen diese sich messen mussten. Für das Nachfolgemodell ist dieser Status dahin. Was alle unserer Tester überzeugt hat ist das Tragesystem. Hier setzt Deuter auf das neue Aircomfort Sensic Vario Netzrücken System.

Kein Einzwicken am Standbein

Es belüftet den Rücken beim Wandern, schließlich kann mit dem Kind und der nötigen Ausrüstung einiges an Gewicht in der Kindertrage zusammenkommen. Hier setzt Deuter einen Maßstab. Auch die ganze Verarbeitung der Kindertrage ist hochwertig. Das Gelenk vom Standbein ist abgedeckt. So kann kein Staub eindringen. Auch können sich die Kinder oder Erwachsenen dort nicht die Finger einquetschen. Viele unserer Tester schwärmten auch von den Hüftgurten. Auf ihnen liegt die größte Last und die verteilen das Gewicht optimal. Auch trocknen die Hüftflossen schnell. Mit dem Lastenkontrollriemen und anderen Bändern lässt sich die Kindertrage perfekt individuell einstellen. Mit der Varifit Slide Einstellung können die Nutzer der Deuter Kid Comfort Pro die Rückenlänge anpassen. Im Gegensatz zum Vorgängermodell hat sich dieses System verbessert. Seitlich können die Kinder in die Kraxe ein- oder aussteigen. Auch der Sicherheitsgurt für die Kleinen lässt sich gut anpassen. Soweit zu den Vorteilen.

Hier überzeugt die Deuter Kid Comfort Pro weniger

Ein Ärgernis sind die Verschlüsse der Staufächer. Zum Vergleich, bei den Vorgängermodellen Deuter Kid Comfort II oder Deuter Kid Comfort III kamen große und leichtgängige Reißverschlüsse zum Einsatz. Nichts fiel heraus, keine Krabbeltierchen konnten in das Staufach kriechen und der Inhalt ist gut geschützt gewesen. Nun befindet sich dort kein Reißverschluss mehr, sonder ein Plastikhaken den die Eltern in eine Kordelschlaufe einhängen müssen. Die Ameisen freuen sich über diese Lösung. Alles andere gelungen ist der kleine Tagesrucksack. Diesen können die Träger/innen der Deuter Kid Comfort Pro an den Schultergurten einklinken. Leider sind die Verschlüsse deutlich zu klein geraten und das Ganze ist eine fietzelige Angelegenheit. Ist der Rucksack endlich vor der Brust befestigt nimmt er dem Wanderer die Sicht auf das, was unmittelbar vor den Füßen ist.

Die Deuter Kid Comfort Pro: Licht und einiges an Schatten. foto (c) kinderoutdoor.de

Doch das ist, vor allem bei einem Abstieg in den Bergen, extrem wichtig. Hier versperrt der kleine Daypack die Sicht auf den Boden. Außerdem wackelt der kleine Rucksack wie der Schwanz einer Kuh herum und die Träger/innen schwitzen entsprechend. Ein guter Einfall, sieht anders aus.

Statt eines Reißverschlusses eine wenig überzeugende offene Lösung wie das Staufach zu verschließen ist. foto (c) kinderoutdoor.de

Irritiert sind wir gewesen, als wir das Standbein ausklappen wollten. Im Vergleich zur Deuter Kid Comfort III ist dieses nur schwer zu lösen. Anfänglich wollten wir nicht zu viel Kraft einsetzen um hier nichts zu beschädigen. Doch wie sich bei anderen Kindertragen dieser Baureihe herausstellte, ist der Standfuß schwer zu bedienen. Auch der Sicherheitsgurt für die Kinder hätte eine bessere Lösung verdient gehabt. Es ist fietzelig die Verschlüsse, sie befinden sich vor dem Unterleib des Kindes, einrasten zu lassen. Ein Hersteller aus der USA hat dies besser gelöst, hier sind die Verschlüsse auf Schulterhöhe und gut gepolstert. Wenig begeistert zeigten sich einige unserer Tester über die Farbe des Innenbezuges. Dieser ist zu hell. Wenn die Kinder mit schmutzigen Schuhen dort Platz nehmen, hinterlassen sie in diesem hellen Bezug ihre Spuren. In einigen Details ist das neue Modell dem Vorgänger ähnlich (Gewicht, Packmaß) und in Sachen Tragekomfort überlegen. Trotzdem weist die neue Version deutliche Schwächen im Detail auf. Die neue Deuter Kraxe ist TÜV geprüft.

Technische Daten (laut Hersteller) für die Deuter Kid Comfort Pro

  • Leergewicht: 3,55 Kg
  • Volumen: 12 Liter
  • Packmaß: 80cm x 43 cm x 34 cm

Unsere Bewertung: Drei von sechs möglichen Kompassen

Deuter Kid Comfort Active

Als Nachfolger für die Deuter Kid Comfort II, der VW Golf unter den Kindertragen, geht nun die Deuter Kid Comfort Active ins Rennen. Sie ist fast um ein Kilogramm leichter als die Kid Comfort Pro und es gibt hier keinen Daypack. Wobei sich die Frage stellt, ob dies ein Verlust ist. Was das Tragesystem angeht setzt Deuter hier auf das Lite System. Auch dieses kam in unseren Testtouren gut an. Ebenso bewährte sich das Vari Quick System um die Rückenlänge stufenlos einzustellen. Hier zeigt Deuter sein ganzes Know How. Doch auch was hier das Staufach angeht, setzt Deuter auf diesen fragwürdigen Verschluss. Punkten konnte die Kid Comfort Active mit den Mesheinsätzen bei den seitlichen Teilen der Kindertrage. Hier sind die Kinder deutlich besser belüftet als in der Kid Comfort Pro. Schade, dass Deuter dieses sinnvolle Detail nicht in seinem Topmodell einsetzt. Durch das Meshgewebe lässt sich ein Hitzestau unter dem Sonnendach vermeiden.

Die Lite Version: Deuter Kid Comfort Active. foto (c) kinderoutdoor.de

Womit wir bei einem Kritikpunkt sind. Das Sonnendach ist nicht im Lieferumfang enthalten und die Outdoor Familien müssen es sich extra kaufen. 24,95 Euro ist der empfohlene Verkaufspreis. Gleiches gilt, wie bei allen vier neuen Deuter Kindertragen, dass der Regenüberzug ebenfalls extra zu zahlen ist: Hierfür fallen 22,95 Euro an. Beide Zubehörteile sind wichtig und schon sind wir bei fast 50 Euro zusätzlich. Wer ein Kinnpad nachkaufen möchte ist mit 19,95 Euro dabei.

Wer die Deuter Kid Comfort Active kauft, muss noch zusätzlich das Sonnendach und den Regenüberzug erwerben. foto (c) kinderoutdoor.de

Hier summiert sich einiges uns schon steht der Endpreis kurz vor 300 Euro. Auch bei dieser Kindertrage gilt eine hochwertige Verarbeitung und Tragekomfort der überzeugen konnte. Doch auch was den Verschluss vom Staufach angeht, kann hier Deuter nicht punkten. Ebenso was die Verschlüsse vom Sicherheitsgurt betrifft.

Technische Daten (laut Hersteller) Deuter Kid Comfort Active:

  • Leergewicht: 2,68 Kg (ohne Sonnendach!)
  • Volumen: 12 Liter

Unsere Bewertung: Drei von sechs möglichen Kompassen

Wandern mit Kindern in Südtirol: Geheime Orte mit Kindertrage oder Kinderwagen entdecken

Wandern mit Kindern in Südtirol ist vor allem auf den wenig begangenen Pfaden interessant. Wir stellen Euch zwei Touren für Kinder vor, bei denen das Wandern Spaß macht und Ihr einiges zu entdecken bekommt: Urige Almen, alte Kirchen und seltsame Stoarmandln.

Schauen oder essen? Die Wanderer vor dem Kirchlein Sankt Helena müssen sich entscheiden! Selbst Kinder die zuhause hartnäckig Käse verweigern greifen hier zu. Zu verführerisch duftet es von den Jausenbretteln. Dazu ein frisches Brot, dünn geschnittener Speck, Essiggurken und Tomaten. In einem Sternerestaurant kann es kaum besser sein. Die zweistündige Wanderung hat sich gelohnt. Los ging es bei den Kaserbachhöfen. Auf dem Forstweg mit der Nummer 9A geht es durch den Wald hinauf. Der Weg umrundet fast den Mariolberg. Wenn es Mama oder Papa hinter dem Kinderwagen langsam zu anstrengend ist, kommt die Mariolberger Alm wie gerufen. Deftige Brotzeiten erwarten hier die Familien und die Kinder haben genug Platz sich auszutoben. Auf demselben Weg geht es zurück. Es lohnt sich ein Abstecher nach Sankt Helena. Eine wunderbare alte Kirche mit beeindruckenden Fresken. Gegenüber vom Gotteshaus bekommen die Wanderer das leckere Essen und im Hintergrund zeigen sich die Berge von der schönsten Seite!

Wandern mit Kindern in Südtirol: Gipfeltreffen der Stoanernen Mandln

Los geht die Tour an der Sarner Skihütte. Für den Kinderwagen ist diese etwa knappe dreieinhalb bis vier Stunden lange Wanderung weniger geeignet. Nehmt deshalb bitte eine Kindertrage. Der Weg zu den Stoarnen Mandln ist gut markiert. Über den Forstweg geht es hinauf. Bald ist die Auener Alm erreicht. Wer möchte kann hier einkehren oder sich am Rückweg stärken. Für die Kinder ist die Alm besonders attraktiv, weil sie hier Schafe oder Ponys finden, von denen sich manche streicheln lassen. Über ein Hochplateau geht es weiter hinauf. Weil hier kaum ein Baum steht, brennt die Sonne den Wanderern auf die Köpfe. An einem Schilderbaum links halten. Nun seht Ihr selbst, warum es hier keinen Sinn macht mit dem Kinderwagen rauf zu rollen: Der Pfad ist zu ruppig und zu schmal für einen Handporsche. Ein letzter Anstieg und der Gipfel vom Schöneck ist erreicht. Hier steht ein Stoanmandl am anderen. Seit wann es diese Steinmännchen hier oben gibt, das weiß keiner genau. Dafür habt Ihr als Familie den ersten 2.000er erstiegen. Exakt 2.001 m ist das Schöneck hoch. Doch das Ganze lässt sich noch steigern: Nur wenige Meter entfernt ist Plattform von der Ihr ein wunderbares Bergpanorama habt. Auf dem gleichen Weg geht es wieder zurück, aber zuvor haben die Kinder noch ein paar Stoarnmandln dazu gebaut.

Gindelalm: Mit der Kindertrage zum Balkon vom Schliersee wandern

Gindelalm und Gindelalmschneid sind die Klassiker für Familie, welche gerne im oberbayerischen Voralpenland wandern. Zur Gindelalm führt keine Seilbahn hinauf und deshalb dürfen sich die Eltern eine Kindertrage anlegen. Der Weg hinauf auf 1.242 Metern lohnt sich und die Gindelalm ist so, wie sich die meisten eine Alm vorstellen.

Zur Gindelalm führen zwei Wege:  Ihr könnt mit der Kindertrage am Rücken am Ort Tegernsee losgehen. Bleibt auf dem Bayernweg und wander zum Berggasthof Neureut. Von hier aus ist der Weg zur  Gindelalm gut beschildert. Unsere Tour hingegen startet ganz woanders. Wir legen im Breitenbachtal am Schliersee los.Fahrt bis zum  Wanderparkplatz Hennerer Au. Lasst das GPS Gerät zuhause, denn der Weg hinauf zur Gindelalm ist so gut ausgeschildert, dass ein Verlaufen unmöglich ist. Auch der Kinderwagen hat heute Pause, denn der Weg ist so grob und selbst geländegängige Modell kommen hier an ihre Grenzen. Rauf mit der Kindertrage und los geht´s zur Gindelalm.  Zuerst dem Waldbach überqueren. Noch geht es moderat bergauf. In Serpentinen geht es im Wald hinauf. Vor  allem im Sommer ist das ein großer Vorteil. Denn wer immer die Kindertrage zur Gindelalm hinauschleppen muss, er/sie kommt nicht ganz arg ins Schwitzen. Je nach Alter der Kinder steigt Ihr zwischen ein eineinhalb und zwei Stunden auf. Wenn sich der Wald lichtet seid Ihr so gut wie da.

Aufi zur Gindelalm. Kleine Kinder kommen in die Kindertrage. foto (c) Kinderoutdoor.de
Aufi zur Gindelalm. Kleine Kinder kommen in die Kindertrage.
foto (c) Kinderoutdoor.de

Gindelalm: Idylle pur!

Ihr seht nur drei Berghütten. Ihr seid auf der Gindelalm. Alle drei Hütten sind bewirtschaftet. Hier bekommt Ihr und die Kinder was Kühles zu trinken und typische Brotzeiten.  Der Aufstieg hat sich  gelohnt! Wegen einem Ruhetag müsst Ihr Euch keine Sorgen machen. Die Gindelalm ist immer besetzt.Vom 1. Mai bis zum Kirchweihmontag bekommt Ihr täglich auf der Gindelalm Speis und Trank. Wenn es schönes Wetter hat seht Ihr von der Gindelalm aus bis zum Wendelstein. Unübersehbar ist dieser markante Gipfel. Auf dem Balkon vom Schliersee ist es schon wunderschön! Ihr wollt selbst auf einen Gipfel? Dann geht über die Wieder hinter der Gindelalm hinauf zur Gindelalmschneid. Wenn Ihr eine  Kindertrage am Rücken habt, nehmt bitte Trekkingstöcke zur Hilfe. Den Trampelpfad und das Gipfelkreuz könnt Ihr nicht übersehen. Wenn es geregnet hat, bleibt bitte auf der Gindelalm. Ich selbst habe schon erlebt, wie vor mir die Wanderer ausgerutscht und gestürzt sind. DerTrampelpfad kann bei Nässe wie eine Seifenbahn sein.   Der  1.355 m hohe Gipfel ist es wert dort gewesen zu sein. Die  Aussicht ins bayerische Voralpenland ist grandios!  Den Tegernsee sieht Ihr glitzern und da möchte man meinen, der weiß-blaue Himmel ist heute auf der Erde. Steigt über die Gindelalm so ab, wie Ihr hinaufgegangen seid.

 

Slippery when wet! Bei Nässe verwandelt sich der Weg hinauf zur Gindelalmschneid in eine Seifenbahn! foto (c) Kinderoutdoor.de
Slippery when wet! Bei Nässe verwandelt sich der Weg hinauf zur Gindelalmschneid in eine Seifenbahn!
foto (c) Kinderoutdoor.de

Hüttensteckbrief Kreuzbergalm / Gindelalm

Höhe: 1.225 m / 1.241

Tourenmöglichkeiten
vor Ort:
Kreuzbergköpfel (1.273 m), leicht, ca. 45 min

Hüttengeschichte: 1738 errichtete man die Kreuzbergalm und stockte das Gebäude 1880 auf.

Bewirtschaftet:1. Mai – 30. September; Mittwoch ist Ruhetag / 1. Mai bis zum Kirchweihsonntag

Kapazität: —- / 34

Kontakt:—- / 08026/ 58277 www.gindelalm.de

Gehzeit 1 1/2 Std bis 2 Std.

Höhenmeter: 534 Hm

Tourencharakter: gut ausgebauter Waldweg oder Pfad; im oberen Drittel deutlich steiler

Ausgangspunkt

Wanderparkplatz Hennerer Au

Tourismusinformation

Gäste-Information Schliersee Perfallstr. 4
83727 Schliersee Tel.: 08026 / 60 65 0

http://www.schliersee.de

Kindertrage: Profitipps vom Vaude Experten

Eine Kindertrage ist beim Wandern mit den Kindern unverzichtbar. Im Gegensatz zu einem Kinderwagen, kommt Ihr mit der Kindertrage auch im schroffen Gelände weiter voran. Doch worauf ist zu achten? Wir haben Profitipps zur Kindertrage vom Vaude Experten Daniel Schmid bekommen.

Die Kindertrage lohnt sich für Euch, wenn Ihr auf gröberem Gelände unterwegs seid, in dem der Kinderwagen nicht mehr weiterkommt. Doch eine Kindertrage ist kein Rucksack und es sitzt ein Kind darin. Daniel Schmid, er arbeitet beim Bergsportausrüster Vaude, gab uns folgende Tipps, damit mit der Kindertrage alles klappt:

  • Vor jeder Tour die Funktionstüchtigkeit der Kindertrage kontrollieren.
  • Besondere Vorsicht beim Auf- und Abladen.
  • maximale zulässige Zuladung 18 kg (= Gewicht des Kindes) beachten
  • Vorsicht: Überhöhe beachten! (bei Türrahmen, Ästen im Wald, Felsdurchgängen, o. Ä) Das Kind ragt meist über den Kopf des Trägers hinaus.

  • Warnung an hyperaktive Väter: Nicht zu früh mit der Kindertrage beginnen. Das Kind sollte selbständig sitzen können.
Der Vaude Experte Daniel Schmid rät, auch immer genügend zu trinken für das Kind in der Kindertrage dabei zu haben.  Foto (c) Vaude
Der Vaude Experte Daniel Schmid rät, auch immer genügend zu trinken für das Kind in der Kindertrage dabei zu haben.
Foto (c) Vaude
  • Kind immer gut festschnallen und vor der Tour den korrekten Sitz der Kindertrage checken.
  • Eine Regenschutzhülle für die Kindertrage ist immer sinnvoll.
  • Steigbügel verhindern ein Abschnüren der Blutzufuhr am Oberschenkel im Sitzen.
  • Sonnenschutz beachten. Sonnendach, Mütze fürs Kind, Sonnencreme mitnehmen
  • Auch auf Wetterschutz und die richtige Bekleidung achten. Da das Kind passiv in der Kindertrage sitzt, droht schnellere Auskühlung.
  • Zu Beginn kürzere Touren zum Eingewöhnen planen (für Träger und Kind.) Das Gesamt-Gewicht einer Kindertrage ist nicht zu unterschätzen.
  • Ausreichend Pausen einplanen und dem Knirps zwischendrin Auslauf gönnen.
  • Generell gilt bei Touren mit Kindern. Der Weg ist das Ziel! Ein spannender Weg (Wald, Wasserfall, Hütte, Tiere, etc. ) ist lohnender als der große Gipfelsieg mit super Panorama.
  • Geheimtipp: Taschenspiegel einpackenTaschenspiegel einpacken: So hat man das Geschehen auf dem „Rücksitz“ immer im Blick.
Bei einer Kindertrage ist es wichtig, sie perfekt auf Kind und Sherpa-pa einzustellen.  Foto (c) Vaude
Bei einer Kindertrage ist es wichtig, sie perfekt auf Kind und Sherpa-pa einzustellen.
Foto (c) Vaude

Kindertrage Juniors Favourite von Bergans im Test

Eine Kindertrage hilft dort weiter, wo für den Kinderwagen Schluß ist. Wir haben die Kindertrage Juniors Favourite von Bergans in Südtirol auf einer Wanderungen zu den Rittener Erdpyramiden getestet. Kann die norwegische Outdoormarke mit einer Deuter Kindertrage mithalten?

Jede Kindertrage hat ein großes Problem: Es ist kein Sherpa oder anderer Träger mitgeliefert. Deshalb müssen Mama oder Papa die Kleinen den Berg hinauf tragen. Dabei fließt der Schweiß, wie von einem Gletscher im Hochsommer. Manche Hersteller wie Tatonka haben sich, leider, aus dem Segment Kindertrage verabschiedet. In Ritten (Südtiorl) wollten wir auf einer alten Römerstraße zu den Erdpyramiden wandern. Selbst mit dem uns getesteten Bob Revolution Pro Kinderwagen muss man sich über diese groben Steine quälen. Ein guter Grund um die Bergans Kindertrage Juniors Favourite zu testen. Das Gewicht von 3,4 Kilogramm liegt über der Deuter Kid Comfort Air (2,8 kg).

Doch wenn die Tasche für die Babyutensilien vollbepackt ist, merkt man diesen Unterschied nicht mehr. Als ich das Baby in die Kindertrage setze ist für mich wichtig zu sehen, dass diese fest steht. Zum Umkippen neigt das Modell von Bergans nicht. Trotzdem immer den Nachwuchs, wenn er in der Kindertrage sitzt, beaufsichtigen. Spezialisten sollen selbst Hochstühle umgekippt haben, die als 100% kippsicher gelten. Angenehm ist der seitliche Einstieg. Mit wenigen Handgriffen ist das Baby in der Kindertrage mit dem Gurt gestgeschnallt. Hier hat Bergans Liebe zum Detail bewiesen: Die Gurtriemen sind gepolstert und so kann sich kein Baby daran aufscheuern.

Kindertrage Juniros Favourite von Bergans im Test: Was sitzt, das sitzt!

Doch auch Mama oder Papa, wenn sie die Kindertrage am Rückenhaben, kann diese ganz schön zusetzen. Wenn das Tragesystem weniger optimal ist, stellen sich schnell Schmerzen ein und die gute Stimmung ist dahin. Mein erster Eindruck bei der Kindertrage von Bergans ist sehr positiv. Mit dem Lastenkontrollriemen und anderen Verstellmöglichkeiten (beispielsweise am Beckengurt) lässt sie sich perfekt einstellen. Schon sind wir auf dem Keschtnweg (so nennen die Einheimischen in Ritten die Kastanien) zu den Erdpyramiden unterwegs. Der Schultergurte sitzen gut und sind angenehm gepolstert. Auch dem Baby gefällt diese Art unterwegs zu sein. Es schläft bald ein. Auf einer Römerstraße geht es durch den Wald Richtung Erdpyramiden. Die Kindertrage sitzt gut am Rücken und wir kommen gut vorwärts. Praktisch ist die Tasche, welche schnell abgenommen ist und sich als kleiner Tagerucksack verwenden lässt. Ebenfalls elegant löste Bergans bei dieser Kindertrage die Aufbewahrung vom Sonnendach. Es ist an der Rückseite befestigt.

Das Ziel ist erreicht und dem Rücken geht es ganz gut. Foto (c) Kinderoutdoor.de
Das Ziel ist erreicht und dem Rücken geht es ganz gut.
Foto (c) Kinderoutdoor.de

An den Erdpyramiden angekommen, bin ich am Rücken weniger verschwitzt als ich befürchtet habe. Nun erwacht auch das Baby wieder und verlangt nach Essen. Windeln, Gläschen, Ersatzschnuller, Feuchttücher und was diese kleinen Herrschaften sonst noch so brauchen passt problemlos in den abnehmbaren Daypack. Ebenfalls eine tolle Idee bei dieser Kindertrage sind die Fußhalterungen. Am Ende der Wanderung steht fest: Diese Bergans Kindertrage kommt der von Deuter ziemlich nahe.