Kinder Outdoor Test: Crossblades mehr Spaß im Schnee

Kinder Outdoor Test hat sich dieses mal Crossblades vorgenommen. Schweizer Tüftler haben eine Mischung aus Tourenski und Schneeschuh entwickelt. Wir wollten wissen wie gut das Ganze funktioniert und sind für Euch damit im Schnee unterwegs gewesen.

Die neuen Crossblades verbinden das Beste aus zwei Welten: Den Aufstiegskomfort und die Trittsicherheit von Schneeschuhen und das kraftsparende Abfahren und Gleiten von Skis. Das Gute daran: Wer mit diesem neuen Wintersportgerät Spaß haben möchte, braucht wenig Erfahrung im Schneeschuhlaufen und im alpinen Skifahren, denn das Gehen und Gleiten mit den Crossblades funktioniert intuitiv. Die Crossblades zeigen ihre wahren Stärken vor allem in kupiertem Gelände, wie man es oft in voralpinen Regionen oder Mittelgebirgen findet. Und fällt der Schnee bis in tiefe Lagen, wird sogar der Stadtpark temporär zum winterlichen Tourenparadies. Schneeschuhlaufen kann ganz schön anstrengend sein. Das zeigt sich nicht nur beim Hochstapfen in knietiefem Neuschnee, sondern auch im Abstieg oder im ständigen Auf- und Ab in kupiertem Gelände. Genau diese Erfahrung hat auch der findige Schweizer Tüftler Ulo Gertsch gemacht und deshalb die Crossblades entwickelt und zum Patent angemeldet. Das neu entwickelte Wintersportgerät ist eine Mischung aus Schneeschuh und Ski. Das spezielle daran ist, dass man mit den Crossblades sicher hochsteigen, kraftsparend abfahren und lautlos dahingleiten kann. Und das funktioniert ganz simpel: Mittels einer Wendeplatte auf der Unterseite können die Crossblades einfach und schnell von Steigen auf Fahren umgestellt werden. Und umgekehrt. So ist es möglich, bei Spaziergängen und Winterwanderungen sicher aufzusteigen, kraftsparend wieder hinunterzufahren oder über Flächen zu gleiten, ohne Felle oder anderes Zubehör mühsam montieren oder entfernen zu müssen.

Wer mit den Kindern die winterlichen Berge entdecken will, der sollte mal die Crossblades ausprobieren. foto (c) kinderoutdoor.de

Die Lernphase ist kurz. Natürlich sind Erfahrungen in alpinem Skifahren nicht abträglich, aber das Gehen und Gleiten mit den Crossblades ist sehr schnell erlernt. Anfängern wird empfohlen in sanftem Gelände zu beginnen. Die Crossblades können kraftsparend durch den Schnee gezogen werden. Es ist auch möglich, auf den Fellen abwärts zu gleiten, um dadurch das Tempo zu reduzieren.

Das patentierte Twindeck-Prinzip hat eine Doppelfunktion: Die schmale Lauffläche erleichtert das Aufkanten der Crossblades beim Traversieren von Hartschnee-Hängen. Zudem ermöglicht die Konstruktion ein müheloses Schwingen in der Abfahrt. Im Tiefschnee dagegen wird die Auflagefläche durch das überstehende Oberdeck deutlich verbreitert, wodurch im Aufstieg das Einsinken vermieden und in der Abfahrt der Auftrieb erhöht wird.

Die Wendeplatte weist auf der einen Seite eine Lauffläche mit Stahlkanten auf (wie man es von einem Alpinski kennt) und auf der Rückseite ein permanent fixiertes Steigfell. Nach dem Lösen der Schnalle am hinteren Ende des Gerätes kann die Wendeplatte seitlich weggeschoben, dann um 180° gedreht und wieder eingeklinkt werden. Zwei Magnete im Mittelbereich zentrieren und halten die
 Wendeplatte am Oberdeck. Dadurch sind perfektes Gleiten selbst in flachem
 Gelände und müheloses Steigen auch auf harter Unterlage gewährleistet.

Die Crossblades sind mit zwei Bindungssystemen erhältlich: einer Hardboot-Bindung für Alpin- oder Skitourenschuhe oder einer eigens entwickelten Softboot-Bindung für den Einsatz mit Wander-, Snowboard- und Bergschuhen.

Spezifikationen Crossblades

  • Länge: 89 cm
  • Gewicht mit Softboot-Bindung: 4’320 g / Paar
  • Gewicht mit Hardboot-Bindung: 3’720 g / Paar
  • Nutzergewicht: ca. 100 kg ohne Schuhe

Kinder Outdoor Test: Crossblades haben Stärken und ihre Schwächen

“Ach wenn wir doch mit den Schneeschuhe abfahren könnten!” jammerte einmal ein Bergkamerad, als wir in Berchtesgaden bei einer Tour mit Schneeschuhen unterwegs gewesen sind. Damals mussten wir den ganzen Weg wieder zurück ins Tal trappeln. Heute gibt es die Crossblades. Ein Schweizer hat diese tollen Teile entwickelt. Damit lässt sich, wie mit Schneeschuhen oder Tourenski, den verschneiten Berg hinauf gehen. Hier sind die 89 Zentimeter kurze Crossblades klar im Vorteil. Sie wiegen nur 2,1 Kilogramm. Bindung inklusive. Da sehen Tourenski ziemlich schwer aus. Wie Tourenski gleiten die Crossblades bergauf. An der Unterseite befindet sich eine Wendeplatte. Auf einer Seite ist ein Steigfell angebracht, an der anderen ein Wachsbelag für die Abfahrt. Im Gegensatz zu einem Schneeschuh haben die Blades, ähnlich wie Tourenski, eine Gleitphase. Um vorwärts zu kommen sind sie mit einer Tourenbindung. Diese gibt es für Skistiefel oder für Softboots. Da reicht es feste Winter- oder Wanderstiefel anzuziehen. Mit wenig Aufwand lässt sich die Bindung individuell einstellen. Ausgelegt ist dieses Schneeschuhsystem für leichte und mittel schwere Touren. Aus diesem Grund haben wir als Testgelände den 1.804 m hohen Alpkopf bei Berwangen ausgesucht. Eigentlich steigen wir über verschneite Forstwege zu dem Aussichtsberg auf, doch wegen Schneemangels geht es neben der Piste her.

Wer mit den Kindern die winterlichen Berge entdecken will, der sollte mal die Crossblades ausprobieren. foto (c) kinderoutdoor.de

Crossblades: Licht und Schatten an einem sonnigen Tage in den Tiroler Bergen

Flott geht es mit den Blades bergauf. Doch beim Traversieren auf harschigen Schnee rutschen die Blades immer wieder weg. Im Gegensatz zu Schneeschuhen fehlen ihnen die Dornen an der Lauffläche. Als Zubehör sind Harscheisen erhältlich. Bald ist die Hochalm erreicht. Auf einem steilen Waldweg geht es nun rechts den Alpkopf hinauf. Die Serpentinen sind bald enger und mit Tourenski käme ich hier nicht mehr durch. Anders mit den Crossblades. Diese sind kürzer und wendiger. Als ich oben am Gipfel ankomme verdecken Wolken den Blick auf die Zugspitze oder die Bleispitze. Immer wieder reissen die Wolken auf und geben die Gipfel vom Kamp, Hönig oder den Loreakopf frei. Mit den Fellen an den Laufflächen geht es bergab. Problemlos lässt sich die Bindung umstellen. Dort lege ich die Wendeplatte um. Einfach den Hebel lösen und die Magnete fixieren die Platte. Auf der Piste, sie ist stark vereist, zeigen sich Schwächen der Crossblades. Sie lassen sich nur mit viel Druck auf die Kanten fahren. Im tieferen Schnee, der pulvrig ist, sind die Schneeschuhe deutlich besser zu beherrschen und haben den nötigen Auftrieb.

Unsere Bewertung: Fünf von sechs möglichen Kompassen