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Mit Kindern paddeln: Das Schiffshebewerk von Niederfinow

Mit Kindern paddeln und Ihr seid eigentlich in einer intakten Natur unterwegs. Immer wieder gibt es beim Paddeln mit der Familie auch Denkmäler zu sehen. Unsere heutige Paddeltour führt Euch zu einem technischen Denkmal der besonderen Art: Dem Schiffshebewerk von Niederfinow. Ein beeindruckender Bau und mit dem Kanu oder Kajak dort zu paddeln ist ein Erlebnis der Extraklasse.

Geschichte überall. Setzt in Oderberg ein. Zuvor lohnt sich ein Besuch vom Raddampfer Riesa. Bis 1976 ist das Ausflugsschiff auf der Elbe unterwegs gewesen. Heute schaukelt der 1897 erbaute Raddampfer gemütlich auf der Alten Oder.

Das Schiffshebewerk Niederfinow ist beim Paddeln eine Attraktion. foto (c) kinderoutdoor.de KPB

Für alle großen und kleinen Kanuten ist auch ein Besuch im Binnenschifffahrtsmuseum zu empfehlen. Nur wenige Kilometer flußaufwärts ist die Grenze zu Polen. Lohnend ist auch ein Besuch vom „Bärenkasten“, der früheren Festung Oderberg. Genug gesehen. Auf´s Wasser. Kurz hinter Oderberg tut sich vor dem Bug eine große Wasserfläche auf: Der Oderberger See. Vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert gab es vor Ort viele Sägewerke und Betriebe die Holzfässer herstellten. Der See diente als Lager. Hier dümpelten die Stämme vor sich hin. Teilweise schwammen eine halbe Million Festmeter Holz darin, das sind 500.000 Kubikmeter. Wir paddeln gemütlich weiter.

Mit Kindern paddeln im Schiffshebewerk Niederfinow. foto (c) Kinderoutdoor.de KPB

Links ist die Alte Finow. Nicht in diesen Fluss einbiegen. Weiter geht es zum Lieper See. Links ist bald der Finowkanal erreicht. Dort paddeln wir ebenfalls nicht rein, außerdem versperrt die Lieper Schleuse die Weiterfahrt. Nun liegt es vor uns. Das älteste Schiffshebewerk Deutschland, dass noch in Betrieb ist. Seit 1934 hebt es Schiffe auf eine Höhe von 36 Metern. 1927 begann der Bau für dieses heutige Industriedenkmal. Die blanken Daten sind schon beeindruckend:

  • 60 Meter hoch
  • 94 Meter lang
  • 27 Meter breit
  • 14.000 Tonnen wiegt die Stahlkonstruktion
  • fünf Millionen Nieten halten den Bau zusammen

Entsprechend beeindruckend ist es, das Schiffshebewerk Niederfinow vom Wasser aus zu sehen. Es dauert etwa 20 MInuten bis sich der Trog mit den Kanus auf das untere Niveau bewegt hat. Es ist ein seltsames Gefühl in einer riesigen „Wanne“ an Stahlseilen durch die Luft zu schweben. Weiter geht unsere kurze Tour bis nach Eberswalde.

Mit Kindern paddeln und vom Wasser aus ist das Schiffshebewerk noch imposanter. foto (c) kinderoutdoor.de KPB

 

Mit Kindern paddeln auf der Schlei

Kinder paddeln auf der Schlei und entdecken dabei auch die Welt der Wikinger. Doch bevor die Familie im hohen Norden Deutschlands sich ins Boot setzt, gibt es ein paar wichtige Dinge einzuplanen. Wir verraten es Euch und geben Euch eine Packliste mit!

Der größte Fehler gleich zuerst. Die Schlei ist kein Fluss. Wieso ist das so wichtig? Die Schlei ist Meeresarm der Ostsee. Daraus ergeben sich drei wichtige Unterschiede zum Paddeln auf einem Fluss:

  • Die Schlei hat Brackwasser
  • es kann dort sehr windig sein
  • der Wellengang ist deutlich höher

Den ersten Punkt könnt Ihr vernachlässigen. Wer unfreiwillig vom Brackwasser der Schlei kostet, weil er die halbe Eskimorolle ausprobiert hat, bekommt zumindest geschmacklich einen Eindruck von diesem Meeresarm. Wichtiger ist es, den Wind zu berücksichtigen. Er kann, wenn er von vorne auf Euch trifft, das Paddeln unglaublich erschweren und Ihr kommt nur mühsam voran. Schon bei eher mäßigen Wind, entstehen auf der Schlei beachtliche Wellen. Kanadier mit einer hohen Bordwand, bringen Euch bei Seitenwind ins Straucheln.

Paddeln mit Kindern auf der Schlei. foto (c) kinderoutdoor.de

Wie die Windverhältnisse dort sind, lässt sich auch daran erkennen, dass hier Segler unterwegs sind. Außerdem ist die Schlei eine Bundeswasserstraße. Alle die noch etwas unsicher im Kajak sind oder zum ersten mal in den Kindern lospaddeln, üben zuerst auf einem Fluss in Schleswig-Holstein. Hier gibt es genug davon. In der Schlei Region bieten sich das Selker Noor für eine erste Probetour an. Dort ist das Wasser bei der malerischen Stadt Schleswig deutlich zahmer als auf der Schlei. Für Einsteiger passt auch das Haddebyer Noor. Auf der Schlei heißt es Auswählen: Eine gemütliche Tagestour oder doch lieber ein paar Tage im Kanu unterwegs sein?

Übungstour vor der Schlei: Die Füsinger Au

Los geht die Paddeltour bei Schleswig. foto (c) kinderoutdoor.de

Bei dieser Tour fahrt Ihr zum Schluss in die Schlei und erlebt so den Unterschied zwischen einem Fluss und dem Seitenarm der Ostsee. Los geht die Tour in Scholderup-Taarstedt. Hier lohnt sich ein kurzer Besuch der Sankt Anna Kirche, die aus Feldsteinen errichtet ist. Los gehts bei der Brücke über welche die Straße von Brodersby nach Scholderup führt. Setzt hier das Boot in die Füsinger Au ein. Die nächsten zwei bis drei Stunden, je nachdem wie flott Ihr an den Paddeln seid, geht es durch eine idyllische Landschaft die, eigentlich untypisch für den Norden, aus Wäldern, Wiesen und Hügeln besteht. Euer Ziel erreicht Ihr in Winningmay, hier mündet die Füsinger Au in die Schlei. Eine sehr gute Gelegenheit, den Unterschied zwischen der Schlei und einem Fluss zu erfahren. Wer möchte kann, wenn das Wetter mitspielt, mit den Kindern das Strandbad von Winningmay besuchen.

  • Tourencharakter: leichte Flusstour
  • Länge der Paddeltour: neun Kilometer
  • Dauer: zwei bis drei Stunden

Mehrtagestour auf der Schlei: Von Schleswig nach Schleimünde

Hier paddeln die Kinder unter der Klappbrücke von Lindaunis hindurch. foto (c) kinderoutdoor.de

Einen großen Vorteil an der Schlei lernt Ihr bei dieser Tour kennen: Es gibt unterwegs etliche Möglichkeiten zu übernachten, an Zeltplätzen besteht kein Mangel. In Schleswig setzt Ihr ein. Zuvor aber lohnt es sich diese Stadt mit ihren malerischen Häusern aus Backsteinen zu besichtigen. Der Wind steht hoffentlich gut für Euch und als erstes kommt Ihr an Fahrdorf vorbei. Weiter brav Richtung Osten paddeln bis Ihr auf Höhe von Stexwig seid. Als nächsten Ort an der Schlei erreicht Ihr Borgwedel und hier gibt es eine Jugendherberge zum Übernachten. Ihr schippert dann weiter bis nach Louisenlund. Für alle die in der Schule weniger glorreich abgeschnitten haben: Hier befindet sich ein Elite-Internat. Weiter zur Halbinsel Schwansen mit dem Fleckeby. Hier ist auch ein Motorsporthafen angesiedelt und entsprechend häufig sind hier die Sportboote unterwegs. In Weseby mit seiner Steilküste lohnt es sich anzulegen, denn hier gibt es den Naschikönig und dessen Süßwaren sind die Kinder sofort begeistert. Auch die Zahnärzte. Als nächstes warten die Burg und Missunde auf Euch. Hier geht es durch eine Meerenge. Bitte aufpassen, denn bei Missunde gibt es eine Fähre über die Schlei. Hier gibt es auch den Campingplatz Wees. Der nächste Zeltplatz folgt beim Hellör. Paddelt weiter durch den Fjordartigen Meeresam und Ihr kommt an der Insel Kieholm vorbei.

Wikinger im Hadebyer Noor. foto (c) kinderoutdoor.de

Es folgt Hülsen mit seiner Marina und dem Strand. Ulsnisstrand grüßt Euch als nächstes. Es folgen Lindau und Lindaunis. Das Besondere dort ist die Klappbrücke. In Lindaunis ist auch ein Campingplatz für Paddler. Wie es sich gehört direkt an der Schlei. Auf der rechten Seite von Euch ist Sieseby, aus das weiße Juwel an der Schlei genannt. Bald seid Ihr bei Pageroe und Karschau steht allen müden Paddlern ein Zeltplatz zur Verfügung. Auf der Halbinsel Schwonsburg befindet sich der Ort Winnemark. Fast gegenüber auf der anderen Schleiseite ist Arnis, mit über 600 Bewohnern die kleinste Stadt Deutschlands und hier ist es auf jeden Fall wert, mit den Kindern einen Landgang zu unternehmen. Bitte auch hier die Augen offen halten, denn eine Fähre pendelt dort an der Engstelle über die Schlei. Weiter führt Euch die Kanutour über Kopperby, einem Stadtteil von Kappeln. Es folgen noch die Ortschaften Ellenberg, Rabelsund, Maasholm und Olpenitz dann ist Schleimünde und die offene Ostsee erreicht!

  • Länge der Tour: etwa 40 Kilometer
  • Tourcharakter: Für Könner
Malerisch geht es an Sieseby vorbei. Foto (c) kinderoutdoor.de

Eine weitere Paddeltour im hohen Norden: Durch das Rorichumer Tief

Paddeln mit Kindern im hohen Norden. Im Herbst gibt es noch milde Tage, an denen sich die Tour auf dem Rorichumer Tief anbietet. Wenn Ihr Ostfriesland aus einer ganz anderen Perspektive kennen lernen wollt, dann setzt Euch mit den Outdoorkids ins Boot und paddelt diese einfache Familientour. Das Tolle daran: Es gibt keine Wehre zu umtragen oder andere Hindernisse. 11,5 Kilometer ist diese gemültiche Rundtour auf dem Wasser lang und stellt auch an Anfänger vor keine schweren Herausforderungen.

“Mir fallen bald die Arme ab!” jammert so mancher Vater, wenn er die vollbeladenen Kanadier mit der Familie über Land tragen muss. Neben dem Essen und Trinken ist auch das Zelt, die Schlafsäcke, Isomatten, Kocher sowie die weitere Ausrüstung in Säcken oder Tonnen verpackt. Diese liegen im Kanadier, doch das massive Boot hat schon unbeladen ein sportliches Eigengewicht. Wer hier keinen klappbaren Bootswagen dabei hat, ist klar im Nachteil. Auf dem Rorichumer Tief schont Ihr Euch und bleibt im Wasser. Dafür gibt es einen guten Grund, wie ein einheimischer Paddler erklärt. Der fröhliche Wassersportler sieht so aus, wie sich die Paddler aus dem Süden einen Friesen vorstellen: Gut zwei Meter groß, blond, Rauschebart, breite Schultern und kräftige Hände so groß wie Bratpfannnen. “Auf dem Rorichumer Tief schipperten früher die schwer beladenen Torfkähne. Diese kamen aus den ostfriesichen Fehnen” Der erfahrene Paddler erkennt die Fragezeichen in unseren Gesichtern “Fehnen, das ist ein altes Wort für ein Dorf im Moor. Dort stachen die Leute den Torf und verluden ihn dann auf den Kahn.” sagt der friesische Paddler. Auf auf die Frage was die Menschen früher mit dem vielen Torf anstellten, hat der kluge Kopf eine Antwort:” Die heizten mit Torf. Schau dich doch um: Siehst Du hier einen großen Wald oder eine Kohlegrube? Also verfeuerten die Leute den Torf. Noch heute darren die Whisky-Hersteller so ihr Malz. Doch hast Du eine Ahnung was die Kähne geladen hatten, als sie in die Fehnen wieder zurückschipperten?” Ich und meine Begleiter zucken mit den Schultern ” Tierkot. Der kam dann auf die Stellen, wo die Torfstecher den Boden entfernt hatten. Ein Sche.ßjob ist das gewesen!”

Paddeln mit Kindern auf dem Rorichumer Tief ist eine entspannte Familientour durch Ostfriesland. foto (c) kinderoutdoor.de

Wenn die Kinder paddeln, haben sie am Ufer auch neugierige Zuschauer. foto (c) kinderoutdoor.de

Paddeln mit Kindern: Ostfriesland erfahren

In Rorichum, bei dem Ort handelt es sich um eine alte Warftsiedlung, setzen wir die Boote oberhalb der Brücke mit der Kampstraße ein. Nur wenige hundert Meter Luftlinie sind wir von der Ems getrennt. Los geht es. Die Kinder paddeln an der Siedlung Neue Straße vorbei und halten Kurs auf das Gut Tammegast. Es liegt idyllisch auf der linken Seite vom Fluss. Paddelt unter der Eisenbahnbrücke hindurch. Die ganze Zeit schippert Ihr gemütlich zwischen Feldern und Wiesen hindurch. In zwei weiten Kurven paddelt Ihr weiterhin entspannt dahin. Auf der rechten Uferseite seht Ihr zwei einzel stehende Gehöfte. Jetzt kommt ein wenig  Druck auf die Paddel. Zwei wichtige Zuflüsse hat das Rorichumer Tief: Den Warsingfehnkanal und die Heuwieke. Letztere paddeln wir nach knapp fünf Kilometern hinauf. Haltet Euch links und nach einem halben Kilometer erreicht Ihr den Bootshafen von Sieve. Nur 300 Meter weiter, ist der Warsingfehnkanal erreicht. Hier heißt es für uns umdrehen. Auch das ist ein großer Vorteil von der Familienpaddeltour in Ostfriesland: Es ist eine Rundtour und Ihr könnt Euch den Stress mit dem Transfer sparen. Es geht wieder auf dem Rorichumer Tief zurück zur Einstiegstelle. Dort angekommen pfeift ein frischer Wind über uns hinweg. Schnell die Boote versorgt und auf den Dachgepäckträger damit. Zum Abschluss von dieser gemütlichen Familientour gibt es Butterkuchen und Ostfriesentee. In dieser nördlichen Region gibt es noch etliche andere Kajaktouren die sich für Anfänger empfehlen und bei denen Ihr die Kinder mitnehmen könnt. Nach der Paddelei auf dem Rorichumer Tief fallen garantiert niemanden die Arme ab.

Schleswig-Holstein erpaddeln: Die Wakenitz ist für Anfänger ideal

Die Wakenitz ist eine der der schönsten Flusslandschaften Schleswig-Holsteins. Hier auf der Wakenitz könnt Ihr  im Naturpark Lauenburgische Seen einen von zwölf NaturSchätzen im Herzogtum Lauenburg entdecken. Ausgedehnte Erlenbruchwälder und eine urwüchsige Ufervegetation geben der Wakenitz einen fast schon dschungelartigen Charakter. Dabei laden 14,5 Wasser-Kilometer der Wakenitz von Lübeck bis zum Ratzeburger See zum Paddelvergnügen auf dem „Amazonas des Nordens“ ein.

Die Wakenitz ist in Paddlerkreisen auch als Amazonas des Nordens bekannt. Der Name trifft zu: Grün – wohin das Auge auch blickt. Allerdings gibt es an den Ufern der Wakenitz keine Giftschlangen und andere exotische Tiere. Dafür bietet die Wakenitz Himmlische Ruhe – nur unterbrochen vom Plätschern der Paddel, die durch das Wasser ziehen. Tau liegt auf dem Schilf, vereinzelt berühren Fische mit ihren Rückenflossen die Wasseroberfläche.  Das Kanu zu Wasser gebracht, Wechselkleidung im wasserdichten Plastikfässern verpackt, die Vorräte im Boot verstaut und los geht`s. Vom Ufer abstoßen, die Mitte der Wakenitz ansteuern und mit gleichmäßigen Paddelschlägen geht es dem Erlebnis „Ursprüngliche Natur“ entgegen. Die Tour führt an mit Erlenbruchwald bestandenen Ufern vorbei. Bäume haben sich durch die Last ihres Alters tief über den Fluss gebeugt. Unter dem Blätterdach lässt sich der seltene Eisvogel beobachten.Allenfalls besser als Giftschlangen.

Auf der Wakenitz gibt es viel zu entdecken: In, um und am Wasser. Foto (c) kinderoutdoor.de

Auf der Wakenitz gibt es viel zu entdecken: In, um und am Wasser.
Foto (c) kinderoutdoor.de

Die Wakenitz: Ideal für Familien und Naturliebhaber

„Der Flusslauf der Wakenitz ist seit Jahrhunderten aufgestaut. So haben sich seenartige Erweiterungen gebildet, die mit Reet- und Seerosenfeldern bewachsen sind. Dieses schützenswerte Gebiet wurde 1999 unter Naturschutz gestellt“, erklärt Lothar Krebs vom Kanu-Center in Siebenbäumen. „Der Fluss sollte wegen der vorherrschenden nördlichen Winde von Richtung Lübeck aus zwar entgegen der eigentlichen Strömung befahren werden, diese ist jedoch so minimal, dass sich der Kanufahrer dessen meist nicht bewusst wird. Ein ideales Revier also für Kanuten, ob alleine, in der Gruppe oder auch für Familien mit Kindern.“

Die Wakenitz-Niederung zählt zu einer der schönsten Flusslandschaften Schleswig-Holsteins.  Hier fasziniert der Flusslauf und die vielfältige Natur in unmittelbarer Nachbarschaft: urwaldartige Erlenbrüche und lichte Laubwälder, verschwiegene Moorgewässer und sumpfige Wiesen. „Das Wasser der Wakenitz ist sehr klar und wurde von Lübeck bis 1972 als Trinkwasser genutzt. Ihr slawischer Name steht für sehr sauberes Wasser und bedeutet „Barschfluss“, weiß Lothar Krebs. „Bis vor 25 Jahren war sie Grenzfluss. So fährt man auf ihr über weite Strecken auf der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Insbesondere an ihrem Ostufer konnte sich daher eine urwaldähnliche Wildnis erhalten.“

Die Wakenitz ist der Amazonas des Nordens und ideal für erste Familienpaddeltouren. Foto (c) kinderoutdoor.de

Die Wakenitz ist der Amazonas des Nordens und ideal für erste Familienpaddeltouren.
Foto (c) kinderoutdoor.de

Ausgedehnte Röhricht- und Schwimmblattzonen gehen an den Ufern in Bruchwälder mit Erlen und Weiden über. Davor wiegen sich Schilfrohr, Binsen und Rohrkolben im Wind. Moorfrosch, Ringelnatter und Sumpfmeise oder die scheue Waldschnepfe finden hier Rückzugsgebiete. Neben Wald flankieren den Fluss Nasswiesen und Grünland, aber auch Trockenrasen und Heideflächen mit artenreicher Flora und Fauna. Insbesondere auf der Wakenitz gilt, was für den Wasserwanderer stets selbstverständlich sein sollte: Er ist nur Gast in der Natur, sollte sich auch dementsprechend verhalten und möglichst wenig stören. Viele Uferbereiche des Flusses sind aus Naturschutzgründen nicht für das Betreten freigegeben.

Nach einer wirklich schönen und ruhigen Fahrt erreicht man nach etwa fünf Stunden das Nordende des Ratzeburger Sees mit dem Fährhaus Rothenhusen. Dies war Ende des 16. Jahrhunderts eine von Lübeck befestigte Zollstation. Noch heute zeugen das Lübsche Wappen und eine Kanone auf der Südseite des Fährhauses von dieser Zeit. Von Rothenhusen aus – hier gibt es sogar einen kleinen Zeltplatz – gelangt man nach einer kleinen Wanderung zur Haltestelle der öffentlichen Verkehrsmittel, die einen wieder nach Lübeck zurückbringen. Wer den Wasserweg bevorzugt, kann mit der Wakenitz-Schifffahrt Quandt den Rückweg antreten und erreicht nach einer romantischen Schifffahrt wieder die Lübecker Altstadt. Wer noch mehr sehen will, der fährt mit dem Personenschiff „Heinrich dem Löwen” von Rothenhusen über den großen Ratzeburger See bis zur Domstadt Ratzeburg.

Informationen:

Die Tour über die Wakenitz ist für Anfänger und Gruppen gut geeignet und kann in beiden Richtungen befahren werden. Länge 14,5 km, Dauer ca. 5 Stunden (3-4 Stunden reine Paddelzeit zuzüglich Pausen). Wer möchte, macht zwischendurch Rast an den verschiedenen Anlegemöglichkeiten.

Mit Kindern paddeln: Wassersuppe ahoi!

Kinder paddeln in Brandenburg und dabei entdecken auch die Erwachsenen den Reiz vom Kanufahren mit der Familie. Die Natur gemeinsam und völlig gemütlich von einer ganz anderen Seite entdecken. Vom Wasser aus geht dies am besten. Brandenburg ist das wasserreichste Bundesland und entsprechend reizvolle Touren bieten sich an.

Brandenburger sind eher bescheidene und bodenständige Menschen. Doch wenn es um den Kanusport geht, greifen die Topathleten aus Brandenburg kräftig zu. Der erfolgreichste Kanusportverein der Welt ist der KC Potsdam. Als dieser Sportverein sein 50. Bestehen feierte fiel die Bilanz bei internationalen Wettkämpfen so aus: Bei der Olympiade und bei Weltmeisterschaften standen vom KC insgesamt 103 mal Sportler auf dem Siegertreppchen. Hinzu kommen 81 Silbermedaillen und 75 aus Bronze. Seitdem sammeln die Potsdamer Kanusportler weiterhin fleißig Titel. Brandenburg ist mit seinen vielen Seen, Kanälen und Flüssen perfekt für alle die gerne im Kanu unterwegs sind. Wir haben uns einen See für Euch herausgepickt. Kurios geht es nämlich ins Wasser. Es gibt im Havelland tatsächlich einen Ort der Wassersuppe heißt. Das Dorf liegt am Hohennauener-Ferchesarer See und diese  langgestreckte Gewässer eignet sich hervorragend für einen Kanuausflug mit der ganzen Familie. Eine Fahrt über das Wasser mit den umliegenden Dörfern belohnt immer wieder mit neuen Eindrücken.

Paddeln mit Kindern in Brtandenburg: Anstatt einmal den Züdschlüssel umzudrehen, ist hier etwas mehr Kraft nötig. foto (c) kinderoutdoor.de

Nach 3 Kilometern empfängt auf der südlichen Seeseite das GolfResort Semlin am See seine Gäste. Auch hier gibt es einige schöne Restaurants sowie ein Fitnesscenter und einen Golfplatz. Gastanleger gibt es mitten im Ort, Kanus können auf der Wiese an Land gezogen werden. Eine Badestelle liegt etwas weiter östlich. Zurück in Wassersuppe empfiehlt sich als Abschluss ein erfrischendes Bad am Strand. Eine Verlängerung der Tour ist durch einen Abstecher nach Ferchesar möglich. Von dem als „Perle des Havellandes“ bekannten Ort bietet sich ein wundervoller Panoramablick. Ganz am Ende des Sees gibt es eine Badestelle mit Slipanlage. Ein Ein- und Ausstieg ist auch am Campingplatz „Buntspecht“ mit Restaurant am Nordufer möglich. Hier finden die Gäste zum Übernachten großzügige Stellplätze von 100 – 150 m², teilweise sogar mit Seeblick. Man kann auch einen Caravan, ein Bungalow oder ein Gotikhaus mieten. Eine schöne Badestelle gibt es an der Dranseschlucht kurz vor dem Ferchesarer Ortseingang.

Weitere Informationen:
www.havelland-tourismus.de
www.sport-boelke.dewww.reiseland-brandenburg.de

Durch den Sternenpark und Amazonas in Brandenburg paddeln

Paddeln mit Kindern in Brandenburg bereitet Euch einen sportlichen Perspektivwechsel. Vom Wasser aus bekommt Brandenburg ein ganz anderes Gesicht. Anstatt durch kanalisierte ehemalige wilde Flüsse zu schippern, erwarten Euch in Brandenburg naturbelassene Gewässer. Ein ideales Revier für Outdoor Familien.

Kinder paddeln durch den Amazonas von Brandenburg. foto (c) kinderoutdoor.de

Vorbei an idyllischen Häusern, handbetriebenen Schleusen und durch romantische Brücken geht es während einer Paddeltour auf dem eiszeitlichen Wassernetz des Spreewalds. Sanfte Uferböschungen, weite Auenlandschaften, dichte Wälder und ein weites Netz aus Fließen warten darauf, entdeckt zu werden. So manches Gartencafé am Wasser lädt zu Kaffee & Hefeplinsen oder zu anderen Spreewälder Spezialitäten ein. Der Legende nach hat sich hier, rund 70 km südlich von Berlin, mal ein riesiger Ochse so sehr erschrocken, das er wild umherrannte und mit dem Karren jede Menge Gräben in den Boden pflügte…und so der Spreewald mit seinen unzähligen kleinen und großen Wasserarmen entstand. Seit Jahrzehnten steht diese einmalige Landschaft unter Schutz. Und sie ist ein ideales Terrain zum Kanufahren. Start einer schönen Tour ist in Lübbenau mit einer charmanten Altstadt und einem quirligen Hafenviertel für Kahn-fahrten in den Spreewald. Den ältesten Teil der Altstadt bildet der Schloss-bezirk mit dem Schloss Lübbenau und dem im englischen Landschaftsstil angelegten Schlosspark.

Paddeln im Spreewald: Dschungelbuch für Anfänger

Schnell ist man im dschungelartigen Grün und der Ort liegt weit hinter einem. Gemächlich geht es an den Wiesen und kleinen Häuschen mit ihren Reet gedeckten Dächern vorbei. Am Ufer sprießen Farne in die Höhe. Die Sonne funkelt durch das dichte Blätterwerk der Bäume am Rande des Wassers. Entstanden sind die Wasserarme tatsächlich nach der Eiszeit als die Gletscher schmolzen und so Gräben hinterließen. Jetzt können das Anfänger und Profis bei nur sehr geringer Strömung für sich nutzen. Die Auswahl an Touren und Strecken ist groß. Wer mag, kann mehrere Tag rund um Cottbus, Lübben, Lübbenau, Burg und Schlepzig fahren. Bei einer organisierten Tour wird sogar das Gepäck transportiert. Sternartig zu immer neuen Touren kann man aufbrechen, wenn man abends wieder an den Ausgangsort zurückkehren will. Entlang der Fließe und Kanäle gibt es stets Neues zu entdecken. Libellen schwirren umher, Frösche quaken, Schafe grasen auf einer Wiese. Fischotter, Seeadler oder Eisvögel kann man ebenso sehen.

Typisch für den Spreewald: Überall am Ufer gibt es kleine Stände, an denen man die berühmten Spreewaldgurken kaufen kann. Ein idealer Snack für zwischendurch. Es gibt auch Limonade und Süßigkeiten. Wer eine längere Rast einlegen will, der steuert einen der vielen gemütlichen Gasthöfe an. Bei einem kühlen Getränk und gutem Essen lässt es sich Energie sammeln und andere Paddler beobachten.Die Fahrt führt in vier Tagen durch die einzigartige Naturlandschaft des Spreewaldes. Bei Tagestouren von 15-25 Kilometern kann man in Lübben, Lübbenau und Burg übernachten. Es lohnt sich auch mal einen Tag Pause einzulegen. Der Spreewald bietet viel, wie beispielsweise seine sorbischen Traditionen, Wellness und Thermen, Schlösser oder auch Kultur im Staatstheater Cottbus.

Wilde Tiere gibt es beim Paddeln in Brandenburg zu entdecken. foto (c) kinderoutdoor.de

Die Untere Havel – Ambitioniertes Renaturierungsprojekt des NABU

Was so idyllisch aussieht, ist das Ergebnis des größten Renaturierungsprojekts, das der NABU jemals an einem Fluss gestartet hat. Bis 2021 erhält die Untere Havel auf 90 Kilometern zwischen Pritzerbe und der Havelmündung bei Havelberg ihr altes Bett zurück, das ihr durch Menschenhand einst genommen wurde. Nicht nur Flora und Fauna sind zurückgekehrt, auch immer mehr Bootstouristen und Naturliebhaber entdecken die Region für sich. Es gibt versteckte romantische Badebuchten und zahlreiche Biwakplätze entlang der Strecke, die zur Rast einladen und glasklares Wasser zum Baden. Übernachten lässt es sich auf Zeltplätzen und in Pensionen, beispielsweise im „Atelier und Pension Kreativoase”, den Ferienhäusern „Liane Zemlin” oder dem Hotel „Sonn’Idyll”.

In Strohdehne endet nach drei Tagen die Tour durch das stille Paradies. Nördlich des nahegelegenen Gülper Sees gibt es einen offiziellen Beobachtungsplätze im Sternenpark Westhavelland, der Amateurastronomen für eigenständige Beobachtungen empfohlen wird. Insgesamt gibt es davon zehn. Hier kann man das Glitzern der Sterne besonders gut betrachten. Nichts stört diese Ruhe, nur Wasservögel schreien abends, die zum Schlafen gekommen sind. Zehntausende Gänse, Kraniche, Enten und Wattvögel machen hier auch jährlich Rast oder brüten. Ein Mekka auch für Hobbyornithologen.

Weitere Informationen unter:

www.deutschlands-seenland.de

Gut gepackt, ist halb gepaddelt. Foto (c) kinderoutdoor.deMit Kindern paddeln in Bayern
„Brauchen wir wirklich keinen Helm?“ fragt ein Vater vorsichtig den Kanuverleiher. Der grinst und meint „Sie haben doch die Schwimmwesten und mit Stromschnellen ist bei ihrer Tour nicht zu rechnen“ Beruhigt stößt sich der Vater ab. Vor ihm sitzt seine Tochter im Kanu und paddelt drauf los. Im Zick Zick Kurs schippern die beiden von einer Uferseite zur anderen. Willkommen in Solnhofen! Bei allen Häuslebauern löst dieser Ortsname pawlowsche Reflexe aus: Sie denken sofort an die wunderbaren Kalkplatten mit denen sich das ganze Haus auslegen lässt. Wenn es der Bausparvertrag hergibt. Für eine Tagestour von Solnhofen nach Dollnstein, muss niemand eine Hypothek aufnehmen. Es ist eher ein günstiges Vergnügen. Bevor es aufs Wasser geht, weisen die Bootsverleiher ihre Kunden ein. Dazu gehört auch das richtige Verhalten bei einem Wehr. Das können Vater und Tochter bald üben, denn kurz nach dem sie abgelegt haben kommt das Wehr Solnhofer Mühle. Links liegt das Wehr. Rechts geht es an einer Landzunge vorbei. Nach wenigen Metern paddeln Tochter und Vater ans linke Ufer der Halbinsel und sind froh den Ausstieg so perfekt erreicht zu haben. Nun tragen sie das Kanu kurz über Land.

Paddeln mit Kindern: Gemütlich geht es auf der Altmühl in Bayern dahin. foto (c) kinderoutdoor.de

„Wie gut, dass wir so wenig Wechselkleidung dabei haben!“ stöhnt der Vater. Sie setzen hinter dem unbefahrbaren Wehr das Kanu wieder ins Wasser der Altmühl und paddeln weiter. Mittlerweile kommen beide besser voran. Hier zwischen Solnhofen und Dollnstein windet sich die Altmühl durch die blühenden Wiesen der Frankenalb. Dieses beeindruckende Tal hat aber ein anderer Fluss mit seinen gewaltigen Wassermassen geschaffen: Der Urmain. Vor Eßlingen setzt die Altmühl wieder zu einer Schleife an. Auf der linken Uferseite erheben sie sich, die Wahrzeichen vom Altmühltal: Die zwölf Apostel. Über einem für den Jura so typischen Trockenhang ragen diese zwölf markanten einzelnen Felsen heraus. „Da schau mal!“ ruft der Vater zu seiner Tochter im Kanu. „Die zwölf Apostel!“ Doch das Mädchen fragt ihn zurück “Wie hießen die nochmal Papa?“ Plötzlich herrscht Ruhe im Heck. Doch diese währt nicht lange. Bei Eßlingen kommt vom hinteren Kanuteil nörgelnd:“Ich habe Hunger! Können wir hier anlegen?“ Zum Glück hat die Tochter mit dem vor sich hin schmachtenden Vater ein einsehen und paddelt ans Ufer. Das kleine Gasthaus „13. Apostel“ ist bei den Paddlern beliebt. Seit mindestens 1774 besteht dieser urige Bau als Wirtshaus. Seit 1974 stand es leer und im letzten Moment erkannten 2004 zwei Leute den Wert von diesem verfallenen historischen Gebäude. Nach der aufwändigen Renovierung ist der 13. Apostel wieder ein Wirtshaus mit einem besonderen Flair. Nur ungern legen Vater und Tochter hier wieder ab. Sie paddeln weiter in der nächsten Schleife der Altmühl Richtung Hammermühle. Dort wartet das nächste Wehr und eine weitere Einkehrmöglichkeit auf die beiden. In der Mitte von diesem Wehr befindet sich eine Bootsrinne. Diese sollten aber nur Geübte mit dem Kanu befahren. Alle anderen steigen links aus und umtragen kurz am Ufer das Wehr.

Für den nötigen Spaß sorgt an der Altmühl manche Bootsrutsche. foto (c) kinderoutdoor.de

Unsere beiden Paddler hat der Übermut gepackt und sie versuchen die Bootsrinne zu fahren. Die Einfahrt erwischen sie noch halbwegs gut. Bei höherem Wasser ist diese schwer zu finden. Nun zieht die beiden das Wasser kurz hinunter. Kurz drückt eine große Welle das Kanu nach unten. Kaum sind die beiden aus dem Schlamassel draußen reißt der Vater jubelnd die Arme hoch „Geschafft!“ Eine kleinere Welle kippt das Kanu um. Tochter und Vater schwimmen das umgedrehte Kanu hinter sicher an Land. Dort holen sie die trockene Wechselwäsche aus den Plastiktonnen im Boot. Hier bei der Hammermühle befindet sich auch ein Zeltplatz. Als beide wieder im Kanu sitzen paddeln sie weiter Richtung Hagenäcker. Als sie dort ankommen sieht die Tochter die Bootsrutsche beim Wehr und paddelt sofort an die linke Uferseite. „Lass es uns doch probieren’“ meldet sich der Vater aus dem hinteren Teil vom Kanu. „Wir haben keine Wechselwäsche mehr!“ klärt ihn das Kind auf. So legen beide an um das Boot ein letztes Mal auf dieser Tour umzutragen. Als eingespieltes Team paddeln sie die letzten zwei Flusskilometer bis Dollnstein, dem Ende dieser Tour. Als sie das Kanu an Land ziehen meint der Vater. „Na ja die Eskimorolle klappt doch ganz gut“ und nach einer kurzen Pause „ Zur Hälfte zumindest!“

Kinder paddeln auf der Chamb

Den längsten Nebenfluss vom Regen kennen selbst manche Einheimische nicht. Der Chamb ist 52 Kilometer lang und entspringt im Böhmerwald. Von Furth im Wald bis Cham ist es eine gemütliche Paddeltour für einen Tag und alle die zum ersten mal im Kanu sitzen können erste Erfahrungen sammeln.„Bloß net hudeln!“ meint der gemütliche Bootsverleiher und lädt in aller Seelenruhe die Kanus ab. Hier in Furth in Wald soll es auf der Chamb losgehen. „Ihr habt ja no Zeit, geht´s ins Drachenmuseum,“ meint der Mann. Ein guter Tipp, denn das Drachenmuseum ist weltweit einmalig. Beim Further Drachenstich ist das älteste Volksschauspiel in Deutschland und findet seit mindestens dem, Jahr 1646 statt. Der auf vier Beinen schreitende Drache, er speit auch Feuer, ist die Attraktion vom Festspiel. Abkühlung tut gut und die gibt es auf der Chamb. Auch wenn der Fluss gemächlich dahinplätschert er ist der Nebenfluss vom Regen, der am meisten Wasser führt. Seinen Namen hat der Chamb aus dem Keltischen. Kambos bedeutet gewunden oder krumm. Somit macht der Chamb seinen Namen alle Ehren, der er mäandert durch die Further-Chamer-Senke dahin. Nur an manchen Abschnitten ist er begradigt. Auf dem Wasser ist die Strömung nur gering. Warum, so fragen sich manche Paddler, fließt der Chamb so langsam, wenn er doch von allen Nebenflüssen des Regens am meisten Wasser führt? Ganz einfach!

Frag nicht wo wir hin wollen, frag lieber das Kanu! Auf dem Regen kommen auch Anfänger schnell mit dem Boot zurecht. Foto (c) Landkreis Cham_Foto Stefan Gruber

Das Gefälle ist mit 170 Metern sehr gering, immerhin ist der Chamb von der Quelle im tschechischen Vitovky (bei Kdyne) bis zu seiner Mündung in den Regen bei Cham 51 Kilomter lang. Los geht es mit der Paddelei bei der Chambaue in Furth im Wald. In unmittelbarer Nähe ist ein japanischer Garten. Zuerst geht es am Ortsteil Wutzmühle vorbei. Parallel zur Kreisstraße CHA 55 paddelt Ihr nun nach Arnschwang. Weiter fließt der Chamb durch Wiesen zum Dorf Nösswartling. Hier ist der Fluss aufgestaut und Ihr müsst das Boot kurz umtragen. Nun folgt eine Schleifen auf die nächste. Das geht so lange, bis ihr die Kreisstraße CHA 9 unterquert. Ab hier ist der Fluss begradigt. Immer wieder sind Flussschwellen aufgeschüttet und dadurch bekommt der Chamb deutlich mehr Strömung. Keine Sorge, alle die zum ersten mal in einem Kanu sitzen, schaffen auch diese kurzen Passagen ohne das Boot umzukippen. Am Ortsrand passieren wir nur nun Kothmaißling. Die Chamb treibt uns weiter durch eine flache Felder- und Wiesenlandschaft der Further-Chamer-Senke. Bald ist Kammerdorf erreicht. Hier unterquert der Chamb die Chamerstraße. Bald ist der Satzdorfer See zu sehen.

Paddeln mit der Familie auf dem Regen, das ist ein echtes Abenteuer in den Ferien. Foto(c) oto_Oberpfaelzer_Wald_Lkr_Schwandorf

Die Paddeltour geht zu Ende und der Chamb mündet im Chamer Stadtteil Altenstadt in den Regen. Nach wenigen hundert Metern ist der Kanuclub Graf Luckner mit dem Zeltplatz erreicht. Hier anlanden und das Boot abholen lassen. Eine Übernachtung lohnt sich auf jeden Fall und auch ein Bummel durch die Kreisstadt Cham mit ihrer sehenswerten Altstadt. Auf der Chamb verfiel niemand in hektisches Paddeln, dafür ist der Fluss (meistens) zu ruhig. Denn hier gilt „bloß net hudeln!“

Eine der schönsten Paddeltouren in Deutschland

Von Neuhaus nach Hohenstadt führt auf der Pegnitz eine der ursprünglichsten Kanutouren von Deutschland. 25 Kilometer pure Natur in der Hersbrucker Schweiz. Ideal für Familien ist diese Tour durch den fränkischen Amazonas.

„Wie im Dschungel!“ meint ein Kind als es mit den Eltern auf der Pegnitz dahinpaddelt. Immer wieder hängen die Äste der Bäume am Ufer hinein ins Wasser. Doch das Ganze hat einen Vorteil: Im Hochsommer brennt die Sonne den Paddlern nicht auf die Köpfe. Noch ein gutes Argument gibt es für diese Paddeltour: Teilweise ist die Strömung der Pegnitz flott und der Fluss sorgt für Abwechslung. Ein weiteres Plus ist die unverfälschte fränkische Küche, die es in den Gasthäusern auf der Hersbrucker Schweiz gibt. Aus ganz Deutschland kommen Paddler um die Pegnitz von Neuhaus bis nach Hohenstadt hinunter zu schippern. Allerdings fordert dieser Fluss auch die Bootsfahrer. Genau darin liegt der größte Reiz. In Neuhaus setzen die Paddler ein und schon trägt sie die Pegnitz mit einem sanften Schwung dahin. Eine langweilige Kanutour sieht anders aus. Bald ist das Wehr Rothenbruck erreicht. Hier heißt es an der linken Seite anlanden und raus mit dem Pott. Nur kurz müssen die Paddler das Kanu umtragen. Drei Kilometer schlängelt sich die Pegnitz, oder wie die Einheimischen sagen „Begnids“, parallel zur Staatsstraße ST 2162 durch das tief geschnittene Tal. Nach drei Kilometern ist das Wehr beim Dolomitwerk Neuensorg erreicht.

Durch den fränkischen Amazonas paddelt die ganze Familie. foto (c) kinderoutdoor.de

In diesem Fall gilt das Konrad Adenauer Motto: Keine Experimente! Rechts anlanden und kurz die Beine vertreten mit dem Kanu in der Hand. Nun fließt die Pegnitz an Velden vorbei. Nach 1,5 Kilometern erwartet die Paddler das nächste Hindernis. Raus mit dem Kanu und wenige Meter das Boot über Land tragen. Zumindest Malerisch liegt das Wehr vor einem für Franken so typischen Fachwerkhaus. Kurz nach dem Wehr nimmt die Pegnitz wieder an Fließgeschwindigkeit auf. Nah kommen nun die Felswände an den Fluss heran. Willkommen in der Fränkischen Schweiz! Bei Güntherstal rauscht ein kleiner Wasserfall seitlich in die Pegnitz. Diese ist hier wieder mit einem Wehr gezähmt und hier gilt: Wer sein Kanu liebt, der trägts! Fast sechs Kilometer haben die Paddler nun Ruhe vor dem nächsten Wehr. Immer enger rückt das Tal zusammen. Auf den nächsten Kilometern ist die Pegnitz stark verkrautet. Echte Paddler bremst ein wenig schwimmendes Grünzeug auf keinen Fall aus. Beim Wehr in Enzendorf steigen alle aus und umtragen das links das Boot. Wie meinte ein Paddler so treffend:“Da musst Du öfter ein- und aussteigen, als bei einer Bahnfahrt nach Hamburg!“ Unterwegs bietet es sich an, in dem einen oder anderen Dorf am Ufer der Pegnitz anzulegen. Schattige Biergärten und deftige Brotzeiten sind ein guter Grund den Fluss für eine längere Pause zu verlassen. Gut gestärkt mit fränkischen Spezialitäten geht es wieder aufs Wasser. Bei manchem Paddler soll nach dem Besuch vom Biergarten die Schwimmweste gezwickt haben. In Enzendorf angekommen, heißt es links raus und kurz am Wehr vorbei. Munter mäandert die Pegnitz durchs Tal. Bei Verra und Afaltern folgen noch einmal zwei Wehre. Bei beiden müssen die Boote raus aus dem Wasser. Wen der Hunger drückt, der landet in Eschenbach an und geht ins Wirtshaus. Sehenswert ist hier das Wasserschloss. Es nutzt den Hirschbach und die Pegnitz als natürliche Hindernisse aus. Seit 1508 ist dieses gut erhaltene Schloss im Familienbesitz. Weiter geht es auf dem Fluss. Hohenstadt das Ziel von der Tagestour ist bereits zu sehen. Am Campingplatz landen die meisten Paddler an und stellen dort ihre Zelte auf. Gar mancher wacht am nächsten Tag auf und ist sich sicher, dass die Luftmatratze nachts geschwankt hat.

Paddeln auf dem Oberpfälzer Yukon

Eisvögel und Wasseramseln die von Ufer zu Ufer fliegen. Totale Stille und ein Gefühl in Kanada unterwegs zu sein. Das ist der Fluss Regen in Ostbayern. Hier gibt es einen speziellen Wanderweg für Paddler. Ausgewiesene Zeltplätze erwarten Euch nach jeder Etappe.

Eigentlich gibt der Fluss das Tempo vor, aber das interessiert die Kinder nicht. Sie veranstalten auf dem Oberlauf vom Schwarzen Regen ihre eigene Regatta und paddeln wie die Weltmeister. Was die Erwachsenen genießen ist die unglaubliche Ruhe und die intakte Natur. Es fehlen nur noch Bären am Ufer, die dort nach Lachse Ausschau halten. Anders ist der Regen ab dem Blaibacher Stausee. An sonnigen und warmen Wochenenden leuchtet der Fluss orange vor lauter Schwimmwesten. Wer mit dem Kanu bereits erfahren ist, der paddelt auf dem Schwarzen Regen. Dieser vereinigt sich mit dem Weißen Regen. Vor allem der Oberlauf hat es ins ich. Der Gumpenrieder Schwall oder das Bärenloch sind zwei Passagen mit Wildwasser. Je nach Pegelstand kann dort die Schwierigkeitsklasse III möglich sein. Hier gilt es die hohen Wellen meistern und den Granitblöcke auszuweichen. Wer hier die halbe Eskimorolle hinlegt, weiß wie wichtig es ist das Gepäck gut vertäut und wasserdicht verpackt zu haben. Auf dem Regen versperren immer wieder Wehre und Mühlen die Weiterfahrt. Hier heißt es das Kanu aus dem Wasser nehmen und umtragen. Wie in einem Winetou-Film fühlen sich die Paddler wenn sie auf dem Schwarzen Regen in den Höllenstein-See schippern. Rechts und links erheben sich Felswände und ein dichter Wald. Niemand wundert es, wenn plötzlich Sioux am Ufer auftauchen. An der Staumauer heißt es dieses Mal das Kanu länger umtragen um es wieder unterhalb einzusetzen.

Natur pur, erwartet die Paddler Familie am Schwarzen Regen. foto (c) kinderoutdoor.de

In fünf Tagen nach Regensburg

Am Blaibacher Stausee angekommen beginnt das Abenteuer vom Regentalwanderweg. Der Weiße und Schwarze Regen haben sich nun zu einem Fluss vereint. Die erste Etappe führt über 22 Flusskilometer ins malerische Cham. Damit ist nicht ein vietnamesischer Volksstamm gemeint, der genau so heißt, sondern die Kreisstadt. In etlichen Schleifen paddeln die Kanufahrer durch die Further Senke. Beim Kanuclub Graf Luckner, er berfindet sich am Stadtrand von Cham, schlagen die müden Outdoorer Ihre Zelte auf. In wenigen Minuten lässt sich von hier aus auch die Innenstadt von Cham zu Fuß erreichen. Die zweite Etappe führt nach Roding. Warum die Oberpfalz, der Regen ist der längste Fluss von diesem bayerischen Regierungsbezirk, die burgenreichste Region Europas ist, lässt sich bei dieser Tagesfahrt erkennen. Unterwegs erheben sich aus Wäldern Ruinen und intakte Festungen aus dem Mittelalter. Auch Wallfahrtskirchen gibt es vom Boot aus zu sehen. Mit den Burgen versuchten die Kaiser im Mittelalter diese Mark gegen die Hussiten zu sichern. Diese Sektenanhänger kamen aus Böhmen mit befestigten Planwagen und zogen raubend durch die Oberpfalz. In Roding erwartet die Kanuten ein besonderer Zeltplatz: Er ist Teil vom Stadtpark, der sich auf einer Halbinsel befindet. Am nächsten Tag heißt es die Boote wieder einsetzen und es geht weiter in das Venedig von Ostbayern. Auf dem Weg nach Nittenau, passieren die Paddler das weitläufige Kloster von Reichenbach. Dort gibt es ein interessantes und höchst ungewöhnliches Museum. Es befasst sich mit den Schratzellöchern. Die Meter langen Erdlöcher finden sich nur in dieser Gegend der Oberpfalz Region. Immer rätseln die Archäologen warum die Menschen diese Tunnel gruben. Handelt es sich um Vorratslager oder dienten sie als Versteck? Immer noch behalten die Schratzellöcher ihr Geheimnis. Nach 23,5 Kilometer ist Nittenau erreicht. Wie die bekannte italienische Lagunenstadt ist Nittenau von vielen Kanälen durchzogen. Entsprechend oft ist der Ort auch von Hochwasser betroffen. Nach der Übernachtung im Zelt geht es weiter ins 19.5 Kilometer entfernte Ramspau. Unterwegs kommen die Paddler in Hof am Regen vorbei. Mitten im Ort sind die Überreste einer Burg zu sehen. Bereits im Jahr 1150 soll hier die Festung gestanden haben. Nur wenige Kilometer später ist auf der gleichen Flussseite Stefling. Hier grüßt die Paddler ein herrschaftliches Schloss. In Marienthal, hier lohnt es sich im Gasthof Wittmann einzukehren, ist der nördlichste Punkt vom Regen erreicht. Unterirdisch drückt ein Granitkeil den Fluss in die Richtung. Bei dem urigen Ausflugslokal lohnt es sich anzulegen. Im Biergarten kommen regionale Spezialitäten auf die Teller. Gegenüber von Marienthal befindet sich Stockenfels. Diese Burgruine ist dut zu erkennen und hat den Namen Bierpanscher Walhall. Einer Sage nach geistern hier Wirte, Bedienungen, Bierbrauer oder Kellermeister für Ewigkeiten herum, die zu Lebzeiten das Bier mit Wasser streckten. Als Strafe müssen die ruhelosen Geister ihr grausige Gebräu selbst trinken.

Das Ziel ist erreicht: Regensburg mit der Steinernen Brücke. Foto (c) kinderoutdoor.de

Gut gestärkt paddeln die Kanuten weiter nach Ramspau. In dem kleinen Ort mit seinem besonderen Schloss schlagen die Paddler ihre Zelte für die Nacht auf. Am nächsten Tag geht es auf die letzte Etappe. Von Ramspau geht es nach Regensburg. Dort mündet der Regen in die Donau. Am Anfang ist die Etappe noch reizvoll. Mit jedem Kilometer den Regensburg näher kommt, sind am Ufer vor allem Gewerbeparks und Wohnsiedlungen. In Reinhausen fließt der Regen in die Donau. Wer gut, günstig und zentral in Regensburg übernachten möchte, der schläft in der Jugendherberge. Sie befindet sich auf einer Donauinsel. Von dort aus lassen sich wunderbare Spaziergänge in die Altstadt von Regensburg unternehmen. An die Paddeltour auf dem Oberpfälzer Yukon erinnert sich die Familie noch lange.

Packliste für den Urlaub im Kanu:

  • Schwimmwesten (die tragen alle! Achtet, dass die Gewichtsangabe der Weste und das der Paddler zusammenpassen)
  • Wasserdichte Packsäcke (die gibt es beispielsweise von Ortlieb)
  • Ersatzpaddel (bekommt ihr vom Kanuverleiher)
  • Auftriebskörper(bekommt ihr auch vom Kanuverleiher; wenn nicht, dann sucht Euch besser einen anderen!)
  • Sonnencreme (auf dem Wasser ist die Sonnenlicht um einiges stärker)
  • Sonnenbrille
  • Mütze oder Sonnenhut
  • Trinken
  • Essen
  • Erste Hilfe Set
  • Flussführer
  • Flusskarte
  • Wechselwäsche
  • Badekleidung
  • Spielsachen für die Kinder z.B. Lupenbecher mit denen sie das Wasser oder Pflanzen untersuchen können
  • Handy und Fotokamera wasserdicht einpacken (da habe ich schon mehrmals erlebt, wenn solche versenkt wurden!)
  • Taschenmesser
  • eventuell Bootswagen wenn ihr längere Strecken umsetzen müsst (gibt es vom Kanuverleiher)

Viel Spaß auf dem Wasser!