Kinder Outdoor wandern in Südtirol: Zum südlichsten Fjord

Kinder Outdoor wandern in Südtirol bringt Euch bei dieser Tour zu einem ungewöhnlichen Ziel: Plötzlich steht Ihr vor einem See, der mehr an einem Fjord in Skandinavien erinnert als an Südtirol. Unterwegs gibt es Berggasthöfe zum Einkehren und diese Tour ist jeden Schritt wert.

Dass wir wieder werden wie Kinder, ist eine unerfüllbare Forderung. Aber wir können zu verhüten versuchen, dass die Kinder so werden wie wir.

Schrieb einst Erich Kästner. 1933 verbrachte er seinen Urlaub in Meran. Seinen Charme hat sich Meran seitdem immer noch bewahren können. Doch worin liegt das Besondere von diesem Ort im Vinschgau? Dort und den umliegenden Tälern lassen sich die alpin-mediterrane Natur und Kultur Südtirols in direkter Nachbarschaft zueinander erleben. Meran mit seiner üppigen Vegetation und dem milden Klima ist das mediterrane Zentrum der Region. Als geschichtsträchtige Kurstadtist Meran reich an Kulturangeboten und Gastronomie von internationalem Rang. Aus Tradition ist man hier weltoffen: Aus dem Zusammenleben der deutschen und italienischen Volksgruppen entsteht ein besonderes Lebensgefühl, das sich im Alltag widerspiegelt. Von Meran aus erreicht Ihr in kurzer Zeit ruhige Täler und Bergemitgelebten alpinen Bräuchen, aufrichtiger Gastlichkeit sowie intakter Natur. Der Naturpark Texelgruppe, der Meraner Höhenweg und die fünf Ski-und Wandergebiete bieten alpine Aktivitäten in unterschiedlichen Höhenlagen und Schwierigkeitsgraden. Meran liegt in einem Tal, das nach Norden von den bis zu 3.337 Meter hohen Bergen der Texelgruppegeschützt ist und sich nach Süden in Richtung Bozen öffnet.

Wie in Skandinavien wirkt der Kratzberger See und seine karge Umgebung. foto (c) kinderoutdoor.de

Diese geschützte Lage sorgt für ein besonders mildes Klimadas ganze Jahr über. Der Kontrast zwischen der mediterranen Pflanzenwelt in den Garten-und Parkanlagen der Stadt und den schneebedeckten Gipfeln im Hintergrund machen den besonderen Reiz der Stadt aus. Der Pflanzenreichtum ist besonders in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff sichtbar. Für Familien sehr zu empfehlen und der Eintrittspreis fällt für Eltern und Kinder moderat aus. Dieser sehenswerte Garten wurde 2013 als „International Garden of the Year“ ausgezeichnet und gilt somit als einer der schönsten botanischen Gärten weltweit. Mit dem Aufenthalt der Kaiserin Elisabeth von Österreich auf Schloss Trauttmansdorff im 19. Jahrhundert entwickelte sie sich zum Liebling der europäischen Aristokratie: Der Grundstein für Südtirol als internationale Urlaubsregion war gelegt. Heute erlebt man in Meran historischen Charme mit einem lebendigen Stadtleben. Das prächtige Kurhaus mit seinen Jugendstilelementen steht im architektonischen Dialog mit der modernen Therme Meranvon Stararchitekt Matteo Thun. Eine bunte Flora und Fauna lässt sich entlang der vor über 100 Jahren angelegten Promenaden inmitten der Stadt entdecken. Doch die Kinder wollen in die Natur. In der Region rund um Meran liegen fünf Wintersportgebiete: Meran 2000, das in unmittelbarer Nähe zu Meran liegt, die ursprüngliche Schwemmalm im Ultental, das kleine und romantische Vigiljoch bei Lanaund das idyllische Pfelders im Passeiertal. Wer die sportliche Herausforderung sucht, findet sie auf dem Gletscher im Schnalstal. Auf einer Skitour, beim Langlaufen oder Schneeschuhwandern lässt sich die unberührte Natur der Region sanft erkunden.

Kurzweilig ist die Wanderung für Kinder, Bergerfahrung und Trittsicherheit vorausgesetzt, denn unterwegs gibt es grasende Haflinger sowie Kühe zu sehen. foto (c) kinderoutdoor.de

Tour zum Kratzberger See: Eines der schönsten Gewässer in den Alpen

Wer viel Kondition und wanderfreudige Kinder hat, der marschiert in Falzleben los. Immer in Sichtweite zur Seilbahn geht es hinauf. Der Fahrpreis ist für Familien happig und das gesparte Geld lässt sich unterwegs gut in einen Kaiserschmarrn investieren. Unterhalb vom Pfiffing Köpfl endet die Seilbahn. Für die Gondoliere und alle die von Falzleben aufgestiegen sind, beginnt hier der Weg zum Kratzberger See. Über den gut ausgeschilderten Kuhleitenweg geht es zur Waidmannalm. Schnell kommt Ihr kaum vorwärts, denn unterwegs stehen Pferde auf der Weide. Vor allem Haflinger grasen hier seelenruhig mit Kühen. Was für ein Kind kann da schon stur weiterwandern? Bald ist die Waidmannalm erreicht. Warum einer Versuchung widerstehen? Eine kurze Einkehr ist immer richtig. Jetzt geht es auf dem gut ausgebauten Waidmannweg bis zum Missensteiner Joch (2.138 Meter) . Dort steht, unüberrsehbar, ein großes Kreuz. Es bietet sich Euch ein grandioser Blick auf das Sarntal. Alleine deswegen lohnt sich die Tour. Während Ihr am Waidmannweg dahinwandert bekommt Ihr einen Eindruck davon, was der Skitourismus alles in den Bergen anrichtet. Der Weg vom Missensteiner Joch zum Kratzbergsee ist schmal, grob und ein wenig abenteuerlich. Für manche Kinder ist es besser, am Joch umzudrehen. Alle die gut zu Fuß greifen diese fordernden Kilometer an. Folgt der Markierung 4 / E5. Bald seht Ihr den Kratzbergersee vor Euch liegen. Sein Wasser ist eiskalt. Die kahlen Felswände erinnern an Nordeuropa. Hier entspringt auch der Kratzbergbach, der als kleiner Wasserfall vom See abläuft. Weil der See die meiste Zeit des Tages im Schatten der Berge liegt und sein Wasser vor allem geschmolzener Schnee ist, entfällt hier der Badespaß. Es sei denn, jemand hat einen Neopren Anzug dabei. Flott geht es wieder zurück, denn die Kinder wollen die Pferde am Wegesrand wieder sehen. Diese grasen, heben kurz die Köpfe und freuen sich am saftigen Gras. Die Kinder sind trotzdem begeistert.

Dass wir wieder werden wie Kinder, ist eine unerfüllbare Forderung. Aber wir können zu verhüten versuchen, dass die Kinder so werden wie wir.

  • Charakter der Wanderung: Mittelschwer
  • Wanderzeit: etwa fünf Stunden
  • Höhenmeter: etwa 510 m
  • Einkehr: Restaurant Falzeben, Restaurant Panorama, Piffinger Köpfl, Kirchsteigeralm, Meranerhütte, Moschwaldalm
  • Länge: 15 km
  • Kinderwagen geeignet: Nein
Auf einen kurzen Stück vom europäischen Fernwanderweg E 5 geht es zum Kratzberger See. foto (c) kinderoutdoor.de

Ausflug ins Schloss Trauttmannsdorff: Hier blüht Euch was!

Ausflugsziele für Kinder in Südtirol führen Euch von den Dinos in der Bletterbachschlucht bis hin zu den Museen von dem Extrembergsteiger und Abenteuerer Reinhold Messner. In eine ganz andere Zeit bringt Euch Schloss Trauttmannsdorff. Hier hat öfter die österreichische Kaiserin Sissi übernachtet. Doch was die Kinder und Erwachsenen bei diesem Ausflug einen Tag lang faszinieren kann sind die Gärten von diesen Schloss.

Kinder und Gartenanlagen. Das passt zusammen wie Spaghetti und Marmelade oder Essig und Schokohaltiger Brotaufstrich. Schnell ist den Kleinen langweilig, wenn die Erwachsenen an jeder Rose stehenbleiben und fachsimpeln. Ganz anders ist es in Schloss Trauttmannsdorff. Seit 2001 gibt es diese wunderbaren Gärten. Das sehen auch Experten so: 2006 wählte eine internationale Jury diese Anlage zum schönsten Garten von Europa. Die International Garden Tourism Conference kürte 2013 Schloss Trauttmannsdorff zum Internationalen Garten des Jahres 2013. Mehrmals erhielten die Gärten die Prämierung zum schönsten Garten Italiens. Können sich diese Fachleute irren? Nein! Um die 400.000 Besucher kommen jedes Jahr in diese Anlage. Auch in den Spitzenzeiten, wie in den Sommer- und Herbstferien, herrscht dort kein Gedrängel. Weitläufig ist das zwölf Hektar große Areal und entspricht ungefähr 17 Fußballfelder. Im Gegensatz zu manchem müden Kick, haben die Kinder am Ausflug in Trauttmannsdorff deutliche mehr Freude. Auch die Erwachsenen freuen sich: Das Tagesticket für die Familie kostet nur 28 Euro (Stand Sommer 2018). Das sehenswerte Touriseum ist im Eintritt inkludiert. Ebenso die Besichtigung vom Schloss selbst. Aber was sind schon ein paar historische Zimmer in der mal die schwermütige österreichische Kaiserin Sissi abhing, gegen die blühenden Gärten ringsum? Genial geplant sind die Gärten und wirken trotzdem harmonisch. Damit Ordnung herrscht gibt es hier fünf Gartenwelten mit Attraktionen für Kinder: Die Waldgärten, die Sonnengärten, die Wasser- und Terrassengärten, die Landschaften Südtirol und botanische Attraktionen.

Ausflugsziele für Familien in Südtirol: Schloss Trauttmannsdorff mit seinen wunderbaren Gärten. foto (c) kinderoutdoor.de

Auch ein begehbarer Bienenstock gehört in Trautmannsdorff dazu. foto (c) kinderoutdoor.de

Diese ungemütlichen Herrschaften erwarten Euch auch in Schloss Trautmannsdorff. foto (c) kinderoutdoor.de

Ausflugsziele für Familien in Südtirol: Schloss Trauttmannsdorff überrascht ständig

Anstatt geometrisch angelegter langweiliger Beete, in denen die Blumen militärisch in Reih und Glied gepflanzt sind, überrascht dieses Ausflugsziel in Südtirol ständig die Familien. Am großen See können die Kinder einen Finger ins Wasser halten. Schon kommen farbenfrohe Kois, japanische Karpfen, angeschwommen und nuckeln am Finger. In Japan heißt es, wenn jemand besonders viel Glück hat, dass er vom Koi geküsst ist. Hier gibt es im See Glück für mehrere Sechser im Lotto. Ein besonderer Höhepunkt ist der begehbare Bienenstock. Dieser lässt sich komplett aufklappen und im Inneren befindet sich ein Bienenvolk hinter Glas. Durch eine Röhre können die Kinder sehen, wie die Insekten ein- und ausfliegen. Ein Abenteuerweg führt auf Hängebrücken über Bäche und durch einen kleinen Wald. Dazwischen gibt es kleine Kojenhäuser. Darin können die Kinder in  Büchern schmökern. Granz großes Theater findet unter der Erde statt. Ein Tunnel führt in den Berg hinein. Dort erwartet die Familie ein dreiköpfiger Drache der zu ihnen spricht. Während der genial inszenierten multimedialen Tour erfahren die Besucher, was die Pflanzen wachsen lässt. Mehr wollen wir an dieser Stelle nicht verraten. Den Hügel hinauf führen diverse Wege. Dort erwartet die Familien ein begehbares Fernrohr und Volieren mit Vögeln. Stundenlang können die Besucher auf dem weitläufigen Gelände unterwegs sein. Doch es gibt noch einen Höhepunkt, der es wert ist, dass Ihr dorthin geht. Das Touriseum. Eine Ausstellung die sich mit dem Tourismus beschäftigt. Wer jetzt schon gähnt, dem entgeht eines der tollsten Museen von ganz Europa. Hier können an etlichen Stationen die Kinder mitmachen und erfahren viel über den Fremdenverkehr in Südtirol. Attraktiver kann ein Museum für Familien kaum sein.

Unsere Bewertung: Sechs von sechs möglichen  Kompassen

Kochen mit den Kindern wie in Südtirol: Semmelknödel Salat

Hüttenrezepte zum Nachkochen und es schmeckt daheim, wie im Urlaub. Schnell kommen die Kinder ins Schwärmen, wenn sie eine Spezialität auf den Teller bekommen, die sie von einer Alm oder Berghütte kennen. Das ganze kulinarische Wiedersehen lässst sich steigern, wenn die Kinder die Schmankerl aus den Bergen nachkochen. Heute haben wir ein simples Rezept aus Südtirol: Semmelknödel Salat. Von diesem Grünzeug bleibt kein Krümel übrig.

“Ja nix verkommen lassen!” Dieses Motto galt früher auf den Almen. Von wegen Bergidylle. Für die Sennerinnen und Senner ist das Leben auf den Hochlagen hart gewesen. Besonders auf einer Melkalm. Auf dieser Alm siehst Du hauptsächlich Kühe. Jeden Tag musste die Sennerin oder der Senn die Kühe melken. Damals wie heute ist es Wichtig, die Milch auf der Alm zu verarbeiten oder die Milch schnell ins Tal zu bringen. Viele Melkalmen stellen Käse und Butter her. Im sogenannten Kaskeller lagert der Käse. Trotzdem konnten sich die Viehhirten auf einer Alm über zu viel Essen nicht beschweren. Für das Kochen hatten sie nur wenig Zeit und Zutaten. Entsprechend einfach sind die typischen Almgerichte. Außerdem haben die Sennerinnen und Senner immer wieder auch ihre Nahrungsmittel wiederverwertet.

Fertig ist unser Hüttenrezept der Extraklasse: Der Semmelknödelsalat aus Südtirol. foto (c) kinderoutdoor.de

Essen wegschmeissen, so wie es in unserer Gesellschaft mit ihrem Überfluss normal ist, kam damals nicht in Frage. Darauf basiert auch unser heutiges Hüttenrezept. Anstatt die Semmelknödel vom Vor-, oder Vorvortag auf dem Misthaufen zu entsorgen, schnitten die Viehhirten diese in Scheiben und brieten sie in der Pfanne an. Genau das tun wir heute auch. Wer keine Semmelknödel zuhause hat, der kann mit den Kindern welche aus alten Brötchen kochen.

Hüttenrezepte zum Nachkochen: Semmelknödel Salat aus Südtirol und die Kinder lieben Grünzeug

Knödel gehören zu Südtirol wie die Weinberge oder die Drei Zinnen. Vielseitig lassen sich diese zubereiten: Aus Kartoffeln oder aus alten Brötchen, mit Speck, Spinat oder Käse. Als Erstes erwärmt Ihr Milch. Mit dem Taschenmesser schneidet Ihr die Zwiebel in kleine  Würfel. In einer Pfanne mit Butter bratet Ihr die Zwiebel goldgelb an. Schnippelt außerdem die Petersilie klein und dünstet sie kurz mit in der Pfanne an. Diesen Mix gebt Ihr nun in den Topf mit den eingeweichten Semmeln. Schlagt ein Ei auf und mischt es unter. Mit Pfeffer, Salz und Muskat würzt Ihr die Masse. Rührt und knetet sie solange, bis ein Teig entsteht. Damit dieser von den Händen der Kinder wieder abgeht, mehlt zuvor die Innenflächen der Hände ein. Formt die Semmelknödel und lasst sie im Salzwasser köcheln. Absieben und auskühlen lassen. Schneidet sie nun in fingerdicke Scheiben. Bringt in einer Pfanne Butter zum Schmelzen und bratet darin die Knödelscheiben an. Eine harte Aufgabe.

Beim Hüttenrezept formen die Kinder Semmelknödel. foto (c) kinderoutdoor.de

Es verbreitet sich in kurzer Zeit ein höchst verführerischer Duft aus Butter und frischen Semmelknödeln. Lasst anschließend die Knödelscheiben auskühlen. Jetzt haben wir den Salat. Welchen sollt Ihr nehmen? Der Euch und den Kindern am besten schmeckt. Wir haben den Semmelknödelsalat mit den unterschiedlichsten Variationen gekocht und immer dasselbe Resultat erzielt: Die große Leere. Auf den Tellern. Am besten ist es, den Salat mit den größten Blättern unten auf den Teller zu legen. Eichblattsalat oder Radicchio sind die perfekten Kandidaten. Endiviensalat könnt Ihr Euch sparen, der hat einen Nährwert wie grünes Druckerpaper. Es folgt die nächste Lage. Hier bietet sich ein klassicher Zupfsalat oder Rucola an. Als dritte Schicht folgt der Feldsalat. Verteilt nun über diesen Salatbett die angebratenen Scheiben von den Semmelknödeln. Was richtig gut kommt ist Kresse obendrauf und fein geschnittenen Bergkäse. Aber um Gottes Willen bitte keinen aus dem Supermarkt. Ein kleiner Trick, wie Ihr den Käse in wunderbar dünnen Scheiben hinbekommt: Nehmt den Sparschäler, der normalerweise der Gurke oder anderem Gemüse die Schale entfernt. Damit lassen sich hauchdünne Käsestreifen herstellen. Streut diese über den Salat. Zum Schluss noch die Vinaigrette und fertig ist der Südtiroler Semmelknödelsalat.

Hinweis in eigener Sache: Für den Artikel, das Video und die darin enthaltenen Fotos sowie Links erhalten wir weder Geld, Sachleistungen, Provisionen oder andere Zuwendungen. Außerdem ist unsere Seite frei von Google Werbung, weil wir das Geschäftsgebahren von diesem Unternehmen sowie seine Monopolstellung im Bereich der Suchmaschinen ablehnen. Unsere Bitte: Steigt auf Alternativen um.