Kinder schnitzen eine Outdoor Tasse

Kinder schnitzen eine Outdoor Tasse und die hält dicht! Nachhaltiger kann ein Trinkgefäß für alle die gerne draußen unterwegs sind, kaum sein. Wir haben für Euch die Schnitzanleitung in Bildern und Schritt für Schritt. Vom Ast bis zur fertigen Tasse.

Ein Flugzeugträger der Gerald. R. Ford Klasse hat eine Verdrängung von 97.000 Tonnen. In Deutschland fallen pro Jahr, so seriöse Schätzungen, 106.000 Tonnen Einwegbecher im Abfall. 320.000 Coffee to go Becher sind es hierzulande pro Stunde. Da gibt es nur eines: Wir halten dagegen mit einer Tasse aus dem nachhaltigsten Material: Holz. An Material für unsere heutige Schnitzarbeit benötigt Ihr:

Gesucht, gefunden. Aus der Astgabel schnitzen wir eine Outdoor Tasse. foto (c) kinderoutdoor.de

Wie immer beginnt alles mit einen Ausflug in den Wald oder Park. Sucht dort mit den Kindern eine Astgabel, die sollte aber bitte am Boden liegen. Bitte keine grünen Äste abschneiden. Bei unserer Suche gehen wir vor, wie die Handwerker vor Generationen. Sie suchten sich das Holz nach der Form und setzten es entsprechend ein.

Kinder schnitzen einen Outdoor Tasse: Der Henkel ist schon dran

Sägt das Holz entsprechend zurecht. foto (c) kinderoutdoor.de

Zuerst sägt Ihr die Astgabel, möglichst in der Natur, zurecht.

Rundet das Ende vom Seitentrieb entsprechend ab. foto (c) kinderoutdoor.de

Den abstehenden dünnen Trieb schnitzt Ihr am Ende rund. Immer ein kurzer Schnitt an der Kante. Dreht das Werkstück. Wieder ein kurzer Schnitt. So geht es Millimeter um Millimeter und langsam entsteht eine Halbkugel.

Mit der großen Klinge entfernt Ihr die Rinde vom Holz. foto (c) kinderoutdoor.de

Nun braucht Ihr ein Messer mit stehener Klinge. Bei einem Taschenmesser oder Multitool besteht die Gefahr, dass bei dieser Arbeit die Klinge bricht oder die Mechanik Schaden nimmt. Bohrt in die Mitte vom Haupttrieg mit der Spitze in das Holz. Übt entsprechend Druck aus und vertieft das Loch mit jeder Umdrehung.

Höhlt mit der Klinge das Holz aus. foto (c) kinderoutdoor.de

Holzspäne will niemand mittrinken. Deshalb schmirgelt mit dem Schleifpapier das Innere der Tasse und den Rand ab.

Schmirgelt das Werkstück ab, sonst müsst Ihr Holzspäne mittrinken. foto (c) kinderoutdoor.d

Fertig ist die geschnitzte Outdoor Tasse und Ihr habt ein tolles Geschenk!

Fertig ist der Outdoor Becher. Foto (c) kinderoutdoor.de

Schnitzt einen Outdoor Becher

Mit Kindern schnitzen ist immer wieder ein Abenteuer. Den Kindern fallen die tollsten Dinge ein, die sie selbst mit dem Taschenmesser herstellen wollen. Wie bei einem perfekten Design üblich, brauchen wir nur extrem wenig Material für unsere heutige Arbeit. Ein Stück dicker Holunder und eine dicke Schnur reichen aus. Dazu noch ein hochwertiges Taschenmesser und Schmirgelpapier. Los geht´s!

“Autsch!” schrie das Kind auf und führte anschließend einen wahren Veitstanz auf. Was anfänglich noch lustig aussah entpuppte sich als schmerzhafte Erfahrung für das Kind. Es hatte sich am Lagerfeuer einen Tee aus dem Kessel geholt und in die Blechtasse gegossen. Diese erhitzte sich und das Outdoorkid ließ vor Schmerzen die Tasse fallen. Damit verbrühte es sich die Füße. So was muss nicht sein und lange dachten wir darüber nach, wie können Kinder eine Tasse schnitzen? Dazu wollen wir kein Spezialwerkzeug einsetzen. Wir brauchten ein Holz, dass innen “hohl” ist. Da fiel uns der Holunder ein. Dieser hat markantes weißes Mark, dass sich leicht entfernen lässt. Allerdings fällt der Markkanal bei dickeren Holunderästen entsprechend dünner aus. Bitte schneidet keinen Holunder ab, der im Saft steht. In unserem Fall richtete der Hausmeister von einer Sportanlage mit der Kettensäge ein wahres Massaker unter den Holunder-Sträuchern an, die am Maschendrahtzaun wuchsen. So konnte ich auch sehen, welches Holz viel Mark hatte. Wer keinen Becher, sondern eine Tasse haben möchte, der benötigt einen Henkel. Wir wollen diesen ohne bohren befestigen. Deshalb fertigen wir den Henkel aus einer dicken Schnur an. Nehmt eine, die reißfest und beständig ist. Sonst ergießt sich der heiße Inhalt von der Tasse über Euch. Wie bei vielen unserer Projekt sucht Ihr am Anfang mit den Outdoorkids in der Natur ein dickes Stück Holunder. Zum Glück lässt sich so eines noch nicht über das Internet bestellen (dadurch entgehen manchen Bloggern 10% Provision….eine Runde Mitleid bitte!)

Mit kindern schnitzen: Aus diesem Material fertigen wir eine Outdoortasse.
foto (c) kinderoutdoor.de

Mit Kindern schnitzen: So richtig hohl

Fangen wir mit dem langwierigsten Teil von unserem Projekt an. Den Holunder aushöhlen. Wenn Ihr Euch das Stück von einem bereits gefällten Holunder abschneidet, könnt Ihr auch sehen, wie dick oder dünn der Kanal mit dem weißen Mark im Inneren ist. Je dicker um so besser in unserem Fall. Mit der großen Klinge, diese sollte stabil sein, puhlt Ihr zuerst das Mark heraus. In den meisten Fällen hat Euere Outdoor-Tasse nun ein Fassungsvermögen von einem größeren Reagenzglas. Das ist deutlich zu wenig. Höhlt mit der großen Klinge das Holz weiter aus. Denkt bitte daran, dass Euere Outdoor-Tasse auch einen Boden braucht und der Rand weder zu dünn noch zu dick sein sollte. Drückt die Klinge gegen das Holz und lasst es so rotieren. Dadurch bekommt Ihr einen gleichmäßigen Innenraum der Tasse aus Holunder. Diese Arbeit zieht sich hin, besonders wenn das Holz schon intensiv getrocknet ist.

Höhlt mit der großen Klinge vom Taschenmesser den Holunder aus.
foto (c) kinderoutdoor.de

Nur die Wenigsten freuen sich, wenn sie beim Trinken aus einem Gefäß feste Stoffe mit sich aufnehmen. Holzspäne, selbst vom “gesunden” Holunder, stehen weniger oben in der Beliebtheit. Deshalb greift zum Schleifpapier und befreit das Innere der Holztasse von den Spänen. Beginnt mit einem groben Sandpapier, kleine Körnung, und steigert Euch zu Feineren (große Körnung).

Schmirgelt mit Sandpapier das Innere der Outdoortasse gründlich ab, damit später nichts darin schwimmt….
foto (c) kinderoutdoor.de

Der Becher ist jetzt fertig. Wir wollen aber eine Tasse! Nehmt die Schnur und schneidet entsprechend zwei lange Teile ab. Denkt bitte daran, dass Ihr einen Teil der Schnur um die Tasse wickeln müsst. Wer Luftmaschen häkeln kann ist hier klar im Vorteil. Manche Profis können das sogar ohne Häkelnadel. So genanntes Fingerhäkeln, nicht zu verwechseln mit dem bayerischen Sport Fingerhakeln.

Luftmaschen mit den Fingern häkeln. foto (c) kinderoutdoor.de

Fertig ist unser Henkel für die Outdoor Tasse. foto (c) kinderoutdoor.de

Bindet nun den gehäkelten Henkel an der Outdoor-Tasse fest.

Bindet zum Schluss den Griff um das Holz der Tasse fest.
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Fertig ist unsere Outdoor-Tasse. Ein echtes Unikat und super als Geschenk geeignet.

Fertig ist unsere Outdoor-Tasse.
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Schnitzen wir einen zünftigen Holzbecher

Schnitzen wir doch mal etwas für den Alltagsgebrauch. Heute wagen wir uns an einen Holzbecher. Wie immer ist die Materialliste übersichtlich: Ein Hohlbeitel, Taschenmesser, Schmirgelpapier und Astholz. Über diesen tollen Outdoor Becher freuen sich die Kinder auf jeden Fall, denn sie haben auch fleißig mitgebastelt. Wir haben die Schnitzanleitung für Euch. 

Schnitzen gehört auch bei den Samen dazu. Dieses uralte Volk lebt verstreut über Norwegen, Finnland, Schweden sowie Russland. Von einem Sami kaufte ich eine geschnitzte Holztasse, nachdem ich ihm zugesehen hatte, wie er mit dem Beiteln und dem typischen Lapplandmesser das Holz bearbeitete. Immer wieder wollte ich mich an so einen Becher wagen, doch irgendwie passte es nie so richtig. Eine Nachbarin schnitt ihren Kirschbaum radikal im Frühjahr aus und da kam ich an einige schöne Äste. Jetzt wollte ich es wissen, ob ich auch einen Becher schnitzen kann. Hier ist die Anleitung dazu.

Schnitzen wir doch mal einen Holzbecher. Hier seht Ihr das Material dazu.  foto (c) kinderoutdoor.de

Schnitzen wir doch mal einen Holzbecher. Hier seht Ihr das Material dazu.
foto (c) kinderoutdoor.de

Schnitzen: Aus dem Ast entsteht ein Outdoor Becher

Zuerst braucht Ihr ein entsprechendes Stück Astholz. Bitte nehmt keine Eibe oder Esche her, diese Bäume sind nämlich giftig. Zuerst höhlt Ihr mit dem Stechbeitl den Ast aus. Lasst einen Rand von ungefähr einem halben bis einen Zentimeter stehen. Wenn Ihr keine Werkbank habt um den Ast einzuspannen, rammt ihn in den Boden. Nun ist Kraft gefordert, wenn Ihr den Ast etwa zehn bis 15 Zentimeter aushöhlt.

Schnitzen hat auch mit Kraft zu tun. Hier höhlen wir den Ast aus.  foto (c) kinderoutdoor.de

Schnitzen hat auch mit Kraft zu tun. Hier höhlen wir den Ast aus.
foto (c) kinderoutdoor.de

So sollte nun der Ast aussehen.

Die meiste Arbeit ist nun geschnitzt.  Foto (c) kinderoutdoor.de

Die meiste Arbeit ist nun geschnitzt.
Foto (c) kinderoutdoor.de

Jetzt erst mit der Säge vom Taschenmesser den “Becher” vom Ast abschneiden.

Nun sägen wir den Becher vom Ast ab. Foto (c) kinderoutdoor.de

Nun sägen wir den Becher vom Ast ab.
Foto (c) kinderoutdoor.de

Jetzt erst schnitzen mit der großen Klinge vom Taschenmesser die Rinde ab.

Rind um gelungen. Wir schnippeln mit dem Taschenmesser die Rinde weg.  Foto (c) kinderoutdoor.de

Rind um gelungen. Wir schnippeln mit dem Taschenmesser die Rinde weg.
Foto (c) kinderoutdoor.de

Nun schnitzen wir dem Taschenmesser den Boden von unserem Holzbecher ein wenig ab.

Eine runde Sache! Mit dem Taschenmesser schnitzen wir den Boden vom Becher ab.  Foto (c) kinderoutdoor.de

Eine runde Sache! Mit dem Taschenmesser schnitzen wir den Boden vom Becher ab.
Foto (c) kinderoutdoor.de

Zum Schluss schmirgeln wir mit dem Schleifpapier den Outdoorbecher innen und außen gründlich ab.

Ein tolles Geschenk ist dieser selbstgeschnitzte Outdoor Becher. foto (c) kinderoutdoor.de

Mit dem Taschenmesser und Schleifpapier bekommt der Holzbecher seinen Feinschliff. foto (c) kinderoutdoor.de

Und trinken wir aus unserem selbst geschnitzten Becher. Foto (c) Kinderoutdoor.de

Schnitzt einen Pilz

Kinder schnitzen im Herbst einen Pilz, der sofort auffällt. “Der sieht aus wie ein holländischer Faußballfan!” meint ein Kind, als es den Orange-Becherling sieht. Tatsächlich hat dieses Schwammerl farblich etwas von den Oranje Kickers. Das Tolle bei diesem Pilz ist, hier lernen die Outdoorkids einige wichtige Techniken beim Schnitzen mit dem Taschenmesser.

“Iiiiih, der Pilz ist sicher giftig!” meint ein Kind und will auf den Gemeinde Orangebecherling treten. Doch da liegt der kleine Spaziergänger falsch. Dieser Schlauchpilz, so heißt die Familie zu denen der Schwammerl gehört, ist genießbar. Manche Pilzsucher geben ihn in den Salat hinein. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Geschmacklich hat Orangebecherling etwas von holländischen Gemüse aus dem Treibhaus. Mit seiner knalligen Tönung macht er sich farblich im Salat ganz gut, vom Geschmack her ist dieser Pilz eher unauffällig. Dafür hat er einen großen Vorteil: Er ist kaum zu verwechseln und fällt, wenn Ihr mit den Outdoorkids im Wald unterwegs seid, dank seiner Signalfarbe sofort auf. In Europa, Japan und den USA ist dieser Pilz verbreitet. Natürlich auch in den Niederlanden. Solltet Ihr keinen einzigen Schwammerl im Forst finden, dann gibt es keinen Grund traurig zu sein. Schnitzt mit den Kindern doch diesen Pilz nach. Deshalb führt Euch der Weg in den Wald oder in die Bibliothek. Sucht Euch dort einen Pilzführer mit einem Foto vom Gemeinen Orangebecherling. Außerdem braucht Ihr ein Stück breites Astholz, ein Taschenmesser mit Säge, Pinsel, Malkasten und Schleifpapier. Damit habt Ihr alles was ihr braucht.

Kinder schnitzen einen Pilz aus diesen Materialien.
foto (c) kinderoutdoor.de

Kinder schnitzen einen Pilz: Dieses Schwammerl findet jeder gut

Zuerst höhlt Ihr den Hut vom Pilz aus. Seht Euch das Schwammerl in der Natur oder auf Bildern an. Sofort fällt auf, dass der Hut vom Gemeinen Orangebecherling nach oben gebogen ist und wie eine Schale. Im Gegensatz zu den meisten Pilzen die einen “Schirm” haben. Entsprechend sind die Kinder jetzt beim Schnitzen gefordert. Mit der kleinen und später der großen Klinge arbeitet Ihr diesen Pilzhut aus und zwar von innen nach außen. Bitte lasst den Ast zum Schnitzen ganz, denn damit habt Ihr ihn erheblich besser im Griff.

Die Kinder höhlen mit dem Taschenmesser zuerst den Hut vom Pilz aus.
foto (c) kinderoutdoor.de

Seht Euch den Gemeinen Orangebecherling genau an. Bei ihm ist der Stiel kaum zu sehen. Nur ein wenig schaut dieser aus dem Waldboden heraus. Entsprechend schnitzen wir nun die Unterseite zu. Lasst das Holz am Ende vom Pilz, dort wo unsere “Standplatte” ist, stehen und schnitzt es nicht weg. Das sieht später wie Gras oder Nadeln von Bäumen aus.

Langsam ist bei unserem Werkstück der Waldboden zu sehen.
foto (c) kinderoutdoor.de

Nun dürft Ihr zur Säge greifen und den Pilz mit der Standplatte abschneiden. Haltet diese eher dünn, denn es geht schließlich um den Pilz den die Betrachter bewundern sollen. Bei der Säge zeigt sich, wie hochwertig das Taschenmesser ist; oder auch nicht.

Die Kinder haben diesen Pilz geschnitzt. Es fehlt ihm noch die Farbe.
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Was für dieses Schwammerl auch markant ist: Er hat in seinem Hut tiefe Risse. Diese schnitzen wir ein. Außerdem ist der Rand vom Pilz wellig. Auch das könnt Ihr mit der kleinen Klinge entsprechend schnitzen. Nach oben hin ist die Wand vom Hut des Pilzes immer dünner. Das lässt sich später auch mit dem Schleifpapier ausarbeiten.

Nun schnitzen wir den Rand vom Pilzhut wellig und mit Rissen.
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Bevor Ihr zum Malkasten greift schmirgelt Ihr den Pilz gründlich ab. Mit dem groben Schleifpapier arbeitet Ihr die tiefen Schartern heraus. Lasst das “Gras” am Fuß vom Pilz stehen. Seht Euch das Original an und malt nun den Hut vom Schwammerl in einem kräftigen Orange an.

Die Kinder malen den Pilz zum Schluss an.
foto (c) kinderoutdoor.de

Fertig ist unser leuchtender Gemeiner Orangebecherling.

So sieht unser fertiger Pilz aus. foto (c) kinderoutdoor.de

Der geschnitzte Pilz ist vom Original kaum zu unterscheiden. foto (c) kinderoutdoor.de

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