Wandern mit Kindern durch Schluchten: Der Sommerhitze entkommen!

Wandern mit Kindern durch Schluchten und Ihr seid als Familie draußen unterwegs, ohne dass der Schweiß wie ein Gebirgsbach an Euch runterläuft. Dafür rauscht im Talgrund manch wildes Gewässer. Wir wandern mit Kindern durch Schluchten und entkommen so der Sommerhitze. Was an einer Klamm so besonders ist: Hier sehr Ihr und die Kinder welche unglaublichen Kräfte die Natur entwickeln kann. Dagegen ist dass was der Mensch ausrichten kann ziemlich dürftig.

Kaiser Franz Josefs Klamm. Der Kaiser ging, die Schlucht blieb. 1898 gaben die Bürger der Gilfenklamm diesen Namen. 20 Jahre später endete in Österreich-Ungarn die Monarchie und Südtirol fiel an Italien. Der Ratschinger Bach rauschte trotzdem weiterhin im Talgrund durch die Gumpen und über die Felsenschwellen. Es ist die einzige Marmorschlucht in ganz Europa und in der Hofkirche zu Innsbruck, ist Marmor von hier verarbeitet.  Mit dem Kinderwagen ist der Gilfenklamm ein Durchkommen unmöglich. Über, zum Teil steile, Holztreppen geht es an den Felswänden entlang, während zu Füßen was wilde Wasser tobt. Wer kleine Kinder dabei hat, der lässt sie deshalb in der Kindertrage Platz nehmen. Los geht die abenteuerliche Tour in Stange. Es ist ein Dorf bei Ratschings, startet die Tour. Bereits ab dem Parkplatz ist der Weg zur Gilfenklamm ausgeschildert. Nach dem Kassenhäuschen ist auf der rechten Seite der Ratschinger Bach zwar lebhaft unterwegs, aber keineswegs spektakulär. Doch nach weiteren Gehminuten ist die eigentliche Klamm erreicht. Durch weißen Marmor hat sich der Bach seinen Weg durchbrochen. Überall wirbelt es und die Farbe vom Wasser wechselt von reinem Weiß, über Lindgrün oder einem angenehmen Blau. Eine unglaubliche Mischung an Tönen. Wie eine Komposition rauscht es hier in der Klamm. Teilweise ist es schwer die Kinder neben einem zu verstehen. Obwohl, diese Situation ist auch mal ganz reizvoll.

Wandern mit Kindern durch Schluchten: Dem Ratsching Bach ein Opfer bringen

Über Stege und Brücken geht es gegen die Fließrichtung weiter in die Gilfenklamm hinein. Immer wieder gibt es Stellen in der einzigen europäischen Marmorschlucht, das zeigt das Wasser vom Ratschinger Bach, was für eine Kraft in ihm steckt. Besonders heftig rauschte sein ungezügeltes Wasser im Frühjahr 2013/2014  durch die Klamm. Im Winter hatte es besonders viel Schnee gegeben und dieser ist im Frühling geschmolzen. Die Wassermassen richteten schwere Schäden in der Gilfenklamm an. Davon ist heute (fast) nichts mehr zu sehen. Angenehm kühl ist es hier im Hochsommer. Über Brücken wechselt die Familie beim Aufstieg immer wieder die Uferseite. Beeindruckend ist es, wie die Stege und Treppen in oder an den Felsen gebaut sind.

 

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Von den Brücken aus bieten sich immer wieder faszinierende Blicke in die Marmorschlucht. Teenager und Erwachsene knipsen Selfies von sich. Wie viel Smartphones wohl schon in den Ratschinger Bach gefallen sind? Sicher einige! Für die Kinder ist es ein Abenteuer über die steilen Holztreppen an der Felswand entlang aufzusteigen. Ein besonderer Höhepunkt ist der Wasserfall. Hier heißt es teilweise warten um ein Foto von sich mit der Kaskade im Hintergrund knipsen zu können. Am Ende von der Gilfenklamm steht auf der anderen Seite der Straße der Gasthof Jaufensteg. Täglich ist er von Mai bis November geöffnet. Zwischen 11.30 und 15.00 Uhr gibt es typische leckere Südtiroler Spezialitäten aus der Küche. Sogar seine kaiserlische Hoheit Erzherzog Ferdinand Karl von Österreich, ein Neffe von Kaiser Franz Joseph,  kehrte hier am 2. August 1898 ein. Speisen wie bei Kaisers ist doch besser als der Burger King! Wenn manche Kinder zu müde für die Wanderung zurück nach Stange sind, ist das kein Problem. Regelmäßig verkehrt hier ein Linienbus. Wer die Gästekarte activCARD Ratschings hat, darf sogar kostenlos mitfahren. Alle anderen wandern auf dem Weg mit der Nummer 11 b zurück. Dabei kommt Ihr auch an der Ruine Reifenegg vorbei. Kann es für die Kinder eine tollere Tour geben? Erst die Wanderung durch die Klamm, dann eine Ritterburg! Gut erhalten ist der mächtigste Turm dieser ehemaligen Festung, der Bergfried. 23 Meter ist er immer noch hoch und seine Mauern sind über zwei Meter dick. Ursprünglich von den Bischöfen aus Brixen gebaut und dem Jaufenweg zu kontrollieren sowie abzukassieren, fiel die Burg bereits 1243 (keine zehn Jahre nach ihrer Fertigstellung) an den Grafen Albert II. von Tirol. Der Rückweg, er führt durch den Wald, ist auch bei sommerlicher Hitze ganz angenehm. Für einige Stunden seid Ihr in der Gilfenklamm den hohen Temperaturen entkommen.

Durch die Gilfenklamm

  • Lage: Südtirol bei Sterzing
  • Länge der Wanderung mit Kindern: 5,6 Km
  • Höhenmeter: 280
  • Einkehrmöglichkeit:Gasthaus Jaufensteg
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