Kleine Abenteuer für Kinder kosten nichts: Damm bauen, Feuer machen, Bauernhof

Microadventure heißt das Zauberwort. Auf die Schnelle ohne großen Aufwand mit den Kindern ein kleines Abenteuer erleben. Während andere sinnfreie und teuere Ideen haben, wie den Besuch von einem Freizeitpark oder Indoor Spielplatz, probierten wir unsere Vorschläge aus. Diese sind alle kostenlos und mit wenig Aufwand zu haben.

So ein Freizeitpark ist eine tolle Sache. Entweder die Kinder stehen rum und langweilien sich, weil sie zu klein für die Fahrattraktion sind, oder die Erwachsenen lanweilen sich und müssen draußen bleiben. Wie schön, wenn die ganze Familie dafür richtig kräftig in die Portemonaie gegriffen hat und für den Eintritt den Gegenwert von einem leckeren Abendessen liegen lässt. Es geht doch einfacher. Für ein Mikroabenteuer mit den Kindern braucht Ihr nicht einmal ins Autos zu steigen. Befindet sich in der Nähe von Euch ein Bach? Sehr gut! Dann habt Ihr schon ein Abenteuer. Erkundet mit den Kindern das Leben am und im Wasser. Bastelt Euch eine Unterwasserlupe aus einer durchsichtigen Folie und einer leeren Dose. Ebenso viel Freude haben die Kleinen, wenn Ihr mit ihnen eine Brücke über den Bach baut. Dazu braucht Ihr weder Nägel, Schrauben noch Seile. Die Äste sind bereits vorhanden.

Dazu braucht Ihr

  • Holz, Holz, Holz
  • Messer
  • kleines Beil

Was zum Spielen am Bach auch dazugehört, wie die Tomatensoße zur Pasta, bastelt Euch ein Wasserrad. Doch bevor dieses klappert solltet Ihr mit den Kindern einen Staudamm bauen. Die Bieber können´s auch! Mit Schlamm, Steinen und Ästen baut Ihr mit den Kindern den Damm. Es ist für die Kleinen ein unglaubliches Abenteuer zu matschen und sie sind stolz auf den gebauten Staudamm. Auch die Erwachsenen sollten sich trauen und mit den Kindern in den Bach steigen. Dreckig machen ist hier erlaubt.

Material:

  • Steine
  • Schlamm
  • Äste
Fertig ist der selbst gebaute Damm. foto (c) kinderoutdoor.de

Wenn die Staumauer steht, dann braucht Ihr auch ein Wasserrad. Aus Ästen lässt es sich in kurzer Zeit mit dem Taschenmesser herstellen. Alles was Ihr an Material benötigt findet Ihr am Wasser.

Material:

Bastelt mit den Kindern eine Wassermühle am Bach. foto (c) kinderoutdoor.d

Feuer machen ohne Streichholz: Ein echtes Abenteuer

Schon bei unseren Vor-Vor-Vor-Vor-Vor-Vor-Vorfahren ist das Feuermachen eine Kunst gewesen. Das Überleben hängte davon ab. Zum einen wärmte das Feuer die Urmenschen und es bot einen gewissen Schutz vor den wilden Tieren. Damals stapften richtig heftige Kreaturen durch die Urwälder. Hatte die Sippe kein Feuer, hatte sie ein Problem. Ein gewaltiges. Streichhölzer, Feuerzeuge oder Grillanzünder hatten die Höhlenbewohner noch nicht. Mit Feuerstein oder durch die Reibung von Hölzern schafften sie es ein paar Funken zu erzeugen und mit diesen Zunder zum Glimmen zu bringen. Mit dem Feuerstahl bringt Ihr problemlos Funken hin. Wichtig ist, dass Ihr kraftvoll und langsam mit einem Stück Metall (beispielsweise die Rückseite von einem Messer) am Feuerstahl herunterfahren. Mit einem Papiertaschentuch habt Ihr eine ideale Grundlage. Wenn dieses brennt, baut mit dünnen Zweigen und Spänen langsam das Feuer auf. Dazu braucht es eine gewisse Geduld. Wer ganz ohne Papier auskommen möchte, nimmt als Zunder getrocknete Moos, Baumpilze, Rinde und Gras her. Für die Kinder ist es eine besondere Erfahrung so ein Feuer zum Brennen zu bringen.

Material:

Mit den Kindern am Lagerfeuer kochen

Lagerfeuer machen mit Kindern ist für die Kleinen ein wunderbares Abenteuer. Um ein Feuer zu entzünden braucht es Wissen und Können. Jedes Holz brennt nicht gleich gut und wer nicht mit mehreren Litern Grillanzünder hantieren will, der kann das Lagerfeuer mit wenigen Funken entzünden. Auch bei den Lagerfeuern gibt es gewaltige Unter-schiede. Wir erklären Euch worauf beim Feuermachen zu achten ist und welche Feuerarten es gibt.

Feuer machen, Boot fahren und zelten. Das steht bei den meisten Kindern ganz oben auf den Aktivitäten in den Ferien oder am Wochenende. Wenn es nur Erwachsene gäbe, die mit ihnen so ein kleines Abenteuer unternehmen. Doch leider sind am Wochendene unglaublich wichtige Dinge zu erledigen. Das Auto muss in die Waschanlage, der Rasen ist zu mähen und ein Besuch im Elektromarkt kann für Kinder auch prickelnd sein. Dabei finden sie es deutlich schöner ein Feuer zu entzünden, als an irgendeiner dusseligen Spielkonsole zu stehen. Bevor Ihr das Feuer anmacht, ist es wichtig die passende Feuerstelle zu finden. Diese sollte

  • weit genug entfernt von Häusern sein
  • viel Abstand zu einem Wald haben (ist es ein trockener Sommer und besteht Waldbrandgefahr, ist es besser auf das Lagerfeuer zu verzichten)
Am Lagerfeuer kochen, da sind die Kinder sofort Feuer und Flamme. foto (c) kinderoutdoor.de

Als erste beginnt Ihr die Feuerstelle zu säubern. Sammelt alles auf, was am Boden liegt und sich entzünden kann. Im nächsten Schritt friedet Ihr die Feuerstelle ein. Nehmt dazu große Steine. Hebt das Gras in der angehenden Feuerstelle ab und legt die Soden an die Seite. Damit deckt Ihr später die Feuerstelle wieder zu.Jetzt sammelt Ihr und die Kinder Holz. Doch Holz ist nicht gleich Holz!

HolzartBrennwert KWh /rmEigenschaften
Fichte1500brennt schnell ab
Buche2100wenig Funkenflug
Pappel1200brennt zu schnell ab
Kiefer1700bildet wenig Glut
Eiche2100brennt langsam; wenig Glut

Das trockene Feuerholz legt Ihr ein wenig Abseits vom Steinkreis, damit sich das Holz nicht unkontrolliert entzündet. Bereitet den Zunder, Reisig und dünnere Holzscheite für das Anfeuern vor. Mit einem Firestick könnt Ihr ohne Grillanzünder das Lagerfeuer entfachen. Hier zeigt Euch ein Profi aus Schweden, wie das Ganze gelingt. Das Holz wahllos in den Steinkreis werfen, das tun nur Anfänger. Wir stellen Euch die gebräuchlisten Feuerarten kurz vor.Legt dazu die Holzscheite auf den Boden und ordnet sie wie einen Stern an. In der Mitte davon ist der Brennpunkt. Der Vorteil an diesem Lagerfeuer ist, dass Ihr damit die Temperatur zum Kochen regeln könnt. Brennt ein Scheit ab, schiebt einfach das Holz nach. Ebenfalls ein Pluspunkt an diesem Feuer: Es lässt sich gut kontrollieren.Ein Pyra-midenfeuer genört zu den Wärmefeuern. Da sitzt Ihr dann in gemütlicher Runde um das Feuer und irgend jemand bekommt immer den Rauch ab. Experten nennen diese Feuerart auch Tipifeuer, weil es an ein Zelt der Indianer erinnert. Stellt die Holzscheite wie ein Indianerzelt zusammen und legt in die Mitte den Zunder. Entfacht ihn und seine Flammen greifen auf die um ihn herum angeorndeten Scheite. Der große von diesem Feuer ist, dass die Flammen optimal  mit Sauerstoff versorgt sind. Außerdem entsteht ein Kamineffekt und es brennt schnell. Mit wenig Aufwand lässt sich dieses Kochfeuer aufbauen. Links und rechts zwei dicke Äste. Dreht beide so, dass der Wind in die Öffnung kommt. Legt in die Mitte den Zunder und entflammt ihn. Nun legt Ihr die Scheite nach. Euer Kochgeschirr ist auf den beiden dicken Ästen abgestellt. Ein Feuer, dass unglaublich flott erstellt ist. Früher verständigten sich die Menschen mit Leuchtfeuern und warnten so in kurzer Zeit vor Gefahren oder baten um Hilfe. Das Pagodenfeuer gehört zu dieser Feuertart und ist weithin gut sichtbar. Legt zwei Holz-scheite parallel zuneinander. Nun kommen zwei Scheite kreuzweise darauf. So stapelt Ihr die Scheite und mit jeder Schicht rücken die Scheite etwas näher zusammen. Weil der Holztum ein wenig wie eine Pagode aussieht, hat das Feuer seinen exotischen Namen bekommen.Egal was für ein Lagerfeuer Ihr mit den Kindern macht, Ihr müsst es wieder löschen. Tut dies mit Wasser, Sand oder Erde und deckt die Feuerstelle wieder mit Grassoden zu.

Mit den Kindern einen Bauernhof besuchen

Mit den Kindern einen Bauernhof besuchen: Das ist auch ein Miniabenteuer. foto (c) kinderoutdoor.de

Strom kommt aus der Steckdose. Wasser aus dem Wasserhahn. Wurst, Milch, Eier, Butter und Fleisch sind aus dem Supermarkt. Immer weniger Kinder haben in ihrem Leben einen Bauernhof gesehen. Der unterscheidet sich erheblich von dem, was manche Bilderbücher propagieren. Von wegen frei herumlaufende Hühner und Kälber die auf dem Hof stehen. Schaut doch mal mit den Kindern spontan bei einem Bauernhof vorbei. Manche haben sogar einen Hofladen und Ihr könnt Euch dort mit Lebensmitteln eindecken. Frischer geht es kaum. Wenn der Landwirt ein wenig Zeit hat, zeigt er Euch vielleicht die Stallungen und erklärt Euch einiges über die Tierhaltung. Wahrscheinlich bekommt Ihr auch zu hören, mit welchen Preisschwankungen die Landwirte zu kämpfen haben. Wenn Ihr in Hamburg seid, solltet Ihr unbedingt den Kinderbauernhof Kirchdorf besuchen. Ihr habt richtig gelesen, ein Bauernhof in der Millionenstadt Hamburg. Seit 1987 gibt es diesen Bauernhof. Über 260 Tiere erwarten Euch dort. Täglich ist der Bauernhof für Kinder geöffnet. Hier füttern Kinder die Tiere oder können spüren, wie sich Schafwolle anfühlt. Das Futter ist vorhanden und Ihr braucht keine Leckerlis extra mitschleppen. Auch Reiten gehört zum Angebot auf diesem besonderen Bauernhof. Wer möchte kann auch im Heuboden herumspringen. Für alle die mehr Zeit haben, übernachten im Baumhaus vom Kinderbauernhof Kirchdorf. Besonders beliebt ist es bei den Kindern die Meerschweinchen und Hasen zu streicheln. Doch wie bekommen die Kinder das Heu und Stroh wieder weg? Kein Problem, dafür gibt es auf diesem Bauernhof eine Luftdusche. Eine superlustige Sache, an die sich die Kinder noch lange erinnern.

Mehr Infos unter:

www.kibaho.com

Der Bauernhof Wantüns Hof in Lichtenau-Atteln ist ideal um mit den Kindern Landluft zu schnuppern. Wenn die Kinder zwischen zwei und vier Jahre alt sind, erkunden sie begleitet von den Eltern den Bauernhof. Dabei erfahren die Kinder welche Tiere auf dem Wantüns Hof leben, was auf den Feldern und im Garten wächst. Das ganze Jahr ist auf diesem Bauernhof etwas geboten. So wie sich die Landwirtschaft nach den Jahreszeiten richtet, sind auch die Mitmachangebote. Im Frühling ist ein Schwerpunkt das Erwachen der Natur. Gemeinsam fertigen die Kinder auf dem Bauernhof Samenbomben und bringen so die Welt zum Blühen. Auch in den Ställen auf dem Bauernhof regt sich neues Leben: Viele Tiere haben Nachwuchs bekommen. Auch über Kräuter oder Heilpflanzen erfahren die Kinder auf dem Wantüns Hof eine Menge. Sie lernen wie man daraus Cremes oder Seifen herstellt. Das ganze Jahr über bietet dieser Bauernhof ein attraktives Programm.

Mehr Infos unter:

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