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Kinder wandern mit Schneeschuhen: Tipps von Experten und Tourenvorschläge

Kinder wandern mit Schneeschuhen und die ganze Familie bewegt sich entschleundigt durch die winterliche Landschaft. Worauf Ihr achten solltet wenn Ihr mit Kindern zum Schneeschuhwandern geht, dazu haben wir Experten gefragt und sind selbst bei einer Tour unterwegs gewesen. Dabei haben wir auch die kommende Winterkollektion von Jack Wolfskin getestet.

Kinder wandern mit Schneeschuhen. Das bringt einige Vorteile mit sich:

  • Schneeschuhwandern ist in kürzester Zeit erlernt (im Gegensatz zum Snowboard oder Skifahren)
  • Die Ausrüstung ist deutlich günstiger und lässt sich ausleihen
  • die ganze Familie ist gemeinsam unterwegs
  • ein pures Outdoorvergnügen im Winter

Wichtig ist, wie beim Skitourengehen, dass Ihr Euch vor dem Start nach der Lawinenlage in Euerer Region erkundigt. Ist diese entsprechend kritisch bleibt Ihr besser zuhause, die Bergwacht hat schon genug zu tun. Wichtig ist die Ausrüstung. Es gibt unterschiedliche Arten von Schneeschuhen:

  • die Originals, sie sind traditionell aus Holz sowie Leder gefertigt und mit Leder bespannt. Spielen im Verleih keine Rolle
  • die “Classics” haben denselben Aufbau wie die Originals, nur kommen hier modernen Materialien wie Aluminium, Karbon und Kunststoff zum Einsatz. Für Mittelgebirge und leichte Touren im Gebirge sind sie ideal.
  • die “Moderns” sind für den alpinen Einsatz ausgerichtet, haben meistens eine Steighilfe und die seitliche Schiene an der Unterseite erinnert an ein Harscheisen. Wie ein Steigeisen sind die Frontzacken und damit kommen die Schneeschuhgeher aus steilere Hänge hinauf.
  • Kinder Schneeschuhe sind auf das Gewicht der jungen Outdoorer abgestimmt.
Kinder wandern mit Schneeschuhen: Gut ausgerüstet kommt die Familie am besten voran. foto (c) kinderoutdoor.de

Um sich Frust zu ersparen ist es wichtig und sinnvoll die Trekkingstöcke mit Tiefschneeteller auszurüsten. Einfach die gewöhnlichen im Durchmesser viel zu dünnen Trekkingteller abschrauben und dafür die deutlich breitere Version am Ende der Stöcke befestigen. Mit den Standardtellern stecht Ihr zu tief in den Schnee und könnt damit auch das Gleichgewicht verlieren. Wenn alles im Rucksack verstaut ist, kann es ja losgehen, oder vielleicht doch nicht?

Kinder wandern mit Schneeschuhe: Ein guter Plan!

Ja, mach nur einen Plan!

Sei nur ein großes Licht!

Und mach dann noch’nen zweiten Plan

Gehn tun sie beide nicht.

Bert Brecht, Ballade der Unzulänglichkeit

Wichtig ist es auch, vor dem Losgehen die Tour zu planen.

  • Wo könnt Ihr unterwegs einkehren?
  • Gibt es besondere Gefahrenstellen? z.B. Querung einer Skipiste oder Rodelbahn?
  • Wieviele Höhenmeter erwarten die Kinder?
  • Wie lange ist die Schneeschuhtour?
  • Gibt es unterwegs ein Schutzgebiet für Tiere zu umgehen?
Stopp! Hier könnt Ihr mit den Kindern unmöglich auf Schneeschuhen weitergehen. foto (c) kinderoutdoor.de

Wenn Ihr Euch unsicher seid, ist es besser Ihr vertraut Euch einem Bergführer an. Der kennt sich aus bringt Euch ans Ziel und wieder sicher zurück. Solltet Ihr unterwegs an Warnschilder kommen, dass der Hang wegen Lawinengefahr gesperrt ist oder Pistenraupen am arbeiten sind, dann umgeht diese Gefahrenstelle. Wer hier weitermarschiert bringt sich und die Familie in Lebensgefahr.

Kinder wandern mit Schneeschuhen und viel Rücksicht am besten

Für die Tiere, egal ob in den Bergen oder Mittelgebirgen, ist der Winter ein schwere Zeit. Die meisten von ihnen müssen mit ihrer Energie haushalten, weil das Angebot an Futter wenn der Schnee die wenigen Pflanzen am Boden bedeckt entsprechend gering ist. Aus diesem Grund haben die Alpenvereine und manche Behörden spezielle Schutzzonen eingerichtet. Diese sind in den Karten markiert und Schilder weisen vor Ort darauf hin. Bitte betretet bei der Schneeschuhtour diese Zonen keinesfalls.

  • Liegt wenig Schnee, seht bitte von einer Schneeschuhtour ab. Ihr könnt sonst die Pflanzen unter der dünnen Schneedecke schädigen.
  • Keine neue Spuren beim Aufstieg anlegen, bleibt bitte in bereits bestehenden.
  • Bitte Anpflanzungen umgehen
  • Keinen Müll zurücklassen
  • Bleibe bei Schongebieten draußen
  • Von Futterstellen fernhalten
Kinder wandern mit Schneeschuhen und es gilt hier dasselbe wie beim Tourengehen: Mit Verstand kommt man am besten nach oben. foto (c) kinderoutdoor.de

Packliste für eine Schneeschuhtour mit Kindern:

  • Teleskopstöcke, steckt bei diesen die Tiefschneeteller auf
  •  wasserdichte Gamaschen
  • Warme, wasserabweisende Stiefel mit einer festen Sohle
  • Überhose (wichtig ist, dass sie atmungsaktiv ist. Es kann auch eine Radhose sein)
  • Handschuhe 
  • Schal oder Schlauchtuch
  • warme Mütze
  • Wechselwäsche
  • Warmes Getränk in der Thermos Kanne, Verpflegung
  • Handy (am Körper tragen, damit die Akkus sich nicht bei der Kälte entladen 
  • Erste Hilfe Set

Schneeschuhtouren für Kinder: Im Berner Oberland auf der Sonnenseite sein

‘”Du bist so schön in des Schneemeers Glanz!” schrieb der dänische Schrifsteller Hans Christian Andersen in seinem Märchen “Die Schneekönigin”. Diese eiskalte Monarchin entführt in dieser Erzählung den Buben Kay. Seine Schwester Gerda macht sich auf einen abenteuerlichen Weg nach Lappland um ihn zu befreien. Wie die kleine Heldin kommen sich manche Kinder vor, wenn sie mit den Eltern auf Schneeschuhen unterwegs sind. Schwer sind die Äste der Fichten und Tannen mit Schnee behängt und dieser glitzert in der milden Wintersonne. Der Atem gefriert in der Luft. Alle Kinder haben Backen die so rot wie reife sizilianische Tomaten sind. Von der Bergstation der Sunnbüelbahn gebt es gemütlich los. Wer meint, dass die Schweiz nur steile Anstiege zu bieten hat, der wird hier eines besseren belehrt. Von Kandersteg aus geht es mit der Seilbahn hinauf. Folgt, wenn Ihr aus der Seilbahn ausgestiegen seid, den Wegweisern “Global Trail”. Im Schnee sind die blauen Schilder perfekt zu erkennen. Sie weisen uns die Richtung. Bald stapfen wir durch einen malerischen Bergwald der aus verschneiten Tannen besteht. Niemand muss hier die erste Spur legen, denn diese einfache Rundwanderung ist bestens präpariert. Nehmt auf jeden Fall ein Fernglas mit. Wenn Ihr ein wenig Glück habt, lassen sich bei der Schneeschuhtour Gemsen beobachten. Beeindruckend ist der Tiefblick in das wilde Gasteretal. Von Stock aus geht es wieder zurück zum Ausgangspunkt bei der Bergstation der Seilbahn

Bei Schneeschuhtouren mit der Familie erwarten Euch solche spektakulären Bergpanoramen. foto (c) kinderoutdoor.de

Kinder wandern mit Schneeschuhen in Tirol

Knirschender Schnee unter den Füßen, wohltuendes Bergklima und Höhentraining inklusive: Zur Saison 2019/20 wächst in und um St. Anton am Arlberg/Tirol das Angebot für Winterwanderer auf insgesamt 80 Kilometer Strecke an. Die Wege führen Urlauber etwa ins Naherholungsgebiet Verwall oder zum Berggasthof Almfrieden (1.530 Meter) oberhalb von Pettneu, eine ganz neue Route verläuft zwischen den Bergstationen von Galzig- und St. Christophbahn. Aufgrund des geringeren Sauerstoffgehalts in mittleren Höhenlagen nutzen viele Sportler die Winterwanderwege in St. Anton am Arlberg (1.304 Meter) zum Konditions- und Ausdauertraining. Wer hingegen Lust auf eine wohltuende Schneeschuhwanderung durch tiefverschneite Landschaften hat, unternimmt diese am besten mit einem ausgebildeten Guide.

Winterwanderwege
Winterwanderwege ©WEST Werbeagentur, Alexandra Genewein


Neu im Winter 2019/20: Wagner Hütte im Verwalltal
Im Winter 2019/20 öffnet die neue Wagner Hütte (1.446 Meter) im Verwalltal ihre Pforten. Das gemütliche Gasthaus dient als Treffpunkt für Einheimische und Gäste in St. Anton am Arlberg, die das Naherholungsgebiet spazierend, mit Schneeschuhen, auf Pferdeschlitten oder per Langlaufski erkunden. Neben zwei Stuben, Wintergarten und Terrasse verfügt die Wagner Hütte auch über einen Tagungsraum. Öffnungszeiten im Winter täglich von

  • 10 bis 17 Uhr, freitags
  • und sonntags jeweils bis 23 Uhr

Schneeschuhtouren mit Kindern sind der völlig Gegenentwurf zur üblichen Pistenkultur im Winter. Statt laut, geht es hier leise zu. Niemand muss sich in Warteschlangen an den Liften einreihen. Gemeinsam stapft die Familie durch ein unberrührte verschneite Landschaft.

Im bekannten Skigebiet von Altenmarkt-Zauchensee finden viele ihr Winterglück auf den Pisten. Doch auch für jene, die die stillen Seiten des Winters beim Schneeschuhwandern erleben möchten, bieten sich viele Möglichkeiten. In gut sichtbarem Orange sind 42 Kilometer Schneeschuhwanderwege beschildert, auf denen regelmäßig geführte Touren stattfinden.Besonders stimmungsvoll ist die Sonnenaufgangstour am Donnerstag. Bereits um 6.30 Uhr, wenn der Tag langsam erwacht, beginnt die Wanderung auf die Kemahdhöhe. Oben angekommen, genießen alle das morgendliche Sonnenlicht und, wer möchte, ein Frühstück im urigen Almgasthof. Zurück ins Tal geht’s flott per Rodel. Die Teilnahme an der drei- bis vierstündigen Tour kostet inklusive Leihausrüstung 42 Euro pro Person.

Genialer Ausblick: Vom Sonnenkopf aufs Muttjöchle

In Vorarlberg, dem westlichsten Bundesland in Österreich, finden Schneeschuhwanderer zahlreiche attraktive Routen. Zu den schönsten zählt jene, die von der Bergstation der Sonnenkopfbahn auf das 2.074 Meter hohe Muttjöchle führt. Zum einen stellt der 6,5 Kilometer lange Weg, auf dem man rund zweieinhalb Stunden unterwegs ist, keine großen Herausf-orderungen. Zum anderen fasziniert der sensationelle Ausblick weit über die Vorarlberger Bergwelt. Unterwegs sind Schneeschuh-wanderer teils auf einem präparierten Winterwanderweg, teils querfeldein. Auf Bänken entlang des Weges kann man sich ausruhen und die Aussicht genießen. Zum Einkehren bieten sich der Panoramagasthof Muttjöchle und das Bergrestaurant am Sonnenkopf an. Geführte Schneeschuhwanderungen finden im Rahmen des Klostertaler Wochenprogramms regelmäßig statt.

Auf leisen Sohlen durch die Winterwelt im Südtiroler Ahrntal
Stille spüren und auf watteweichen Schneepolstern die Natur entdecken: Wer mit Schnee- und Winterwanderschuhen durch das naturbelassene Südtiroler Ahrntal stapft, gelangt zu den verborgensten Winkeln. Wenn der Blick über die majestätische Bergwelt der Zillertaler Alpen, der Durreck- und Rieserfernergruppe sowie der Dolomiten schweift, wird der Kopf frei und der Alltag ganz klein. Zum Einstieg empfiehlt sich eine leichte Schneeschuhtour auf dem Hausberg Speikboden (2,4 km). Hinauf geht es mit der Gondel oder der Sesselbahn. Anspruchsvoller sind die Schneeschuhtouren zur Eggemoaralm Mühlwald (13,5 km), zum Eggespitz Lappach (11,2 km) oder zum Gornerjoch Mühlwald (7,4 km). In Rein in Taufers liegen gleich zwei Traumziele: die Furtalm (7,9 km) und die Kasselerhütte (6 km). In Begleitung eines erfahrenen Guides, der die Gegend wie seine Westentasche kennt, wird das Naturerlebnis noch aufschlussreicher. Auch auf den vielen Ahrntaler Winterwanderwegen sind prickelnde Winterluft und ein herrliches Panorama die Begleiter. Beliebte „Leichtwander-Routen“ führen von Rein in Taufers nach Ahornach oder zur Lappach-Kneippanlage. Mehr Kondition und Trittsicherheit ist für Wanderungen nach Kematen zum Wissemannhof (4,2) und zum „Kofler zwischen den Wänden“ (3 km) notwendig.

Berghütten für Familien im Winter sind eine ideale Basis für Schneeschuhtouren oder Skitouren mit der Familie. foto (c) kinderoutdoor.de

Mit den Rangern im Nationalpark auf Schneeschuhen unterwegs

Kinder wandern mit Schneeschuhen und lernen so den Winter von seiner stillen Seite kennen. In Osttirol bietet der Nationalpark Hohe Tauern geführte Schneeschuhtouren mit Parkrangern an. Den Alpentieren kommen die Outdoor Kinder mit Schneeschuhen nahe und erfahren eine Menge über das harte Leben in den Bergen.

Schneeschuhwandern ist die wohl authentischste und älteste Fortbe-wegungsart im Tiefschnee – und macht vor allem dort Spaß, wo die Natur noch so ursprünglich und facettenreich ist wie im Nationalpark Hohe Tauern in Osttirol. Besonders eindrucksvoll: Eine Schneeschuhwanderung mit Nationalpark-Ranger bei Sonnenuntergang auf den Spuren von Gams und Co.

Die Sonne geht allmählich unter und taucht die markanten Gipfel der Schobergruppe und Lienzer Dolomiten in ein warmes, orangerotes Licht. Der Nationalpark Hohe Tauern zeigt sich im winterlichen Abendlicht von seiner schönsten Seite. Und während am Himmel nach und nach die ersten Sterne aufleuchten, geht es Schritt für Schritt auf großen Tellern über die knirschende Schneedecke. Doch nicht nur die Schneeschuhe hinterlassen ihre Spuren – auch allerlei Tierfährten finden sich im Schnee. Ob Gams, Fuchs oder Schneehase – die fachkundigen Ranger des Nationalparks Hohe Tauern wissen, wer hier seine Abdrücke hinterlassen hat und teilen ihr Wissen mit interessierten Gästen.

Schneeschuhwandern ist die wohl authentischste und älteste Fortbewegungsart im Tiefschnee – und macht vor allem dort Spaß, wo die Natur noch so ursprünglich und facettenreich ist wie im Nationalpark Hohe Tauern in Osttirol.
Foto: Nationalpark Hohe Tauern/Robert Maybach

Am 30. Dezember 2019 sowie jeden Donnerstag vom 2. Januar bis 27. Februar 2020 führen sie Winterurlauber auf einer Sonnenuntergangs- Schneeschuhwanderung durch die verschneite Landschaft und erzählen dabei allerlei Wissenswertes über die tierischen Bewohner des Nationalparks. Die Tour führt vom Steinermandl zur Naturfreundehütte und kostet 30 Euro pro Person, zuzüglich der Kosten für die Auf- und Abfahrt mit der Bergbahn zum Sondertarif. Schneeschuhe sind inbegriffen, lediglich festes Schuhwerk und warme Kleidung benötigen die Teilnehmer. Treffpunkt ist die Talstation Zettersfeld der Lienzer Bergbahnen, von hier erfolgt die gemeinsame Fahrt zum Bergkamm.

Schneeschuhwandern im Nationalpark
Doch nicht nur bei Sonnenuntergang können Gäste die Osttiroler Natur in Begleitung eines Nationalpark-Rangers hautnah auf Schneeschuhen erleben. Ob Steinbock, Bartgeier und Co. mit dem Fernglas und Spektiv am Fuße des Großglockners beobachten, die Winterwunderwelt am Staller Sattel erkunden oder in einer klaren Vollmondmacht die Schönheit des Matreier Talkessels erleben – die Möglichkeiten im Nationalpark Hohe Tauern sind so vielfältig wie dessen Natur. Weitere Informationen zu den geführten Schneeschuhtouren im Nationalpark gibt es unter www.nationalpark.osttirol.com.

Schneeschuhwandern in den Mittelgebirgen

Eine Schneeschuhwanderung mit Kindern in den Mittelgebirgen macht dort genau so viel Spaß, wie in den Alpen. Ob im Harz, dem Thüringer- oder Bayerischen Wald, mit Schneeschuhen an den Füßen kommt bei den Kindern die Stimmung von Abenteuer auf.

„Früh nach dem Torfhause in tiefem Schnee. 1 viertel nach 10 aufgebrochen von da auf den Brocken. Schnee eine Elle tief, der aber trug. 1 viertel nach einsdroben. heitrer herrlicher Augenblick, die ganze Welt in Wolcken und Nebel und obenalles heiter. Was ist der Mensch dass du sein gedenckst”

Schrieb Johann Wolfgang von Goethe die er ab dem 29. November 1777 unternahm. Mit Schneeschuhen ist der Dichterfürst nicht durch den Harz gestapft, sondern ist auf Freiersfüßen unterwegs gewesen. Charlotte von Stein hatte es dem Genie angetan. In dem Dorf Hahnenklee geht es los. Hier gab für Jahrhunderte der Bergbau den Takt der Menschen vor. Am Parkplatz beim Hotel Harzhöhe geht es los. Geht ein paar Meter die Triftstraße Richtung Ortskern und nehmt die erste Abzweigung links. Sie führt Euch in den Forst. Legt die Schneeschuhe an und los geht´s. Wegweister braucht Ihr hier keine, denn Ihr müsst immer brav neben der Hahnenkleer Bergloipe gehen. Bitte tretet nicht in die Spur der Langläufer. Scheinbar ist bei gutem Winterwetter der ganze Ort auf den schmalen Ski unterwegs. Bald teilt sich der Weg.

Während die Loipe links abgeht, haltet Ihr Euch rechts. Geht mit den Kindern leicht bergab bis zur Langeliether Hütte. Dort rechts weiter durch den wunderbaren verschneiten Forst. Ihr seid jetzt auf einem verschneiten Waldweg unterwegs. 800 Meter später kommt Ihr an eine T-Kreuzung. Dort rechts abbiegen und gleich darauf wieder rechts. So kommt Ihr wieder an den Ortsrand von Hahnenklee und direkt in die Triftstraße. Dort schnallt Ihr die Schneeschuhe ab und geht wieder zum parkenden Auto. Der Vorteil an dieser Tour. Ihr taucht in die Wildheit vom Harz ein, der für Jahrzehnte Sperrgebiet wegen der deutsch-deutschen Teilung gewesen ist, und die Kinder sind trotzdem keinesfalls überfordert.

Schneeschuhwanderung: Hahnenklee

Länge: 2,8 Kilometer

Höhenmeter: 55

Schwierigkeit: Leicht

Schneeschuhwanderung mit Kindern: Glück auf in Lauscha

Es gibt Gerüchte, die besagen, dass Thüringer mit Langlaufski an den Füßen auf die Welt kommen. Dieser nordische Sport ist zwischen Schmalkalden und Weimar populär. Schließlich sind die Voraussetzungen in Thüringen ideal: Lange Winter und eine beeindruckende Natur. Unsere Tour beginnt mitten in Lauscha. Bekannt ist der Ort für seine Glasbläser und seine Wintersportler. Glaskünstler wie Walter Schwarz, Hubert Koch oder Günther Knye stammen aus Lauscha. An den Parkplätzen bei der Farbglashütte geht es los. Zu dem Zeitpunkt habt Ihr bitte die Schneeschuhe am Rucksack festgeschnallt. An der L 1149 geht es entlang zu den Skisprungschanzen.

Schneeschuhwandern mit Kindern: Da kommt Ihr auf leisen Sohlen der Natur im Winter näher. foto (c) kinderoutdoor.de

Überquert die Lauscha und jetzt dürfen die Kinder die Schneeschuhe anlegen. Jetzt sind wir beim zweiten Standbein von Lauscha: Dem Skispringen. Viele sportliche Karrieren begannen hier am Tierberg. Der spätere Bundestrainer Reinhard Heß, er kam in Lauscha zur Welt, lernte hier das Skispringen. Auch Axel Zitzmann, er gewann 1979 bei der Skiflug WM in Planica die Silbermedaille, sprang hier auch vom Schanzentisch ab. Stapft auf dem Forstweg, rechts von Euch liegt Lauscha, Richtung Bergmannsklause. Unterwegs kommt Ihr an dem Aussichtspunkt Pump vorbei. Wenn das Wetter optimal ist, bietet sich Euch dort eine grandiose Aussicht bis nach Bayern. Mit etwas Glück ist die Veste Coburg zu sehen. Der markante Ochsenkopf im Fichtelgebirge ist auch am Horizont zu sehen. Weiter geht es Richtung Bergmannsklause. In diesem urigen Gasthaus lohnt es sich einzukehren. Bitte die Schneeschuhe davor abschnallen. Unterhalb der Bergmannsklause befindet sich ein malerischer Wasserfall, der im Winter vereist ist und bizarre Formen zeigt. Haltet Euch auf dem sechs Kuppenweg Richtung Steinach. Von dort kommt Ihr mit der Thüringenbahn zurück nach Lauscha.

Schneeschuhwanderung: Bergmannsklause

Länge: 11,8 Km

Höhenmeter: 165

Schwierigkeit: Mittel

Kinder wandern mit Schneeschuhen im Bayerischen Wald

Schneeschuhwandern mit Kindern im Bayerischen Wald ist mehr als mit der Familie durch den Schnee zu stapfen. Hier im Osten von Bayern seid Ihr wilden Tieren ganz nah und fühlt Euch wie im verschneiten Kanada. Wo es sich lohnt im Bayerischen Wald die Schneeschuhe anzuschnallen, dass zeigen wir Euch heute.

Im Wald is so staad, alle Weg san vawaht, alle Weg san vaschniebn, is koa Steigl net bliebn” heißt es in der “Heiligen Nacht” vom bayerischen Dichter und Schriftsteller Ludwig Thoma. Dieser Satz kann Outdoorer in den Sinn kommen, wenn Sie von Hinterwies sich aufmachen um zur Käsplatte zu kommen. Beim Parkplatz an der Hinterwies am Pröller. Hier führt auch ein Skilift hinauf. Wir halten uns nördlich Richtung Wacholderheide. Eben geht es am Rand vom verschneiten Wald vorbei.  Das GPS Gerät könnt Ihr zuhause lassen. Eine grünes Dreieck weist Euch den Weg. Bald passiert Ihr einen Weiler der links von Euch liegt.

Kinder wandern mit Schneeschuhen abseits von ausgetretenen Pfaden. Foto (c) kinderoutdoor.de

Der Weg gabelt sich nach etwa 200 Metern. Hier haltet Ihr Euch rechts. Bei der nächsten Gabelung im Wald geht Ihr links weiter und folgt den Schildern Richtung Hanichenriegel. Den Gipfel könnt Ihr Euch sparen, weil dieser mit Bäumen zugewachsen ist. Rauf geht es auf die 978 Meter Käsplatte, von den Einheimischen “Kasplottn” genannt. Vom Gipfelkreuz aus bietet sich ein wunderbarer Blick über den verschneiten Bayerischen Wald. Zurück geht es auf dem Anstieg vom Gipfel. Dort rechts halten und folgt der Markierung vom Goldsteig. Die Markerung, ein goldenes S, ist kaum zu übersehen. So kommt Ihr wieder zurück zur Hinterwies. Dort solltet Ihr in den Berggasthof einkehren. Legendär sind die Kuchen von Oma Liesl.

Tour: Von der Hinterwies zur Käseplatte und zurück

  • Länge: drei Kilometer
  • Höhenmeter: 55
  • Charakter der Schneeschuhtour: Leicht

Schneeschuhwandern mit Kindern im Bayerischen Wald: Auf den Plöckenstein im Böhmerwald

Grenzwertig ist die Familientour hinüber in den Böhmerwald. Auch Skitourengeher sind hier unterwegs. Eine Besonderheit von dieser Wanderung mit Schneeschuhen ist das Dreiländereck. Am Wanderparkplatz Oberschwarzenberg geht es los. Von dort aus braucht Ihr eigentlich nur den Spuren zu folgen. Bitte tretet nicht mit den Schneeschuhen in die Spuren der Skitourengeher. Gut markiert ist der Nordwaldkammweg. Bald erreicht Ihr den E 6. Vom finnischen Kilpisjärvi führt dieser knapp 1.200 Kilometer langer europäische Fernwanderweg bis zu den griechischen Dardanellen.

Gekennzeichnet ist ist der E 6 mit einem grünen Dreieck. Haltet Euch an der Einmündung in den Fernwanderweg links. Am Gegenbach entlang stapft Ihr Richtung Landesgrenze. Hier trefft Ihr auf den Grenzsteig. Dort haltet Ihr Euch rechts. Jetzt seid Ihr im Böhmerwald unterwegs und orientiert Euch an den Markierungen zum Plöckenstein auf tschechisch Plechý. Bis 1989 ist dieser Waldgipfel für Wanderer unerreichbar gewesen. Unterhalb vom Plöckenstein liegt der See Plešné jezero. Vom Berg steigt Ihr etwa 200 Meter auf dem Hinweg ab und biegt dann rechts ab. So kommt Ihr wieder auf den E 6. Bleibt auf dem Weg bis Ihr wieder den  Nordwaldkammweg erreicht.

Tour: Von Oberschwarzenberg zum Plöckenstein und zurück

  • Länge: acht Kilometer
  • Höhenmeter: 450
  • Charakter der Schneeschuhtour: Leicht

Schneeschuhwandern mit Kindern in Tirol

Schneeschuhwandern mit Kindern ist die Entdeckung der Langsamkeit. Anstatt möglichst flott über die Pisten zu brettern, geht bei der Familientour zur Ehenbichler Alm (Tirol) Schritt für Schritt dem Ziel entgegen. Beim Schneeschuhwandern mit Kindern ist es wichtig, ein lohnendes Ziel zu haben. Bei dieser Tour ist es die urige Ehenbichler Alm (1.694 Meter) die auch im Winter geöffnet ist.

Eine Schneeschuhwanderung für die Familie gibt es im Berwanger Tal an der Abendspitze. foto (c) kinderoutdoor.de

Ein kurzer Blick hinauf zur Abendspitze (1.962m). Wie aus weißen, matten Marmor wirkt ihr Gipfel wenn am Morgen die Wintersonne darauf scheint. Immer wieder bleiben wir kurz stehen und sehen hinauf. Links oben ist der Gipfel und rechts im Tal ist das Dorf Berwang mit seinem spitzen Kirchturm zu sehen. Vom Ortsteil Rinnen ging es zuerst nach Rauth. An der alten Säge schnallten wir die Schneeschuhe an und stapfen auf einem verschneiten Forstweg los. Unser Ziel, die Ehenbichler Alm, ist ausgeschildert. Bei der Schneeschuhwanderung mit Kindern ist grundsätzlich auf die Lawinengefahr zu achten. Der Weg gabelt sich an der Rotbachwiese. Hier rechts gehen und nicht links aufsteigen. Bei dieser Variante können Lawinen abgehen. Ab der verschneiten Rotbachwiese geht es stetig weiter bergauf. Unterwegs legen wir einen kurze Rast ein und geniessen den Blick auf die winterlichen Tiroler Berge. Bald erreichen wir einen Forstweg auf etwa 1.400 m Höhe. Wir überqueren ihn und steigen weiter bergan.

Schneeschuhwandern mit Kindern: Auch gut einkehren gehört dazu

Durch den Bergwald führt die ausgeschilderte Route zu unserem Ziel. Die Äste der Fichten biegen sich unter der Last vom Schnee. Nun folgt eine Passage die den Kindern gut tut: Es geht fast flach dahin. Wieder treffen wir auf einen Forstweg. Hier halten wir uns links bergauf. Der Forstweg knickt scharf nach rechts ab, wir verlassen ihn und biegen links ab. In einem weiten Bogen führt der letzte Kilometer dieser Schneeschuhtour für die Familie hinauf zur Alm. Dort kommen erst einmal die Schneeschuhe runter und wir stärken uns dort. Auch wenn es “nur” 290 Höhenmeter bis zum Gipfel sind, so haben es diese in sich. Auf dem gleichen Weg wie wir aufgestiegen sind, geht es wieder zurück nach Rauth. Im Winter entschleunigt die Natur und wir tun gut daran, es auch auszuprobieren.

Schneeschuhwandern mit Kindern in Tirol ist eine wunderbare Möglichkeit die einzigartige Bergwelt abseits der Pisten kennenzulernen. Drei Touren haben wir für Euch ausgesucht, die für Outdoor Familien zu schaffen sind. Wenige Höhenmeter, aber dafür eine Menge Abenteuer im Schnee!

Die Sonne scheint über dem Weißenseeferner. Bei jedem Schritt knarzt der frische Schnee. Von ihrer schönsten Seite präsentieren sich die Ötztaler Alpen und sehen mit ihrer Schneedecke noch majestätischer aus. Im Kaunertal sind wir mit Schneeschuhen unterwegs. Dieses Hochtal liegt hinter Stadt Landeck. Für seinen Gletscher und den wunderbaren Naturpark ist das Kaunertal bekannt. Zum Schneeschuhwandern mit Kindern sind wir beim Naturparkhaus am Gachen Blick losgegangen. Unser Ziel ist der Waldweiher, den wir umrunden wollen. Dieser Bergsee liegt idyllisch oberhalb von der Ortschaft Fließ. Den Wegweisern “Waldweiher” folgen wir. Bald unterqueren wir die Stromleitung. Völlig vereist zeigt sich der Waldweiher. Hier geht es für einen halben Kilometer steil bergauf. “Ich bin platt wie ein Gummibärchen unter der Straßenwalze!” stöhnt ein Vater, als er auf dem höchsten Punkt dieser Schneeschuhtour angekommen ist.  Von dem Aussichtspunkt (1.620 m) bietet sich ein Blick auf den vereisten Bergsee und über die Bergdörfer Nesselgarten, Bannholz und Schatzen. Von un an geht es bei der Tour bergab. Auf einem Gegenhang vom Waldweiher geht es zurück und bald ist wieder der Parkplatz am Gachen Blick erreicht.

Tour: Kaunergrat

Länge: vier Kilometer

Höhenmeter: 190

höchster Punkt: 1.620 m

Schwierigkeitsgrad: Leicht

Schneeschuhwandern mit Kindern in Tirol. Eine leichte Tour gibt es im Alpbachtal. ©Alpbachtal Seenland Tourismus / Wegscheider Eva

Familientour im Alpbachtal zum Hinterkopf: Ein gelungener Einstieg

“Besser ist es, die Kinder kommen von der Schneeschuhtour zurück und haben noch genug Kraft, als wenn sie völlig auf dem Zahnfleisch daherkommen,” sagt ein Tiroler Bergführer der selbst Vater ist. Bei der Tour in Reith dürfte eigentlich niemand der halbwegs gesund ist und keine fünf Schachteln filterlose Zigaretten am Tag qualmt konditionelle Probleme bekommen. Diese leichte Schneeschuhtour in Reith führt auf den Hinterkopf. Los geht es bei der Bergstation vom Reitherkogel. Moderat geht es bergauf durch verschneite Bergwälder mit alten Kiefern, Fichten und Lärchen. Immer wieder führt die Tour über Wiesen die sich als glitzernd weiße Fläche präsentieren und wie frisch gewaschene Tischdecken vom Hotel Adlon aussehen. Bald ist der Hinterkopf erreicht. Von 1.235 m Höhen aus bietet sich ein Postkartenblick über das Alpbachtal. Leicht bergauf führt der Weg zurück. Am Ausgangspunkt wieder angekommen, sind die Schneeschuhwanderer froh wenn sie die Bindungen öffnen können. Der Tag klingt bei einer Einkehr im Liftcafe Heisn aus.

Tour: Hinterkopf (Reitherkogel)

  • Länge: drei Kilometer
  • Höhenmeter: 115
  • höchster Punkt: 1.235 m
  • Schwierigkeitsgrad: Leicht
Rein in die Schnesschuhe und los geht es! foto (c) kinderoutdoor.de

Familientour zum Taurer Talboden: Steinböcke, Steinadler und Gämsen

“Schau dort oben ist ein Adler!” freut sich ein Bub und zeigt in den blauen Winterhimmel über der Granatspitzgruppe. Doch da irrte sich der Nachwuchstrapper leider ein wenig. Über den Köpfen der Schneeschuhwanderer zog eine Bergdohle ihre Kreise. Unterwegs gibt es bei dieser Tour immer wieder Tierspuren zu entdecken. Beim Parkplatz Matreier Tauernhaus stapfte die Familie los. Schlauerweise hatten sie ein Fernglas dabei, denn unterwegs gibt es mit ein wenig Glück immer wieder Alpentiere zu bewundern. Dazu ist es aber wichtig in Ruhe die Hänge zu beobachten. Dann zeigt sich vielleicht auch ein Steinbock. Leicht bergauf und bergab führt der Weg bis zur Wohlgemuthalm. Von dort geht es wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Tour: Taurer Talboden

  • Länge: drei Kilometer
  • Höhenmeter: 50
  • höchster Punkt: 1.550
  • Schwierigkeitsgrad: Leicht