Kinder radeln durch Lothringen, Champagne und die Ardennen. Vive le vélo!

Die Tour de France sollte wohl jeder kennen. Doch selbst durch unser Nachbarland Frankreich radeln, dass können sich nur wenige Familien vorstellen. Dabei bietet Besonders die Grenzregionen Lothringen, Champagne und Ardennen überzeugen mit tollen Radwegen. Einige Fernradwege sind sogar international wie der Maasradweg der seit kurzem als Eurovelo 19 klassifiziert ist und bis zur Nordsee führt. Charmant sind zudem die Unterkünfte entlang der Strecken, die mit dem Label „Accueil vélo“ auf die Bedürfnisse von Radlern und Familien eingehen.

Lebensstil, Ferien, Kultur und Sport miteinander verbinden. Das gelingt bei einer mehrtägigen Familienradtour in Frankreich. Niemand muss sich dabei auf einem tausenden von Euro teueren Carbonrenner die steilen Pässe der Alpen hochquälen. Ganz zu schweigen von dem vielen Geld für die, sagen wir mal, “medizinische” Betreuung. Familien nehmen es beim Radfahren lieber gemütlich. Der Erlebnis- und Erholungswert stehen im Mittelpunkt. Wer sich auf dem Velo mit der Familie in den Ardennen oder der Champagne aufmacht, der erlebt Frankreich von einer besonders sympathischen Seite. Die Hektik der Weltstadt Paris ist hier gefühlte hundert Lichtjahre entfernt. Entsprechend moderat ist auch der Straßenverkehr. Neben den kurzen Strecken stößt man in den dieser Region besonders auf Fernradwege. Der Marne-Kanal verbindet die Champagne mit dem Burgund. Geruhsam verläuft die Strecke auf 196 Kilometern von Vitry-le-François bis nach Cusey oder weiter nach Dijon. Radler durchqueren dabei die Haute-Marne, die mit der unberührten Natur als Geheimtipp für Entdecker gilt. Entlang des Kanals führen grüne Radwege, die nur Radlern vorbehalten sind. Zwischen Vitry-le-François und Saint-Dizier bietet sich die Gelegenheit für einen Schlenker. In der Nähe ist gleich der Lac de Der. Eine Rundtour um den See bietet sich an, bevor man weiter gen Burgund radelt. Eine weitere schöne Verbindungsmöglichkeit gibt es bei Langres. Ein Katzensprung vom bekannten Käsestädtchen befindet sich die Maas-Quelle in Pouilly-en-Bassigny. Hier startet der kürzlich als Eurovelo 19 klassifizierte Maas-Radweg der auf 1.152 Kilometer drei Länder durchquert. Allein 444 Kilometer verlaufen durch die Champagne, Lothringen und die Ardennen, bevor es weiter durch Belgien und die Niederlande bis zur Nordsee geht.

Gemütlich geht es an der Kirche von Giffaumont am Lac de Der vorbei, © CRTCA

www.champagne-ardenne-tourismus.de

Dem Wasser entlang in Lothringen
In der Region Lothringen sind bekannte Wasserläufe wegweisend fürs Radeln. Der Maas-Radweg durchquert auch Lothringen. Auf der Eurovelo-Strecke 19 entdecken Radbegeisterte in Lothringen die Vogesen, Verdun oder auch Commercy mit den berühmten Madeleines. Auf der Nord-Süd-Achse durch Lothringen verläuft auch die V50, die Mosel und Saône oder Lyon mit Luxemburg verbindet. Ideal ganz Lothringen zu entdecken. Bespielsweise den Hochofen U4 in Uckange, Städteausflug in Metz und Nancy, Epinal mit den berühmten Papierillustrationen der Imagerie. Die Mosel führt einem direkt zu den Sehenswürdigkeiten. Die Moselschleife, vor den Toren Nancys, folgt gemächlichen 85 Kilometern. Ideal für Familien aber auch für Kulturfreunde mit der Kathedrale von Toul oder einem Jugendstilspaziergang durch Nancy. Eine weitere internationale Strecke findet man entlang der Saar. Die Eurovelo 5 entlang des Saarkanals führt über Brüssel, Luxemburg und Straßburg eigentlich von London nach Rom. In Frankreich begleitet sie die Saar bis Sarreguemines, folgt dem Saarkanal auf Treidelpfaden bis zum Rhein-Marne-Kanal. Unbedingt einplanen sollte man eine Pause am Gondrexange-See sowie die Besichtigung des Schiffshebewerks von Saint-Louis Arzviller, das 2019 den 50. Geburtstag feiert! Mehr Infos
https://www.tourismus-lothringen.de/3-radfernrouten-fuer-ihren-urlaub/

Charmante Unterkünfte für Radler in der Region Champagne & Ardennen
Die Champagne ist nicht nur für den Nektar der Könige bekannt. Es gibt in der Gegend viele Schlösser und noble Gebäude, die Gäste empfangen. Das Château du Faucon in Donchery ist ein Schlösschen aus dem 17. Jahrhundert und liegt in einem 28 Hektar großen Park. Heute ein vier-Sternehotel sind Zimmer & Suiten geschmackvoll eingerichtet. Mit eigenen Pferdestallungen ausgestattet, zieht es den einen vielleicht auch auf einen Ausritt. Weiter in Rancennes gibt es das Château d’Aviette. Heute ein nettes B&B bieten die Gastgeber auch Massagen an. Perfekt nach dem Radausflug! Abendessen gibt es am Table d’hôtes mit Saisonprodukten und Gemüse aus dem Hausgarten. Eine nette Entdeckung ist auch das drei Sternehotel La Source Bleue in Gudmont-Villiers. Ein Anwesen im Grünen, zwischen Marne und Kanal. Sechs sehr charmant eingerichtete Zimmer und Suiten, sowie zwei vollausgestattet Zirkuswägen laden zum Übernachten ein. Schlossluft schnuppert man auch in Saint-Dizier im Chateau du Clos-Mortier. Pascale und Francis haben es von den Eltern übernommen und zum Gästehaus umfunktioniert. Herzlicher Empfang mit viel Platz ist garantiert. Mehr Infos https://www.champagne-ardenne-tourismus.de/hotels-english-deutsch-0#!/page/1

Charmante Unterkünfte für Radler in Lothringen
In Lothringen findet man viele charmante Adressen speziell für Radler. Beispielsweise das Gästehaus „Les Chambres de la ville haute“ in Dun-sur-Meuse. Mit Ausblick über das Maastal genießen Radler familiäre Atmosphäre, Gastfreundschaft und hausgemachte Spezialitäten. Nobel aber doch familiär wird es bei den Schlossherren Marie-José und René Eichenauer im Château de Labassière in Ancemont. Vor allem wenn die Gastgeber im Louis XVI. Saal zu Tisch bitten und einem dabei ihre Geheimtipps für die Region verraten. Wer es gerne fürstlich mag, schläft wie Dornröschen im Château des Monthairons. Das romantische Schlößchen aus dem 19. Jh. überlebte trotz der Nähe zu Verdun beide Weltkriege und diente sogar als Lazarett. Die Familie Thouvenin restaurierte es liebevoll und verwandelte es in ein Hotel, das Radlern alles bietet, was sie benötigen. Gute französische Küche mit komfortabler Unterkunft verspricht das Hotel-Restaurant La Table des Bons Pères in Bislée. Eine Adresse die ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.
Weitere gute Übernachtungstipps
https://www.tourismus-lothringen.de/aufenthalt-planen/unterkunfte/

Tour de France 2019 in der Region Grand Est
Die diesjährige Tour de France vom 6.-28. Juli 2019 hat Ihren Auftakt in Belgien und durchquert danach die Region Grand Est. Am 8. Juli führt die 3. Etappe von Binche in Belgien ins Champagnerstädtchen Epernay. Woanders knallen die Korken besser als an der Wiege des Champagners? Das sollte Einladung genug sein ein paar Champagnerhäuser zu besuchen oder auch die Weinberge mit dem Rad zu durchkreuzen. Am Tag danach startet nämlich die 4. Etappe in der zweiten Champagnerstadt Reims und endet in Nancy, wo der Jugendstil den Ton angibt. Aber auch die Place Stanislas mit dem umliegenden Ensemble ist im Unesco Welterbe gelistet und bezaubert mit purer Schönheit. Entlang der Meurthe geht es weiter nach Saint-Dié-des-Vosges. Hier startet am 10. Juli die Etappe nach Colmar über die Vogesen. Man glaubt kaum, welche Kulturschätze das Städtchen bereithält. 1507 veröffentlichte hier Martin Waldseemüller die erste Landkarte, auf der die neue Welt zum ersten Mal mit dem Namen „Amerika“ erscheint. Keinesfalls verpassen sollte man aber das Musée Pierre Noël für Archäologie, Volkskunst- und Tradition, aber auch für die schönen Künste mit Werken von Chagall, Picasso, Léger etc. Aber auch Le Corbusier hinterließ seine Spuren mit dem Bau der Fabrik Claude & Duval, die nun Teil des Unesco Welterbes ist. www.letour.fr/de/

Mehr Informationen
www.champagne-ardenne-tourismus.de
www.tourismus-lothringen.de

Jubiläen 2019 in der Champagne
2019 jährt sich der 250. Geburtstag Napoleons. 1779 kam der zehnjährige Napoleon Bonaparte in die Königliche Militärschule von Brienne. Er blieb fünf Jahre um den Beruf eines Artillerieoffiziers zu erlernen. Sein ganzes Leben bewahrte er eine nostalgische Erinnerung an die kleine Stadt. Im historischen Gebäude der ehemaligen Militärschule von Brienne-le-Château, eröffnete 2018 ein neues Napoleon-Museum. Das neue Museum bedient sich moderner Technologien, um Leben und Werk Napoleons nachzuzeichnen. Ebenso in diesem Jahr jährt sich der 100. Todestag Renoirs. Auguste Renoir lernte in Paris Aline Charigot kennen, zuerst Model, dann seine Gattin. Dieses Ereignis verbindete ihn mit dem Städtchen Essoyes in der Aube, Heimat Aline. Später kaufte die Familie ein Haus und ließ sich dort nieder. Fortan geschah das Künstlerleben in der Champagne, was seine Spuren hinterließ. Das Anwesen ist dem Publikum geöffnet. Neben Originalwerken und Rekonstruktionen der Zimmer, stoßen Besucher hier auf einige Inspirationsquellen des Künstlers. Ergänzt wird das Ganze durch das Interpretationszentrum „Du Côté des Renoirs“, seinem Atelier sowie seinem Grab. www.musee-napoleon-brienne.frwww.renoir-essoyes.fr

Jubiläen 2019 in Lothringen
Wenn am Lothringer Horizont über vierhundert Heißluftballons schweben, ist Zeit für die Mondial Air Ballons. Die weltweit größte Zusammenkunft an Montgolfieren findet alle zwei Jahre statt. 2019 feiert sie 30-jähriges Jubiläum. Zwischen dem 26. Juli und 4. August versammeln sich rund 45 Nationen an der ehemaligen US-Air Base in Chambley, nahe Metz. Das Guinness-Buch bestätigt regelmäßig Weltrekorde von dieser Veranstaltung. Bei der letzten Ausgabe 2017, starteten 456 Freiballons innerhalb einer Stunde, was den größten Massenstart an Montgolfieren bedeutet. Die Mondial Air Ballons zieht zudem pro Austragung über 400.000 Zuschauer an. Ein paar Tage länger wacht die Kathedrale Saint-Etienne über Metz. Ab dem 8. Dezember 2019 werden die Feierlichkeiten zum 800. Jubiläum eingeläutet, die sich durch 2020 ziehen. Mit 42 Metern ist es die dritthöchste Kathedrale Frankreichs. Mit der Fläche von 6.500 Quadratmetern verfügt sie auch über die meisten Bleifenster Frankreichs. Das trug ihr den Beinamen „Laterne Gottes“ ein. Ein besonderes Erlebnis rund um die Kathedrale sind die „Constellations de Metz“, dieses Jahr vom 20. Juni bis 7. September. Dabei setzt ein monumentales Videomapping den gotischen Sakralbau in atemberaubendem Zauber. www.pilatre-de-rozier.comhttp://www.constellations-metz.fr

In Charleville-Mézières tanzen wieder die Puppen
Alle zwei Jahre verwandelt sich Charleville-Mézières in den Ardennen ins Mekka des internationalen Puppentheaters. 2019 feiert das Festival vom 20.-29. September die 20. Ausführung. 1961 rief Jacques Felix, Sohn der Stadt und bekannter Puppenspieler, das „Festival mondial des Théâtres de Marionnettes“ ins Leben. Seither zieht es pro Ausgabe rund 168.000 Besucher in den Bann. Am Festival werden jeweils zwei Größen des Puppentheaters in den Vordergrund gespielt. Auch deutsche Künstler sind dem Festival verbunden. Es steht zurzeit fest, dass 2019 Uta Gebert mit dem Stück Solace dabei sein wird. Mit von der Partie ist auch Iris Meinhardt mit dem aktuellen Stück „Robot Dreams“, bei dem drei Tänzer eine Begegnung mit künstlicher Intelligenz verarbeiten. Es gilt als das ultimative Festival des Puppentheaters. Abgesehen davon ist das Städtchen Charleville-Mézières mit dem Place Ducale, dem imposanten Rathaus, der Basilika und den unzähligen Kirchen einen Ausflug wert. Ein weiterer berühmter Sohn der Stadt ist das Dichtergenie Arthur Rimbaud, dem in der alten Maasmühle ein Museum gewidmet ist. www.festival-marionnette.com

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