Kinder Outdoor Abenteuer in Schenna: Bienen, Waale und Greifvögel

Schennas naturnahe Ferienprogramme bringen kleinen Urlaubern die Flora und Fauna der Südtiroler Gemeinde oberhalb von Meran näher. Wenn Elisabeth Taibon-Karnutsch mit den Kids auf Entdeckertour geht, erleben sie ihre Umwelt mit allen Sinnen – zum Beispiel beim Kochen an einer Feuerstelle im Wald, beim Basteln von kleinen Kunstwerken aus Fundstücken vom Wegesrand oder beim Bau eines Insektenhauses. Währenddessen zaubert die geprüfte Wanderleiterin so manches Märchen aus ihrem Geschichtenhut, noch mehr Schaurig-Schönes hält der neue Sagenweg in Schenna bereit.

Langeweile? Fehlanzeige. Zahlreiche Unterkünfte in Schenna bieten individuell abgestimmte Programme für alle Altersstufen. Drei zertifizierte Familienhotels garantieren darüber hinaus baby- und kindgerechte Zimmerausstattung, Kindermenüs, Spielzimmer, kostenlosen Verleih von Buggys und Rückentragen sowie Betreuung durch Fachkräfte. Aber auch ohne „Unterhaltungsprogramm“ wird kleinen Gästen in Schenna nicht langweilig – schon gar nicht auf der riesigen Wasserrutsche des Panoramafreibads Lido Schenna. Im Rahmen einer Falkenschau lernen Mini-Tierforscher außerdem alles über die in Südtirol beheimateten Lufträuber und betrachten sie anschließend in der Greifvogelstation aus nächster Nähe. Mutige wagen sich in den Klettergarten auf der Alm oder vergnügen sich im Indianerdorf, Abenteuerspielpark und Bergzoo mit Zwergziegen, Lamas, Alpakas und Ponys. www.familienhotels.com

Das wäre noch Schenna! Der neue Sagenweg

 Feen, Riesen und ein Bergkobold erwarten große und kleine Märchenfans ab sofort auf dem Wiesenweg zwischen Thurnerhof und Schloss Schenna. Die schaurig-schönen Sagengestalten stammen von Stefan Kröll aus dem Schenner Ortsteil Verdins – einen ganzen Winter lang arbeitete der junge Holzkünstler für sein Abitur-Abschlussprojekt mit der Motorsäge an den Skulpturen. Als Vorlage dienten sechs Geschichten aus Schennas Dorfchronik, darunter das „Taller Nörggele“ und „Der Teufel holt den Meineidigen“. Passende Schautafeln informieren über die Hintergründe.www.schenna.com

Kreative Naturtouren für Outdoor Kids

Sagenhaft lässt sich in Schenna wandern. foto (c) Tourismusverein Schenna/Florian Andergassen

Wildkräuter-Workshop, Hexenküche oder Indianer-Wanderung – die Exkursionen von  Kräuterpädagogin und Kindergärtnerin Elisabeth Taibon durch Schennas Natur sind nicht nur für Kinder, sondern auch deren Eltern spannend und lehrreich zugleich. Im Rahmen des örtlichen Ferienprogramms finden Neugierige etwa beim „Tierspuren lesen“ manche Fährte. Die „Kreative Naturwerkstatt“ schult Aufmerksamkeit und Geschick von großen und kleinen Outdoor-Fans: Aus Wurzeln, Steinen und Hölzern fertigen sie unter Anleitung kleine Kunstwerke wie Traumfänger oder Weidekörbchen. „Zimmer frei für Biene und Co.“ heißt es schließlich beim Bau eines Insektenhauses. Die Streifzüge durch Südtirols Wälder, Wiesen und Flure werden jeweils in den Schulferien veranstaltet und dauern 3 Std., die Teilnahmegebühr beträgt 5 €. Infos und Anmeldung unter www.schenna.com

Nah am Wasser: Die Waalwege

Waale heißen die künstlich angelegten Wasserläufe, die das Meraner Land wie Lebensadern durchziehen. Seit Jahrhunderten sorgen die historischen Kanäle in Südtirol für fruchtbare Wiesen und Felder. In Schenna gibt‘s mit dem Maiser und dem Schenner Waal gleich zwei der Kulturdenkmäler, beide Teil der großen Waalrunde rund um das Meraner Talbecken. Auf meist flach verlaufenden Wegen folgen Wanderer ihrem verzweigten Netz und lernen dank aufschlussreicher Beschilderung ganz nebenbei jede Menge über die örtliche Landwirtschaft. Von den geringen Höhenmetern her, bieten sich die Waalwege für eine Wanderung mit der Familie an.

In Südtirol wurde der Begriff Waal (abgeleitet vom lateinischen Wort aqualis für Bach) im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Geringe Niederschlagsmengen zwangen die Bauern bereits damals, ein ausgeklügeltes Bewässerungsnetz zu konzipieren. Als nie versiegende Quelle dienten die umliegenden Bergmassive, von denen das Wasser jeweils im Frühling „eingekehrt“ wird. Bis ins 19. Jahrhundert kultivierten die Bauern im Meraner Land und im benachbarten Vinschgau so ihre landwirtschaftlichen Flächen. Um die Instandhaltung der Kanäle und die gerechte Verteilung des Wassers kümmert sich seit je der Waaler. Für die problemlose Verrichtung seiner Arbeit sind die parallel verlaufenden Wege – heute reizvolle Wanderstrecken – einst angelegt worden. Mittlerweile kontrolliert der Schenner Waaler übrigens täglich mit der Vespa, ob alles noch „fließt“.

Schenner Waalweg. Von der Waaler Hütte oberhalb des Ortsteils Verdins folgen Wanderer dem ruhigen Plätschern des Waals in Richtung Talstation der Seilbahn Taser und Gasthof Pichler. Dort verläuft der Waalweg südwärts über die romantische Steintreppe „Katzenleiter“ und den Brunjaunhof mit Einkehrmöglichkeit bis zum Weiler St. Georgen. Dessen Prunkstück ist die Rundkirche aus dem 12./13. Jahrhundert mit ihren Fresken und einem gotischen Flügelaltar. Der Schenner Waalweg liegt zudem nahe der Burganlage von Schloss Goyen, auch zur neuen Destillerie Torgglerhof ist es nur ein Abstecher.

  • Distanz 5,5 km
  • Dauer zwei Stunden
  • Höhenmeter 270
  • Schwierigkeit leicht/mittel
  • Saison März bis Oktober

Maiser Waalweg. Den Beginn des Maiser Waals erreicht man unter anderem über den Leiterweg und vorbei am Weingut Innerleiterhof. Eine noch schönere Runde startet im Zentrum Schennas und führt über den Mitterplattweg durch Apfelgärten und den Oberhaslerhof zum Maiser Waalweg. Apropos Oberhaslerhof: Bäuerin Priska Weger hegt und pflegt dort einen der schönsten Kräutergärten Südtirols. Ganz neu sind Hofladen und ein „Regiomat“ mit Getränken, initiiert von Sohn Martin. Zurück geht es über den Wald- oder den Riffianerweg in die Ortsmitte, wo Schloss Schenna thront. Hausherr Franz Graf Spiegelfeld zeigt übrigens höchstpersönlich die Wohnräume von Erzherzog Johann (1782-1859). 

  • Dauer 3 Stunden
  • Distanz sieben Kilometer
  • Höhenmeter 75
  • Schwierigkeit leicht
  • Saison März bis Oktober
Ideal zum Wandern mit Kindern sind die Waalwege auf dem Gemeindegebiet von Schenna. foto (c) Tourismusverein Schenna/Klaus Peterlin

Cogito ergo summ summ: Bienen sind für uns alle wichtig!

Vor vier Jahren packte Hans Spiess das Fieber rund um den goldgelben Saft. Mittlerweile ist er Herr über 20 Völker namens Carnica (Apis mellifera carnica), auch Kärtner Bienen genannt. Als Standimker lässt der Mittfünfziger die Insekten stets am selben Ort, zum Beispiel auf einer kleinen Waldlichtung in der Nähe des Schenner Berggasthofs Gsteier. Wanderimker hingegen ziehen weit umher, so dass die Bienen für ihren Nektar mal das Obstgehölz im Tal, mal die Alpenrosen im Gebirge anzapfen können. Mindestens einmal am Tag stattet Hans Spiess seinen unermüdlichen Sechsbeinern einen Besuch ab, meist früh am Morgen oder gegen Abend. Er liebt diese Momente, wenn er nichts als ihr Sirren hört. „Mir gefällt es, mit ihnen zu arbeiten“, sagt er. „So ein Bienenstock erinnert mich an ein Aquarium. Ihn zu beobachten, beruhigt mich, und gleichzeitig ist es sehr spannend.“ Faszinierend findet er vor allem ihr komplexes Staatswesen. In jedem Stock lebt ein Volk mit seiner Königin. Die meisten Untertanen sind unfruchtbare Arbeiterinnen, die jede Menge Jobs zu erledigen haben. Sie sammeln die Nahrung, pflegen die Brut, bewachen ihr „Haus“ vor unerwünschten Gästen, die sie entschlossen in die Flucht schlagen. Männliche Drohnen hingegen gibt es nur wenige, denn sie haben eine einzige Funktion: die Königin zu begatten. Schätzungsweise 1,8 Milliarden Bienen sind in der warmen Jahreszeit in Südtirol unterwegs. In der Phase der Winterruhe hingegen sinkt ihre Zahl auf weniger als die Hälfte. Für Menschen wäre ein Leben ohne die fleißigen Insekten nicht möglich: Da fast 80 Prozent aller Nutz- und Wildpflanzen von Honigbienen bestäubt werden, gingen die Ernten im Ernstfall stark zurück. Die enorm wichtige Rolle der Bienen und von Imkern wie Hans Spiess für den Erhalt des Ökosystems liegt also auf der Hand.Was Bienen produzieren, ist von großer Vielfalt: Die Palette reicht von hellem, aromatischen Blüten- bis hin zum dunklen, würzigen Waldhonig. Honig zählt nicht nur zu den ältesten Lebensmitteln überhaupt, ihm werden auch heilsame Wirkungen zugeschrieben. Das jahrtausendealte Naturprodukt – bestehend aus natürlichem Frucht- und Traubenzucker, Enzymen, Aminosäuren sowie Mineralien – hilft bei Erkältungen und fördert die Wundheilung. Schon die Römer waren überzeugt: „Ubi apis, ibi salus“ (Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit). Imker Spiess hat indes Spaß am Experimentieren und versucht derzeit sogar, Propolis zu gewinnen. Das natürliche Antibiotikum dient als effektives Mittel gegen Fieberbläschen oder Halsschmerzen.

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