Jetzt wird es richtig spannend! Im zweiten Teil unserer Wildkräuter-Serie entdeckt ihr zehn weitere essbare Pflanzen, die auf Wiesen, an Waldrändern und sogar im eigenen Garten wachsen. Außerdem zeigen wir euch einfache Rezepte für Familien, erklären häufige Verwechslungen und verraten faszinierende Naturfakten, mit denen Kinder beim nächsten Spaziergang garantiert Eindruck machen.
11. Bärlauch
Im Frühling verwandelt Bärlauch viele Laubwälder in grüne Teppiche. Sein intensiver Knoblauchduft macht ihn leicht erkennbar.
So erkennt ihr ihn
- längliche Blätter
- kräftiger Knoblauchgeruch
- weiße Sternblüten
Wichtig: Zerreibt immer ein Blatt zwischen den Fingern. Nur wenn es eindeutig nach Knoblauch riecht, gehört die Pflanze in den Sammelkorb. Andernfalls bleibt sie besser stehen. Schließlich sehen Maiglöckchen und Herbstzeitlose dem Bärlauch sehr ähnlich und sind giftig.

foto (c) kinderoutdoor.de
12. Taubnessel
Auf den ersten Blick erinnert die Taubnessel an eine Brennnessel. Allerdings besitzt sie keine Brennhaare.
Geschmack
Die Blätter schmecken angenehm mild. Besonders beliebt sind außerdem die Blüten, weil sie einen kleinen Tropfen süßen Nektars enthalten.
13. Gundermann
Dieses Wildkraut wächst häufig an Wegrändern und auf Wiesen. Gleichzeitig breitet es sich wie ein grüner Teppich aus.
Geschmack
Sein würziges Aroma passt hervorragend zu Kräuterbutter, Quark oder Kartoffelgerichten.
14. Wilde Möhre
Die Wilde Möhre ist die Vorfahrin unserer heutigen Karotte. Deshalb riechen ihre Blätter ebenfalls leicht nach Karotten.
Dennoch ist Vorsicht wichtig. Verwechselt die Pflanze niemals mit dem Gefleckten Schierling.
15. Hirtentäschel
Das Hirtentäschel fällt sofort durch seine kleinen herzförmigen Samenkapseln auf. Dadurch lässt es sich gut erkennen.
Die jungen Blätter schmecken leicht scharf und erinnern an Kresse.
16. Wald-Sauerklee
Vor allem in schattigen Wäldern wächst der Wald-Sauerklee. Seine herzförmigen Blätter sind unverwechselbar.
Geschmack
Er schmeckt angenehm zitronig. Allerdings solltet ihr nur kleine Mengen essen, weil die Pflanze Oxalsäure enthält.
17. Gänsedistel
Obwohl viele Menschen sie für Unkraut halten, gehört die Gänsedistel zu den essbaren Wildpflanzen.
Junge Blätter schmecken mild. Deshalb passen sie gut in einen Frühlingssalat.
18. Wilde Malve
Die violetten Blüten der Wilden Malve sind nicht nur hübsch anzusehen. Zusätzlich lassen sie sich essen.
Sowohl die Blüten als auch die jungen Blätter schmecken angenehm mild.
19. Ackersenf
Auf sonnigen Wiesen leuchten seine gelben Blüten schon von Weitem.
Die jungen Blätter besitzen eine feine Senfnote. Dadurch bringen sie Abwechslung in Salate oder Kräuterbutter.

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20. Wilde Kresse
An feuchten Standorten fühlt sich die Wilde Kresse besonders wohl.
Ihr würziger Geschmack erinnert an Gartenkresse. Deshalb eignet sie sich hervorragend für Butterbrote oder Kräuterquark.
Einfache Wildkräuter-Rezepte für Familien
Kräuterbutter
Hackt frische Wildkräuter fein und mischt sie mit weicher Butter. Besonders gut eignen sich Giersch, Vogelmiere, Knoblauchsrauke oder Löwenzahn. Anschließend etwas Salz hinzufügen – fertig ist ein leckerer Brotaufstrich.
Wildkräuterquark
Auch Quark passt hervorragend zu Wildkräutern. Verrührt Naturquark mit etwas Joghurt. Danach gebt ihr fein geschnittene Kräuter dazu und schmeckt alles mit Salz und Pfeffer ab. So entsteht im Handumdrehen ein frischer Dip.
Bunter Blütensalat
Nicht nur Blätter lassen sich essen. Gänseblümchen, Wilde Malve oder Löwenzahnblüten sorgen außerdem für Farbe auf dem Teller. Gleichzeitig schmeckt der Salat besonders frisch.
Kräuterbrot
Die einfachsten Rezepte sind oft die besten. Streut fein gehackte Wildkräuter auf ein Butterbrot. Zusätzlich könnt ihr essbare Blüten als Dekoration verwenden.

Verwechslungsgefahren erkennen
Viele essbare Wildpflanzen besitzen giftige Doppelgänger. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick.
So kann Bärlauch beispielsweise mit Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen verwechselt werden. Ebenso ähnelt die Wilde Möhre dem Gefleckten Schierling.
Deshalb gilt immer derselbe Grundsatz:
Nur sammeln, was ihr eindeutig bestimmen könnt.
Faszinierende Naturfakten
Wildkräuter überraschen immer wieder.
So dient die Brennnessel zahlreichen Schmetterlingsraupen als Nahrung. Gleichzeitig bildet eine einzige Löwenzahnpflanze mehrere Hundert Samen.
Außerdem öffnen und schließen Gänseblümchen ihre Blüten je nach Wetter. Spitzwegerich wächst dagegen selbst auf stark betretenen Wegen erstaunlich gut.
Viele Wildpflanzen enthalten zudem mehr Vitamine als manches Gemüse aus dem Supermarkt. Deshalb gehörten sie früher ganz selbstverständlich auf den Speiseplan.
KinderOutdoor-Tipp
Macht aus jeder Wanderung eine Wildkräuter-Rallye. Zunächst sucht jedes Familienmitglied drei essbare Pflanzen. Anschließend werden alle Funde gemeinsam bestimmt. Danach dürft ihr an den Blättern riechen oder ihre Formen vergleichen.
Wer entdeckt zuerst eine Knoblauchsrauke? Wer findet den intensivsten Duft? Und wer erkennt den Löwenzahn schon von Weitem?
Dadurch lernen Kinder spielerisch. Außerdem bleibt das neue Wissen deutlich länger im Gedächtnis.
Warum Wildkräuter Kinder begeistern
Wildkräuter verbinden Abenteuer mit Wissen. Einerseits entdecken Kinder ständig neue Pflanzen. Andererseits lernen sie ganz nebenbei, aufmerksam hinzusehen und verantwortungsvoll mit der Natur umzugehen.
Genau deshalb wird aus einem gewöhnlichen Spaziergang schnell eine spannende Expedition. Oft reichen schon wenige Meter über eine Wiese aus, um erstaunlich viele essbare Pflanzen kennenzulernen.
Fortsetzung folgt mit Teil 3: Die letzten zehn essbaren Wildkräuter, Sammelspiele für Kinder, Tipps für jede Jahreszeit, ausführliche FAQ

