Kinder Outdoor Abenteuer im winterlichen Bayern

Kinder Outdoor Abenteuer im winterlichen Bayern und Ihr lernt die Natur sowie die Menschen im Freistaat von einer völlig neuen Seite kennen. Diese ist aber keinesfalls frostig. Uraltes Brauchtum könnt Ihr im Winter in Bayern miterleben oder Handwerkern über die Schulter schauen, Winterwanderungen unternehmen und rodeln. Wir stellen Euch Kinder Outdoor Abenteuer im winterlichen Bayern vor.

Traditionsliebe, Kultur und Genuss: Der Winter in Bayern ist viel mehr als Skifahren und Hüttengaudi. Zottelige Kerle, schaurige Masken, duftende Lebkuchen und bizarre Eiswelten. Gerade in der kalten Jahreszeit besinnt sich der Freistaat auf seine alten Bräuche und Traditionen und begeistert Gäste von nah und fern. Lange Zotteln, mächtige Hörner und eine flinke Rute: Im Advent wird es in Sonthofen wild – die Klausen gehen um. In Dachsbach backt Freibäcker Arnd Erbel in eines der ältesten Backstuben Deutschlands aus Mandeln, Honig und Gewürzen aromatische Lebkuchen. Besonders eindrucksvoll ist eine Winterwanderung durch die Partnachklamm. Die gruseligen Krampusmasken rufen während der Rauhnächte oder der Perchtenläufe schnell Gänsehaut hervor.

Klausentreiben – mit Ruten und Hörnen gegen DämonenTraditionell machen riesige, schauderhafte Wesen mit zotteligem Fell und großen Hörnern am 5. und 6. Dezember Sonthofen im Allgäu unsicher. Von Kopf bis Fuß mit Fell bedeckt ziehen die Klausen mit ihren Kuhglocken, Rasseln, imposanten Hörnern sowie Ruten durch die Fußgängerzone und vertreiben mit ihrem furchterregenden Äußeren die Geister und Dämonen des Winters aus der Stadt. Wagemutige Besucher können das Spektakel hautnah miterleben, aber wer den Klausen zu nahe kommt, riskiert unangenehme Rutenhiebe. Drei Oberklausen achten darauf, dass die Klausen nicht über die Stränge schlagen.
Die jungen Männer, die sich jedes Jahr mit ihren zotteligen Fellen den Dämonen stellen, sind zwischen sechzehn und sehsundzwanzig Jahren alt, unverheiratet und Vereinsmitglieder. Das sind die Grundvoraussetzungen, um mitmachen zu dürfen. Doch auch Frauen lassen es sich nicht nehmen, die bösen Geister zu verjagen. Verkleidet als Hexen, ziehen die sogenannten Bärbele am vierten Dezember durch die abgesperrte Fußgängerzone von Sonthofen – am fünften und sechsten Dezember übernehmen die Klausen das Kommando. Weitere Informationen finden sich hier.

Mythos und Brauch – Rauhnächte und Krampusmasken

Von Rauhnächten über Hexentänze bis hin zu Perchtenläufen: Wenn die Tage kürzer und die Nächte länger werden, ziehen Teufelsknechte und Weibsdeifl durch die Region um Neunburg vorm Wald. Sie rasseln mit Ketten und klackern mit Hufschuhen. Schaurige Krampusmasken bedecken ihre Gesichter. Was auf den ersten Blick wie eine gewöhnliche Gesichtsverkleidung wirkt, ist aufwendige und detailreiche Schnitzkunst – das alte Handwerk der Maskenschnitzer. Timm Buckley ist in seiner Freizeit nun schon in der 14. Saison als furchteinflößender Krampus unterwegs. Fast genauso lange verfeinert er seine Kenntnisse rund um die Maskenrestauration und -herstellung. Mit seinen Kreationen führt Timm Buckley eine alte Tradition fort und lässt gleichzeitig moderne und innovative Ideen in seine Arbeit mit einfließen. Die Rauhnächte beginnen zum Thomafest am 21. Dezember und gehen bis zum 06. Januar. Der Brauch erinnert daran, dass man in den längsten Nächten des Jahres dem üblen Treiben der bösen Geister Einhalt gebieten wollte, indem man die Wohnräume und Ställe mit Weihrauch ausgeräuchert hat. Weitere Informationen finden sich hier.

Partnachklamm – durch filigrane Eisnatur

Von den steilen Felswänden ragen meterlange Eiszapfen. Aus dem Fels quellen glasklare Eisschichten. Zwischen eisbedeckten Felsbrocken und bizarren Eisskulpturen tobt die eisige Partnach. „Eine so schöne, wilde und abwechslungsreiche Natur finden Sie sonst nirgends auf 699 Meter Länge“, sagt Klammverwalter Rudolf Achtner. Er kümmert sich darum, dass sich Gäste sicher durch die über 80 Meter tiefe Schlucht bewegen können. Die Klamm ist zu jeder Tages- und Jahreszeit und bei jedem Wetter anders und im Winter ein ganz besonderes Erlebnis. Wer besonders viel Ausdauer mitbringt, kann eine Wanderung in den vielen schönen Gebieten rund um die Klamm anschließen. Weitere Informationen finden sich hier.

Traditionelle Lebkuchen vom Freibäcker Arnd Erbel

Bereits in den frühen Morgenstunden strömen Aromen von Lebkuchen, Schokolade und Gewürzen durch die Straßen von Dachsbach. Der Duft führt zur Backstube Erbel – einer der ältesten Backstuben Deutschlands. Hier bereiten die Mitarbeiter und Auszubildenden das Gebäck für den Tag vor. Allen voran Bäckermeister Arnd Erbel: In zwölfter Generation führt er den im Jahre 1680 gegründeten Familienbetrieb. Viele seiner Backwaren haben in Bayern Tradition – wie die Lebkuchen, die er in der Adventszeit nach bewährtem Rezept backt. Für Arnd Erbel ist seine tägliche Arbeit weitaus mehr als ein Beruf. Das zeigt sich bereits bei der Auswahl der Zutaten: Statt sein Mehl liefern zu lassen, geht er selbst mit aufs Feld und nimmt das Korn, das ihm zur Verfügung steht und verzichtet auf standardisiertes Mehl. Er ist Freibäcker – als einziger darf er diesen Titel in Deutschland führen. Das bedeutet, er setzt eigene Maßstäbe und ist unabhängig. Frei von Zutatenlisten mit Zusatzstoffen – Arnd Erbel folgt rein seiner Intuition und seinen Sinnen. Selbst bei der Zubereitung verzichtet er in seiner Backstube auf moderne Maschinen. Und so erleben die Besucher in seiner traditionellen Bäckerei eine kleine Zeitreise. Eine Reise der Liebe zum Produkt mit höchstem kulinarischem Anspruch und unwiderstehlichen Aromen.

Winterwandern mit Kindern in Bayern

Winterwandern mit Kindern hat für die Eltern einen Vorteil: Ihr kommt etwas flotter vorwärts, denn die Schneedecke verbirgt manches was die Kinder zu anderen Jahreszeiten entdecken und einpacken. Beim Winterwandern mit Kindern stellen wir Euch heute drei völlig unterschiedliche Ziele aus dem bayerischen Alpenraum vor. 

Winterwandern mit Kindern am Spitzingsee. Ein Extragenuss für Outdoor Familien. Bildquelle: BAYERN TOURISMUS Marketing GmbH

Winterwandern mit Kindern am Spitzingsee. Ein Extragenuss für Outdoor Familien.
Bildquelle: BAYERN TOURISMUS Marketing GmbH

Winterwandern mit Kindern ist die sanfteste Alternative zum Skifahren. Viele Brettlfreunde kennen den Spitzingsee als Skigebiet. Wer es gemütlicher haben will der wandert mit den Kindern im Winter um den Spitzingsee herum. Das Gewässer liegt auf 1.084 m und ist der größte See im Bayerischen Hochgebirge. Die Wanderung ist 3,5 Kilometer lang und Ihr beginnt an einem Parkplatz der Bergbahnen. Bei dieser Winterwanderung mit den Kindern kann sich niemand über zu steile Aufstiege beschweren. Wenn Ihr den Spitzingsee umwandert kommen gerade mal 50 Höhenmeter zusammen. Dafür habt Ihr wunderbare Blicke auf die verschneiten Berge.

Am Brauneck macht Winterwandern mit den Kinder Spaß. Nur 100 Höhenmeter sind es von der Bergstation der Brauneckbahn zur Stiealm. Foto (c) Bildquelle: BAYERN TOURISMUS Marketing GmbH

Am Brauneck macht Winterwandern mit den Kinder Spaß. Nur 100 Höhenmeter sind es von der Bergstation der Brauneckbahn zur Stiealm.
Foto (c) Bildquelle: BAYERN TOURISMUS Marketing GmbH

Winterwandern mit Kindern: Rauf auf´s Brauneck!

Nur vier Kilometer wandert Ihr hinauf aufs Brauneck bei Lenggries. Ihr braucht dazu keine Schneeschuhe oder Tourenski, denn der Weg ist gewalzt. So macht das Winterwandern mit Kinder Spaß. Nehmt Teleskopstöcke und feste Winterstiefel mit. Zuerst gondelt Ihr mit der Brauneckbahn hoch. An der Bergstation stehen Wegweiser mit “Panoramaweg”. Diesem Weg folgt Ihr. Bis zur Stiealm braucht Ihr mit den Kindern, gemütlich, etwa eine Stunde. Unterwegs passiert Ihr die Tölzer Hütte. Auch dort könnt Ihr mit den Kindern einkehren. Wer will kann auch DAV Brauneckgipfelhaus übernachten. Es gibt dort etwa 80 Schlafplätze, trotzdem ist es wichtig, dass Ihr vorher reserviert. Die Tour von der Bergstation zur Stiealm und zurück kommt auf 100 Höhenmeter. Diese Winterwanderung ist auch für die Kinder leicht zu schaffen. Alle die gerne Schlittenfahren, steigen bei der Talstation der Brauneckbahn kurz auf. Links geht es hinauf zur Reiseralm. Hier startet die Rodelbahn.

Winterwandern mit Kindern im verschneiten Bayern: Auf den Prüschling aufsteigen und dann mit dem Schlitten runterrodeln. Foto (c) Bildquelle: BAYERN TOURISMUS Marketing GmbH

Winterwandern mit Kindern im verschneiten Bayern: Auf den Prüschling aufsteigen und dann mit dem Schlitten runterrodeln.
Foto (c) Bildquelle: BAYERN TOURISMUS Marketing GmbH

Winterwandern mit Kindern: Die schönste Rodelbahn Bayerns!

In Unterammergau gibt es eine der tollsten Schlittenabfahrten von ganz Bayern. Los geht die Tour am Wanderparkplatz Schleifmühle. Dieser ist kostenpflichtig. Nun braucht Ihr nur noch den Wegweistern “August-Schuster-Haus” zu folgen. Es gehört dem DAV und ist auch im Winter geöffnet. Die Tour hinauf auf 1.564 Meter ist etwa fünf Kilometer lang. Dabei legt Ihr 700 Höhenmeter zurück. Nehmt deshalb Teleskopstöcke mit. Auf den 1.758 Teufelstättkopf zu steigen ist für die meisten Winterwanderer weniger zu empfehlen. Hierzu ist alpine Erfahrung nötig. Alle die einen Schlitten den zu den Pürschlinghäusern hochgezogen haben, dürfen sich nun auf eine richtig lange und sportliche Abfahrt freuen. Wo macht Winterwandern mit Kindern richtig Spaß!

Schlittenfahren in Bayern: Experten die gerne flott unterwegs sind

Rodeln mit der Familie kann auch richtig schnell sein. Wer auf heiße Kufen aus ist, der steigt zur Kühroint Hütte auf und brettert hinunter. Im ersten Drittel ist die fahrerische Technik gefordert und mancher Schlittenpilot kommt sich vor wie in einem Eiskanal. Es folgen lange gerade Passagen, auf denen der Schlitten ordentlich Tempo aufbaut. Wer sich an an diese natürlich Rodelbahn wagt, sie ist eine der längsten in Bayern, der muss einen Kufenflitzer unter Kontrolle haben.

“Watzmann, Watzmann Schicksalsberg. Du bist so groß und I nur a Zwerg!” so lautet eine Zeile von Wolfgang Ambros aus dem Rustikal “Watzmann”. An den Fuß von diesem legendären Berg im Berchtesgadener Land führt uns der Aufstieg für diese richtig schwere Rodelbahn. Familien mit größeren Kindern sollten hier unbedingt einmal rodeln. Weil keine Seilbahn hinaufführt, herrscht auf der Schlittenabfahrt kein Gedränge. Wer zur Kühroint will, der muss den Schlitten hinter sich her ziehend hinauf marschieren. Jüngere Outdoorkids kommen bei dem knapp sieben Kilometer langen Aufstieg an ihre Grenzen. Dafür sind die Größeren begeistert dabei. Bitte nehmt Essen und Trinken im Rucksack mit, denn die malerische Kühroint Hütte ist von Mai bis Oktober geöffnet. Beim Parkplatz Hammerstiel in der Hammerstiel Straße stellt Ihr das Auto ab. Folgt der Straße bis zu deren Ende in den Wald hinein. Der Weg zur Kühroint Hütte ist bereits ab dem Parkplatz optimal ausgeschildert. Schon seid Ihr auf der Schapbach Rodelbahn. Hier ist es sinnvoll am Rand zu bleiben, denn wenn Schlittenfahrer herunter gerast kommen, ist es besser Ihr habt ein wenig Abstand zu den Sportlern. Neidisch sehen manche Kinder den heranbretternden Schlittenpiloten nach. Hinter den Rodeln steigt fein der Pulverschnee in feinen Schleiern auf. Steil geht es hier am Anfang der Tour zu und manche kommen gewaltig ins Schwitzen.

Bei der Kühroint geht unsere Schlittenfahrt los.
Foto (c) kinderoutdoor.de

Nach drei Kurven und etwa 800 Metern, diese sind später schwer zu fahren, ist der große Wanderweg erreicht. Er ist zugleich die Rodelbahn im Winter. Die kommenden eineinhalb Kilometer bis zur Schapbach Diensthütte verlaufen eher moderat. Wer später hier angerodelt kommt, hat genug Schwung und hier mit hohen Tempo durchzurasen.5o0 Meter später kommt die Schapbach Alm. Im Sommer ist diese urige Alm von Juni bis September geöffnet. Außerdem markiert diese Hütte einen wichtigen Punkt für die Rodler: Ungefähr die Hälfte vom Aufstieg ist geschafft. Der Blick nach vorne zeigt es den angehenden Rodlern: Nun geht es steiler bergauf. Die Schritte sind kürzer und schwerer. Ab hier zieht der Schlitten deutlich nach hinten. Manche Mitglieder der Familie ärgern sich über sich selbst, weil sie diese Tour unternehmen. Ungefähr zwei Kilometer vor dem Start bei der Kühroint Hütte schlängelt sich eine Serpentinenstraße den Berg steil hinauf. Denkt bitte daran: Auf diesen Weg kommt Ihr später heruntergerodelt. Wenn Ihr glaubt dieser kurvenreiche Aufstieg nimmt kein Ende, seht Ihr ein Haus. Es ist leider noch nicht die Kühroint Hütte, sondern das Kühroint Haus der Bundespolizei. Keine Sorge, die Uniformierten blitzen keine Schlittenfahrer. Wenig Serpentinen später seht Ihr die Hütte und die Bernhard Kapelle. Sie ist den Opfern am Berg geweiht. Damit Ihr nicht dazu gehört, setzt Ihr am besten die Helme auf. Wunderbar ist der Blick auf den Watzmann.

Rodeln mit der Familie: Von nun an geht´s bergab

Es lohnt sich auf der Kühroint eine Pause einzulegen und den Ausblick zu genießen. Wenn Ihr schon mal da seid: Geht noch ein paar hundert Meter weiter zum Archenkopf. Einen malerischen Blick habt Ihr von dort aus auf den winterlichen Königssee. In der kalten Jahreszeit erinnert er noch mehr an einen norwegischen Fjord. Bei sonnigen Tagen habt Ihr ein tolles Panorama auf die umgliegenden Berge wie den Jenner, Schneibstein oder das Hohe Brett. Genug geguckt. Auf die Schlitten und runter geht´s mit der ganzen Familie. Knapp sieben Kilometer Abfahrt liegen vor Euch.

  • Schapbach Rodelbahn
  • Länge: 6,7 Kilometer
  • Höhenmeter: 765
  • Unsere Bewertung: Sechs von sechs möglichen Kompassen

Rodeln mit Kindern im Allgäu

Rodeln in Bayern ist im Winter ein Muss! In den bayerischen Alpen und den Mittelgebirgen, kommen die Rodler auf ihre Kosten. Wir stellen Euch drei Bahnen vor bei denen Ihr in Bayern unbedingt mal rodeln solltet: Hinterstein im Allgäu (hier lebte der Erbauer des ersten europäischen Computers!) in Schareben im Bayerischen Wald und von der Hindenburghütte bei Reit im Winkl. Hier könnt Ihr vier Kilomter rodeln!

Rodeln in Bayern: Von nun an ging´s bergab! Fot0 (c) kinderoutdoor.de

Rodeln in Bayern: Von nun an ging´s bergab!
Fot0 (c) kinderoutdoor.de

Rodeln in Bayern, das gehört zum Freistaat wie die Weißwürste und die Brezen. Kaum hat es halbwegs geschneit, holen die Bajuwaren ihre Schlitten aus den Kellern und los gehts! In Hinterstein, bei Bad Hindelang, zog vor Kriegsende einer der wichtigsten Computerentwickler hin. Nein es ist nicht Steve Jobs gemeint, sondern Konrad Zuse. In Hinterstein versteckte er den Z 4 vor den Aliierten bis 1947. Dieser Rechner hatte andere Ausmaße als die heutigen Computer. Ein besonderes Ausmaß hat auch die Rodelstrecke in Hinterstein. Vier Kilometer Rodeln! Zuerst die schlechte Nachricht: Von Hinterstein müsst Ihr erst einmal zum  Giebelhaus kommen. Doch jetzt die gute Nachricht: Es fährt ein Linienbus zu diesem Berggasthof. Steigt vom Giebelhaus auf dem Weg zur DAV Schwarzenberghütte auf. Folgt dazu den Wegweisern “Schwarzenberghütte”. Haltet Euch dabei am Wegrand, denn immer wieder kommen Rodler runtergebraust. Oben angekommen, Ihr braucht 90 Minuten hinauf, lohnt sich eine Pause. Was für einen Panoramablick über die Allgäuer Alpen habt Ihr dort! In der Scharzenberghütte könnt Ihr auch einkehren. Genug gesehen. Rauf auf den Schlitten und lasst ihn laufen. Die Rodelbahn ist mittelschwer und hat einige gerade, aber steile Passagen. Dort baut die Rodel richtig Tempo auf. Unten am Gieblhaus angekommen gibt es nur noch eines: Wieder aufsteigen und ein zweites mal rodeln!

Rodeln in Bayern: Eine der längsten Schlittenbfahrten im Bayerischen Wald!

In Schareben, bei Drachselsried, ist eine legendäre Rodelbahn: Fast 3,5 Kilometer brettert Ihr auf zwei Kufen durch den verschneiten Bayerischen Wald. Sie zählt zu den längsten in diesem Mittelgebirge. Was diese Rodelbahn noch so besonders macht: Sie gabelt sich. So entscheidet Ihr ob Ihr lieber die “kurze” Variante nach Blachendorf wählt. Dazu fahrt Ihr immerhin 2,5 Kilometer auf dem Schlitten oder die lange Version mit 3,5 Kilometer nach Oberried. Flott geht es dort den Bergwald hinunter. Deshalb ist es schlauer mit Helm zu fahren. Weil wir beim Thema fahren sind: Ein Pendelbus bringt Euch zur Scharebenhütte, einem früheren Forsthaus.

Rodeln in Bayern: Mit dem Bus zum Start bei der Hindenburghütte

Alle die ihre Neujahrsvorsätze bereits über Bord geworfen haben, lassen sich mit dem Kleinbus vom Parkplatz Blindau hinauf zur Hindenburghütte kutschieren. Allerdings hängt es vom Wetter ab, ob die Busse hinauf zur Hemmersuppenalm fahren. Wenn wir schon beim Thema sind: Bitte denkt daran, dass diese tolle Rodelbahn erst ab 12 Uhr freigegeben ist. Wer hier runter rodelt, der muss den Schlitten beherrschen und nicht umgekehrt. Einige rasante Steilstücke und anspruchsvolle Kurven zeigen manchen Rodler die Grenzen seines Könnnens auf.

Schlittenfahren am Breitenstein: Flotte Kufen

Schlittenfahren mit Kindern ist meistens zu kurz. Wenn es nach den Outdoorkids geht. Geht doch Rodeln am Breitenstein im Allgäu. 6,5 Kilometer ist diese natürliche Rodelbahn lang und dürfte die längste im bayerischen Alpenraum sein. Doch diese Abfahrt für alle großen und kleinen Schlittenpiloten bietet viel mehr als Geschwindigkeit und sportliche Kurven.

“Da drüben seht Ihr die Tiroler Alpen und dort zeigen sich die Schweizer Berge!” erklärt ein Bergfex am Gipfel vom Breitenstein den interessierten Kindern. “Gleich da drüben, dieser schroffe Berg der wie ein Backenzahn vom Braunbären aussieht, dass ist der Aggenstein. Über ihn verläuft die Grenze zu Tirol, ” berichtet der alte und erfahrene Bergsteiger weiter. Die Kinder stehen mit ihren Eltern am Gipfel vom Breitenstein. Das ist der Hausberg von Pfronten. Ein Berg der das ganze Jahr über ein reizvolles Ziel für Familien ist. In meinen Wanderbüchern (Die schönsten Wanderungen von Hütte zu Hütte mit Kindern  oder  Geheimnisvolle Pfade Bayerische Hausberge) findet Ihr immer wieder Touren die zum Breitenberg führen. Im Winter erwartet die Familien dort eine Rodelbahn die sich auf jeden Fall lohnt. Vom Anspruch her ist diese mittelschwer. Ihr kommt völlig entspannt dort oben an. Mit dem Vierersessellift Hochalpe geht es hinauf. Wer möchste stapft noch eine knappe halbe Stunde bergan, bis er die Ostlerhütte und den Gipfel vom Breitenberg erreicht. Die Hütte ist frisch umgebaut und Andrea Heiligensetzer die neue Wirtin auf 1.838 m. Wunderbar ausgesetzt liegt diese urige Berghütte. Hier lohnt es sich auch zu übernachten. ans Einschlafen denkt keiner, wenn es die Naturrodelbahn runtergeht. Gemütlich ist es am Start, der gut 6,5 Kilometer langen Abfahrt. Eine steile Gerade führt in den Wald hinein. Der Schlitten baut gut Tempo auf. Eine S-Kmobination zwingt die Rodler dazu Geschwindigkeit rauszunehmen.

Rodeln mit Kindern: Von der Ostlerhütte aus habt Ihr einen gigantischen Blick über die Berge vom Allgäu und Tirol. foto © Pfronten Tourismus

Schlittenfahren mit Kindern im Allgäu. 6,5 Kilometer langer Genuss auf zwei Kufen erwartet die Familien am Breitenstein. foto © Pfronten Tourismus

Schlittenfahren mit Kindern: Rodeln am Breitenberg bleibt in Erinnerung

In einer scharfen Rechtskurve kommen die Rodler aus dem Wald gerast. Wieder können sie den Schlitten gleiten lassen um bald vor der nächsten Kurve abzubremsen. Eine Haarnadelkurve fordert dass Können der Piloten. Über eine längere Passage können die Rodler nun ihre Kufenflitzer laufen lassen. Wieder geht es in den Wald hinein. Hier kann es sein, dass der Schnee deutlich eisiger und dadurch der Schlitten schneller läuft. Eine S-Kurvenkombination lässt die Rodler Fahrt raus nehmen. Nach einer längeren Gleitstrecke kommt nun das letzte Drittel der Abfahrt. Hier erwarten die Rodler sportliche Kurvenkombinationen. Hier bleibt keiner ruhig auf dem Schlitten sitzen. Am Ende der Bahn kommen die Schlittenfahrer vor dem legendären Gasthaus Fallmühle an. Hier gibt es leckere regionale Spezialitäten. Außerdem verläuft dort auch die Grenze zu Tirol. Wer die KönigsCard- oder PfrontenCard hat, der fährt mit dem Bus kostenlos zurück zur Talstation vom Breitenberg. Wer die Gelegenheit für einen Winterspaziergang nutzen will, der marschiert etwa eine Stunde am Ufer der Steinacher Ach zurück. Schließlich gibt es am Gipfel vom Breitenberg eine Menge zu sehen und wer diese Rodelbahn nur einmal gefahren ist, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

Unsere Bewertung: Sechs von sechs möglichen Kompassen

Packliste für das Rodeln mit Kindern

Rodeln mit der Familie ist ein Outdoorabenteuer. Im Stadtpark treffen die Kinder Gleichaltrige und haben Spaß dort den Hang runter zu flitzen. Anders ist es in den Alpen und Mittelgebirgen. Hier sind die Rodelbahnen deutlich länger und entsprechend gut solltet Ihr ausgerüstet sein. Vor allem, wenn Ihr mit den Kindern zum Start der Rodelbahn zu Fuß aufsteigt ist die Ausrüstung wichtig. Wir haben für Euch eine praktische Packliste zusammengestellt.

Rodeln mit der Familie: Unsere Packliste hilft Euch das Notwendigste in den Rucksack zu packen. So seid Ihr optimal ausgerüstet.
foto (c) kinderoutdoor.de

Wie Millionen von Diamanten glitzert die unberührte Schneedecke am Hörnle. Der Winter in den Ammergauer Alpen lässt Outdoor Familien die Bergwelt auf eine ganz andere Art und Weise erleben. Bei vielen Wanderungen wünschen sich oft Familien, sie könnten etwas flotter zurück ins Tal. Im Winter ist das möglich: Rauf auf den Schlitten und auf zwei flotten Kufen geht es bergabwärts. Bei vielen Rodelbahnen, wie auch die am Hörnle, lässt sich der Start auch mit der Seilbahn erreichen. Wer den Winter mit der Familie intensiv erleben will, der steigt zu Fuß hinauf. Alle die mit den Kindern im Stadtpark unterwegs sind, brauchen sich weniger aufwändig ausrüsten. Doch wer sich in den Bergen oder Mittelgebirgen mit der Familie bewegt, sollte optimal gepackt haben. Um Euch das zu erleichtern haben wir die Packliste für eine Rodeltour zusammengestellt. Gerne könnt Ihr diese Liste nach Eueren Bedürfnissen optimieren.

Für alle die mit der Familie Rodeln gehen empfehlen wir folgende Packliste: