Kinder entdecken die Unterwelt: Felsengänge, Bunker und Höhlen

Kinder entdecken die Unterwelt. Da gibt es einige verborgene Schätze, die sich plötzlich den jungen Outdoorer auftun. Mitten in der Stadt oder im Naturschutzgebiet: Es gibt viele Möglichkeiten unter die Erde zu steigen. Wir stellen Euch Ausflugsziele in der Unterwelt vor.

“Nicht mehr waren sie fern vom Rande der oberen Erde” heißt es in der Oper “Orpheus in der Unterwelt” von Jacques Offenbach. 1909 bereits verfilmte ein Regisseur dieses unterhaltsame Werk. Wir steigen heute auch mit den Kindern unter die Erde. Die malerische Stadt Oppenheim ist unterirdisch so löchrig wie ein Schweizer Käse. Meter tief unter dem Straßenpflaster liegt die Geschichte in Kellern verborgen: Wer den Abstieg in die faszinierende „Stadt unter der Stadt“ wagt, den erwartet ein beeindruckendes Kellerlabyrinth. In ihrer Bauweise sind die Gewölbe und Gänge europaweit einzigartig und ein Denkmal von nationaler Bedeutung. Von fast jedem der rund 500 Grundstücke innerhalb der ehemaligen Stadtmauern zweigen Keller und Gänge ab. Oft sind sogar mehrere Ebenen übereinander gelagert. Warum bauten die Oppenheimer Bürger diese Gänge, die nicht zu vergleichen sind mit gewöhnlichen Weinkellern? Ein Grund war vermutlich der Platzbedarf der aufstrebenden Handelsstadt. Da die Stadt eingezwängt zwischen dem Rhein und den Weinbergen lag, war es schwer, sie zu vergrößern, ohne dass sie ihre militärisch günstige Lage verloren hätte. Andererseits benötigte der aufblühende Handel neuen Lagerraum. So legten die Handelsleute Keller unter ihren Gebäuden an. Sie dienten zur Lagerung von Lebensmitteln aller Art, da sich die Eigenschaften des Oppenheimer Erdreichs günstig auf die Haltbarkeit der Lebensmittel auswirkten. Insgesamt verbirgt sich ein rund 40 Kilometer langes System von Gängen und Treppen unter der Erde, die über fünf Stockwerke in die Vergangenheit führen.

Führungen durch die Keller

Offene Führungen gibt es samstags um 12 und 13 Uhr sowie sonntags um 11:30, 13:30, 14:30 und 15:45 Uhr. Eine Reservierung ist erforderlich. Gruppen ab zehn Personen können individuelle Termine vereinbaren.
Infos unter https://www.gastlandschaften.de/urlaubsmagazin/tourentipps/mein-perfekter-tag/oppenheim-eine-stadt-wie-schweizer-kaese

In Oppenheims tiefen Kellern liegt Geschichte verborgen: Wer den Abstieg in die faszinierende „Stadt unter der Stadt“ wagt, den erwartet ein beeindruckendes Kellerlabyrinth. Europaweit einzigartig in ihrer Bauweise sind die Gewölbe und Gänge ein Denkmal von nationaler Bedeutung. Von fast jedem der rund 500 Grundstücke innerhalb der ehemaligen Stadtmauern zweigen Keller und Gänge ab. Oft sind sogar mehrere Ebenen übereinander gelagert. foto(c) Rheinhessen Tourismus

Bunker unter Reben

Tief in den Felsen unter den Weinbergen an der Ahr und der Mosel befanden sich einst die bestgehüteten Geheimnisse der Regierung der Bundesrepublik Deutschland. Für den Fall eines Atomschlages während des Kalten Krieges sah man sie dort – in erreichbarer Nähe zur damaligen Bundeshauptstadt Bonn – so gut wie möglich geschützt.

Der Regierungsbunker in Bad Neuenahr-Ahrweiler

Ab 1962 wurde das geheimste Bauwerk in der Geschichte der Bundesrepublik in 25 Kilometer Entfernung von Bonn in die Weinberge oberhalb von Ahrweiler hinein gebaut – der Regierungsbunker. Fast zehn Jahre später war die Bunkeranlage auf 17,3 Kilometer Länge gewachsen und umfasste 936 Schlaf- sowie 897 Büroräume. Hinter atombombensicheren Toren lagen beispielsweise die Kommunikations-Schaltzentrale, eine Zahnarztpraxis, ein Friseursalon, das Zimmer des Bundeskanzlers sowie ein Fernsehstudio.

Seit 2008 können Besucher im Regierungsbunker auf eine Entdeckungsreise in die Zeit des Kalten Krieges und des Ost-West-Konfliktes gehen. Beim Eintritt in die Bunkeranlage lässt die Besucher nicht nur die Durchschnittstemperatur von nur 12 Grad Celsius frösteln, sondern auch die Vorstellung, dass hier im Ernstfall eines Atomschlages mehrere tausend Menschen für 30 Tage hätten überleben können.
Infos unter https://www.gastlandschaften.de/top-ausflugsziele/infrastruktur/Dokumentationsstaette-Regierungsbunker_Bad-Neuen/deskline-details.html

Die Dokumentationsstätte Bundesbank-Bunker in Cochem

Zwei Tarnhäuser, ein unterirdischer Geldspeicher, eine Währung, die niemand kennt: All das klingt nach einem Agenten-Thriller und war doch in dem ehemaligen Bunker der Bundesbank in Cochem Realität. Für den Fall eines atomaren Anschlags oder einer Hyperinflation im Kalten Krieg hielt die Deutsche Bundesbank eine geheime Währung der D-Mark in einer atombombensicheren, unterirdischen Festung in Cochem bereit. Versteckt in den Moselhängen vis-à-vis der bekannten Reichsburg war dies über Jahrzehnte eines der bestgehüteten Geheimnisse der alten Bundesrepublik.

Von 1964 bis 1988 lagerten im Bundesbank-Bunker circa 15 Milliarden DM der Ersatzwährung BBK II, die im Falle einer Krisensituation innerhalb von 14 Tagen die Deutsche Mark ersetzt hätte. Bei einer einstündigen Führung durch das unterirdische Milliardenreich gehen Besucher auf Zeitreise in eine skurrile Vergangenheit. Familienführungen finden am 13. Oktober, 10. November und 8. Dezember 2019 statt. Eine Anmeldung ist erforderlich: info@bundesbank-bunker.de, Tel: +49 (0)2671-9153540
Infos unter https://www.gastlandschaften.de/infrastruktur/infrastruktur/Bundesbank-Bunker-Cochem_Cochem/deskline-details.html

n Trier gibt es viele verborgene unterirdische Kleinode zu entdecken. In der Führung “Unterirdisches Trier” haben Besucher die Möglichkeit, auch solche Orte aufzusuchen, die gewöhnlich nicht zugänglich sind. Es ist eine vielschichtige Reise in Triers Vergangenheit, gespickt mit spannenden Anekdoten zu Ausgrabungen und unterirdischen Kellern. Foto (c) Trier Tourismus und Marketing GmbH

Trier ganz unten

Trier verfügt als Stadt mit der ältesten Geschichte Deutschlands über außergewöhnliche unterirdische Orte. Die heutige Stadt wurde auf dem Fundament der alten gebaut – aus Weinkellern, Verbindungsgängen, Wasserleitungen und Bunkern. Ab dem 30. Oktober 2020 starten die „Trierer Unterwelten“, bei denen verschiedene unterirdische Orte mit unterschiedlichen Programmpunkten belebt werden: Dazu gehören der älteste Weinkeller Deutschlands, der Energietunnel unter der Mosel, archäologische Ausgrabungen und die alten römischen Keller.
Infos unter: www.trier-info.de/projekte/trierer-unterwelten

In Trier gibt es viele verborgene unterirdische Kleinode zu entdecken. In der Führung “Unterirdisches Trier” haben Besucher die Möglichkeit, auch solche Orte aufzusuchen, die gewöhnlich nicht zugänglich sind. Es ist eine vielschichtige Reise in Triers Vergangenheit, gespickt mit spannenden Anekdoten zu Ausgrabungen und unterirdischen Kellern. foto (c) Trier Tourismus und Marketing GmbH



Führung „Unterirdisches Trier“

Wer vor der Eröffnung der „Trierer Unterwelten“ wissen möchte, was sich unter berühmten Trierer Kulturdenkmälern befindet, der kann an der gut zweistündigen Führung „Unterirdisches Trier“ teilnehmen.

Die Ausgrabungen unter der Konstantinbasilika, der Keller des Turm Jerusalem und die Weinkeller unter dem Palais Kesselstatt zeigen ihre Geheimnisse jedoch nicht auf den ersten Blick, weiß Stadtführerin Christiane Salm-Schenten: “In Trier gibt es viele verborgene unterirdische Kleinode zu entdecken. In unserer Führung haben die Besucher die Möglichkeit, auch solche Orte aufzusuchen, die gewöhnlich nicht zugänglich sind. Es ist eine vielschichtige Reise in Triers Vergangenheit, gespickt mit spannenden Anekdoten zu Ausgrabungen und unterirdischen Kellern.”

Die nächsten Führungen zum Thema „Unterirdisches Trier“ finden am 27. Oktober, 3. und 24. November sowie 8. und 15. Dezember 2019 jeweils um 13 und 13:30 Uhr statt. Treffpunkt ist am Eingang der Konstantinbasilika. Tickets kosten 22,50 Euro. Infos und Tickets online unter https://www.trier-info.de/oeffentliche-fuehrungen-rundfahrten/unterirdisches-trier 

Weitere Informationen online unter www.gastlandschaften.de/mosel-saar

Runter in den Lavakeller mit Euch!

Die Vulkanausbrüche in der Eifel werden im Lava-Dome in Mendig ebenso anschaulich wie abwechslungsreich erklärt. Wann war der letzte Vulkanausbruch? Was passiert, wenn der Druck im Inneren der Erde zu groß wird? Was hatte das für Folgen für die Landschaft? Diese Fragen werden kindgerecht beantwortet, oft auch zum direkten Ausprobieren und Mitmachen. Spannende Multimedia-Shows simulieren den Ausbruch des Laacher See Vulkans und faszinieren damit kleine wie große Besucher gleichermaßen. foto (c) Klaus Peter Kappest

200.000 Jahre ist es her, dass in der Eifel der Wingertsbergvulkan ausbrach und dafür sorgte, dass in seiner Umgebung in späteren Zeiten Basalt abgebaut werden konnte. Allerdings unterirdisch, denn vor 13.000 Jahren brach auch noch der Laacher-See-Vulkan aus und überlagerte die Fläche mit Löss und Bimstuffen. Die Menschen in der Region mussten daher im 18. Jahrhundert unter die Erde, um den Basalt abzubauen. Dabei entstanden die Lavakeller unter der Stadt Mendig.

In 32 Metern Tiefe spannt sich dort ein fast drei Quadratkilometer großes Netz aus unterirdischen Gängen, Stollen, Schächten und Kellern. Nach dem Ende des Bergbaus Mitte des 19. Jahrhunderts nutzten die zeitweilig 28 Mendiger Brauereien die Keller zum Lagern von Bier. Denn dort herrschten gleichbleibende 6 bis 9 Grad Celsius.

Heute steigen Besucher 150 Stufen hinab, um in diese Lavakeller zu gelangen. Wer keine Treppen steigen kann, benutzt den Fahrstuhl. Bei einer Führung sehen die Teilnehmer die dort lebenden Fledermäuse und erfahren viel Wissenswertes über die Geschichte.

Denn die Landschaft der Eifel hat sich über Jahrmillionen gebildet. Das einstige Nordmeer bedeckte die Region, Flussmaterialien lagerten sich ab und Passatwinde brachten den Sand. Das Land war in Bewegung, es hob und senkte sich, Vulkane spuckten ihre heiße Asche hinaus, Lavaströme flossen hinab. Die Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft tobten.

Infos unter https://www.gastlandschaften.de/urlaubsregionen/eifel/infosystem-eifel/infrastruktur/Lavakeller_Mendig/deskline-details.html sowie unter www.eifel.info/a-lavakeller

Kristallhöhle Kubach bei Weilburg an der Lahn
Die Kristallhöhle Kubach ist die einzige deutsche Kristallhöhle. Unzählige Kristalle und Perltropfsteine schmücken den 350 Millionen Jahre alten Kalkstein in der imposanten Schauhöhle. Mit 30 Metern Höhe ist diese zudem die höchste Halle aller deutschen Schauhöhlen. Das Kubacher Höhlensystem entstand während der Eiszeit und konnte bisher nur zu einem kleinen Teil freigelegt werden. Im Freilicht-Steinemuseum sind Gesteinsarten aus verschiedenen Epochen der Erdgeschichte ausgestellt. Informationen gibt es unter www.kubacherkristallhoehle.de.

Beeindruckende Tropfsteine erwarten die Besucher in den Höhlen. foto (c) kinderoutdoor.de

Schauhöhle Herbstlabyrinth Breitscheid
Über sechs Kilometer erstreckt sich das Gangsystem der Herbstlabyrinth-Adventhöhle in Breitscheid. Tropfsteine in allen Formen und Farben wachsen aus Decke und Boden. Zu bewundern sind Tropfsteinschätze im rein weißen Licht von optisch fokussierten LED-Lampen, die die Höhleneinrichtung, Decken und Strukturen ganz besonders gut in Szene setzen. Das vom Breitscheider Verein Zeitsprünge betriebene Herbstlabyrinth wurde als erste Schauhöhle Europas vollständig mit LED-Beleuchtung ausgestattet. Informationen gibt es unter www.zeitspruenge.de

Besucherbergwerk Grube Fortuna
Das Besucherbergwerk Fortuna bewahrt Hessens letztes Eisenerzbergwerk in weitgehend originalem Zustand. Zu Fuß gehen die Gäste im Stollen zum Schacht. Mit der Grubenbahn fährt man in den Abbaubereich, wo die Bergwerksführer den Aufbau des Gebirges erklären sowie den Abbau des Eisenerzes mit Originalmaschinen vorführen. Das Feld- und Grubenbahnmuseum bietet einen Einblick in die fast vergangene Welt der Schmalspurbahnen, die einst über- und untertage Rohstoffe und gelegentlich auch Personen transportierten. Informationen gibt es unter www.grube-fortuna.de.

Grotte von Han in den belgischen Ardennen

In Han-sur-Lesse, einem kleinen Dorf in den Ardennen, befindet sich die berühmte Grotte von Han mit ihren einzigartigen Tropfsteingebilden. Mit einer Höhlenbahn fahren die Gäste zum Eingang der Grotte, von wo aus sie anschließend die drei Kilometer langen unterirdischen Gänge durchstreifen. In den Sälen mit klangvollen Namen wie “Minaret”, “Trophée” und Mystérieuses” entdeckt man zum Beispiel  einen gigantischen, sieben Meter hohen Stalagmit, farbenprächtige Steinformationen sowie den 145 Meter hohen “Dom“. Höhepunkt der Führung ist eine Licht- und Tonshow, die die Grotte mit mystischen Klängen verzaubert. Der Höhlenbesuch endet mit einer Fahrt in einer großen Barke auf dem unterirdischen Fluss. Die Grotte von Han kann mit der FreizeitCARD für Rheinland-Pfalz & Saarland kostenfrei besucht werden. Informationen gibt es unter www.grotte-de-han.be und www.freizeitcard.info.

Kupfergrube Stolzembourg in Luxemburg
Fünfzig Meter unter der Erde lernen die Besucher der Kupfergrube Stolzembourg den schwierigen Abbau des Kupfererzes hautnah kennen. Ein geologischer Lehrpfad sowie ein Museum informieren zudem über die Geschichte der Mine und die Geologie des Naturparks Our. In einem Videofilm berichten ehemalige Bergleute von ihrer Arbeit untertage. Die Kupfergrube Stolzembourg kann mit der FreizeitCARD für Rheinland-Pfalz & Saarland kostenfrei besucht werden. Informationen gibt es unter www.stolzembourg.lu und www.freizeitcard.info.

Familientouren können so was von unterirdisch sein, wie hier in einem alten Bergwerk. foto (c) kinderoutdoor.de

Höhlen und Bergwerke entdecken

Über Jahrmillionen hat sich die Landschaft der Eifel gebildet. Das einstige Nordmeer reichte bis in die heutige Eifel, Flussmaterialien lagerten sich ab und Passatwinde brachten den Sand. Das Land war in Bewegung, es hob, senkte und verwarf sich, brach auf. Kein Wunder, dass sich dadurch auch Höhlen bildeten. Hinzu kommt der Mensch, der über Jahrtausende Gestein und Erze abgebaut und viele Gänge hinterlassen hat, die zum Teil noch heute erkundet werden können. Ausgerüstet mit festem Schuhwerk und einer Taschenlampe macht es nicht nur den Kindern Spaß, die unterirdische Welt der Eifel kennenzulernen.

Höhlen, von der Natur geschaffen
Die Buchenlochhöhle befindet sich im Naturschutzgebiet der Gerolsteiner Dolomiten und ist fußläufig über den Vulkaneifelpfad „Gerolsteiner Felsenpfad“ zu erreichen. Vor Millionen Jahren wurde sie durch die lösende Kraft des fossilen Grundwassers aus dem Stein gewaschen. Die Höhle ist ganzjährig frei über eine Leiter zugänglich.
Rund um Kordel finden sich eine Vielzahl von Buntsandstein-Felsen und Höhlen, unter anderem die Kaulay, die Geyersley und die Spitzley. Die Entstehung dieser Formationen hat eine lange Vergangenheit. Mehr als 220 Millionen Jahre ist es her, dass sich Sedimente ablagerten und die Formationen aus Buntsandstein, wie wir sie heute kennen, entstanden. Durch Verwitterung und Strudelbildung durch die Kyll und ihre Nebenbäche ist es zur Entstehung von Klufthöhlen gekommen, wie zum Beispiel der Hochburgenhöhlen und der Klausenhöhle. Dagegen ist die bekannteste Höhle des Gebietes, die Genovevahöhle, nur durch reine Auswitterung entstanden und wurde zusätzlich durch Menschenhand vergrößert.  Käsegrotte wird im Volksmund in Bad Bertrich die Elfengrotte genannt. Dort war es die Lava, die für die Entstehung sorgte. Basaltlava hat die Eigenschaft, beim Erkalten säulig zu erstarren. Im Bereich der Käsegrotte bildeten sich im Verlaufe des Erkaltungsvorgangs Säulen, in denen sich horizontale Spannungsrisse entwickelten. Die Verwitterung der nachfolgenden Jahre setzte genau an diesen Spannungsrissen an, sodass zum Schluss ein Gebilde entstand, das aufeinander gestapelten Käselaiben gleicht.

Eis- und Mühlsteinhöhlen, durch den Basaltabbau entstanden
Die Eis- und Mühlsteinhöhlen in Hohenfels-Essingen, Roth oder Birresborn laden zu einem abenteuerlichen Spaziergang ein. Der Basalt der Vulkaneifel eignete sich über Jahrhunderte zur Herstellung von Mühlsteinen, die in Papier- und Lohmühlen, aber auch in Getreide- und Ölmühlen zum Einsatz kamen. Durch den Abbau der Mühlsteine entstanden Höhlen, in denen sich in besonders kalten Wintern noch heute Eiszapfen von erstaunlicher Größe bilden. Kein Wunder, dass manche der Höhlen auch als Eislager benutzt wurden, wie beispielsweise die Birresborner Eishöhle, in der es auch im Sommer nicht viel mehr als sieben Grad wird. Manche der Höhlen werden von Fledermäusen als Winterquartier genutzt, daher sind nicht alle Höhlen ganzjährig geöffnet.

Wo die Römer einst Bergbau betrieben
Im Römerbergwerk Meurin bei Kretz in der Osteifel steigt man hinab in die einst unterirdische Arbeitswelt römischer Bergmänner und Soldaten. Taschenlampen werden nicht benötigt – durch den modernen Bimsabbau wurde der antike Steinbruch freigelegt. Große Teile der alten Bergwerksdecke sind heute verschwunden. Dafür führen gut begehbare Stege, Rampen und Treppen den Besucher nicht nur durch das Stollensystem, sondern auch darüber hinweg. So ist es wohl das einzige Bergwerk, das man aus der Vogelperspektive betrachten kann.
Auch das Bergwerk „die Pützlöcher” bei Kordel entstand in der Römerzeit. Es zählt zu den größten und ältesten römischen Bergwerken in Deutschland. Dort wurde nach Erzen gegraben.

Eifelmuseum und Deutsches Schieferbergwerk in Mayen
Wer tiefer in die Geologie der Eifel, ihre Landschaften, das Leben der Menschen in der Region sowie in den Schieferabbau eintauchen möchte, ist im Eifelmuseum auf der Genovevaburg in Mayen genau richtig. Im Schiefergestein tief unter der Burg lädt das Deutsche Schieferbergwerk dazu ein, sich mit der Entstehung ebenso wie mit dem Abbau des Moselschiefers zu beschäftigen. Viele Dächer in der Eifel sind mit dem schwarzen Schiefer gedeckt, der in den Schieferbergwerken rund um Mayen gefördert wird. Im Deutschen Schieferbergwerk wird auch das besondere Erlebnis „Bergwerk bei Nacht“ angeboten.