Ausflüge bei heißem Wetter mit Kindern: Felsengänge, Bergwerke, Grotten, Schluchten, Eiswelt, Gletscher und Höhlenburgen

Ausflüge bei heißem Wetter mit Kindern, da könnte Euch der Weg ins Kühlhaus der Metro führen. Doch außer halben Schweinehälften und Bergen von Wurst  ist dort kaum was sehen. Unsere Ideen für Ausflüge bei heißem Wetter mit Kindern zeigen Euch spannende Orte und bieten unvergeßliche Erlebnisse für die Familie.

Es gibt Vorurteile, die halten nicht einmal der kleinsten Überprüfung stand. Andere hingegen bestätigen sich. Eines in dieser Kategorie ist, dass die Nürnberger nebem dem Club (sprich “Glubb” der 1. FC Nürnberg) auch das Bier besonders lieben. Bereits 1380 tauchen in Urkunden die historischen Felsengänge auf. Hier verodnete der Stadtrat Keller die „zehen schuch tieff und sechzehen schuch weit…“sind. Wie kam es zu dieser ungewöhnlichen Bauordnung in Nürnberg? Ganz einfach: Hier brauten die Leute fleißig Bier (den Club gab es damals noch nicht) und den Gerstensaft mussten die Franken schließlich lagern. Wie die Maulwürfe buddelten die Nürnberger unter ihrer Stadt. Doch es gab noch andere Gründe Felsengänge anzulegen: Diese kühlen Tunnel dienten auch der Wasserversorgung und als Kasematten für die Verteidigung der Handelsmetropole. Im letzten Krieg überlebten hier viele Bürger die schweren Luftrangriffe vom 2. Januar 1945. Zwischen 35.000 und 40.000 Menschen sollen in den historischen Felsengängen ausgeharrt haben. Wenn es Euch in Nürnberg zu heiß ist mit den Kindern, meldet Euch für eine Führung. Über die Treppen beim Albrecht-Dürer-Denkmal geht es hinunter in die Unterwelt von Nürnberg. Während oben die Passanten von Schatten zu Schatten hetzen, habt es Ihr in den Felsengängen angenehm kühl.

Ausflüge bei heißem Wetter mit Kindern: In die Bergwerke am Grünten

 

Zum Allgäu fällt einem sicher viel ein: Berge, Murmeltiere, Wasserfälle, Seen, Almen, Käse und die Schlösser von König Ludwig II. Doch an eines denkt sicher keiner: Bergwerke! Über Jahrhunderte schlugen die Knappen oberhalb von Burgberg das Eisen aus dem Grünten. Wenn es Euch im Allgäu zum Bergsteigen ist, dann besichtigt doch diese Erzgruben. Mit der Bimmelbahn könnt Ihr von Burgberg hinauffahren. Am Eingang zum Museumsdorf bekommt Ihr eine Wissensralley für Kinder. In den einzelnen Blockäusern ist erklärt wo sich die Fundstellen befanden, aber auch wie hart das Leben untertage hier gewesen ist. Bergleute hatten hier kein langes Leben. Mit einem Museumführer geht es zu einer  engen Felsspalte. Dort  schlugen die Knappen das Eisenerz heraus.

Gemeinsam geht es in die Theresien-Grube. Doch zuvor bekommen alle Helme und Stirnlampen. Im Stollen und während der Führung erfahren die Kinder viel über die harte Arbeit der Bergleute. Nach dieser Besichtigung geht es in die Anna-Grube. Um den großen und kleinen Besuchern zu zeigen wie es damals in den Erzgruben zingen, stellen Figuren Szenen von der Arbeit unter Tage nach. Beeindruckt sind die Kinder von Fossilien im Felsen. Wie kommen denn Seeigel und Muscheln ins Allgäu? Fragt sich mancher.  Vor Millionen Jahren rauschte ein Ur-Meer über das heutige Allgäu. Die Museumsführer erklären kindgerecht, warum es diese uralten Meerestiere im Inneren vom Grünten zu sehen gibt. Noch heute sind die Auswirkungen vom Bergbau am Grünten sichtbar. Hier verhütteten die Eisenschmelzer das Erz und dazu brauchten sie Holz. Für eine Tonne Eisen mussten sie 100 Tonnen Holz verheizen. Außerdem stützten sie mit den Balken die Stollen ab und bauten sich ärmliche Hütten daraus. Aus diesem Grund ist der Grünten bis heute nur spärlich bewaldet. Daher auch seine Name: Grint sagen die Allgäuer zu einem kahlen Kopf. Wir bleiben auch an tropisch heißen Tagen im Allgäu ganz cool in den alten Stollen. Die Wanderung bei den Erzgruben in Zahlen:

  • Länge: 2,9 Km
  • Höhenmeter: 159
  • Dauer: 2 1/2 Stunden

Ausflüge bei heißem Wetter mit Kindern: Feengrotten verzaubern die Familien

8 – 10 °C zeigt das Thermometer in den thüringischen Feengrotten an, während es draußen um die 36 °C hat. Da macht selbst das Freibad nur wenig Spaß. Einen Weltrekord hält das ehemalige Bergwerk: Nirgendwo auf der Welt, gibt es eine Schaugrotte mit derart vielen natürlichen Farben. Wer glaubt, untertage ist alles nur schwarz der irrt sich. Mehr als 100 verschiedene Brauntöne gibt es hier zu bewundern. Seit die Feengrotten geöffnet haben, im Jahr 1914, ziehen sie die Besucher an. Auf drei Sohlen, so nennen Experten die “Etagen” in einem Bergwerk, beeindruckt eine bunte Welt aus Tropfsteinen und Wasser die Besucher. Beginnen wir mit dem obersten Stockwerk. Dort bekommen die Kinder einiges über die Arbeit und das Leben der Knappen zu sehen. Auch ein Heilstollen befindet sich dort. Weiter geht es runter in die mittlere, zweit Sohle. Hier entdeckten Experten 1910 die Feengrotten. Eigentlich suchten die Gelehrten, woher das Wasser kam. Es soll heilend gewirkt haben und bis vor 50 Jahren gab es das Wasser aus den Feengrotten in Flaschen abgefüllt zu kaufen. Dann versiegten die Quellen.Besonders beeindruckend ist die dritte Sohle. Der Märchendom zieht die Kinder in seinen Bann und der Name passt perfekt. Wie in einem Märchen sieht es hier aus. Bizarre Formen bilden die Tropfsteine und während übertage die anderen im Freibad schwitzen, träumen in die Feengrotten die Kinder bei 8 – 10 °C von Märchenhelden.

Ausflüge bei heißem Wetter mit Kindern: Zu den Dinos in der Bletterbachschlucht

Dinos motivieren die Kinder bekanntlich immer. Wie brachte s ein Bub auf den Punkt, der völlig begeistert aus der Bletterbachschlucht kam:”wie im Jurassic Park, nur viel besser!” drinnen” Das ist doch eine Ansage. Die Felsen in diesem Canyon in Südtirols Süden geben immer wieder ihre Jahrmillionen alten Schätze frei.Wo sich heute Europas geologisch einziger Canyon – die Bletterbachschlucht – erstreckt, lag einst Meeresboden, später grasten Saurier in den Wäldern. Bei geführten Wanderungen oder Entdeckungstouren auf eigene Faust bahnen sich Hobby-Geologen ihren Weg durch die Schlucht und gehen auf Zeitreise. Wir haben genau hingesehen und entdeckten Saurierspuren. Beeindruckt zeigten sich die Kinder von den riesigen, gut erhaltenen Abdrücke. “Der hatte mindestens Schuhgröße 95!” meint ein junger Wanderer beeindruckt.

Doch von den Sauriern gibt es noch mehr zu sehen. Pflanzenteile, zahlreiche Fraß- und Wühlspuren sowie Meeresablagerungen wie Muscheln, Schnecken und Kopffüßler.  Zum Wandern mit den Kindern auf den Spuren der Saurier bietet der Geoparc Bletterbach sieben unterschiedliche Expeditionstouren in und rund um den Grand Canyon Südtirols an. Ein abschließender Blick ins Besucherzentrum enthüllte uns die Faszination hinter den Steinen: 15.000 Jahre brauchte der kleine Bletterbach, um sich 400 Meter tief und acht Kilometer lang durch die Gesteinsschichten zu arbeiten. Dabei trug er 10 Millionen Tonnen Gestein ab und legte Schichten mit Fossilien frei, die zurück bis in die Tries-, Jura- und Kreidezeit vor bis zu 250 Millionen Jahren reichen.

Dino-Spuren sind zu sehen, von Langeweile keine Spur! In der Bletterbachschlucht wandern die Kindern gerne beim Familienurlaub in Südtirol. Copyright: Geoparc Bletterbach

Dino-Spuren sind zu sehen, von Langeweile keine Spur! In der Bletterbachschlucht wandern die Kindern gerne beim Familienurlaub in Südtirol.
Copyright: Geoparc Bletterbach

Ausflüge bei heißem Wetter mit Kindern: Kühler geht es kaum als in der Eisriesenwelt

Im Salzburger Land geht es frostig zu. Zumindest in der Eisriesenwelt. Es ist die größte Eishöhle Österreichs, die Größte ihrer Art in Europa und auch weltweit die Nummer eins. Entsprechend ist der Eintrittspreis, aber dieses einmalige Naturschauspiel im Tennengebirge lohnt sich. Im Sommer wollen dort mehr Leute vor den tropischen Temperaturen entkommen und alles sechs Minuten startet eine Führung. Diese dauert etwa 75 Minuten. Wichtig ist, dass Ihr warme Kleidung (die könnt Ihr beim Rausgehen wieder ganz schnell ausziehen) und feste Wanderschuhe dabei habt. Sonst rutscht Ihr in der größten begehbaren Eishöhle der Welt dauernd aus und schlottert vor Kälte. Selbst im Sommer herrschen hier Minusgrade! Die Outdoorer und Hitzgeschädigten bekommen Karbidlampen ausgehändigt und los gehts. Zuerst geht es über eine Treppe zur  „Posselthalle“. Der Boden erstahlt wie weißer Marmor in einem Schloß. Dabei ist dieser komplett vereist. Ebenso die Felsensäulen. Beeindruckt sind die Kinder von den gefrorenen Wasserfällen. Die größte Höhlenhalle ist der  „Alexander-von-Mörk-Dom“. Mit Kameraden erkundete er die Eishöhle und entdeckte der nach ihm benannten Halle. Von Mörk´s Urne ist in der Höhle beigesetzt, denn er fiel 1914 im Ersten Weltkrieg. Besonders beeindruckend ist der Rückweg. Hier führt der Weg durch einen Eistunnel

Ausflüge bei heißem Wetter mit Kindern: Auf zum Aletschgletscher, dem weißen Riesen Mitteleuropas

„Die Gletscher in den Alpen sind nicht mehr zu retten“, vermeldeten Schweizer Forscher im Sommer. Unvorstellbar, dass selbst ein Gigant wie der Aletschgletscher, UNESCO Welterbe und mit 23 Kilometern Länge der größte Gletscher der Alpen, Ende des Jahrhunderts verschwunden sein soll. Doch die Vorboten sind schon zu sehen: Da der Eistitan schmilzt, verliert der oberhalb gelegene Berghang seine Stütze und sackt talwärts. Das betroffene, glücklicherweise unbesiedelte Gebiet wurde gesperrt, neue Wege angelegt. So können Wanderer hier von sicherer Warte die Naturgewalt bei der Arbeit beobachten. Die Bergbahnen der Aletsch Arena sind seit geraumer Zeit auf solch geologisch bedingte Massenbewegungen eingestellt. Auf der Moosfluh findet sich heute die weltweit erste Bahnstation, die sich mit dem Untergrund bewegt. Was hätte man sich von den Eidgenossen auch anderes erwartet: Ein vorbildliches Überwachungssystem macht die Bahn in der Aletsch Arena gar zum „sichersten Verkehrsmittel der Schweiz“. Die Gletschertouren am Aletschgletscher sind ein einzigartiges Erlebnis. Aus nächster Nähe und gut gesichert erfahren Teilnehmer Spannendes über den Gletscher und die Folgen des Klimawandels. Geführte Gletscherwanderung zu den Eishöhlen, in die magische Unterwelt des Eisgiganten: Die sechsstündige Exkursion „Gletschertour Katzenlöcher” wird während der Sommersaison jeden Dienstag und Donnerstag ab Infocenter Bettmeralp angeboten. Sie ist geeignet für Erwachsene und Kinder ab 7 Jahren. Kosten: CHF 60.– Erwachsene/ CHF 40.– Kinder inklusive Steigeisen. Die Tour ist ausschließlich in Begleitung eines autorisierten Bergführers möglich!

Ausflüge bei heißem Wetter mit Kindern: Die perfekte Kombination an heißen Sommertagen aus Burg und Höhle

„Jeder muss bitte einen Helm aufsetzen!“ bittet der Burgführer seine Besucher. Nicht mit blechernen Ritterhelmen sind die Köpfe nun gesichert, sondern mit Bauhelmen. Die brauchen sie auch weil sie die bayerische Höhlenburg Stein besichtigen. Immer wieder gibt es in der Festung enge Stellen und hier könnten die Besucher mit ihren Köpfen am Ende gar die historischen Mauern beschädigen. Eine Stunde lang dauert die kurzweilige Führung durch die Höhlenburg. Schon in der Hallstattzeit (750 – 450 vor Christus) haben hier Menschen gelebt. Das beweisen Funde der Archäologen. Doch wann und wer diese Höhlenburg gebaut hat, ist bis heute ungeklärt. Auf diesem Felsenrücken oberhalb der Traun haben wahrscheinlich um das Jahr 1100 Arbeiter die ersten Wälle angelegt. Jede Generation der dort ansäßigen Burgherren hinterließ baulich seine Spuren. Doch was bei den Kindern und Erwachsenen deutlich besser ankommt als die historischen Daten: Der  wilde Raubritter Heinz von Stein. Historisch ist der grausame Kerl jedoch bis heute nicht nachgewiesen. Aber die Geschichten sind trotzdem super gruselig! Gegner soll der zwei Meter große  Raubritter  in den Brunnen geworfen haben. Dort ist eine Art Nagelbrett installiert gewesen. Dank eines Klappmechanismus spülte es die Ermordeten in die Traun und der Fluss erledigt den Rest. So die Sage.Militärisch gesehen ist die Felsenburg eine klassische Fehlplanung gewesen. Zwei Belagerungen, 1231 und 1435, hielt sie nicht stand. Doch den Kindern und manchen Erwachsenen sind solche historischen Tatsachen egal. Sie wollen die gruselige Geschichte hören. Dazu gehört auch wie der Raubritter Heinz von Stein das edle Fräulein Waltraut entführte. Dazu bediente er sich zweier geheimer Gänge.  Einer soll bis nach Törring führen  und der Zweite bis nach Trostberg. Das sind immerhin fünf Kilometer.  Bisher sind diese Gänge nicht gefunden, weil sie so geheim sind. Nur allzu gerne möchten die Kinder diese alten Gänge finden. Mit den Taschen- und Stirmlampen leuchten sie in jedes dunkle Loch bei der Burgführung.

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