Outdoor Ausrüstung richtig pflegen: Isomatten, Zelte und Co.

Outdoor Ausrüstung richtig pflegen und Ihr könnt das tolle Zelt deutlich länger nutzen. Das spart Geld und ist außerdem Nachhaltig. Wir geben Euch heute praktische Tipps, wie Ihr die Isomatte oder den Schlafsack in Schuss halten könnt.

Das Beste gleich vorweg: Eine Isomatte braucht wenig Pflege, wenn Ihr sie richtig lagert, bleibt sie deutlich länger funktionsfähiger. Die drei größten Fehler bei der Lagerung einer Isomatte sind:

  • Zusammengerollt lagern
  • das Ventil der Isomatte bleibt geschlossen
  • die Isomatte lagert in einem feuchten, warmen Raum
Wie lagert Ihr die Isomatten richtig? Auf keinen Fall zusammengerollt! foto (c) kinderoutdoor.de

In Fachgeschäften bekommt Ihr überall den gleichen Tip: Niemals die Isomatte lange zusammengerollt lagern. Dafür gibt es eine einfache Erklärung. In der Matte selbst befindet sich ein spezieller Schaumstoff. Dieser besteht aus Milliarden von Luftbläschen. Ist das Material über längere Zeit zusammengerollt, büßt es an der Fähigkeit ein, sich selbst aufzublasen. Wenn die Isomatte zu wenig Luft aufsaugt gibt es nur noch eine Alternative: Selbst aufpusten und damit ist die wichtigste Fähigkeit der Isomatte verloren. Wichtig ist auch, bevor Ihr die Isomatte einlagert, dass Ihr diese reinigt und trocknen lasst. Dazu braucht Ihr nur

  • Schwamm
  • weiche Bürste
  • warmes Wasser


Schlafsack pflegen: Eigentlich ganz einfach

Den Schlafsack pflegen geht alle Outdoorer an. Egal ob der Schlafsack mit Daune oder Kunstfasern gefüllt ist. Wenn Ihr ein paar Grundregeln beachtet könnt Ihr den Schlafsack über viele Jahre verwenden. Das gilt auch für Kinderschlafsäcke.

“Zuerst in der Mitte falten und dann ganz straff zusammenrollen!” erklärte ein Kunde dem verwunderten Verkäufer in einem Outdoorladen, wie ein Rucksack richtig zu lagern ist. Wahrscheinlich hatte der Outdoorer das so bei seinem Wehrdienst gelernt. Experten empfehlen eine andere Art den Schlafsack optimal zu lagern: Stopfen statt rollen oder falten. Dafür gibt es ein gutes Argument. Wer den Schlafsack wie ein japanisches Origamiblatt faltet, der knickt das Füllmaterial immer an den selben Stelle und schädigt die Isolierung. Eine lustige Szene die ich einmal bei Zelten in Italien sah: Das stopfte der Camper seinen Schlafsack in den Kompressionssack und zwar mit der Öffnung zuerst. Es bildet sich am Ende eine Luftblase im Schlafsack und deshalb brachte er das Ganze nicht mehr in den Kompressionssack. Deshalb: Mit dem Fußende zuerst den Schlafsack in den Kompressionsbeutel, dann kann die Luft entweichen. Wenn Ihr den Schlafsack nicht benötigt lagert ihn in einem großen Beutel aus Baumwolle oder einem Netz. Dann kann sich der Schlafsack entfalten.

Den Schlafsack pflegen solltet Ihr regelmäßig, aber möglichst auf das Waschen verzichten. foto (c) kinderoutdoor.de

Achtet vor dem Waschen des Schlafsacks auf die Waschhinweise des Herstellers. foto (c) kinderoutdoor.de

Weniger ist oft mehr! Das gilt auch für die Pflege vom Schlafsack. foto (c) kinderoutdoor.de

Schlafsack pflegen: Möglichst wenig waschen

Was Kinder schon immer fordern, wenn es um die schmutzige Kleidung geht, dürft Ihr beim Schlafsack umsetzen: Wascht ihn möglichst wenig. Denn jeder Waschgang kann die Bauschfähigkeit vermindern. Deshalb lüftet den Schlafsack besser über einige Tage konsequent aus. Den Schmutz an der Außenseite wischt Ihr mit einem feuchten Lappen ab und lasst das Ganze trocknen sowie auslüften. Wenn Ihr wirklich der festen Meinung seid, dass Ihr den Schlafsack waschen wollt, dann lest Euch zuerst die Waschanleitung vom Hersteller durch. Dort steht oft auch, welche Waschmittel Ihr vermeiden solltet. Vermeidet auf jeden Fall Weichspüler. Für einen Schlafsack der mit Daunen gefüllt ist, verwendet bitte ein spezielles Daunenwaschmittel. Bevor der Schlafsack in die Waschmaschine kommt, untersucht ihn ob irgendwo Risse sind. Bessert diese aus, damit während des Waschens nicht noch mehr Isoliermaterial austritt. Außerdem macht Ihr die Reißverschlüsse vom Schlafsack zu. Beim Lagern braucht der Schlafsack Platz, aber auch in der Waschmaschine. Deshalb wascht ihn ohne weitere Wäsche in der Trommel. Entsprechend dem Waschhinweis vom Hersteller wählt Ihr das entsprechende Waschprogramm. Wer den Schlafsack intensiv pflegen will, wäscht ihn mit der Hand. Dazu füllt ihr die Badewann mit lauwarmen Wasser (ihr könnt anschließend darin ein Vollbad nehmen) und gebt das spezielle Waschmittel hinzu. Zuerst muss die Luft aus dem Schlafsack entweichen und lasst den Schlafsack gut eine Stunde einweichen. Jetzt seid Ihr beim Ausspülen gefordert. Dazu braucht Ihr viel Wasser und mit einem Schwamm wischt Ihr Flecken vom Waschmittel weg. Zum Schluss drückt Ihr in der nun leeren Badewanne den Schlafsack aus. Wringt auf keinen Fall das Wasser raus. Damit schädigt Ihr das Füllmaterial. Egal ob Ihr den Schlafsack in der Waschmaschine oder per Hand gewaschen habt, dessen Gewicht ist nun deutlich höher als zuvor. Es besteht die Gefahr, dass im Inneren die Kammern reißen oder das Faservlies Schaden nimmt. Deshalb legt den nassen Schlafsack in einen Wäschekorb und bringt ihn so zum Trocknen. Ideal ist es den Daunenschlafsack im Trockner zu trocknen. Gebt drei Tennisbälle mit hinein und stellt die Temperatur nicht höher als 40 Grad. Beim nassen Kunstschlafsack öffnet Ihr den Reißverschluss und lasst ihn an der Luft trocknen. Manche Outdoorläden, wie Globetrotter, bieten einen professionellen Waschservice für Schlafsäcke an. Damit lagert Ihr diese anspruchsvolle Arbeit an Experten aus. Vermeidet es den Schlafsack zu waschen und lüftet ihn dafür intensiv. Weniger waschen ist bei diesem Outdoor-Equipment oft deutlich mehr. So könnt Ihr den hochwertigen Schlafsack viele Jahre nutzen.

Zelt pflege: Wenig Arbeit, große Wirkung

Ein Zelt richtig pflegen ist keine Kunst und verursacht wenig Aufwand. Es lohnt sich, denn das Zelt hält so länger und Ihr könnt Euch auf das Material während der Tour oder dem Campingurlaub verlassen. Wir zeigen Euch wie Ihr vor der Tour das Zelt richtig pflegt, was Ihr während der Tour tun solltet und wenn Ihr wieder zuhause seid.

Gruft. So roch es im Zelt. Wie in der Gruft von einem alten Kloster, Burg oder Schloss kam ich mir vor. Ein modriger, schimmliger Duft. Von einem guten Freund hatte ich mir das Zelt ausgeliehen. Offensichtlich hatte er vergessen, sein nasses Zelt nach der Tour zum Lüften aufzuhängen. Mit der Stirnlampe sah ich mir das Malheur an. Überall hatte es an der Innenseite Stockflecken. So konnte ich nicht schlafen. Ich stellte nur das Außenzelt auf und legte mich darunter.

Ein Zelt richtig pflegen ist mit wenig Aufwand verbunden und Ihr könnt über viele Jahre das Zelt nutzen.
foto (c) kinderoutdoor.de

Zelt richtig pflegen: Vor der Tour einmal das Ganze durchchecken

Nehmt Euch kurz Zeit und baut vor dem Urlaub das Zelt komplett auf. Untersucht es auf Schäden.

  • Wie laufen die Reißverschlüsse? Wenn sie klemmen, holt einen Silikonspray und plötzlich laufen die Reißverschlüsse wieder besser.
  • Ist das Gestänge komplett, verbogen oder beschädigt? Dann wechselt es aus.
  • Wie dicht sind die Nähte? Seht Euch die Nähte genau an und wo Ihr es für nähtig haltet, bessert mit dem Nahtdichter nach. Ansonsten habt Ihr im ersten Regen eine Tropfsteinhöhle als Unterkunft.
  • Besonders kritisch ist der Punkt, wo sich das Gestänge kreuzt. Hier kann es durch Reibung zu Schäden an dem Außenzelt kommen.
  • Gibt es sichtbar Löcher oder Risse? Ideal ist es, diese Schäden zuhause zu beheben. Dazu bekommt Ihr im Fachhandel entsprechende Flicken zum Reparieren. Problematisch ist es, wenn Ihr ein Außenzelt habt, dass mit Silikon beschichtet ist. Dazu ist es am besten, Ihr wendet Euch an den Hersteller oder Händler.

Zelt richtig pflegen: Vor der Tour einmal das Ganze durchchecken

Euer Zelt ist in Ordnung und Ihr habt es in den Rucksack oder den Packsack verpackt. Den Lagerplatz habt Ihr erreicht und wollt das Zelt aufstellen. Ob Ihr es glaubt oder nicht, hier beginnt die richtig Zeltpflege.

  • Sucht den ebenen Boden ab. Liegen hier spitze Äste oder Steine? Räumt diese weg. Problematisch ist auch Harz. Das kann Euch die Außenplane und den Boden verkleben.
  • Ganz coole Outdoorer lassen das Gestänge zusammenschnalzen. Das ist weniger ideal. Besser ist es, wenn Ihr jedes einzelne Modell zusammensteckt.
  • Wenn Du ein Zelt hast, bei dem Du das Gestänge nicht einklipst, sondern durch einen genähten Kanal schiebst, tu das entsprechend vorsichtig.
  • Mit brachialer Gewalt Heringe in den Boden zu hämmern ist weniger optimal. Dadurch könnt Ihr diese verbiegen. Verlängert die Spannschnur uns sucht Euch eine Stelle in die Ihr den Hering leichter in den Boden bekommt.
  • Kehrwoche im Zelt! Schüttelt hin und wieder das Zelt aus, denn Schmutz und Steinchen können den Boden beschädigen. Ihr könnt Euch auch mit den Kindern den Ast von einem Nadelbaum suchen und ihn als Handbesen verwenden.
  • Wichtig ist es auf der Tour, dass Ihr das Zelt immer möglichst trocken verpackt.
  • Bitte kocht nicht im Zelt. Dadurch kann es Feuer fangen und die Beschichtung einen Schaden davon tragen.
  • Lüftet das Zelt regelmäßig. Selbst bei den besten Modellen bildet sich Kondenswasser.

Zelt richtig pflegen: Nach der Tour ist vor der Tour

Der Outdoor-Urlaub ist vorbei. Ihr seid wieder zuhause. Um das Material zu schonen, solltet Ihr Euch ein wenig um das Zelt kümmern. Der Aufwand dafür ist gering und Ihr habt bei der nächsten Tour ein zuverlässiges, funktionsfähiges Zelt.

  • Innenzelt vom Außenzelt trennen. Beide getrennt voneinander zum Trocknen aufhängen. Öffnet zuvor alle Reißverschlüsse vom Zelt. Ideal ist ein Dachboden, denn dort bekommt das Material wenig UV Strahlung ab.
  • Untersuche das Zelt ob es beschädigt ist oder Risse aufweist.
  • Wenn es grob verschmutzt ist, kannst Du es mit einem Schwamm und Wasser reinigen. Bitte stecke es nicht in die Waschmaschine. Auch wenn es lustig klingt, solche Spezialisten gibt es wirklich!
  • Sind die Heringe und das Gestänge vollzählig?
  • Erst wenn das Zelt komplett getrocknet ist, packst Du es wieder ein.

Gore-Tex Schuhe richtig reinigen

GORE-TEX®  Schuhe sollen die Füße trocken halten. Zum einen weil diese Membran den Fußschweiß nach aussen abgibt und zum anderen, weil GORE-TEX®  verhindert, dass Wasser in den Schuh eindringt. Soweit die Theorie. Trotzdem brauchen die Schuhe eine besondere Pflege. Zeit mit Vorurteilen aufzuräumen.

Gore Tex Schuhe richtig pflegen und sie bleiben wasserdicht. foto (c) kinderoutdoor.de

Gore Tex Schuhe sind wasserdicht, wenn Ihr Euch um das Außenmaterial kümmert. foto (c) kinderoutdoor.de Grafik (C) W.L. Gore Assc. GmbH

GORE-TEX® Schuhe haben es manchen Foren-Teilnehmern besonders angetan. Da gibt es unzählige Tipps, was für diese wasserdichten Wanderschuhe richtig und falsch ist. Dabei ist alles ganz einfach. Sehen wir uns einmal einen Wander- oder Outdoorschuh an, der mit GORE-TEX®  ausgerüstet ist. Von außen weist nichts, außer dem kleinen Aufnäher oder einem Schildchen auf die Membrane hin. Denn was Ihr seht ist das Obermaterial. Bekannte Bergschuster wie Meindl, Lowa oder Hanwag verwenden hochwertiges Leder oder es kommen diverse Kunstgewebe zum Einsatz. Gehen wir eine Schicht weiter. Die Schuhmacher sprechen von einem Schutzgewirke. Diese liegt direkt auf der Membran. GORE-TEX®  selbst kommt als dritte Schicht. Anschließend folgt das Innenfutter. Wie will jemand die Membrane pflegen, wenn zwei Schichten Material darüber sind? Problematisch ist das Außenmaterial.

Gore Tex Schuhe brauchen ein atmungsaktives Außenmaterial. foto (c) kinderoutdoor.de Grafik (C) W.L. Gore Assc. GmbH

Gore Tex Schuhe sind nicht aufwändiger zu pflegen als solche ohne Membrane. foto (c) kinderoutdoor.de

GORE-TEX® Schuhe optimal pflegen: Alles kein Hexenwerk

Die bekannten Hersteller haben Zettel in den Schuhkartons wie Ihr diese Wanderschuhe optimal pflegt. Verwendet Ihr zuviel Lederöl, dann beeinträchtigt das vor allem das Außenmaterial aus Leder. Es ist nicht mehr atmungsaktiv. Um mit dem Lederöl die Membrane zu schädigen müsst Ihr den Schuh, überspitzt gesagt, flaschenweise mit Lederöl übergießen. Wer möchte, dass die Membran im Wander- oder Outdoorschuh funktioniert, der kümmert sich um das Außenmaterial. Dazu gehört auch, dass nach einer gewissen Zeit das Wasser nicht mehr daran abperlt, sondern das Material (vor allem Rauhleder) es aufsaugt. Das kann dazu führen, dass über das Futter die Nässe ins Innere vom Schuh gelangt. Meistens steht das Futter ein wenig über das Innere vom Schaft hinaus.. Die Folge: Ihr bekommt nasse Füße. Deshalb ist es sinnvoll ältere Wanderschuhe am Anfang der Saison mit einem Spray nachzuimprägnieren. Diese Imprägniermittel bekommt Ihr im Outdoor- oder Sportgeschäft.

So bleibt der Rucksack fit!

Rucksack richtig pflegen ist keine Kunst, auch wenn manche Outdoorer sich in diversen Foren unglaublich aufspielen. Wer seinen Rucksack richtig pflegt, der kann einige Jahre damit auf Trekkingtouren unterwegs sein. Das gilt auch für Kinderrucksäcke. Außerdem räumen wir mit einigen Mythen auf.

“Mit dem bin ich vor dem Studium auf Interrail unterwegs gewesen!” freut sich ein guter Freund von mir und zeigt mit seinen Tatonka Yukon. Ein echter Oldtimer unter den Trekkingrucksäcken. Immer noch gut sieht dieser Klassiker aus und der Besitzer möchte keinesfalls darauf verzichten. “Du glaubst nicht, wo der Rucksack mich überall hinbegleitet hat” da kommt der Outdoorer ins Schwärmen. Allerdings hat er in all den Jahren einiges getan, um das Material zu pflegen. Kein großer Aufwand ist dazu nötig. Wer sich aber in kürzester Zeit von seinem Rucksack verabschieden möchte, der steckt ihn in die Waschmaschine. Sämtliche bekannten Outdoor-Marken raten davon dringendst ab. In der Waschmaschine kommt es zu Belastungen, für die das Material nicht ausgelegt ist. Dadurch scheuert es stark ab und Rückstände vom Waschmittel im Material können, in Kombination mit den UV Strahlen der Sonne sowie Schweiß, chemisch reagieren. Auch kann ein in der Waschmaschine gereinigter Rucksack allergische Reaktionen auf der Haut auslösen. Selbst wenn es sich anbietet, den verschmutzten Tages- oder Bikerucksack in die Waschmaschine zu stopfen. Wenn es ganz schlecht läuft, lösen sich Teile der Verschlüsse und die Waschmaschine ist dann auch noch kaputt. Je nachdem wie intensiv Ihr einen Rucksack nutzt, ist es nötig ihn zu waschen oder darauf zu verzichten.

  • Rucksack und Waschmaschine passen nicht zusammen!

Rucksack richtig pflegen: Bevor der Tornister wie ein Esel duftet, weicht Ihr den Rucksack ein und wascht ihn gründlich per Hand aus.
foto (c) kinderoutdoor.de

Rucksack richtig pflegen: Schwamm und milde Seife

Renommierte Hersteller von Rucksäcken schlagen einen anderen Weg vor, wenn es um das Reinigen geht. Lasst ein wenig Wasser in die Badewanne ein und gebt eine milde Seife, sie ist ph-neutral, hinein. Bevor Ihr den Rucksack reinigt, räumt ihn bitte komplett aus. Auch die Regenhülle kommt mit raus. Zuerst lasst Ihr den Rucksack einweichen. Nehmt einen Schwamm und einen weichen Lappen um die gröbsten Verschmutzungen zu beseitigen.Wenn sich Salzränder vom Schweiß gebildet haben, rubbelt diese heraus. Dasgleiche gilt für Salzwasser, dass sich auf dem Material verewigt hat und dort eingezogen ist. Groben Schmutz entfernt Ihr mit einer angefeuchteten Bürste. Wenn ihr mit dem Ergebnis vom Waschgang zufrieden seid, spült den Rucksack gründlich mit klaren Wasser aus. Drückt ihn immer wieder zusammen und spült das Material aus. Ansonsten kann es sein, dass Ihr bei der nächsten Tour im strömenden Regen zu schäumen beginnt. Wenn der Rucksack länger in Kontakt mit Tieren wie einem Yak, Kamel oder Esel gewesen ist, dann “duftet” er immer noch danach. Auch hier kann ein weiterer Waschgang hilfreich sein. Bitte lagert den Rucksack trocken und gebt ihn keinesfalls in den Trockner, sonst nimmt er Schaden. Lagert ihn nach der Wäsche trocken und lasst ihn dabei gut belüften. Öffnet dazu alle Taschen und den Deckel. Es gibt Problemstellen, in denen hält sich nach Tagen die Nässe. Dazu gehört das Fach, indem die Trinkblase hineinkommt oder die Balgtaschen. Stopft diese schwer zugänglichen Stellen mit zusammengeknüllten Zeitungspapier aus.

Pflegeutensilien:

  • Schwamm
  • Bürste
  • Tuch
  • Wasser
  • milde Seife

Rucksackpflege: Kleine Risse ausbessern und Reißverschlüsse in Gang halten

Wer in den Bergen unterwegs ist, der kennt den Verschleiß von einem Rucksack. Einmal zu kräftig am Felsen entlang und schon ist ein kleiner Riss entstanden. Bei den örtlichen Outdoor- und Sporthändlern bekommt Ihr die passenden Sets, um diese kleinen Schäden selbst auzubessern. Stellt Ihr fest, dass die eine oder andere Schnalle am Rucksack beschädigt ist, tauscht diese aus. Ersatzteile bekommt Ihr auch bei den Fachhändlern. Ein weiteres Problem, nach intensiver Nutzung, sind die Reißverschlüsse. Sobald Ihr viel Kraft anwenden müsst, ist es höchste Zeit. Mit einem speziellen Silikonspray bekommt Ihr den Reißverschluss wieder zum Laufen. Wer seinen Rucksack regelmäßig pflegt, kann viele Jahre tolle Touren mit ihm unternehmen.

So bleiben die Outdoor Schuhe fit!

Outdoor Schuhe brauchen regelmäßig ein wenig Pflege, sonst kann es auf der Tour die einen oder andere böse Überraschung geben. Außerdem kann so jeder Outdoorer einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Ein handwerklich hochwertig gefertigtes Paar Outdoorschuhe, kann einige Jahre halten. Wenn die Pflege stimmt.

Vor der Tour ist nach der Tour. Erfahrene Alpinisten kümmern sich um Ihre Bergschuhe, bevor sie sich den Rucksack schultern.

  • Seht Euch die Schuhe an: Haben sie Risse oder andere Schäden? Löst sich vielleicht an der einen oder anderen Stelle die Sohle?

wenn dies der Fall ist, dann ab damit zum Schuster oder zum Fachhändler. Der kann die Schuhe an den Hersteller schicken und sie dort reparieren lassen. So bieten einige Produzenten von Outdoor Schuhen an, diese neu besohlen zu lassen. Bevor Ihr zum vermeintlichen Superkleber greift und versucht selbst die Sohlen wieder zu fixieren, lasst bitte Experten ran. Ihr spart Euch Geld und müsst nicht die alles andere als gesunden Dämpfe vom Superkleber einatmen.

Auch die Einlegesohlen brauchen ihre Waschgelegenheit. foto (c) kinderoutdoor.de
  • Drang Nässe bei der letzten Tour in den Schuh ein?

Höchste Zeit den Outdoor Schuh neu zu imprägnieren. Beginnt damit erst, wenn die Schuhe gesäubert sind. Es gibt “Helden” die sprühen über die Dreckschicht. Wenn Ihr Schuhe mit Membranen, habt wie GORE-TEX, sucht Euch einen entsprechenden Spray aus. Auch hier heißt es Augen auf! Der bayerische Bergschuster LOWA bietet seine neue Schuh-Pflegeserie an. Ab sofort sind alle Pflegemittel von LOWA PFC-frei. Das ist ein wichtiger Schritt beim Bemühen der bayerischen Marke, möglichst nachhaltige Produkte in jedem Bereich anzubieten. Der Verzicht auf per- bzw. polyfluorierte Chemikalien (PFC) macht die Pflegeprodukte umwelt-freundlicher. Neu im Programm ist dabei das Reinigungsmittel LOWA Shoe Clean, das zu 90 Prozent auf natürlichen Bestandteilen wie Bambus basiert. Dieses ermöglicht eine effektive und gründliche Reinigung von Leder und synthetischen Materialien. In Kombination mit dem ebenfalls neuen LOWA Water Stop PRO sowie der LOWA Active Creme ist damit eine gründliche und nachhaltige Reinigung, Imprägnierung und Pflege möglich. Auch hier lässt sich ein kleiner Beitrag zum Schutz der Umwelt leisten.

  • Sind Deine Schuhe aus Leder, haben KEINE Membrane und deshalb gewachst?

Mit einem Mulltuch kannst Du das Wachs ideal auf das Leder bringen. Noch leichter geht diese Arbeit von der Hand, wenn Du zuvor das Wachs ein wenig erwärmst. So kann dieses natürliche Pflegemittel perfekt in die Poren vom Leder einziehen. Bitte wachse auf keinen Fall Outdoor Schuhe mit Membranen. Im schlimmsten Fall funktioniert diese nicht mehr.

Schuhpflege unterwegs: Schuhe sind keine Sonnenanbeter

Keine Sorge, Du brauchst kein komplettes Pflegeset für die Outdoor Schuhe in den Rucksack packen. Legst Du unterwegs eine Pause ein oder bist auf der Hütte angekommen. Entferne die Einlegesohle und schüttle den Schuh kurz aus. Zwischen der Einlegesohle und dem Schuh kann Schmutz geraten, mit jedem Schritt schabt dieser hin und her. Nasse Schuhe, weil Du in den Bach gestiegen oder in den Regen geraten bist, stellst Du bitte nicht in die pralle Sonne. Das Leder trocknete zu schnell und verliert seine Geschmeidigkeit. Es kann sogar zu Rissen im Leder kommen. Weniger schlau ist es auch, in der Hütte die nassen Schuhe auf den Ofen oder vor die Heizung zu stellen.

Mit einem nassen Lappen die Raulederschuhe reinigen. foto (c) kinderoutdoor.de

Raus mit den Schnürsenkeln

Wenn die Outdoor Schuhe noch richtige Schuhbänder haben und kein Quicklace System oder eine Boa, dann entfernt diese bevor Ihr zu reinigen beginnt. Wenn die Schuhbänder schon etwas zerfleddert sind, dann habt Ihr jetzt einen guten Grund diese auszutauschen.Im nächsten Arbeitsschritt reinigt Ihr die Schuhe grob. Wenn Ihr durch knöcheltiefen Matsch gewatet seid, dann fällt dieser Schritt intensiver aus, als wenn die Outdoorkids damit jeden Tag in den Kindergarten oder Schule unterwegs sind. Nehmt eine grobe Wurzelbürste, macht die Schuhe von außen nass und bürstelt den Schmutz weg. Sind die Treter besonders schlimm verschmutzt und lässt sich die Form sowie die Farbe vom Leder nur noch erahnen, verwendet ein spezielles Mittel um die Schuhe zur reinigen. Wenn das Obermaterial aus Leder besteht, dann heißt es jetzt aufpassen. Wie bei Eurer Haut öffnet warmes Wasser die Poren vom Leder. Deshalb spült das Mittel zum Reinigen gründlich aus. Lasst die Schuhe trocknen. Stellt sie bitte keinesfalls auf die Heizung oder zum Ofen. Ebenso wenig schlau ist die Idee, nasse Lederschuhe in die pralle Sonne zu stellen. Das Leder trocknet zu schnell aus und es bekommt Risse. Manche davon sind winzig klein, andere an der Schuhoberfläche gut zu erkennen. Dieses natürliche Material ist nun nachhaltig geschädigt. Ein anderer wichtiger Tipp: Feuchte Keller oder Räume sind alles andere als optimal für die frisch “gewaschenen” Outdoor Schuhe. Dort kann sonst der Schimmel einziehen. Wenn die Schuhe wieder trocken und gepflegt sind, dann solltet Ihr Ihr auch dafür sorgen, dass sie in Form bleiben. Weniger ratsam ist es, die Wanderschuhe mit zerknüllten Zeitungspapier auszustopfen. Das kann nämlich zu schimmeln anfangen und dann habt Ihr eine Pilzkultur in Euren Trekkingstiefeln. Deshalb ist es sinnvoll ein wenig Geld in Schuh-spanner zu investieren. Damit bleiben die Wanderschuhe garantiert in optimaler Form und es müffelt auch nicht. Gegen schlechte Gerüche gibt es Sprays.

Besucht uns!