Kinder Outdoor Wochenende in Albstadt: Traufkante, Hexenküche und Holzfass

Ein Kinder Outdoor Wochenende auf der Schwäbischen Alb, schont das Budget und bietet ein maximales Erlebnis für die Familie. Entspannt geht es hier zu. Gemeinsam übernachtet die Familie in höchst seltsamen Unterkünften und lässt sich in der Hexenküche verzaubern. Wir sind Euch in Albstadt vor Ort gewesen.

Ob Besuch in der Hexenküche oder Wanderung mit Blick auf eine echte Märchen-Burg: Die Premium-Wanderregion Albstadt bietet nicht nur entspannende Auszeiten inmitten der malerischen Naturlandschaft Schwäbische Alb, sondern auch allerlei Action für ein unvergessliches Wochenende mit der ganzen Familie. Da wird in einem Holzfass geschlafen, die „Küche“ einer Hexe im Wald erkundet und im Kletterpark geklettert. Wer will, kann sich anschließend noch auf dem Abenteuerspielplatz oder im Schwimmbad auspowern. Mit seiner Lage im Herzen Baden-Württembergs ist Albstadt in weniger als drei Autostunden von deutschen Großstädten wie Frankfurt, Stuttgart oder München erreichbar.

Ungewöhnlich übernachten mit Kindern: Bei Albstadt könnt Ihr in Holzfässern nächtigen. foto (c) kinderoutdoor.de


 

Freitag: Check-In im Holzfass oder Stelzenhaus

Langweilige Hotelzimmer? Sucht Ihr in Albstadt vergebens. Auf dem Campingplatz Sonnenhang bei Albstadt auf der Schwäbischen Alb stehen riesige Holzfässer zum Übernachten. Keine Sorge, darin riecht es weder nach Wein, Bier oder gar Sauerkraut. In Terrassen ist die Anlage an einem Südhang angelegt und entsprechend von der Sonne verwöhnt. Auch wenn es kaum zu glauben ist: Albstadt, hier findet 2020 die Mountainbike Weltmeisterschaft statt, gehört zu den sonnenreichsten Orten in Deutschland. In den Schlaffässern, sie sind zu 100% aus Holz in Finnland gefertigt, gibt es von vier bis sechs Plätze zum Schlafen. Ein unglaubliches Erlebnis für die Kinder. Wenige Meter unterhalb befindet sich das Erlebnisbad Badkap mit Rutschen, Wellenbad und großer Spiel- und Liegewiese – ideal für den Start der Familie ins Wochenende!

Samstagvormittag: Zu Besuch in der Hexenküche

Am Boden erkennt man noch die Überreste: Ein Kreis mit schwarzer Erde und verbrannten Steinen. Auch die dicken Wände sind geschwärzt. In der Ecke lehnt ein Besen. Als komme sie jeden Moment wieder – die Hexe. Die Hexenküche ist eine Felsformation oberhalb von Albstadt, ihren Namen hat sie von den Einheimischen selbst. Denn wenn Nebel aus dem Wald aufsteigt, sieht es im Tal so aus, als würde die Hexe wieder kochen. Heute ist die Hexenhöhle der Höhepunkt der vier Kilometer langen Premium-Kurzwanderung „Traufgängerle Hexenküche“ speziell für Familien. Wir wollten es wissen und fuhren selbst nach Albstadt. Ein paar hundert Wandertouren aus den Netz lieblos zusammenschustern ist weniger unser Ding. Albstadt ist bei vielen als Outdoor-City oder Mountainbike City bekannt. Hier ist der Firmensitz von der  Outdoormarke Maier Sports. Regelmäßig ist hier der Mountainbike Weltcup zu Gast und es gibt um Albstadt vielfältige Wanderung. Besonders interessant sind die Premiumwege “Traufgänge”. Für die meisten Kindern sind diese jedoch zu anstrengend. So hat der Traufgang Hossinger Leiter knapp neun Kilometer Länge und über 290 Höhenmeter bergauf. Hier haben die Verantwortlichen eine Lücke entdeckt und diese jetzt geschlossen mit dem Traufgängle “Hexenküche”. Der Rundweg beginnt beim Parkplatz Waldheim. Hier gibt es auch einen Biergarten, Waldgaststätte und einen wunderbaren Waldspielplatz. Die ganze Familie ist somit umsorgt.

Erlebniswandern mit Kindern: Wildschweine, Felsen, Höhlen und ein Aussichtsturm zum Glück der kleinen Wanderer

Mit einem asphaltierten Weg durch den Stadtpark hat dieser Erlebniswanderweg soviel gemein, wie das Festival in Wacken mit den Festspielen in Bayreuth. Es ist ein naturbelassener Weg. Dies ist schon zu sehen, wenn es durch das Hexentor am Parkplatz losgeht. Ein schmales Band aus Kies zieht sich durch den Wald. Wer keine Oberarmmuskeln wie Mike Tyson besitzt, sollte auf den Kinderwagen unbedingt verzichten. An vielen Stellen ist damit kein Durchkommen. Schultert Euch am besten eine Kindertrage. Los geht´s in die Hexenküche.

Ein besonderer Tipp von uns!

Bevor Ihr mit den Kindern auf dem Traufgängle Hexenküche loswandert, bastelt doch mit den Kleinen einen Hexenbesen, auf dem sie über den Weg fliegen können. Dazu braucht Ihr

  • Einen geraden Stock
  • Reisig
  • Schnur oder eine Waldranke

Der Erlebnisweg befindet sich im Wald und in kürzester Zeit habt Ihr mit den Kindern das Material zusammen. Bindet um ein Ende vom geraden Stock den Reisig und in wenigen Minuten ist der Hexenbesen fertig.

So jetzt sind die Kleinen optimal ausgerüstet. Nach etwa 600 Metern hört Ihr es laut schnaufen und scharren. Hexen? Nein, es sind Wildschweine. Die Rotte durchwühlt im Gehege genüsslich mit den Rüsseln den Waldboden. Der erinnert mehr an den bedauerlichen dauerhaften Zustand von manchem Kinderzimmer. Auf einer überdachten Aussichtsplattform lassen sich die Tiere wunderbar beobachten. Außerdem sind im Wald als Schatten verschiedene Waldtiere dargestellt. Wie diese Waldbewohner wohl heißen? Unterwegs gibt es in der ersten Hälfte noch einen ausgehöhlen Baumstamm zum Reinkelltern oder verstecken. Bald wisst Ihr warum dieser Erlebnisweg für Kinder so genial ist. Ihr kommt wieder beim Parkplatz mit dem Abenteuerspielplatz nach gut zwei Kilometern heraus. Wer möchte, kann hier die Tour beenden. Aber dann entgehen Euch bizarrste Felsformationen. Weiter geht es zur eigentlichen Hexenküche. Woher haben diese Felsen im Wald ihren Namen? Wie mir Eingeborene erzählten, steigen immer wieder Dunstschwaden aus diesem Teil des dichten Buchenwaldes.

Alles im Blick! Von dieser Aussichtsplattform entgeht den Kindern im Gehege der Wildschweine nichts. foto (c) kinderoutdoor,de

Wenn also die Nebelschwaden aufsteigen dann sagen manche Leute in Albstadt ” Da kocha die Hexa!” Unterwegs bieten sich immer wieder tolle Tiefblicke auf Albstadt. Aber vorsichtig sein bitte. Wer keinen fliegenden Hexenbesen sein Eigen nennt, der kann tiefer fallen als mancher Prominente der im Dschungelcamp Würmer und andere ekligen Dinge vor laufender Kamera verspeisen muss.Durch ein Portal aus Felsen wandert Ihr in die faszinierende Welt der Hexen. Wichtig ist aber, damit Ihr Euch keinen Hexenschuss einfangt, zieht Wanderschuhe an. Bekanntlich sind Laufschuhe zum Laufen da oder Turnschuhe zum Turnen. Deshalb bleiben diese Treter zuhause. Immer wieder gibt es in der links neben dem Traufgängele aufragenden Felsen kleinere “Höhlen”. Für die Kinder das absolute Abenteuer. An einer offenen Grotte steht tatsächlich ein Hexenbesen und die Felsendecke ist verraucht. Ganz klar: Hier lebt die Hexe. Rauf geht es wieder und bald erreicht Ihr Baumstämme zum Klettern. Wer möchte wandert zum Schloßfelsen. Gleich vorweg. Hier stand einmal ein Schloß, besser gesagt eine Burg. Hier auf dem Felsensporn oberhalb vom Stadtteil Ebingen stand einmal Burg Häringsteing. Wahrscheinlich um das Jahr 1100 errichtet. Bereits gut 200 später ist von der Festung kaum mehr was zu sehen. Steigt auf dem dortigen Aussichtsturm. Er ist 24 Meter hoch und bietet Euch, wenn die Hexen nicht in den Wäldern kochen und Nebel aufsteigt, einen wunderbaren Blick. Gegenüber von Euch ist der Ochsenberg sowie der Malesfelsen. Wenn es das Wetter besonders gut mit Euch meint, sind sogar die Schweizer Alpen zu sehen. Und das alles kostenlos. Vom Schlossfels sind es um die 600 Meter bis Ihr das Ziel und zugleich den Ausgangspunkt der Erlebnistour für Familien erreicht habt. Hier ist es höchste Zeit für eine Einkehr im Waldheim. Typische schwäbische Spezialitäten kommen hier frisch auf die Tische. Während die Kinder auf dem Waldspielplatz toben,könnt Ihr in Ruhe das Essen verspeisen. Was für ein seltener Luxus! Sollten die Kinder wieder bei Kräften und motiviert sein, geht mit ihnen in den benachbarten Kletterwald.

Samstagnachmittag: Kletterpark

Nach einem Picknick auf dem Traufgängerle geht es frisch gestärkt direkt weiter – zum Kletterpark Waldheim. Am Start- und Endpunkt des „Traufgängerles“ warten insgesamt 13 Hochseil-Parcours. Schon ab drei Jahren können Kinder hier auf den Bambiniparcours unter Aufsicht klettern, während größere Abenteurer sich in bis zu 20 Metern Höhe durch die Bäume bewegen.Immer noch nicht ausgepowert? Auf dem Abenteuerspielplatz am Waldheim toben die Kinder noch eine Runde, während die Eltern den Abend im Biergarten nebenan ausklingen lassen.

Kaiserlich wandern: Das Zeller Horn!

Auf einem Hügel umgeben von Wäldern steht sie: die Burg Hohenzollern. Oder ist es vielleicht doch die Zauberschule Hogwarts aus Harry Potter? Den besten Blick auf die Burg hat man vom Zeller Horn am Traufgang Zollernburg-Panorama. Vom Parkplatz Stich in Albstadt-Onstmettingen führt der Rundwanderweg immer wieder dicht an der markanten Traufkante entlang. Kleine Brücken führen über Felsspalten und wer sich traut, kann auf dem „Hangenden Stein“ quasi über dem Steilabfall der Alb sitzen. Wenn die Beine müde werden, kann der insgesamt knapp 16 Kilometer lange Traufgang auch ohne Probleme abgekürzt werden. So bleibt Zeit, am Nachmittag noch einmal ins Schwimmbad zu gehen.

“Das Zeller Horn mit Blick auf die Burg Hohenzollern ist sicherlich ein Highlight. Aber auch der Heersberg in Albstadt-Burgfelden ist einen Ausflug wert. Hier bekommt man einen schönen Überblick über die Region und kann bei gutem Wetter bis in die Vogesen schauen. Außerdem lohnt es sich immer, in den gutbürgerlichen Gastronomiebetrieben einzukehren. Schwäbische Maultaschen oder Kässpätzle sind ein Muss” rät Martin Roscher, Leiter von Albstadt Tourismus. Wir sind selbst dort gewesen und die Burg Hohenzollern beeindruckt. Vor allem eine Frage kommt bei den kleinen Wanderern garantiert auf: “Warum gibt es in Deutschland keinen König mehr?” will ein Kind wissen. Schon geraten wir Eltern ins Schleudern. Wann trat nochmal der letzte deutsche König, oder ist es gar ein Kaiser gewesen, von seinem Posten zurück? Tja, in Geschichte ein wenig besser aufpasst, die Note hätte im Zeugnis gestimmt und es gäbe keine peinlichen Wissenslücken. Wie gut, dass es die Smartphones gibt.

Kinder Outdoor Wochenende auf der Schwäbischen Alb: Dieser Blick bietet sich vom Zeller Horn. foto (c) kinderoutdoor.de

Im November 1918 dankte der letzte deutsche Kaiser, Wilhelm II, ab. Seitdem ist unser Land eine Republik. 100 Jahre lang und das ist eigentlich ein guter Grund zum Feiern. Deshalb beginnen wir unsere Ausflugsreihe zu Burgen mit der Burg Hohenzollern auf der Schwäbischen Alb. Schließlich stammt Wilhelm II auch von diesem Adelsgeschlecht ab. Majestätisch erhebt sich die Burg Hohenzollern auf dem gleichnamigen Zeugenberg. Bereits im Jahr 1.000, davon gehen Experten aus, soll hier bereits eine Festung gestanden haben. Der Platz dafür bot sich an. Vom Hohenzollern aus hatten die Burgherren alles fest im Blick. 1423, das ist gesichert, fiel die Festung zum ersten Mal einer Eroberung zum Opfer. Zwölf Jahre später erfolgte der Neubau. Typisch für die Schwaben. Ab dem Jahr 1798, österreichische Truppen hatten es sich dort oben eingerichtet, verfiel die Festung. König Friedrich Wilhelm IV. (König von Preußen) erfüllte sich einen Traum seiner Jugend und ließ die Burg wieder aufbauen. Die Pläne dazu lieferte der Berliner Architekt August Stüler. So wie sich damals die Menschen das Mittelalter vorstellten, fiel auch das spätere Bauwerk aus.

Wie bei Kaisers fühlen sich die Kinder auf der Burg Hohenzollern. foto (c) kinderoutdoor.de

Der Innenhof wirkt wie die Kulisse von einer Oper. Begeistert sind die Kinder wenn sie durch die königlichen Gemächer gehen. Dazu bekommen, wie vor 60 Jahren, die Besucher übergroße Filzpantoffeln angezogen. Damit gleitet die ganze Familie wie beim Schlittschuhlaufen über den blanken Marmor. Mächtige Türme mit übergroßen Zinnen beeindrucken noch heute die großen und kleinen Besucher. In der Waffen- und Schatzkammer befinden sich persönliche Gegenstände vom preußischen König Friedrich II, auch der “Alte Fritz” genannt. Ein Gehrock, eine Flöte (der König ist begeisteter Musikant gewesen) oder auch eine von seinen unzähligen Dosen mit Schnupftabak. Neben den alten Rüstungen, Schwerten, Hellebarden und Schildern sind die Kinder von der Kaiserkrone beeindruckt.

Burg Hohenzollern

  • Täglich geöffnet ab 10 Uhr (nur am Heiligen Abend ist die Burg geschlossen)
Besucht uns!