Ausflugsziele im Raurisertal für Kinder: Geier, Adler und Kitzlochklamm

Im Nationalpark Hohe Tauern befindet sich das Raurisertal. Es ist eines der naturbelassensten Täler der Alpen. Mit einzigartigen Natur-schauspielen wie das Tal der Geier oder dem Rauriser Urwald. Egal ob mit kleineren Kindern oder Teenagern: Hier findet Ihr passende Outdoor Aktivitäten.

Das 30 Kilometer lange Raurisertal trägt die ganze Vielfalt des National-parks Hohe Tauern in sich. Auf seinen 295 Kilometer Wanderwegen ent-deckt man alles: die fünf malerischen Seitentäler, die legendären Gold-berge und die Gletscher der Hohen Tauern. Jedes der fünf Seitentäler hat dem Wanderer Unterschiedliches zu bieten: Sie führen zurück in die Zeit der Goldgräber, Pilger und Säumer, zu Quellen und Greifvögeln. Das Raurisertal ist eines der schönsten Hochtäler in den Alpen und ein Juwel im Nationalpark Hohe Tauern, dem mit über 1.800 km² das größten Schutz-gebiet der Ostalpen.Auf knapp 300 Kilometer Wanderwe-gen kann man das gesamte Raurisertal entdecken. 30 bewirtschaftete Almhütten, Berggasthöfe und Jausenstationen laden zur gemütlichen Einkehr zwischendurch. Einige der Naturschauspiele lassen sich auch mit einem Nationalpark Ranger erkunden, darunter der „Rauriser Urwald“ in Kolm Saigurn oder das „Tal der Geier“ im Krumltal. Mit dem Wanderbus drei Orte erleben Seit 2017 ist auch der Wanderbus ein Begleiter bei Touren im Raurisertal und seinen Nachbarorten Embach und Taxenbach. Von Mitte Mai bis Ende Juniund von Anfang September bis Mitte Oktober pendelt der Wanderbus 3 x wöchentlich jeweils einmal vormittags und einmal nachmittags zu interessanten Zielen – und für Gäste kostenlos. Am Montag geht es zur Karalm im Raurisertal. Von dort tun sich traumhafte Wanderungen im Gaisbachtal auf. Wer will, kann den Tag auf der Karalm auch im Liegestuhl verbringen und sich vom Alm-leben und der schönen Aussicht aufbauen lassen. Am Dienstag steuert der Wanderbus eine Berggolftour in Embach an. Auf dem Panoramawanderweg wird von bäuerlichen Geräten wie einem alten Traktor oder Pferdeschlitten ab-geschlagen. Am Donnerstag geht es zum Brotbacken und Butterrühren auf die Rieser Aste in Taxenbach. Vom Parkplatz ist nach einer Stunde Gehzeit. die Alm erreicht, wo die Wirtsleute Lois und Rosemarie Hutter den Brotbackofen schon vorgeheizt haben.

Wasser, Moor und Gletscher: Themenwege im Raurisertal

Das Raurisertal hat auch viele „leichtgängige“ Themenwege auf seiner Marschroute: Der bekannteste ist der Lehrpfad durch den Rauriser Urwald, der 2014 als einer der 33 besten in Österreich ausgezeichnet wurde. Mit seinen dunklen Moortümpeln, uralten Spitzfichten und romantischen Lichtungen zählt er zu den sehenswertesten Themenwegen im National-park Hohe Tauern. Hoch inte-ressant ist auch der Gletscher-schaupfad unterhalb des Goldbergkees am hohen Sonnblick. In bis 2.350 Metern Höhe überquert man das Gebiet, das einst von der Gletscherzunge des Gold-berggletschers bedeckt war und erfährt eini-ges über den Bergbau im Rauriser Tal. Am Weg liegen einige Goldbergbau-Ruinen. Der Wasser-wanderweg im Seidlwinkltal stellt das Rauriser Quellwasser in den Mittelpunkt. Zwischendurch können sich die Wanderer an Wasser-trögen erfrischen. Zwei Blumenlehrpfade führen durchs Gaisbachtal zur Karalm und vom Schrieflingbauer zur Wastlalm. Auf den vielen Schautafeln „blüht“ den Interessierten die ganze Flora des Raurisertales. Auf allen Themen-wegen laden natürlich Hütten und Berggasthöfe zum Einkehren und „Verdauen“ des Gelernten.

Goldiges Raurisertal: Ein wahrer Schatz!

Altes Goldgräbertal und Juwel im Nationalpark Hohe Tauern: Das 30 Ki-lometer lange Salzburger Raurisertal mit seinen fünf Seitentälern zählt zu den ursprünglichsten Hochtälern in den Alpen. Wasser, Gold und Greif-vögel prägen seine Welt bis heute. Rauris ist die größte Gemeinde im Nationalpark Hohe Tauern – und eine vol-ler Schätze:Die Kitzlochklamm am Taleingang zählt zu den gewaltigsten Schluchten in den österreichischen Alpen. Die fünf Rauriser Seitentäler bergen ursprüngliche Almenlandschaften, Mineralien des Tauernfensters und Glet-scher. Das Seidlwinkltal war einst Hauptroute für den Saumhandel über die Alpen. Im Krumltal sind Steinadler, Bart- und Gänsegeier in freier Wildbahn anzutreffen. Im Talschluss Kolm Saigurn liegt der Rauriser Urwald mit seinen über 80 dunklen Moortümpeln, Sturzfichten, Zirben, saftig grünen Moosen und romantischen Lichtungen. Im Hüttwinkltal taucht man in die ZeitderGoldgrä-ber ein. Und am Sonnblick (3.106 m)im Talschluss thront Europas höchstes ganzjährig betriebenes Observatorium. Alles plätschert im Tal der Quellen 300 natürliche Quellen, 60 Brunnen und -tröge, Kneipp- und Wasserspielplät-ze gibt es im Raurisertal.

Wo man auch unterwegs ist, fast überall wird man vomGlucksen, Plätschern, Prasseln und Tosen-begleitet. Im Seidlwinkltal gibt es einen eigenen Wasserinformationsweg, auf demes um die „klare Sache“ geht. Im Sommer werden regelmäßig (jeden Montag) geführte Exkursionenmit Nationalpark-Rangern in den Rauriser Urwald organisiert. Besonders sehenswert sind das Biotop „Rauriser Urquell“ und das „Waldgeheimnis“. Dahinter verbirgt sich ein kleiner Waldsee, der von einem Tag auf den anderen – auf geheimnisvolle Art – einfach verschwindet und wiederkommt. Berauschend schön ist der Wasserfallweg in Kolm Saigurn. Vom Naturfreundehaus führt ein leichter, 2,8 km langer Rundwanderweg an insgesamt 5 imposanten Wasserfällen vorbei. Mit nur 200 Höhenmetern ist der Rundwanderweg perfekt geeignet für die ganze Familie. Am Goldwaschplatz Bodenhaus und an den Natur-Kneippanlagen umspielt das kalte Gebirgswasser die Beine. Seine geballte Kraft entwickelt es in der Kitzlochklamm bei Taxenbach.

Themenwege sind bei den Familien beliebt: Sie sind kurzweiilig und die Kinder sowie Erwachsenen lernen etwas dabei. Foto (c) Florian Bachmeier (Tourismusverband Rauris)

Knapp vor der Mündung in die Salzach, gräbt sich die Rauriser Ache seit Jahrtausenden in den schimmernden Kalkschieferstein ein und hat eine der schönsten Schluch-ten in den österreichischen Alpen geschaffen. Von Mai bis in den Oktoberkann man die Kitzlochklamm bis zur Embacher Wallfahrtskirche Maria Elend durchwandern. Dort angekommen, hat man noch immer das Tosen in den Oh-ren, welches das Wasser beim Durchströmen der Felsengen erzeugt. Auf der Suche nach dem Tauerngold Über 1.000 Jahre lang wurde in Kolm Saigurn am Fuße des Hohen Sonnblicks nach Tauerngold geschürft. Das Tauerngold begründete so wie das Salz lange Zeit den Reichtum und die Macht der Salzburger Erzbischöfe. Zur Blütezeit des Bergbaues im Raurisertal kamen zehn Prozent des weltweiten Goldvor-kommens aus den Goldbergen zwischen dem Gasteiner- und dem Raurisertal. Die Goldgräber-Ära endete erst 1929 und hinterließ bis heute Spuren: Gewer-kenhäuser im Markt, Knappenhäuser, Stollen und Ruinen des Bremser- und Radhauses in Kolm Saigurn. Im Talmuseum wurde dem letzten Gewerken im Raurisertal ein eigener Platz eingeräumt: Ignaz Rojacher (1844–1891)war ein Pionier, der elektrisches Licht, Telefon und die ersten Skier ins Tal brachte – und das Wetter-observatorium auf den Hohen Sonnblick. Heute sollen laut Schätzungen noch rund 120 Tonnen des edlen Metalls in der Goldberggruppe lagern. Dieses Wissen spornt kleine und große Schatzsucher an, das Edelme-all unter fachkundiger Anleitung an zwei Goldwaschplätzen herauszufiltern: beim Original Goldwaschplatz Bodenhaus können kleine und große Schatzsu-cher feine Goldflitter aus der Hüttwinklache waschen. Die Goldwaschanlage Heimalm, mit 2 Meter hohem Wasserrad und Mineralienwelt, ist an der Mittelstation der Rauriser Hochalmbahn angelegt.

Urlaub im Raurisertal: Ein Besuch der Greifvogelwarte gehört unbedingt dazu. Foto (c) David Innerhofer (Tourismusverband Rauris)

Raurisertal: Unter Geiern!

In Europa waren sie bereits ausgestorben, als man sich 1986 entschloss, die Bartgeier im Raurisertal wieder anzusiedeln: Die majestätische Tiere werden bis zu 1,25 Meter lang und haben bis 2,9 Meter Flügelspannweite. Damit zählen sie zu den größten Greifvögeln Europas und zu den größtenflugfähigen Vögeln der Welt. Ihr Gefieder ist von weiß über rostrot bis grauschwarz, an der Kehle sitzt der namensgebende Bart. Wer eines der prächtigen Exemplare erspäht hat, vergisst es so rasch nicht wieder. Die Chance darauf hat man im Rauriser Krumltal. Dort finden sich alljährlich im Sommer bis zu 30 Bartgeierein. Die Moosenwand und die Rotwand zählen zu den wenigen Plätzen in den Hohen Tauern, in denen die Geier noch ihre Schlafplätze haben. Interessierte wandern mit einem National-park Ranger auf dem Lehrweg „Könige der Lüfte“ jeden Mittwoch ins Tal der Geier und lassen sich die Plätze zeigen. Dabei kön-nen immer wieder auch Gänsegeier und Steinadler beobachtet werden. Viel über die Lebens-gewohnheiten der Greifvögel erfahren Interessierte in der interaktiven Museumsausstellung „Könige der Lüfte“ in Wörth. Noch näher ran an die Könige der Lüfte, an Adler, Eulen und Falken kommen Besucher an der Greifvogelwarte auf der Hochalm. Zu den spektakulären Flugvor-führungen gelangt man ganz einfach mit den Rauriser Hochalmbahnen.

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