Kräuterwanderung in Silvretta Montafon: Nützliches, gesundes und leckeres von der Wiese

Eine Kräuterwanderung zusammen mit den Kindern zeigt Euch, was da für tolle Pflanzen in den Bergen wachsen. Sie sind so wertvoll und doch gehen die meisten von uns  an ihnen vorbei: wilde Kräuter und Heilpflanzen. Mit einer Kräuterwanderung bringt man in Silvretta Montafon diese Schätze der Natur, die den Gästen wieder näher. Deshalb bietet die Region in diesem Sommer erstmals eine Kräuterwanderung an. Expertin Cornelia Bereiter führt die Touren von Juli bis September und erzählt den Teilnehmern Wissenswertes über die Pflanzen, ihren Geschmack sowie ihre Wirkung. Auch Rezepttipps und eine Verköstigung in der Nova Stoba gehören zur Wanderung, auf der die Kraft der Natur zu spüren ist. Für die Kinder ist die Kräuterwanderung ein tolles Erlebnis.

Eine Kräuterwanderung in der Silvretta Nova zeigt Euch, welche Schätze am Wegesrand wachsen. Foto (c) Patrick Säly

Eine Kräuterwanderung in der Silvretta Nova zeigt Euch, welche Schätze am Wegesrand wachsen.
Foto (c) Patrick Säly

Warum eine Kräuterwanderung? „Menschen sollen die Natur mit allen Sinnen entdecken,“ das wünscht sich Cornelia Bereiter bei ihren Kräuterwanderungen. Als Köchin, Wanderführerin und angehende Kräuterpädagogin will die Montafonerin das Bewusstsein für die Umwelt wecken: „Es geht darum, dass die Leute wieder genau hinsehen, fühlen und schmecken, was ihnen die Natur schenkt.“ Seit Jahren sind frische und regionale Produkte ein fester Bestandteil der Bergrestaurants in der Silvretta Montafon. Cornelia Bereiter arbeitet im Sommer selbst als Köchin in der Nova Stoba und greift gerne zu Kräutern, die sie auf den Wiesen in der Umgebung gesammelt hat. In diesem Sommer gibt sie ihr Wissen weiter: Während der Kräuterwanderungen verrät Bereiter zahlreiche Rezepte und die Teilnehmer erfahren, wie sie aus Wild- und Heilkräutern Tinkturen, Salben oder Öle selber herstellen und wie sie wirken. Zusätzlich bereitet Küchenchef Kurt Woltsche ein paar besondere Rezepte aus gesammelten Kräutern zu. Einige davon können die Wanderer gleich probieren. Hier eine kleine Auswahl der Naturschätze, die auf der Kräuterwanderung auf ihre Entdeckung warten.

Voll bepackt mit gesunderen Leckereien von der Bergwiese geht es zurück.  Foto (c) Patrick Säly

Voll bepackt mit gesunderen Leckereien von der Bergwiese geht es zurück.
Foto (c) Patrick Säly

Brennnesseln – eine Pflanze voller Kraft

Dieses Heilkraut kennt Ihr doch, oder? Ihr findet die Brennessel überall, doch oft scheuen sich die Leute davor, sie mitzunehmen, denn der Name ist Programm. Wie Ihr alle wisst, brennen die Blätter. Dabei steckt in der Pflanze, die zu den ältesten Heilkräutern der Menschheit zählt, jede Menge Kraft, betont Expertin Cornelia Bereiter. Bei Müdigkeit und Erschöpfung liefert sie Energie und eignet sich ideal zur Entschlackung sowie Entgiftung. „Brennnesseln regen die roten Blutkörperchen an und wirken wie eine Blutreinigung. Gleichzeitig schmecken sie auch noch hervorragend“, erklärt Bereiter. Nahezu alles er Brennessel lässt sich als Lebensmittel verwenden: Wurzel, Blätter, Samen. Die Samen beispielsweise bereichern mit ihrem nussigen Aroma jedes Müsli und jeden Salat, ebenso wie die frischen Triebe. Aus den Blättern lässt sich ein Brennnessel-Salat herstellen, da sie durch die Verarbeitung ihre brennende Wirkung verlieren. Dämpft ganz kurz die  Blätter, dann bekommt Ihr ein gesundes und gut schmeckendes Gemüse. Die Köchin Bereiter verwendet die Pflanze auch gerne für einen grünen Smoothie. Keine Sorge, der brennt nicht!

Spitzwegerich gehört zu jeder Kräuterwanderung dazu. foto (c) kinderoutdoor.de

Spitzwegerich – erste Hilfe am Wegesrand
Egal ob Kräutersuppe, einen Salat oder Tee – Cornalia Bereiter zaubert aus den Blättern des Spitzwegerich etwas Besonderes. Als Lebensmittel liefert er viele Provitamine und wirkt positiv auf die Atemwege. Die unauffällige Pflanze am Wegesrand hilft bei Asthma, Husten oder verschleimten Bronchien. Die Kräuterexpertin bereitet selbst aus der Pflanze einen Hustensaft zu, dessen Herstellung sie gerne während der Kräuterwanderung verrät. Darüber hinaus lassen sich die Spitzwegerich-Blätter hervorragend als natürliches Erste-Hilfe-Mittel einsetzen, weil ihr Saft entzündungshemmend wirkt. Hierfür einfach das Blatt zerkleinern und auf kleinere Wunden oder Insektenstiche legen. „Das hilft sofort“, verspricht Bereiter.

Preisel- und Heidelbeeren – die Früchte für den Genuss
Im Juni blühen die Heidelbeeren in der Silvretta Montafon bevor die Büsche im August ihre süßen, blauen Früchte tragen. Diese für die Gegend typischen Beeren sammelt und verarbeitet 
Cornelia Bereiter besonders gerne: „Man kann daraus tolle Sachen machen wie zum Beispiel Heidelbeerküchli.“ In der Frucht, die man auch Blau- oder Schwarzbeere nennt, stecken viele Wirkstoffe. Wer beispielsweise viel am Computer arbeitet und die Augen besonders anstrengt, sollte öfter zur Heidelbeere greifen: „Sie fördert die Durchblutung und stärkt die Augen.“ Auch bei Übermüdung ist sie zu empfehlen. Besonders interessant: Vom Strauch gegessen, wirken die Beeren abführend, getrocknet helfen sie gegen Durchfall. Im September sind dann die Preiselbeeren reif. Direkt vom Strauch schmecken sie leicht bitter, doch sind es genau diese Bitterstoffe, die sie so gesund machen. Sie helfen bei Blasen- und Nierenbeckenentzündungen sowie bei Erkältung und Fieber. Besonders beliebt ist die Preiselbeermarmelade für Fleischgerichte. Natürlich verrät Cornelia Bereiter auch hier ein tolles Rezept.

Blutwurz – Gesundheit aus der Erde
Aber die Natur bieten nicht nur Kräuter und Früchte: Auch Wurzeln gehören zu den Montafoner Schätzen. Während der Wanderung zeigt Cornelia Bereiter unter anderem, wie die Blutwurz entdecken werden kann: „Dort, wo das spezielle gelbe Blümchen wächst, graben wir in die Erde.“ Aus der Wurzel, die innen eine blutrote Farbe hat, lassen sich feine Schnäpse, Liköre oder auch gesunde Tinkturen zubereiten. Letztere wirken schmerzlindernd und fiebersenkend.

Kräuterwanderung: Jeden Donnerstagmorgen beginnt das Sammeln
„Über die Kräuter, Wurzeln und Früchte könnte man unendlich viel erzählen“, sagt 
Cornelia Bereiter begeistert. Ihre Leidenschaft für die Schätze der Natur steckt an. Davon können sich die Gäste in der Silvretta Montafon jeden Donnerstag selbst überzeugen. Die Teilnehmer treffen sich um 8.20 Uhr an der Talstation der Versettla Bahn in Gaschurn, „denn morgens ist die beste Zeit zum Sammeln.“ Von der Mittelstation beginnt dann die Wanderung und nach dem Sammeln bringt die Bahn die Wanderer zur Nova Stoba, wo herrliche Kräutergerichte warten.

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