Sardinien Urlaub: Ferienhaus oder zelten mit der Familie?

Wer seinen Urlaub auf Sardinien verbringen möchte, den erwartet eine familienfreundliche Insel. Auch an Outdoor-Aktivitäten bietet Sardinien für Familien einiges: Von rasanten Mountainbike Touren bis hin zum gemütlichen Paddeln findet sich für jede Altersklasse etwas. Ein Urlaub in Sardinien kann auch den Geldbeutel der Familie schonen, wenn sie richtig den Urlaub plant. Hier ein paar Ideen von uns.

Warm wie eine Badewanne ist das Meer bei Sardinien bereits im Juni. Bis zum Oktober bleibt es so. Vor allem Familien die gerne draussen aktiv sind, bietet die italienische Insel mit 1.850 km Sandstrand viele Möglichkeiten die Natur zu erleben. Wichtig ist es, wegen großen Entfernungen, auf Sardninien mobil zu sein. Wer nicht mit dem eigenen Auto anreist kann sich bei den bekannten oder örtlichen Autovermietern einen Pkw leihen. Für ein kleineres Modell sind durchschnittlich 200 Euro für eine Woche zu bezahlen. Wer lieber mit einer geräumigen Familienkutsche unterwegs ist, sollte mit 300 Euro für diesen Zeitraum kalkulieren. Natürlich gibt es auch immer günstigere Sonderangebote. Im Norden befindet sich die Region Gallura mit den meisten Touristen. Eine gut besuchte Sehenswürdigkeit für Outdoorer ist Capo Testa. Es ist ein einziges Labyrinth aus bizarren Felsformationen. Die Wanderung durch den kleinen Naturpark gefällt vor allem den Kindern, weil sie auf den von Wind und Wetter abgeschliffenen Felsen klettern können. In der größten Mittagshitze ist dieser Ausflug weniger ideal, denn dann fühlt ihr euch wie auf einem Pizzablech. Außerdem gibt es dort keine Bäume, die Schatten für eine gemütliche Pause geben.

Auf den bizarren Feldformationen von Capo Testa klettern die Kinder sofort hoch.
Foto: Kinderoutdoor.de

Bei Capo Testa leben noch ein paar Aussteiger, früher Hippies genannt, in Felshöhlen. Von der Hafenstadt Palau könnt ihr mit Fähren auf die Insel La Maddalena übersetzen. Ob es sich lohnt, müsst ihr selbst entscheiden. Dort gibt es einige einsame Sandstrände doch im Sommer kann es zu richtigen langen Staus am Fährhafen kommen.Sehen wir uns doch mal den Nordwesten von Sardinien an. Hier ist die Stadt Alghero einen Besuch wert. Was sofort auffällt ist, der Baustil. Diese Stadt haben die Spanier im Mittelalter ausgebaut. Vor allem an der alten Stadtmauer sind die Kinder von den nachgebildeten Katapulten beeindruckt und kraxeln daran hoch.Sardinien ist auch ein Hochburg für Kletterer. Die meisten Routen führen über mehrere Seillängen und dazu braucht es schon viel Erfahrung. Die wenigen einfachen Routen befinden sich an der Ostküste. Interessanter ist für Kinder ab zehn Jahren eine Canyoning-Tour. Im Wasser und kletternd geht es dabei wilden Flussläufen entlang. Dabei kommt es zum Abseilen und andere spektakulären Aktionen. Wichtig ist, Canyoning nicht auf eigene Faust zu unternehmen. Neben einem professionellen Guide ist auch eine sehr gute Ausrüstung notwendig.

Das hier ist kein Denkmal für einen ehemaligen Wetten dass Moderatoren, sondern der Roccia dell Elefante. Eine Sehenswürdigkeit auf Sardinien, zu der die Touristen strömen. Im Inneren des Felsens befindet sich eine Jahrtausende alte Grabkammer.
Foto: Kinderoutdoor.de

Canyoning auf Sardinien mit Kindern

www.gorropu.com

www.argonauta.it

www.keya-sardegna.it

Paddeln statt daddeln

Ein Erlebnis für die Familie ist die Paddeltour auf dem Coghinas bis zum Meer. Gemächlich zieht der Fluss durch die Ebene und selbst weniger erfahrene Kanuten kommen schnell mit dem Boot zurecht. Vor allem die Kinder haben ihren Spaß daran. Unterwegs gibt es viele Tiere zu entdecken: Kraniche und Kühe sehen neugierig die paddelnden Familien an. Vor allem wenn die kleinen Outdoorer selbst ein Paddel in den Händen halten dürfen ist das Glück perfekt. Empfehlenswert ist der Kanuveleiher New Kayak Sardinia. Hier können die Familien aus drei unterschiedlichen Touren auswählen. Die kürzeste ist mir drei Stunden angesetzt, aber gemütlich in zwei Stunden zu schaffen. Für kleinere Kinder reicht diese Zeit im Boot völlig aus. Größere können sich an die längeren Touren mit fünf oder sechs Stunden heranwagen. Wer das Kajakfahren ausprobieren möchte, kann auch in der Flußmündung direkt beim Kanuverleih eine Stunde paddeln. Der Rio Posada bietet sich auch für leichte Kanutouren an und ist für Kinder geeignet. Ebenfalls zahm plätschert der Tirso bei Oristano dahin. Auf dem Temo (Bosa) sind auch Kanutouren möglich. Landschaftlich reizvoll ist die Paddelei mit dem Kindern auf dem Cedrino (Orosei). Wer gerne Vögel beocbachtet sollte den  Rio Padrongiano bei Olbia hinunterschippern. Diese Touren lassen sich ohne einen Führer paddeln. Anders hingegen ist es mit paddeln auf dem Meer. Wer keine Erfahrung hat sollte unbedingt einen Guide mitnehmen. Wer das Besondere liebt, schippert an der  Cala Gonone entlang.

Wildwasser sieht anders aus. Für Familien bieten sich auf Sardinien etliche Flüsse zum Paddeln, wie hier der Fiume Coghinas
Foto: Kinderoutdoor.de

 

Im Osten der Insel reiht sich ein wunderbarer Strand an den Anderen. Eine kleine Wanderung im Parco Naturale di Bidderosa zum Strand freut die Kinder und Eltern. Alle die bei ihren Outdoor-Aktivitäten hoch hinauswollen finden im Monte Albo Gebiet Berge zum hochsteigen. Ein Ausflug ist Orgosolo wert. Viele Häuser in dem Ort sind mit Bildern bemalt. Sie erinnern teilweise an den Malstil von Picasso und haben oft einen politischen Hintergrund.

Orgosolo ist das wohl am meisten besuchteste Dorf von Sardinien. Als in den 70er Jahren auf der Hochfläche Pratobello ein Truppenübungsplatz entstehen sollte, leisteten die Dorfbewohner Widerstand. Ein Teil ihres Protestes sind die Malereien auf den Häusern gewesen.
Foto: Kinderoutdoor.de

Orgosolo ist ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen auf der Hochebene Pratobello. Ein Familienpicknick unter einer alten Steineiche gehört unbedingt dazu. Kinder freuen sich, wenn sie verwilderte Schweine sehen die vor allem an Futter interessiert sind.

Wo schlägt die Familie ihr Lager auf?

Auf Sardinien gibt es etliche Zeltplätze. Von Vier Sterne bis ganz einfach. Für jede Reisekasse findet sich dort der passende Platz. Wer keine Schulpflichtigen Kinder hat sollte Sardinien von Ende Juli bis Ende August meiden. Dann ist halb Italien am reisen und entsprechend voll sin die Zeltplätze. Ideal sind Mai, Juni und September. Dann ist es nicht so heiß auf der Insel und die Strände weniger stark belegt. Manche Campingplätze bieten sogar eine Kinderbetreuung an. Dann haben die Eltern Zeit für ihre Outdooraktivitäten. Wen es nicht ins Hotel zieht, auf Sardinien gibt es relativ wenige davon, kann sich alternativ eine Ferienwohnung mieten. Der Vorteil für eine Familie ist, dass man nicht an Essenszeiten gebunden ist und im Speisesaal keine unfreiwilligen Dramen aufführt……Außerdem auf einem italienischen Wochenmarkt einkaufen ist ein Erlebnis und miteinander kochen bringt auch viel Spaß mit sich.Wer auf Sardinien seinen Urlaub verbringt sollte vor allem eines mitbringen: Viel Zeit!

Über 6.500 Bauwerke der Nuraghen finden sich auf Sardinien. Dieses Volk lebte im 3. Jahrtausend vor Christus auf der Insel. Kinder lieben es mit der Taschenlampe diese prähistorischen Türme zu erforschen.
Foto: Kinderoutdoor.de

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