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Outdoor Bücher Rezensionen: Wald, Bäume und Pilze

Outdoor Bücher Rezensionen von uns sind unabhängig. Wir kaufen uns die zu besprechenden Outdoor Bücher im stationären Buchhandel zu regulären Preisen und sind dadurch völlig unabhängig. Heute haben wir drei außergewöhnliche Outdoor Bücher für Euch gelesen und rezensiert (WoMo Piloten bitte den Begriff googeln!). Die Bewertung können wir heute schon vorweg nehmen: Alle drei Bücher bekamen die höchste Punktzahl.

https://youtu.be/gdjsH5eS6ro

Wie kommunizieren (Wo Mo Piloten bitte den Begriff googeln) Bäume untereinander? Dazu haben sich die Pflanzen ein Kommunikationssystem (WoMo…Ihr wisst schon….) im Waldboden aufgebaut. In einer ansprechenden Grafik sind auf einer Doppelseite alle wichtigen Fakten (WoMo Piloten…..ach vergesst es!) perfekt aufbereitet. Oder wenn es um die Vielfalt der Bäume geht (Seite 015). Etwa 60.000 Baumarten sind auf der Welt bekannt. Auch erschreckende Fakten wie den jährlichen Waldnettoverlust seit 1990, etwa 420 Mio. Hektar (umgerechnet 588 Mio Fußballfelder) sind in dem beeindruckenden Werk „Das Waldbuch  alles was man wissen muss in 50 Grafiken“ dargestellt. Hilfreich ist auf Seite 109 wie es möglich ist, waldfreundlich zu konsumieren. Dadurch bekommt dieses gelungene Buch einen zusätzlichen hohen Mehrwert.

  • Das Waldbuch alles was man wissen muss, in 50 Grafiken
  • Autorin: Esther Gonstalla
  • Verlag:oekom

Unser Urteil: Sechs von sechs möglichen Kompassen

Outdoor Bücher Rezensionen: Die Pilze Deutschlands

Die zweite überarbeitet Auflage vom Taschenlexikon der Pilze Deutschlands kann in jedem Bereich überzeugen. Manche Outdoorer denken sich: Warum ein Pilzbuch mitschleppen, wenn es doch die so praktischen und unfehlbaren Pilz Apps gibt. Gegen das geballte Wissen diesen 526 Seiten sind die Pilz Apps so verloren, wie ein rostiger VW Polo, der gegen einen neuen Porsche 911 antritt. Während die Apps durch Obrerflächlichkeit „glänzen“ geht „Die Pilze Deutschlands“ in die Tiefe des Wissens über Pilze. Jürgen Guthmann und Christoph Hahn ist es mit Bravour gelungen, an dem schon viele Experten gescheitert sind: Sie haben Ihr Wissen so aufbereitet, dass Laien mit dem Buch arbeiten können. Piktogramm erklären bei jedem der 150 beschriebenen Schwammerl, ob diese giftig, stark giftig, ungeniessbar, eingeschränkt essbar, essbar oder sogar hervorragende Speisepilze sind. Die verwendeten Fotos stammen NICHT aus dem Internet. Die Pilze sind detailliert beschrieben, auch deren gefährliche Doppelgänger. Bei jedem Schwammerl steht dabei wo diese vorkommen und wie sie sich verwenden lassen.  Hier haben sich die Autoren, die Lektoren, die Graphik (schreibe ich absichtlich in der „alten“ Schreibweise) und der Verlag extrem Mühe gegeben. Herausgekommen ist ein herrausragendes Buch, für alle die gerne Pilze sammeln, fotografieren oder einfach nur ansehen wollen. Eine Lektüre die zum klassichen Schmökern einlädt. Ganz ohne Bildschirm. 

  • Die Pilze Deutschlands
  • Autoren: Jürgen Guthmann und Christoph Hahn
  • Verlang: Quelle und Meyer

Unsere Bewertung: Sechs von sechs möglichen Kompassen

Outdoor Bücher Rezensionen: Der Kosmus Baumführer

Wer kennt sie alle? Die wichtigsten 170 Bäume und Sträucher Mitteleuropas.Wo ist der Unterschied zwischen der kleinblütigen Tamariske (S 78) und dem Zimt Ahorn (S 178)? Mit einem Farbcode ist der Baumführer übersichtlich aufgebaut und sortiert. Es gibt die Gruppen der Magnolien, Buchen, Weiden, Rosen (!) und Eschen. Sowie Ginkgos und Nadelbäume. In der Klappe des Buches finden sich die wichtigsten Bestimmungsmerkmale. Bei diesem hochwertigen Nachschlagewerk kommen aucb keine Fotos aus der Internet zum Einsatz. Hier sind Profis am Werk gewesen. So lernen die Leser einiges Neues über alte Bekannte wie die Trauerweide (S 94) welche auch China nach Europa kam und erst im frühen 19. Jahrhundert aus Frankreich ihren Weg nach Deutschland fand. Das Unbekannte im Bekannten entdecken, so etwas macht einen herausragenden Autoren aus. Die Beschreibungen der einzelnen Bäume ist übersichtlich und interessant aufbereitet.

  • Der Kosmos Baumführer
  • Autoren: Mark Bachhofer und Joachim Mayer
  • Verlag: Kosmos Verlag

Unsere Bewertung: Sechs von sechs möglichen Kompassen

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Outdoor Buch Rezension: A girl in the wild, Tannen, Kanu Kompass

Unsere Outdoor Buch Rezension fiel heute durchwachsen aus. Wir haben für Euch folgende Outdoor Bücher rezensiert: “A girl in the wild”, “Tannen” und “Kanu Kompass Mecklenburg-Vorpommern”. Ein Buch aus diesem Trio enttäuschte bei unseren Testleserinnen und Lesern. Um unsere Neutralität bei den Outdoor Bücher Rezensionen zu gewährleisten, kaufen wir uns die Werke alle selbst zu den üblichen Konditionen im stationären Buchhandel.

National Geographic ist das Synonym für hervorragende Reportagen. Sprachlich gewählt und geschliffene Sätze. Dazu professionelle Fotos die faszinieren. Diese Bilder hat jeder Leser sofort im Kopf, wenn der National Geographic (NG) hört. Bisher stand die NGS für hochwertige Magazine und Bücher. Ein Premiumsektor für sich. NG schuf die Champions League der Reise- und Abenteuerbücher. Eigentlich kann es bei NG keine enttäuschten Leser/innen geben. Eigentlich. Bei “A gril in the wild” hatte, so ist zu vermuten, jemand die Idee, den Erfolg einer Youtuberin in den Buchbereich zu transformieren. Eine Idee, die auch wegen des Lektorates und der Verantwortlichen für diesen Titel, weniger gut ausging. In “A girl in the wild” passt wenig zusammen. Es fehlt der rote Faden. Mal schreibt die Autorin Stephanie Margeth über ihr Abenteuer im verschneiten Alaska, dann über ihren liebenswerten und naturverbundenen Opa (S 105 – 115!), anschließend geht es zu ihrer Zeit bei der Bundeswehr über (S. 73 – 81). Autobiographisches, praktische Pack- und Materiallisten und Reiseberichte ergeben so eine schwer lesbare Melange. Doch am schwersten wiegt die Sprache in diesem Titel. Es ist gespickt mit Kraftausdrücken (S. 38 ” Mein Schneemobil….ein Viech) und in der Alltagssprache verfasst. Für ein NG Druckwerk ist diese Art des oberflächlichen Schreibstils enttäuschend.

Outdoor Buch Rezension: Inflationäres Bier

Kein Kapitel schafft es, den Lesern in den Text zu ziehen. Wild ist alles durcheinander gemischt und den einzelnen Reiseberichten fehlt der Höhepunkt. Was diesem Buch an sich fehlt: Das Warum. Was ist das auslösende Ereignis für die Reisen zu den Wäldern? Sind es die traumatischen Erlebnisse der Autorin bei der Bundeswehr gewesen? (S 73 – 81) Hier fehlt die ordnende Hand einer Lektorin. Ebenso fällt der Teil über den Opa der Autorin (S. 105 – 115) zu lange aus. Entbehrlich ist der letzte Satz über die Bundeswehrzeit: “Ich hoffe, dass jeden der mich wie Dreck behandelt hat der S…..abfällt” Wahrscheinlich hat die Autorin schlimmes und traumatisierendes während ihrer vier Jahre bei der Bundeswehr erlebt, doch dies rechtfertigt nicht eine derartige Niveaulosigkeit. Es ist traurig, dass sich eine solche Entgleisung in einem NG Buch findet. Hier hat das Lektorat und das Management für dieses Buchprojekt, alles andere als eine gute Arbeit gezeigt. Inflationär kommt das Wort Bier vor. Auf sechs Bildern sind Bierdosen- oder Flaschen zu sehen. Die Fotos an sich sind von der Qualität, was die Auflösung (S. 14 das Foto wirkt extrem “pixelig”) und die fotografische Qualität angeht, weit unter dem hohen Standard, für den NG eigentlich steht. Manche der Bilder sind zu sehr mit Filter bearbeitet (S 144, S 145) und können von der Komposition kaum überzeugen. Diesem Buch fehlt die Struktur. Dafür kann die Autorin nichts, aber das Lektorat und das Management von diesem Projekt sind hier gescheitert. Emojis, oder Hashtags (S. 17) kommen in einem NG Buch weniger gut an. Ebenso die vielen entbehrlichen Kraftausdrücke. Hier ist eigentlich das Lektorat gefordert sprachlich dem Ganzen einen guten Schliff zu geben. Dieser fehlt hier völlig. Es lässt sich nur mutmaßen ob für das Lektorat und das Projektmanagement vielleicht diese Umgangssprache für Authenzität steht. Entgleisungen wie DU LIEST ES GEFÄLLIGST! (AGGRESSIVES SCHREIBEN IN GROSSBUCHSTABEN) sind sprachlich weniger originell, dafür aber verhaltensoriginell. Dieses Buch lässt die Frage im Raum stehen: Warum? Warum zieht es die Autorin ruhelos in die Wälder? Doch die Frage : Warum dieses Buch kaufen? Ist schnell beantwortet und ohne diese schleppende Lektüre warten auf Outdoorer (auch ohne Bier und aggressiv geschriebene Großbuchstaben) noch viele Abenteuer in den Wäldern. Die einzigen Mehrwerte von diesem Buch sind die Pack- und Ausrüstungslisten. Dafür liefert das Buch A girl in the wild den Beweis, dass die einfache Gleichung der Verlage nicht aufgeht: Erfolgreiche/r Youtuber/in = erfolgreiche/r Autor/in Dazu braucht es mehr und davon fehlt es in diesem Buch auf vielen Seiten.

  • NG Buchverlag
  • 192 Seiten
  • 22,90 Euro

Unsere Bewertung:

Zwei von sechs möglichen Kompassen

Outdoor Buch Rezension: Kanu Kompass Mecklenburg-Vorpommern

Ein Kanu das überladen ist, lässt sich nur schwer steuern und voranbringen. Es neigt zum Kippen. Genauso verhält es sich mit dem Kanu Kompass Mecklenburg-Vorpommern. Mit Informationen und dick geschriebenen Wörtern ist es völlig überfrachtet. Hier ist weniger doch mehr. In den Fließtexten stecken zu viele Details. Auch in den Infos zu den einzelen Touren. Es fehlt hier die Struktur. 20 Touren finden sich in dem Buch. Dazu praktische Packlisten und sieben Wander- oder Radtouren. Leider ist dieser umfangreiche Kanuführer zu unübersichtlich. Die Leser/innen lernen Gewässer wie den Störkanal, die Trebel oder die Recknitz kennen.

  • Verlag: Thomas Kettler Verlag
  •   296 Seiten
  • 22,90 Euro

Unsere Bewertung: Vier von sechs möglichen Kompassen

Outdoor Buch Rezension: Tannen

Das Unbekannte im Bekannten entdecken. Hierin liegt die ganz große Kunst der Journalismus. Wilfried Bode ist ein solches Meisterwerk mit dem dem Portrait “Tannen” gelungen. Sprachlich ohne jedes überflüssiges Geschwurbel und wunderbar gewählt drückt sich der Autor aus. Dieses Buch beruhigt den Leser. Das Werk ist so sanft wie das Rauschen vom Wind in den Ästen der Tanne. Mit einem Wort lässt sich “Tannen” beschreiben: Liebeserklärung. Hier ist nur das Beste gut genug. Bode entführt uns in den wunderbaren und für die meisten unbekannten Mikrokosmos der Tannen. Bode zitiert Geistesgrößen wie Wilhelm Hauff, Hermann Hesse, Rainer Maria Rilke, Victor Klemperer oder Else Lasker-Schüler. Ebenso genial ist die Zusammenstellung der Illustration: Viggo Johansen, Caspar David Friedrich, Ludwig Richter, Gustav Klimt oder der Dadist John Heartfield zeigen wie die Tanne auch Künstler inspirierte. Ein unaufgeregtes, stilles, interessantes Buch. Wilhelm Bode ist mit diesem Werk ein Buch gelungen, dass in 100 Jahren noch attraktiv zu lesen ist. Chapeau!

  • HVerlag: Matthes & Seitz Berlin
  •   155 Seiten

Kinder Outdoor Buch Rezensionen

Unser Kinder Outdoor Buch Rezensionen stellen Euch heute ein ungewöhnliches grünes Buch vor: “Raus in die Botanik” geschrieben von Sonja Greimel (südwest Verlag). Das Wildpflanzen Handbuch bietet mehr als “nur” die Bestimmung der wichtigsten heimischen Pflanzen. Ihr bekommt Euch Tipps wie Ihr die Wildpflanzen optimal sammelt und was Ihr alles daraus selbst herstellen könnt. Ein fast perfektes Sachbuch, für alle die gerne draußen unterwegs sind und mehr über die Wildpflanzen wissen wollen. https://youtu.be/LvUnCkwHzc0

Ja……..es ist grüne Liebe. So steht es auf Seite sieben von dem gelungenen Wildpflanzen-Handbuch “Raus in die Botanik”. Dieser grüne Faden zieht sich durch das praktische Buch. Die Liebe der Autorin zur heimischen Pflanzenwelt springt auf die Leser über. Mit kurzweiligen Detailwissen zeigt die ausgebildete Kräuterpädagogin und begeistertete Outdoorerin was für Schätze auf den Wiesen und in den Wäldern wachsen. 50 heimische Pflanzen stellt Greimel ansprechend vor. Von der AckerMinze bis zur Wegwarte. Gegliedert sind die Pflanzen nach den Farben ihrer Blüten und Früchte. So lassen sich in der Natur die Pflanzen schnell und sicher bestimmen. Jede Pflanze hat eine Doppelseite bekommen. Detailliert dargestellt und beschrieben. So zeigt Sonja Greimel auf, wie sich die jeweilige Pflanze in der Küche oder in der Volksheilkunde verwenden lässt. Dazu gibt es manchmal auch kurze Rezepte und interessante Hinweise. So lernen die Leser/innen den Wert von “vermeintlichen Unkraut” wie Gundermann kennen. Was dieses Buch so besonders macht: Es ist frei von Ideologien.

Kinder Outdoor Buch Rezensionen: Das Haar in der Suppe

Kurz und informativ handelt Sonja Greimel die Pflanzenkunde ab (S 132-133) . Sie beweist damit, dass es keine zehn oder mehr Seiten braucht um die Kennzeichen und Erkennungsmerkmale der Wildpflanzen darzustellen. So soll es sein. Dieses Buch kommt ohne Geschwurbel aus und überzeugt mit seiner professionellen Sprache.Damit niemand den Ausflug in die Botanik gesundheitlich bereut warnt die Autorin aus München  vor den giftigen Zwillingen (S 134-135). Praktisch ist auch die Checkliste zum Sammeln von Pflanzen (S 136 – 137).Hier bekommen die Pflanzenfreunde wertvolle Tipps. Auf Seite 140 bis 141 findet sich ein übersichtlicher Sammelkalender. Seinen besonders hohen Mehrwert (bitte nicht verwechseln mit Nährwert!) bekommt das Buch ab Seite 148. Sonja Greimel überzeugt mit Wildkräuter Rezepten. Von der altbekannten Himbeermarmelade bis hin zum Gierschsenf. (Manche Hobbygärtner und Reihenhausbewohner ärgern sich über diese Pflanze und bekämpfen sie mit Chemikalien. Die bessere Alternative dazu: Aufessen oder als Gierschsenf verschenken). Ihre ganze Klasse lässt Sonja Greimel ab Seite 172 aufblitzen. Do it yourself. Was sich aus Wildpflanzen alles selbst machen lässt, zeigt die Münchnerin leicht verständlich auf. Von der Erkältungssalbe bis hin zum Beerenlikör. Viele Fotos stammen von dem Profitotografen Hans Herbig und damit sind wir bei dem einzigen Kritikpunkt. Leider hat sich der Verlag auch an iStockphotos bedient. Hier tut sich ein sichtbarer Kontrast zwischen den genialen Fotos von Hans Herbig und den Allerweltsbildern auf. Dafür kann aber die Autorin nichts, es ist eine Angelegenheit des Verlages. Dieses Buch kommt ohne diese kaum mehr zu ertragenden Instagram Selfies aus. Sonja Greimel stellt nicht sich selbst in den Fokus von diesem rundum gelungenen Buch, sondern die heimischen Wildpflanzen. Ja…..es ist die grüne Liebe.

  • Titel: Raus in die Botanik
  • Südwest Verlag
  • 192 Seiten
  • 175 Farbfotos
  • Preis 20,00 Euro (D)

Unsere Bewertung: Sechs von sechs möglichen Kompassen

Outdoor Bücher Rezensionen: Kochen, Wald und Berg

Outdoor Bücher Rezension hilft Euch durch  den Blätterwald. Heute haben wir vier Bücher für Outdoorer gelesen: “Kochen und backen mit der Maus”, “Wald tut gut”, ” Menschen am Berg” und “Atlas der Meerjungfrauen”. Von begeistert bis gepflegter Langeweile ist alles dabei gewesen. Alle Outdoor Bücher haben wir selbst im stationären Buchhandel gekauft. Wir haben keine bezahlten Links zu den Büchern oder Verlagen. Dadurch könnt Ihr Euch sicher sein, dass unsere Outdoor Buchbesprechungen völlig unabhängig erfolgen.

1971 feiert die Sendung mit der Maus ihren 50. Geburtstag. Kaum zu glauben! In unzählingen Folgen hat die Maus und der kleine blaue Elefant den Kindern die Welt und viele alltägliche Dinge erklärt. DAs Kochen erklärt die Maus in einem speziellen Kochbuch für Kinder. ” Kochen und backen mit der Maus”. Teilweise sind hier einfache Rezepte wie Spaghetti mit Pesto (S 54 – 55), aber auch eine Himbeer-Tiramisu-Torte (S- 212 – 213). Diese ist für Kinder deutlich zu schwer um sie alleine zu backen. Zwar ist bei der Torte erklärt wie das Trennen von Eiern gelingt, doch derartig klare Hilfestellungen fehlen bei den meisten Rezepten. Grundsätzlich finden sich in diesem Koch- und Backbuch mit der Maus viele Essen, die bei den Kindern gut ankommen wie Pizza mit Salami und Pilzen (S. 22 – 23) aber auch Exotisches wie China-Wraps mit Soja-Dip (S. 18 – 19). Hin und wieder gibt es Mausschlau-Tipps (S. 19). Der Bildnachweis auf Seite 248 offenbart aber auch, dass viele der Fotos aus verschiedenen Quellen zusammengetragen sind. Leider ist bei diesem Buch schwer zu erkennen, wer die eigentliche Zielgruppe ist: Kinder oder Eltern? Die meisten Kinder sind auf sich alleine gestellt mit diesem Buch überfordert.

  • Kochen mit der Maus
  • Zabert Sandmann Verlag
  • 248 Seiten

 

Unsere Bewertung: Vier von sechs möglichen Kompassen:

Outdoor Bücher Rezension: Atlas der Meerjungfrauen

Atlanten gibt es eine Menge: Mit 3D Grafiken, für Kinder, mit historischen Karten und und und Doch der Atlas für Meerjungfrauen ist was völlig Neues. Doch auf keinen Fall eine abwegige Idee. Um die ganze Welt gibt es Nixen, Meerjungfrauen oder Wassermänner. Davon erzählt dieses von Hand illustrierte Kinderbuch. Die Loreley vom Rhein ist ebenso dabei, wie die kleine Meerjungfrau aus Kopenhagen. Zu jedem Meereswesen gibt es kürzere oder längere Geschichten. Das Buch erklärt warum es weltweit Märchen und Legenden von Meerjungfrauen gibt. So die Sinjike in Korea, Melusine aus Frankreich, Lobasta aus der Türkei oder Jiaroen aus China. Es ist ein kurzweiliges Buch, das den Kindern aus der Sicht von sagenhaften Meereswesen die Welt erklärt. Am Abend vor zu Bett gehen oder an einem verregneten Nachmittag ist der Atlas der Meerjungfrauen eine perfekte Unterhaltung. Erfrischend ist die Grafik und dazu gibt es ansprechende Texte.

  • Atlas der Meerjungfrauen
  • Laurence King Verlag
  • 48 Seiten

Unsere Bewertung: Sechs von sechs möglichen Kompassen:

Outdoor Bücher Rezension: Wald tut gut!

Barfuß über den Waldboden gehen Übung, Baum-Atemübung, Dankbarkeits Mandala Übung, Journey Stick Übung, Sinnes- und Bodyscan Übung, Vier Elemente Übung oder Vogelsang Übung. Wer mit diesen Exerzitien etwas anfangen kann, der findet auch Gefallen an Wald tut gut. Alle anderen nehmen aus diesem Buch die eine oder Anregung mit wie den Waldsalat (S, 250) oder Baumperlen (S. 136). Es ist eine bunte Ansammlung an schon Bekanntem über den Wald (wie z.B. Wälder entwickeln eine enorme Filterleistung S 126) , wissenschaftlichen wie Achtsamkeibasierte Stressreduktion (S. 103), Spiritualität (S. 102), Zitaten von schlauen Leuten (S. 224; Goethe) und vermeintlichem Wissen von Ureinwohnern wie die Journey Stick Übung der Aborigines. Heraus kommt ein wenig schlüssige Melange. Alles was der Esoterik Supermarkt zu bieten hat. Auch der Glücksforscher Mihaly Csikzentmihalyi darf nicht fehlen. Die meisten Fotos erfüllen alle Klischees. Wer glaubt, dass ihm diese Dinge gut tun, der findet Gefallen an diesem Buch. Alle die das Esoterische eher kritisch beurteilen, verzichten auf “Wald tut gut”. Das Konzept von diesem Buch ist eher weniger originell. Es gibt schon einige auf dem Buchmarkt. Positiv ist zu bemerken, dass die Mehrheit der Fotos von den Autoren selbst stammen.

  • Wald tut gut
  • at Verlag
  • 263 Seiten

Unsere Bewertung: Zwei von sechs möglichen Kompassen

Outdoor Bücher Rezension: Menschen am Berg

Ein stiller Star. Mit dem Buch “Menschen am Berg” haben wir eine echte Perle gehoben. Die Journalistin Melanie Mühl schreibt professionell und mit einer hilfreichen Distanz über Menschen, die in der Schweiz in den Bergen leben. Von Kuh- und Ziegenzüchtern bis zu Oldtimerliebhabern portraitiert sie treffend diese Zeitgenossen. Kurze, aber sorgfältig geschliffene Sätze überzeugen den Leser. Melanie Mühl erzählt am Anfang, wie sie mit ihren Eltern als Kind in die Berge musste um später als Erwachsene die Liebe zu den Bergen wieder zu entdecken. Manche Leser/innen finden sich in dieser Einführung wieder. Im restlichen Buch tritt sie völlig in den Hintergrund. Was für ein wohltuender Gegensatz zu den Machwerken von Bloggern und Influencern. Diese Ich-linge schreiben vor allem über sich selbst: Ich kommt in jedem dritten Satz vor. Die ganze Welt dreht sich für diese unbegabten Schreiber nur um sich selbst. Anders ist Melanie Mühl. Sie ist ein Profi und nimmt die Rolle der Beobachterin ein. Kein Geschwurbel, keine Mutmaßungen, kein Pathos. In dem Buch fehlen Fotos, doch fehlen sie wirklich? Die Bilder entstehen beim Lesen im Kopf der Leser. Was für ein wohltuender qualitativer Unterschied zu den Machwerken der vermeintlichen Stars aus dem Internet. Endlich keine dieser penetranten Instagram Selfies mit denen manche Schreiberlinge ihre Leser langweilen. Dieses Buch zieht mit seiner Ruhe und Stille an.

  • Menschen am Berg
  • NG Verlag
  • 144 Seiten

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Outdoor Bücher Rezensionen: Hervorragend und wenig hilfreich

Outdoor Bücher Rezensionen zeigen einem das ganze Dilemma der Buchbranche. Manche Werke haben ansprechende Titel und Cover, enttäuschen aber mit dem Inhalt. Andere Outdoor Bücher hingegen, überzeugen weniger mit ihrem Äußeren, aber bieten hervorragende Informationen. Heute haben wir uns als Outdoor Bücher Rezensionen “Draußen unterwegs”, “Elbe-Radweg Tschechien” und “Alpe Adria Trail” vorgenommen. Ein Buch fiel völlig durch. Um unsere Neutralität zu wahren, haben wir kein Buch über die Verlage bezogen, sondern selbst zu Buchhandelsüblichen Preisen gekauft.

Satire oder ernst gemeint? Diese Frage stellte sich immer wieder beim Lesen von “Draußen unterwegs Der LEITFADEN   Alles, was Du wissen musst, wenn Du rausgehst und wieder ganz zurückkommen willst”. So steht es auf dem Einband. Der US Amerikaner Brendan Leonard hat dieses Buch geschrieben. Es ist kaum zu glauben, dass er auch für das National Geographic schon Artikel verfasst haben soll. Zumindest kommen Zweifel bei den Lesern auf, die oben genanntes Buch sicher näher durchgesehen haben. Es ist ein Konzentrat aus Halbwissen, Unwissen und entbehrlichen Wissen. Wer die erste Doppelseite aufschlägt und den Bildnachweis, an diesem spärlich bebilderten und illustrierten Buch aufschlägt, dem beschleicht eine weniger gute Vorahnung: Die Fotos, sogar der Stiefelabdruck auf der Titelseite, stammen aus Bilddatenbanken wie IStock. Das ist alles andere als ein Merkmal für Qualität. Reißerisch zeigt sich die Inhaltsangabe: So nennt sich das Kapitel 1 “Mensch gegen Wildnis” oder Kapitel 2 “Am Leben bleiben”.

Satire oder ernst gemeint?

So viel sei schon einmal vorbemerkt: Mit manchen Tipps aus diesem Buch ist dies schwer! Auf Seite 79 beispielsweise beschreibt der Autor, noch richtig, wie eine Karte einzunorden und die Marschkompasszahl zu ermitteln ist. Wie ein Outdoorer aber mit Hilfe von Karte und Kompass seinen eigenen Standort ermittelt, dazu verliert Brendan Leonhard kein Wort. Dafür fabuliert er über die nördliche Missweisung, welche (so wahre Experten) in Mitteleuropa völlig unbeachtlich ist. Das Lektorat hätte auf Seite 128 einschreiten müssen. Hier versteigt sich der Autor in wilde Theorien, was das Tragen von einem Helm beim Bergsteigen angeht. “Helme sind beim Klettern und Bergsteigen ein schwieriges Thema…()..Die meisten tragen einen Helm, wenn sie es für notwendig halten und jeder hat seinen eigenen Grund dür die Entscheidung einen Helm zu trage oder eben nicht.” heißt es in diesem Buch. Es ist so, als sagt der Wetterbericht: “Ob es morgen regnet oder schneit, hängt ganz vom Wetter ab!” Derartige Aussagen sind kaum hilfreich und entbehrlich. Grob falsch ist die Aussage (Seite 128): “Klettern: Helmer weden an Sportrouten mit fest installierten Haken normalerweise nicht getragen” Auch beim Topropen, so der Fachbegriff der offensichtlich dem Autoren und dem Lektrorat fehlte, sind Helme wichtig. Für den der klettert und den der sichert. Auch in einem Klettergarten kann sich ein Stein lösen. Trifft dieser den Sichernden hat der Kletterer ein Problem.

Die hohe Mathematik beim Klettern

Im Bereich ungewollte Satire ist die Aussage auf S 128 einzordnen “Endgeschwindigkeit: Selbst ein  kleiner, kleiner Stein der nur 15 oder 30 Meter stürtz, bevor er ihren Kopf trifft, tut weh”. Falsch, ein solcher Stein tut nicht weh, er tötet den Alpininsten. Auf Seite 131 meint der Autor sein Halbwissen über Kletterknoten anbringen zu müssen. Dafür reichen ihm acht ihm sieben Knoten. Der doppelte Achterknoten fehlt ebenso wie der Sackstich, der doppelte Bulin. Auch das Thema wie lange ein Bergseil zu verwenden ist und wie sich Beschädigungen feststellen lassen, umgeht der selbst ernannte Experte. Erheiternd ist, auf Seite 142 die Erklärung von einem Kettenklemmer beim Mountainbike. Bebildert mit einem gekauften Foto aus dem Internet. Was ist wohl ein Kettenklemmer? Eine Frage die sich auf dem Niveau bewegt: Wie weit ist beim Fußball der Elfmeterpunkt von der Torlinie entfernt? Welche Farbe hat die grüne Karte beim Feldhockey? Welcher Fluss fließt wohl durch das Rheinland? Entbehrlich sind auch die nützlichen Begriffe zum Wassersport. Wer seit Jahren segelt oder paddelt hat sicher noch nie den Begriff PFD verwendet. Zum Glück liefert der große Outdoorer Leonard die Erklärung: ” Eine Abkürzung für Personal Flotation Device, also eine Schwimmweste oder Rettungsweste” Selbst hier liegt er wieder etwas daneben. Eine Schwimm- und Rettungsweste sind nicht dasselbe. Letztere schafft es, selbst wenn der im Wasser Treibende bewusstlos ist, dank des speziellen Kragens ein Ertrinken zu verhindern. Die Schwimmweste unterstützt das Schwimmen.

Ganz grober Fehler!

Grob ist der Fehler bei m2/s: Kubikmeter pro Sekunde.Kinder in der sechsten Klasse lernen, dass Quadratmeter (Flächeninhalt) mit m2 abzukürzen sind und Kubikmeter (Rauminhalt) mit m3. Das Lektroat hat hier ein wenig ungenau gearbeitet. Ebenfalls wenig hilfreich sind die Ausführungen auf Seite 243 zum Schlafsack. “Machen sie den Schlafsack auf, arrangieren sie alle Gleidmaßen darin und achten sie darauf, dass sie nicht in den Schlafsack atmen”. Ebenfalls völlig überflüssig sind die Tipps auf Seite 265 keine Stechmücken und Zecken zu essen, oder auf Seite 296 das richtige Einsteigen mit Ski in den Sessellift. Ein Buch, das in kein Raster passt. Es ist weder hilfreich, noch unterhaltsam oder liefert brauchbare Tipps.

  • Verlag: Pietsch Verlag
  • Seiten: 320

Unsere Bewertung: N u l l  von sechs möglichen Kompassen

Outdoor Bücher Rezensionen: Jit na kolo!

Auf dem Elbe Radweg sind immer mehr Radler unterwegs. Doch es gibt einen Abschnitt, der ist es wert ihn per Velo zu entdecken: Von der Elbquelle im Riesengebirge bis ins sächsische Bad Schandau. 362 Kilometer Elbe Radweg erwarten die Radfahrer in der Tschechischen Republik. Der Radführer von Bikeline überzeugt in sämtlichen Details. So rät er auf Seite 11 davon ab, den ganzen Radweg mit Kindern zu befahren. Das es Strecken mit starken Autoverkehr gibt. Erklärt aber auch, dass um die Städte Hradec Králové  oder Nymburk die Bedingungen ideal sind, um dort mit der Familie an der Elbe zu radeln. Von der Umrechnungstabelle bis zu einer kleinen Sprachhilfe ist hier alles in dem Radführer enthalten. Was fehlt ist eine Packliste und ein kleiner Ratgeber, was bei Pannen zu tun ist um sich selbst zu helfen. Ansonsten lässt dieser Radführer kaum Wünsche offen. Auf die Sehenswürdigkeiten am tschechischen Elberadweg geht er ebenso fundiert und detailliert ein, wie auf die Beschreibung der Route. Ordentlich bebildert, ist dieser Radführer auf wetter- und reißfesten Papier gedruckt. Für alle die lieber digital unterwegs sind, gibt es die GPS Tracks dazu.
  • Verlag: Esterbauer
  • Seiten: 140

Unsere Bewertung fünf von sechs Kompasse  kompass2-5-3 kompass2-1

Outdoor Buch Rezension: Tanzplätze der Götter

Ein völlig untypisches Buch ist Tanzplätze der Götter. Dieses Werk ist ein positiver literarischer Ausreisser bei den Bergbüchern. Hier geht es weniger um den heroischen Kampf von Menschen gegen die Natur, sondern darum wie Gläubige ihr Seelenheil an heiligen Bergen finden. Dazu stand Reinhold Messner der anerkannte Historiker Ralf-Peter Märtin zur Seite. Der leider verstorbene Publizist, stand 22 Wochen mit seinem Buch über die Varusschlacht in der Spiegel Bestseller Liste. Ein perfektes und positives Gegengewicht zu Reinhold Messner. Beide ergänzen sich in “Tanzplätze der Götter”.  Rund um die Welt gibt es Heilige Berge. Märtin liefert die historischen Fakten und Hintergründe in einer kurzweiligen Art und Weise. Messner hingegen überzeugt mit seinem alpinistischen Wissen. Dabei sieht der Südtiroler keineswegs spöttisch auf die Pilger und die heiligen Berge herab. Im Gegenteil. Selbst Touren, wie auf den Sinai (“Mosesberg”), beschreibt er mit demselben Ernst, wie seinen Aufstieg ohne Sauerstoff auf den Mount Everest. Es herrscht ein Gleichgewicht zwischen Messner und Märtin. Beide schaffen es die Leser/innen zu begeistern. Hinzu kommen historische Aufnahmen, Stiche oder Malereien. Ergänzt sind diese durch Fotos von Ed Cooper und die Masse der Fotos steuert Reinhold Messner bei. Das Buch enthält keine zugekauften Fotos. Auf jeden Fall beweist Messner, dass er auch mit der Fotokamera umgehen kann. Dort wo andere Bücher enden, geht es hier erst richtig los. Märtin überzeugt, nein er glänzt mit seinen Recherchen und der Blick zurück macht dieses Buch zu etwas ganz Besonderem. Auf Seite 41 ist ein Foto, dass aus den bekannten Büchern von Messner ausreisst. Die beiden Autoren sitzen auf einer Mauer oder Felsen im Sinai. Dabei hat Reinhold Messner ein Lächeln im Gesicht, wie es auf sonst keinem Bild bisher zu sehen gewesen ist. Leider verstarb Ralf-Peter Märtin und dieses Duo kann uns leider keine weiteren so grandiosen Bücher liefern. Dieses Buch ist zeitlos. Auch in 50 Jahren nehmen es Leser/innen noch gerne zur Hand und sind beeindruckt.

Tanzplatz der Götter

  • Fischer Taschenbuch
  • 256 Seiten

Unsere Bewertung: Sechs von sechs möglichen Kompassen