Zehn Outdoor Abenteuer für den Frühling: Das solltet Ihr unbedingt ausprobieren

Von wegen für ein Outdoor Abenteuer müsst Ihr erst einmal um die halbe Welt fliegen! Ohne viel Aufwand lässt sich mit den Kindern ein neues Abenteuer finden. Wir haben zehn ultimative Tipps für Euch, was Ihr im Frühling draußen ausprobieren solltet.

  1. Outdoor Abenteuer im Frühling: Zelt im Wald bauen

Für die besten Abenteuer braucht Ihr und die Kinder nichts. Ihr findet sie draußen in der Natur. Bei einer Wanderung oder Spaziergang im Wald solltet Ihr im Frühling mit den Kindern ein Zelt oder Hütte im Wald bauen. Dazu gibt es die verschiedensten Möglichkeiten. Durch Schneebruch liegen jetzt viele Äste am Boden vom Wald. Lehnt die langen Stangen an einen Baum und so entsteht, Ast für Ast, ein kleines Zelt. Mit Reisig und Moos könnt Ihr es abdecken. Ihr könnt die Äste auch an eine Felswand oder eine möglichst große Wurzel lehnen. Möglichkeiten gibt es für den Bau von einem Zelt im Wald viele.

Zelten ist im Wald verboten, aber ein Zelt aus Ästen bauen? Bevor Ihr im Wald die Isomatte ausrollt, fragt bitte den Eigentümer um Erlaubnis. foto (c) kinderoutdoor.de
  • Kosten und Material: Keine!

2. Outdoor Abenteuer im Frühling: Wandert zu einem Wasserfall

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche

heißt es schon bei dem deutschen Dichter schlechthin: Johann Wolfgang von Goethe. Beeindruckend schildert er die aufblühende Natur im “Ostersparziergang”. Viele Bäche und Flüsse haben nun deutlich mehr Wasser als sonst. Daher lohnt es sich mit den Kindern zu einem Wasserfall zu wandern. Glücklicherweise sind die wenigsten davon mit einem Womo zu erreichen. Sogar in den Stadtstaaten gibt es Wasserfälle: In Bremen rauscht einer mit 120 Litern pro Sekunde bei den Wallanlangen. Hamburg lässt es im Park Planten un Blomen rauschen. Die Berliner können zum Wasserfall im Viktoriapark gehen. In allen Bundesländern findet Ihr solche Naturschauspiele. Im Schwarzwald lohnt es sich die Triberger Wasserfälle zu besuchen. Zu den Schönsten seiner Art gehört sicher der Bad Uracher Wasserfall auf der Schwäbischen Alb. Der höchste Wasserfall Deutschlands ist der Röthbachfall beim Königsee. 470 Meter stürzt hier das Wasser über die Felsen herab.

Swing with me Baby. Am Wasserfall schaukeln, wo gibt es denn sowas? Kinder und Erwachsene dürfen der Kaskade ganz nahe kommen. foto (c) kinderoutdoor.de

3. Paddeln mit der Familie

Leider denken viele, wenn sie das Wort paddeln hören, sofort an Wildwasser. Dabei sind die meisten Flusskilometer in Deutschland gemächlich. In Thüringen lohnt es sich auf der Saale zu paddeln. Hier gibt es am Fluss eine Menge zu entdecken. Die pure Abwechslung im Kanu oder Kajak gibt es im Spreewald. Hier kommt sich die Familie im Boot vor, als ob sie auf dem Amazonas unterwegs sind. Von der Tour über ein paar Stunden bis zu einem mehrtätigen Abenteuer im Boot ist hier alles möglich. Bekannt ist die Sächsische Schweiz bei Wanderern und alle die gerne Klettern. Ein besonderes Erlebnis ist es mit dem Kanu auf der Elbe am Fuß von diesem Sandsteingebirge nach Königstein zu paddeln. Dort gilt es eine der größten Bergfestungen Europas zu besichtigen. In Bayern solltet Ihr auf dem Regen im Bayerischen Wald mit dem Kanu unterwegs sein. Hier gibt es den Regentalwanderweg. In Etappen ist dieser eingeteilt und unterwegs könnt Ihr auch übernachten oder grillen.

Paddeln gehört im Spreewald dazu! Foto (c) Steffen P.

4. Klettersteige mit Kindern

Die Berge sind frei vom Schnee. Höchste Zeit sich in einen Klettersteig einzuklinken. Aber nur, wenn Ihr optimal ausgerüstet und entsprechend erfahren seid. Ansonsten bucht Euch einen Bergführer oder belegt einen Kurs beim Alpenverein. In Rheinland-Pfalz bieten sich der Mittelrhein Klettersteig bei Boppard an oder den Calmont Klettersteig. In Sachsen können sich Wagemutige bei der Häntzschelstiege einklinken und auf die Affensteine klettern.

In den Alpen warten Klassiker auf Euch. Lange Zustiegswege und Routen die überfordern. So hat kein Kind Freude an einer Via Ferrata. Die Konditionsstarken steigen vom Tal auf, wer es entspannter haben will, der gondelt mit der Nach der Versettla Bahn hinauf. Von dort braucht Ihr etwa 30 Minuten bis Ihr am Stahlseil steht. Ein großer Vorteil an diesem Steig ist, dass Ihr ihn in beiden Richtungen durchkraxeln könnt.

Mit kindern am Klettersteig ist für die ganze Familie ein Abenteuer. foto (c) kinderoutdoor.de

Von der Schwierigkeit her stehen Euch Abschnitte mit B und C Stellen bevor. Etwa 300 Meter ist diese gut ausgebaute Route lang und führt am Grat hinauf. Plant als reine Kletterzeit, je nach Können, zwischen 30 Minuten und einer Stunde ein. Im Winter sind hier Freerider unterwegs, die sich ins Stahlseil einklinken. Für diesen Eisenweg gibt es, ausser dass er auch für Familien gut geeignet ist, einen weiteren guten Grund: Der Ausblick. Markante Gipfel wie die Versettlaspitze oder die Madrisella, dahinter erhebt sie die Silvrettagruppe. Wandert wieder zurück zur Versettla Bahn und gondelt ins Tal runter. Rekordverdächtig ist die Zeit vom Zustieg. In nur fünf Minuten erreicht Ihr, von der Bergstation Birkhahnbahn kommend, den Klettersteig Little Balun. Hier seid Ihr im Urgestein unterwegs. Für die Kinder ist die Seilbrücke ein besonderes Abenteuer, wenn auch ein kurzes. Wenn der Felsen trocken ist, können sich hier Outdoorkids einklinken die älter als acht Jahre sind.

Völlig Anfänger sind hier an manchen Passagen überfordert, denn immer wieder gibt es Querungen. Dort ist es auch wichtig, dass Eltern ihre Kinder sichern. Vom Niveau her ist dieser Klettersteit mit A/B kategorisiert, manche B-Abschnitte machen den jungen Kraxlern aber zu schaffen. Etwa 100 Höhenmeter führt Euch das Stahlseil hinauf. Plant etwa 45 Minuten bis zu einer Stunde dafür ein. Je nach dem, wie erfahren die Kinder im Klettersteiggehen sind. Am Ausstieg lohnt es sich den Blick über die Berge schweifen zu lassen. Ischgl ist bei gutem Wetter zu erkenen und auch das Paznaun. Doch am meisten beeindrucken die vielen Berge der Silvretta.

5. Übernachten im Wald

Im Frühling ist auch der Wald wieder zum Leben erwacht. Ein unvergessliches Abenteuer ist es, mit den Kindern dort zu übernachten. Bevor Ihr es Euch im Wald gemütlich einrichtet, fragt am besten den Eigentümer des Waldes um erlaubnis. Grundsätzlich ist es untersagt

  • in Schutzgebieten zu campen
  • ein Feuer in der Natur zu entzünden
  • wenn durch das Campen die öffentliche Ruhe, Ordnung oder Sicherheit gestört ist.

In einigen nördlichen Bundesländern ist das Campen in den Dünen und bei Dämmen verboten. Doch wir wollen im Wald übernachten. Also, klärt zuerst bitte ab, ob Ihr im Wald die Isomatte ausrollen dürft. Wer darauf verzichtet, kann ein juristisches Abenteuer erleben…..Wir empfehlen folgende Packliste.

Für dieses Microadventure ist wenig nötig und die Ausrüstung passt in einen Rucksack

Sucht Euch mit den Kindern einen Lagerplatz im Wald, wenn es noch hell ist. Markiert mit Stöcken wie Ihr wieder zum nächsten großen Weg kommt. In der Nacht, im Wald ist diese deutlich dunkler als auf freien Feld, habt Ihr Eure Probleme mit dem Orientieren. Haltet Euch von Bächen eher fern, denn dort sind auch mehr Stechmücken unterwegs. Achtet darauf, dass der Platz auf dem Ihr die Isomatten ausrollt möglichst eben ist und säubert ihn von Steinen, Baumzapfen und großen Ästen. Diese können euch nachts in den Rücken drücken. Ein guter Kompromiss ist es mit den Kindern am Waldrand zu übernachten. Dort habt Ihr nach vorne eine freie Sicht und im Hintergrund den Wald.

6. Auf einer Berghütte übernachten

Im Frühjahr öffnen auch einige Berghütten. Mit den Kindern dort zu übernachten ist ebenfalls ein Abenteuer. Nur noch wenige Schneereste gibt es in den Allgäuer Bergen zu entdecken. Wie kleine weiße Seen liegen die vor sich hinschmelzenden Überreste vom Winter im Schatten. Rauf geht es vom Parkplatz am Riedbergpass (der Parkplatz liegt auf der linken Seite zwischen Obermaiselstein und dem Skigebiet Grasgehren). Dort befindet sich auch ein Stadl in dem Ihr das Gepäck zwischenlagern könnt, wenn Ihr es zur Wannenkopfhütte transportieren lassen wollt. Ein Vorteil für Familien.

Berghütten für Familien die ganzjährig geöffnet sind, bieten Euch in jeder Jahreszeit den vollen Berggenuss. foto (c) kinderoutdoor.de

Ebenfalls positiv ist es, dass Ihr nur 20 Minuten gemütlich bis zur Hütte aufsteigt. Hier dürfte kaum ein Kind überfordert sein. Dabei halten sich die Höhenmeter in Grenzen. Bald lichtet sich der Wald und auf einer freien Fläche umgeben von Bergwiesen liegt die Wannenkopfhütte. Sie verfügt über 14 Zimmer und insgesamt 63 Schlafplätze. Keine Sorge, dort oben auf 1.350 Metern erwartet Euch kein Landhaus-Stil, wie er manche Menschen mit einem Minimum an Geschmack in diversen Möbelhäuser zum Gruseln bringt. Rustikal und schlicht sind die Zimmer. Sie passen zur Hütte, wie der Eifelturm zu Paris. Doch Ihr seid zur Wannenkopfhütte gestiegen um draußen aktiv zu sein. Über das ganze Jahr lassen sich die Wirtsleute für Ihre Übernachtungsgäste attraktive Programme einfallen. Von Mai bis Oktober, gibt es immer am Dienstag einen Abenteuertag. Zuerst ist die Familie bei einer Schnitzeljagd unterwegs. Am Abend sitzt sie am knisternden  Lagerfeuer zusammen und grillt Würste am Stock. Besonders beliebt bei den Kindern ist das Stockbrot frisch vom Feuer.Wer möchte da noch ein Kinderbuffet haben, wie es manche Hotels anbieten? Zum Allgäu gehören kulinarisch die Käsespatzen. Immer am Donnerstag gibt es diese das ganze Jahr über bei einem Hüttenabend aus einer riesigen Pfanne heraus. Davon sind die Kinder beeindruckt. Wer möchte kann sich als Übernachtungsgast im Sommer, Mai bis zum Oktober, kostenlos Wanderkarten und Trekkingstöcke ausleihen. Ein Rund-um-Sorglos-Paket.

7. Über dem Wald auf einem Baumwipfelpfad

“Ich fühle mich wie ein Eichhörnchen!” sagt ein Kind am Baumwipfelweg in Neuschönau (Bayerischer Wald). Der Steg führt Euch bis zu einer Höhe von 25 Metern hinauf. Dabei gibt es einiges zu beobachten: Eichhörnchen flitzen die Stämme fleißig rauf und runter, Vögel flattern über Euch hinweg und der 1.300 Meter lange Steg endet bei dem spektakulären Baumturm. Dieser sieht wie ein übergroßer Baumzapfen aus uns in weiten Wendelstegen, die auch mit dem Kinderwagen befahrbar sind, geht es hinauf bis auf 44 Meter Höhe. Da stehen dann die Kinder mit offenen Mündern und haben einen genialen Blick über den Bayerischen Wald. vom Baumturm aus, wirkt dieser wie ein grünes Meer. Das ganze Jahr über hat der Baumwipfelpfad geöffnet und er gehört zu den größten weltweit. Wenn Ihr vom Ausflug über die Baumkronen zurück seid, dann solltet Ihr unbedingt das Tierfreigelände Neuschönau besuchen. Dort bekommt Ihr in den Gehegen die tierischen Bewohner vom Bayerischen Wald zu sehen. Wölfe, Hirsche, Luchse und Bären zeigen sich dort. Das ganze Jahr über ist der Baumwipfelpfad geöffnet und lohnt einen Besuch.Die Saarschleife ist beeindruckend zu sehen. Doch noch toller wirkt sie, wenn Ihr auf dem Baumwipfelpfad unterwegs seid. Über das ganze Jahr hat dieser Pfad geöffnet und führt Euch bis auf 23 Meter hinauf. Der Mischwald um die Saarschleife liegt wie ein Gemälde vor Euch. Wenn das Wetter mitspielt zeigen sich am Horizont auch die Vogesen im benachbarten Frankreich. Für die Kinder liegen die Attraktionen ganz wo anders: Sie freuen sich über die hölzerne Rialtobrücke. Für den nötigen Nervenkitzel sorgen dabei die wackeligen Elemente. Auch eine Rutsche gibt es dort in luftiger Höhe. 1.250 Meter ist der Baumwipfelpfad lang und die Kinder sind begeistert dabei.

8. Goldwaschen mit den Kindern

Alaska von Bayern. So nennen manche den Bayerischen Wald. Ein Grund dafür ist, weil hier der Wald an die Urwälder in Nordamerika erinnert und im Winter länger Schnee liegt als anderswo. Was die wenigsten wissen: Bis ins Mittelalter hinein bauten die Menschen im Bayerischen- und dem angrenzenden Böhmerwald Gold ab. Wenn Ihr euch mit den Kindern wie die Goldsucher in Alaska fühlen wollt, dann solltet Ihr nach Perlesreut. Hier gibt es regelmäßig Goldwaschen mit Kindern. Gemeinsam marschiert Ihr los und habt Pferde dabei, auf denen die Ausrüstung verstaut ist. Genau wie es Jack London in seinem Klassiker “Goldrausch in Alaska” beschrieben hat. Nan zwanzig Minuten ist der Bach erreicht. Und wie heißt der wohl? Goldbach! Eine Expertin erzeigt Euch, wie ihr mit den Waschschüsseln das Gold aus dem Bachsand heraussiebt. Aber Augen auf! Das Edelmetall ist winzig klein. In einen Objektträger dürfen die Kinder ihre Funde verpacken.

Tourist-Information Perlesreut, Unterer Markt 3, 94157 Perlesreut

Tel. 08555/961910, www.perlesreut.de

Gold waschen mit Kindern in Silvretta Montafon: In der Nähe vom Kälbersee findet Ihr das eine oder andere “Nugget”. foto (c) kinderoutdoor.de

Wenn Du Dich zuhause auch so gründlich waschen würdest!” scherzt eine Mutter mit ihrem Sohn. Hochkonzentriert steht er mit der Goldwaschpfanne in der Hand da und versucht mit vorsichtigem schwenken, Gestein vom Edelmetall zu trennen.  Im hessischenGeopark Waldeck-Frankenberg ist es möglich mit den Kindern im “Claim” zu schürfen. Werkzeuge braucht niemand mitbringen, die Fachleute rüsten Euch vor Ort aus und weisen Euch in die Kunst des Goldwaschens ein. Was wichtig ist, dass Ihr die Kinder mit Outdoorkleidung und Gummistiefel anzieht. An Teichen stehen die Eltern und Kinder und schwenken vorsichtig die speziellen Pfannen. Wer leer ausgeht kann sich in einem kleinen Laden Versteinerungen und Edelsteine kaufen. Täglich ist der Goldwelten-Claim, außer mittwochs, offen. Von  Mai bis zum Oktober haben die kleinen und großen Goldgräber von 10 bis 18 Uhr Zeit ihr Glück dort zu (ver)suchen.

9. Burgen und Schlösser besichtigen

Wie bei Kaisers fühlen sich die Kinder auf der Burg Hohenzollern. foto (c) kinderoutdoor.de

“Warum gibt es in Deutschland keinen König mehr?” will ein Kind wissen. Schon geraten wir Eltern ins Schleudern. Wann trat nochmal der letzte deutsche König, oder ist es gar ein Kaiser gewesen, von seinem Posten zurück? Tja, in Geschichte ein wenig besser aufpasst, die Note hätte im Zeugnis gestimmt und es gäbe keine peinlichen Wissenslücken. Im November 1918 dankte der letzte deutsche Kaiser, Wilhelm II, ab. Seitdem ist unser Land eine Republik. 100 Jahre lang und das ist eigentlich ein guter Grund zum Feiern. Deshalb beginnen wir unsere Ausflugsreihe zu Burgen mit der Burg Hohenzollern auf der Schwäbischen Alb. Schließlich stammt Wilhelm II auch von diesem Adelsgeschlecht ab. Majestätisch erhebt sich die Burg Hohenzollern auf dem gleichnamigen Zeugenberg. Bereits im Jahr 1.000, davon gehen Experten aus, soll hier bereits eine Festung gestanden haben. Der Platz dafür bot sich an. Vom Hohenzollern aus hatten die Burgherren alles fest im Blick. 1423, das ist gesichert, fiel die Festung zum ersten Mal einer Eroberung zum Opfer. Zwölf Jahre später erfolgte der Neubau. Typisch für die Schwaben. Ab dem Jahr 1798, österreichische Truppen hatten es sich dort oben eingerichtet, verfiel die Festung. König Friedrich Wilhelm IV. (König von Preußen) erfüllte sich einen Traum seiner Jugend und ließ die Burg wieder aufbauen. Die Pläne dazu lieferte der Berliner Architekt August Stüler. So wie sich damals die Menschen das Mittelalter vorstellten, fiel auch das spätere Bauwerk aus. Der Innenhof wirkt wie die Kulisse von einer Oper. Begeistert sind die Kinder wenn sie durch die königlichen Gemächer gehen. Dazu bekommen, wie vor 60 Jahren, die Besucher übergroße Filzpantoffeln angezogen. Damit gleitet die ganze Familie wie beim Schlittschuhlaufen über den blanken Marmor. Mächtige Türme mit übergroßen Zinnen beeindrucken noch heute die großen und kleinen Besucher. In der Waffen- und Schatzkammer befinden sich persönliche Gegenstände vom preußischen König Friedrich II, auch der “Alte Fritz” genannt. Ein Gehrock, eine Flöte (der König ist begeisteter Musikant gewesen) oder auch eine von seinen unzähligen Dosen mit Schnupftabak. Neben den alten Rüstungen, Schwerten, Hellebarden und Schildern sind die Kinder von der Kaiserkrone beeindruckt.

Burg Hohenzollern

  • Täglich geöffnet ab 10 Uhr (nur am Heiligen Abend ist die Burg geschlossen)

10. Ein Floß bauen

Bevor Ihr mit dem Bau von einem Floß beginnt, müsst Ihr wissen wie hoch die Tragfähigkeit von dem Gefährt ist. Ist der Auftrieb zu gering, bekommt das Floß Schlagseite oder Ihr habt ein U-Boot. Ständig steht Ihr dann mit den Füßen im Wasser. So macht die Fahrt auf einem Fluss keine Freude. Aber wie könnt Ihr die Tragfähigkeit berechnen? Dazu gibt es eine grobe Faustformel: Mit einem Liter Auftriebsvolumen lässt sich ein Kilogramm Gewicht über Wasser halten. Diese Formel ist extrem grob. Rechnet, egal welche Auftriebskörper Ihr verwendet, besser mit einer Reserve. Setzt statt einem Liter besser 0,8 oder 0,7 Liter an. Warum? Weil die leeren Fässer oder Lkw-Schläuche sowie der Rahmen und die Aufbauten auch etwas wiegen. Dabei sind wir an einem wichtigen Thema: Baut am besten das Floß direkt am Ufer von dem Fluss wo Ihr schippern wollt. Ansonsten habt Ihr ein logistisches Problem. Ein zusammengebautes Floß ist nur schwer zu transportieren und der Aufwand ist unverhältnismäßig. Holt Euch das Material und Helfer an ein Ufer zusammen und baut dort das Floß zusammen. Besonders leicht sind Schläuche für Lkw´s und Pkw´s. Sie kosten wenig und lassen sich unter den Rahmen vom Floß einfach fixieren. Praktisch sind auch leere Fässer. Ein Problem sind Fässer die Öl, Chemikalien oder Reinigungsmittel enthalten haben. Diese sind nie zu 100 Prozent frei von Rückständen die sich am Deckel oder den Seitenwänden befinden. Wenn Ihr einen Ölfilm hinter Euch herzieht, dann habt Ihr ein Problem. Und die Umwelt auch. Last bitte die Finger von derartigen Fässern. Vertäut die Plastikfässer oder die Fahrzeugschläuche mindestens doppelt unter dem Rahmen. Es ist gefährlich, wenn sich während der Fahrt auf dem Wasser ein Auftriebskörper löst und sich selbstständig macht. Konstruiert das Floß auch so, dass es breit gebaut ist und entsprechend sicher im Wasser liegt.Ein absoluter Klassiker ist das “Wikingerfloß”. Es ist aus groben Stämmen gefertigt, die miteinander verknotet sind. So stellen sich die Meisten Outdoorer und auch die Kinder ein Floß vor.

Ein Floß selbst bauen? Das ist eigentlich ganz einfach, wenn Ihr ein paar Dinge beachtet. foto (c) kinderoutdoor.de

Doch es gibt hier einige Hindernisse: Um etwa sechs Kilogramm über Wasser zu halten, benötigt Ihr einen Fichtenstamm, der einen Meter lang ist und einen Durchmesser von etwa 15 bis 20 Zentimeter haben. Ein Floß aus Rundhölzern geferftigt bringt einges an Gewicht auf die Waage. An seichten Stellen im Fluß oder alleine um es ins Wasser zu bringen, sind viele Kräftige Helfer nötig. Ein weiterer Nachteil von dieser Bauweise: Holz saugt sich mit Wasser voll. Ein Floß, dass heute noch stolz die wie MS Deutschland dahinschwamm, kann am nächsten Morgen deutlich tiefer im Wasser liegen. Da haben wir auch schon das nächste wichtige Thema: Wo dürft Ihr mit dem Floß fahren? Bei Flüssen und Kanälen, die als Wasserstraßen ausgewiesen sind, gilt das Motto dem sich die Hunde vor Metzgereien unterwerfen müssen: Wir müssen draußen bleiben! Sobald gewerbliche Schifffahrt unterwegs ist, hat der Spaß ein Ende. Flöße lassen sich schwerer manövrieren als Kanus. Ebenfalls eine No-go-Area habt Ihr wenn bestimmte Befahrungsregeln aus Gründen vom Naturschutz zu beachten sind. Manche Abschnitte von Seen oder Flüssen sind zu Brutzeiten oder ab einem bestimmten Pegelstand für Wassersportler gesperrt. Ein Grund, der sich leicht akzeptieren lässt. Am besten Ihr informiert Euch über derartige Regeln. Auch private Seen oder Weiher sind, ohne vorherige Absprache, tabu um darauf mit dem Floß zu schippern. Da verstehen manche Leute gar keinen Spaß. Sucht Euch einen Flußabschnitt ohne Wehre aus. Ein Floß umzutragen ist, je nach Konstruktion, zeitraubend und anstrengend. Der Spaß ist für die Kinder zu Ende, wenn sie sich an einem herausstehenden Nagel oder Schraube vom Floß verletzen. Deshalb versenkt diese tief ins Holz. In unserem Fall haben wir einen alten Teppich vom Wertstoffhof darüber angebracht und gingen so auf absolut Nummer sicher. Eine sichere Lösung ist es auch, die sich bewährt hat, unter den Rahmen Europaletten anzubringen. Darunter lassen sich die Auftriebskörper perfekt vertäuen. Für viele stellt auch die Frage, wann dürfen Kinder mit an Bord vom Floß? Ganz klar: Wenn sie sicher schwimmen können. In einem natürlichen Gewässer kommt, im Gegensatz zu einem Hallen- oder Freibad, ein psychologischer Aspekt hinzu: Die Kinder haben dort Angst vor der Tiefe. Auch wenn der Fluß flacher ist als das gekachelte 25 Meter Becken, die Kleinen können den Grund nicht sehen und das ängstigt sie. Deshalb ist es sinnvoll, die Kinder mit Schwimmwesten auszurüsten.

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