Iglu bauen lernen in der Tiroler Zugspitzarena sich wie ein Eskimo fühlen

Iglu bauen lernen ist für Erwachsene und Kinder das ultimative Outdoor Erlebnis im Winter. Wer sich traut ein Schneehaus zu bauen, der braucht entsprechendes Wissen, Werkzeug und viel Schnee. Worauf Ihr achten solltet, wenn Ihr mit den Kindern ein Iglu baut, dass erklärt uns im Interview ein Experte aus Tirol.

Draußen sein. Inmitten der Natur. Weit ab vom Trubel der Skigebiete. Nur mit Freunden und Familie. Und mit einem Plan vor Augen: Mit den eigenen Händen ein Iglu bauen. Doch wo findet man einen guten Bauplatz? Welcher Schnee ist für das Iglu am besten geeignet? Welches Werkzeug wird benötigt? Und vor allem, wie hält das Iglu am Schluss eigentlich zusammen? Das beantworten vom 28. Dezember 2018 bis 29. März 2019 die fachkundigen Leiter der Iglu-Workshops in der Tiroler Zugspitz Arena und bringen Gästen bei, wie sie ihre eigene Schneehütte bauen.Eskimo-Feeling an der Zugspitze
Gemeinsam mit einem ausgebildeten Bergwanderführer machen sich die Kursteilnehmer zunächst mit Schneeschuhen auf die Suche nach einem geeigneten Standort für ihr eiskaltes Bauwerk. Anschließend kann das Abenteuer in unberührter Natur beginnen: Unter fachkundiger Leitung wird Schnee komprimiert, Block für Block ausgesägt und aufeinandergesetzt. Als Stärkung zwischendurch bereiten sich die angehenden Iglu-Architekten ganz traditionell eine deftige Mahlzeit über dem offenen Lagerfeuer zu. Der Iglu Bau-Workshop dauert etwa vier Stunden und startet jeden Freitag, ab einer Teilnehmerzahl von fünf Personen, um 10 Uhr. Pro Person kostet der Kurs 45 Euro, zuzüglich Liftticket, und ist im Tourismusbüro Lermoos oder bei der Alpinschule Lermoos buchbar. Wer teilnehmen möchte, sollte sich bis 15 Uhr am jeweiligen Vortag anmelden. Weitere Informationen zum Iglu Bau-Workshop und der Tiroler Zugspitz Arena unter www.zugspitzarena.com

Iglu bauen: Expertentipps von einem Bergführer

Einmal in einem selbstgebauten Iglu übernachten – für viele ein Traum. Marco Seitner von der Alpinschule Lermoos verrät im Interview welcher Schnee sich am besten eignet und warum eine gute Basis essentiell ist. Wer keinen weißen Leuchtturm ohne Dach aus Schnee am Ende des Tages haben möchte, der sollte sich das Interview mit Marco Seitner durchlesen.

Welche Voraussetzungen muss ein geeigneter Iglu-Bauplatz erfüllen?

Es hilft auf jeden Fall, wenn es an dem Iglu-Bauplatz Schnee gibt . Nein im Ernst, man muss versuchen, einen Platz zu finden der windstill ist und am besten nicht den ganzen Tag in der Sonneliegt. Speziell im Frühjahr wird die Iglu-Wand durch die Sonneneinstrahlung sehr schnell dünn. Ansonsten sollte darauf geachtet werden, dass an dem Platz viel Schnee liegt, den man zum Bauen verwenden kann.

Welche Art von Schnee ist am besten geeignet?

Am besten eignet sich gut komprimierter Schnee. Diesen findet man bei Windverfrachtungen hinter Hügeln. Sollte man diese Art von Schnee an dem Bauplatz nicht finden, ist es wichtig, den Schnee vor Baubeginn flachzutreten (am besten mit Schneeschuhen) und dadurch zu komprimieren.

Welches Werkzeug benötigt man für den Bau eines Iglus?

Die Standard-Werkzeuge zum Iglu-Bau sind eine Sonde, ein Seil, eine Schneesäge und eine Schaufel. An dem Ort, an dem später die Schneeblöcke herausgeschnitten werden sollen, wird mit der Sonde die Schneetiefe überprüft. Mit dem Seil zeichnet man einen Kreis, den Grundriss des Iglus. Mithilfe der Säge werden die einzelnen Schneeblöcke ausgeschnitten und mit der Schaufel zum Schluss ein Eingang gegraben.

Worauf muss man beim Bauen achten?

Zunächst muss eine gute Basis geschaffen werden. Wenn man bereits in der untersten Reihe ungenau arbeitet, ist das Iglu zum Schluss nicht stabil. Außerdem müssen schöne Blöcke ausgeschnitten und sauber aufeinander geschichtet werden. Spätestens bei dem dritten Kranz der Schneeblöcke sollte man nach innen, zur Mitte arbeiten, sonst wird der Bau nur ein Leuchtturm ohne Dach.

Was sollte man berücksichtigen, wenn man in einem selbstgebauten Iglu übernachten möchte?

Wenn man in einem Iglu übernachten möchte, sollte einem bewusst sein, dass man mindestens 24 Stunden in der Natur verbringen wird. Eine gute und vor allem warme Ausrüstung, wie funktionelle Outdoor-Bekleidung und feste Schuhe, ein Schlafsack und eine Isomatte, ist ein Muss. Grundsätzlich sollte man bei einer Mehrtages-Tour mit Übernachtung im Iglu die Unterstützung von einem erfahrenen Bergführer in Anspruch nehmen.

Danke für das Interview.

 

 
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