Hütten-Rezepte: Deftige Leberknödel aus dem bayerischen Oberland

Hütten-Rezepte bieten mehr als Currywurst und totfrittierte Pommes. Die Hütten-Rezepte haben sich über Generationen bewährt und sind einfach zu kochen. Ein unverfälschtes, deftiges Rezepte aus dem bayerischen Oberland sind die Leberknödel. Es gibt sie zwar fertig in Plastikfolie eingeschweißt im Supermarkt zu kaufen, doch geschmacklich bewegen sich diese meistens unterhalb der Grasnarbe vom Weidegrund der Alm.

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Knödel gehören zu Bayern, wie die weißblauen Rauten im Wappen vom Freistaat. Dabei sind die Knödel, oder Klöße wie Norddeutsche dazu sagen, in allen Regionen von Bayern vertreten. Aus geriebenen Kartoffeln sind sie die perfekte Beilage zu einem deftigen Schweinebraten. Semmelknödel hingegen eignen sich wunderbar als Begleiter von einem Wildbraten. Eine ganz besondere Spezies bilden die Leberknödel. Sie sind in der Suppe schwimmend eine leckere Haupt- oder Vorspeise. In vielen bayerischen Gasthöfen, Almen oder Berghütten bekommt Ihr diese Spezialität serviert. Auch in der Pfalz sind die Leberknödel bekannt. Dort an Mosel und Rhein heißen sie Läwwerknepp und kommen in Begleitung von Sauerkraut oder Kartoffelbrei auf die Teller. Ebenfalls in Österreich, Slowenien und der Tschechichen Republik verspeisen die Feinschmecker diese Knödel. Allerdings als Einlage in der Suppe. Wer sich in Pilsen, Brünn, Budweis, Olmütz, Liberec, Ostrave oder Prag solche bestellen will muss nur den Zungenbrecher átrové knedlíčky halbwegs richtig herausbringen. Deutlich einfacher ist es in Südtirol. Dort stehen die Leberknödel auch auf den Speisekarten. Von Region zu Region sind diese unterschiedlich zubereitet und das ist gut so. Dank diverser Schnellrestaurants sind es viele Menschen gewohnt, dass überall auf der Welt bestimmte Speisen gleich schmecken. Noch gibt es die kulinarischen Oasen, in denen unverfälschte frische traditionelle Speisen aus der Küche kommen. Bei einem Aufenthalt auf der Hütte bietet es sich an, gemeinsam diese leckeren Knödel zu kochen. Es ist einfacher als Ihr glaubt. Der Aufwand ist relativ gering und es ist geschmacklich ein besonderes Erlebnis.

Hütten-Rezepte: Frische Leberknödel duften und schmecken

Verwirrt sind manche Verbraucher vom Bayerischen Leberkäse. Dieser enthält nämlich eigentlich keine Leber und deshalb ist es zutreffender ihn als Felischkäse zu bezeichnen. Anders ist es bei unseren Leberknödeln. Sie sind tatsächlich aus Leber gekocht. Um exakt zu sein aus Schweineleber. Wer keinen Küchenmaschine auf der Hütte hat und auch keinen Fleischwolf, der lässt sich vom Metzger des Vertrauens die Schweineleber (manche nehmen auch die Leber vom Rind) durch den Wolf drehen. Der Experte weiß, welche Scheibe er zu verwenden hat. Es ist die mit 3,5 Millimeter. Es gibt zwei Varianten für die Leberknödel. Ihr verwendet Hackfleisch oder Schweinebauch. Zuerst weicht Ihr die alten Semmeln (norddeutsch: Brötchen) in der Milch ein. Diese sollte ein wenig warm sein. Anschließend holt Ihr sie heraus und drückt sie vorsichtig aus. Im nächsten Schritt holt Ihr das scharfe Messer raus. Damit hackt Ihr die Petersilie und die Zwiebel (zuvor schält Ihr sie bitte und weint bitterlich) möglichst klein. Nehmt die eingeweichten Brötchen (süddeutsch: Semmeln) und schnippelt sie ebenfalls so klein wie es geht. Als nächstes braucht Ihr eine große Schüssel.Gebt die Leber und den Schweinebauch oder das Hackfleisch hinein. Außerdem die klein gehackte Petersilie, und die Zwiebel. Als Bindemittel kommen noch die Eier sowie die Semmelbrösel hinzu. Mischt das Ganze kräftig zu einer Masse durch. Das ist richtig anstrengend! Ihr und der Knödelteig habt Euch jetzt Ruhe verdient. Lasst ihn etwa 45 Minuten bis eine Stunde kühl stehen. In der Zwischenzeit bereitet Ihr die Brühe vor. Optisch macht es sich gut, wenn Ihr “Blumen” aus Möhren darin schwimmen habt. Schneidet dazu vier bis sechsmal die Möhren seitlich ein und schnippelt sie nun in dünne Scheiben. Diese sehen nun wie Blumen aus. Damit die Knödelmasse sich von den Händen auch wieder löst, feuchtet mit Wasser die Innenflächen der Hände an. Mit dem Esslöffel holt Ihr die Masse heraus und formt sie dann in den Händen zu runde Knödeln. Ab damit in die vorbereitete Fleischbrühe. Darin lasst Ihr die Leberknödel köcheln, bis sie oben schwimmen. Fertig ist das leckere Essen.

Zutaten:

5oo Gramm Leber vom Schwein (wer möchte kann auch Rinderleber nehmen)

250 Gramm Schweinebauch oder Hackfleisch

Zwei alte Semmeln (Brötchen)

3 Eier

Wasser

150 Gramm Semmelbrösel

1 große Zwiebel

1 Bund Petersilie

Muskatnuss, Salz, Pfeffer

Fleischbrühe

Karotten

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