Schlittenfahren in der Stadt: Kiel, Hamburg, München und Berlin

Schlittenfahren in der Stadt ist für die Kinder ein prickelndes Abenteuer. In etlichen deutschen Großstädten gibt vom Rodelhügel bei dem die Abfahrt wenige Sekunden dauert, bis hin zu richtig langen Abfahrten. Wir haben uns heute die vier Landeshauptstädte Kiel, Hamburg, München und Berlin ausgesucht und zeigen Euch, wie toll es sich dort mit den Schlitten fahren lässt.

Auf der Krusenkoppel in Kiel treffen sich große und kleine Rodler.
foto (c) kinderoutdoor.de

Tuuuuuuuuuuuuuut! Ein monotoner tiefer Ton hallt über den Schlittenberg. Langsam schiebt sich eine Ostseefähre, sie ist höher als manches Parkhaus, durch die winterliche Kieler Förde. Möwen umkreisen kreischend diesen dicken weißen Pott, der Kurs auf einen Hafen in Skandinavien nimmt. Die Kinder und Erwachsenen rodeln vor dieser Kulisse über die verschneite Krusenkoppel. In Sichtweite zur Promenade Kiellinie und dem Landtag von Schleswig-Holstein befindet sich der beliebte Rodelhang. Steil geht es den Hügel hinunter. Auf dem Schlittenhügel wuselt es wie auf einem Ameisenhaufen. Zu verdanken haben die Kinder dem Landwirt Heinrich Wilhelm Kruse. Er vermachte vor über 100 Jahre der Stadt Kiel eine ansehnliche Geldsumme und sein Land im Düsternbrook. Seitdem nutzen die Kieler als Naherholungsgebiet und jedes Jahr bei der Kieler Woche finden hier etliche Veranstaltungen für Kinder statt. Im Winter ist die Krusenkoppel der Hotspot für alle die gerne Rodeln. Ein kleiner Wall verhindert, dass die Schlittenfahrer auf die Straße brettern. Entsprechend entspannt sind deshalb die Eltern. Einen Rodelberg mit Blick auf Osteseefähren, das ist schon etwas Besonderes.

Schlittenfahren in Hamburg: Tausend Meter Abfahrt im Wald

Hamburg bietet in den vielen Parks kleinere Rodelhügel die über das ganze Gebiet vom Stadtstaat verteilt sind. Ob im Hammer Park, Bolivar Park, Baurs Park oder dem Öjedorfer Park überall kommen die kleinen Schlittenpiloten auf ihre Kosten. Doch vor einer Schlittenbahn, da reden alle Hanseaten mit größten Respekt: Die einen Kilometer lange Rodelbahn im Bergedorfer Gehölz. Wie der Name schon sagt, liegt diese Abfahrt am Rande der Hansestadt und bildet die Grenze zu Schleswig-Holstein. Hier gibt es den Doktorberg. Dort legten Arbeiter in den 30er Jahren die längste Rodelbahn der Hansestadt an. Mit dem Bus 235 kommt Ihr dort hin und steigt beim Waldschloss aus. Auch Parkplätze gibt es hier genug. Steigt mit dem Schlitten auf und schon nach wenigen hundert Metern merkt Ihr, wie steil hier das Gefälle ist. Haltet Euch am Rand, denn immer wieder kommen Schlitten herangebrettert. Etliche Kurven in dem dichten Mischwald mit seinen wunderbaren alten Eichen fordern das fahrerische Können der Rodelpiloten.

Fast olympiareif ist die Rodelbahn am Teufelsberg in Berlin.
foto (c) kinderoutdoor.de

Schlittenfahren in München: Einer für alles im Olympiapark

Wer größere Kinder hat, kennt das Problem: Die Älteren auf steileren Rodelhügeln unterwegs sein, als die jüngeren Geschwister. Diese sind aber an diesen anspruchsvollen Abfahrten überfordert, stürzen und weinen untröstlich. In München bietet der Berg im Olympiapark Abfahrten für jedes Können und Geschmack. Wer mit Snowtube unterwegs ist, der findet eine spezielle Strecke am nördlichen Hang vom Olympiaberg. Entsprechend steil sind hier auch die Kurven gestaltet und für größere Kinder oder Jugendliche ist das pure Action. Besonders flott geht es an den Flanken hinunter. 2011 fand hier Anfang Januar ein Weltcup Parallelslalom statt. Der Olympiaberg hat aber auch sanfte Seiten und auf dem Hochplateau geht es deutlich flacher mit dem Schlitten runter. Von 1947 bis 1958 entstand dieser beliebte, 56 Meter hohe Berg aus Schutt von im Krieg zerstörten Häusern.

Schlittenfahren in Berlin: Höllisch gut rodeln auf dem Teufelsberg

Ein Muss für alle Schlittenpiloten die gerne etwas flotter unterwegs sind, ist der Teufelsberg in Berlin. Von 1963 bis 1972 gab es dort sogar einen Skilift! Markantt ist der Gipfel von diesem aus Kriegstrümmern errichteten Berg mit einer ehemaligen Abhörstation. Wie überall in der Hauptstadt, lässt sich dieser populärste Berg mit öffentlichen Verkehrsmitteln problemlos erreichen. Gemütlich steigt Ihr etwa zehn Minuten auf. Dafür erwarten Euch oben auf dem höchsten Punkt vom Teufelsberg ein genialer Rundblick auf Berlin. Flott geht es etwa zwei Minuten auf zwei Kufen hinunter. Für alle Geschmäcker gibt es in der Hauptstadt in Parks die passenden Rodelbahnen.

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