Deuter setzt auf Fairness und Tradition

Seit 113 Jahren entwickelt Deuter  Rucksäcke, Taschen und Accessoires. Das Unternehmen aus dem bayerischen Gersthofen hat hohe Ansprüche an Qualität, Funktionalität und Langlebigkeit. Um das Niveau zu halten, setzt Deuter auf Mitarbeiter die  kompetent und motiviert sind – überall auf der Welt. Um international  bessere Arbeitsbedingungen zu bieten, hat Deuter die Stelle einer Corporate Responsibility Managerin geschaffen: Katrin Riedel ist zuständig für die Unternehmensverantwortung und arbeitet daran, dass Deuter Ökonomie, Ökologie und Soziales miteinander in Einklang bringt.

Was ist Ihr Ziel?

Katrin Riedel: Wir wollen unsere Mitarbeiter fair entlohnen und gute Arbeitsbedingungen für sie schaffen. Außerdem ist uns ein vertrauensvolles und kreatives Betriebsklima sehr wichtig. All dies gilt für unseren Stammsitz in Gersthofen bei Augsburg und für unsere beiden langjährigen Produktionspartner in Vietnam und China. Natürlich sind die Voraussetzungen sehr unterschiedlich und es können nicht überall gleich schnell Fortschritte erzielt werden. Uns ist schon klar: In die Verbesserung der Arbeitsbedingungen müssen wir ebenso viel Innovationsgeist und Energie stecken, wie in die stetige Verbesserung und Weiterentwicklung unserer Produkte.

Wie wollen Sie das erreichen?

Katrin Riedel: Wir haben schon immer auf lange und vertrauensvolle Zusammenarbeit gesetzt: Die Firma Duke in Vietnam produziert schon seit 1994 exklusiv für Deuter. In dieser Zeit ist eine freundschaftliche Partnerschaft entstanden. Von Anfang an war es uns wichtig, qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen, sie zu motivieren und zu fördern. Sie haben grundsätzliche Sozialleistungen wie beispielsweise Krankenversicherung und feste Urlaubstage – in Asien leider immer noch keine Selbstverständlichkeit. Überdurchschnittliche Bezahlung, ein kostenloses Mittagessen, ein gebührenfreier Shuttleservice von Ho Chi Minh City zu den Fabrikstandorten sowie die Möglichkeit, in firmeneigenen Unterkünften kostenfrei zu wohnen, helfen zusätzlich, die Mitarbeiter dauerhaft zu binden. Betriebszugehörigkeiten von 10 und mehr Jahren sind keine Seltenheit – das sehen wir als Bestätigung.

Dann sind Sie mit dem Erreichten zufrieden?

Katrin Riedel: Wir freuen uns, wenn die Menschen gern und lang für Deuter arbeiten, ja. Aber wir wollen uns weiter verbessern! 2011 sind wir deshalb einen weiteren Schritt gegangen und sind der unabhängigen Organisation Fair Wear Foundation beigetreten. So haben wir einen kompetenten Partner gewonnen, der uns dabei unterstützt, die richtigen Schritte nach vorne zu tun. Wichtig war uns auch, dass unsere Bemühungen nun von einer unabhängigen Institution überprüft und bestätigt werden.

Bei Deuter ist Katrin Riedel bringt als Corporate Responsibility Managerin Ökologie, Ökonomie und Soziales in Einklang. Foto: (c) Deuter

Fair geht vor! Bei Deuter bringt Katrin Riedel  als Corporate Responsibility Managerin Ökologie, Ökonomie und Soziales in Einklang.
Foto: (c) Deuter

Wer ist die FWF und wozu verpflichtet der Beitritt?

Katrin Riedel: Die FWF ist eine unabhängige Verifizierungsinitiative, die mit Unternehmen und Fabriken zusammenarbeitet. Ziel ist es, die Arbeitsbedingungen in der Textil- und Bekleidungsindustrie, vor allem in Niedriglohnländern, zu verbessern. Detail-Informationen gibt es im Internet auf: www.fairwear.org. Mit dem Betritt haben wir uns den strengen Arbeitsrichtlinien, dem Code of Labour Practices, der FWF verpflichtet.

Code of Labour Practices: Die Arbeitsrichtlinien der FWF

1 keine Zwangsarbeit

2 keine Diskriminierung am Arbeitsplatz

3 keine Kinderarbeit

4 Vereinigungsfreiheit und das Recht auf kollektive Verhandlungen

5 existenzsichernde Löhne

6 keine überlangen Arbeitszeiten

7 sicheres und gesundes Arbeitsumfeld

8 rechtsverbindliches Arbeitsverhältnis


Und wie überprüft die FWF, ob ihre Mitglieder diese Standards einhalten?

Katrin Riedel: Die FWF hat ein dreistufiges Verifizierungssystem etabliert, das die Einhaltung dieser Richtlinien überprüft: Einmal im Jahr werden die FWF-Mitglieder einem Brand Performance Check unterzogen, in unserem Fall wird dabei der Firmensitz in Gersthofen überprüft. An den Produktionsstandorten werden Audits durchgeführt. Die dritte Stufe der Verifizierung umfasst ein Beschwerdesystem. Dieses gibt allen Arbeitern in Produktionsstätten von FWF Mitgliedern die Möglichkeit, Verstöße gegen die Arbeitsrichtlinien zu melden.

Wie läuft dieser Prozess bei Deuter?

Katrin Riedel: Mit nur zwei Produktionspartnern konnten wir die Vorbereitungen für die FWF Mitgliedschaft sowie das erste Audit in sehr kurzer Zeit erfolgreich abschließen. Im Oktober 2011 haben wir das erste FWF Audit in der größten Fabrik unseres Partners Duke in Vietnam durchführen lassen, weitere folgen. Ein unabhängiges Expertenteam hat zwei Tage lang die Produktion mit Hilfe von Arbeiter- und, Managementinterviews sowie durch Überprüfung verschiedenster Dokumente unter die Lupe genommen. Zudem waren viele Forderungen der FWF dort ohnehin schon erfüllt. Da profitieren wir davon, dass wir schon lange versuchen, unsere Mitarbeiter durch gute Arbeitsbedingungen zu halten und zu motivieren.

Gelingt dies auch am Stammsitz in Deutschland?

Katrin Riedel: Ja, gutes Betriebsklima und eine kreative Atmosphäre sind uns sehr wichtig. Es gibt auch Zahlen, die das belegen: Im November 2011 waren es 86 Mitarbeiter in der Zentrale und im Außendienst von Deuter, mehr als ein Drittel hatte schon ihre Ausbildung hier absolviert. Unsere langjährigste Mitarbeiterin hat 1970 ihr Berufsleben bei uns begonnen. Darauf sind wir stolz! Genauso wie auf die Erfolgsgeschichte von unserem Prokuristen Robert Schieferle. Vom Auszubildenden ist er bis in die Geschäftsleitung aufgestiegen. Die Arbeit im Team und immer neue Herausforderungen motivieren ihn bis heute.

Vielen Dank!

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