Herzlichen Glückwunsch! Wer bis hierher gelesen hat, läuft nicht mehr einfach durch den Wald – sondern entdeckt überall spannende Hinweise. Jetzt wird es noch aufregender. Denn viele der nächsten Fundstücke verraten, welche Tiere nachts unterwegs sind, wo sie schlafen oder wie sie miteinander kommunizieren. Gleichzeitig lernst du faszinierende Naturphänomene kennen, an denen die meisten Spaziergänger achtlos vorbeigehen. Also: Augen auf, langsam laufen und genau hinschauen!
31. Fuchslosung
Nicht gerade der schönste Fund.
Trotzdem gehört er zu den spannendsten.
Füchse setzen ihren Kot häufig gut sichtbar auf Steine, Baumstümpfe oder kleine Erhebungen. Dadurch markieren sie ihr Revier.
Oft findest du darin Haare, Federn oder Beerenreste. Sie verraten, was der Fuchs zuletzt gefressen hat.
Wichtig: Niemals anfassen und anschließend gründlich die Hände waschen, falls versehentlich Kontakt entstanden ist.

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32. Ein abgeworfenes Hirschgeweih
Jedes Jahr passiert etwas Erstaunliches.
Hirsche werfen ihr Geweih komplett ab.
Anschließend wächst innerhalb weniger Monate ein neues nach. Dafür benötigen die Tiere enorme Mengen an Mineralstoffen und Energie.
Ein gefundenes Geweih gehört deshalb zu den spektakulärsten Waldschätzen überhaupt.
Merke: In einigen Bundesländern oder Revieren gelten besondere Regeln für das Mitnehmen von Abwurfstangen. Informiere dich deshalb vorher.

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33. Ein Vogelnest
Zwischen Ästen versteckt sich oft ein kleines Kunstwerk.
Gräser.
Moos.
Federn.
Tierhaare.
Viele Vogelarten bauen daraus erstaunlich stabile Nester.
Außerhalb der Brutzeit lassen sie sich manchmal gut entdecken.
Naturdetektiv-Tipp: Nester niemals berühren oder mitnehmen. Viele Tiere nutzen sie erneut oder sie stehen unter Schutz.
34. Ein Tierwechsel
Mitten durchs Unterholz führt ein schmaler Pfad.
Menschen waren hier meist nicht unterwegs.
Vielmehr handelt es sich um einen Tierwechsel.
Rehe, Wildschweine oder Dachse nutzen diese Wege oft über viele Jahre hinweg. Deshalb entstehen gut erkennbare Trampelpfade.
35. Misteln
Mitten im Winter tragen manche Bäume plötzlich grüne Kugeln.
Das sind Misteln.
Sie wachsen auf den Ästen anderer Bäume und entziehen ihnen Wasser sowie Nährstoffe.
Dennoch sind Misteln keine vollständigen Schmarotzer. Denn ihre Blätter betreiben selbst Photosynthese.
36. Ein Reibebaum
Im Herbst beginnt für Hirsche die Brunft.
Dann reiben die Tiere ihr Geweih kräftig an jungen Bäumen.
Dadurch entstehen auffällige Rindenschäden.
Außerdem bleiben manchmal Haare am Stamm hängen.
Ein Reibebaum verrät deshalb, dass hier Hirsche unterwegs sind.
37. Eine Spechtfeder
Nicht jede Feder stammt von einer Taube.
Spechtfedern fallen oft durch ihre markanten schwarz-weißen Muster auf.
Findest du zusätzlich frische Holzspäne, war der Vogel vermutlich erst vor kurzer Zeit aktiv.
So lassen sich verschiedene Spuren miteinander kombinieren.
38. Eine Eichelhäher-Versteckstelle
Der Eichelhäher gilt als Gärtner des Waldes.
Warum?
Jeden Herbst versteckt er Tausende Eicheln.
Viele davon findet er später wieder.
Einige bleiben jedoch im Boden.
Genau daraus wachsen neue Eichen.
Ohne Eichelhäher gäbe es vielerorts deutlich weniger junge Bäume.

39. Ein Spechtbaum
Manche Bäume sehen aus wie Schweizer Käse.
Überall kleine Löcher.
Nicht immer baut der Specht dort seine Höhle.
Oft sucht er lediglich nach Käferlarven unter der Rinde.
Deshalb sind viele kleine Löcher ein Hinweis auf reichlich Insekten im Holz.
40. Ein Ameisenpfad
Einzelne Ameisen wirken orientierungslos.
Als Gruppe dagegen arbeiten sie perfekt zusammen.
Folge einem Ameisenpfad vorsichtig mit den Augen.
Er führt fast immer direkt zum Nest oder zu einer ergiebigen Futterquelle.
Dabei erkennst du schnell, wie gut die Tiere miteinander kommunizieren.
Profi-Tipps für kleine Naturdetektive
Wer den Wald wirklich verstehen möchte, braucht keine teure Ausrüstung. Stattdessen helfen ein paar einfache Dinge:
- Eine Becherlupe macht selbst winzige Insekten sichtbar.
- Ein Fernglas bringt Vögel näher, ohne sie zu stören.
- Ein Notizbuch hilft dabei, Fundorte und Beobachtungen festzuhalten.
- Mit einer Bestimmungs-App oder einem Naturführer lassen sich viele Spuren später in Ruhe vergleichen.
- Außerdem lohnt es sich, denselben Wald zu verschiedenen Jahreszeiten zu besuchen. So entdeckst du immer wieder Neues.
Naturdetektiv-Challenge
Welche dieser Spuren habt ihr bereits entdeckt?
☐ Fuchslosung
☐ Hirschgeweih
☐ Vogelnest
☐ Tierwechsel
☐ Mistel
☐ Reibebaum
☐ Spechtfeder
☐ Eichelhäher-Versteck
☐ Spechtbaum
☐ Ameisenpfad
Je mehr Kästchen ihr abhaken könnt, desto besser kennt ihr die Sprache des Waldes.
Im großen Finale warten die letzten zehn Fundstücke
Freut euch unter anderem auf:
- geheimnisvolle Flechten
- Hirschfeger
- Biberfraß
- Fledermausquartiere
- Feuersalamander
- Hexenbutter
- Donnerkeile und Fossilien
- Tautropfen als kleine Naturwunder
- den perfekten Naturdetektiv-Test
- und das spannendste Fundstück im ganzen Wald.
Eines steht fest: Nach dem letzten Teil werdet ihr jeden Waldspaziergang mit völlig neuen Augen erleben.

