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Schlitten pflegen mit Kinder Outdoor Know How

Schlitten pflegen mit Kinder Outdoor Know How und Ihr rodelt allen davon. Ihr müsst nur ein paar Minuten investieren und braucht nur wenig Werkzeug. Schritt für Schritt zeigen wir Euch, wie Ihr den Schlitten perfekt pflegt. Vom Zugseil über die Sitzbretter zu den Kufen. Dank unseren Expertentipps seid Ihr mit dem Schlitten flott unterwegs.

Da rubbelt ein ganz schlauer Blogger mit dem Schmirgelpapier auf den Kufen von einem bemitleidenswerten Schlitten hin und her. Leider kann der Zuschauer den „Erfolg“ von dieser Aktion nicht sehen. Der Schnee sammelt sich unter den Kufen an und „stollt“ wie die Experten sagen. Wer gerne extram langsam über den Schlittenhügel rodeln will oder vornüber kippt, weil sich Schneekeile unter den Kufen gebildet haben, der malträtiert so die Kufen. Bei unseren Tipps, dazu gehört auch die Kufen mit der Fahrtrichtung zu schleifen, läuft Euer Schlitten deutlich besser als zuvor. Wenn Ihr einen Plastikschlitten habt, könnt Ihr Euch einige unserer Tipps sparen. Es sei denn, der Schlitten aus Kunststoff hat Metallkufen. Beginnen wir von vorne.

An Werkzeug und Material sucht Euch folgendes zusammen:

  • Schraubenzieher (Schlitz und/oder Kreuz; aber dazu gleich!) alternativ ein Multitool
  • Schmirgelpapier in verschiedenen Stärken
  • Skiwachs
  • Lappen
  • Eisenbürste

Schlitten pflegen: Vorne anfangen

Überprüft das Zugseil. Nichts ist so peinlich und auch gefährlich, wenn sich ein Schlitten beim Hochziehen löst, weil die Zugschnur gerissen ist. Überprüft zu erst ob das Seil beschädigt ist. Wenn dem so ist, tauscht es aus. Ist das Ziehholz kaputt, schnitzt Euch ein Neues. Als nächstes erwartet Euch ein Aha-Erlebnis. Ihr staunt, wie viele Schrauben so ein Schlitten aus Holz hat. Diese verbinden die Verstrebungen oder halten die Kufen fest. Manche Hersteller verwenden Kreuzschrauben, anderen Schlitzschrauben und wieder andere beide Arten von Schrauben. Dreht alle Schrauben fest, diese lockern sich im Winter. Wie fest sind die Sitzbretter? Steht eine Schraube oder Nagel aus dem Holz? Das kann die Hose beschädigen oder verletzen. Versenkt die Schraube oder den Nagel wieder im Holz. Kommen wir zu den Kufen. Mit der Eisenbürste entfernt Ihr den groben Flugrost. Jetzt kommt zum ersten Mal das Schleifpapier zum Einsatz. Beginnt mit dem Gröbsten. Je kleiner die Zahl auf der Rückseite vom Sandpapier, umso gröber ist es.

  • —>WICHTIG: Reibt mit dem Schleifpapier immer in Fahrtrichtung. Von den Hörnern nach hinten. Ansonsten stollen die Kufen, weil sich in der Oberfläche die Schneekristalle ansammeln können. Es entsteht ein Schneekeil.

Mit dem trockenen Lappen wischt Ihr den Rost ab. Ihr wundert Euch sicher, was da alles zu sehen ist. Jetzt kommt das nächste Schleifpapier dran. Steigert Euch immer mehr. Zum Schluss, nach dem Feinsten Schleifpapier versiegelt Ihr die Kufen mit Skiwachs. Die Rodelsaison kann kommen!

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Schlittenfahren mit Kindern in Tirol: Der Bärenritt in Bärwang

Schlittenfahren mit Kindern ist ideal,wenn die Kleinen a) keine Lust mehr auf Skifahren haben b) gar keine Lust mehr auf Skifahren haben oder c) noch nie Lust auf Skifahren hatten. In Berwang (Tirol) gibt es den Bärenritt. Eine etwa ein Kilometer lange und doch ganz flotte Rodelbahn. Sie ist sogar vom Land Tirol zertifiziert. Zum Start könnt Ihr hochliften oder zu Fuß aufsteigen.

“Wir sagen he he he he he, wir wollns ned langsam sondern schnell!” dröhnt das Bobfahrerlied aus den Lautsprechern. Das Lied, von Willy Michl geschrieben, passt perfekt zum heutigen Vorhaben. Es steht eine flotte Fahrt auf dem “Bärenritt” an. So heißt die Naturrodelbahn bei Berwang in der Tiroler Zugspitzarena. Wer hier sicher und auch schnell runter will, der nimmt entweder einen klassischen Hörnerschlitten her oder einen Bob. Fahrbare Untersätze könnt Ihr Euch in Berwang ausleihen. Alleine beim Parkplatz vom Sunjet befinden sich zwei Sportgeschäfte die neben Alpinski und Snowboards auch Rodeln verleihen. Denkt bitte vor dem Start daran, dass in Österreich Minderjährige bis zum vollendeten 15. Lebensjahr beim Wintersport einen Helm tragen müssen.

Oben ohne auf Skibob oder Schlitten ist somit auch alles andere als gerne gesehen. Es gilt das alte Piefke Kaiser Motto: “Ich will Helm!” Eine Frage des Wollens ist es auch, wie die Kinder hinauf zum Start vom Bärenritt kommen. Egal wie Ihr hinauf kommen wollt: Beim Parkplatz am Skilift Sunjet geht es los. Hier scheiden sich die Rodler. Die einen lösen eine Fahrkarte und gondeln in wenigen Minuten im Sessellift hinauf. Naturburschen gehen geradeausweiter und nehmen den gemütlichen Aufstieg von etwa einer halben Stunde auf sich. Folgt dem unübersehbaren grünen Schriftzug “Jägerhaus” und wander Richtung Biliglift. Der Weg ist durchgehend halbwegs geräumt und mit Rollsplit versehen. Darin liegt ein kleines Problem: Wenn Ihr den Schlitten oder Bob zieht und die Kinder sitzen auf, dann hinterlasst Ihr auf dem Wanderweg Spuren: Entweder Plastik oder Metall. Wer bis zum Start mit einer einwandfreien Rodel ohne zerkratzte Kufen ankommen will, der muss sie wohl oder übel tragen.

So geht es gemütlich durch den wundervollen Winterwald dahin. Auf dem Weg zum Schlepplift “Bärenbad” kommt Ihr an einem verschneiten Spielplatz auf der rechten Seite vorbei. Unterwegs gibt es immer wieder Bänke, auf denen Ihr Euch hinsetzen und ausruhen könnt. Es lohnt sich immer wieder sich umzudrehen und die Bergriesen rund um Berwang zu bestaunen: Die markante Schlierewand, Namloser Wetterspitze, die Kelmer Spitze mit der Bschabler Kreuzspitze im Hintergrund, die Knittelkarspitze und das Galtjoch. Als nächster Nachbar erhebt sich schroff der Thaneller. Alles satte 2.000er und weniger zum Rodeln geeignet. Vorbei am Lift und Ihr unterquert bald die Sonnalmbahn bevor Ihr durch ein Tunnel aus Beton geht. Noch eine weitausladende Linkskurve und Ihr seht im Wald das Jägerhaus. Zuerst jedoch die Jägeralm. Oben angekommen rechts an der Sonnenterrasse vom Gasthaus halten. Passt bitte auf, hinter Euch kommen Skifahrer und Snowboarder von der Hochalm angebrettert. Wer möchte kann im Jägerhaus einkehren und das Panorama rund um Berwang genießen.

Schlittenfahren mit Kindern: Ich glaub mit tritt ein Bär!

Rechts, direkt an der Bergstation vom Sunjet (ein altes Tiroler Wort) ist der Start für die Rodelbahn “Bärenritt”. Über dem Schild ist auch zu sehen, dass es das Tiroler Naturrodelbahn Gütesiegel hat. Dazu sind einige Bedinungen notwendig (Auszüge davon):

  • Die Rodelbahn muss mindestens 1.000 Meter lang sein
  • Entsprechend beschildert
  • Gut gesichert
  • Schneesicher

Vor allem für Letzteres ist Berwang ein Garant. Wenn die meisten Pisten schon in einem satten grün leuchten, können hier noch die Wintersportler abfahren. Höchste Zeit für uns zu starten. Ein kleiner Geheimtipp! Nehmt die verlängerte Schneerampe hinter dem Start und es geht richtig flott los. Am Anfang haben die Schlittenpiloten noch ein wenig Zeit, sich mit dem “Bärenritt” vertraut zu machen. Blaue Fangzäune deuten an: Hier heißt es den Schlitten oder Bob kontrolliert durch die S-Kurven zu bringen. Die Links-Rechts-Kombinationen haben es, wie bei einem Boxkampf, in sich. Vor allem ziehen sich die Kurven ein wenig nach innen. Durch diese Neigung baut der Schlitten Tempo auf und nimmt die Geschwindigkeit mit in die gleich darauf folgende Kurve. Eine Gefahrenstelle gibt es, etwa zur Hälfte der Rodelbahn, dort sind aber auch entsprechend gelbe Warnschilder angebracht. Für etwa 25 Meter müsst Ihr Euch den Rand der Piste mit den Skifahrern teilen. Es folgt ein furioses Finale mit flotten Kurven. Am Mittag und Nachmittag kann es sein, dass der Schnee in dieser Passage weich ist und sich Rippen bilden. Da kann es Euch mit dem Schlitten oder Bob unfreiwillig aushebeln. Nachdem Ihr gelandet seid, fühlt Ihr Euch, als wenn Euch ein Grizzly getreten hat. Zum Schluss kommt ein langes, gerades Gleitstück. Bitte passt hier besonders auf und seid bremsbereit. Leider steigen vom Ziel der Rodelbahn immer wieder unvernünftige Wintersportfreunde auf und ziehen mitten in der Bahn gehend, den Schlitten hinter sich her. Um hier nicht zu kollidieren, fahrt bitte bremsbereit.

Rodelbahn: “Bärentritt”

  • Lage: Berwang (Tirol)
  • Länge der Rodelbahn: 1.000 Meter
  • Start: An der Bergstation “Sunjet”
  • Aufstieg zu Fuß möglich: Ja
  • Schwierigkeit: leicht
  • Unsere Bewertung: Fünf von sechs möglichen Kompassen

Erst den Schlitten pflegen und dann rodeln: Die Krinnerspitze

Auch wenn das Wetter in dieser Woche es nur an einem Tag gut mit uns im Tannheimer Tal meinte, hatten wir eine richtige Gaudi beim Rodeln. Eine tolle Schlittenbahn führt an der Krinnenspitze hinab ins Tal. 3,9 km rasanter Spaß, den wir uns gegönnt haben.

Mit der Rodelbahn im Tannheimer Tal haben wir uns viel vorgenommen. Mit dem Sessellift fahren wir von Nesselwängle zur Krinnenalpe hinauf. Diese Hütte liegt auf 1.525 m an der Krinnenspitze und bietet eine rustikale, bodenständige Küche. 2.000 m hoch erhebt sich die Krinnenspitze über dem Tiroler Tannheimer Tal. Leider, so finden wir, ist heute der Schnee etwas weich. Der Himmel ist wolkenverhangen und die Temperaturen für Ende Dezember zu warm. Skeptisch steigen wir aus dem Lift und merken, wie wir in den Schnee einsinken. Ob das gut geht? Zuerst ziehen wir uns Helme an.

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Von der Krinnenalpe hinunter zur Talstation geht es auf dem Schlitten ordentlich zur Sache!
Foto: (c) Kinderoutdoor.de

Schließlich sind Felsen oder  Baumstämme härter als unserer Köpfe und die Gefahr einer Kollision besteht auf einer Rodelbahn immer. Vor allem wenn sie, wie hier in Nesselwängle, immer wieder die Skipiste kreuzt. Gleich am Start halten wir uns am Rand, denn auch Skifahrer und Snowboarder nutzen die Abfahrt. Nach einigen hundert Metern trennen sich die Wege und eine scharfe Rechtskurve bringt uns mit den Schlitten auf die Rodelbahn, die im Sommer ein Forstweg ist. Wir haben uns heute für den klassischen Davoser als Gefährt entschieden. Seine schmalen Kuven sinken jedoch an einigen Stellen in den weichen und tiefen Schnee ein.

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TIPP!

Am Schalter der Krinnenalpe-Bergbahn gibt es für 20,50 Euro eine spezielle 5er Karte für Schlittenfahrer

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Dadurch verliert der Schlitten an Geschwindigkeit, was den Kindern sogar passt. Ein Einheimischer meinte mahnend zu uns” Seid froh, dass die Rodelbahn heute nicht vereist ist!” Manche Haarnadelkurven oder die Kombination “Polstrkurve” können bei Eis unter den Kufen. Immer wieder überholen uns Skifahrer, Snowboarder oder sportlichere Schlittenpiloten. Vor allem wenn wir mit den Kindern die Skipiste kreuzen müssen alle sehr aufmerksam sein.

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Die Krinnenspitze mit 2.000 m beeindruckt die ganze Familie. Eindrucksvoll ist auch ein Fahrt mit der Rodel auf der Schlittenbahn. Keine Sorge, sie startet nicht am Gipfel und niemand muss zu Fuß aufsteigen.
Foto: (c) Kinderoutdoor.de

Im letzten Drittel der 3,9 km langen Rodelbahn sehen wir immer wieder den halbvereisten Haldensee. Kurz bevor wir wieder die Talstation der Krinnenalpe-Bergbahn erreichen, verlangt uns die Rodelstrecke einiges ab. Ein etwa 200 m langer Steilhang führt uns zu einer Engstelle die mit Fangnetzen links uns rechts gesichert ist. Schnell nehmen unsere Schlitten Fahrt auf und rasen auf diesen Engpass zu. Die Kinder und wir steuern zum Glück mittendurch und kommen wohlbehalten an der Bergstation an. Ohne Worte zu wechseln stellen wir uns für die nächste Fahrt hinauf zur Krinnenalpe an.

Infos zum Tannheimer Tal findet ihr unter

www.tannheimertal.com

Mit dem Schlitten von der Seealpe nach Oberstdorf brettern

Kinderoutdoor.de ist für Euch mit dem Schlitten von der Seealpe, am Nebelhorn, hinunter nach Oberstdorf gerodelt. Wer hier mit dem Schlitten fährt sollte das Gerät gut unter Kontrolle haben, denn es geht steil und rasant den Berg hinunter. Kleinere Kinder brauchen hier die Erwachsenen als Co-Piloten. Eines ist garantiert: Der Spaß und eine flotte Abfahrt.

Mit der Seilbahn vom Nebelhorn gondeln wir hinauf zur Seealpe.Sie liegt auf 1.280 m. Direkt an der Seilbahnstation mieten wir die Schlitten und schon können wir losfahren. Was uns sofort gefallen hat: Die Rodelbahn ist, ausgenommen vom Schluss, getrennt von der Skipiste. Gleich am Start bei der Gaststätte Seealpe geht es steil hinunter und wir erreichen die Einfahrt in den Wald. Von nun an geht es im Forst hinunter nach Oberstdorf. Mit vielen steilen Kurven verlangt die Rodelbahn uns fahrerisch alles ab. Immer wieder hebeln uns Bodenwellen aus, die sich in der Mitte der Schlittenpiste befinden.

Manche enge Kurven sind mit Fangzäunen ausgerüstet und das hat seine guten Gründe. Schnell bauen wir mit unseren Holzschlitten Tempo auf. Bis auf eine längere Gleitstrecke müssen wir kein einziges mal die Rodeln ziehen. Kleinere Kinder sind bei dieser Rodelbahn überfordert. Deshalb müssen sie als Copiloten mit einem Erwachsenen ins Tal rodeln. Ohne Helm geht hier gar nix! Manche großen Outdoorer haben ihre Probleme mit den S-Kurven-Kombinationen und landen im Wald. Beeindruckend ist die Passage, als wir mit den Schlitten an der Schattenbergschanze vorbei rodeln. Hier finden regelmäßig die Springen der Vierschanzentournee statt. Als ich diese riesigen Schanzen sehe frage ich mich, wer so verrückt ist und sich hier runter stürzt. Kurz vor dem Ende führt uns eine lange Gerade hinunter nach Oberstdorf. Mit einem Fangzaun ist die Rodelbahn von der Skipiste getrennt. Unten angekommen bin ich in einem Temporausch und freue mich, dass ich nur mit einem Sturz durchgekommen bin. Das einzige was hier weniger optimal ist: Der lange Fußweg zurück zur Talstation. Ansonsten ist die Rodelbahn von der Seealpe nach Oberstdorf ein spektakuläres Erlebnis für die Familie.

Von der Seealpe am Nebelhorn (Allgäu) führt eine spektakuläre Rodelbahn hinunter nach Oberstdorf! Foto: (c) Kinderoutdoor.de
Von der Seealpe am Nebelhorn (Allgäu) führt eine spektakuläre Rodelbahn hinunter nach Oberstdorf!
Foto: (c) Kinderoutdoor.de

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Infos: Rodeln von der Seealpe (Nebelhorn)

  • Ausgangspunkt: Parkplatz Talstation Nebelhornbahn
  • (Nebelhornstr. 67, 87561 Oberstdorf)
  • Start: Mittelstation Nebelhornbahn Gaststätte Seealpe
  • Rodelverleih: Seealpe
  • Länge: 2,5 km
  • Höhenunterschied: 450 hm
  • Öffnungszeiten: Täglich 8.30 bis 16.30 Uhr
  • Schwierigkeitsgrad: Schwer!

Schlitten fahren mit der Familie: Hier macht rodeln richtig Spaß!

Schlitten fahren mit der Familie ist ein ultimatives Vergnügen im Winter. Doch irgendwann ist der Hügel im Park, auf dem die Rodelpartie mit Stiefeln im Schnee fünf Sekunden dauert, abgefahren. Wo Ihr flott und lange rodeln könnt stellen wir Euch heute vor. Auch wie Ihr den Schlitten perfekt präpariert und den Kufenflitzer optimal steuer.

Den ersten Kontakt mit dem Wintersport sammeln die meisten beim Schlittenfahren. Schon die ganz kleinen Kinder haben ihren Spaß dabei. Wer keinen eigenen Schlitten zuhause hat oder am Anfang der Saison feststellt, dass die bisherige Rodel für die Kinder jetzt zu klein ist, den informieren wir kurz über die verschiedenen Schlittentypen:

Im Bereich der klassischen Holzschlitten gibt es unterschiedliche Modelle. Dazu der Rodelpapst Stefan Herbke: “Für Gelegenheitsrodler wäre dies der Hörnerrodel: Ein Klassiker mit Gurt- oder Lattensitz und nach oben verlängerten Kufen, die durch ihre Bogenform gut zum Greifen sind. Wer sportlicher unterwegs sein möchte, der nimmt einen Tourenrodel. Der ist schnell, aber nicht so bissig und unbequem wie ein Sportrodel und auch als Kinder- und Jugendrodel erhältlich.” Wer wenig Platz im Auto hat, der sollte es mit einem klappbaren Schlitten versuchen. Mit wenigen Handgriffen ist die Rodel flach zusammengeklappt und benötigt wenig Platz.

Vorteile von einem Holzschlitten:                                              Nachteile von einem Holzschlitten:

+ langlebig                                                                                       – schwer

+  stabil                                                                                            – erst für Kinder ab vier Jahren geeignet

+ vielseitig einsetzbar                                                                   – regelmäßig pflegen

Bei den Kindern sind die Bobs aus Plastik hoch im Kurs. Diese sind wie Formel Eins Boliden oder Rennbobs gestaltet. Mit einem Lenkrad lassen sich diese Flitzer einfacher und präziser steuern und auf wenigen Metern baut der Bob eine hohe Geschwindigkeit auf.

Vorteile von einem Plastikbob:                                                Nachteile von einem Plastikbob:

+ wiegt wenig                                                                               – wenig komfortabel

+steuerbar                                                                                    – wengier langlebig als ein Holzschlitten

Dank der Wok WM sind die Plastikschüsseln, sie erinnern von der Form her an die traditionelle chinesische Pfanne,  auf Schlittenhügeln oft zu sehen. Was meint Stefan Herbke dazu, der mehrere Rodelführer geschrieben hat: “Einen Wok habe ich noch nie ausprobiert und funktioniert wohl höchstens in einer Bobbahn, in der die Richtung klar vorgegeben ist – steuern lässt sich die Schüssel garantiert nicht.” Ähnlich funktioneren die aufblasbaren Schneereifen. Darauf können die Kinder sitzen oder liegen. Ein Problem ist jedoch, dass sich diese schwer lenken lassen. Eine andere Sonderform sind aufblasbare Schlitten, auch Airboard genannt. Diese Flitzer bauen schnell Geschwindigkeit auf, setzen aber eine sichere Fahrweise voraus.

Schlitten fahren mit der Familie: Alles eine Frage der Technik

Wenn Ihr Euch an längere Rodelbahnen heranwagt, wie in den Tirol, Bayern oder den deutschenMittelgebirgen,   müsst Ihr den Schlitten perfekt steuern und bremsen können. Sonst findet Ihr eine unfreiwillige Abkürzung im Wald. am einfachsten ist das Geradeausfahren. Daran ist zu erkennen, wer Könner oder Anfänger ist. Stützt die Hände auf dem Schlitten am Ende der Sitzbank ab. Die Füße stellt Ihr vorne auf die Kufen. Alle die flotter rodeln wollen, neigen den Oberkörper nach hinten. Eine Hand bleibt an der Zugschnur und die andere hält sich am Schlitten fest. Je nach Trainingszustand der Bauchmuskeln könnt Ihr Euch nach hinten lehnen. Egal wo, wie lange und schnell Ihr rodelt: Ihr müsst den Schlitten bremsen können. Ist die Passage in der Ihr Euch befindet flach und Euer Tempo ist niedrig, reicht es wenn ihr mit dem Füßen abbremst. Brettert Ihr auf eienr steilen Bahn dahin und habt ein flottes Tempo, dann müsst Ihr den Schlitten anders bremsen. Stellt beide Füße in den Schnee und drückt mit der Ferse hinein. Zieht gleichzeitig den Schlitten an den Hörnern in Richtung Oberkörper zu Euch nach oben. Fernsehsportler wissen: So bremsen  die Rodler bei der Olympiade im Eiskanal. Durch diese Technik verringert Ihr die Auflagefläche der Kufen und nutzt das eigene Körpergewicht um zu bremsen. Kommen wir zur Königsdisziplin: Dem Fahren der Kurven. Fahrt sie von außen her an. Nehmt Geschwindigkeit raus, damit schafft Ihr die Grundlage für die perfekte Fahrt in die Kurve. Beide Hände umklammern den Schlitten bei der Sitzbank. Wenn Ihr eine Linkskurve vor den Kufen habt, nehmt Ihr den linken Fuß vom Schlitten und bremst damit vorsichtig ab. Wer hier zuviel Kraft einsetzt, der verursacht einen spektakulären Dreher. Beim Eiskunstlauf sieht so was elegant aus, auf der Schlittenbahn gibt es dafür keine positiven Haltungsnoten. Mit dem rechten Fuß könnt Ihr gegen den Holm vom Schlitten drücken und bringt das Gefährt so optimaler in die richtige Richtung.Wenn Ihr die Technik, vor allem wie Ihr in den Kurven fahren sollt und das Abbremsen oft genug übt, dann wagt Euch an die längeren Schlittenbahnen in den Alpen. Ein weiterer Sicherheitsaspekt ist der Helm. Oben ohne kommt auf der Rodelbahn weniger gut.

Schlitten pflegen: So präpariert Ihr den Schlitten perfekt!

Kennt Ihr das auch: Zum ersten Mal in der Saison wollt Ihr dem dem Schlitten auf dem Hügel runterflitzen, dort ist der halbe Kindergarten und die andere Hälfte der Grundschule unterweg, doch Ihr kommt kaum von der Stelle. Dafür hinterlassen die Kufen von Eurem Schlitten sichtbare braune Spuren im Schnee. Peinlich! Außerdem wackelt der in die Jahre gekommene Kufenflitzer wie eine Brigg bei Windstärke acht auf dem Atlantik vor der isländischen Küste. Solche unfreiwillig komischen Auftritte lassen sich vermeiden. Investiert zehn Minuten um den Schlitten zu präparieren. Zuerst die Wackelprobe. Eine Hand packt ihn links oben an den Kufen, die andere rechts unten an der Sitzbank und jetzt hin und her bewegen. Es quietscht und wackelt, dann sind ein paar Schrauben locker. Zieht diese mit dem Schraubendreher oder Multitool nach. Wenn Schrauben herausstehen, besonders auf der Sitzfläche ist dies gefährlich, dreht sie in das Holz. Überprüft das Zugseil mit dem Griff. Ist es noch in Ordnung? Wenn nein, wechselt es bitte aus oder der Schlitten fährt beim Hinaufziehen ohne Euch los. Und zwar rückwärts. Kommen wir zu den Kufen. Rennrodler oder Bobpiloten pflegen diese intensiv und machen ein großes Geheimnis darum. Ihr entfernt mit der Stahlbürste den Rost. Immer in Fahrtrichtung die Bürste bewegen. Nehmt nun ein Schleifpapier und reinigt nochmals die Kufen. Fahrt mit einem feuchten Lappen über das Metall. Ups. Da geht ja ganz ordentlich was weg. Steigt auf immer feineres Sandpapier um. Zum Schluss versiegelt Ihr die Kufen mit heißem Skiwachs. Euer Schlitten flitzt nun los wie ein Ferrari Superfast 812. Ihr seid der König am Schlittenhang. Keiner flitzt flotter den Hügel runter und kommt weiter.

Rodeln mit Kindern: Schlittenfahren mit ordentlich Tempo!

Rodeln mit Kindern ist keine Sache von Sekunden. 20 Sekunden den Schlitten den Hügel im Park hochziehen und fünf Sekunden abfahren. Doch es geht auch anders. In den Mittelgebirgen und Alpen erwarten Euch flotte sowie lange Abfahrten für die Schlitten. Hier nehmen die großen und kleinen Rodler kräftig Fahrt auf. 

“Des woar sakkrisch stoark!” (übersetzt: “Das war so was von gut!” schwärmt ein Bub, als er am Ortsrand von Birkenstein seinen Schlitten abbremst. Wer den kleinen Schlittenpiloten anschaut, gibt ihm Recht. Glücklich wirkt der Bursche und überlegt nur kurz, steht wieder auf um seinen Schlitten wieder hinauf Richtung Kesselalm zu ziehen. Knappe drei Kilometer ist die Schlittenbahn lang und fordert mit seinen engen Kurven, steilen Passagen und Serpentinen die Rodler. Hier gilt es immer wieder die Balance zwischen Tempo und rechtzeitig bremsen zu finden. Los geht es bei der Wallfahrtskirche. Kurz geht es paralell zum Bach bergauf, Richtung Wald. Rechts den Bach überqueren und auf dem Waldweg geht es weiter. Für kleinere Kinder ist dieser Aufsteig zu steil. Ebenso sind die jungen Outdoorkids hier fahrerisch überfordert.

Rodeln mit Kindern in Oberbayern, da gibt es richtig anspruchsvolle Bahnen.
foto (c) kinderoutdoor.de

Im Wald geht es steil wieder in Sichtweite zum Bach hinauf. Bald erreicht Ihr eine T-Kreuzung. Haltet Euch hier links und überquert noch einmal den Bach. Heftig geht es bei den Serpentinen hinauf. Hier fließt Schweiß, wie das Bachwasser im Frühling wenn der Schnee schmilzt. Wieder müsst Ihr auf einer Brücke über den Bach. Nach einigen hundert Metern steht Ihr vor dem Kothgraben, ein Bergbach. Dort ist es besser Ihr schaut nicht nach oben. Serpentine reiht sich an Serpentine. Oben endlich angekommen, steht Ihr vor der Kesselalm. Etwa eine bis ein einhalb Stunden, ja nach Schneelage und Alter der Kinder, braucht Ihr bis zum Start bei der Kesselalm. Bevor Ihr dort einkehrt, lohnt es sich ein paar Minuten zur Feuerhörndl Kapelle zu gehen. Dort erwartet Euch eine grandiose Aussicht. Jetzt nehmt Ihr erst einmal in oder vor der Kesselalm Platz.Nachdem Ihr gut gespeist habt, geht es los mit dem Rodeln. Helme sind auf dieser Abfahrt zu empfehlen. Die Serpentinen am Anfang sind steil und fordern eine ausgereifte Fahrtechnik. Problematisch sind manche unübersichtlichen Passagen. Hier ist es besser, das Tempo rauszunehmen. Wer noch nie eine solche lange Rodelbahn hinunter gebrettert ist, der bekommt hier Probleme. Zum Ende hin ist der Verlauf der Abfahrt deutlich moderater und hier gilt es die Schlitten laufen zu lassen.

Kesselalm

  • Höhenmeter: 450
  • Länge der Rodelbahn: knapp 3 Kilometer
  • Dauer: 2 1/2 bis 3 Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: Schwer
  • Unsere Bewertung: fünf von sechs Kompassen

Rodeln mit Kindern: Auf flotten Kufen nach Flintsbach

Am Fuß der Rachelwand befindet sich der Wanderparkplatz Flintsbach. Von hier steigt Ihr zuerst Richtung Burgruine Falkenstein auf. Links von Euch befindet sich die ehemalige Festung. Bald ist der Petersberg erreicht. Wer möchte kann den Schlitten kurz am Weg stehen lassen und zur Kirche auf dem Berg hinaufsteigen. Ein lohnender Abstecher, denn der Ausblick von dort oben über das bayerische Alpenvorland ist schwer zu toppen. Nach einer scharfen Kurve, diese macht manchen Rodelpiloten bei der Abfahrt zu schaffen, folgt eine lange Gerade zur Alm “Bauer am Berg”. Ihr stapft über die verschneiten Almgründe bergauf. Weiter geht es hinauf, bis sich der Weg gabelt. Hier den rechten Abzweig wählen. Es sind auch Wegweiser aufgestellt, an denen Ihr Euch orientieren könnt. Kurvenreich führt der Weg weiter hinauf. Wieder kommt Ihr zu einer Gabelung. Dort links halten. Nach hundert Meter geht der Weg zur Winterstube rechts ab, Ihr bleibt aber in Euerer Spur. Der Berggasthof “Hohe Asten” ist bereits zu sehen. Das ganze Jahr über ist diese urige Wirtschaft geöffnet (außer bei den Betriebsferien). Für alle die das Besondere lieben: Hier oben befinden sich die höchsten, ganzjährig betriebenen Bauernhöfe von Deutschland. Nach diesem Aufstieg haben sich die Kinder erst einmal eine Pause verdient und kehrt mit Ihnen ein. Was jetzt folgt, stellt manches Fahrgeschäft vom Rummelplatz in den Schatten. Manche Kurven bei dieser Rodelbahn erfordern präzises Rodeln. Vor allem die vereisten Passagen sind tückisch. Wenige Stunden scheint die Sonne auf diese Abschnitte und bringt den Schnee zum Schmelzen, der später gefriert. Wer in diese Abschnitte mit zu viel Tempo hineinfährt, der kann stürzen. Am Fuß der Rachelwand endet das Rodelabenteuer.

Hohe Asten

  • Höhenmeter: 680
  • Länge der Rodelbahn: 4,8 Kilometer
  • Dauer: 2 1/2 bis 3 Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: Schwer
  • Unsere Bewertung: fünf von sechs Kompassen

Rodeln mit der Familie: Schnelle Schlittenabfahrten für Experten in Bayern

Rodeln mit der Familie kann auch richtig schnell sein. Wer auf heiße Kufen aus ist, der steigt zur Kühroint Hütte auf und brettert hinunter. Im ersten Drittel ist die fahrerische Technik gefordert und mancher Schlittenpilot kommt sich vor wie in einem Eiskanal. Es folgen lange gerade Passagen, auf denen der Schlitten ordentlich Tempo aufbaut. Wer sich an an diese natürlich Rodelbahn wagt, sie ist eine der längsten in Bayern, der muss einen Kufenflitzer unter Kontrolle haben.

“Watzmann, Watzmann Schicksalsberg. Du bist so groß und I nur a Zwerg!” so lautet eine Zeile von Wolfgang Ambros aus dem Rustikal “Watzmann”. An den Fuß von diesem legendären Berg im Berchtesgadener Land führt uns der Aufstieg für diese richtig schwere Rodelbahn. Familien mit größeren Kindern sollten hier unbedingt einmal rodeln. Weil keine Seilbahn hinaufführt, herrscht auf der Schlittenabfahrt kein Gedränge. Wer zur Kühroint will, der muss den Schlitten hinter sich her ziehend hinauf marschieren. Jüngere Outdoorkids kommen bei dem knapp sieben Kilometer langen Aufstieg an ihre Grenzen. Dafür sind die Größeren begeistert dabei. Bitte nehmt Essen und Trinken im Rucksack mit, denn die malerische Kühroint Hütte ist von Mai bis Oktober geöffnet. Beim Parkplatz Hammerstiel in der Hammerstiel Straße stellt Ihr das Auto ab. Folgt der Straße bis zu deren Ende in den Wald hinein. Der Weg zur Kühroint Hütte ist bereits ab dem Parkplatz optimal ausgeschildert. Schon seid Ihr auf der Schapbach Rodelbahn. Hier ist es sinnvoll am Rand zu bleiben, denn wenn Schlittenfahrer herunter gerast kommen, ist es besser Ihr habt ein wenig Abstand zu den Sportlern. Neidisch sehen manche Kinder den heranbretternden Schlittenpiloten nach. Hinter den Rodeln steigt fein der Pulverschnee in feinen Schleiern auf. Steil geht es hier am Anfang der Tour zu und manche kommen gewaltig ins Schwitzen.

Bei der Kühroint geht unsere Schlittenfahrt los.
Foto (c) kinderoutdoor.de

Nach drei Kurven und etwa 800 Metern, diese sind später schwer zu fahren, ist der große Wanderweg erreicht. Er ist zugleich die Rodelbahn im Winter. Die kommenden eineinhalb Kilometer bis zur Schapbach Diensthütte verlaufen eher moderat. Wer später hier angerodelt kommt, hat genug Schwung und hier mit hohen Tempo durchzurasen.5o0 Meter später kommt die Schapbach Alm. Im Sommer ist diese urige Alm von Juni bis September geöffnet. Außerdem markiert diese Hütte einen wichtigen Punkt für die Rodler: Ungefähr die Hälfte vom Aufstieg ist geschafft. Der Blick nach vorne zeigt es den angehenden Rodlern: Nun geht es steiler bergauf. Die Schritte sind kürzer und schwerer. Ab hier zieht der Schlitten deutlich nach hinten. Manche Mitglieder der Familie ärgern sich über sich selbst, weil sie diese Tour unternehmen. Ungefähr zwei Kilometer vor dem Start bei der Kühroint Hütte schlängelt sich eine Serpentinenstraße den Berg steil hinauf. Denkt bitte daran: Auf diesen Weg kommt Ihr später heruntergerodelt. Wenn Ihr glaubt dieser kurvenreiche Aufstieg nimmt kein Ende, seht Ihr ein Haus. Es ist leider noch nicht die Kühroint Hütte, sondern das Kühroint Haus der Bundespolizei. Keine Sorge, die Uniformierten blitzen keine Schlittenfahrer. Wenig Serpentinen später seht Ihr die Hütte und die Bernhard Kapelle. Sie ist den Opfern am Berg geweiht. Damit Ihr nicht dazu gehört, setzt Ihr am besten die Helme auf. Wunderbar ist der Blick auf den Watzmann.

Rodeln mit der Familie: Von nun an geht´s bergab

Es lohnt sich auf der Kühroint eine Pause einzulegen und den Ausblick zu genießen. Wenn Ihr schon mal da seid: Geht noch ein paar hundert Meter weiter zum Archenkopf. Einen malerischen Blick habt Ihr von dort aus auf den winterlichen Königssee. In der kalten Jahreszeit erinnert er noch mehr an einen norwegischen Fjord. Bei sonnigen Tagen habt Ihr ein tolles Panorama auf die umgliegenden Berge wie den Jenner, Schneibstein oder das Hohe Brett. Genug geguckt. Auf die Schlitten und runter geht´s mit der ganzen Familie. Knapp sieben Kilometer Abfahrt liegen vor Euch.

 

Schapbach Rodelbahn

Länge: 6,7 Kilometer

Höhenmeter: 765

Unsere Bewertung: Sechs von sechs möglichen Kompassen