Schulranzen: Was darf er wiegen und andere wichtige Fragen

Schulranzen sind im Moment der Renner, obwohl erst im Herbst das neue Schuljahr beginnt. Jetzt bieten viele Händler Rabatte für Schulranzen an und manche besonders beliebten Modelle sind bereits ausverkauft. Wir haben für Euch nachgehakt, worauf es bei einem Schulranzen ankommt und einige Fragen geklärt.

Schulranzen lösen Familiendramen aus. „Ich wollte aber den Schulranzen mit den Delphinen drauf!“ heulte ein kleines Mädchen völlig untröstlich durch den Schreibwarenladen. Der Händler hatte versucht ihr und den Eltern schonend beizubringen, dass genau dieser Schulranzen leider ausverkauft ist. Dabei hatte die Familie bereits andere Läden abgeklappert um speziell diesen Schulranzen mit den glitzernden Delphinen zu bekommen. Doch es spielen sich noch andere Dramen ab, wenn es um den Schulranzen geht. Manche Eltern meinen es besonders gut und achten darauf, dass der Schulranzen möglichst wenig wiegt. Schließlich soll ein zu schwerer Schulranzen irreparable Schäden an der kindlichen Wirbelsäule hervorrufen. Wirklich?

Eindeutig überladen! Doch der Junge und der Deuter Ypsillon Schulrucksack verkraften das schon.  Foto (c) Deuter.com

Eindeutig überladen! Doch der Junge und der Deuter Ypsillon Schulrucksack verkraften das schon.
Foto (c) Deuter.com

Was darf ein Schulranzen wiegen?

Eine Frage, die Eltern besonders beschäftigt ist das Gewicht von einem Schulranzen. Manche kaufen den Grundschülern deshalb lieber ein leichtes und weniger stabiles Modell, um die Rücken der Kinder zu schonen. Bei Schulranzen gibt es die DIN Norm 58124. Sie empfiehlt, dass ein Schulranzen 10 bis 12,5% vom Körpergewicht des Kindes betragen soll. Wahrscheinlich floss ein Grenzwert aus dem Jahre 1889 mit in diese Empfehlung hinein. Die beiden Wissenschaftler Wilhelm Braune und Otto Fischer untersuchten, wie sich der Gleichgewichtssinn bei Soldaten änderte, wenn sie einen schweren Rucksack bei einem längeren Marsch trugen. Braune und Fischer empfahlen, dass bei weiten Gepäckmärschen, die Rekruten maximal 10% vom Körpergewicht in ihren Tornistern mit sich führen sollten. Den Kaiser haben wir seit 1918 nicht mehr und die preußische Armee hat sich ebenfalls aufgelöst. Geblieben ist aber diese Empfehlung der 10% für Schulranzen. Mittlerweile gibt es Studien, wie die von der Universität des Saarlandes, dass schwerere Schulranzen die Rumpfmuskulatur der Kinder nicht besonders ermüdeten. Die Forscher bauten dazu einen Parcours auf mit einer Rampe, Slalom, Balancebalken und anderen Hindernissen. 15 Minuten lang mussten die Kinder mit einem Schultranzen der 17,5% des Körgewichtes betrug. Konkret heißt das. Ein Kind, das bei seiner Einschulung 17 Kilogramm auf die Waage bringt, sollte nach der DIN Norm 58124 einen Schulranzen tragen der bepackt zwischen 1,7 und 2,12 Kilogramm wiegt. Verkraften könnte es aber auch ein Gewicht von 2,975, also drei Kilogramm auf dem Rücken. Das sind zwischen 1,3 und knapp einem Kilo mehr, als die DIN Norm erfüllt. Mehr dazu findet Ihr auf www.kidcheck.de

Wie verteilen sich die Lasten optimal im Schulranzen?

Gut gepackt ist halb getragen. Das gilt auch für den Schulranzen oder den Schulrucksack, wie hier den Ypsillon von Deuter.  Foto (c) Deuter.com

Gut gepackt ist halb getragen. Das gilt auch für den Schulranzen oder den Schulrucksack, wie hier den Ypsillon von Deuter.
Foto (c) Deuter.com

Im Durchschnitt hat ein Kind den Schulranzen gut 100 Stunden pro Schuljahr auf dem Rücken. Einen solchen Wert schaffen viele Hobby-Alpinisten nicht mal. Wie beim Trekking oder Bergsteigen ist es wichtig, dass der Schulranzen optimal bepackt ist. Das meiste Gewicht verursachen Bücher und Ordner. Manche Schulen sind dazu übergegangen, dass die Kinder ihre Ordner in den Klassenzimmern lassen dürfen und müssen diese nicht mit nachhause schleppen. Es folgen bei den Gewichtsverursachern die Mäppchen, Hefte und das ganze Zubehör. Hier kommt auch eine Menge zusammen. Am wenigsten schwer wiegen im Schulranzen die Brotzeit, Schlüssel und anderer Krimskrams. Die schweren Sachen, damit ist jetzt weniger das Fach Mathematik gemeint, kommen möglichst nah an den Rücken. Wie bei einem Rucksack für das Bergsteigen befindet sich hier die schwerste Last möglichst nah am Körperschwerpunkt. Als nächstes kommen die Hefte und Mäppchen in den Schulranzen und ganz außen die leichten Sachen. Mehr Infos zur richtigen Körperhaltung von Kindern und Erwachsenen findet Ihr unter: www.haltungbewegung.de

 

 

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