Tschechien: Felsenstädte mit der Familie entdecken

Tschechien ist für viele Familien ein völlig unbekanntes Land. Mit Tschechien verbinden die meisten Pilsener Bier, den Sangesbarden Karel Gott oder Polka. Doch Tschechien ist für Outdoor Familien und an Städtereisen Interessierte ein attraktives Urlaubsland. Wir stellen Euch heute drei Felsenstädte in Tschechien vor.

Tschechien habe ich schon öfters bereist und immer wieder überraschte mich dieses Nachbarland. Mit dem Kanu bin ich auf der Moldau gepaddelt und auf Adalberst Stifters Spuren durch den Böhmerwald gewandert. Beeindruckt haben mich in Tschechien die Felsenstädte. Her bilden sich bizarre Formationen aus Sandsteinfelsen, die Schluchten und Türme . Neben schönen Aussichten bieten sie eine breite Palette an Freizeitaktivitäten für Outdoor Familien. In den Felsenstädten von Tschechien startet Ihr zu ausgedehnten Wanderungen, Roller- und Radtouren. Wer alpinistisch erfahren ist, seilt sich vom Felsen ab. Wenn es Euch aufs Wasser zieht,  schippert in Tschechien mit dem Kanu Gebirgsbäche und Seen runter.

Felsenstädte in Tschechien: Adersbach (Adrspach)

Die größte und wildeste Felsenstadt Mitteleuropas sind die Felsen von Adersbach-Weckelsdorf (Adrspassko-Teplice). Zu ihren Felsen, die Namen wie Ritterhelm, Liebespaar oder Elefanten-Platz tragen, pilgern Urlauber schon seit dem 18. Jahrhundert. Die Natur in Adersbach birgt neben den beeindruckenden Felsformationen noch weitere Kleinode, wie einen großen, sechzehn Meter hohen Wasserfall oder einen kleinen Felsensee, den man mit dem Paddelboot oder einer Fähre erkunden kann. Es gibt einfache Wanderwege für Familien mit kleinen Kindern  genauso wie anspruchsvolle Routen für erfahrene Wanderer, die teilweise sogar ins benachbarte Polen führen. Den Blick aus luftiger Höhe gibt es bei einem Rundflug über die Felsen oder bei den zahlreichen Kletterkursen.

Wandern in den Felsenstädten von Tschechien. Ein Abenteuer für die Familie.  Foto (c) kinderoutdoor.de

Wandern in den Felsenstädten von Tschechien. Ein Abenteuer für die Familie.
Foto (c) kinderoutdoor.de

Böhmisches Paradies in Tschechien

Das Böhmische Paradies ist eine der schönsten Tourismusregionen von Tschechien und die UNESCO kürte es 2005 zum ersten Geopark des Landes. Symbol des Parks ist die Burgruine Trosky mit ihren unerforschten Gängen und geheimnisvollen Inschriften. Ein neuer Lehrpfad führt Euch entlang des Prachover Felsen. In den längsten Dolomithöhlen von Tschechien verbergen sich viele kleine unterirdische Seen, die im fahlen Licht blaugrün schimmern. Durch das Böhmische Paradies führen zahlreiche Wanderwege, sowohl für erfahrene Wanderer als auch barrierefreie Routen für Familien mit Kinderwagen und Personen mit Behinderung. Für Fahrradfahrer gibt es erstmalig einen Sonderbus, der Euch samt Rad zu verschiedenen Punkten des Parks bringt und von dort auch wieder abholt. Von den Aussichtstürmen im Böhmischen Paradies habt Ihr einen einen tollen Ausblick in die Umgebung, es sei denn, man steht auf dem Spaßturm, dem niedrigsten Turm in Tschechien.

Wilder Westen in Tschechien: Böhmische Schweiz

Ihr wollt Euch wie in einem Karl May Film fühlen? Dann besucht die Böhmische Schweiz. Felsrücken, Schluchten, Sandsteintürme, Felsentore, Aussichtspunkte erwarten Euch. Die Böhmische Schweiz ist der jüngste Nationalpark von Tschechien und für mich einer der schönsten. Vorsicht, ich komme jetzt ins Schwärmen! Das Prebischtor (Pravcicka Brana), das schon Schriftsteller Hans Christian Andersen bewunderte, ist das größte Felsentor Europas. Mit dem Boot schippert Ihr durch die eindrucksvollen Schluchten des  Kamenice  Bachs und die Höhle der Feen. Die verzaubert die Kinder mit ihren funkelnden Eiskristallen. Eine der beliebtesten Rad- und Wanderrouten in der Böhmischen Schweiz ist die Gabriela-Route zum Prebischtor. Sie führt durch beeindruckende Felsformationen, zu denen auch der Beckstein (nicht zu verwechseln mit dem ehemaligen bayerischen Innenminister) zählt. Er ist benannt nach Karel Beck, der an dieser Stelle den ersten Kletteraufstieg auf tschechischem Gebiet vornahm. Bis heute kommen viele Bergsteiger in den Naturpark. Bei ihnen hat sich der Brauch etabliert, in kleinen dafür vorgesehenen Kästchen auf den erklommenen Felsen ihre Unterschrift zu hinterlassen.

Beeindruckend! Das Prebischtor in der Böhmischen Schweiz. Bildrechte: Vaclav Sojka Bildquelle:Vaclav Sojka

Beeindruckend! Das Prebischtor in der Böhmischen Schweiz.
Bildrechte: Vaclav Sojka Bildquelle:Vaclav Sojka

Märchenhat in Tschechien wandern: Kokorschin (Kokorin)

Sicher kennt Ihr alle die Kinderfilme aus Tschechien. Klassiker wie die Mrächenbraut oder drei Haselnüsse für Aschenbrödel gehören dazu. Kein Wunder, dass in Tschechien solche Klassiker entstanden sind. Es gibt hier eine märchenhafte Natur. Nicht weit von Prag liegt das Naturschutzgebiet Daubaer Schweiz (Kokorinsko) mit seiner von Wasserschluchten, Sandsteinfelsen und Felsentoren geprägten Natur. Die Felsenstadt ist nicht so weitläufig wie die anderen, bietet aber genauso viele interessante Felsen: Riesenkopf, Frosch, Schneewittchen und die sieben Zwerge und die Deckel. Eine Dominante in diesem Gebiet ist die Burg Kokorschin, ein ehemaliger Raubrittersitz. Die Raubritter waren ein Albtraum für die gesamte Nachbarschaft. Zu den schönsten Plätzen des Gebiets um Kokorschin führt der Wanderweg Cinibulk, zu dem auch ein Labyrinth und eine künstliche Grotte gehören. Eine Fahrradtour oder ein Besuch der Aussichtstürme bieten unvergessliche Erlebnisse.

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