Parasolpilze in die Teller

Für einen Waldläufer (der Ausdruck ist fast so vergessen wie Lichtspielhaus) gehören Pilze zum Herbst dazu. Einer meiner Lieblinge ist und bleibt der Parasol auch Riesenschirmling genannt. Denn er ist am Lagerfeuer ein wunderbarer Ersatz für ein Schnitzel und so was von einfach zu kochen.

Am Waldrand, in lichten Misch- oder Laubwälder findet ihr den Parasol. In der Küche ein toller Partner. Wascht bitte um Himmels Willen den Pilz nicht mit Wasser. Abtupfen mit einem Tuch oder abpinseln reicht.
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Seinen Namen Riesenschirmling macht der Parasol alle Ehre! Bis zu 30 cm kann sein Hut groß sein. Am Stiel befindet sich eine Krempe, wie beim Sonnenschirm. Dieser Pilz liebt Misch- und Laubwälder. Auch am Waldrand gedeiht er ganz gut. Die beste Zeit um diesen delikaten Speisepilz zu sammeln ist von Juli bis in den Oktober hinein. Verwechselungsgefahr mit dem hochgefährlichen grünen Knollenblätterpilz ist fast auszuschließen. Im Gegensatz zu dem Giftpilz ist der Parasol an der Hutoberseite ausgefranst, während der Knollenblätterpilz an der Oberfläche glatt ist. Wer auf einer Trekkingtour unterwegs ist oder bei einem Hüttenwochenende den Kindern etwas besonderes bieten will, der bereitet den Parasol als Schnitzel zu. Mit so gut wie keinem Aufwand erkennen alle Euere Kochkünste an.

Hier brutzelt der Parasol ganz munter über dem Lagerfeuer.
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Zuerst schneidet ihr vom Parasol den Stiel weg. Der ist so zäh, den kann man beim besten Willen nicht essen. GANZ WICHTIG!!! Wascht den Riesenschirmling bitte nicht mit Wasser ab oder schneidet ihn durch. Reinigt ihn vorsichtig mit einem Lappen oder Pinsel. Es gibt spezielle Pilzmesser unter anderem von Oracta, Laquiole oder Eschert Design und an denen ist ein Pinsel dran. Den Pilz in das heiße Fett oder Butter geben und immer wieder wenden. Mit Salz und Pfeffer würzen. Fertig. Sehr gut passen Nudeln oder Reis dazu. Nun kennt ihr die simple Methode. Feinschmecker am Lagerfeuer oder Trekkingkocher panieren den Parasol. Auch hier gilt: Wascht Euch, aber nicht den Riesenschirmling. Die Unterseite vom Pilzhut, dort wo die Lamellen sind, würzt ihr mit Salz und Pfeffer. In einen Teller streut ihr Mehl und wendet darin den  – gut aufgepasst –  nicht gewaschenen Pilz. Jetzt verquirlt ihr die Eier und wendet ebenfalls darin den Parasol. Zum Schluß kommt der Pilz  in einen Teller mit Semmelbrösel. Wenden und ab in die Pfanne. Geschmacklich verdammt nah am Schnitzel!

Eben noch im Wald, jetzt auf dem Teller: Der Parasol in seiner schönster Weise, als paniertes Schnitzel. 100% Bio und super lecker!
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SPEZIALTIPP!

Da fahren Kinder garantiert drauf ab: Ihr könnt einen mittel großen Parasol für einen Hamburger verwenden. Anstatt der Hackfleischbulette legt ihr einen gebratenen oder panierten Riesenschirmling rein. Der Rest vom Hamburger dürfte bekannt sein…

Zutaten:

Riesenschirmling (nur die Hüte; die Stiele kommen weg!)

Speiseöl oder Butter

Salz

Pfeffer

Panierte Riesenschirmlinge

zusätzlich

je nach Pilzgröße 50 – 100 g Mehl

je nach Pilzgröße 1 – drei Eier

je nach Pilzgröße 50 – 100 g Semmelbrösel

 

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