Hochseilgarten: Alles sicher?

Ein Hochseilgarten oder Kletterwald zieht die Familien an. Hochseilgärten stehen hoch im Trend. Für den einen ist der Hochseilgarten purer Nervenkitzel, für den anderen ein willkommenes Naherholungsziel. Egal ob alleine, mit der Familie oder dem Verein, im Kletterwald hangelt man gemeinsam gehangelt oder bewältigt Parcours. In den Spätherbsttagen wie auch im Frühling ist in den Seilgärten Hochbetrieb. Doch wie sicher ist ein Hochseilgarten? Worauf ist bei der Ausrüstung zu achten?

Von einem Hochseilgarten gibt es  viele Variationen wie Kletterparks, Safaripark, Waldseilparks, Kletterwälder, Indoorhochseilgärten und vieles mehr. Wie auch Freizeitparks und Achterbahnen muuss ein Hochseilgarten gewisse Normanforderungen erfüllen. Die Mindestanforderungen für den Kletterwald sind in der EN 15567 festgehalten. Bei dieser europäischen Norm für den Hochseilgarten geht es sowohl um Anforderungen an verwendete Baumaterialien und persönlichen Schutzausrüstungen (PSA), als auch um verwaltungsspezifische Regelungen.

Kinder im Eimer! Bei einem Hochseilgarten warten die unterschiedlichsten Aufgaben auf die Kleinen.  Foto (c) Christian Pfanzelt

Kinder im Eimer! Bei einem Hochseilgarten warten die unterschiedlichsten Aufgaben auf die Kleinen.
Foto (c) Christian Pfanzelt

Ein guter Hochseilgarten zeichnet sich durch die Qualität und den Zustand der PSA-Artikel aus sowie durch die Anzahl der Trainer in Bezug auf die Besucher. EDELRID stellt persönliche Schutzausrüstung (PSA) her und überprüft diese. Viele Hochseilgärten vertrauen auf das EDELRID Smart Belay Sicherungssystem. Auf der Google Map sind alle Hochseilgärten mit Smart Belay eingetragen: http://www.edelrid.de/Smart-Belay-Parks/. Im Winter, wenn die meisten Hochseilgärten geschlossen sind, werden die Smart Belays an EDELRID eingeschickt für eine PSA-Prüfung. Wie die Seilbahnen gehen auch Sicherungsgeräte der Seilparks in Revision.

Welcher Hochseilgarten ist sicher?

Bei der Auswahl vom Hochseilgarten bietet es sich an, die Anzahl der Parcours und die Länge zu vergleichen. Je mehr verschiedene Elemente eingebaut sind, desto interessanter ist ein Parcours. Für Familien empfiehlt es sich auf die zugelassene Mindestkörpergrösse zu achten. Teils ist die Benutzung ab 110 cm, teils ab 140 cm, teils über das Alter reglementiert. Je nach
Hochseilgarten gibt es separate Familien-Parcours und Kinder-Parcours. Vor Ort instruiert der Sicherheitstrainer die Hochseilgartenbesucher nach der Auswahl des passenden Helms und des Klettergurts. Der Umgang mit den Karabinern und dem Smart Belay Sicherungsset ist schnell gelernt, die Verhaltensregeln verständlich und klar. Anfangs wird an einem Übungsdraht das Einhaken und Entriegeln des Smart Belays geübt. Dann erfolgt die Auswahl der Tour: leicht, mittel, schwer. Und los geht´s!

Was braucht man alles für den Hochseilgarten? Gar nicht soviel, aber sicher ist sicher.  Foto (c) edelrid

Was braucht man alles für den Hochseilgarten? Gar nicht soviel, aber sicher ist sicher.
Foto (c) edelrid

Produkte im und für den Hochseilgarten
Für den Besuch von einem Hochseilgarten ist bequeme Bekleidung und gutes Schuhwerk angesagt. Handschuhe sind angenehm beim Griff in die Seile oder Drähte. Alle sicherheitsrelevanten Produkte werden von von dem Seilpark gestellt. Zur Übersicht werden diese hier nun vorgestellt.
Empfehlung zum Mitnehmen:
Vielseitig einsetzbarer Handschuh Work Glove offen und geschlossen. Robuster Handschuh u.a. für den Hochseilgarten. Die Handflächen sind aus robustem Kalbsleder, der Handrücken aus elastischem Synthetikmaterial. Der Work Glove ist mit und ohne
Fingerkuppen erhältlich. XS bis XXL.

PSA Produkte im Hochseilgarten:

Das Sicherungssystem Smart Belay
Die Revolution im Selbstsicherungsbereich! EDELRID stellt dem Betreiber von einem Hochseilgarten mit dem revolutionären Smart Belay – einem System miteinander kommunizierender Rollenkarabiner – ein sicheres Produkt zur Verfügung. Ist der eine Karabiner offen, so erkennt der andere Karabiner das, und blockiert bei produktgerechter Anwendung den Öffnungsmechanismus so lange, bis der erste Karabiner wieder auf dem Sicherheitsseil eingehängt und verriegelt ist. Erst dann kann bei ordnungsgemäßer Anwendung der andere Karabiner umgehängt werden. Ein versehentliches Komplettaushängen ist bei ordnungsgemäßem Gebrauch praktisch nicht möglich. Der Vorteil: mehr Sicherheit für die Besucher, weniger Risiko für die Betreiber. Die Rollen im Karabiner sorgen zudem für ein verschleißarmes Mitführen des Selbstsicherungssystems und ersetzen sog. Doppelrollen. Die
herausragende Ergonomie des Smart Belays erlaubt auch Kinderhänden eine einfache Bedienung. Für dieses revolutionäre Konzept im Selbstsicherungsbereich wurde das Smart Belay als innovatives Produkt 2008 mit dem OutDoor Industry Award ausgezeichnet.

Helm Ultralight
Der Dauerbrenner im Hochseilgarten. Dank seiner extrem stabilen Bauweise besonders für kommerzielle Einrichtungen, wie Kletterschulen und Adventure Parks geeignet. Die Juniorvariante des legendären Ultralights bietet die gleichen Sicherheitsreserven wie der Ultralight.
Der Gurt Radialis Comp
Radialis Comp ist ein klassisches Komplettgurtsystem für den schnellen Einstieg „von oben“. Zwei unterschiedliche Gurtfarben trennen Hüft- und Brustgurtsystem und vereinfachen so dem Trainer die erklärende Einführung. Der Teilnehmer steigt selbständig “von oben“ in den Gurt ein. Ebenfalls als Juniorvariante erhältlich.

Hochseilgarten mit Kindern? Aber sicher! Foto (c) Christian Pfanzelt

Hochseilgarten mit Kindern? Aber sicher!
Foto (c) Christian Pfanzelt

Geschichte der Hochseilgärten
Die ersten Seilgärten gab es schon Ende des 19. Jahrhunderts in Frankreich zur körperlichen Fitness. In Deutschland waren sie Teil der Reformpädagogik und einer ganzheitlichen Erziehung Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Umgang mit Ängsten diente zur Charakterbildung; so der damalige Ansatz. Während des zweiten Weltkriegs entwickelten die Briten Hindernisparcours, um die Soldaten physisch auszubilden. Mit dem Aufkommen der Erlebnispädagogik haben Seilgärten einen neuen Aufschwung erhalten. Der vielleicht erste Erlebnispädagoge Kurt Hahn, Gründer der Outward Bound Schulen, füllte die in den Seilparks gebotenen Aufgaben mit Erlebnissen und Bildern. Er richtete sich vor allem an Jugendliche. Seine Idee der Erlebnistherapie war es, den Fokus auf körperliches Training und aussergewöhnliche Erlebnisse, zu setzen: „um die Gesellschaft zu heilen“. Heute sind die Seilparks offen für jedermann, für einen ungezwungenen Tag in der Natur mit Kick und Flow-Erlebnissen. Die Erlebnispädagogik nutzt Seilparks für Gruppen-Erfahrungen und Schulung von persönlichen und sozialen Kompetenzen. Doch mehr denn je will unsere Erlebnisgesellschaft einfach einen tollen Tag erleben und das geht bestens im Hochseilgarten!

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