Ernte in der Stadt: Walnüsse, Äpfel und mehr

Im Herbst ist die Zeit der Ernte. Wer in der Stadt wohnt kann hier trotzdem eine Ernte einfahren und zwar ohne eigenen Garten. Schließlich wachsen in einer Stadt mehr Wildfrüchte als man glaubt! Mit offenen Augen entdeckt Ihr plötzlich, was die Stadt für Möglichkeiten zur Ernte bietet: Walnüsse, Haselnüsse, Quitten und einige Früchte mehr, gibt es hier. Wir stellen Euch ein paar für die anstehende Ernte vor.

Ernte in der Stadt. Das klingt verrückt. Doch es gibt hier, legal, eine Menge Früchte und Nüsse zu ernten. Beginnen wir mit dem Klassiker: Walnuss. In Parks oder auf privaten Grundstücken wachsen diese wunderbaren Bäume. Erwiesen ist auch, dass bei einem Walnussbaum, keine Stechmücken unterwegs sind. Doch bleiben wir bei der Ernte. Oft fallen die Walnüsse auf die Straße und den Bürgersteig. Dank der äußeren grünen und der harten inneren Schale sind die Nüsse perfekt vor Verschmutzungen geschützt. Walnüsse sind etwas Besonderes. Erst ab dem 16. Jahr trägt ein Nussbaum Früchte. Sammelt die Nüsse. Anschließend die grünen Schalen entfernen. Ein Problem beim Trocknen der Nüsse ist der Schimmelpilz: Lagern die Nüsse an einem feuchten Ort, hat der Schimmelpilz große Chancen sich dort einzunisten und Ihr könnt die leckeren Nüsse wegwerfen. Am besten packt Ihr die ganzen Walnüsse in einen Stoffbeutel und hängt diesen an einen Ort, der dunkel, trocken und warm ist. Im Gegensatz zu den Walnüssen die Ihr kaufen könnt, sind die von Euch gernteten, weder geschwefelt noch gebleicht oder begast. Gesund ist die Walnuss auch wegen ihres hohen Gehalts an Linolensäure und Zink.

Ernten in der Stadt: Walnüsse finden sich überall und einfach zu trocknen. Foto: (c) Helmut Leutner  / pixelio.de

Ernten in der Stadt: Walnüsse finden sich überall und einfach zu trocknen.
Foto: (c) Helmut Leutner / pixelio.de

 Brennessel Ernte: Unkraut geht durch den Magen!

Noch wachsen sie: Die Brennesseln. Überall wächst diese für Schmetterlinge und andere Tiere wichtige Pflanzen. Manchen ist es zuviel und deshalb bezeichnen die meisten Leute die Brennessel als Unkraut. Nur weil diese Pflanze nicht in das Bild von einem auf Standardhöhe getrimmten Rasen passt. Aus der Brennessel lässt sich ein leckerer Spinat herstellen. Vor allem in der Nachkriegszeit ist dieses kostenlose Gericht auf vielen Tellern gelandet. Heute gibt es dafür den schockgefrosteten Spinat aus der Tiefkühle im Supermarkt. Dabei ist der Brennesselspinat, er lässt sich aus den jungen Trieben herstellen, extrem gesund. Der Vitamingehalt lässt den Tiefkühlspinat (k)alt aussehen. Aus den frischen Blättern könnt Ihr auch einen leckeren Blattsalat herstellen und alles ohne großen Aufwand. Ein wahres Allheilmittel ist der Brennesseltee: Er soll entschlacken, aufmuntern, gut gegen Heuschnupfen und vieles mehr sein. Einfach junge Blattspitzen in die Tasse geben und überbrühen. Ziehen lassen und trinken!

 Unkraut geht durch den Magen: Brennesseln! Foto: (c) Birgit Meyke  / pixelio.de


Unkraut geht durch den Magen: Brennesseln!
Foto: (c) Birgit Meyke / pixelio.de

Haselnuss Ernte: Klein und fein!

Haselnusssträucher wachsen in der Stadt in Parks, Uferauen oder Gärten. Auch wenn Haselnüsse klein und unscheinbar sind, in den leckeren Kernen stecken eine Menge guter Sachen: Eiweiß, Ballaststoffe, Vitamine C und E, Calcium, Eisen, Phosphor und Kalium. Wer die Haselnüsse nicht im Dörrautomaten oder dem Backofen mit viel Strom trocknen will, für den haben wir ein paar Tipps, wie ihr die Nüsse haltbar machen könnt: In einen Karton legen und trocknen lassen. Immer wieder die Haselnüsse umdrehen und nicht übereinander stapeln. Im Winter könnt Ihr dann die Ernste aus dem Herbst knacken und genießen!

Ernte in der Stadt: Lecker Haselnüsse! Foto: (c) günther gumhold  / pixelio.de

Ernte in der Stadt: Lecker Haselnüsse!
Foto: (c) günther gumhold / pixelio.de

Kornelkirschen Ernte: Obst aus der Steinzeit

In den Parkanlagen und bei Sportplätzen habt Ihr die Kornelkirschen sicher schon einmal gesehen und wahrscheinlich für giftige Beeren gehalten. Doch bereits in der Steinzeit gehört dieses Obst zum festen Speiseplan der Menschen. Seit den 50er Jahren geriet die Kornelkirsche bei uns in Vergessenheit. Bei den Bienen hingegen stand sie immer ganz oben auf dem Speiseplan! Der Baum hat eine gelbgraue Rinde und die Kirschen selbst sind etwa zwei Zentimeter lang und glänzen tiefrot. Um auf Nummer sicher zu gehen, holt Euch aus der Bücherei einen Pflanzenführer und identifiziert damit die Kornelkirsche. Zuhause könnt Ihr aus dieser Ernte einen leckeren und gesunden Saft herstellen oder eine Marmelade. Dazu die Früchte in einen Topf geben, den Boden mit Wasser bedecken, und weichkochen. Anschließend die Früchte durch einen Sieb passieren. Mit Gelierzucker könnt Ihr aus diesem tiefroten Saft die leckere Marmelade herstellen oder ihn abfüllen. Bereits die Heilige und Heilkundige Hildegard von Bingen kannt die Kornelkirsche als Arnzeipflanze.

Kornelkirschen sind ideal um Marmelade daraus zu machen. Das Ganze ist kinderleicht und die Früchte findet Ihr überall in Grünanlagen.  Foto: (c) Kinderoutdoor.de

Kornelkirschen sind ideal um Marmelade daraus zu machen. Das Ganze ist kinderleicht und die Früchte findet Ihr überall in Grünanlagen.
Foto: (c) Kinderoutdoor.de

Hollunder Ernte: Jetzt aber schnell!

Noch hängen sie in Parks, Grünflächen oder über die Gartenzäune in der Stadt: Die fast schwarzen Hollunderbeeren. Jetzt heißt es schnell ernten. Aber Vorsicht, wenn Ihr mit den Kindern den Hollunder einsammelt: Er kann Flecken hinterlassen, die nur schwer zu entfernen sind. Zuhause die Beeren waschen von den Stielen zupfen und in einem Topf aufkochen. Mit Gelierzucker könnt Ihr daraus eine feine Marmelade herstellen.

Hollunder ist ideal für Marmelade und Säfte. Foto: (c) Matthias Mittenentzwei  / pixelio.de

Hollunder ist ideal für Marmelade und Säfte.
Foto: (c) Matthias Mittenentzwei / pixelio.de

Apfel Ernte: Ein Mus für alle Gourmets

In manchen Parks wachsen wild Apfelbäume und manchen Städten stellen auch Gartenbesitzer Eimer oder Körbe mir Äpfel auf die Gehwege, weil sie nicht mehr wissen wohin mit dem Obst. Mit den Kindern könnt Ihr ohne großen Aufwand daraus Apfelmus herstellen: Die Äpfel schälen und in einen Topf geben. Den Topfboden mit Wasser bedecken und auf mittlerer Stufe köcheln lassen. Wenn die Äpfel weich sind, zu Mus pürieren. Ihr könnt Euere Ernte in Gläser einwecken oder sofort essen.

Ein Mus für alle Freunde von gesundem Essen: Äpfel! Foto: (c) Löwenzahn  / pixelio.de

Ein Mus für alle Freunde von gesundem Essen: Äpfel!
Foto: (c) Löwenzahn / pixelio.de

 

 

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