Technik und viel Handarbeit! So entsteht bei Prijon ein Kajak

In wenigen Wochen kommt das Kajak aus dem Keller. Dann geht die Paddelsaison mit der Familie los. Wie entsteht ein Kajak, wollten die Kinder wissen. Da wusste ich auch keine Antwort drauf. Deshalb fuhr ich nach Rosenheim um bei Prijon zu sehen wie sie dort ein Kajak fertigen: Mit viel Technik und Handarbeit. 

Toni Prijon, der Sohn des Firmengründers, erwartet mich in einem Ausstellungsraum. Was sofort an ihm auffällt, sind die breiten Schultern. Über uns hängen verschiedene Kajaks, die Prijon im Lauf der Firmengeschichte gefertigt hat. Auch das Boot, mit dem Toni Prijon 1987 auf der Isere den Weltmeistertitel im Kanuslalom gewann. 1959 gewann sein Vater die Weltmeisterschaft und gründete 1962 das Unternehmen. Als Familienbetrieb stellt sein Sohn und dessen Team HTP (Hochleistungs-Thermoplast) Boote in Rosenheim her. Toni und ich gehen über den Firmenhof. Auf dem Weg zur Fertigung erzählt er mir über die Vor- und Nachteile von einem HTP Kajak. Es ist belastbar, was bei Paddeltouren mit der Familie wichtig ist und unempfindlich wenn es den Grund berührt. Was weniger gut ist, das hohe Gewicht. Vor allem wer mit der Familie paddelt, braucht dann einen Bootswagen zum Umsetzen und mehr Zeit.

Am Anfang ist das Granulat

Toni führt mich in eine hohe Halle. Dort steht die die Maschine in denen die HTP-Kajaks entstehen. Zuerst kommt das rote Granulat von oben in die Anlage. Dort wird es erwärmt und ein zäher Plastik-Schlauch baumelt plötzlich über der Form. Nun schließt sich die Anlage mit den unzähligen Schläuchen. Durch Druckluft nimmt das Kajak seine spätere Form an. Nach wenigen Minuten kommt der fertige Rumpf heraus. Ein Arbeiter entfernt das Material bei den Sitz- sowie Materialluken und wiegt das Boot. Das Kajak erhält einen Zettel. Dort protokollieren die Prijon-Mitarbeiter jeden ihrer Arbeitsschritte. Toni führt mich zur Montage. „Ein Mann ist immer für ein Boot verantwortlich“ erklärt mit der Firmeninhaber. Bis ein Kajak seine Plakette erhält sind viele Arbeitsschritte notwendig. Prallplatten einbauen, Süllrand montieren, Sitze anbringen und vieles mehr. Hier sitzt jeder Handgriff beim Anschrauben der Einbauteile. Zum Schluss erfolgt eine Abnahme und das Kajak erhält seine individuelle Nummer. Zum Schluss wird das Kajak verpackt und kommt ins Lager. Stolz zeigt mir Toni die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. „Einen Teil vom Stromverbrauch können wir umweltfreundlich selbst erzeugen!“ stellt der ehemalige Paddel-Weltmeister fest. Am nahegelegenen Simmsee gehen wir paddeln. Ein traumhafter Tag: Weißblauer Himmel, dahinter die Berge und ein schnelles Kajak. Toni zeigt mir zum Schluss einen besonderen Trick. In einem Tourenkajak ohne Spritzdecke und Paddel vollführt er Eskimo-Rolle. Kaum aufgetaucht, stützt er sich auf dem Süllrand ab und zeigt mir einen Handstand auf dem Kajak. Ich frage Toni wie lange er geübt hat bis er dieses Kunststück konnte. Doch der Bootsbauer grinst nur und ohne groß Worte zu verlieren, paddeln wir noch einmal auf den Simmsee hinaus.

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