Orientierung ohne GPS

Obwohl immer mehr GPS Geräte Käufer finden, kommt es bei Outdooraktivitäten und vor allem in den Bergen zu Unfällen wegen Verirrungen. Wer bei schlechtem Wetter die falsche Richtung einschlägt lebt gefährlich; lebensgefährlich. Ausser dem GPS Geräten gibt es noch andere Mittel sich in der Natur zu orientieren.

„Plötzlich fiel mein GPS aus“ erzählt ein Bergwanderer, der sich im Steinernen Meer bei Berchtesgaden verirrt hatte „Meine Frau und ich wussten nicht mehr, wo wir hin gehen sollten. Jetzt weiß ich auch, woher dieses Felsenplateau seinen Namen hat!“ Was ist geschehen? Den ganzen Tag orientierten sich die beiden Bergsteiger am GPS Gerät. Es funktionierte ganz toll, bis der Akku leer gewesen ist. Nun standen sie da: Ohne Karte und Kompass. Da sich das Wetter verschlechterte, trafen sie auf keine Wanderer, die ihnen die Richtung hätten weisen können. Bald kam Panik auf und sie setzten einen Notruf über das Handy ab. Zum Glück reichte bei dem Mobiltelefon noch der Akku.

Links oder rechts? Solange das GPS Geräte läuft ist eine Weggabelung kein Problem. Doch was ist, wenn der elektronisch Pfadfinder ausfällt?
© Markus Bormann – Fotolia.com

In den letzten Jahren boomte der Verkauf von GPS Geräten für Outdoorer. Beim wandern, Radfahren oder Kanutouren sind diese elektronischen Pfadfinder dabei. Immer mehr Anbieter drängen auf den Markt. Sie entwickeln bedienungsfreundliche GPS Geräte. Doch diese sind keine Garantie gegen das Verirren. GPS Geräte brauchen immer den Kontakt zu Satelliten. In Schluchten oder dichten Wäldern kann es zu Störungen kommen. Unterwegs kann  das Navigationsgerärt durch technische Defekte oder Bruch ausfallen. Ein absoluter Klassiker ist der leere Akku. Im Idealfall haben die Outdoorer zusätzliche Akkus, Karte, Kompass und Höhenmesser dabei. „Eine Investition, die Leben retten und  Bergunfälle verhindern kann,“ findet Andi Biberger vom Verband deutscher Berg und Skiführer.

Handys eine Alternative zum GPS?

—> Lösungswort: Rucksack<—

Handy Apps sind preiswerter als ein GPS Gerät und zum Teil mit topographischen Karten ausgerüstet. „Da lässt sich Geld sparen!“ denkt sich der eine oder andere Outdoorer. Doch bei diesen Apps gibt es teilweise erhebliche Qualitätsunterschiede. Ein weiterer Punkt der dagegen spricht, sich nur mit Hilfe vom Mobiltelefon seine Wege in der Natur zu suchen ist die Laufzeit des Akkus. Für den Notfall ist es immer sinnvoll eine aktuelle Karte und Kompass mitzuführen. Ideal sind die Maßstäbe 1 : 25.000 oder 1:50.000 (ein Zentimeter auf der Karte entspricht 50.000 in der Wirklichkeit). Der Vorteil ist, es lassen sich auf diesen Karten wichtige Orientierungspunkte zur Ermittlung vom eigenen Standort finden. Das können Wegkreuze, Brücken, Bäche oder Hütten sein. Unentbehrlich ist auch, mit Karte und Kompass in bekanntem Gelände zu üben. Auch Kinder haben bei diesem Abenteuer ihre Freude.

Jahrhunderte lang orientierten sich die Menschen nach den Sternen oder dem Kompass. Am besten sind Modelle mit einer Rahmenplatte. Damit lässt sich vernünftig arbeiten.
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Orientieren ohne Hilfsmittel

Schlecht sieht es erst einmal für jene aus, deren GPS Gerät ausgefallen ist und die weder Karte noch Kompass dabei haben. Wer eine Armbanduhr mit Zeiger hat, kann leicht Süden ermitteln: Die Uhr so halten, dass der Stundenzeiger auf die Sonne ausgerichtet ist. Die Mitte zwischen dem Zeiger und der 12 Uhr Markierung (Achtung!! Bei Sommerzeit die 1 Uhr Markierung) ist Süden. Ebenfalls hilfreich ist der alte Spruch aus der Schule: Im Osten geht die Sonne auf, im Süden nimmt sie ihren Lauf, im Westen muss sie untergehn, im Norden ist sie nie zu sehn!“ Weitere Wegweiser sind Bäume. In Mitteleuropa sind sie an ihrer nach Nordwesten gerichteten Seite bemoost. Auch neigen sich, aufgrund der Windverhältnisse, freistehende Bäume nach Südosten. Damit niemand die Bäume zur Orientierung benötigt, ist es am besten, auf genügend Akku-Leistung für das GPS Gerärt zu achten und Karte mit Kompass dabei zu haben.

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