Wer glaubt, im Wald gäbe es nur Bäume und Blätter, wird nach diesem Spaziergang überrascht sein. Zwischen Moos, Rinde und Farn verstecken sich geheimnisvolle Spuren, die von Rehen, Wildschweinen, Eulen und vielen anderen Waldbewohnern erzählen. Außerdem verraten uns Pilze, Galläpfel oder Baumpilze erstaunliche Geschichten über das Leben im Wald. In diesem zweiten Teil unserer Serie schlüpfen Kinder und Erwachsene gemeinsam in die Rolle echter Naturdetektive. Dabei gilt: Je genauer ihr hinschaut, desto mehr spannende Entdeckungen warten auf euch. Also Augen auf – das nächste Waldgeheimnis liegt vielleicht schon direkt vor euren Füßen!
16. Ein Eulengewölle
Sieht aus wie ein kleiner, grauer Filzball.
Lecker? Ganz bestimmt nicht!
Ein Eulengewölle ist das, was eine Eule wieder auswürgt. Haare, Knochen, Federn oder Zähne können nämlich nicht verdaut werden. Deshalb spuckt der Vogel diese Reste später wieder aus.
Mit etwas Geduld lassen sich darin sogar winzige Mäuseschädel entdecken. Das klingt zwar etwas gruselig, ist aber unglaublich spannend.
Naturdetektiv-Tipp: Gewölle niemals mit bloßen Händen zerlegen. Nutzt Handschuhe oder untersucht sie nur von außen.

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17. Ein Rehbett
Plötzlich ist da eine flache Stelle im Gras.
Keine Menschen waren hier.
Stattdessen hat sich vermutlich ein Reh ausgeruht.
Solche Liegeplätze nennt man Rehbetten. Besonders morgens oder am Abend sind sie häufig noch gut zu erkennen.
18. Eine Wildschwein-Suhle
Sieht aus wie eine große Schlammpfütze.
Doch dahinter steckt ein wichtiger Wellnessbereich.
Wildschweine baden regelmäßig im Schlamm. Dadurch schützen sie ihre Haut vor Parasiten. Außerdem kühlt der Matsch an heißen Tagen angenehm.
Anschließend scheuern sich die Tiere oft an Bäumen.

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19. Ein Scheuerbaum
Neben einer Suhle steht häufig ein Baum mit auffällig beschädigter Rinde.
Hier haben Wildschweine ihren Schlamm abgeschrubbt.
Gleichzeitig bleiben Borsten im Harz oder an der Rinde hängen.
Deshalb verrät ein Scheuerbaum oft, welche Tiere nachts unterwegs waren.
20. Ein Gallapfel
Klein.
Rund.
Fast wie eine Mini-Kartoffel.
Galläpfel wachsen an Eichen. Schuld daran ist eine winzige Gallwespe.
Sie legt ihre Eier in die Knospen. Anschließend bildet der Baum eine kugelige Schutzhülle.
Im Inneren entwickelt sich die Larve.
Natur ist manchmal erstaunlicher als jedes Märchen.
21. Ein Baumpilz
Baumpilze sehen oft aus wie kleine Regale.
Sie wachsen direkt am Stamm.
Manche zersetzen totes Holz.
Andere greifen geschwächte Bäume an.
Dadurch sorgen sie dafür, dass Nährstoffe wieder in den Naturkreislauf gelangen.
Ohne Pilze würde der Wald irgendwann im Totholz versinken.
22. Fraßspuren eines Borkenkäfers
Unter loser Rinde verstecken sich oft feine Gänge.
Sie erinnern an kleine Labyrinthe.
Genau diese Muster stammen von Borkenkäfern.
Die Larven fressen sich unter der Rinde entlang.
Dadurch wird der Wassertransport des Baumes gestört.
23. Ein Spinnennetz
Fast jedes Netz sieht anders aus.
Warum?
Weil verschiedene Spinnenarten unterschiedlich bauen.
Besonders morgens, wenn Tau auf den Fäden glitzert, wirken die Netze wie kleine Kunstwerke.
Außerdem zeigt ein intaktes Netz, dass hier viele Insekten unterwegs sind.
24. Eine Spechthöhle
Ein rundes Loch im Stamm?
Das könnte die Wohnung eines Spechts sein.
Später ziehen jedoch oft andere Tiere ein.
Meisen, Hohltauben, Siebenschläfer oder Fledermäuse nutzen verlassene Spechthöhlen gerne als Zuhause.
Deshalb sind Spechte wichtige Wohnungsbauer des Waldes.
25. Ein Stück Rinde auf dem Boden
Warum liegt plötzlich so viel Rinde herum?
Vielleicht war ein Specht auf Nahrungssuche.
Oder ein Sturm hat Äste beschädigt.
Manchmal steckt auch ein Borkenkäferbefall dahinter.
Deshalb lohnt sich immer ein genauer Blick auf den Baum daneben.
26. Eine leere Schnecken-Eierschale
Sie ist kaum größer als eine Erbse.
Dennoch erzählt sie eine spannende Geschichte.
Vor einigen Wochen ist hier eine kleine Schnecke geschlüpft.
Viele Tiere fressen anschließend die kalkhaltigen Schalen.
So geht in der Natur fast nichts verloren.
27. Eine Fichtenzapfen-Spindel
Nur der harte Mittelteil liegt noch auf dem Boden.
Alle Schuppen fehlen.
Dann war wahrscheinlich ein Eichhörnchen am Werk.
Es arbeitet erstaunlich sauber.
Dadurch lässt sich leicht erkennen, wer den Zapfen gefressen hat.
28. Ein umgedrehter Stein
Hebe einen Stein niemals achtlos hoch.
Darunter leben oft zahlreiche Tiere.
Asseln.
Laufkäfer.
Tausendfüßer.
Spinnen.
Schnecken.
Lege den Stein anschließend wieder genauso zurück. Dadurch bleibt der Lebensraum erhalten.
29. Ein Pilzring
Mitten auf einer Wiese wächst ein Kreis aus Pilzen.
Früher glaubten Menschen an Hexenringe.
Heute kennen wir die Erklärung.
Das unterirdische Pilzgeflecht wächst jedes Jahr ein Stück weiter nach außen. Deshalb erscheinen die Fruchtkörper kreisförmig.
Ein faszinierendes Naturphänomen.

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30. Eine geheimnisvolle Spur im Schlamm
Keine Pfote gleicht der anderen.
Vielleicht stammt sie vom Fuchs.
Oder von einem Dachs.
Vielleicht war sogar ein Reh unterwegs.
Fotografiere die Spur. Vergleiche sie anschließend mit einem Tierspuren-Buch.
So wird aus jedem Waldspaziergang eine spannende Spurensuche.
Naturdetektiv-Challenge
Wie viele dieser Fundstücke habt ihr schon entdeckt?
☐ Eulengewölle
☐ Rehbett
☐ Wildschwein-Suhle
☐ Scheuerbaum
☐ Gallapfel
☐ Baumpilz
☐ Borkenkäfergänge
☐ Spinnennetz
☐ Spechthöhle
☐ Fichtenzapfen-Spindel
Je mehr Häkchen ihr setzen könnt, desto aufmerksamer seid ihr im Wald unterwegs. Gleichzeitig werdet ihr feststellen, dass jeder Spaziergang neue Überraschungen bereithält.
Im dritten Teil wird die Suche noch spannender
Dann entdeckt ihr unter anderem:
- Fuchslosung
- Hirschgeweih
- Spechtschmiede im Detail
- Vogelnester
- Fledermausquartiere
- Misteln
- Reibebäume der Hirsche
- Tierwechsel
- Waldameisen auf Nahrungssuche
- und weitere erstaunliche Naturgeheimnisse.
Nach Teil 3 werdet ihr den Wald garantiert mit ganz anderen Augen sehen.

