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Familienurlaub: Günstige und außergewöhnliche Unterkünfte für Abenteurer


Wer mit Kindern unterwegs ist, braucht nicht zwingend eine große Hotelburg mit Buffet, Rutschenpark und Daueranimation. In vielen Fällen reicht etwas wesentlich Einfacheres, wie ein Ort, an dem am Morgen der Wald rauscht, abends die Stirnlampen angehen und die Übernachtung an sich schon ein kleines Abenteuer darstellt.

Genau solche Unterkünfte suchen heute viele Familien. Sie möchten mehr draußen erleben und zugleich ihr Budget im Blick behalten.

Daran erinnern sich Kinder gerne zurück

Teuer wird der Familienurlaub oft gar nicht durch die Anreise. Meist treibt die Unterkunft den Preis nach oben. Vier Betten, Frühstück, Extras und Parkplatz: Da summiert sich schnell einiges.

Umso interessanter zeigen sich Plätze, die zwar weniger Komfort versprechen, dafür aber umso mehr Atmosphäre. Vor allem die Kinder erinnern sich später selten an die Qualität des Kopfkissens. Sie denken viel lieber an Stockbrot, die knarrende Hütte oder daran, wie morgens ein Reh über die Wiese lief, zurück.

Wer nach günstigen Ideen für den nächsten Trip sucht, kann durchaus außergewöhnliche Übernachtungen finden, die bezahlbar sind und trotzdem deutlich mehr bieten als ein irgendein austauschbares Hotelzimmer.

Ungewöhnlich übernachten mit Kindern: Bei Albstadt könnt Ihr in Holzfässern nächtigen.

foto (c) kinderoutdoor.de

Trekkingplätze: Günstig und unkompliziert

In mehreren Regionen Deutschlands gibt es offiziell ausgewiesene Trekkingplätze, unter anderem im Pfälzerwald, im Schwarzwald oder in Teilen Frankens. Dort dürft Ihr legal mit dem Zelt übernachten. In der Regel ist eine vorherige Online-Buchung gegen eine kleine Gebühr notwendig.

Viel Luxus wartet dort nicht auf euch − aber gerade das macht für viele Familien den Reiz aus. Ein Stellplatz für das Zelt, manchmal auch eine Komposttoilette, eine Feuerstelle und Sitzgelegenheit: Mehr braucht es für eine Nacht mit echtem Abenteuergefühl nicht.

Für einen solchen Trip muss jedoch unbedingt realistisch gepackt werden. Es braucht wetterfeste Kleidung, ausreichend Wasser, eine Lampe, Schlafsäcke mit passender Temperaturangabe und Proviant, das beim Abendessen keinen unnötigen Stress bringt.

Mikroabenteuer mit Kinder im Winter: Zelten im Schnee ist ein frostiges Vergnügen.

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Hütten nehmen den Druck raus

Wenn Zelten für Euch noch eine Nummer zu groß ist, lohnt sich der Blick auf einfache Hütten. In Deutschland, Österreich und Südtirol gibt es viele familienfreundliche Hütten, Jugendherbergen und Naturfreundehäuser in schöner Lage.

Manche von ihnen sind sehr schlicht, andere durchaus gemütlich. Der große Vorteil einer Hütte ist, dass zwar irgendwo draußen geschlafen wird, aber dabei nicht auf ein Dach, feste Wände und eine warme Suppe verzichtet werden muss.

Gerade mit jüngeren Kindern macht das vieles entspannter. Niemand muss auf matschigem Boden liegen. Wenn das Wetter kippt, ist der Abend nicht gleich verloren. Trotzdem bleibt das Gefühl, draußen unterwegs zu sein.

Berghütten für Familien im Herbst: Das Ostlerhaus am Gipfel vom Breitenberg im Allgäu sollte auf der Liste stehen.

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Alternative: Bauernhof oder Schäferwagen

Familien, die die Natur zwar mögen, aber nicht komplett auf ein gewisses Level an Bequemlichkeit verzichten wollen, finden auch auf Bauernhöfen oder kleinen privaten Naturgrundstücken spannende Unterkünfte.

Ein Schäferwagen, ein einfacher Bauwagen oder ein Schlafplatz auf dem Hof kosten häufig weniger als eine Ferienwohnung in der Hochsaison. Dazu kriegt Ihr einen Erlebniswert, den Ihr im Standardhotel kaum bekommen könnt. Für die Kinder macht es einen riesigen Unterschied, ob sie morgens aus dem Fenster auf einen grauen Parkplatz schauen oder auf gackernde Hühner, grüne Wiesen und vielleicht sogar einen brummenden Traktor.

Das gite de fontlargias ist ein ehemaliger alter Bauernhof.

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Darauf solltet Ihr bei der Auswahl achten

Nicht jede Unterkunft passt automatisch zu jeder Familie. Ein abgeschiedener Trekkingplatz klingt erst einmal toll, zeigt sich mit sehr kleinen Kindern und viel Gepäck aber schnell mühsam.

Prüft deshalb vor der Buchung lieber noch einmal ganz nüchtern: Wie weit ist der Weg vom Auto? Gibt es Wasser? Ist eine Toilette vorhanden? Darf gekocht werden? Und wie gut schlafen Eure Kinder, wenn es ungewohnt dunkel, still oder eben auch mal laut ist?

Natürlich spielt auch die Jahreszeit mit hinein. Eine Hütte im Mai fühlt sich vollkommen anders an als ein Zelttrekking Ende Oktober. Wer langsam in den Outdoor-Urlaub einsteigt, sammelt erst einmal die nötigen Erfahrungen. Es kann mit einer einfachen Hütte begonnen werden, dann folgt vielleicht ein Schäferwagen und später die Nacht auf dem Trekkingplatz.