Veröffentlicht am

15 Outdoor-Mythen, die Eltern ihren Kindern nicht mehr beibringen sollten

„Fass bloß keine Kröte an – davon bekommst du Warzen!“ Oder: „Moos wächst immer auf der Nordseite eines Baumes.“ Solche Sätze kennen viele von uns noch aus der Kindheit. Manche sind harmlos, andere halten sich seit Generationen – obwohl sie schlicht nicht stimmen. Gleichzeitig gibt es Naturregeln, die tatsächlich Leben retten können. In diesem Artikel räumen wir mit den bekanntesten Outdoor-Mythen auf. Außerdem erfährst du, was wirklich dahintersteckt und welches Wissen du deinen Kindern stattdessen mit auf den Weg geben solltest.


Warum sich Outdoor-Mythen so hartnäckig halten

Jede Familie kennt sie: kleine Merksätze, gut gemeinte Warnungen oder angebliche Naturgesetze. Sie lassen sich leicht merken und werden deshalb immer wieder weitererzählt. Allerdings bedeutet häufiges Wiederholen nicht automatisch, dass etwas stimmt.

Gerade draußen in der Natur lohnt sich ein genauer Blick. Denn wer Pflanzen, Tiere und Landschaften besser versteht, bewegt sich sicherer und entdeckt gleichzeitig viel mehr. Außerdem macht ein Ausflug in den Wald deutlich mehr Spaß, wenn Kinder Zusammenhänge erkennen und selbst beobachten können.

Deshalb gilt: Neugier schlägt Aberglauben. Genau darum geht es in diesem Artikel.

15 Outdoor-Mythen, die Eltern ihren Kindern nicht mehr beibringen sollten– So werden Kinder zu Natur‑Navigatoren foto (c) kinderoutdoor.de

Mythos 1: Moos wächst immer auf der Nordseite eines Baumes

Diesen Satz hat fast jeder schon einmal gehört. Tatsächlich steckt ein kleines Körnchen Wahrheit darin. Moos mag feuchte und schattige Plätze. Deshalb wächst es an manchen Bäumen tatsächlich stärker auf der Nordseite.

Allerdings ist das keine feste Regel. Auch Wind, Regen, Hanglage, Baumart und Sonneneinstrahlung beeinflussen das Wachstum. Manchmal findest du das meiste Moos sogar auf der Südseite.

Kinderoutdoor-Tipp: Lass Kinder mehrere Bäume vergleichen. Sie merken schnell, dass die Natur selten nach einfachen Regeln funktioniert.

15 Outdoor-Mythen, die Eltern ihren Kindern nicht mehr beibringen sollten .Ein ganzer Knödel von Fröschen dümpelt im See dahin. foto (c) kinderoutdoor.de

Mythos 2: Von Kröten bekommt man Warzen

Zum Glück nicht.

Warzen werden durch bestimmte Viren verursacht und nicht durch Kröten oder Frösche. Die Haut vieler Kröten fühlt sich zwar rau an. Außerdem sondern einige Arten ein Hautsekret ab, das sie vor Feinden schützt. Dieses kann Augen oder Schleimhäute reizen, verursacht aber keine Warzen.

Deshalb dürfen Kinder Kröten beobachten. Anschließend sollten sie sich einfach gründlich die Hände waschen – wie nach jedem Kontakt mit Wildtieren.


Mythos 3: Brennnesseln sind nur lästiges Unkraut

Wer schon einmal hineingefasst hat, sieht das vermutlich genauso. Trotzdem gehören Brennnesseln zu den wichtigsten Wildpflanzen überhaupt.

Sie sind Nahrung für zahlreiche Schmetterlingsraupen. Außerdem lassen sich junge Blätter – richtig zubereitet – sogar essen. Aus ihnen entstehen Suppen, Chips oder Tee.

Kurz gesagt: Die Brennnessel ist ein echter Naturheld und keineswegs nur ein „Unkraut“.

15 Outdoor-Mythen, die Eltern ihren Kindern nicht mehr beibringen sollten. Gefahren im Wald: Was wirklich gefährlich ist : Ein hochgiftiger Knollenblätterpilz. Bitte lasst ihn stehen. foto (c) kinderoutdoor.de

Mythos 4: Pilze sind grundsätzlich giftig

Viele Eltern warnen ihre Kinder vor Pilzen. Das ist verständlich, denn einige Arten sind tatsächlich hochgiftig.

Trotzdem gilt: Die meisten Pilze sind nicht gefährlich. Manche sind sogar ausgezeichnete Speisepilze. Das Problem besteht darin, dass sich essbare und giftige Arten oft sehr ähnlich sehen.

Deshalb lautet die wichtigste Regel: Pilze anschauen ja – essen nur, wenn sie eindeutig bestimmt wurden.


Mythos 5: Je bunter ein Tier ist, desto gefährlicher ist es

Leuchtende Farben können tatsächlich eine Warnfunktion haben. Allerdings gilt das längst nicht immer.

Ein Marienkäfer ist rot. Trotzdem ist er für Menschen völlig harmlos. Auch viele Schmetterlinge tragen kräftige Farben, ohne gefährlich zu sein.

Umgekehrt wirken Zecken oder Mücken unscheinbar – können jedoch Krankheitserreger übertragen.

Die Natur überrascht eben immer wieder.


Im zweiten Teil räumen wir mit weiteren beliebten Irrtümern auf.

Unter anderem erfährst du,

  • ob Eulen wirklich klug sind,
  • warum Wildschweine Menschen meist meiden,
  • ob man Beeren im Wald bedenkenlos essen darf,
  • warum Ameisen für den Wald unverzichtbar sind,
  • und weshalb ein Gewitter im Wald ganz andere Gefahren birgt als viele denken.