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Outdoor Bücher Rezensionen

Unsere Outdoor Bücher Rezensionen stellen Euch heute “Campingführer Alpen”, “Urlaub auf dem Bauern” und “Gelenkfit in die Berge” vor. Alles Sachbücher mit einem hohen Mehrwert für die Leser. Oder vielleicht nicht? Wir haben für unsere Outdoor Bücher Rezensionen die drei Kandidaten bis zur letzten Seite gelesen.

https://youtu.be/hjswIYPNl04

Vanlife. So nennen findige Marketingköpfe heute spießige Ressourcenverschwendung. Alle reden vom Klimawandel und viele fahren trotzdem mit dem einem WoMo oder noch besser einem WoMo mit dem speziellen H-Kennzeichen in den Urlaub. Dass die Dreckschleuder aus den 70ern oder 80ern mehr Öl als Diesel/Benzin auf 100 Kilometer braucht stört von diesen hippen Leutchen niemanden. Doch es ist nur eine billige Propaganda, dass die wilden, freien und unangepassten Menschen mit WoMo´s unterwegs sind. An den Stellplätzen sollt ihr sie erkennen. Da gibt es die Wildcamper, die entleeren ihre Katzenklos für Menschen in Bäche und Teiche. Die Masse sucht sich einen Stellplatz auf einem Campingplatz. Für diese WoMo Piloten ist der “Campingführer Alpen” verfasst. Bewertet sind dort Campingplätze in Österreich, der Schweiz, Liechenstein, Deutschland und Italien (Südtirol und dem Trentino). Auf Seite 12 und 13 findet als Alibi Greenwashing statt. Die Verfasser können über umweltfreundlichen Campingurlaub schreiben was sie wollen. Diese dekadente Art des Urlaubs ist so umweltfreundlich wie der Braunkohlekraftwerke in der frühreren DDR. Selbst ein modernes WoMo verbraucht auf 10o Kilometer zu viel Sprit. Interessant ist wie dieses Buch die Lügen der Camper selbst überführt. “Einfach leben” “auf´s Nötigste beschränkt” so die Kakophonie der WoMo Piloten. Warum braucht es dann in dem “‘Campingführer Alpen” Rubriken wie WLAN, Brötchen am Platz, Restaurant&Imbiss? “Unangepasst” im WoMo Urlaub machen, aber bitte nur mit blank geputzten Sanitäranlangen, Brötchenservice und kostenlosen WLAN. So stellt Herr und Frau Spießbürger ihren Campingurlaub vor. Die Fotos sind wie aus dem Tourismusverbandsprospekt und die Tipps zu der Region haben das Niveau von Wikipedia Beiträgen. Wie es zu den Bewertungen der einzelnen Campingplätze kam ist nicht nachvollziehbar. Da helfen auch die Ausführungen auf S. 7 wenig, wie es zu diesen Bewertungen kam. Das Ganze könnte an die Werbung für ein Müsli mit besonders vielen wertvollen Cerialien oder einem Riegel mit der Extraportion frischer Vollmilch erinnern. Vom Zucker in den “Nahrungsmitteln” schweigt die Werbung. Für alle die einen Campingplatz mit WLAN haben, bietet sich dieses Werk als App an.

Unsere Bewertung: Drei von sechs möglichen Kompassen

Outdoor Bücher Rezension: Urlaub auf dem Bauernhof

Von Bayern bis Mecklenburg-Vorpommern stellt der DLG Führer Bauernhöfe, Landhäuser, Landhotels, Winzer- und Reiterhöfe vor. In einzelne Regionen sind die Bundesländer in diesem Buch aufgeteilt. Mit den Symbolen lässt sich schnell ein Überblick gewinnen, welches Angebot für die eigene Familie in Frage kommt. Praktisch ist auch die kurze Beschreiben vom Ferienort und die herausklappbare Landkarte.

Unsere Bewertung: Fünf von sechs Kompassen

Outdoor Bücher Rezension: Gelenkfit in die Berge

Wer glaubt, dass nur ältere Menschen Gelenkbeschwerden und künstliche Gelenke haben, liegt falsch. Wem es beim Wandern mit der Familie im Rücken zwickt oder das Knie sticht für den bieten Ärzte, Bergführer und Physiotherapeuten in dem Buch “Gelenkfit in die Berge” Hilfe an. Mit praktischen Tipps worauf bei der Tourenplanung zu achten ist (S.132), erzählen Betroffene wie der Extrembergsteiger Wolfgang Nairz (S. 64 und 65), Kräftigungsübungen (S. 16) oder richtiges Gehen in den Bergen (S 26 – 33). Diese Tipps sind nicht “ausgelutscht” wie manche Weisheiten von diversen Bloggern, sondern fachlich fundiert. Ein hervorragendes Buch, dass im wahrsten Sinne des Wortes gut tut. Der österreichische Alpenverein empfiehlt es auch.

Unsere Bewertung: Sechs von sechs möglichen Kompassen

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Outdoor Buch Rezension: Es krabbelt!

Unsere Outdoor Buch Rezension nimmt sich heute drei Werke vor, bei denen Insekten im Mittelpunkt stehen. “Naturführer Krabbeltiere”, “Der braune Bär fliegt erst um Mitternacht” und “Das große Buch der Bienen” haben wir für Euch heute gelesen. Was uns an den drei Sachbüchern aufgefallen ist, dass zeigen wir Euch in unserer Kinder Outdoor Buch Rezension. Wie immer haben wir uns diese Bücher selbst zu handelsüblichen Preisen bei den örtlichen Buchhändlern gekauft.

 

Auf dem Feld, im Wald, im Park oder im Garten finden sich Insekten. Für die Kinder sind diese Tiere spannend. mit dem “Naturführer Krabbeltiere” haben die jungen Outdoorer eine hohe Motivation die Mikrowelt der Insekten kennen zu lernen. 60 Sticker können die Kindern verkleben wenn sie ein Insekt entdecken, dass im Buch vorgestellt ist. Dank seines handlichen Formats und dem robusten Papier können die Eltern oder Kinder diesen Naturführer in die Jackentasche stecken. Gegliedert ist das Buch in die Bereiche “Im Garten” ” Städte und Parks” “Bäume und Wälder””Wiesen und Grasflächen” “Teiche und Seen” ” Flüsse und Feuchtgebiete” sowie “Moor und Heide” . Liebevoll ist das Sachbuch mit gemalten Bildern illustriert. Jedes Insekt ist mit einer kurzen Beschreiben kindgerecht vorgestellt. Ein tolles Geschenk für alle Kinder die gerne draußen unterwegs sind.

  • Usborne Minis
  • 24 Seiten
  • 2,95 Euro

Unsere Bewertung: Sechs von sechs möglichen Kompassen

Outdoor Buch Rezension: Der Braune Bär fliegt erst nach Mitternacht

Was für ein wohltuender literarischer Kontrapunkt ist dieses Sachbuch zu den gedruckten Machwerken der vermeintlichen “Youtube Stars”. Sprachlich und vom Stil hier ist das Buch “Der Braune Bär fliegt erst nach Mitternacht” Champions League. Johanna Romberg, eine ausgebildete Journalistin die für renommierte Magazine arbeitet. In diesem Buch berichtet sie von Einzelnaturschutzprojekten und deren Wirkung. Romberg findet das Unbekannte im Bekannten, dass zeichnet einen Journalisten gegenüber einen “Youtube Star” aus. So berichtet sie über ein Team, dass die Flussperlmuschel schützt (S 49 ff). Oder wie Greifswalder Wissenschaftler ein Moor wiederherstellen wollen (S. 79 ff). Dazu liefert die Autorin ganz elegant im Nebenher interessante Fakten, warum Moore für unser Klima so wichtig sind. Im Gegensatz zu den anstrengenden Büchern der “Youtuber” ist dieses Buch ein klassisches Sachbuch im besten Sinne. Illustriert mit gezeichneten Bildern ist nur im Klappentext ein Portrait von Johann Romberg zu finden und nicht alle drei Seiten in künstlich gestellten Posen.

Unsere Bewertung: Sechs von sechs möglichen Kompassen

Outdoor Buch Rezension: Es summt!

Bienen retten ist in. Zum Glück für die Insekten und uns Menschen. “Das große Buch der Bienen” von Jutta Gay und Inga Menkhoff taucht in diesen faszinierenden Mikrokosmos ein. Was für einen faszinierenden Körper die Bienen haben (S. 41 ff) bekommen die Leser/innen verständlich dargestellt und stellt die verschiedenen Bienenarten wir die Riesenhonigbiene vor. Nach der Lektüre von diesem Buch sind die Leser/innen schlauer und kenen den Unterschied zwischen der Königin, den Drohnen und den Arbeiterinnen (S. 109 ff). Beeindruckend sind die Daten und Fakten zu den Bienen. Für einen Kilogramm Honig müssen die Bienen drei Kilogramm Nektar sammeln und brauchen dazu etwa 100.000 Ausflüge um 14.000.000 Blüten zu besuchen. Ebenfalls beeindruckend ist die Biene in der Mythologie und Geschichte (S. 143 ff). Ein herausragendes Sachbuch mit hervorragenden Fotos.

  • delphin Verlag
  • Jutta Gay und Inga Menkhoff
  • 322 Seiten

Unsere Bewertung: Sechs von sechs möglichen Kompassen

Outdoor Bücher Rezensionen: Zwei Top!

Outdoor Bücher Rezensionen können richtig Spaß machen. Zwei von unseren drei heute gelesenen Outdoor Büchern sind absolut zu empfehlen. Sie haben alles was ein Buch für alle die gerne draußen unterwegs sind. Gut aufbereitete Informationen und ein schlüssiges Konzept. Alles Dinge, die dem dritten Kandidaten in unserer Outdoor Bücher Rezension fehlen.

Youtuber*in = erfolgreiche/r Autor*in.

Diese einfache Formel machen sich einige Verlage zu eigen und hoffen auf dem großen Erfolg im Printbereich. In den wenigsten Fällen geht diese simple Rechnung auf. “Frei und Wild” von Vanessa Blank bietet Naturerleben und Bushcraft – praktische Anleitungen für deine Abenteuer. So steht es auf dem Titelbild. Das sind vier Versprechungen auf einmal. Dagegen ist das Ü-Ei blass, es verspricht lediglich Spiel, Spaß und Schokolade. Doch auf dem Titelbild zeigt sich schon woran es an diesem Buch mangelt. Es ist kein Sachbuch. Wie auf dem Titel bezeichnend setzt sich die Autorin und ihre Sponsoren in Szene. Hingegen gerät das ganze Buch zu einer Melange aus altbackenen Tipps, Trivialen und wenig hilfreiches Wikipedia Wissen. So ist auf Seite 27 beschrieben warum es wichtig ist einen Rucksack einzustellen. Wie die Kapillaren der Wollfaser aufgebaut ist auf Seite 23 zu sehen. Doch wieso muss und will dass jemand wissen? Um eine alte Phrase zu den vermeintlichen Tipps zu bemühen: Alter Wein in neuen Schläuchen. Ein Griff in die Mottenkiste ist eine Indianer Geschichte auf S. 93. Die Reporterlegende Uwe Kopf sprach einmal von “Wortschrott”. Überflüssig sind die Seiten über Wölfe und Bären. In Mitteleuropa dürfte kaum ein Wanderer, Radler oder Paddler auf diese Tiere treffen. Unfreiwillig ins satirische gleitet das Buch auf Seite 187 ab. Dort präsentiert sich die Autorin in Denkerpose um darüber zu philosophieren, wie viel Bushcraft das Land verträgt. Fade Outdoorer Prosa findet sich auf Seite 126″Magische Begegnung”. Dort heisst es

“An diesem Abend liege ich noch lange wach und denke über das Geschehene nach. Tiefe Glückseligkeit durchströmt mich.Für mich ist so eine Situation ein Privileg. Solche magischen Momente dürfen nicht viele Menschen erleben und ich bin unglaublich dankbar, einer von ihnen zu sein.” Das Foto mit dem Hirschen auf der gegenüberliegenden Seite stammt übrigens von iStock. Das Buch “Wild und frei” ist eine Ansammlung der ein roter Faden fehlt. Der Text schafft es nicht zu begeistern.

  • AT Verlag
  • 200 Seiten

Unsere Bewertung: Ein Kompass von sechs Möglichen

Outdoor Buch Rezension: Auf zu den Sternen

Der “Sternführer für unterwegs” vom Kosmos Verlag hat alles, was ein hervorragendes Sachbuch braucht. Der Autor Michael Vogel schafft es, vielfältige Informationen zum Thema Sterne ansprechend und kurzweilig aufzubereiten. Das attraktive Taschenbuch erklärt Anfänger worauf sie bei der Beobachtung von Sternen achten sollten. Es erklärt verschiedene kosmische Phänomene:

  • Wie findet Ihr den Polarstern?
  • Wann ist Vollmond und wann Neumond?
  • Highlights des Monats: Begegnungen oder Bedeckungen von Planeten
  • Dazu eine Monatssternkarte

Das Format von diesem Buch ist perfekt und die Leser*innen bekommen mit diesem Sachbuch echte Mehrwerte.

  • Franckh Kosmos Verlag
  • 80 Seiten

Unsere Bewertung: Sechs von sechs möglichen Kompassen

Outdoor Buch Rezension: Das Unbekannte im Bekannten

Heimische Fische kennt jeder. Zumindest den Hecht, die Forelle und den Karpfen. Aber wer kennt die Zope, den Hundfisch oder den Güster? Das sind alles Fische die in unseren heimischen Seen und Flüssen schwimmen. Wolfgang Hauer schafft es in seinem Buch “Fische, Krebse & Muscheln in heimischen Seen und Flüssen” die Leser*innen für die Fische zu begeistern. Die Fotos von dem Naturfotografen beeindrucken und zeigen, wie bunt die heimische Unterwasserwelt ist. Auch Muscheln und Krebse bekommen in diesem herausragenden Werk ihren Platz. Hauer zeigt auch auf, welche Folgen eingeschleppte Arten wie der rote amerikanische Sumpfkrebs haben können.Bei den Fischen erklärt der Autor wie der Gefährdungsstatus der Fische ist und was die Gründe dafür sind. Kompakt und attraktiv aufbereitet ist dieses Buch äußerst kurzweilig.

  • Stocker Verlag
  • 244 Seiten

Unsere Bewertung: Sechs von sechs möglichen Kompassen

 

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Outdoor Bücher Rezensionen: Wald, Bäume und Pilze

Outdoor Bücher Rezensionen von uns sind unabhängig. Wir kaufen uns die zu besprechenden Outdoor Bücher im stationären Buchhandel zu regulären Preisen und sind dadurch völlig unabhängig. Heute haben wir drei außergewöhnliche Outdoor Bücher für Euch gelesen und rezensiert (WoMo Piloten bitte den Begriff googeln!). Die Bewertung können wir heute schon vorweg nehmen: Alle drei Bücher bekamen die höchste Punktzahl.

Wie kommunizieren (Wo Mo Piloten bitte den Begriff googeln) Bäume untereinander? Dazu haben sich die Pflanzen ein Kommunikationssystem (WoMo…Ihr wisst schon….) im Waldboden aufgebaut. In einer ansprechenden Grafik sind auf einer Doppelseite alle wichtigen Fakten (WoMo Piloten…..ach vergesst es!) perfekt aufbereitet. Oder wenn es um die Vielfalt der Bäume geht (Seite 015). Etwa 60.000 Baumarten sind auf der Welt bekannt. Auch erschreckende Fakten wie den jährlichen Waldnettoverlust seit 1990, etwa 420 Mio. Hektar (umgerechnet 588 Mio Fußballfelder) sind in dem beeindruckenden Werk “Das Waldbuch  alles was man wissen muss in 50 Grafiken” dargestellt. Hilfreich ist auf Seite 109 wie es möglich ist, waldfreundlich zu konsumieren. Dadurch bekommt dieses gelungene Buch einen zusätzlichen hohen Mehrwert.

  • Das Waldbuch alles was man wissen muss, in 50 Grafiken
  • Autorin: Esther Gonstalla
  • Verlag:oekom

Unser Urteil: Sechs von sechs möglichen Kompassen

Outdoor Bücher Rezensionen: Die Pilze Deutschlands

Die zweite überarbeitet Auflage vom Taschenlexikon der Pilze Deutschlands kann in jedem Bereich überzeugen. Manche Outdoorer denken sich: Warum ein Pilzbuch mitschleppen, wenn es doch die so praktischen und unfehlbaren Pilz Apps gibt. Gegen das geballte Wissen diesen 526 Seiten sind die Pilz Apps so verloren, wie ein rostiger VW Polo, der gegen einen neuen Porsche 911 antritt. Während die Apps durch Obrerflächlichkeit “glänzen” geht “Die Pilze Deutschlands” in die Tiefe des Wissens über Pilze. Jürgen Guthmann und Christoph Hahn ist es mit Bravour gelungen, an dem schon viele Experten gescheitert sind: Sie haben Ihr Wissen so aufbereitet, dass Laien mit dem Buch arbeiten können. Piktogramm erklären bei jedem der 150 beschriebenen Schwammerl, ob diese giftig, stark giftig, ungeniessbar, eingeschränkt essbar, essbar oder sogar hervorragende Speisepilze sind. Die verwendeten Fotos stammen NICHT aus dem Internet. Die Pilze sind detailliert beschrieben, auch deren gefährliche Doppelgänger. Bei jedem Schwammerl steht dabei wo diese vorkommen und wie sie sich verwenden lassen.  Hier haben sich die Autoren, die Lektoren, die Graphik (schreibe ich absichtlich in der “alten” Schreibweise) und der Verlag extrem Mühe gegeben. Herausgekommen ist ein herrausragendes Buch, für alle die gerne Pilze sammeln, fotografieren oder einfach nur ansehen wollen. Eine Lektüre die zum klassichen Schmökern einlädt. Ganz ohne Bildschirm. 

  • Die Pilze Deutschlands
  • Autoren: Jürgen Guthmann und Christoph Hahn
  • Verlang: Quelle und Meyer

Unsere Bewertung: Sechs von sechs möglichen Kompassen

Outdoor Bücher Rezensionen: Der Kosmus Baumführer

Wer kennt sie alle? Die wichtigsten 170 Bäume und Sträucher Mitteleuropas.Wo ist der Unterschied zwischen der kleinblütigen Tamariske (S 78) und dem Zimt Ahorn (S 178)? Mit einem Farbcode ist der Baumführer übersichtlich aufgebaut und sortiert. Es gibt die Gruppen der Magnolien, Buchen, Weiden, Rosen (!) und Eschen. Sowie Ginkgos und Nadelbäume. In der Klappe des Buches finden sich die wichtigsten Bestimmungsmerkmale. Bei diesem hochwertigen Nachschlagewerk kommen aucb keine Fotos aus der Internet zum Einsatz. Hier sind Profis am Werk gewesen. So lernen die Leser einiges Neues über alte Bekannte wie die Trauerweide (S 94) welche auch China nach Europa kam und erst im frühen 19. Jahrhundert aus Frankreich ihren Weg nach Deutschland fand. Das Unbekannte im Bekannten entdecken, so etwas macht einen herausragenden Autoren aus. Die Beschreibungen der einzelnen Bäume ist übersichtlich und interessant aufbereitet.

  • Der Kosmos Baumführer
  • Autoren: Mark Bachhofer und Joachim Mayer
  • Verlag: Kosmos Verlag

Unsere Bewertung: Sechs von sechs möglichen Kompassen

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Outdoor Buch Rezension: A girl in the wild, Tannen, Kanu Kompass

Unsere Outdoor Buch Rezension fiel heute durchwachsen aus. Wir haben für Euch folgende Outdoor Bücher rezensiert: “A girl in the wild”, “Tannen” und “Kanu Kompass Mecklenburg-Vorpommern”. Ein Buch aus diesem Trio enttäuschte bei unseren Testleserinnen und Lesern. Um unsere Neutralität bei den Outdoor Bücher Rezensionen zu gewährleisten, kaufen wir uns die Werke alle selbst zu den üblichen Konditionen im stationären Buchhandel.

National Geographic ist das Synonym für hervorragende Reportagen. Sprachlich gewählt und geschliffene Sätze. Dazu professionelle Fotos die faszinieren. Diese Bilder hat jeder Leser sofort im Kopf, wenn der National Geographic (NG) hört. Bisher stand die NGS für hochwertige Magazine und Bücher. Ein Premiumsektor für sich. NG schuf die Champions League der Reise- und Abenteuerbücher. Eigentlich kann es bei NG keine enttäuschten Leser/innen geben. Eigentlich. Bei “A gril in the wild” hatte, so ist zu vermuten, jemand die Idee, den Erfolg einer Youtuberin in den Buchbereich zu transformieren. Eine Idee, die auch wegen des Lektorates und der Verantwortlichen für diesen Titel, weniger gut ausging. In “A girl in the wild” passt wenig zusammen. Es fehlt der rote Faden. Mal schreibt die Autorin Stephanie Margeth über ihr Abenteuer im verschneiten Alaska, dann über ihren liebenswerten und naturverbundenen Opa (S 105 – 115!), anschließend geht es zu ihrer Zeit bei der Bundeswehr über (S. 73 – 81). Autobiographisches, praktische Pack- und Materiallisten und Reiseberichte ergeben so eine schwer lesbare Melange. Doch am schwersten wiegt die Sprache in diesem Titel. Es ist gespickt mit Kraftausdrücken (S. 38 ” Mein Schneemobil….ein Viech) und in der Alltagssprache verfasst. Für ein NG Druckwerk ist diese Art des oberflächlichen Schreibstils enttäuschend.

Outdoor Buch Rezension: Inflationäres Bier

Kein Kapitel schafft es, den Lesern in den Text zu ziehen. Wild ist alles durcheinander gemischt und den einzelnen Reiseberichten fehlt der Höhepunkt. Was diesem Buch an sich fehlt: Das Warum. Was ist das auslösende Ereignis für die Reisen zu den Wäldern? Sind es die traumatischen Erlebnisse der Autorin bei der Bundeswehr gewesen? (S 73 – 81) Hier fehlt die ordnende Hand einer Lektorin. Ebenso fällt der Teil über den Opa der Autorin (S. 105 – 115) zu lange aus. Entbehrlich ist der letzte Satz über die Bundeswehrzeit: “Ich hoffe, dass jeden der mich wie Dreck behandelt hat der S…..abfällt” Wahrscheinlich hat die Autorin schlimmes und traumatisierendes während ihrer vier Jahre bei der Bundeswehr erlebt, doch dies rechtfertigt nicht eine derartige Niveaulosigkeit. Es ist traurig, dass sich eine solche Entgleisung in einem NG Buch findet. Hier hat das Lektorat und das Management für dieses Buchprojekt, alles andere als eine gute Arbeit gezeigt. Inflationär kommt das Wort Bier vor. Auf sechs Bildern sind Bierdosen- oder Flaschen zu sehen. Die Fotos an sich sind von der Qualität, was die Auflösung (S. 14 das Foto wirkt extrem “pixelig”) und die fotografische Qualität angeht, weit unter dem hohen Standard, für den NG eigentlich steht. Manche der Bilder sind zu sehr mit Filter bearbeitet (S 144, S 145) und können von der Komposition kaum überzeugen. Diesem Buch fehlt die Struktur. Dafür kann die Autorin nichts, aber das Lektorat und das Management von diesem Projekt sind hier gescheitert. Emojis, oder Hashtags (S. 17) kommen in einem NG Buch weniger gut an. Ebenso die vielen entbehrlichen Kraftausdrücke. Hier ist eigentlich das Lektorat gefordert sprachlich dem Ganzen einen guten Schliff zu geben. Dieser fehlt hier völlig. Es lässt sich nur mutmaßen ob für das Lektorat und das Projektmanagement vielleicht diese Umgangssprache für Authenzität steht. Entgleisungen wie DU LIEST ES GEFÄLLIGST! (AGGRESSIVES SCHREIBEN IN GROSSBUCHSTABEN) sind sprachlich weniger originell, dafür aber verhaltensoriginell. Dieses Buch lässt die Frage im Raum stehen: Warum? Warum zieht es die Autorin ruhelos in die Wälder? Doch die Frage : Warum dieses Buch kaufen? Ist schnell beantwortet und ohne diese schleppende Lektüre warten auf Outdoorer (auch ohne Bier und aggressiv geschriebene Großbuchstaben) noch viele Abenteuer in den Wäldern. Die einzigen Mehrwerte von diesem Buch sind die Pack- und Ausrüstungslisten. Dafür liefert das Buch A girl in the wild den Beweis, dass die einfache Gleichung der Verlage nicht aufgeht: Erfolgreiche/r Youtuber/in = erfolgreiche/r Autor/in Dazu braucht es mehr und davon fehlt es in diesem Buch auf vielen Seiten.

  • NG Buchverlag
  • 192 Seiten
  • 22,90 Euro

Unsere Bewertung:

Zwei von sechs möglichen Kompassen

Outdoor Buch Rezension: Kanu Kompass Mecklenburg-Vorpommern

Ein Kanu das überladen ist, lässt sich nur schwer steuern und voranbringen. Es neigt zum Kippen. Genauso verhält es sich mit dem Kanu Kompass Mecklenburg-Vorpommern. Mit Informationen und dick geschriebenen Wörtern ist es völlig überfrachtet. Hier ist weniger doch mehr. In den Fließtexten stecken zu viele Details. Auch in den Infos zu den einzelen Touren. Es fehlt hier die Struktur. 20 Touren finden sich in dem Buch. Dazu praktische Packlisten und sieben Wander- oder Radtouren. Leider ist dieser umfangreiche Kanuführer zu unübersichtlich. Die Leser/innen lernen Gewässer wie den Störkanal, die Trebel oder die Recknitz kennen.

  • Verlag: Thomas Kettler Verlag
  •   296 Seiten
  • 22,90 Euro

Unsere Bewertung: Vier von sechs möglichen Kompassen

Outdoor Buch Rezension: Tannen

Das Unbekannte im Bekannten entdecken. Hierin liegt die ganz große Kunst der Journalismus. Wilfried Bode ist ein solches Meisterwerk mit dem dem Portrait “Tannen” gelungen. Sprachlich ohne jedes überflüssiges Geschwurbel und wunderbar gewählt drückt sich der Autor aus. Dieses Buch beruhigt den Leser. Das Werk ist so sanft wie das Rauschen vom Wind in den Ästen der Tanne. Mit einem Wort lässt sich “Tannen” beschreiben: Liebeserklärung. Hier ist nur das Beste gut genug. Bode entführt uns in den wunderbaren und für die meisten unbekannten Mikrokosmos der Tannen. Bode zitiert Geistesgrößen wie Wilhelm Hauff, Hermann Hesse, Rainer Maria Rilke, Victor Klemperer oder Else Lasker-Schüler. Ebenso genial ist die Zusammenstellung der Illustration: Viggo Johansen, Caspar David Friedrich, Ludwig Richter, Gustav Klimt oder der Dadist John Heartfield zeigen wie die Tanne auch Künstler inspirierte. Ein unaufgeregtes, stilles, interessantes Buch. Wilhelm Bode ist mit diesem Werk ein Buch gelungen, dass in 100 Jahren noch attraktiv zu lesen ist. Chapeau!

  • HVerlag: Matthes & Seitz Berlin
  •   155 Seiten

Kinder Outdoor Buch Rezensionen

Unser Kinder Outdoor Buch Rezensionen stellen Euch heute ein ungewöhnliches grünes Buch vor: “Raus in die Botanik” geschrieben von Sonja Greimel (südwest Verlag). Das Wildpflanzen Handbuch bietet mehr als “nur” die Bestimmung der wichtigsten heimischen Pflanzen. Ihr bekommt Euch Tipps wie Ihr die Wildpflanzen optimal sammelt und was Ihr alles daraus selbst herstellen könnt. Ein fast perfektes Sachbuch, für alle die gerne draußen unterwegs sind und mehr über die Wildpflanzen wissen wollen. https://youtu.be/LvUnCkwHzc0

Ja……..es ist grüne Liebe. So steht es auf Seite sieben von dem gelungenen Wildpflanzen-Handbuch “Raus in die Botanik”. Dieser grüne Faden zieht sich durch das praktische Buch. Die Liebe der Autorin zur heimischen Pflanzenwelt springt auf die Leser über. Mit kurzweiligen Detailwissen zeigt die ausgebildete Kräuterpädagogin und begeistertete Outdoorerin was für Schätze auf den Wiesen und in den Wäldern wachsen. 50 heimische Pflanzen stellt Greimel ansprechend vor. Von der AckerMinze bis zur Wegwarte. Gegliedert sind die Pflanzen nach den Farben ihrer Blüten und Früchte. So lassen sich in der Natur die Pflanzen schnell und sicher bestimmen. Jede Pflanze hat eine Doppelseite bekommen. Detailliert dargestellt und beschrieben. So zeigt Sonja Greimel auf, wie sich die jeweilige Pflanze in der Küche oder in der Volksheilkunde verwenden lässt. Dazu gibt es manchmal auch kurze Rezepte und interessante Hinweise. So lernen die Leser/innen den Wert von “vermeintlichen Unkraut” wie Gundermann kennen. Was dieses Buch so besonders macht: Es ist frei von Ideologien.

Kinder Outdoor Buch Rezensionen: Das Haar in der Suppe

Kurz und informativ handelt Sonja Greimel die Pflanzenkunde ab (S 132-133) . Sie beweist damit, dass es keine zehn oder mehr Seiten braucht um die Kennzeichen und Erkennungsmerkmale der Wildpflanzen darzustellen. So soll es sein. Dieses Buch kommt ohne Geschwurbel aus und überzeugt mit seiner professionellen Sprache.Damit niemand den Ausflug in die Botanik gesundheitlich bereut warnt die Autorin aus München  vor den giftigen Zwillingen (S 134-135). Praktisch ist auch die Checkliste zum Sammeln von Pflanzen (S 136 – 137).Hier bekommen die Pflanzenfreunde wertvolle Tipps. Auf Seite 140 bis 141 findet sich ein übersichtlicher Sammelkalender. Seinen besonders hohen Mehrwert (bitte nicht verwechseln mit Nährwert!) bekommt das Buch ab Seite 148. Sonja Greimel überzeugt mit Wildkräuter Rezepten. Von der altbekannten Himbeermarmelade bis hin zum Gierschsenf. (Manche Hobbygärtner und Reihenhausbewohner ärgern sich über diese Pflanze und bekämpfen sie mit Chemikalien. Die bessere Alternative dazu: Aufessen oder als Gierschsenf verschenken). Ihre ganze Klasse lässt Sonja Greimel ab Seite 172 aufblitzen. Do it yourself. Was sich aus Wildpflanzen alles selbst machen lässt, zeigt die Münchnerin leicht verständlich auf. Von der Erkältungssalbe bis hin zum Beerenlikör. Viele Fotos stammen von dem Profitotografen Hans Herbig und damit sind wir bei dem einzigen Kritikpunkt. Leider hat sich der Verlag auch an iStockphotos bedient. Hier tut sich ein sichtbarer Kontrast zwischen den genialen Fotos von Hans Herbig und den Allerweltsbildern auf. Dafür kann aber die Autorin nichts, es ist eine Angelegenheit des Verlages. Dieses Buch kommt ohne diese kaum mehr zu ertragenden Instagram Selfies aus. Sonja Greimel stellt nicht sich selbst in den Fokus von diesem rundum gelungenen Buch, sondern die heimischen Wildpflanzen. Ja…..es ist die grüne Liebe.

  • Titel: Raus in die Botanik
  • Südwest Verlag
  • 192 Seiten
  • 175 Farbfotos
  • Preis 20,00 Euro (D)

Unsere Bewertung: Sechs von sechs möglichen Kompassen

Outdoor Bücher Rezensionen: Kochen, Wald und Berg

Outdoor Bücher Rezension hilft Euch durch  den Blätterwald. Heute haben wir vier Bücher für Outdoorer gelesen: “Kochen und backen mit der Maus”, “Wald tut gut”, ” Menschen am Berg” und “Atlas der Meerjungfrauen”. Von begeistert bis gepflegter Langeweile ist alles dabei gewesen. Alle Outdoor Bücher haben wir selbst im stationären Buchhandel gekauft. Wir haben keine bezahlten Links zu den Büchern oder Verlagen. Dadurch könnt Ihr Euch sicher sein, dass unsere Outdoor Buchbesprechungen völlig unabhängig erfolgen.

1971 feiert die Sendung mit der Maus ihren 50. Geburtstag. Kaum zu glauben! In unzählingen Folgen hat die Maus und der kleine blaue Elefant den Kindern die Welt und viele alltägliche Dinge erklärt. DAs Kochen erklärt die Maus in einem speziellen Kochbuch für Kinder. ” Kochen und backen mit der Maus”. Teilweise sind hier einfache Rezepte wie Spaghetti mit Pesto (S 54 – 55), aber auch eine Himbeer-Tiramisu-Torte (S- 212 – 213). Diese ist für Kinder deutlich zu schwer um sie alleine zu backen. Zwar ist bei der Torte erklärt wie das Trennen von Eiern gelingt, doch derartig klare Hilfestellungen fehlen bei den meisten Rezepten. Grundsätzlich finden sich in diesem Koch- und Backbuch mit der Maus viele Essen, die bei den Kindern gut ankommen wie Pizza mit Salami und Pilzen (S. 22 – 23) aber auch Exotisches wie China-Wraps mit Soja-Dip (S. 18 – 19). Hin und wieder gibt es Mausschlau-Tipps (S. 19). Der Bildnachweis auf Seite 248 offenbart aber auch, dass viele der Fotos aus verschiedenen Quellen zusammengetragen sind. Leider ist bei diesem Buch schwer zu erkennen, wer die eigentliche Zielgruppe ist: Kinder oder Eltern? Die meisten Kinder sind auf sich alleine gestellt mit diesem Buch überfordert.

  • Kochen mit der Maus
  • Zabert Sandmann Verlag
  • 248 Seiten

 

Unsere Bewertung: Vier von sechs möglichen Kompassen:

Outdoor Bücher Rezension: Atlas der Meerjungfrauen

Atlanten gibt es eine Menge: Mit 3D Grafiken, für Kinder, mit historischen Karten und und und Doch der Atlas für Meerjungfrauen ist was völlig Neues. Doch auf keinen Fall eine abwegige Idee. Um die ganze Welt gibt es Nixen, Meerjungfrauen oder Wassermänner. Davon erzählt dieses von Hand illustrierte Kinderbuch. Die Loreley vom Rhein ist ebenso dabei, wie die kleine Meerjungfrau aus Kopenhagen. Zu jedem Meereswesen gibt es kürzere oder längere Geschichten. Das Buch erklärt warum es weltweit Märchen und Legenden von Meerjungfrauen gibt. So die Sinjike in Korea, Melusine aus Frankreich, Lobasta aus der Türkei oder Jiaroen aus China. Es ist ein kurzweiliges Buch, das den Kindern aus der Sicht von sagenhaften Meereswesen die Welt erklärt. Am Abend vor zu Bett gehen oder an einem verregneten Nachmittag ist der Atlas der Meerjungfrauen eine perfekte Unterhaltung. Erfrischend ist die Grafik und dazu gibt es ansprechende Texte.

  • Atlas der Meerjungfrauen
  • Laurence King Verlag
  • 48 Seiten

Unsere Bewertung: Sechs von sechs möglichen Kompassen:

Outdoor Bücher Rezension: Wald tut gut!

Barfuß über den Waldboden gehen Übung, Baum-Atemübung, Dankbarkeits Mandala Übung, Journey Stick Übung, Sinnes- und Bodyscan Übung, Vier Elemente Übung oder Vogelsang Übung. Wer mit diesen Exerzitien etwas anfangen kann, der findet auch Gefallen an Wald tut gut. Alle anderen nehmen aus diesem Buch die eine oder Anregung mit wie den Waldsalat (S, 250) oder Baumperlen (S. 136). Es ist eine bunte Ansammlung an schon Bekanntem über den Wald (wie z.B. Wälder entwickeln eine enorme Filterleistung S 126) , wissenschaftlichen wie Achtsamkeibasierte Stressreduktion (S. 103), Spiritualität (S. 102), Zitaten von schlauen Leuten (S. 224; Goethe) und vermeintlichem Wissen von Ureinwohnern wie die Journey Stick Übung der Aborigines. Heraus kommt ein wenig schlüssige Melange. Alles was der Esoterik Supermarkt zu bieten hat. Auch der Glücksforscher Mihaly Csikzentmihalyi darf nicht fehlen. Die meisten Fotos erfüllen alle Klischees. Wer glaubt, dass ihm diese Dinge gut tun, der findet Gefallen an diesem Buch. Alle die das Esoterische eher kritisch beurteilen, verzichten auf “Wald tut gut”. Das Konzept von diesem Buch ist eher weniger originell. Es gibt schon einige auf dem Buchmarkt. Positiv ist zu bemerken, dass die Mehrheit der Fotos von den Autoren selbst stammen.

  • Wald tut gut
  • at Verlag
  • 263 Seiten

Unsere Bewertung: Zwei von sechs möglichen Kompassen

Outdoor Bücher Rezension: Menschen am Berg

Ein stiller Star. Mit dem Buch “Menschen am Berg” haben wir eine echte Perle gehoben. Die Journalistin Melanie Mühl schreibt professionell und mit einer hilfreichen Distanz über Menschen, die in der Schweiz in den Bergen leben. Von Kuh- und Ziegenzüchtern bis zu Oldtimerliebhabern portraitiert sie treffend diese Zeitgenossen. Kurze, aber sorgfältig geschliffene Sätze überzeugen den Leser. Melanie Mühl erzählt am Anfang, wie sie mit ihren Eltern als Kind in die Berge musste um später als Erwachsene die Liebe zu den Bergen wieder zu entdecken. Manche Leser/innen finden sich in dieser Einführung wieder. Im restlichen Buch tritt sie völlig in den Hintergrund. Was für ein wohltuender Gegensatz zu den Machwerken von Bloggern und Influencern. Diese Ich-linge schreiben vor allem über sich selbst: Ich kommt in jedem dritten Satz vor. Die ganze Welt dreht sich für diese unbegabten Schreiber nur um sich selbst. Anders ist Melanie Mühl. Sie ist ein Profi und nimmt die Rolle der Beobachterin ein. Kein Geschwurbel, keine Mutmaßungen, kein Pathos. In dem Buch fehlen Fotos, doch fehlen sie wirklich? Die Bilder entstehen beim Lesen im Kopf der Leser. Was für ein wohltuender qualitativer Unterschied zu den Machwerken der vermeintlichen Stars aus dem Internet. Endlich keine dieser penetranten Instagram Selfies mit denen manche Schreiberlinge ihre Leser langweilen. Dieses Buch zieht mit seiner Ruhe und Stille an.

  • Menschen am Berg
  • NG Verlag
  • 144 Seiten

Kinder Outdoor Buch Rezensionen

Unser Kinder Outdoor Buch Rezensionen stellen Euch heute ein ungewöhnliches grünes Buch vor: “Raus in die Botanik” geschrieben von Sonja Greimel (südwest Verlag). Das Wildpflanzen Handbuch bietet mehr als “nur” die Bestimmung der wichtigsten heimischen Pflanzen. Ihr bekommt Euch Tipps wie Ihr die Wildpflanzen optimal sammelt und was Ihr alles daraus selbst herstellen könnt. Ein fast perfektes Sachbuch, für alle die gerne draußen unterwegs sind und mehr über die Wildpflanzen wissen wollen. 

Ja……..es ist grüne Liebe. So steht es auf Seite sieben von dem gelungenen Wildpflanzen-Handbuch “Raus in die Botanik”. Dieser grüne Faden zieht sich durch das praktische Buch. Die Liebe der Autorin zur heimischen Pflanzenwelt springt auf die Leser über. Mit kurzweiligen Detailwissen zeigt die ausgebildete Kräuterpädagogin und begeistertete Outdoorerin was für Schätze auf den Wiesen und in den Wäldern wachsen. 50 heimische Pflanzen stellt Greimel ansprechend vor. Von der AckerMinze bis zur Wegwarte. Gegliedert sind die Pflanzen nach den Farben ihrer Blüten und Früchte. So lassen sich in der Natur die Pflanzen schnell und sicher bestimmen. Jede Pflanze hat eine Doppelseite bekommen. Detailliert dargestellt und beschrieben. So zeigt Sonja Greimel auf, wie sich die jeweilige Pflanze in der Küche oder in der Volksheilkunde verwenden lässt. Dazu gibt es manchmal auch kurze Rezepte und interessante Hinweise. So lernen die Leser/innen den Wert von “vermeintlichen Unkraut” wie Gundermann kennen. Was dieses Buch so besonders macht: Es ist frei von Ideologien.

Kinder Outdoor Buch Rezensionen: Das Haar in der Suppe

Kurz und informativ handelt Sonja Greimel die Pflanzenkunde ab (S 132-133) . Sie beweist damit, dass es keine zehn oder mehr Seiten braucht um die Kennzeichen und Erkennungsmerkmale der Wildpflanzen darzustellen. So soll es sein. Dieses Buch kommt ohne Geschwurbel aus und überzeugt mit seiner professionellen Sprache.Damit niemand den Ausflug in die Botanik gesundheitlich bereut warnt die Autorin aus München  vor den giftigen Zwillingen (S 134-135). Praktisch ist auch die Checkliste zum Sammeln von Pflanzen (S 136 – 137).Hier bekommen die Pflanzenfreunde wertvolle Tipps. Auf Seite 140 bis 141 findet sich ein übersichtlicher Sammelkalender. Seinen besonders hohen Mehrwert (bitte nicht verwechseln mit Nährwert!) bekommt das Buch ab Seite 148. Sonja Greimel überzeugt mit Wildkräuter Rezepten. Von der altbekannten Himbeermarmelade bis hin zum Gierschsenf. (Manche Hobbygärtner und Reihenhausbewohner ärgern sich über diese Pflanze und bekämpfen sie mit Chemikalien. Die bessere Alternative dazu: Aufessen oder als Gierschsenf verschenken). Ihre ganze Klasse lässt Sonja Greimel ab Seite 172 aufblitzen. Do it yourself. Was sich aus Wildpflanzen alles selbst machen lässt, zeigt die Münchnerin leicht verständlich auf. Von der Erkältungssalbe bis hin zum Beerenlikör. Viele Fotos stammen von dem Profitotografen Hans Herbig und damit sind wir bei dem einzigen Kritikpunkt. Leider hat sich der Verlag auch an iStockphotos bedient. Hier tut sich ein sichtbarer Kontrast zwischen den genialen Fotos von Hans Herbig und den Allerweltsbildern auf. Dafür kann aber die Autorin nichts, es ist eine Angelegenheit des Verlages. Dieses Buch kommt ohne diese kaum mehr zu ertragenden Instagram Selfies aus. Sonja Greimel stellt nicht sich selbst in den Fokus von diesem rundum gelungenen Buch, sondern die heimischen Wildpflanzen. Ja…..es ist die grüne Liebe.

  • Titel: Raus in die Botanik
  • Südwest Verlag
  • 192 Seiten
  • 175 Farbfotos
  • Preis 20,00 Euro (D)

Unsere Bewertung: Sechs von sechs möglichen Kompassen