Serie Einkaufsberatung Teil 4: Den pasenden Kinderrucksack finden

Rucksäcke für Kinder. Eine Wissenschaft, die leider noch keinen Lehrstuhl an einer Universität hat. Erwachsene tun sich schon schwer einen passenden Rucksack zu finden, doch bei Kindern ist das Ganze noch schwieriger. Zum einen wollen die Outdoor Kids den Eltern einen Gefallen tun und nichts “schlechtes” gegen einen Kinderrucksack den sie probieren sagen, zum anderen haben die Kinder meistens wenig Geduld unterschiedliche Rucksäcke auszuprobieren. Wir geben Euch heute ein paar Tipps, wie Ihr den passenden Kinderrucksack für den Nachwuchs findet.

Auf der OutDoor gab es einen interessanten Trend: Mehr Hersteller als bisher, bieten spezielle Kinderrucksäcke an. Dabei achten sie auf die besondere Anatomie der Outdoor Kids und ansprechendes Design. Ein gutes Beispiel ist der Kiki Rucksack von Deuter, der wie ein lustiger Vogel aussieht. Grundsätzlich ist es weniger empfehlenswert einen Kinderrucksack über das Internet zu kaufen. Das gilt auch für Erwachsene-Modelle. Vertraut auf bekannte Outdoor-Marken. Auch wenn der Kinderrucksack beim Kaffee-Röster oder dem Discounter um die Hälfte billiger ist als im Sportgeschäft, es gibt gewaltige Unterschiede in der Qualität. Es beginnt bei der Polsterung der Schultergurte: Bei billigen Modellen drücken diese nach kurzer Zeit und den Kindern vergeht die Lust am Wandern. Das Gleiche gilt für das Außenmaterial. Bekannte Hersteller wissen, wie wenig sorgsam die Kinder mit den Rucksäcken umgehen. Deshalb verarbeiten sie für die Modelle der kleinen Outdoorer hochwertiges und strapazierfähiges Außenmaterial. Weniger gut ist die Idee einen Erwachsenen-Rucksack den Kindern auf die Rücken zu schnallen.

Kinder und wandern? Aber klar doch, wenn die neuen Schuhe passen, der Rucksack nicht drückt und Papa der Sherpa ist.

Den richtigen Kinderrucksack finden kann alles andere als leicht sein. Foto: (c) Salewa

Denn die Länge vom Rückteil des Rucksacks, das Eigengewicht und die Gurte passen nicht zum Körperbau von einem Kind. Das Resultat: Geld gespart, aber ein Kind das wenig Spaß mit dem Rucksack hat. Investiert lieber in einen speziellen Kinderrucksack.

Nachdenken vor dem Rucksack-Kauf

Bevor Ihr Euch aufmacht um einen Kinderrucksack zu kaufen, überlegt Euch wofür ihn das Kind hauptsächlich verwendet. Es gibt vier Rucksack Typen für Kinder (Kletter- und Skitourenrucksäcke habe ich deshalb bewusst weggelassen):

Wanderrucksack: Für Tagestouren mit den Kindern. Sollte Seitentaschen haben in die Trinkflaschen passen und ein festes Außenmaterial.

Bike-Rucksack: Ist für flotte Mountainbike-Touren ausgelegt. Dabei ist wichtig, dass der Rucksack nicht zu sehr am Körper hin und her wackelt. Der Bike Rucksack muss jede Bewegung mitmachen. Für das Wandern, aufgrund seines Trage- und Belüftungsystems, weniger geeignet.

Trekking-Rucksack: Vom Volumen her fällt er größer aus, als der Wanderrucksack für Kinder. Dadurch hat er ein größeres Eigengewicht. Einen solchen Rucksack sollten Kinder erst ab zehn Jahre verwenden.

Sport-Rucksack: Das gute Stück ist super um darin die Sportschuhe und Klamotten zu transportieren. Auch um die  Schulsachen darin zu transportieren ist der Sport-Rucksack ideal. Für Outdoor-Aktivitäten ungeeignet, weil der Sport-Rucksack zwar cool aussieht, aber kein wirkliches Tragesystem hat.

Bitte denkt daran: Den Kinder-Rucksack für alle Zwecke gibt es, leider, noch nicht.

Wenn Ihr beim Sport- oder Outdoorhändler seid, lasst Euch verschiedene Modelle zeigen und probiert diese aus. Der leere Rucksack trägt sich immer gut, deshalb packt ein Gewicht hinein, damit die Kinder spüren wie gut die Schultergurte sind. Seht Euch den Kinderrucksack unter folgenden Kriterien an:

  • Volumen: Ein Rucksack mit großem Volumen verleitet dazu, zu viel einzupacken. Wer als Kind keinen eigenen Sherpa dabei hat, der quält sich den Berg hoch oder muss an Mama oder Papa den eigenen Rucksack abtreten.
  • Gurte: Wie ist die Polsterung von den Schultergurten und dem Beckengurt? Scheuern die Schultergurte am Hals vom Kind? Wie schnell trocknet die Schäumung der Schultergurte?
  • Befestigungsmöglichkeiten: Es ist nevig, wenn die Trinkflasche am Kinderrucksack hin und her baumelt. Das Ganze ist noch steigerungsfähig, wenn die Flasche gegen eine Schnalle schlägt und dann wie ein Glocke akkustisch die ganze Wanderung begleitet. Daher ist es wichtig, dass die Trinkflaschen in die Seitentaschen passen. Auch sollten sich Wanderstöcke am Rucksack befestigen lassen. Doch vorsicht: Es gibt ein anderes extrem! Zu viel Schnick Schnack. Der erhöht nur das Gewicht und erschwert die Bedienung vom Rucksack.
  • Trage- und Belüftungssystem: Jeder Hersteller hat sein eigenes Tragesystem. Die einen setzen auf Aluschienen, die anderen auf Klettverschlüsse mit denen sich das Rückenteil spannen lässt, andere verbauen Netz um den Rücken beim Wandern zu belüften. Lasst die Kinder in Ruhe testen, was ihnen am Rücken gut tut.
  • Aufräumungsarbeit: Schon mal einen kleinen Fahrradschlüssel in einem Kinderrucksack gesucht? Kleine Detaillösungen wie Karabiner an denen sich Schlüssel befestigen lassen oder Deckeltaschen für die Geldbörse sind deshalb sehr wichtig!

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