Gore Tex: Exklusiver Blick ins Allerheiligste!

Gore Tex kennt jede Outdoor Familie. In Schuhen, Regenhosen, Jacken, Mützen und Handschuhen ist Gore Tex mitverarbeitet. Doch wie testet Gore Tex Outdoor Kleidung oder Wanderschuhe? Wir durften einen exklusiven Blick in die Testlabore werfen.

Gore Tex hat in Pleinfeld, Burgkirchen, Putzbrunn und Westerham seine Standorte in Deutschland. Westerham ist die pure oberbayerische Voralpenland-Idylle. Traktoren fahren rumpelnd die Ernte ein und ein Plakat verkündet einen Zusatzauftritt der örtlichen Laienspielgruppe. Für den Membran-Experten ist der Standort Westerham von großer Wichtigkeit.  Nur hier, in den USA und China stehen entsprechende Prüfmaschinen, mit denen Experten Schuhe mit Gore Tex testen. „Bevor eine Modellreihe mit Gore Tex in Serie geht, senden uns die Schuh-Hersteller Testmuster zu,“ erklärt ein Fachmann von Gore Tex. Was dann auf die Schuhe wartet ist Höchstleistung.

Gore Tex: Eine halbe Million Flex in einer Woche

Die Schuhe spannen die Gore Mitarbeiter auf spezielle Leisten in denen Sensoren eingearbeitet sind. Sie melden sofort wo Wasser in den Schuh eindringt. „Es gibt zwei Möglichkeiten zu testen ob ein Schuh wasserdicht ist: Entweder versuchen wir Wasser von außen in das Innere gelangen zu lassen oder Wasser vom Schuhinneren nach außen“. Dazu stehen hier spezielle Maschinen. In Ihnen spannen die Techniker das Testmaterial ein. Jeder Schuh ist nun mit dm Computer verbunden. Und los geht´s. Ein Teil der Maschine ist mit Wasser geflutet, ein Element das bei Gore Tex eine extrem große Rolle spielt. In diesem Wasserbad bewegen sich die Schuhe als wenn ein Mensch mit ihnen geht.

Dadurch muss der Schuh beweisen, ob er wasserdicht ist oder nicht. „Lifestyleschuhe mit Gore Tex müssen 50.000 mal den Flex simulieren,“ so der Laborfachmann und weiter „Trekkingschuhe 200.000 mal. Der Versuch läuft 24 Stunden  zwei Tage lang!“ Noch härter trifft es zukünftige Militärstiefel. 500.000 Flexe müssen sie am Stück aushalten. Dieser Versuch dauert eine Woche! Bevor Schuhe mit Gore Tex in die Serie gehen müssen sie diesen Test bestehen. Dann erfolgt die Freigabe. Bei Gore Tex konzentrieren sich die Techniker auf die Funktionsweise der Membrane. Anschließend kommt es immer wieder zu Stichproben. Eine andere Möglichkeit die Dichtigkeit zu überprüfen ist die Zentrifuge. Zuerst füllen die Gore Tex Mitarbeiter die Membranschuhe mit Wasser auf und stellen diese in die Zentrifuge. Durch die Fliehkraft entsteht ein Wasserdruck. Tritt Wasser aus den Schuh gibt es ein Problem. Gründe dafür gibt es einigen. Hat der Innenschuh aus Goretex einen Knick, kann dies die Ursache sein. Oder beim Zwicken, wenn die Schuster den Schaft mit der Sohle verbindet, kann es seine, dass die Membrane etwas abbekommt und reißt. Ein weiteres Problem ist das Obermaterial:“Saugt es sich mit Wasser voll, hilft eine Membrane wenig. Das Wasser dringt dann von oben in den Schuh ein,“ so der Experte. Damit der Fußschweiß nach außen treten kann und kein Regen in den Schuh eindringt, ist eine Membrane da. Doch wie lässt sich Atmungsaktivität messen. Dazu ein ganz simpler Versuch. In einen Kinderschuh mit Gore Tex und einem Gummistiefel kommt kochendes Wasser. Nun dichtet der Experte beide Schuhe oben ab und pumpt mit einem Schlauch Luft hinein. Es entsteht ein Druck. Vorne, auf die Oberseite vom Schuh kommt nun ein Stück Flachglas. Beim Kinderschuh mit Gore Tex beschlägt es, weil Wasserdampf ausstritt. Beim Gummistiefel passiert an der Glasscheibe nichts.

Gore Tex: Regenturm und Windkammer

Auf Kommando regnen lassen. Das wünschen sich manche Kleingärtner. Bei Gore Tex in Westerham ist es möglich. Im Regenturm testen die Experten Regenkleidung. Weil der Regen selten senkrecht von oben herabfällt, gibt es auch seitliche Sprühdüsen. So testen die Gore Tex Experten, wie dicht die Reißverschlüsse und Nähte sind. Um den Wasserverbrauch in ökologisch sinnvollen Grenzen zu halten, hat Gore Tex in diesem Regenturm einen Wasserkreislauf. Ähnlich einer Waschanlage filtert die Anlage das Wasser und nimmt es wieder her. Windig geht es in der Windkammer zu. Bis zu 80 km/h lassen es hier die Techniker brausen und der Windchillfaktor kann bis 10 Grad betragen. Wozu der ganze Aufwand? Damit die Kinder sowie wie Erwachsenen trockene Füße und Kleidung haben.

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