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Draußen mit Kindern: Warum der Zwiebellook bei wechselhaftem Wetter so praktisch ist

Draußen mit Kindern

Wer mit Kindern draußen unterwegs ist, kennt das Problem: Am Morgen ist es kühl, während der Mittagszeit kommt plötzlich die Sonne heraus und eine Stunde später zieht wieder Wind auf. Besonders im Frühjahr und Herbst kann sich das Wetter innerhalb kurzer Zeit deutlich verändern. Für Erwachsene ist das meist nur etwas lästig. Bei Kindern wird daraus schnell eine kleine logistische Herausforderung. Sie laufen, klettern und springen, stehen zwischendurch längere Zeit still und produzieren dadurch mal viel und mal wenig Körperwärme. Eine einzelne dicke Jacke ist unter solchen Bedingungen nicht immer die beste Lösung. Praktischer ist häufig das sogenannte Zwiebelprinzip: mehrere dünnere Kleidungsschichten, die je nach Aktivität und Wetter kombiniert werden können.

Warum Kinder draußen andere Kleidung brauchen

Kinder bewegen sich anders als Erwachsene.

Bei einer Familienwanderung gehen Eltern vielleicht relativ gleichmäßig den Weg entlang. Kinder dagegen laufen voraus, entdecken einen interessanten Stein, bleiben stehen, klettern auf einen Baumstamm und sprinten danach wieder zurück.

Der Körper produziert dabei unterschiedlich viel Wärme.

Ein Kind, das gerade einen Hügel hinaufgerannt ist, benötigt möglicherweise deutlich weniger Kleidung als zehn Minuten später bei einer Pause auf einer Bank.

Genau deshalb ist Flexibilität bei Outdoorbekleidung so wichtig.

Anstatt ein Kind morgens möglichst dick einzupacken, ist es oft sinnvoller, mehrere Schichten zu verwenden, die unterwegs schnell angepasst werden können.

Kinder Outdoor Spaß im Herbst. foto (c) kinderoutdoor.de

Die erste Schicht: angenehm direkt auf der Haut

Die erste Kleidungsschicht liegt unmittelbar am Körper.

Welche Materialien sich hier eignen, hängt stark von Temperatur und Aktivität ab. Für intensive Outdooraktivitäten können Materialien sinnvoll sein, die Feuchtigkeit vom Körper wegtransportieren.

Bei einem normalen Familienausflug reicht dagegen häufig ein bequemes Shirt.

Wichtig ist vor allem, dass sich das Kind darin wohlfühlt und die Kleidung nicht scheuert oder die Bewegung einschränkt.

Gerade wenn Kinder mehrere Stunden draußen unterwegs sind, kann eine unbequeme Naht oder ein kratzender Stoff irgendwann deutlich störender werden als erwartet.

Die zweite Schicht sorgt für Wärme

Über der Basisschicht folgt das wärmende Kleidungsstück.

Hier eignen sich je nach Jahreszeit beispielsweise Pullover, Fleecejacken oder Strickjacken.

Diese mittlere Schicht hat einen großen Vorteil: Sie lässt sich schnell ausziehen, wenn dem Kind warm wird, und ebenso schnell wieder anziehen, wenn die Temperatur sinkt.

Gerade bei Ausflügen mit Kindern ist diese unkomplizierte Anpassung hilfreich.

Für Mädchen kann beispielsweise eine strickjacke mädchen als alltagstaugliche Zwischenschicht eingesetzt werden, wenn der Ausflug nicht gerade eine anspruchsvolle Bergtour bei extremen Wetterbedingungen ist.

Für einen Spaziergang im Wald, einen Tag im Tierpark, einen Ausflug an den See oder den Weg zur Berghütte kann eine solche zusätzliche Lage hingegen sehr praktisch sein.

Draußen mit Kindern
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foto (c) kinderoutdoor.de

Die äußere Schicht schützt vor dem Wetter

Die oberste Schicht muss nicht zwangsläufig besonders dick sein.

Ihre wichtigste Aufgabe ist häufig der Schutz vor Wind und Niederschlag.

Bei wechselhaftem Wetter kann eine leichte Regen- oder Outdoorjacke deshalb sinnvoller sein als eine sehr stark gefütterte Jacke.

Darunter befinden sich schließlich bereits die wärmenden Schichten.

Wenn die Sonne herauskommt, kann die äußere Jacke ausgezogen werden. Wird es windig oder beginnt es zu regnen, ist sie schnell wieder zur Hand.

Dieses Prinzip funktioniert besonders gut, wenn jedes Familienmitglied im Rucksack noch etwas Platz für Kleidung hat.

Draußen mit Kindern
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foto (c) kinderoutdoor.de

Nicht zu warm starten

Ein häufiger Fehler besteht darin, Kinder bereits vor Beginn einer Wanderung sehr warm anzuziehen.

Auf dem Parkplatz ist es vielleicht noch kühl. Nach zehn Minuten Bewegung sieht die Situation jedoch völlig anders aus.

Wer bereits stark aufgeheizt startet, beginnt schnell zu schwitzen.

Feuchte Kleidung kann anschließend unangenehm werden und bei einer längeren Pause sogar dazu führen, dass das Kind schneller auskühlt.

Eine einfache Faustregel lautet deshalb: Die Kleidung sollte zum geplanten Aktivitätsniveau passen und nicht nur zur Temperatur auf dem Thermometer.

Natürlich gibt es keine perfekte Kombination für jedes Kind.

Einige Kinder frieren schnell, andere würden am liebsten auch bei niedrigen Temperaturen im T-Shirt herumlaufen.

Eltern kennen die individuellen Unterschiede meist am besten.

Kleine Pausen verändern den Wärmebedarf

Besonders deutlich wird der Nutzen mehrerer Schichten während einer Pause.

Beim Wandern oder Spielen erzeugt der Körper Wärme. Setzt sich die Familie anschließend für eine Brotzeit hin, fällt diese zusätzliche Wärmeproduktion plötzlich weg.

Schon nach wenigen Minuten kann einem Kind kalt werden.

Dann ist es angenehm, eine zusätzliche Lage aus dem Rucksack holen zu können.

Das gilt besonders in höheren Lagen oder an windigen Orten, wo die gefühlte Temperatur deutlich niedriger sein kann als erwartet.

Eine leichte zusätzliche Kleidungsschicht nimmt im Rucksack meist nicht viel Platz ein, kann aber den Unterschied zwischen einer gemütlichen Pause und ständigem Frieren ausmachen.

Draußen mit Kindern
Draußen mit Kindern: Kinder wandern im Thüringer Wald

foto (c) kinderoutdoor.de

Bewegungsfreiheit bleibt entscheidend

Mehrere Schichten funktionieren nur dann gut, wenn das Kind sich darin noch frei bewegen kann.

Drei sehr enge Kleidungsstücke übereinander können beim Klettern und Spielen schnell unangenehm werden.

Deshalb lohnt es sich, die Kombination zuhause einmal auszuprobieren.

Kann das Kind die Arme problemlos über den Kopf heben?

Kann es sich hinknien?

Kann es einen Rucksack tragen, ohne dass die Kleidung spannt?

Gerade die mittlere und äußere Schicht sollten genügend Platz bieten, ohne völlig oversized zu sein.

Outdoorbekleidung für Kinder muss schließlich einiges mitmachen.

Im Rucksack: lieber gezielt als zu viel

Eltern neigen verständlicherweise dazu, für alle Eventualitäten vorbereitet sein zu wollen.

Das Ergebnis ist dann manchmal ein Rucksack, der eher für eine Expedition als für einen Nachmittag im Wald gepackt wurde.

Bei Kleidung reichen oft einige gezielt ausgewählte Teile.

Je nach Jahreszeit können dazu gehören:

  • eine zusätzliche wärmende Schicht
  • eine leichte Regenjacke
  • Ersatzsocken
  • eine Mütze oder ein Sonnenhut
  • bei kühleren Temperaturen dünne Handschuhe
  • bei kleinen Kindern eventuell ein Ersatzshirt oder eine Ersatzhose

Wer die Wettervorhersage kurz vor dem Ausflug noch einmal prüft, kann die Auswahl entsprechend anpassen.

Draußen mit Kindern
Draußen mit Kindern: Den Roßkopf am Sylvensteinsee umrunden.

foto (c) kinderoutdoor.de

Frühling: morgens kalt, nachmittags warm

Gerade im Frühjahr spielt das Zwiebelprinzip seine Stärke aus.

Am Morgen können die Temperaturen noch niedrig sein, während die Sonne am Nachmittag bereits ordentlich wärmt.

Eine Kombination aus Shirt, leichter Strick- oder Fleecejacke und einer dünnen wetterfesten Außenschicht lässt sich solchen Bedingungen relativ einfach anpassen.

Scheint die Sonne, verschwinden eine oder zwei Schichten im Rucksack.

Zieht später Wind auf, sind sie schnell wieder angezogen.

So muss ein Ausflug nicht daran scheitern, dass die Kleidung nur für eine einzige Wetterlage geeignet ist.

Draußen mit Kindern
Draußen mit Kindern. Es herbstelt auf der Alm und der Aufstieg auf den Aussichtsturm hat sich gelohnt.

foto (c) kinderoutdoor.de

Herbst: Feuchtigkeit und Wind mitdenken

Im Herbst kommt neben niedrigeren Temperaturen häufig Feuchtigkeit hinzu.

Wege können matschig sein, Gras bleibt lange nass und ein kurzer Regenschauer ist schnell da.

Dann wird die äußere Schicht besonders wichtig.

Auch gutes Schuhwerk sollte nicht vergessen werden.

Eine trockene warme Oberbekleidung bringt schließlich wenig, wenn die Socken nach zehn Minuten völlig durchnässt sind.

Bei kleineren Kindern kann außerdem eine zusätzliche Hose sinnvoll sein, denn die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwann eine Pfütze besonders interessant aussieht, ist erfahrungsgemäß ziemlich hoch.

Auch im Sommer kann eine zusätzliche Lage sinnvoll sein

Selbst an warmen Tagen lohnt sich häufig eine dünne zusätzliche Schicht im Rucksack.

Wer einen ganzen Tag draußen verbringt, erlebt unterschiedliche Bedingungen.

Im Wald ist es kühler als auf einer freien Wiese. Auf einem Berg kann Wind aufkommen, und am See sinkt die Temperatur gegen Abend schnell.

Nach dem Schwimmen frieren Kinder ebenfalls häufig stärker.

Eine dünne Jacke oder ein Cardigan kann deshalb auch im Sommer dazugehören, ohne dass der Rucksack unnötig schwer wird.

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Draußen mit Kindern. Die 30 schönsten Schluchten mit Kindern in Deutschland . Mit den Kindern durch den Faltenbachtobel wandern hat im Herbst einen besonderen Reiz.

foto (c) kinderoutdoor.de

Kleidung sollte zum Abenteuer passen

Nicht jeder Familienausflug stellt dieselben Anforderungen.

Für eine anspruchsvolle Bergwanderung braucht es andere Kleidung als für einen Spaziergang durch den Stadtwald.

Wer mehrere Stunden bei unbeständigem Wetter unterwegs ist, sollte stärker auf funktionale Materialien und zuverlässigen Wetterschutz achten.

Bei kürzeren, alltäglichen Ausflügen können dagegen auch ganz normale Kleidungsstücke sinnvoll in das Schichtsystem integriert werden.

Das Entscheidende ist nicht, dass jedes Kleidungsstück als spezielle Outdoorbekleidung vermarktet wird.

Entscheidend ist, ob die Kombination zum Wetter, zur Aktivität und zum Kind passt.

Kinder früh mitentscheiden lassen

Mit zunehmendem Alter können Kinder selbst lernen, auf ihre Körpertemperatur zu achten.

„Ist dir warm oder kalt?“ klingt banal, hilft aber dabei, ein Gefühl für die eigene Kleidung zu entwickeln.

Auch beim Packen können Kinder beteiligt werden.

Eine zusätzliche Jacke selbst in den Rucksack zu legen und später eigenständig anzuziehen, fördert die Selbstständigkeit.

Ganz nebenbei sinkt möglicherweise auch die Zahl der Diskussionen darüber, warum eine Jacke überhaupt mitgenommen werden soll.

Ein einfaches Prinzip für viele Outdoor-Tage

Gute Outdoorbekleidung für Kinder muss nicht kompliziert sein.

Das Zwiebelprinzip funktioniert gerade deshalb so gut, weil es flexibel ist.

Eine angenehme erste Schicht, eine wärmende zweite Lage und eine passende Außenschicht gegen Wind oder Regen decken viele Situationen ab.

Je nach Wetter können einzelne Teile ergänzt, ausgezogen oder im Rucksack verstaut werden.

Das ermöglicht Kindern genau das, worum es bei einem Familienausflug eigentlich gehen sollte: draußen entdecken, laufen, klettern und spielen, ohne ständig darüber nachdenken zu müssen, ob ihnen zu warm oder zu kalt ist.

Und wenn die Kleidung flexibel genug ist, kann auch ein unerwarteter Wetterwechsel aus einem guten Outdoor-Tag nicht so schnell einen schlechten machen.