Skifahren lernen ohne Tränen – das wünschen sich alle Eltern. Doch die Realität sieht oft anders aus: Ein übermüdeter Start, zu viele Eindrücke, ein ungewohntes Umfeld und plötzlich fließen die Tränen. Für Simona Schennach, Skilehrerin und Kindergartenpädagogin in der Tiroler Zugspitz Arena, ist das Alltag. Seit 16 Jahren begleitet sie Kinder auf ihren ersten Metern im Schnee – und weiß genau, warum der zweite Tag oft der schwierigste ist.
Wenn im Skikindergarten geweint wird, liegt es selten am Schnee. Meist ist es der Tag, der zu viel war: zu früh aufgestanden, zu lange im Auto gesessen, zu viele neue Eindrücke. Oben auf dem Berg entlädt sich, was unten begonnen hat: Überforderung. Während Eltern nervös auf die Uhr schauen, bleibt Simona ruhig. „Atmen Sie erst einmal tief durch. Wir sind da, alles gut.“
Was wie Intuition wirkt, ist Erfahrung aus zwei Welten: Sie ist ausgebildete Kindergartenpädagogin und Skilehrerin – eine Kombination, die man auf der Piste sofort spürt. Ihre Haltung ist klar: „Das Kind steht im Vordergrund. Nicht die zahlenden Eltern.“
5 Expertentipps, damit Skifahren lernen kein Familiendrama wird
1. Nicht das Alter entscheidet – sondern die innere Bereitschaft
Drei Jahre gelten als Richtwert, fünf als ideal. Doch wichtiger ist die Frage: Will das Kind selbst? Motivation ist keine Zugabe, sondern Voraussetzung. Kinder mit älteren Geschwistern sind oft früher bereit, andere brauchen mehr Zeit. Wer drängt, riskiert, dass der erste Kontakt mit dem Skisport negativ besetzt wird.
Simonas Leitsatz: „Skifahren kann man später noch lernen. Lust lässt sich nicht erzwingen.“

2. Der Skitag beginnt lange vor der Piste
Viele Kinder sind schon erschöpft, bevor der Kurs überhaupt startet. Anreise, Skischuhe, Gondel, Höhe, neue Umgebung – all das kostet Kraft.
Ihr Rat: früher anreisen oder den ersten Tag bewusst entschleunigen. Eltern unterschätzen oft, wie stark sich ihr eigener Stress auf das Kind überträgt. Wer Ruhe ausstrahlt, schenkt Sicherheit.
3. Kleidung entscheidet über gute Laune
Zu warm macht müde, zu kalt unglücklich. Viele Tränen entstehen nicht aus Angst, sondern aus Unwohlsein.
Ein Klassiker: zwei Paar Socken im Skischuh. Sie reduzieren den Platz, die Durchblutung wird schlechter – die Füße werden eiskalt.
Wetterbericht lesen, Schichten anpassen, trockene Handschuhe – kleine Dinge, große Wirkung.
4. Druck ist kein Treibstoff
Skifahren erfordert Mut, Vertrauen und Konzentration. Unter Druck verschwinden diese Fähigkeiten.
Viele Kinder brauchen Zeit, um sich auf den Skilehrer einzulassen. Simona baut Nähe nicht über Technik auf, sondern über Beziehung.
Ihr Appell an Eltern: „Wer am Pistenrand Leistung erwartet, nimmt dem Kind die Freude.“
5. Warum der zweite Skitag oft scheitert – und warum das normal ist
Der erste Tag läuft super, der zweite endet in Tränen. Für Simona ist das kein Rückschritt, sondern Verarbeitung.
Müdigkeit, Muskelkater, neue Eindrücke – all das wirkt nach. Ihr Rat: nicht abbrechen, sondern reduzieren.
Lieber eine Stunde weniger, dafür mit guter Laune. Pausen sind kein Aufgeben, sondern eine Investition.

©Dominik_Somweber
Warum die Tiroler Zugspitz Arena ideal für Familien ist
Simona weiß, warum ihre Grundsätze hier besonders gut funktionieren: Überschaubarkeit. Sieben kleine, familienfreundliche Skigebiete, kurze Wege, klare Orientierung.
Drei davon – Ehrwalder Alm, Ehrwalder Wettersteinbahnen und Berwang‑Bichlbach – tragen das Tiroler Gütesiegel für Familienskigebiete.
„Kinder brauchen keine endlosen Pisten. Sie brauchen Orientierung“, sagt Simona. Dazu kommt die kurze Anreise aus Süddeutschland – ein riesiger Vorteil für kleine Skifahrer.
Die 5 Tipps im Überblick
- #1 Innere Bereitschaft statt Altersgrenze
- #2 Der Skitag beginnt vor der Piste
- #3 Kleidung beeinflusst die Stimmung
- #4 Druck nimmt die Freude
- #5 Der zweite Tag ist oft der schwierigste – und das ist normal
FAQ: Skifahren lernen ohne Tränen
Ab welchem Alter sollten Kinder Skifahren lernen?
Richtwerte sind 3–5 Jahre, aber entscheidend ist die Motivation des Kindes.
Was tun, wenn mein Kind am ersten Tag weint?
Ruhig bleiben, Druck rausnehmen, Pausen einbauen. Oft ist es Überforderung, nicht Angst.
Wie lange sollte ein Skikurs pro Tag dauern?
Für Kleinkinder reichen oft 1–2 Stunden. Qualität vor Quantität.
Wie erkenne ich, ob mein Kind überfordert ist?
Tränen, Rückzug, Müdigkeit oder Gereiztheit sind klare Signale.
Was tun, wenn der zweite Tag schlechter läuft als der erste?
Das ist normal. Reduzieren statt abbrechen – und dem Kind Zeit geben.
Wie wichtig ist die Wahl des Skigebiets?
Sehr wichtig. Kleine, überschaubare Gebiete sind ideal für Kinder.

